DE19544496A1 - Verfahren zur Herstellung von Alkoholaten - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Alkoholaten

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Description

Die Erfindung betrifft ein neuartiges Verfahren zur Herstellung von Alko­ holaten, das insbesondere zur Herstellung von Sonderalkoholaten verwendet werden kann. Als Sonderalkoholate werden hier im folgenden in der Haupt­ sache gemeinhin auch in geringer Menge nicht auf dem Markt erhältliche Alkoholate wie z. B. die Alkoholate höherer oder mehrwertiger Alkohole bezeichnet.
Zu den klassischen Verfahren der Herstellung von Alkoholaten gehört die Chloralkali-Elektrolyse nach dem Amalgam-Verfahren, bei der Natriumamal­ gam mit Alkohol umgesetzt wird [vgl. z. B. Chemical and Engineering News 22, 1903-06 (1944)]. Der Einsatz von Quecksilber ist jedoch aus den heu­ tigen ökologischen Gesichtspunkten heraus unerwünscht. Eine weitere be­ kannte Methode ist die Herstellung von Alkoholaten aus einem Alkalimetall und einem Alkohol bzw. aus einem Alkalihydroxid und einem Alkohol. Die Alkoholatproduktion aus einem Alkalimetall und einem tertiären Alkohol ist z. B. aus DE-23 33 634 (Dynamit Nobel) oder DE-26 12 642 (Degussa) bekannt. Die Herstellung eines Alkoholats aus einem Alkalihydroxid und einem tertiären Alkohol ist ebenfalls bekannt. Die erste Verfahrensva­ riante erfordert den Einsatz von teurem Alkalimetall, und bei der zweiten Variante ausgehend vom Alkalihydroxid muß das bei der Umsetzung ent­ stehende Wasser destillativ entfernt werden, was den entsprechenden hohen thermischen Aufwand erfordert.
In DE-A-33 46 131 werden Alkalialkoholate elektrolytisch aus Salzen her­ gestellt, wobei eine Elektrolysezelle, bei der eine Kationenaustauschmem­ bran die Elektrodenräume trennt, eingesetzt wird. In DE-42 33 191.9-43 wird ein Verfahren beschrieben, daß die Herstellung eines Alkalialkoho­ lats aus einem Salz durch Elektrodialyse ermöglicht.
Verfahren zur Herstellung von Sonderalkoholaten sind nur in Einzelfällen beschrieben. Die herzustellenden Mengen solcher Alkoholate sind in der Regel, im Vergleich zu gängigen Alkoholaten wie Natriummethylat bzw. -ethylat, recht klein. Um marktgerecht reagieren zu können, ist es sinn­ voll, je nach der Marktbedürfnis, ein Alkoholat (Überproduktion) in ein anderes (Knappheit) umzuwandeln und auf diese Weise die Produktion ver­ schiedener Stoffe zu steuern.
Alkoholate höherer und/oder mehrwertiger Alkohole lassen sich bekanntlich grundsätzlich durch Umalkoholisieren, d. h. durch Umsetzen niederer Alko­ holate ROM mit höheren Alkoholen R′OH (wobei R und R′ Alkylreste unter­ schiedlicher Kohlenstoffkettenlänge sind und N ein Metallkation be­ zeichnet) in einem flüssigen Reaktionsgemisch bei geeigneten Temperatur- und Druckverhältnissen herstellen. Diese Umsetzung wird auch als "Umko­ chen" bezeichnet. Die Lage des Gleichgewichts
ROM + R′OH ↔ ROH + R′OM (1)
hängt von der Acidität der beiden Alkohole ab, die in der Reihenfolge Methanol < primäre < sekundäre < tertiäre Alkohole abnimmt [R. T. Mclver und J. A. Scott, J. American Chemical Soc. 96 (1973) 2706]. Daher soll die Herstellung der Alkoholate sekundärer Alkohole auf diesem Wege nur in Ausnahmefällen möglich sein und die Herstellung der Alkoholate tertiärer Alkohole durch Umalkoholisierung sogar überhaupt nicht gelingen ["Metho­ den der Organischen Chemie" (1963) Bd. 6/2, S. 13]. Jedoch wurde die Her­ stellung von Alkoholaten durch Umkochen in DE-12 54 612 und in DE-27 26 491 (beide von Dynamit Nobel) auch für höhere Alkohole be­ schrieben. GB-1 143 897 (Metallgesellschaft) beschreibt die Umsetzung ei­ nes einwertigen Alkalialkoholats mit einem bis zu sechs Hydroxylgruppen enthaltenden C₂- bis C₁₈-Alkohol oder -Phenol, wobei als Lösungsmittel ein Überschuß an einwertigem Alkohol und/oder ein Kohlenwasserstoff ein­ gesetzt wird.
Das Umkochen führt aber immer zur Bildung des leichtsiedenden Alkohols ROH (z. B. Methanol), der zur Isolierung des gewünschten Alkoholats - ggf. zusätzlich zum nicht umgesetzten höheren Alkohol R′OH - aus dem Reaktionsproduktgemisch abgetrennt werden muß. Die Abtrennung des niede­ ren Alkohols ROH erfordert einen hohen thermischen Aufwand. Insbesondere wenn man von einem Methylat ausgeht, kommt dem Aufwand eine besondere Bedeutung zu, da bekanntlich Methanol unter den organischen Verbindungen eine besonders hohe Verdampfungsenthalple aufweist und der Verdampfungs­ aufwand entsprechend besonders hoch ist. Während der größte Teil des Al­ kohols destillativ entfernt werden kann, verbleibt ein Rest im Produkt. Man kann diesen Rest nur unvollständig und mit hohem Aufwand durch wei­ tere Maßnahmen, wie etwa durch den Einsatz eines Schleppmittels, verrin­ gern.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es daher, ein alternatives Verfah­ ren zur Herstellung von Alkoholaten ausgehend von einem Alkoholat zu fin­ den, das für ein breites Spektrum von Alkoholen zugänglich ist und das ferner - anders als das Umkochen - ohne den erheblichen thermischen Auf­ wand bei der Aufarbeitung des Produktes auskommt und damit wirtschaft­ licher ist. Als erschwerend galt die herrschende Meinung, daß eine solche Umalkoholisierung in flüssiger Phase nur durch Umkochen gelingen kann.
Die Aufgabe wurde erfindungsgemäß durch ein Verfahren zur Herstellung von Alkoholaten nach Patentanspruch 1 gelöst, bei dem das Alkoholat durch eine Umsetzung des entsprechenden Alkohols mit einem anderen Alkoholat in flüssiger Phase unter dem Einfluß eines elektrischen Feldes erhalten wird, bei dem also der Schritt des Umkochens zum Zwecke der Umalkoholi­ sierung durch eine elektrochemische Methode ersetzt wurde. Die Aufgabe wird erfindungsgemäß vorzugsweise dadurch gelöst, daß unter dem Einfluß eines elektrischen Feldes ein Alkohol durch Einfuhr von Metallionen in das entsprechende Alkoholat umgesetzt wird und daß ein anderes Alkoholat gleichzeitig als Quelle für die Metallionen dient, indem es in dem elek­ trischen Feld zerlegt wird. Da die Umsetzung und die Zerlegung hierbei in räumlich durch Ionenaustauschmembranen voneinander getrennten Räumen er­ folgen, kann die Methode vollständig auf den thermischen Aufwand zur Ab­ trennung des frei werdenden leichter siedenden Alkohols ROH verzichten.
Gegenstand der Erfindung ist also die Umsetzung eines Alkoholats ROM in ein anderes Alkoholat R′OM im elektrischen Feld. Das Ausgangsalkoholat ROM, beispielsweise ein Methylat, dient dabei als Quelle für das Metall­ ion, das zur Umsetzung des vorgelegten Alkohols in das Alkoholat benötigt wird. Als Ausgangsstoffe dienen bevorzugt ein Alkohol und das Alkoholat eines anderen Alkohols mit kleinerem Alkylrest als der des ebenfalls vor­ gelegten Alkohols.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann elektrolytisch oder elektrodialytisch ausgeführt werden.
Bei der elektrolytischen Methode (vgl. Abb. 1) wird das Metallion aus der Anodenkammer durch eine Kationenaustauschmembran K in Richtung der Katho­ de (in Abb. 1 mit - gekennzeichnet) abgeführt. Die an der Anode (in Abb. 1 mit + gekennzeichnet) frei werdenden Alkoholationen werden z. B. proto­ niert oder können direkt zum Zwecke der Methoxylierung verwendet werden; 50 könnten gleich an der Anode Ether wie Furan [N. Elming u. N. Clausen- Kaas, Acta Chem. Scand. 6 (1952) 53] und Tetrahydrofuran [N. L. Weinberg et al., Chem. Rev. 68 (1968) 449], Amine wie Benzylamin [N. L. Weinberg, J. Org. Chem. 33 (1968) 4325 und J. E. Barry et al., J. Org. Chem. 39 (1974) 2695)] oder Amide wie Pyrrol, Piperidin und Morpholin [T. Shono, Tetrahedron 40 (1984) 611] zu wertvollen Derivaten methoxyliert werden. In der Kathodenkammer erfolgt die Umsetzung des vorgelegten Alkohols in Anwesenheit der Metallionen in das gewünschte Alkoholat. Es entsteht ne­ ben Wasserstoff ein Produktgemisch aus vorgelegtem Alkohol und entspre­ chendem Alkoholat, aus dem das Alkoholat isoliert werden kann. Insbeson­ dere bei der Herstellung von Sonderalkoholaten entfällt damit anders als beim herkömmlichen Umkochen der hohe (z. B. destillative) Trennaufwand, da der leichtsiedende Alkohol des Ausgangsalkoholats nicht im Produktge­ misch enthalten ist.
In einer besonderen Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann man auch elektrodialytisch nach der Gleichung (1) vorgehen, wobei das Aus­ gangsalkoholat-Anion überwiegend (in den intermediären Kammern) wieder in den Alkohol ROH zurückgeführt wird. Abb. 2 zeigt exemplarisch den Aufbau einer geeigneten Elektrodialysevorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens. Dargestellt ist hier eine elektrodialy­ tische Zelle mit vier Kammern. Die Anode ist mit + und die Kathode mit - gekennzeichnet. Die Kammern der elektrodialytischen Zelle sind ab­ wechselnd jeweils durch eine Kationenaustauschmembran K oder eine bipola­ re Membran B begrenzt. Anstelle der bipolaren Membran kann auch ein Mem­ branpaar, bestehend aus einer Anionen- und einer Kationenaustauschmem­ bran, verwendet werden. Die Anodenkammer sowie die übernächste Kammer werden über die Behälter B1 und B4 mit dem Ausgangsalkoholat beschickt, die beiden übrigen Kammern werden über die Behälter B2 und B3 mit dem umzusetzenden Alkohol versorgt. Bei Anlegen eines Stromes wird das Aus­ gangsalkoholat in der Anodenkammer und der übernächsten Kammer zerlegt. Die Metallkationen wandern Richtung Kathode durch die Kationenaus­ tauschmembranen in die jeweils benachbarten Kammern, wo durch Umsetzen des vorgelegten Alkohols das gewünschte Alkoholat entsteht. Die dabei freigesetzten Protonen wandern zum einen durch die bipolare Membran B in Richtung der Kathode in die benachbarte intermediäre Kammer, wo aus dem Ausgangsalkoholat-Anion der entsprechende Alkohol entsteht. Zum anderen entsteht an der Kathode Wasserstoff. Die in der Anodenkammer vorhandenen Alkoholationen können wie bei der elektrolytischen Verfahrensweise proto­ niert oder z. B. zur Methoxylierung verwendet werden. Die Elektrodialyse wird vorzugsweise in einer elektrodialytischen Zelle mit 2 n + 2 Kammern, wobei n eine ganze Zahl von 1 bis 50 ist, durchgeführt. Dem Fachmann er­ schließen sich daraus weitere Ausführungsformen.
Das erfindungsgemäße Verfahren und seine Ausführungsarten werden anhand der Beispiele näher erläutert, in denen auch die Abbildungen näher be­ schrieben werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird vorzugsweise bei Umgebungsdruck und Temperaturen zwischen 0°C bis 100°C, besonders bevorzugt zwischen 20°C und 50 °C, durchgeführt. Durch eine geeignete Kreislaufführung durch die Kammern - wie in den Abb. 1 und 2 angedeutet - und ein geeignetes Zu- und Abführen von Edukten und Produkten kann das Verfahren kontinuierlich oder ansatzweise (diskontinuierlich) betrieben werden.
Erfindungsgemäß lassen sich u. a. die Alkoholate aus einwertigen alipha­ tischen und cycloaliphatischen Alkoholen mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen und deren Derivaten herstellen. Als Beispiele für umsetzbare Alkohole werden die bekannten einwertigen, primären, aliphatischen Alkohole wie Ethanol, n-Propanol, n-Butanol, 2-Methylpropanol-(1), n-Pentanol, 2-Me­ thylbutanol-(4), 2-Methylbutanol-(1), 2,2,-Dimethylpropanol-(1), n-Hexa­ nol, 2-Ethylhexanol-(1), Laurylalkohol usw., die sekundären Alkohole wie Isopropanol, 1-Methylpropanol-1 usw. und die tertiären Alkohole wie 2- Methylpropanol-(2), 2-Methylbutanol-(2) usw. und deren Derivate genannt.
Neben den einwertigen aliphatischen Alkoholen können auch cycloalipha­ tische Alkohole wie Cyclopropanol, Cyclobutanol, Cyclopentanol, Cyclo­ hexanol usw. und deren Derivate, mehrwertige Alkohole wie Ethandiol, Pro­ pandiol, Butandiol usw. und deren Derivate sowie ungesättigte Alkohole wie Propargylalkohol, Butendiol, Butindiol usw. und deren Derivate erfindungsgemäß umgesetzt werden.
Als Ausgangsstoff kann ein Alkoholat dienen, das von einem Alkalimetall herrührt, womit die Metalle Li, Na, K, Cs und Rb gemeint sind. Auch ein Alkoholat eines Erdalkalimetalls kann als Quelle dienen, sofern eine al­ koholische Lösung des Alkoholats in ausreichender Konzentration und mit nennenswerter elektrischer Leitfähigkeit vorliegt.
Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht also die Herstellung einer Vielzahl von Alkoholaten und insbesondere von Sonderalkoholaten auf sehr einfache und zugleich wirtschaftliche Weise, weil es auf den hohen Trenn­ aufwand zur z. B. destillativen Aufarbeitung des Produktgemisches ver­ zichtet. Es ermöglicht die Herstellung von Sonderalkoholaten bedarfsge­ recht auch in kleinen Mengen ohne großen apparativen Aufwand. Zugleich überwindet es die im Stand der Technik vorherrschende Meinung, daß eine Umalkoholisierung von Alkoholaten in flüssiger Phase nur durch Umkochen erfolgen kann.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird durch die nachfolgenden Beispiele näher erläutert, ohne darauf beschränkt zu sein:
Beispiel 1
Die elektrolytische Zelle (vgl. Abb. 1) bestand aus einer Stahlkathode und einer Anode aus platiniertem Titan. Die Elektroden wurden durch eine Kationenaustauschmembran K vom Typ C 66-10 f der Fa. Tokuyama Soda Corp. getrennt. Die Membranfläche betrug 100 cm². Die Anodenkammer wurde aus einem temperierten Vorratsbehälter (B1 in Abb. 1) gespeist, in dem 1 512 g einer 5,7 Gew.-%igen Lösung von Natriummethylat in Methanol (p. a. Ware) vorgelegt wurden. Die Lösung wurde aus der Kammer wieder in den Behälter zurückgepumpt. Die Anodenkammer bildete mit dem Behälter B1 den "Diluatkreislauf". Entsprechend wurde die Kathodenkammer einem "Kon­ zentratkreislauf" angeschlossen. In dem Behälter B2 wurden 1 358 g reines Isopropanol (p. a. Ware) vorgelegt.
Der Versuch verlief bei 20 bis 30°C und einer Spannung von 120 V. Er wurde nach 24,6 h abgebrochen. Es wurden 52,7 g Natriumisopropylat produ­ ziert. Die Stromausbeute, die sich ergibt als Quotient aus der tatsäch­ lich produzierten Menge zur nach dem Faraday′schen Gesetz berechneten, theoretisch erzielbaren Menge von 117 g, betrug 45%. Die Reinheit des nach Abdestillieren des Isopropanols als Rückstand erhaltenen Alkoholats betrug bereits 95 Gew.-%.
Beispiel 2
Der Versuch verlief wie im Beispiel 1, aber nur über 5,33 h. Es wurden 1 528 g einer 5,5-Gew.-%igen Lösung von Natriummethylat in Methanol (p. a. Ware) in der Anodenkammer vorgelegt. Als Katholyt wurden 1 343 g 99 Gew.-%iger Propargylalkohol (3-Hydroxypropin) vorgelegt. Es wurden 18,4 g Natriumpropargylat produziert. Die Stromausbeute betrug 57%. Aus Sicherheitsgründen wurde auf ein Abdestillieren bis zum trockenen Zustand verzichtet.
Beispiel 3
Der Versuch verlief wie im Beispiel 1, aber nur über 6,33 h. Es wurden 1 515 g einer 5,21 Gew.-%igen Lösung von Natriummethylat in Methanol (p. a. Ware) in der Anodenkammer vorgelegt. Als Katholyt wurden 1 356 g reines 1-Butanol (p. a. Ware) vorgelegt. Es wurden 12 g Natrium-1-butylat produziert. Die Stromausbeute betrug 53%. Die Reinheit des nach Abde­ stillieren des Alkohols als Rückstand erhaltenen Alkoholats betrug < 95 Gew.-%.
Beispiel 4
Der Versuch verlief wie im Beispiel 1, aber über 26 h. Es wurden 1 518 g einer 6 Gew.-%igen Lösung von Natriummethylat in Methanol (p. a. Ware) in der Anodenkammer vorgelegt. Als Katholyt wurde eine Lösung von 8 g Natri­ umperchlorat in 1 350 g reinem tertiärem Butanol (p. a. Ware) vorgelegt. Das Perchlorat diente als Leitsalz. Es wurden 20 g Natrium-t-butylat pro­ duziert. Die Stromausbeute betrug 20%.
Beispiel 5
Der Versuch verlief wie im Beispiel 1, aber nur über 12,42 h. Es wurden 1 518 g einer 5,51 Gew.-%igen Lösung von Natriummethylat in Methanol (p. a. Ware) in der Anodenkammer vorgelegt. Als Katholyt wurden 1 322 g 99,6 gew.-%iges 1,4-Butandiol vorgelegt. Es wurden 34,4 g Dinatriumbutan­ diolat produziert. Die Stromausbeute betrug 20%. Die Reinheit des nach Abdestillieren des Alkohols als Rückstand erhaltenen Alkoholats betrug nahezu 100 Gew.-%. Im Rahmen der Fehlergrenze der NMR-Spektroskopie konn­ ten keinerlei organische Verunreinigungen nachgewiesen werden.
Beispiel 6
Der Versuch verlief wie im Beispiel 1, aber nur über 15,5 h. Es wurden 1 232 g einer 5,1 Gew.-%igen Lösung von Natriummethylat in Methanol (p. a. Ware) in der Anodenkammer vorgelegt. Als Katholyt wurden 1 110 g reiner Amylalkohol bzw. 1-Pentanol (p. a. Ware) vorgelegt. Es wurden 13,3 g Natriumamylat produziert. Die Stromausbeute betrug 47%. Die Rein­ heit des nach Abdestillieren des Alkohols als Rückstand erhaltenen Alko­ holats betrug 95 Gew.-%.
Beispiel 7
Der Versuch verlief wie im Beispiel 1, aber über 33,4 h. Es wurden 1 533 g einer 6,9 Gew.-%igen Lösung von Natriumethylat in Ethanol (99,5 Gew.-%ig) in der Anodenkammer vorgelegt. Als Katholyt wurden 1 402 g einer Lösung von 46,8 g Natriummethylat in 1 355 g 1-Octanol (98 Gew.-%ig) vorgelegt. Das Methylat diente als Leitsalz. Die Elektro­ lyse erfolgte bei 316 K. Es wurden 5,6 g Natriumoctylat auf dem elektro­ lytischen Weg produziert (bei dieser Angabe wurde der Tatsache Rechnung getragen, daß bei der anschließenden Destillation des verbleibenden Octa­ nols im Konzentratkreislauf auch eine Umalkoholisierung bzw. Umkochen des vorhandenen Methylats erfolgt, wodurch anteilig Octylat entsteht). Die Stromausbeute betrug 10%. Die Reinheit des nach Abdestillieren des Alko­ hols als Rückstand erhaltenen Octylats betrug 83%. Nach NMR-Spektrosko­ pie bestand der Rest nur aus Methylat.
Beispiel 8
Der Versuch verlief wie im Beispiel 1 und 4, jedoch über 18,6 h. Es wur­ den 1 513 g einer 6 gew.-%igen Lösung von Natriummethylat in Methanol (p. a. Ware) in der Anodenkammer vorgelegt. Diesmal wurde das Methylat anstelle des Perchlorats als Leitsatz für den Katholyt eingesetzt. Als Katholyt wurden 1 365 g eines Gemisches aus 10 Gewichtsanteilen Methanol und 90 Gewichtsanteilen tertiärem Butanol (p. a. Ware) vorgelegt. Es wur­ den 3 g Natrium-t-butylat produziert. Die Stromausbeute betrug 8%. Der gewonnene Feststoff enthielt 24 Gew.-% t-Butylat neben dem Methylat.
Beispiel 9
Der Versuch verlief wie im Beispiel 1 zur Herstellung von Isopropylat. Aber es wurde die elektrodialytische Methode angewandt (Abb. 2). Dabei bildeten die alternierend angebrachten zwei Kationenaustauschmembranen K und die Bipolarmembran B zwei zusätzliche Kammern, durch die jeweils ein weiterer Diluat- bzw. Konzentrationskreislauf führte. Es wurden 1 336 g einer 5,9 gew.-%igen Lösung von Natriummethylat in Methanol (p. a. Ware) im Anodenbehälter B1 vorgelegt. Als Katholyt (B2) bzw. Konzentrat (B3) wurden in Behälter B2 1 383 g und in Behälter B3 1 450 g Isopropanol (p. a. Ware) vorgelegt. Als Diluat (Behälter B4), in dem die Protonierung des Methylats stattfand, dienten 982 g einer 6,0 Gew.-%igen Lösung von Natriummethylat in Methanol (p. a. Ware). Die Versuchsdauer betrug 25,5 h. Es wurden insgesamt 7,88 g (im Konzentratkreislauf 3,61 g und im Katholyt 4,27 g) Natriumisopropylat produziert. Die Stromausbeute betrug 58% im Konzentrat und 68% im Katholyt. Die Reinheit des nach Abdestil­ lieren des Alkohols als Rückstand erhaltenen Alkoholats betrug < 98 Gew.-%.
Analytik zu den Versuchen der Beispiele 1 bis 9
Durch eine Elementaranalyse konnte der Transport von Natriumionen aus der Anodenkammer in die Kathodenkammer quantitativ erfaßt werden. Die Natri­ umbilanz bestätigte die Umsetzung von Natriummethylat an der Anode (Pro­ tonierung) und die Abwanderung der Na⁺-Ionen. Ebenfalls wurde auch deren Einwanderung in die Kathodenkammer sowie die Bildung des höheren Alkoho­ lats bestätigt. Durch potentiometrische Titration wurde die Entstehung des höheren Alkoholats qualitativ und quantitativ erfaßt. Zusätzlich wur­ de der Katholyt nach jedem Versuch destillativ von überschüssigem Alkohol befreit, der Rückstand mit Essigsäure protoniert und der aus dem festen Alkoholat wieder freigewordene Alkohol nachgewiesen. Außerdem wurde auch durch IR- bzw. NMR-Spektroskopie die Struktur des Alkoholats im Rückstand bestätigt.

Claims (9)

1. Verfahren zur Herstellung von Alkoholaten, dadurch gekennzeichnet, daß das Alkoholat durch eine Umsetzung des entsprechenden Alkohols mit einem anderen Alkoholat in flüssiger Phase unter dem Einfluß eines elektrischen Feldes erhalten wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß unter dem Einfluß eines elektrischen Feldes ein Alkohol durch Ein­ fuhr von Metallionen in das gewünschte Alkoholat umgesetzt und gleich­ zeitig ein anderes Alkoholat durch Zerlegung in dem elektrischen Feld als Quelle für die Metallionen dient, wobei die Umsetzung und die Zer­ legung in räumlich durch Ionenaustauschmembranen getrennten Kammern erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Ausgangsstoff ein Alkalialkoholat oder Erdalkalialkoholat ein­ gesetzt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Ausgangsstoffe ein Alkohol und das Alkoholat eines anderen Alkohols mit kleinerem Alkylrest als der des ebenfalls vorgelegten Alkohols eingesetzt werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Umsetzung nach Einsetzen einer Kationenaustauschmembran zwi­ schen die Elektroden auf elektrolytischem Weg erfolgt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Umsetzung nach dem Einsetzen von Anionen- und Kationenaus­ tauschmembranen oder Kationenaustausch- und Bipolarmembranen zwischen die Elektroden auf dem elektrodialytischen Weg erfolgt.
7. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Umsetzung bei 0°C bis 100°C erfolgt.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Umsetzung bei 20°C bis 50°C erfolgt.
9. Verwendung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 8 zur Herstellung von Alkoholaten aus primären, sekundären und tertiären aliphatischen Alkoholen, cyclischen Alkoholen, ungesättigten Alkoholen und mehrwer­ tigen (Polyhydroxy-) Alkoholen bzw. deren Derivaten.
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