DE1955247C - Niederdruck-Schichtstoff auf der Grundlage von Gipspappe und Verfahren zu seiner Herstellung - Google Patents

Niederdruck-Schichtstoff auf der Grundlage von Gipspappe und Verfahren zu seiner Herstellung

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DE1955247C
DE1955247C DE1955247C DE 1955247 C DE1955247 C DE 1955247C DE 1955247 C DE1955247 C DE 1955247C
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HJ. Wortington Ohio; Schmidt R.L. Geneva 111.; Beckmann (V.StA.)
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Ashland LLC
Original Assignee
Ashland Oil Inc
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Description

Der Ausdruck »Schichtstoffherstellung« bedeutet allgemein das Zusammenfügen dünner Bahnen oder Schichten aus einem oder mehreren Materialien mit Hilfe eines Bindemittels, im allgemeinen eines hitzehärtbaren Kunststoffs, zu dickeren, schwereren s Bahnen oder Tafeln mit günstigen Eigenschaften. Die im Handel erhältlichen Dekorations-SchichtslofTe können in zwei allgemeine Klassen eingeteilt werden:
1 Hochdruck-Schichtstoffe und
2 Niederdruck-Schichtstoffe.
10
Hochdruck-Schichtstoffe können durch Beschichten oder Imprägnieren eines geeigneten Basismaterials, wie Papier, mit einem hitzehärtenden Kunst- stoff, z. B. einem Phenolharz, hergestellt werden. Anschließend wird aus einer oder mehreren aus diesem imprägnierten Basismaterial bestehenden Bahnen gegebenenfalls gemeinsam mit einer Trägerschicht, wie Hartpappe, ein Verbundteil hergestellt, ao Dieses Verbundteil wird dann u&ier hohen Drücken, z. B. von etwa 57 bis etwa 127 kg/cm2, und bei mäßig erhöhten Temperaturen (etwa 115 bis etwa 1800C) zu einer harten, dichten Tafel bzw. einem Formteil verpreßt. Beispiele für geeignete Basismaterialien sind Papier, Asbestpapier, Gewebe oder Faservliese, wie Baumwolle oder -vliese, o^er Glasfasern. Die am häufigsten eingesetzten Kunststoffe sind Phenol-Formaldehyd-, Melamin-Folraaldehyd- und Harnstoß-Formaldehyd-Kondensationsprodukte.
Obwohl es keine scharfe Abgrenzung zwischen »Hochdruck«- und »Niederdruck«-Schichtstoffen gibt, werden die letzteren im allgemeinen unter Drücken von unterhalb etwa 36 kg/cm2 hergestellt. Zur Herstellung von Niederdruck-Schichtstoffen können ähnliche Basismaterialien wie zur Hersteilung von Hochdruck-Schichtstoffen eingesetzt werden. Man kann z. B. die hitzehärtbaren Kunststoffe, die unter mäßig hohen Drücken durch Hitze umwandelbar sind, wie Phenolharze, und einige Thermoplaste einsetzen. So beschreibt das deutsche Gebrauchsmuster 1955142 einen Niederdruck-Schichtstoff, bei dem auf eine Trägerschicht aus unverweblem Kunstfaservlies ein mit wärmehärtbarem Kunstharz imprägnierter Papierbogen unter Hitzeeinwirkung aufgepreßt ist.
Hochdruck-Schichtstoffe werden bevorzugt und in breitestem Umfang eingesetzt, und zwar hauptsächlich deshalb, weil sie im allgemeinen gegenüber Niederdruck-Schichtstoffen überlegene Eigenschaften aufweisen.
Trotz der breiten technischen Einsatzfähigkeit dieser Hochdruck-Schichtstoffe sind die Herstellungsmöglichkeiten für Fertigerzeugnisse auf Grund der Art des Herstellungsverfahrens der Schichtstoffe stark eingeschränkt.
FUr Hochdruck-Schichtstoffe, die direkt auf Trägern hergestellt werden, müssen z. B. Träger mit hoher Druckfestigkeit verwendet werden, da sie den Drücken bei der Schichlstoffherstellung widerstehen müssen. Beispiele für geeignete solche Träger sind Sperrholz und Hartpappe. Gipspappe weist eine niedrige Druckfestigkeit auf und ist daher nicht als Träger geeignet. Aus diesem und anderen Gründen verarbeitet man im allgemeinen mehrere kunststoff-ιγλ( rägnicrte Bahnen, z. B. aus Papier, nach dem Hochdruckverfahren zu einem dickeren, steifen Material, das anschließend mit Hilfe eines Klebstoffs mit einem geeigneten Träger, z. B. Holz, verbunden wird,
Bei der Schichtstoffherstellung unter hohen Drücken können außerdem keine Träger mit rauher oder unebener Oberfläche verwendet werden, da die Rauheit während der Schichtstoffherstellung durch die kunststoffiraprägnierten Gewebe- oder Papierbahnen hindurchwirkt. Man erhält in diesem Falle am Fertigteil unebene oder rauhe Oberflächen.
Aus den vorgenannten und anderen bekannten Gründen beschränkt sich der Einsatz von nach Hochdruckverfahren hergestellten Dekorationstafeln mit hoher Qualität im wesentlichen auf Spezialzwecke, wie auf die Herstellung von Möbeln oder Ladentischplatten.
Aufgabe der Erfindung ist es, neue, billigere Dekorationstafeln oder ganz allgemein Schichtstoffe, die ein mit den bekannten Hochdruck-Schichtstoffen vergleichbares Aussehen aufweisen, sowie ein Verfahren zu ihrer Herstellung zur Verfügung zu stellen.
Die Erfindung betrifft somit einen Niederdruck-Schichtstoff auf der Grundlage von Gipspappe, der dadurch gekennzeichnet ist, daß auf mindestens eine Oberfläche der Gipspappe eine kunststoffbeschichtete oder -imprägnierte Bahn aufgepreßt ist, die mindestens 25 Gewichtsprozent, bezogen auf die unbeschichtete Bahn, an gehärtetem Kunststoff aufweist.
Für die vorgenannte Bahn dient als Basismaterial z. B. Papier oder vorzugsweise ein Gewebe oder ein Faservlies. Das gehärtete Harz enthält vorzugsweise auch einen Farbstoff. Der Schichtstoff der Erfindung erfüllt die vorstehend gestellten Anforderungen.
Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung des vorgenannten Schichtstoffes, bei dem man eine Trägerschicht und eine mit einem wärmehärtbaren Kunststoff imprägnierte oder beschichtete Bahn unter Druck und Hitze vereinigt, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man
a) als Trägerschicht Gipspappe verwendet,
b) die Bahn mit der Kunststoffmasse versieht, so daß der Anteil des Kunststoffes mindestens 25 Gewichtsprozent, bezogen auf die unbeunbeschichlete Bahn, beträgt, und
c) dann den Kunststoff durch Hitze unterhalb des ein Brüchigwerden der Gipspappe bewirkenden Drucks härtet.
Die Schichtstoffe können nach dem er&ndungsgcmäßen Verfahren direkt aus dem kunststoffimprägnierten Papier, Gewebe oder Vlies und der Gipspappe hergestellt werden, wodurch die beim Schneiden herkömmlicher trägerloser Hochdruck-Schichtstoffe und ihrem Verkleben mit einem Trägermaterial auftretenden Kosten vermieden werden. Das Verfahren der Erfindung arbeitet somit billiger als die bekannten Verfahren. Bei entsprechender Wahl der verschiedenen Verfahrensbedingungen können die erfindungsgemäßen Schichtstoffe ferner mit einer physikalischen Oberflächenbeschaffenheit hergestellt werden, die gleich oder besser als die vieler herkömmlicher Hochdruck-Schichtstoffe ist. Nach dem Taber-Abriebstest (Nema-PrUfnorm) durchgeführte Versuche ergaben z. B., daß bevorzugte, mit Hilfe ungesättigter Polyesterharze hergestellte Schichtstoff^ einen Abriebwert von über 700 aufweisen, tjer somit wesentlich höher ist als der bei 450 liegende entsprechende Wert herkömmlicher Hochdruck-Melamin-Formaldehyd-Harz-Schichtstoffe. Weitere Ver-
gleichsversuche mit denselben herkömmlichen Hoch- geringen Glanzwirkung kann Aluminium geätzt und druck-Schichtstoffen zeigen, daß die erfindungsge- eloxiert werden. Die Druckausgleichsplatten können mäßen Schichtstoffe sowohl eine bessere Abrieb- auch so gestaltet werden, daß dem Schichtston" eine festigkeit als auch eine bessere Farbfestigkeit auf- aufgeprägte Oberfläche oder ein Muster verliehen weisen. Alle diese Eigenschaften können im Ver- 5 wird. Eine Druckausgleichsplatte, die die Form gleich mit den herkömmlichen Hochdruck-Schicht- eines Waffeleisens aufweist, kann z. B. dazu verwenstoiEen unter einer merklichen Kosteneinsparung er- det werden, dem Schichutoff ein waffelartiges Auszielt werden. · sehen zu verleihen. Neue Druckausgleichsplatten Die Erfindung wird an Hand der Zeichnungen sollen mit einem Lösungsmittel, z. B. mit einem (Fig. 1 und 2) näher erläutert. io Lackverdünnungsmittel, gewaschen und mit einem Fig. 1 zeigt in zerlegter Anordnung einen Ver- Trennmittel, wie Stearinsäure, behandelt werden. An bundteil und Preßplatten, die bei dem erfindungsge- Stelle dieser Behandlung oder zusätzlich zu dieser mäßen Verfahren zur Herstellung von Schichtstoffen können auch dem kunststoffimprägnierten Papier verwendet werden; solche Trennmittel einverleibt werden. Außer der F i g. 2 zeigt eine maßstabgetxeue Darstellung eines 15 Verwendung der Druckaus^leichsplatten zur Erzieirfindungsgemäß hergestellten Schichtstoffes. lung der verschiedensten Ghmz- und Muster-Effekte Die Schichtstoffe auf der Grundlage einer Gips- kann man auch Trennpapiere während der Schichtpappe können mit Hilfe von unter niedrigem Druck stoffherstellung zwischen die Druckausgleichsplatten und mit heißen Platten arbeitenden Schichtstoff- und das imprägnierte Papier legen. Die Verwendung pressen hergestellt werden. Solche Pressen besitzen 20 vin Trennpapieren ist insbesondere bei der Nacheine oder mehrere Reihen paarweiser Platten 1 und 8. ahmung von Holztäfelungen zweckmäßig, da dabei Für das Verfahren können auch Etagenpressen ein- Schichtstoffe mit einem einer Holzmaserung entspregesetzt werden. Nach dem erfindung«emäßen Ver- chenden Griff erhalten werden, fahren zur Herstellung eines aus zwei Lagen be- Die kunststoffimprägnierteii Papiere 3 und 6 werstehenden Schichtstoffs wird ein Verbundteil herge- as den hergestellt, indem man Papier auf herkömmstellt, indem man eine Druckausgleichsplatte 2, eine liehe Art in Lösungen hitzehärtbarer Kunststoffe kunststoffimprägnierte Pappierbahn 3, Gipspappen 4 eintaucht oder das Papier mit diesen Lösungen auf und 5, wiederum eine kunststoffimprägnierte Papier- andere Weise beschichtet, imprägniert oder tränkt, bahn 6 und wiederum eine Druckausgleichsplatte 7 Diese bekannten Verfahren zur Herstellung kunstaufeinanderschichtet. Dieses Verbundteil wird dann 30 stoffgetränkter Papierbahnen bestehen im Prinzip zwischen die Preßplatten 1 und 8 gelegt. Mit Hilfe darin, daß man Papier oder andere faserartige Mateder Presse wird anschließend ein Druck eingestellt, rialien, z.B. Gewebe oder Faservliese, in eine Beder unterhalb jenes Drucks liegt, bei dem die Gips- Schichtungsmasse eintaucht oder mit dieser auf pappe brüchig wird, d. h., es wird das Zerbrechen andere Weise in Berührung bringt. Typische solche der Gipspappe vermieden. Die typische obere Druck- 35 Beschichtungsmassen bestehen aus einer Lösung grenze für Gipspappen beträgt etwa 43 bis etwa eines hitzehärtbaren Harzes und eines Katalysators, 57 kg/cm2, wobei der jeweilige exakte Wert von der die gegebenenfalls weitere inerte oder aktive Begenauen Beschaffenheit und Qualität der eingesetzten standteile enthält. Das getränkte Papier wird an-Gipspappe abhängt. Der Prjßdruck beträgt Vorzugs- schließend zur Entfernung der Gesamtmenge des weise etwa 4,5 bis etwa 22 kg/cm2, insbesondre etwa 40 inerten Lösungsmittels z. B. in einem Ofen getrock-6,6 bis 15 kg/cm'. Man kann bei verschiedenen net, ohne daß dabei das Harz in einem wesentlichen Temperaturen arbeiten, wobei man z. B. die Art des Ausmaß gehärtet wird.
Kunststoffs und des Härtungskatalysators und die Die beim" Verfahren der Erfindung einsetzbaren
für den Arbeitsgang benötigte Zeitspanne berück- Kunststoffe sind jene hitzehärtbaren Kunststoffe, die sichtigen muß. Im allgemeinen wird bei Tempera- 45 unter den hier berücksichtigten Temperatur- und türen von etwa 93 bis etwa 205'C, vorzugsweise von Druckbedinguagen gehärtet werden können. Man etwa 135 bis etwa 1630C gearbeitet. Für Tempera- kann jeden geeigneten bekannten, entsprechend den türen von etwa 138 bis etwa 1500C und Drücke von hier dargelegten Richtlinien ausgewählten hitzehärtetwa 8 bis etwa 9,4 kg/cm2 ist eine Preßzeit von 5 baren Kunststoff einsetzen, obwohl nicht alle Kunstbis 8 Minuten typisch. Nach Beendigung des Preß- 50 stoffe gleich gut geeignet sind. Man khnn somit Vorgangs werden die beiden beschichteten Gips- Phenol-, Melamin- und Polyesterharze einsetzen. Gepappen aus der noch heißen Presse entnommen und mische sjlcher Harze sind ebenfalls verwendbar. Die sofort zum langsamen Abkühlen gestapelt. besten Ergebnisse werden erzielt, wenn man aus-
Die Aufgabe der Druckausgleichsplatten 2 und 7 schließlich oder vorwiegend ungesättigte Polyesterbesteht darin, dem erhaltenen, mit einem Träger 55 harze einsetzt. Ungesättigte Polyesterharze werden ausgerüsteten Schichtstoff, d. h. dem aus dem im- bekanntlich im Gemisch mit polymefisicrbarcn prägnierten Papier 3 und der Gipspappe 4 bestehen- Monomeren, wie Styrol, Diallylphthalat, Vinyltoluol den Verbundteil, eine gewünschte Oberflächenbe- oder Methylmethacrylat, eingesetzt. Sie werden im schaffenheit zu verleihen und zu verhindern, daß der allgemeinen mit Hilfe von Katalysatoren, wie Ben-Kunststoff an den Preßplatten 1,8 haftenbleibt. Das 60 zoylperoxyd oder Cumolhydroperoxyd, gehärtet, bei der Schichtstoffhcrstellung auftretende Fließen Man kann sie jedoch auch ohne Katalysator härten, des Kunststoffes hat bekanntlich zur Folge, daß der Im Verfahren der Erfindung werden vorzugsweise Schichtstoff die Oberflächenbeschaffenheit der Druck- ungesättigte Polyesterharze eingesetzt, die in gehärteausgleichsplatte annimmt bzw. wiedergibt. Druck- tem Zustand chemisch beständig sind. Die ungeausgleichsplatten aus Aluminium liefern die besten 65 härteten Harze besitzen ohne Verdünnungsmittel-Ergebnisse. Sie besitzen ein ausgezeichnetes Ablö- zusavZ zweckmäßig eine hohe Viskosität (z, B. obersungsvermögen, sind leicht und können leicht auf den halb 100U00cP\ Besonders bevorzugt werden jehenHtieten Glanz poliert werden. Zur Erzielung einer doch feste Harze verwendet, so daß die mit ihrer
Hilfe hergestellten getränkten Papiere nach der Entfernung der während der Tränkung verwendeten inerten Lösungsmittel höchstens noch eine geringe Klebrigkeit aufweisen. Aus Malein- oder Fumai-
für die Tränkung ist, kann man auch andere faserhaltige Materialien in Bahnform, z. B. Gewebe oder Faservliese, einsetzen. Das trockene, mit ungehärtetem Kunststoff imprägnierte Papier kann unter An
säure mit Isophthalsäure und/oder einem Bisphenol 5 Wendung verschiedener Kunststoffanteile hergestellt hergestellte ungesättigte Polyesterharze sind gut ge- werden. Zur Herstellung eines Schichtstoffes mit den eignet. Die bevorzugt eingesetzten Polyesterharze be- gewünschten Eigenschaften soll das trockene gesitzen eine Reaktivitätszahl (d. h. die Summe der tränkte Papier mindestens 25 Gewichtsprozent, vor-Säure- und Hydroxylzahl) von unterhalb 100, ins- zugsweise mehr als 50 Gewichtsprozent, bezogen auf besondere von unterhalb 60, speziell von 30 bis 40. to das nicht getränkte Papier, niedergeschlagene Fest-Zur Herstellung dieser Harze verwendet man zumeist körper, d. h. im allgemeinen Polyester, Monomere einen geringen Überschuß (z.B. 2 bis 10·/·) des und Zusätze, enthalten. Wenn Schichtstoffe mit mehrwertigen Alkohols. höherer Qualität gewünscht werden, z. B. Schicht-
Ungesättigte Polyesterharze werden im allge- stoffe mit verbesserter Abriebfestigkeit, kann man bei meinen durch Umsetzung mit copolymerisierbaren 15 dem in F i g. 1 gezeigten Verbundteil zwischen das Monomeren, wie Styrol, in Gegenwart eines Kata- imprägnierte Dekorationspapier 3 und die Drucklysators gehärtet. Bei Verwendung eines flüchtigen ausgleichsplatte 2 oder die gegebenenfalls eingesetzte Monomers, wie von Styrol, braucht kein inertes or- Trennfolie kunststoffimprägnierte Deckbögen legen. ganiwhes Lösungsmittel verwendet zu werden. Bei Die imprägnierten Deckbögen haben die Aufgabe. Verwendung solcher flüchtiger Monomere herge- ao die Ausbildung einer dickeren, kunststoffreicheren stellte getränkte oder imprägnierte Papiere sollen je- Oberfläche auf den Schichtstoffen sicherzustellen und doch sofort weiterverarbeitet werden, da sonst merk- diese dadurch zäher und abriebfester zu machen. Tylichc Monomeranteile durch Verdampfung von der pische solche Deckbögen enthalten 15 bis 30 Ge-Oberfläche des imprägnierten Papiers verlorengehen, wicltfhprozent Papier oder Fasern und als Rest nicaußer. wenn z.B. Verdickungsmittel, wie Magnesium- as dergeschlagene Festkörper, hauptsächlich Kunststoff. oxyd. zugesetzt werden. Solche getränkten Papiere Für die meisten Anwendungszwecke soll man das für neigen ferner zu Klebrigkeit, wodurch die Lagerung Deckbögen verwendete Papier oder anderes Fasererschwert wird. Es ist daher zweckmäßig, weniger material und den Kunststoff so wählen, daß die cnlflüchtige Monomere, wie Diallylphthalat, gemeinsam sprechenden Brechungsindizes nach der Härtung mit einem inerten organischen Lösungsmittel, wie 30 übereinstimmen, damit ein klarer oder transparenter Aceton, zu verwenden. Auf diese Weise kann man Überzug über dem Dekorationspapier zustande das Papier noch imprägnieren oder tränken, und das
Papier behält das copolymerisierbare Monomer nach
der Entfernung des inerten Lösungsmittels bei.
Außerdem besitzt das dabei erhaltene Papier eine 35
geringere Rest-Klebrigkeit und bleibt z. B. lediglich
leichf an den Fingern kleben und ist ferner besser
lagerungsfähig, indem es z. B. zu Rollen ausgewickelt
wird. An Hand dieser Erläuterung kann leicht ein
wirksamer Monomeranteil, bezogen auf das Poly- 40 Fig.2). Beide Seiten der Gipspappe9 weisen festhafestergewkht. eingestellt werden. lende Oberflächenschichten aus Papier 10 und 11 auf.
Die Harze und copolymerisierbaren Monomere Gewöhnlich ist eine dieser Papieroberflächenschichten werden. wie erwähnt, im allgemeinen in Form von (10) von besserer Qualität als die andere. Manchmal Lösungen, z. B. unter Verwendung inerter orga- ist die fertig ausgerüstete Seite der Gipspappe stark nischer Lösungsmittel, eingesetzt. Beispiele für ge- 45 kalandriert und oder enthält geringe Anteile von z.B. eignete Lösungsmittel sind Aceton, Methylenchlorid Kunststoffen, damit eine glattere Fläch«,· erhalten
wird. Die zu diesem Zweck eingesetzte Kunststoffmenge ist im allgemeinen jedoch ziemlich gering und beträgt z. B. weniger als 5 Gewichtsprozent, be-
der Kunststoff dabei in wesentlichem Maße ge- 50 zogen auf die Papier-Oberflächenschicht. Wenn man härtet wird. Der Ausdruck »in wesentlichem Maße diese Gipspappe als Träger für die Schichtstoffe eingehärtet« bezieht sich hier auf einen Härtungsgrad, setzt, wird das kunststoffimprägnierte Papier 12 fest bei dem das kunststoffimprägnierte Papier nicht mehr mit einer dieser Papier-Oberflächenschichten (10), im zu einem befriedigenden Schichtstoff verarbeitet wer- allgemeinen mit der Schicht mit der besten Qualität. den kann. z. B.. bei dem das Fließen des Kunststoffs 55 verbunden. Die dazu verwendete Papier-Oberwährend der Schichtstoffherstellung schlecht oder bei flächenschicht der Gipspappe wird gegebenenfalls dem die Haftung an der Gipspappe schwach ist. Die
vorgenannten Beschichtungsmassen können z. B.
Katalysatoren, Farbstoffe. Kurzzeitklebemittel, Antischaummittel, die Fließfähigkeit regelnde Mittel. 60
Stabilisatoren oder Füllstoffe enthalten.
Die Beschichtungsmassen werden im allgemeinen
häufiger zur Imprägnierung von Dekorationspapieren
als von gewöhnlichen Papiersorten verwendet. Man
kann z. B. mit nachgeahmten Holztäfelungen be- 65 die Platte platzt oder blasig wird, wenn die nicht bedrucktes Papier zur Herstellung von Schichtstoffen schichtete Oberfläche der Gipspappe sich in unvcrwenden. die ein holzähnliches Aussehen auf- mittelbarer Berührung mit einem nicht porösen Teil, weisen. Obwohl Papier das bevorzugte Basismaterial wie einer Drucka;vsgleichsp!aUe aus Aluminium oder
kommt. Zur Herstellung klarer Deckschichten verwendbare Basismaterialien sind ^-Cellulose, Glasfasern, Reyon und Polyacrylnitrilfasem.
Gipspappe wird im allgemeinen in Form von Platten oder Tafeln mit einer Länge von etwa 244 cm. einer Breite von etwa 122 cm und einer Dicke von etwa 0,95 bis etwa 1,6 hergestellt, obwohl auch Platten mit anderen Abmessungen bekannt sind (vgl.
und Kohlenwasserstoffe. Diese inerten Lösungsmittel sollen nach dem Tränken des Papier z. B. durch Wärmeeinwirkung entfernt werden, ohne daß
unmittelbar vor der Anfertigung des Verbundteils und vor der Schichtstoffherstellung mit einer kunststoffhaltigen Beschichtungsmasse vorbeschichtet.
Gipspappe neigt zur Feuchtigkeitsaufnahme während der Lagerung. Bei der erfindungsgemäßen Schichtstoffherstellung wurde festgestellt, daß in der Gipspappe zurückgehaltenes Wasser während des Preßvorgangs verdampft und manchmal bewirkt, daß
einer Preßp.aUe, befindet. «^^ £SSS
vtrnieden werden, indem man den Feuchtigk-.itsge icne η g Temperatur von etwa
Wtfr.Oip.p.m^^«^;.·^™» SSfsl^rchdLTrocPknungsproZeßkannman gleichzeitig zwei einzeln«' Oipspappenjj" J" ™ S das getränkte oder beschichtete Papier unter Ver-
Bef "othe'n SeitÄucLei^fbau wending einer Gleilfo.ie aufro.len und bis zum Oe-
*-~rdan*f «die^^ btZ Γ "Ergebnisse können bei Verwendung
Papier-Oberflächen ^JgJt" uSSS Dieses anderer hitzehärtbarer Kunststoffsysteme, die unter
andererBasis-
mischung einlegt. Q„mrhutnffe besitzen nicht wobei eine gewöhnliche, im Handel erhältliche Gips-
Die ernndungsgemaßen^"Jjjjggj;1 pappe mit einer Dicke von etwa 1,6 cm und ein mit
die Festigkeit der bekannten.^™™^^ψΆ Polyesterharz getränktes Papier verwendet werden,
die als Basismaterial ein MalammharzJ^jTrÄger ^ ^,jktoffe werden einzdn in einer ölbe.
z.B. Sperrholz.aufweisen, sie.sindI jedoch^an una Einreihenpresse bei Temperaturen von etwa
leicht bearbeitbar. Die Schichtstoffe d« Efflndung η Drücken von etwa 8 bis
können auf dieselbe Weise ™™*£%£*%St 9,4 kg/cm« hergestellt. Das dabei verwendete Ver-
Gipspappen zerteilt, z.B. geschnitten oder geknickt ^t^ ^e ^ Aluminium-Druckaus-
werden. prfinHnne Teil- und gleichsplatte 2, imprägniertem Papier 3, einer Gips-
Die Beispiele erläutern die Erfindung, Iel una β f und ejnem ^ ^ ^ ·
Prozentangaben beziehen sich auf das Gewicht, wenn as ^woU_Asbestkissen) das zur Vermeidung der Be-
nichts anderes angegeben ist. rUhrung der Gipspappe 4 mit der Preßplatte 8 dient
Beispiel 1 und das Entweichen des Wasserdampfs aus der Gips-
Es wird eine Beschichtungsmasse nachstehender P11Pg8JJlJlJ^ pekorations-a-Cellulosepapier
Zusammensetzung in an sich öeKannrer r»c verwendet, das mit einer Lösung imprägniert wurde,
gestellt, mit der ein Papier impragnierx wiru. die ^ ^^ (pulverisiertes) aus isophthalsäure,
.. Gewichtsteile . Maleinsäure und Propylenglykol hergestelltes unge-
Bestandteiie sättigtes Polyesterharz mit einer Reaktivitätszahl von
Festes ungesättigtes Polyester- ^ weniger als 50, einen Peroxydkatalysator und Diallyl-
harz (z. B. Isophthalsäure- ^ phthalat als copolymerisierbares Monomer in einem
harz) inerten organischen Lösungsmittel enthält. Der Ge-
Copolymerisierbares halt dieser Lösung an festen Bestandteilen, d. h. an
Monomer (z. B. Diallyl- Polyesterharz, Monomer, Katalysator und Zusätzen,
phthalat) 40 beträgt 60 Gewichtsprozent, bezogen auf das trok-
Inertes organisches Lösungs- kene, kunststoffimprägnierte Papier, d.h. 150Ge-
mittel (z. B. Aceton) 50 wichtsprozent, bezogen auf das unbeschichtete Pa-
vti t r (7 a Benzoyl- P'er- Typische Dekorationspapiere dieser Art be-
Kataiysator \,z. d. ■ j ^^ Bedarf, d. h. ein sjtzen nach der Imprägnierung Flächengewichte von
peroxya; katalytisch wirksamer 45 etwa 0,26 kg/cm1, was einer Fläche pro Gewichts-Anteil, z. B. 2 einheit von etwa 3,7 mVkg entspricht.
Weitere fakultative Zusätze ]W -nen < 10 Beispiel 2
(z. B. Hydrochinon) im allgemeinen < & ^ ^ Dekorationsfolie mit dem Aussehen
r, · ■ , t- ^nPJc Kunststoffe, Monomere und 50 von schwarzem Nußbaum gemeinsam mit einem
Beispiele fur ge eignete Kunslsl°' ' beschriebenen üblichen Trennpapier eingesetzt, das dem verstärkten
Katalysatoren sind tiie ISI*" rtune wäh- Schichtstoff einen einer Holzmaserung entsprechen-
Materialien. Zur Beschleunigung der Härtung w den Grjff und ^ ^ schwachen Glanz verleiht,
rend der Schichtstoffherstellung werden »J "'B^ Der erhaftene Schichtstoff besitzt eine gute Qualität,
meinen Peroxydkatatysatoren^C1£|sungsmittel ^ηά 55 die seinen Einsatz für die Innenarchitektur gestattet.
^^ä^^^^^SA^r Beispiel Beispiele fill^ verwendbare Zusato^f nikate *ά&τ Es wird ein marmOrartig bedrucktes Schmuckoder Verdickungsmittel^wie m^^.^. ρϋεβεη papier verwendet. Es wird eine Druckausgleichsplatte Siliciumdioxyd, durch aie e offherstellung 6° aus geätztem und eloxiertem Aluminium eingesetzt, des Kunststoffs wahrend eier ™"^ Verbesserung um dem Schichtstoff nur einen schwachen Glanz zu verhindert wird, sowie "U"diuh hinon verleihen. Der erhaltene Schichtstoff besitzt eine gute der LagerungsbestandigKer1, ™ ' der Be. Qualität und zeigt ein marmorartiges Aussehen.
sssrJ"^L· ^
SCniCniUngMliasafc ««■ —-
Basismaterial kann man eine . durchführen. Danach wird das Papier zur Entfernung
& ^^ ^ ^g^ goldgeflecktes oekorationspapier gemeinsam mit einer Aluminium-Druckausgleichsplatte, die eine geriffelte Oberfläche aufweist.
eingesetzt. Der erhaltene Schichtstoff besitzt eine gute Qualität und weist einen mittleren Glanz sowie eine leicht geriffelte Oberfläche auf.
Obwohl diese ersten drei Schichtstoffe im Vergleich zu herkömmlichen Hochdruck-Schichtstoffen, s bei denen häufig zehn bis zwölf Bahnen aus kunststoffimprägniertem Papier eingesetzt werden, unter Verwendung nur einer einzigen kunststoffimprägnierten Bahn des Dekorationspapiers hergestellt werden, beträgt die Abriebfestigkeit dieser Produkte (d. h. to von erfindungsgemäß unter Verwendung einer einzigen Papierbahn hergestellten Schichtstoffen) doch etwa die Hälfte der Abriebfestigkeit von mit einer Deckschicht angefertigten Hochdruck-Melaminharz-Schichtstoffen der Qualitätsklasse I. Die Abriebfestig- «5 keit der erfindungsgemäßen Schichtstoffe kann jedoch auf einen Wert erhöht werden, der wesentlich oberhalb des entsprechenden Wertes für die mit einer Deckschicht versehenen Hochdruck-Melaminharz-Schichtstoffe der Qualitätsklasse I liegt, wenn man ao bei ihrer Herstellung einen klaren, harzreichen, getränkten Polyacrylnitril-Deckbogen gemeinsam mit der getränkten Dekorationsbahn verwendet.
Beispiel 5 „5
Unter Anwendung der Bedingungen und Preßzeiten von Beispiel 2 bis 4 werden mehrere doppellagige Schichtstoffe hergestellt, wobei jedoch das in Fig. 1 gezeigte Doppelschichtstoff-Verbundteil verwendet wird. Alle erhaltenen Schichtstoffe weisen eine gute Qualität auf, und es tritt kein Ausschuß infolge einer Sprengung durch Wasserdampf auf.
Bei der Herstellung dieser Schichtstoffe wird die Entfernung des Wasserdampfes dadurch erleichtert, daß zwischen die Gipspappen 4 und 5 ein Baumwoll-Asbestkissen gelegt wird.
Im Gegensatz dazu wt/den einige aus denselben Materialien und unter denselben Verfahrensbedingungen hergestellte Schichtstoffe, bei denen jedoch die nicht beschichtete Seite der Gipspappe 4 während der Schichtstoffherstellung in unmittelbaren Kontakt mit einer nichtporösen Oberfläche, d. h. einer AIuminium-Druckausgleichsplatte gebracht wird, sichtbar durch den Wasserdampf aufgetrieben bzw. beschädigt.

Claims (9)

Patentansprüche:
1. Niederdruck-Schichtstoff auf der Grundlage von Gipspappe, dadurch gekennzeich-50 net, daß auf mindestens eine Oberfläche der Gipspappe eine kunststoffbeschichtete oder -imprägnierte Bahn aufgepreßt ist, die mindestens 25 Gewichtsprozent, bezogen auf die unbeschichtete Bahn, an gehärtetem Kunststoff aufweist.
2. Schichtstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bahn ein Gewebe oder ein Faservlies ist und daß der gehärtete Kunststoff einen Farbstoff enthält.
3. Schichtstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bahn ein Dekorationspapier und der gehärtete Kunststoff das Umsetzungsprodukt des Polyesterharzes mit einem copolymerisierbaren Monomer ist.
4. Schichtstoff nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung von Diallylphthalat als copolymerisierbares Monomer der Anteil des gehärteten Kunststoffs mindestens 50 Gewichtsprozent, bezogen auf die unbeschinhtete Bahn, beträgt.
5. Schichtstoff nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Polyesterharz ein Isophthalatharz ist und die Gipspappe eine klare, auf die kunststoffimprägnierte Bahn aufgepreßte Deckschicht trägt.
6. Verfahren zur Herstellung der Schichtstoffe nach Anspruch 1 bis 4, bei dem man eine Trägerschicht und eine mit einem wärmehärtbaren Kunststoff imprägnierte oder beschichtete Bahn unter Druck und Hitze vereinigt, dadurch gekennzeichnet, daß man
a) als Trägerschicht Gipspappe verwendet,
b) die Bahn mit der Kunststoffmasse versieht, so daß der Anteil des Kunststoffes mindestens 25 Gewichtsprozent, bezogen auf die unbeschichtete Bahn, beträgt, und
c) dann den Kunststoff durch Hitze unterhalb des ein Brüchigwerden der Gipspappe bewirkenden Drucks härtet.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß man
a) als Kunststoffmasse eine Lösung eines ungesättigten Polyesterharzes und eines copolymerisierbaren Monomers in einem inerten organischen Lösungsmittel und
b) als Bahn ein Dekorationspapier verwendet, daß man
c) das inerte Lösungsmittel vor der Vereinigung der Schichten aus der Bahn entfernt, ohne den Kunststoff in einem wesentlichen Ausmaß auszuhärten, und daß man
d) dann die Schichten gemeinsam unter einem Druck von etwa 4,5 bis etwa 22 kg/cm2 und bei Temperaturen von etwa 93 bis etwa 205° C vereinigt.
8. Verfahren nach Anspruch 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß man zum gleichzeitigen Herstellen von zwei Schichtstoffen die Gipspappen mit ihren unbelegten Rückseiten aufeinanderlegt und gemeinsam preßt.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß man zwischen die unbelegien Rückseiten der Gipspappen ein poröses Kissen einlegt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen

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