DE19603106A1 - Fahrzeug mit zwei nebeneinander angeordneten Einzelsitzen mit Seiten-Airbags - Google Patents
Fahrzeug mit zwei nebeneinander angeordneten Einzelsitzen mit Seiten-AirbagsInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Fahrzeug mit zwei
nebeneinander angeordneten Einzelsitzen, die wenigstens an ihren
voneinander abgewandten Seiten je einen Seiten-Airbag
beinhalten, der in einer zugehörigen Seitenwange des oberen
Sitzlehnenbereichs untergebracht ist.
In der Patentschrift DE 37 41 637 C2 ist ein Fahrzeugeinzelsitz
beschrieben, der im oberen Sitzlehnenbereich beidseits
Seitenwangen aufweist, die dort nach vorne vorspringend
gestaltet sind, wobei sich in den Seitenwangen jeweils ein
Seiten-Airbag befindet, der im aktivierten Zustand eine seitlich
neben dem Kopf des Sitzbenutzers angeordnete Stütze und/oder
eine sich von der Schulterstütze aus nach vorne und/oder nach
unten erstreckende seitliche Stütze bildet. Auf diese Weise soll
für den Sitzbenutzer im Gefahrenfall ein erhöhter Schutz gegen
in Fahrzeugquerrichtung wirkende Kräfte gewährt werden, ohne
dessen Bewegungsfreiheit und Sicht zu beeinträchtigen. Der in
der seitlich äußeren Seitenwange untergebrachte Seiten-Airbag
kann sich im aufgeblasenen Zustand an der Fahrzeugkarosserie
abstützen, beispielsweise an der B-Säule.
In der Offenlegungsschrift DE 43 34 896 A1 wird ein Fahrzeug mit
zwei nebeneinander angeordneten Einzelsitzen beschrieben, die
beidseits je einen im unteren Sitzlehnenbereich untergebrachten
Seiten-Airbag beinhalten. Die Seiten-Airbags blasen sich bei
Aktivierung vom Sitzlehnenbereich aus hauptsächlich nach vorn
und geringfügig nach außen dergestalt auf, daß sich die beiden
äußeren Seiten-Airbags bis zur Fahrzeugtürverkleidung
erstrecken, und die beiden inneren Seiten-Airbags aneinander zur
Anlage kommen, wobei sie auf der Kontaktfläche miteinander
verkleben oder z. B. durch einen Klettverschluß verhaken können.
Die sich in Fahrzeugquerrichtung erstreckende Linie, auf deren
Höhe die Kontaktfläche zwischen den beiden aneinanderliegenden
Seiten-Airbags sowie die Kontaktflächen zwischen den äußeren
Seiten-Airbags und der jeweiligen Türverkleidung liegen, liegt
dabei in Fahrzeuglängsrichtung deutlich vor der durch die
Sitzlehnen und Kopfstützen gegebenen Querlinie.
Der Erfindung liegt als technisches Problem die Bereitstellung
eines Fahrzeugs der eingangs genannten Art zugrunde, das einen
hohen Schutz für auf den beiden Einzelsitzen befindliche
Personen bei Unfallgefahr, insbesondere bei einem
Seitenaufprall, durch verbesserte Sitzseitenabstützung bietet.
Dieses Problem wird durch ein Fahrzeug mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 gelöst. Bei diesem Fahrzeug sind die oberen
Sitzlehnenbereiche unter Bildung von Seitenwangen beidseits über
die unteren Sitzlehnenbereiche hinaus zur Seite hin verlängert,
und wenigstens in den einander abgewandten Seitenwangen sind
Seiten-Airbags untergebracht. Die zu den Seiten hin abstehenden
Seitenwangen verkürzen dabei den Abstand der beiden Einzelsitze
in diesem oberen Sitzlehnenbereich einerseits voneinander und
andererseits zur jeweils benachbarten Fahrzeugseitenstruktur und
erlauben das Aufblasen der dort untergebrachten Seiten-Airbags
ungehindert vom Körper der auf dem jeweiligen Sitz befindlichen
Person. Mit den seitlich vorspringenden oberen
Sitzlehnenbereichen wird in Verbindung mit den äußeren Seiten-
Airbags eine verbesserte seitliche Versteifung und Abstützung
der Sitze an der Fahrzeugseitenstruktur im Fall eines
Seitenaufpralls erzielt.
Vorzugsweise stoßen gemäß Anspruch 2 die aufgeblasenen, äußeren
Seiten-Airbags querkraftübertragungsfähig gegen die benachbarte
Fahrzeugseitenstruktur an.
In einer Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 3 sind
beidseits Seiten-Airbags in jeder Seitenwange vorgesehen. Die
aufgeblasenen, einander zugewandten Seiten-Airbags schützen die
Sitzbenutzer vor einem gegenseitigen Aneinanderprallen und
stoßen querkraftübertragungsfähig mit einer im wesentlichen in
einer vertikalen Fahrzeuglängsebene liegenden Kontaktfläche
aneinander an. Dadurch stützen sich die beiden Einzelsitze bei
aufgeblasenen Seiten-Airbags im oberen Sitzlehnenbereich
aneinander ab, was die aus den beiden Einzelsitzen bestehende
Sitzgruppe bei Unfallgefahr zusätzlich versteift und es
ermöglicht, einwirkende Querkräfte über die oberen
Sitzlehnenbereiche zu übertragen.
Eine Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 4 hat den
Vorteil, daß die einander zugewandten Seiten-Airbags im
aufgeblasenen Zustand auch dann noch querkraftübertragungsfähig
aneinander anstoßen, wenn die Sitz lehnen der beiden Einzelsitze
auf etwas voneinander verschiedene Neigungen eingestellt sind.
Analog können sich die äußeren Seiten-Airbags in weitem Umfang
unabhängig von der Sitzlehnenneigung gegen die benachbarte
Fahrzeugseitenstruktur querkraftübertragungsfähig anlegen.
Eine Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 5 ist in hohem
Maße querkraftübertragungsfähig, indem die oberen
Sitzlehnenbereiche mit den aufgeblasenen Seiten-Airbags die
Übertragung von Querkräften weitgehend entlang einer
durchgehenden Querlinie erlauben. Dies wird insbesondere dadurch
unterstützt, daß die Kontaktflächen der gegeneinanderliegenden
Seiten-Airbags und gegebenenfalls auch der Kontaktflächen der
äußeren Seiten-Airbags mit der Fahrzeugseitenstruktur auf der
Querverbindungslinie der Sitzlehnen oder jedenfalls nur
geringfügig davor liegen.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist in den
Zeichnungen dargestellt und wird nachfolgend beschrieben.
Hierbei zeigen:
Fig. 1 eine schematische Ansicht von vorn auf die vordere
Sitzgruppe eines Personenkraftwagens, und
Fig. 2 eine schematische Ansicht auf die vordere Sitzgruppe von
oben mit aufgeblasenen Seiten-Airbags.
Der in Fig. 1 schematisch im Bereich seiner vorderen Sitzgruppe
gezeigte Personenkraftwagen (1) ist, wie üblich, mit einem
Fahrersitz (2) und einem davon getrennt daneben angeordneten
Beifahrersitz (3) als vorderer Sitzgruppe ausgestattet. Beide
Sitze beinhalten jeweils eine Sitzlehne (4, 5), wobei der obere
Sitzlehnenbereich beidseits zu den Seiten hin über den unteren
Sitzlehnenbereich unter Bildung entsprechender Seitenwangen (6
bis 9) merklich verbreitert ist. Das seitliche Vorspringen der
Seitenwangen (6 bis 9) verkürzt die Abstände sowohl der
Sitzlehnen (4, 5) voneinander als auch jeder Sitzlehne (4, 5) zu
einer benachbarten Fahrzeugseitenstruktur (15, 16),
beispielsweise einer Türinnenverkleidung oder eines Abschnitts
der B-Säule.
In jeder der vier Seitenwangen (6 bis 9) ist ein Seiten-Airbag
(10 bis 13) in einem in Fig. 1 gestrichelt angedeuteten Bereich
untergebracht, der nicht vom Körper von auf den Sitzen (2, 3)
befindlichen Fahrzeuginsassen (20, 21) belegt wird. Auf diese
Weise wird verhindert, daß der Aufblasvorgang für diese Seiten-
Airbags (10 bis 13) von den Körpern der Fahrzeuginsassen (20,
21) behindert wird bzw. für letztere dadurch eine
Verletzungsgefahr besteht. Die Seiten-Airbags (10 bis 13) sind
in spezieller Weise so angeordnet und ausgelegt, daß sich bei
aufgeblasenen Seiten-Airbags die in Fig. 2 dargestellte
Situation ergibt. Jeder Seiten-Airbag ist so gestaltet und
angeordnet, daß er im aufgeblasenen Zustand mit seiner
sitzabgewandten Außenseite einen relativ großflächigen, im
wesentlichen in einer vertikalen Längsebene, d. h. parallel zur
vertikalen Fahrzeuglängsmittelebene (14) liegenden
Kontaktbereich (17, 18, 19, 22) bildet. Die beiden außenseitigen
Seiten-Airbags (12, 13) legen sich mit diesem Kontaktbereich
(17, 18) flächig gegen die jeweils gegenüberliegende
Fahrzeugseitenstruktur (15, 16) an. Die beiden inneren, in den
einander zugewandten Seitenwangen (8, 9) der beiden
nebeneinanderliegenden Sitzlehnen (4, 5) untergebrachten Seiten-
Airbags (10, 11) stoßen mit ihren außenseitigen Kontaktbereichen
(19, 22) längs der vertikalen Fahrzeuglängsmittelebene (14)
flächig gegeneinander an und bilden damit eine
querkraftübertragungsfähige Abstützung der beiden Sitze (2, 3)
in deren oberem Sitzlehnenbereich.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich, entfalten sich die Seiten-Airbags
mit einer nach vorne und einer seitlich nach außen gerichteten
Komponente. Die nach vorne gerichtete Komponente der
aufgeblasenen Seiten-Airbags (10 bis 13) sichert die Körper der
auf diesen Sitzen sitzenden Fahrzeuginsassen (20, 21) sowohl vor
einem gegenseitigen Aufeinandertreffen, was durch die beiden
inneren Seiten-Airbags (10, 11) bewirkt wird, als auch vor
Verletzungen von der jeweiligen Fahrzeugseitenstruktur (15, 16)
her, was durch die äußeren Seiten-Airbags (12, 13) erreicht
wird. Mit der seitlichen Entfaltungskomponente der Seiten-
Airbags wird in Fahrzeughochrichtung gesehen auf Höhe der oberen
Sitzlehnenbereiche eine in Querrichtung durchgehende Versteifung
der Sitzstruktur erreicht, indem sich der Fahrersitz (2) mit
seinem linken Seiten-Airbag (12) an der linken
Fahrzeugseitenstruktur (15) und der Beifahrersitz (3) über
seinen rechten Seiten-Airbag (13) an der rechten
Fahrzeugseitenstruktur (16) abstützt, während gleichzeitig die
beiden einander zugewandten Seiten-Airbags (10, 11)
aneinanderstoßen und dadurch für eine
querkraftübertragungsfähige Verbindung zwischen Fahrersitz (2)
und Beifahrersitz (3) sorgen.
Unterstützt wird diese etwa auf Höhe der Fahrzeugbordkante
liegende Sitzlehnenversteifung zum einen durch die zu den Seiten
hin abstehenden Seitenwangen (6 bis 9) der Sitzlehnen und zum
anderen dadurch, daß die Kontaktbereiche (17, 18, 19, 22) der
aufgeblasenen Seiten-Airbags (10 bis 13) etwa auf der Querlinie
der Sitzlehnen (4, 5) oder nur geringfügig davor ihre maximale
seitliche Ausdehnung nach außen besitzen, wobei dort jeweils
nach Anlage an der Fahrzeugseitenstruktur (15, 16) bzw. am
zugewandten Seiten-Airbag (10 bzw. 11) die primäre
Stützkraftübertragung erfolgt. Damit ergibt sich durch die
spezielle Anordnung und Gestaltung der Seiten-Airbags eine
annähernd in einer Linie verlaufende Querabstützung der beiden
Sitze (2, 3) im oberen Sitzlehnenbereich sowohl gegeneinander
als auch zu den Fahrzeugseiten hin. In Zusammenwirken mit der
üblichen Verankerung der Sitze (2, 3) mit ihrer Unterseite an
der Fahrzeugkarosserie entsteht auf diese Weise bei Unfallgefahr
durch das Aufblasen der Seiten-Airbags (10 bis 13) eine
vorteilhafte Mehrpunkt-Sitzgruppenversteifung der beiden
Einzelsitze (2, 3) mit vergleichsweise großem Hebelarm. Bei
Bedarf können die Seiten-Airbags als kombinierte Kopf/Thorax-
Airbags ausgelegt sein, wobei sie sich in diesem Fall vom oberen
Sitzlehnenbereich aus zusätzlich nach oben entfalten.
Claims (6)
1. Fahrzeug mit
- - zwei nebeneinander angeordneten Einzelsitzen (2, 3), die wenigstens an ihren voneinander abgewandten Seiten je einen Seiten-Airbag (10, 11) beinhalten, der in einer zugehörigen Seitenwange (8, 9) des oberen Sitzlehnenbereichs untergebracht ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
- - sich die oberen Sitzlehnenbereiche mit ihren Seitenwangen (8, 9) im wesentlichen seitlich über die unteren Sitzlehnenbereiche hinaus bis nahe der benachbarten Fahrzeugstruktur (15, 16) erstrecken.
2. Fahrzeug nach Anspruch 1, weiter
dadurch gekennzeichnet, daß
der seitlich äußere Seiten-Airbag (12, 13) jedes Einzelsitzes
(2, 3) so angeordnet und ausgelegt ist, daß er im aufgeblasenen
Zustand querkraftübertragungsfähig mit einem im wesentlichen in
einer vertikalen Fahrzeuglängsebene liegenden Kontaktbereich
(17, 18) gegen eine gegenüberliegende Fahrzeugseitenstruktur
(15, 16) anstößt.
3. Fahrzeug nach Anspruch 1 oder 2, weiter
dadurch gekennzeichnet, daß
- - beide Einzelsitze (2, 3) jeweils beidseits in ihren oberen Sitzlehnenbereichen mit sich im wesentlichen seitlich über die unteren Sitzlehnenbereiche hinaus erstreckenden Seitenwangen (6 bis 9) versehen sind, in denen jeweils ein Seiten-Airbag (10 bis 13) untergebracht ist, und
- - die in den einander zugewandten Seitenwangen (8, 9) untergebrachten Seiten-Airbags (10, 11) so angeordnet und ausgelegt sind, daß sie im aufgeblasenen Zustand querkraftübertragungsfähig mit im wesentlichen in einer vertikalen Fahrzeuglängsebene (14) liegenden Kontaktbereichen (19, 22) aneinanderstoßen.
4. Fahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, weiter
dadurch gekennzeichnet, daß
die Seiten-Airbags (10 bis 13) so angeordnet und ausgelegt sind,
daß ihre im aufgeblasenen Zustand sitzabgewandte Außenseite
einen großflächigen, im wesentlichen parallel zu einer
vertikalen Fahrzeuglängsebene liegenden Kontaktbereich (17, 18,
19, 22) bildet.
5. Fahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, weiter
dadurch gekennzeichnet, daß
die Seiten-Airbags (10 bis 13) so angeordnet und ausgelegt sind,
daß sie sich im aufgeblasenen Zustand mit ihrer sitzabgewandten
Außenseite (17, 18, 19, 22) am weitesten in einem Bereich
seitlich nach außen erstrecken, der bezüglich der
Fahrzeugslängsrichtung höchstens geringfügig vor der Höhe der
Querlinie der Sitzlehnen (4, 5) liegt.
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