DE19630290A1 - Anlage zur Oberflächenbehandlung von Gegenständen, insbesondere von Fahrzeugkarosserien - Google Patents
Anlage zur Oberflächenbehandlung von Gegenständen, insbesondere von FahrzeugkarosserienInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Anlage zur Oberflächenbehandlung von
Gegenständen, insbesondere zum Lackieren von Fahrzeugkarosserien, mit
mindestens einer Beschichtungsstation und mit einer Förderstrecke für die
Gegenstände, in deren Bereich eine Einrichtung zur Vermeidung der
Verschmutzung der Gegenstände vorhanden ist.
Das Verschmutzen zu lackierender Objekte während des Durchlaufs vom
Rohteil bis zum Abschluß des evtl. mehrstufigen Lackiervorganges ist nach
wie vor die Hauptursache für kostenintensive Lacknacharbeiten. Im Hand
werkerbereich werden Werkstücke direkt von Hand oder auch mittels
Gestellen bzw. Handwagen durch die Produktionsstätten zur jeweiligen
Lackierkabine bewegt. In größeren industriellen Anlagen, beispielsweise
beim Lackieren von Fahrzeugkarosserien, geschieht dies meist mit Hilfe von
Fördersystemen, die das Werkstück teilweise über sehr lange Strecken und
Zeiten den Umgebungseinflüssen aussetzen. Dabei lagern sich
Staubpartikel, Fasern, z. B. von Kleidung, Schleifstaub oder gasförmige
Medien auf den Oberflächen ab, die über elektrostatische Aufladung sehr
fest dort haften und teilweise selbst durch Wischen, Saugen oder Abblasen
nicht wieder entfernt werden können.
Die Folge sind beim nachfolgenden Lackauftrag Schmutz- und Faserein
schlüsse bzw. Benetzungsstörungen, die insbesondere bei hochwertigen
und hochpreisigen Produkten wie Kraftfahrzeuge zu nicht akzeptablen
Lackierergebnissen führen. Derartige fehlerhafte Stücke werden entweder
verschrottet oder durch Polieren oder Nachlackieren ausgebessert. Durch
Abschleifen vor dem erneuten Lackiervorgang zwecks Verbesserung von
Haftung oder Lackstruktur entsteht eine zusätzliche Schmutzquelle in
Gestalt des bereits erwähnten Schleifstaubes.
Aus den genannten Gründen ist es daher notwendig, Vorkehrungen zur
Vermeidung der Verschmutzung der Objekte vor dem Lackieren bzw.
zwischen den einzelnen Lackierstufen zu treffen. Die gängigste Methode
hierzu ist die Einhausung von Förderstrecken durch teilweise belüftete
Tunnel aus unterschiedlichen Materialien. Hierbei sind in der Regel Lücken
im Fördersystem durch beispielsweise Hebevorrichtungen, Stapelstrecken
oder Hochregallager (zur Farbblockbildung) nicht vermeidbar. Ganze
Gebäudeteile als staubfreien Reinraum auszuführen, entsprechend den
eigentlichen Lackierkabinen, ist aufgrund des extremen technischen und
energetischen Aufwandes nicht sinnvoll.
Fig. 1 zeigt in einer schematisierten Darstellung beispielhaft eine im Stand
der Technik bekannte Vorrichtung zum Lackieren von Fahrzeugkarosserien.
Die einzelnen Schritte der Oberflächenbehandlung sind unmittelbar aus der
Figur ersichtlich. Die Förderstrecken (Balken) bilden das mit der Erfindung
zu lösende Problem.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Maßnahme zur Gestaltung
der gattungsgemäßen Anlage zur Oberflächenbehandlung vorzuschlagen,
mit deren Hilfe die geschilderten Verschmutzungsprobleme mit vertretbarem
Aufwand nachhaltig und besonders effektiv beseitigt werden können.
Die erfindungsgemäße Lösung ergibt sich aus dem Kennzeichen des
Patentanspruches 1. Die Erfindung beruht also im wesentlichen auf einer
(hermetischen) Kapselung jedes einzelnen zu lackierenden Gegenstandes
vom Rohteil bis unmittelbar vor dem Lackauftrag bzw. zwischen den einzel
nen Lackaufträgen. Dabei ist denkbar, nur ausgewählte, bezüglich Ver
schmutzung besonders gefährdete Förderstrecken entsprechend auszubil
den oder aber auch, eine hermetische Kapselung jedes einzelnen Gegen
standes entlang jeder Förderstrecke, Stapelstrecke oder innerhalb eines
Hochregallagers vorzusehen.
Objektbezogene Abdeckungen als solcher sind im Stand der Technik bereits
bekannt. So beschreibt das europäische Patent 083 434 B1 ein Verfahren
und eine Anordnung zum Abdecken von beispielsweise Automobilkarosse
rien durch eine Schutzplane z. B. während des Ausführens von Lackier- und
Schleifarbeiten. Nicht erwähnt ist, daß die auch während der Fahrzeugfer
tigung und dort gezielt entlang von Förderstrecken geschehen kann.
Das deutsche Patent DE 38 22 480 C1 erwähnt die Verwendung einer
Schutzhülle für einen der Fahrzeugkarosserie zugeordneten Datenträger
während der Fahrzeugfertigung, insbesondere während des Lackierens.
Ebenfalls bekannt ist es, bereits fertig hergestellte Fahrzeug für den
Weitertransport bis zum Kunden zu konservieren, beispielsweise mittels
Wachs (europäische Patentanmeldung 545 467 A1).
Besonders vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung
gehen aus den Unteransprüchen hervor. Die nachfolgende Beschreibung mit
zugehöriger Zeichnung erläutert ein Ausführungsbeispiel. Es zeigen:
Fig. 1 in schematisierter Darstellung einen im Stand der Technik geläufigen
Lackierprozeß bei Kraftfahrzeugkarosserien und
Fig. 2 die Kapselung einer Fahrzeugkarosserie entlang einer Förderstrecke.
In Fig. 2 ist beispielhaft ein Bereich des gesamten Lackierprozesses her
ausgegriffen. Die betreffende Förderstrecke 1 ist zur genauen Lokalisierung
in Fig. 1 nochmal eigens mit dem entsprechenden Bezugszeichen hervorge
hoben. Sie ist unmittelbar einem Grundierungs-Trockenofen 2 nachgeord
net.
Wenn die Fahrzeugkarosserien 3 in die Lackieranlage kommen, ist die
Oberfläche mit einem hauchdünnen Ölfilm und Resten von Ziehfett bedeckt,
das vor dem Pressen auf die Bleche gesprüht wird. Deshalb müssen die
Karosserien 3 zunächst entfettet werden. Dies geschieht in einer Spritz- und
Volltauchzone.
In einer Phosphartierzone erhält die saubere Karosserie 3 zunächst eine
Zinkphosphatauflage. Sie dient als Korrosionsschutz und Haftvermittler für
eine nachfolgende Grundierschicht.
Die Zinkphosphatschicht wird in einer Passivierzone mit einer Lösung
nachgespült und verdichtet, um eine feinere Kristallstruktur und damit eine
höhere Belastbarkeit der Lackoberfläche bei Verformungen zu erreichen.
Die sich anschließende Grundierung einer jeden Karosserie 3 erfolgt im
Tauchverfahren. Zwischen Karosserie 3 und Tauchbecken liegt eine
elektrische Spannung an (z. B. 380 V Gleichspannung/600 A). Dadurch
werden die Lackpartikel (Pluspol) vom Blech (Minuspol) angezogen und
bleiben gleichmäßig auch an unzugänglichen Stellen und in Hohlräumen
haften. Diese Grundierung wird anschließend bei ca. 180° im Trockenofen 2
eingebrannt.
Insbesondere nach der nun erfolgten erstmaligen elektrostatischen Aufla
dung besteht eine erhöhte Anfälligkeit der Karosserie 3 für die Ablagerung
von Staubpartikeln, Fasern oder gasförmigen Medien, die auch nicht so
ohne weiteres wieder zu entfernen sind.
Ab hier empfiehlt sich also eine hermetische Kapselung einer jeder
Karosserie 3 entlang nachfolgender Förderstrecken in besonderem Maße.
Die dahingehende Vorgehensweise ist in Fig. 2 veranschaulicht.
Dabei wird direkt im Auslauf des Trockenofens 2 die Karosserie 3 mittels auf
Schienen 5 geführter Hebevorrichtung 6 von einem ofenseitigen Fördermittel
4 abgehoben und auf eine rechteckförmige Bodenplatte 7 aufgesetzt, die
Teil einer erfindungsgemäßen Schutzabdeckung 8 ist. Das
trockenofenseitige Fördermittel 4 (beispielsweise ein Skid) wird nach einem
Quertransport (Pfeil 10) über eine Rückführstrecke 12 wieder zum
Aufsetzpunkt am Prozeßanfang gebracht. Die Bodenplatte 7 sitzt auf der
Förderstrecke 1 auf und transportiert so die Karosserie 3 zur nächsten
Oberflächenbehandlungsstation. Nachdem die Karosserie 3 auf der
Bodenplatte 7 positioniert ist, wird als weiterer Bestandteil der
Schutzabdeckung 8 eine der Karosserieform entsprechend geformte und
dimensionierte Haube 13 mittels Hubmechanismus (Öse 14, Haken 15) auf
die Bodenplatte 7 abgesenkt, so daß danach die Karosserie 3 vollständig
eingeschlossen ist.
Am hier nicht dargestellten Ende der Förderstrecke 1, also z. B. am Beginn
einer weiteren Behandlungsstation, wird die Karosserie 3 wieder
freigegeben, wonach die Schutzabdeckung 8 über eine Rückführstrecke 16
und einen Quertransport 17 in die Ausgangsposition verbracht wird. Zum
Einsetzen einer neuen, aus dem Trockenofen 2 kommenden Karosserie 3,
erfolgt dann wiederum ein kurzzeitiges Anheben der Haube 13.
Der umlaufende Verbindungsbereich 18 zwischen Haube 13 und Boden
platte 7 sollte soweit als möglich dicht ausgeführt sein. Dies kann z. B. durch
Abschrägung oder spezielle Flanschgeometrien erfolgen. Beim Anheben der
Haube 13 entsteht eine gewisse Sogwirkung, die zu einem Eindringen von
staubhaltiger Luft führen kann. Außerdem tritt durch Einsetzen der relativ
warmen Karosserie 3 (Trockenofentemperatur ca. 180°) eine Erwärmung
der in der Schutzabdeckung 8 eingeschossenen Luft ein. Das nachfolgende
Erkalten führt zu einem Unterdruck, der das Anheben der Haube 13
erschweren kann. Zur Vermeidung dieser Nachteile sind in der Bodenplatte
7 Entlüftungsöffnungen 19 vorgesehen, in die vorzugsweise Luftfilter einge
setzt werden.
Zur Aufnahme der Karosserie 3 können auf der Bodenplatte 7 spezielle
Aufnahmeelemente montiert oder auch rutschhemmende Beläge angebracht
werden. Die Haube 13 selbst kann ebenfalls einsatzspezifisch aus unter
schiedlichen Materialien bestehen und entweder als formstabile Kuppel oder
als zusammenlegbare (ggf. faltbare) Haube ausgeführt sein. Je nach kon
struktiver Ausgestaltung und Wirkungsweise des Hebemechanismus können
auf der Oberseite der Haube 13 anstatt der bereits erwähnten Öse 14 auch
Bayonettkupplungen, elektromagnetisch wirkende Kopplungselemente oder
dergleichen angebracht sein.
Größe und konstruktive Ausbildung der Schutzabdeckung 8 richtet sich
selbstverständlich nach dem Einsatzfall bzw. nach dem zu lackierenden Ge
genstand. Bei kleinen Einheiten ist evtl. ein rein manuelles Handling der
Schutzabdeckung denkbar. Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist damit bei
allen Lackier- und Beschichtungsvorgängen zum Schutz der Werkstücke
gegen Verschmutzung z. B. in der Fahrzeug-, Landwirtschafts-, Möbel-, all
gemeinen Maschinenbauindustrie usw. einsetzbar.
Claims (8)
1. Anlage zur Oberflächenbehandlung von Gegenständen, insbesondere
zum Lackieren von Fahrzeugkarosserien, mit mindestens einer
Beschichtungsstation und mit einer Förderstrecke für die Gegenstände, in
deren Bereich eine Einrichtung zur Vermeidung der Verschmutzung der
Gegenstände vorhanden ist, dadurch gekennzeichnet, daß jedem Ge
genstand (3) eine separate, haubenähnliche Schutzabdeckung (8) zuge
ordnet ist.
2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzab
deckung (8) im Bereich der Förderstrecke (1) in einem geschlossenen
Kreislauf (Förderstrecke 1, Rückführstrecke 16, Quertransport 17) be
wegbar ist.
3. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzab
deckung (8) als auf der Förderstrecke (1) aufsitzende Bodenplatte (7)
ausgebildet ist, die eine der Gestalt des zu schützenden Gegenstandes
(Karosserie 3) entsprechend geformte und dimensionierte Haube (13)
trägt.
4. Anlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Bodenplatte
(7) Entlüftungsöffnungen (19) mit eingesetzten Filtereinheiten aufweist.
5. Anlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Haube (13)
als formstabile Kuppel ausgebildet ist.
6. Anlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Haube (13)
als zusammenlegbare (ggf. faltbare) Einheit ausgebildet ist.
7. Anlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Haube (13)
ein Hubmechanismus (Öse 14, Haken 15) zugeordnet ist.
8. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Förder
strecke (1) eine Hebevorrichtung (6) aufweist, über die der Gegenstand
(Karosserie 3) von einer davorliegenden Oberflächenbehandlungsstation
(2) übernommen und der Bodenplatte (7) zugeführt wird.
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