DE19630478A1 - Verfahren zur Laserbeschriftung von Folien - Google Patents

Verfahren zur Laserbeschriftung von Folien

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Description

Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Laserbeschrif­ tung von gefärbten oder ungefärbten Folien mit mindestens ei­ ner Deckschicht und einer Basisschicht.
Gegenwärtig gewinnt die Kennzeichnung von Produktions- und Konsumgütern wachsende Bedeutung. Gegenüber den konventionel­ len Techniken der Beschriftung wie Bedrucken, Prägen und Eti­ kettieren wird das berührungslose Markieren von Verpackungs­ folien oder Formkörpern mit Hilfe von Lasern immer bedeutsa­ mer, weil es auf einfache Weise auch in laufenden Produkti­ onsprozessen angewandt werden kann.
Bei einigen thermoplastischen Kunststoffen, insbesondere den Polyolefinen, Polystyrol und Polyamiden, war es jedoch bisher schwierig, eine Lasermarkierung in ausreichender Schärfe, Lesbarkeit und mit gutem Kontrast zu erzielen. Werden Laser mit geringen Energien verwendet, kommt es entweder zu keiner Beschriftung oder nur zu einer Beschriftung mit schlechtem Kontrast. Werden Laser mit entsprechend höheren Energien ver­ wendet, erfolgt im allgemeinen eine Zersetzung des polymeren Materials, was zu einer Schwarzfärbung führt. Insbesondere die Beschriftung von Folien bereitet große Schwierigkeiten, da hier bei Anwendung von Laserstrahlung mit hohen Energien eine unerwünschte Verkohlung der Folie eintritt, die bis zur Zerstörung der Folie in den bestrahlten Bereichen führen kann.
Somit sind Polyolefine mit den üblichen Laserbeschriftungssy­ stemen für Kunststoffe nicht oder nur unzureichend beschrift­ bar, da sie einerseits die Wellenlänge des Laserlichts in be­ stimmten Bereichen nicht absorbieren und andererseits die notwendige Schärfe der Markierung durch Lichtstreuung nicht erreicht wird. Dieser Nachteil führt dazu, daß Polyolefine, die aufgrund ihres Aussehens und ihrer Eigenschaften hervor­ ragend für Verpackungszwecke geeignet sind, nur unzureichend mit Lasertechniken beschriftet werden können. Der Grund hier­ für ist, daß die Polyolefinmatrix Laserstrahlen in den typi­ schen Wellenlängen von verwendeten Standardlasern wie 284, 351, 532, 1064 nm nicht oder nur wenig absorbiert. Bei ande­ ren Polymeren, die stärker absorbieren, wird bei diesen Wel­ lenlängen eine thermische Schädigung des Polymers erzeugt, wodurch es zu einer Gravur und zu einer Schwarzfärbung des Materials kommt. Die nachfolgenden Beschriftungsverfahren ba­ sieren im wesentlichen auf diesem Effekt.
Die DE A1 39 17 294.5 beschreibt mit Laserlicht beschriftbare Polyolefine. Diese Materialien enthalten als Zuschlagstoff 0,2 bis 4,5 Gew% Kupfer(II)-hydroxidphosphat oder 0,2 bis 2,5 Gew% Molybdän(VI)-oxid. Als Laser wird bevorzugt ein Neodym- YAG-Laser bei einer Wellenlänge von 1064 nm oder ein Excimer- Laser bei Wellenlängen von 308 oder 351 nm verwendet. Mit diesem Verfahren werden auf polymeren Spritzgußteilen schwar­ ze Beschriftungen mit gutem Kontrast erzielt.
Die DE A1 41 36 994 beschreibt thermoplastische Formmassen mit lasersensitiver Pigmentierung, die als Zusatzstoff 0,001 bis 0,199 Gew% Kupfer(II)-hydroxidphosphat enthalten. Dabei werden als Thermoplasten unter anderem auch Polyolefine ein­ gesetzt. Die Laserbeschriftung erfolgt mit Hilfe eines Neo­ dym-YAG-Festkörperlasers mit einer Wellenlänge von 1060 nm. Man erhielt auf Formkörpern aus Polypropylen eine schwarze Beschriftung.
Die EP-B1 0 190 997 beschreibt ein Verfahren zur Laserbe­ schriftung pigmentierter farbiger Polyolefine. Hierbei werden Kunststoffe wie Polyethylen und Polypropylen zunächst mit an­ organischen oder organischen Pigmenten oder polymer-löslichen Farbstoffen eingefärbt, wobei diese Farbmittel bevorzugt im nahen UV- und/oder sichtbaren oder nahen IR- Bereich absor­ bieren. Anschließend werden diese thermoplastischen Formma­ ssen mit Laserstrahlung beschriftet, wobei das Laserlicht ei­ ne Wellenlänge im UV-Bereich (0,25 und 0,38 µm) und/oder im sichtbaren Bereich und/oder im IR-Bereich (0,78 und 2 µm) be­ sitzt. Mit dem Verfahren werden bei Polyolefinen schwarze Be­ schriftungen erzeugt.
EP-A1 0 111 357 beschreibt ein Verfahren zur Laserbeschrif­ tung von Formkörpern aus Polyolefinen durch Bestrahlung mit einem TEA-CO₂-Laser. Die Intensität des Laserpulses beträgt 333 kW/cm². Das Polyolefin enthält als Zusatzstoff Calciumme­ tasilikate, Aluminiumsilikat oder Kaolin. Mit dem Verfahren wird eine schwarze Beschriftung erzielt.
Aus "Kunststoffe 79 (1989), 11" ist ein Verfahren zur Laserbe­ schriftung von Polyolefinfolien bekannt, das eine schwarze Markierung ergibt. Dabei wird den Polyolefinen als Zusatz­ stoff etwa 0,1 Gew% eines Glimmerpigmentes zugegeben, das un­ ter der Bezeichnung Iriodin® ( Hersteller: Merck, Darmstadt) im Handel erhältlich ist. Die flachen Glimmerplättchen werden mit einer dünnen Schicht eines Metalloxids mit hoher Brech­ zahl beschichtet. Im Kunststoff sind die Pigmentplättchen parallel zur Oberfläche orientiert. Trifft ein Laserstrahl auf die Pigmentplättchen, so wird ein Teil des Lichts an den Pigmenten reflektiert, der übrige Teil transmittiert. Durch die Geometrie der Plättchen liegen der einfallende und der reflektierende Lichtstrahl dicht beieinander, so daß im Be­ reich des Laserlichtstrahls die zur Verfügung stehende Ener­ giedichte erhöht und eine Oberflächenschicht des Kunststoffs carbonisiert wird. Dies ergibt eine kontrastreiche schwarze Markierung.
Verfahren zur Laserbeschriftung von Polyolefinen mit denen eine gute weiße oder graue Beschriftung erzeugt wird sind bisher nur in geringem Maße bekannt. So wird beispielsweise in der DE 195 25 958.0 ein Verfahren zur Herstellung laserbe­ schrifteter Folien vorgeschlagen, wobei die Folien aus einem Polyolefin bestehen und 0,2 bis 10 Gew% eines Zusatzstoffes enthalten. Als Zusatzstoff wird ein Silikat oder Siliciumdi­ oxid mit einer Teilchengröße von 0, 01 bis 100 µm verwendet. Die so hergestellten Folien werden dann mit Laserstrahlung mit einer Energiedichte von 1 bis 10 J/cm² bestrahlt. Mit diesem Verfahren werden kontrastreiche weiße oder hellgraue Beschriftungen erzielt.
Die bisherigen Laserbeschriftungsverfahren aus dem Stand der Technik besitzen den Nachteil, daß sie die Oberflächen der mit Laser beschrifteten Folien verändern. Hierbei werden ver­ schiedene Effekte beobachtet. Es kann durch die Laserbestrah­ lung zu einem Aufschäumen des Materials kommen. Bei dem Ein­ satz von Laserstrahlen höherer Energien wird das Material an der Oberfläche abgetragen oder carbonisiert. Es entsteht eine Gravur an der Oberfläche der Folie.
In jedem Fall wird bei der Laserbeschriftung die glatte Ober­ fläche der Folie nachteilig verändert, und aus diesen Verän­ derungen ergeben sich zahlreiche Nachteile für die Verwendung der Folien. Zunächst kommt es durch die Aufschäumung oder durch die Gravur zu einer mechanischen Schwächung der Folie. Sie wird spröder und verliert ihre mechanischen Eigenschaf­ ten. Da es bei der Aufschäumung oder der Gravur der Oberflä­ che der Folie auch zu einer Aufrauhung kommt, entsteht an diesen Stellen eine Verschmutzungsneigung an der Folienober­ fläche, was dazu führt, daß die Beschriftungen mit der Zeit unleserlich werden und ihren Kontrast verlieren. Im Verpac­ kungsbereich besteht weiterhin der große Nachteil, daß sich in diese rauhe Oberflächenschicht auch Bakterien einnisten können, die insbesondere bei Verpackungen von Lebensmitteln unerwünscht sind.
Hinzu kommt, daß eine Beschriftung auf einer offenen rauhen Oberfläche keineswegs verschleißfest ist, sondern mit der Zeit abgetragen werden kann.
Das technische Problem der Erfindung war es daher, ein Ver­ fahren zur Laserbeschriftung von Folien zu entwickeln, bei dem die oben beschriebenen Nachteile nicht auftreten und ins­ besondere die Oberflächenschicht der Folie nicht verändert oder aufgerauht wird.
Dieses technische Problem wird gelöst durch ein Verfahren zur Laserbeschriftung von gefärbten oder ungefärbten Folien mit mindestens einer Deckschicht und einer Basisschicht, wobei die Folie durch die Deckschicht hindurch mit Laserstrahlung bestrahlt wird und die Deckschicht so gewählt wird, daß sie die verwendete Laserstrahlung nicht absorbiert und die Trä­ gerschicht laserbeschriftbar ausgerüstet ist. Mehrschichtige Folien sind aus dem Stand der Technik bekannt. Sie können verschiedenartig je nach Verwendungszweck ausgerüstet und durch Koextrusion hergestellt werden.
In bevorzugter Ausführungsform besteht die Deckschicht aus Polymerisaten oder Copolymerisaten des Polyethylens, Polypro­ pylens, Polybuten-1, Polyisobutylens, Poly-4-methylpenten-1, Polyacetylen oder Polyamid. Die Trägerschicht besteht in be­ vorzugter Weise aus einem Polyolefin und enthält 0,05 bis 10 Gew% eines Zusatzstoffes ausgewählt aus der Gruppe Silikate und Siliciumdioxid mit einer Teilchengröße von 0,01 bis 100 µm.
In besonders bevorzugter Ausführungsform wird der Zusatzstoff für die Basisschicht ausgewählt aus der Gruppe Siliciumdioxid in kristalliner oder amorpher Form, Glimmer, Feldspat, calci­ nierter Kaolin, Kaolin, Nephelinsyenit, Talkum, Calciumsili­ cathydrat, Kieselsäure, pyrogene oder gefällte Kieselsäure, Cristobalit, Diatomeenerde, Kieselgur, Mikro-Glaskugeln oder Gemische derselben.
Zur Laserbestrahlung wird in bevorzugter Weise ein Excimer- Laser, ein Neodym-YAG-Laser oder ein CO₂-Laser eingesetzt. Excimer-Laser besitzen Wellenlängen im UV-Bereich von 193 bis 351 nm, beispielsweise 196, 248, 308 und 351 nm. Neodym-YAG- Laser finden im sichtbaren und im nahen IR-Bereich Anwendung, beispielsweise bei Wellenlängen von 532 und 1064 nm. Als wei­ terer Laser, der im Infrarot-Bereich emittiert, ist der CO₂- Laser zu nennen. Dieser Laser emittiert beispielsweise im fernen IR-Bereich bei Wellenlängen von 10.600 nm bzw. 9.300 nm. Besonders bevorzugt ist der Einsatz von gepulsten Lasern mit Pulsdauern von 1 bis 1000 ns. Die verwendeten Energie­ dichten liegen bevorzugt zwischen 1 und 20 J/cm².
Zur Färbung der Folie werden in bevorzugter Weise anorgani­ sche oder organische Pigmente oder polymerlösliche Farbstoffe eingesetzt. Der Zusatzstoff für die Basisschicht kann weiter­ hin im Gemisch mit Polyolefin als Masterbatch eingesetzt wer­ den.
In bevorzugter Weise wird zur Laserbeschriftung ein CO₂-Laser bei Wellenlängen von 10.600 oder 9.300 nm eingesetzt. Die Fo­ lien können mit einer Energiedichte von 1 bis 10 J/cm², be­ vorzugt 1 bis 7 J/cm² bestrahlt werden.
Fig. 1 zeigt eine REM-Aufnahme des Querschnitts eines Spröd­ bruchs einer mehrschichtigen Folie, die nach dem erfindungs­ gemäßen Verfahren hergestellt wurde.
Die Fig. 2 zeigt eine REM-Aufnahme eines Sprödbruchs einer laserbeschrifteten Folie des Standes der Technik in Aufsicht.
Die Fig. 3 zeigt eine REM-Aufnahme des Querschnitts eines Sprödbruchs einer laserbeschrifteten Folie des Standes der Technik.
Als Polyolefine für die Trägerschicht werden bevorzugt solche verwendet, die sich von Alkenen mit 2 bis 10 C-Atomen ablei­ ten. Bevorzugt werden Homo- oder Copolymerisate des Ethylens, Propylens oder Butylens verwendet. Polyethylene können herge­ stellt werden nach dem Hoch-, Mittel- oder Niederdruckverfah­ ren. Weiterhin können Copolymerisate von Ethylen mit Phenyl­ estern, Acrylestern oder mit Propylen eingesetzt werden. In besonders bevorzugter Weise werden Polyethylen hoher Dichte oder lineares Polyethylen niedriger Dichte eingesetzt. Es können weiterhin auch Polyethylene eingesetzt werden, die üb­ liche Füllstoffe, Stabilisatoren, Antiblockmittel enthalten.
Ein weiteres Polyolefin das in bevorzugter Weise verwendet werden kann, ist Polypropylen, das beispielsweise nach dem Gasphasen-Verfahren unter Verwendung von Ziegler-Natta- Katalysatoren hergestellt werden kann. Weiterhin sind Copoly­ merisate des Propylens zu nennen, die beispielsweise aus Pro­ pylenhomopolymerisat und Polypropylencopolymerisat mit einpo­ lymerisiertem C₂ bis C₁₀-Alk-1-enen bestehen. Als einpolyme­ risierte C₂ bis C₁₀-Alkene werden beispielsweise Ethylen, Bu­ ten-1, Penten-1, Hexen-1 oder Octen-1 oder Gemische dieser verwendet. Bevorzugt sind Ethylen und Buten-1.
Die Herstellung dieser Propylencopolymerisate erfolgt durch Polymerisation mit Hilfe von Ziegler-Natta-Katalysatoren, vorzugsweise in der Gasphase mit den in der Technik gebräuch­ lichen Polymerisationsreaktoren. Allgemein sind Verfahren zur Herstellung von Polyolefinen bekannt und werden in "Ullmanns Enzyklopädie der technischen Chemie", 4. Auflage, Band 19, Seiten 167 bis 226, beschrieben.
Das zur Laserbeschriftung geeignete Polyolefin kann weiterhin übliche Zusatzstoffe oder Pigmente enthalten. Beispiele von anorganischen Pigmenten, die eine Verfärbung verursachen, sind Weißpigmente, wie Titanoxid, Zinkoxid, Antimontrioxid, Zinksulfid, Lithopone, basisches Bleikarbonat, basisches Bleisulfat oder basisches Bleisilicat, ferner Metalloxid, wie Eisenoxide, Chromoxide, Nickelantimontitanat, Chromantimonti­ tanat, Manganblau, Manganviolett, Kobaltblau, Kobaltchrom­ blau, Kobaltnickelgrau oder Ultramarinblau, Berlinerblau, Bleichromate, Bleisulfochromate, Molybdatorange, Molybdatrot, Metallsulfide, wie Cadmiumsulfid, Arsendisulfid, Antimontri­ sulfid oder Cadmiumsulfoselenide, Zirkoniumsilicate wie Zir­ koniumvanadiumblau und Zirkoniumpraseodymgelb, ferner Ruß oder Graphit in kleinen Konzentrationen.
Beispiele organischer Pigmente sind Azo-, Azomethin-, Methin- Anthrachinon-, Indanthron-, Pyranthron-, Flavonthron-, Benzanthron-, Phtalocyanin-, Perylen-, Dioxazin-, Thioindigo- Isoindolin-, Isoindolinon-, Chinacridon-, Pyrrolopyrrol- oder Chinophtalonpigmente sowie Metallkomplexe von Azo-, Azo­ methin- oder Methinfarbstoffen oder Metallsalzen von Azover­ bindungen.
Die Polyolefine können weiterhin auch Füllstoffe enthalten, wie Kaolin, Glimmer, Feldspate, Wollastonit, Aluminiumsili­ cat, Bariumsulfat, Calciumsulfat, Kreide, Calcit und Dolomit. Weiterhin können Lichtschutzmittel, Antioxidantien, Flamm­ schutzmittel, Hitzestabilisatoren, Glasfasern oder Verarbei­ tungsmittel, welche bei der Verarbeitung von Kunststoffen üb­ lich sind, eingesetzt werden.
Das Polyolefin für die Trägerschicht kann weiterhin auch als Konzentrat (Masterbatch) hergestellt werden. Es besitzt dann entsprechend höhere Zusätze des erfindungsgemäßen Zuschlag­ stoffes, die in für Masterbatch üblichen Bereichen von 20 bis 80 Gew% liegen. Dieses Masterbatch wird dann vor der Erzeu­ gung von Folien mit einem Polyolefin gemischt, so daß die notwendigen Konzentrationen des Zuschlagstoffes von 0,05 bis 10 Gew% in der Gesamtmenge erreicht werden.
Die Energiestrahlung des verwendeten Lasers liegt bevorzugt im Bereich einer Wellenlänge im fernen IR. In bevorzugter Weise liegt die Energiestrahlung des verwendeten Lasers bei einer Wellenlänge von 9.300 oder 10.600 nm. Es wird besonders bevorzugt ein Laser mit gepulstem Licht verwendet, wobei mit einer Energiedichte von 1 bis 10 J/cm², bevorzugt 2,5 bis 8 J/cm², bestrahlt wird. Die Bestrahlung des erfindungsgemäßen Polymermaterials erfolgt in bevorzugter Weise über ein opti­ sches System aus Spiegel, Maske und Linse.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren lassen sich hervorragende Beschriftungen insbesondere auf naturfarbenen Polyolefinmehr­ schichtfolien in weiß oder grau erzielen. Die Polyolefine in können jedoch auch eingefärbt sein mit verschiedenen üblichen Pigmenten oder Farbstoffen. Bei der Laserbeschriftung wird dann im allgemeinen eine Aufhellung des Farbstoffes erzielt, deren Aufhellungsgrad durch die Energiedichte der verwendeten Laserstrahlung beeinflußt werden kann.
Gegenüber bisherigen bekannten Laserbeschriftungsverfahren für Folien besitzt das erfindungsgemäße Verfahren den Vor­ teil, daß es bei der Bestrahlung durch die Deckschicht der mehrschichtigen Folie hindurch zu keiner Veränderung der Oberfläche der laserbeschrifteten Folie kommt und damit die eingangs erwähnten Nachteile der Verfahren des Standes der Technik vollständig vermieden werden. Die mit dem erfindungs­ gemäßen Verfahren hergestellten Beschriftungen sind erheblich verschleißfester und können ohne weiteres auch für Verpackun­ gen im Lebensmittelbereich eingesetzt werden, da es hierbei nicht zu einer Aufrauhung der Oberfläche der Folien kommt. Die erzielten Beschriftungen sind ferner kontrastreich, kan­ tenscharf, abriebfest und lösungsmittelfest.
Der Einsatz für das erfindungsgemäße Beschriftungsverfahren ist vorgesehen für Folienverpackungen aus Polyolefinen, ins­ besondere für Lebensmittelverpackungen, beispielsweise Foli­ en, die zur Fleischverpackung verwendet werden. Das erfin­ dungsgemäße Laserbeschriftungsverfahren kann beispielsweise auch an laufenden Abfüllstraßen im Abfülltakt z. B. Abpackda­ ten, Verfallsdaten, Barcodes und andere Daten aufdrucken. Da die erfindungsgemäßen Zuschlagsstoffe im sichtbaren Licht keinen farbgebenden Einfluß besitzen, können damit ausgerü­ stete Folien mit Farbmitteln beliebig überfärbt werden, wobei die Farbintensität über die Zugabe des Farbmittels leicht ab­ stufbar ist.
Die nachfolgenden Figuren zeigen laserbestrahlte Folien, die mit dem herkömmlichen Verfahren gemäß DE 195 25 958.0 be­ strahlt wurden und Folien, die mit dem erfindungsgemäßen Ver­ fahren bestrahlt wurden.
Fig. 1 zeigt eine REM-Aufnahme des Querschnitts eines Spröd­ bruchs einer mehrschichtigen Folie, die nach dem erfindungs­ gemäßen Verfahren hergestellt wurde. Auf der Aufnahme ist zu erkennen, daß die Oberflächen der Folie unverändert sind und lediglich im mittleren Teil, wo sich die laserbeschriftbare Basisschicht befindet, eine Aufschäumung zu erkennen ist.
Die Fig. 2 zeigt eine REM-Aufnahme eines Sprödbruchs einer laserbeschrifteten Folie des Standes der Technik in der Auf­ sicht. Die Fig. 3 zeigt eine REM-Aufnahme eines Sprödbruchs derselben Folie des Standes der Technik im Querschnitt. Hier ist deutlich zu erkennen, daß es an der Oberfläche der Schicht zu einer Aufschäumung und Aufrauhung kommt, so daß Schmutzpartikel oder Bakterien in die Folienoberfläche ein­ dringen können.
Die nachfolgenden Beispiele sollen die Erfindung näher erläu­ tern.
BEISPIELE Vergleichsbeispiel 1
Es wurde eine einschichtige Folie aus Polyethylen(Escorene® LD-100 BW auf einer Folien-Gießanlage der Firma Leistritz, Nürnberg hergestellt. Bei der Herstellung wurde als Zusatz­ stoff Cristobalitmehl in Form eines Masterbatches (50% Füll­ grad) homogen in der Folie verteilt. Die Beschriftung erfolg­ te mit einem CO₂-Laser, Typ Almark AL 861K der Firma Alltech GmbH δ Co KG, Lübeck bei einer Wellenlänge von 9300 nm. Ener­ giedichten von 3,5 J/cm² ergaben weiße deutliche Beschriftun­ gen. REM-Aufnahmen an einem Folienquerschnitt zeigen die Fig. 2 und 3 , wobei die Schrift als offenporige Schaum­ struktur auf der Folienoberfläche zu erkennen ist. Die Ober­ fläche ist aufgeschäumt und rauh.
Beispiel 1
Als Probekörper wurde aus Polyethylen (Escorene® LD-100 BW) eine Folie mit mindestens drei Schichten auf einer Mehr­ schichtfolien-Gießanlage der Firma Leistritz, Nürnberg herge­ stellt. Die Folie war wie folgt aufgebaut: obere und untere Deckschicht je 20 um stark ohne Zusatzstoff; in der mittleren Schicht, ebenfalls 20 um stark, wurde als Zusatzstoff 2% Cri­ stobalitmehl in Form eines Masterbatches (50% Füllgrad) homo­ gen verteilt. Die Beschriftung erfolgte mit dem CO₂-Laser ge­ mäß Vergleichsbeispiel 1. Die Energiedichte von 3,5 J/cm² er­ gab deutliche Beschriftungen. Die REM-Aufnahme des Folien­ querschnittes zeigt Fig. 1. Die Lage der Beschriftung als Schaumstruktur in der mittleren Schicht ist zu erkennen. Die beiden anderen Schichten, insbesondere die Oberfläche der Fo­ lien, waren nicht aufgeschäumt und nicht rauh.
Beispiel 2
Es wurde eine Folie wie in Beispiel 1 hergestellt. In die mittlere Schicht wurde als lasersensitives Additiv 0,5% eines oberflächenbehandelten Glimmers ( Iriodin 100® der Firma Merck, Darmstadt) eingearbeitet. Beschriftet wurde wie in Vergleichsbeispiel 1. Das Schriftbild ist in der mittleren Schicht ohne Aufschäumen der Oberfläche entstanden.

Claims (9)

1. Verfahren zur Laserbeschriftung von gefärbten oder unge­ färbten Folien mit mindestens einer Deckschicht und ei­ ner Basisschicht, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie durch die Deckschicht mit Laserstrahlung bestrahlt wird, wobei die Deckschicht so gewählt wird, daß sie die ver­ wendete Laserstrahlung nicht absorbiert und die Träger­ schicht laserbeschriftbar ausgerüstet ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, daß die Deckschicht aus Polymerisaten oder Copolymerisaten des Polyethylens, Polypropylens, Polybuten-1, Polyiso­ butylen, Poly-4-Methylpenten-1, Polyacetylen oder Polya­ mid besteht.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch ge­ kennzeichnet, daß die Trägerschicht aus einem Polyolefin und 0.05 bis 10 Gew% eines Zusatzstoffes ausgewählt aus der Gruppe Silikate und Siliciumdioxid mit einer Teil­ chengröße von 0,01 bis 100 µm besteht.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekenn­ zeichnet, daß der Zusatzstoff ausgewählt ist aus der Gruppe Siliciumdioxid in kristalliner oder amorpher Form, Glimmer, Feldspat, calcinierter Kaolin, Kaolin, Nephelinsyenit, Talkum, Calciumsilicathydrat, Kieselsäu­ re, pyrogene oder gefällte Kieselsäure, Cristobalit, Diatomeenerde, Kieselgur, Mikro-Glaskugeln oder Gemische derselben.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekenn­ zeichnet, daß zur Laserbestrahlung ein Excimer-Laser, Neodym-YAG-Laser oder CO₂-Laser eingesetzt wird.
6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekenn­ zeichnet, daß zur Färbung der Folie anorganische oder organische Pigmente oder polymerlösliche Farbstoffe ein­ gesetzt werden.
7. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekenn­ zeichnet, daß der Zusatzstoff für die Trägerschicht im Gemisch mit Polyolefin als Masterbatch eingesetzt wird.
8. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Folien mit einer Energiedichte von 1 bis 10 J/cm² bestrahlt werden.
9. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Energiestrahlung des Lasers eine Wel­ lenlänge von 10.600 nm oder 9.300 nm besitzt.
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