DE19642995C1 - Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von biege- oder torsionsbelasteten Trägern mit U- oder V-förmigem Profil - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von biege- oder torsionsbelasteten Trägern mit U- oder V-förmigem ProfilInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von biege- oder torsionsbe
lasteten Trägern mit U- oder V-förmigem Profil, insbesondere für Torsi
onsprofile von Verbundlenkerachsen oder Längsträger von Lkws, wobei ein
Materialstreifen vorgegebener Länge und Weite von einem Coilmaterial abge
schnitten und zum Träger geformt wird. Die Erfindung betrifft auch eine Vor
richtung zur Durchführung des Verfahrens.
Torsionsprofile von Verbundlenkerachsen und auch Längsträger von Lkws sind
hoch belastete Bauteile, deren Lebensdauer wesentlich durch Materialeigen
schaften im Bereich der Längskanten dieser Träger bestimmt werden. Da im
Bereich von geschnittenen Längskanten unvermeidlich Zugspannungen und
Mikrorisse vorhanden sind, die bei bestimmungsgemäßen Betrieb des Trägers
dessen Lebensdauer beeinträchtigen, werden in der Automobilindustrie aus
schließlich Materialstreifen mit sogenannten Naturwalzkanten verwendet. Na
turwalzkanten haben im Vergleich zu geschnittenen Kanten keine Zugspan
nungen und keine Mikrorisse im Bereich der Randfaser. Für die Praxis bedeutet
das, daß die Materialstreifen von einem Coilmaterial abgeschnitten werden,
dessen Breite der Breite des Materialstreifens entspricht. Derartiges, auf die
Breite des Materialstreifens abgestimmtes Coilmaterial ist teuer.
Aus der DE 33 43 709 A1 ist ein Verfahren zur Formung eines Rahmenteils zur
Verwendung in einem Kraftfahrzeug zur Aufnahme von darauf einwirkenden
Biegebeanspruchungen bekannt, wobei ein Metallblech gewalzt wird, um eine
Vertiefung auf einer Fläche des Metallbleches zu bilden, so daß man einen
verjüngten Abschnitt erhält, der sich in Längsrichtung des Metallbleches er
streckt.
In der DE-AS 10 77 992 ist ein gekröpfter, profilierter Längsträger für Fahr
zeugrahmen, insbesondere von Lastanhängern, beschrieben, der in der Weise
hergestellt wird, daß ein Ausgangswerkstück mit Ausschnitten versehen in die
gewünschte Form gebogen und an den Schnittstellen zusammengeschweißt
wird.
Bei beiden Vorveröffentlichungen werden jeweils Materialstreifen mit Natur
walzkanten verwendet. Außerdem ist eine gleichzeitige Biege- und Torsionsbe
lastung der aus Materialstreifen herzustellenden Träger nicht vorgesehen.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstel
lung von biege- und torsionsbelasteten Trägern aus Materialstreifen herzustel
len, die geschnittene Längskanten aufweisen und dennoch etwa die gleiche
Lebensdauer haben wie Träger aus Materialstreifen mit Naturwalzkanten.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß der Materialstreifen an seinen Längs
kanten geschnitten wird und wenigstens die Längskanten gestaucht werden,
um Druckeigenspannungen im Bereich der Längskanten zu erzeugen. Insbe
sondere können aus einem Coilmaterial großer Breite mehrere Materialstreifen
kleiner Breite geschnitten werden. Durch das Stauchen werden nicht nur die
Oberflächen der Schnittkanten geglättet und werden eventuell vorhandene Mi
krorisse kaltverschweißt, es werden im Bereich der Schnittkante auch Druckei
genspannungen erzeugt, die die Lebensdauer erhöhen. Die Druckeigenspan
nungen wirken darüber hinaus gleichsam als Bremse gegen das weitere Rei
ßen von nicht verschweißten Mikrorissen.
Als bevorzugte Ausführung der Erfindung sollen Längsrillen in einem Abstand
von ca. der halben Materialdicke zu den Längskanten eingepreßt werden. Die
Längsrillen begrenzen den Stauchbereich und dadurch den Bereich der indu
zierten Druckeigenspannungen. Sie können innenseitig und/oder außenseitig in
den Materialstreifen eingepreßt werden.
In der Praxis bewährt es sich, wenn die Längskanten im wesentlichen orthogo
nal zur Ebene des Materialstreifens oder der U- bzw. V-Schenkel des geform
ten Trägers gestaucht werden. Eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfah
rens ist mit Widerlagern mit zugeordnetem Niederhalter für den Materialstreifen
oder einen Schenkel des U- oder V-förmigen Trägers und einem Preßwerkzeug
zum Stauchen der Längskante des zwischen Widerlager und Niederhalter ein
gespannten Bauteils ausgerüstet. Insbesondere kann das Preßwerkzeug einen
langgestreckten Vorsprung zum Einpressen der Längsrille und davon ausge
hend eine langgestreckte Stauchfläche aufweisen, wobei das Preßwerkzeug im
wesentlichen orthogonal zur Ebene des eingespannten Bauteils bewegbar ist.
Damit das Material nicht nur orthogonal zur Ebene des eingespannten Bauteils,
sondern auch in der Ebene des eingespannten Bauteils gestaucht wird, sollte
die Stauchfläche einen langgestreckten Abschnitt aufweisen, der sich unter
einem Winkel zur Ebene des eingespannten Bauteils erstreckt. Dadurch wer
den auch die Kanten der geschnittenen Längskanten gebrochen.
Im folgenden wird ein in der Zeichnung dargestelltes Ausführungsbeispiel der
Erfindung erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 schematisch den Querschnitt eines V-förmigen Torsionsprofils für
eine Verbundlenkerachse,
Fig. 2 schematisch einen Schnitt durch eine Vorrichtung zur Herstellung
des Profils nach Fig. 1.
Ein in Fig. 1 wiedergegebenes Torsionsprofil 1 aus Stahl wird hergestellt aus
einem ebenen Materialstreifen, der aus Coilmaterial ausgeschnitten ist. Das
Coilmaterial kann so breit sein, daß mehrere Materialstreifen nebeneinander
aus dem Coilstreifen ausgeschnitten werden können. Ebenfalls sind Längs
kanten 2 des Torsionsprofils 1 geschnitten.
Vor oder nach dem Umformen des Materialstreifens zu dem dargestellten Tor
sionsprofil 1 werden die Längskanten 2 gestaucht. Dazu werden in den Materi
alstreifen mit kleinem Abstand von den Längskanten 2 Längsrillen 3 eingepreßt
und dabei oder danach die Längskanten 2 gestaucht. Die Längsrillen 3 können
innenseitig oder außenseitig am Torsionsprofil 1 eingepreßt werden. Der Ab
stand der Längsrillen 3 von den geschnittenen Längskanten 2 sollte etwa die
Hälfte der Dicke des Materialstreifens betragen. Durch das Stauchen werden
die Oberflächen der geschnittenen Längskanten 2 geglättet, werden eventuell
vorhandene Mikrorisse kalt verschweißt und werden Druckeigenspannungen im
Bereich der Längskanten 2 sowie Längsrillen 3 erzeugt, durch die die Lebens
dauer des Torsionsprofils 1 im Vergleich mit einem Torsionsprofil 1, dessen
Längskante nicht behandelt worden sind, wesentlich erhöht wird.
Zu der in Fig. 2 schematisch wiedergegebenen Vorrichtung gehört ein Wider
lager 4, zwischen dem und einem orthogonal dazu beweglichen Niederhalter 5
das Bauteil, bei der dargestellten Ausführung ein V-Schenkel, des bereits aus
dem Materialstreifen geformten Torsionsprofils 1 so eingespannt wird, daß ein
an die geschnittene Längskante 2 anschließender Stauchbereich 7 vom Nie
derhalter 5 freibleibt. Zur Vorrichtung gehört ferner ein Preßwerkzeug 8, das
orthogonal zur Ebene des eingespannten Bauteils bewegbar ist. Das Preß
werkzeug 8 weist einen langgestreckten Vorsprung 9 zum Einpressen der
Längsrille 3 und eine vom Vorsprung 9 ausgehende langgestreckte Stauchflä
che 10 auf, zu der auch ein langgestreckter Abschnitt 11 gehört, der sich unter
einem Winkel zur Ebene des eingespannten Bauteils erstreckt.
Wird das Preßwerkzeug 8 gegen den freiliegenden, an die geschnittene Längs
kante 2 anschließenden Abschnitt des eingespannten Bauteils bewegt, wird
einerseits die Längsrille 3 eingepreßt und andererseits der freiliegende Ab
schnitt gestaucht, wobei gleichzeitig Kanten der geschnittenen Längskanten 2
gebrochen werden.
Claims (8)
1. Verfahren zum Herstellen von biege- oder torsionsbelasteten Trägern mit U-
oder V-förmigem Profil, insbesondere für Torsionsprofile von Verbundlen
kerachsen oder Längsträgern von Lkws, wobei ein Materialstreifen vorgege
bener Länge und Breite von einem Coilmaterial abgeschnitten und zum Trä
ger geformt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Materialstreifen an sei
nen Längskanten (2) geschnitten wird und wenigstens die Längskanten (2)
gestaucht werden, um Druckeigenspannungen im Bereich der Längskanten
(2) zu erzeugen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß aus einem
Coilmaterial großer Breite mehrere Materialstreifen kleiner Breite geschnitten
werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in den
Materialstreifen mit kleinem Abstand von den Längskanten (2) Längsrillen (3)
eingepreßt werden und dabei oder danach die Längskanten (2) gestaucht
werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Längsrillen (3) in einem Abstand von ca. der halben Materialdicke zu
den Längskanten (2) eingepreßt werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Längskanten (2) im wesentlichen aus orthogonal zur Ebene des
Materialstreifens oder der U- bzw. V-Schenkel des geformten Trägers ge
staucht werden.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1
bis 5 mit einem Widerlager (4) mit zugeordnetem Niederhalter (5) für den
Materialstreifen oder einen Schenkel (6) des U- oder V-förmigen Trägers und
mit einem Preßwerkzeug (8) zum Stauchen der Längskante (2) des zwi
schen Widerlager (4) und Niederhalter (5) eingespannten Bauteils.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, wobei das Preßwerkzeug (8) einen langge
streckten Vorsprung (9) zum Einpressen der Längsrillen (3) und davon aus
gehend eine langgestreckte Stauchfläche (10) aufweist, wobei das Preß
werkzeug (8) im wesentlichen orthogonal zur Ebene des eingespannten
Bauteils bewegbar ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, wobei die Stauchfläche (10) einen
langgestreckten Abschnitt (11) aufweist, der sich unter einem Winkel zur
Ebene des eingespannten Bauteils erstreckt.
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