DE19649922A1 - Verfahren und Vorrichtung zur Wärmebehandlung von feinkörnigem Gut - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Wärmebehandlung von feinkörnigem Gut

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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren (entsprechend dem Oberbegriff des Anspruches 1) sowie eine Vorrichtung (entsprechend dem Oberbegriff des Anspruches 7) zur Wärmebehandlung von feinkörnigem Gut, insbesondere zur Herstellung von Zementklinker aus Zementrohmehl.
Verfahren und Vorrichtungen der vorausgesetzten Art sind aus der Praxis in verschiedenen Ausführungsarten bekannt, beispielsweise aus DE-A-38 17 357 sowie aus der Firmenzeitschrift "POLYSIUS TEILT MIT" Nr. 171, 1992, Seiten 8 und 9 (Bilder 15 und 16).
Ein wesentlicher Gedanke bei diesen bekannten Ausfüh­ rungen betrifft die Betriebsweise und Ausbildung der Calcinierzone in der Weise, daß - auch in Verbindung mit langsam reagierenden bzw. schwer brennbaren Brenn­ stoffen - neben einer möglichst weitgehenden Calcinie­ rung des vorgewärmten Gutes eine deutliche Minderung der in den Ofenabgasen enthaltenen Stickoxide (NOx) herbeigeführt werden kann. Zu diesem Zweck wird dem Re­ aktionsraum innerhalb der Calcinationszone eine solche Tertiärluftmenge zugeführt, daß in ihm eine re­ duzierende Atmosphäre aufrechterhalten wird. Des weite­ ren wird das aus der zweituntersten Zyklonstufe des Zy­ klonvorwärmers kommende, vorgewärmte Gut in wenigstens zwei Teilmengen aufgeteilt, von denen eine erste Teil­ menge im unteren Bereich und eine zweite Teilmenge in den oberen Bereich dieses Reaktionsraumes eingegeben wird, um die Reaktionstemperatur im Reaktionsraum auf eine gewünschte Temperatur einzustellen, die im allge­ meinen etwas höher ist als die übliche Calciniertem­ peratur. Besonders die zuvor erwähnte Aufteilung des vorgewärmten Gutes führt vielfach zu baulichen Proble­ men, die sich besonders deutlich bei nachträglichen Um­ bauten solcher Wärmebehandlungsvorrichtungen nachteilig auswirken.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 und eine Vor­ richtung nach dem Oberbegriff des Anspruches 7 derart weiterzuentwickeln, daß bei guter Einstellbarkeit der Reaktionstemperatur im Reaktionsraum eine sehr weitge­ hende Reduzierung der Stickoxide (NOx) auch bei relativ einfacher und raumsparender Bauweise gewährleistet wer­ den kann.
Diese Aufgabe wird zum einen (verfahrensmäßig) durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1 und zum andern (hinsichtlich der Vorrichtung) durch die kenn­ zeichnenden Merkmale des Anspruches 7 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Ein wesentlicher Gedanke dieses erfindungsgemäßen Ver­ fahrens besteht darin, das vorgewärmte Gut aus der zweituntersten Vorwärmstufe im wesentlichen vollständig in den unteren Bereich des Reaktionsraumes einzuleiten, während das vorgewärmte Gut aus der drittuntersten Vor­ wärmstufe in wenigstens zwei Teilmengen aufgeteilt wird, von denen eine erste Gutteilmenge in die zweitun­ terste Stufe der Vorwärmzone und eine zweite Gutteil­ menge in den oberen Bereich des Reaktionsraumes einge­ geben wird. Die Mengenanteile dieser beiden Gut­ teilmengen sind in geeigneter Weise einstellbar. Die aus der zweituntersten Vorwärmstufe in die Calcinati­ onszone eingeleitete Gutmenge ist um die aus der dritt­ untersten Vorwärmstufe in die Calcinationszone einge­ führte Gutmenge gemindert. Das führt zu einer entspre­ chenden Temperaturerhöhung und somit zu der beabsich­ tigten Temperatureinstellung im Reaktionsraum.
Da somit das vorgewärmte Gut aus der zweituntersten Vorwärmstufe nur dem unteren Bereich des Reaktionsrau­ mes zugeführt wird, bestehen bei der konstruktiven Ge­ staltung herkömmlicher Vorwärmzonen, insbesondere in Form von Zyklonvorwärmern, in der Regel keinerlei Schwierigkeiten, den Gutauslauf bzw. die Gutausläufe der zweituntersten Vorwärmstufe mit dem unteren Bereich des Reaktionsraumes durch eine entsprechende Gutschurre bzw. Gutleitung mit einer ausreichenden Neigung zu verbinden, die ein ungehindertes Abfließen und Vertei­ len des vorgewärmten Gutes in den Reaktionsraum gewähr­ leistet. In den oberen Bereich des Reaktionsraumes wird dagegen lediglich eine zweite Gutteilmenge des aus der nächsthöheren Vorwärmstufe, also aus der drittuntersten Vorwärmstufe kommenden, vorgewärmten Gutes eingeleitet. Die Höhenlage dieser drittuntersten Stufe der Vorwärm­ zone gegenüber der Höhenlage des Reaktionsraumes stellt somit sicher, daß auch der in den oberen Bereich des Reaktionsraumes einzuleitende Anteil des vorgewärmten Gutes zuverlässig, d. h. ohne irgendwelche Fließprobleme - über eine geeignete Rutsche oder Leitung - sowie un­ ter Ausnutzung der kinetischen Fallenergie des Gutes an dieser Stelle im Reaktionsraum dispergiert werden kann, was zu einer relativ raumsparenden Bauweise im Bereich der Vorwärmzone und Calcinationszone führt, und zwar nicht nur bei neuen Vorrichtungen, sondern auch bei um­ zubauenden, bereits existierenden Vorrichtungen.
Da bei diesem erfindungsgemäßen Verfahren in den oberen Bereich des Reaktionsraumes nur ein entsprechend ein­ stellbarer Anteil des in der drittuntersten Vorwärm­ stufe vorgewärmten Gutes eingegeben wird, das noch nicht so hoch vorgewärmt ist wie das der zweituntersten Vorwärmstufe, ergeben sich in verfahrenstechnischer Hinsicht noch besondere Vorteile in bezug auf eine be­ sonders gute Einstellbarkeit der im Reaktionsraum ge­ wünschten bzw. erforderlichen Reaktionstemperatur.
Die in dem Reaktionsraum aufrechtzuerhaltende reduzie­ rende Atmosphäre kann vor allem dadurch gesteuert wer­ den, daß zumindest in den unteren Bereich des Reakti­ onsraumes Tertiärluft eingeleitet wird, die mit zuge­ führtem Brennstoff entsprechend reagiert und zweckmäßig in ihrer Menge eingestellt werden kann. Auf diese Weise kann - in Anpassung an die jeweilige Ausbildung der Calcinationszone bzw. an den jeweiligen Calcinatortyp - zuverlässig für eine sehr weitreichende Reduzierung der Stickoxide in den Ofenabgasen gesorgt werden.
Bei diesem erfindungsgemäßen Verfahren wird es ferner als vorteilhaft angesehen, wenn die aus der drittunter­ sten Vorwärmstufe in den oberen Bereich des Reaktions­ raumes eingegebene zweite Gutteilmenge so groß bemessen wird, daß die Reaktionstemperatur in diesem Reaktions­ raum in einem Bereich von etwa 900 bis 1.000°C einge­ stellt werden kann. Die Reaktortemperatur läßt sich so­ mit in optimaler Weise an die gewünschte bzw. notwen­ dige Verminderung des NOx-Gehalts in den Ofenabgasen anpassen.
Dabei hat es sich ferner als vorteilhaft erwiesen, die in den oberen Bereich des Reaktionsraumes einzugebende zweite Gutteilmenge aus der drittuntersten Vorwärmstufe in einem Bereich etwa 20 bis 40%, vorzugsweise in einer Größenordnung von etwa 30%, zu wählen und die erste Gutteilmenge als Hauptmenge insgesamt in die zweitun­ terste Vorwärmstufe einzuführen.
Gemäß einer bevorzugten ersten Ausführungsform des er­ findungsgemäßen Verfahrens wird zweckmäßig so vorgegan­ gen, daß - jeweils in Strömungsrichtung der Brennzo­ nen-Abgase (Ofenabgase) betrachtet - ein einstellbarer erster Teilstrom der Tertiärluft ebenfalls in den unte­ ren Bereich des Reaktionsraumes sowie nach (oberhalb) einer Brennstoffzuführung und ein einstellbarer zweiter Teilstrom dieser Tertiärluft als Oberluft in den oberen Bereich des Reaktionsraumes sowie etwa in Höhe der Ein­ führstelle der ersten Gutteilmenge aus der drittunter­ sten Vorwärmstufe eingeleitet wird. Hier kann es auch besonders zweckmäßig sein, im Ofeneinlauf noch einen zusätzlichen Brenner (Ofeneinlaufbrenner) vorzusehen, mit dessen Hilfe im Ofeneinlauf eine reduzierende Atmo­ sphäre im Ofenabgas erzeugt und NOx aus der Hauptfeue­ rung abgebaut wird. Es kann auf diese Weise dann eine mehrfach gestufte Verbrennung des in die Cal­ cinationszone eingeführten Brennstoffes erzielt werden, wobei die Verbrennungsstufe in der Calcinationszone den genannten Reaktionsraum bildet, in dem eine unvollstän­ dige Verbrennung geschieht. Aus Gründen der Reaktions­ kinetik im Reaktionsraum hat es sich ferner als beson­ ders zweckmäßig erwiesen, wenn der Abstand der Einleitungsstelle des ersten Tertiärluft-Teilstromes und der Einleitungsstelle des zweiten Tertiärluft-Teil­ stromes (Oberluft) so groß bemessen wird, daß die Gasverweilzeit zwischen diesen beiden Einleitungsstel­ len, d. h. im eigentlichen Reaktionsraum, im Bereich von etwa 1 s liegt, wodurch dann auch die Bauhöhe des Reaktionsraumes bei einer vorgegebenen, einzuhaltenden Gastransportgeschwindigkeit festgelegt ist.
Gemäß einer anderen vorteilhaften Anwendung des er­ findungsmäßigen Verfahrens kann es mitunter auch vor­ teilhaft sein, im Reaktionsraum in die ihn durchströ­ menden Abgase Ammoniak (NH3), eine Ammoniak-Lösung oder ein entsprechend wirksames Additiv zwecks NOx-Minderung einzudüsen. Dabei wird ohne zusätzliche Zufuhr von sog. Oberluft (wie oben erwähnt) gearbeitet. Mit der Justie­ rung der Gutmengen wird der für den sogenannten SNCR-Prozeß (= selective non-catalytic reaction) vorteil­ hafte Temperaturbereich im Reaktionsraum eingestellt.
Selbst wenn bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ein ge­ ringfügig höherer Wärmeverbrauch auftreten kann, dann wird der zum einen durch eine deutlich effektivere NOx-Minderung in den Ofenabgasen mehr als ausgeglichen, und zum andern ergeben sich noch die bereits weiter oben erwähnten baulichen Vorteile. Dieses erfindungsgemäße Verfahren kann darüber hinaus auch besonders optimal betrieben werden, wenn in der Calcinationszone äußerst schwer brennbare Brennstoffe eingesetzt werden, wie z. B. Graphit, Petrol-Koks vom Typ Fluid und dgl., wobei die relativ höhere Reaktionstemperatur einen vollstän­ digen Ausbrand dieser Brennstoffe unterstützt.
Die Erfindung sei nachfolgend anhand der Zeichnung (mit einer einzigen Figur) weiter erläutert, in der rein schematisch ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Wärmebehandlung von körnigem Gut, insbesondere zur Herstellung von Zementklinker aus Zementrohmaterial ganz schematisch veranschaulicht ist.
Die in der Zeichnung veranschaulichte Wärmebehandlungs­ vorrichtung enthält als Vorwärmzone für das feinkörnige Gut einen in an sich bekannter Weise ausgebildeten, von heißen Gasen von unten nach oben durchströmten Zyklon­ vorwärmer 1 mit mehreren im wesentlichen übereinander angeordneten Zyklonstufen, von denen in der Zeichnung der Einfachheit halber lediglich die unterste Zyklon­ stufe 1a, die zweitunterste Zyklonstufe 1b und die drittunterste Zyklonstufe 1c veranschaulicht sind, bei denen es sich - wie an sich bekannt - um jeweils wenig­ stens einen Zyklonabscheider (Zyklonwärmetauscher) han­ deln kann. Dieser Zyklonvorwärmer 1 kann je nach Bedarf beispielsweise vier, fünf oder sechs, im wesentlichen übereinander angeordnete Zyklonstufen enthalten.
Zum Fertigbrennen des vorerhitzten Gutes ist ein Brenn­ ofen in Form eines Drehrohrofens 2 vorgesehen, dem - in Gutfließrichtung - ein Kühler (Kühlzone) 3 zum Ab­ kühlen des gebrannten Gutes, also des Zementklinkers nachgeordnet ist.
In dieser Zeichnung symbolisieren durchgehend darge­ stellte Pfeile die Fließrichtung des zu behandelnden Gutes, während gestrichelte Pfeile allgemein die Gas­ ströme und ihre Strömungsrichtung andeuten.
Ein wichtiger Abschnitt in dieser erfindungsgemäßen Vorrichtung ist ferner eine Calcinationszone 4, die zwischen dem Drehrohrofen 2 und dem Zyklonvorwärmer 1 angeordnet ist und u. a. von den heißen Abgasen des Drehrohrofens 2 - entsprechend den gestrichelten Pfei­ len - durchströmt wird. Im veranschaulichten Ausfüh­ rungsbeispiel wird die Calcinationszone 4 zumindest von einer den Drehrohrofeneinlauf 2a mit der untersten Vor­ wärmer-Zyklonstufe 1a verbindenden Ofenabgasleitung 5 gebildet, wobei das dem Drehrohrofen 2 entgegengesetzte Ende 5a der Ofenabgasleitung in diese unterste Vorwär­ mer-Zyklonstufe 1a einmündet, so daß letztere gleich­ zeitig auch noch einen Teil der Vorcalcinationszone 4 bilden kann.
Ein im wesentlichen vertikal verlaufender, unterer er­ ster Teilabschnitt der Ofenabgasleitung 5, also gewis­ sermaßen eine erste untere Teilzone der Calcinations­ zone 4 oberhalb des Ofeneinlaufs 2a ist als Reaktions­ raum 6 ausgebildet. Etwa an diesem Teilabschnitt der Ofenabgasleitung 5 ist eine erwärmte Kühlerabluft als Tertiärluft heranführende Tertiärluftleitung 7 ange­ schlossen. Diese Tertiärluftleitung 7 ist im vorliegen­ den Beispiel in zwei mit Mengeneinstellorganen 8 verse­ hene Tertiärluft-Teilleitungen 7a, 7b unterteilt, von denen die erste Tertiärluft-Teilleitung 7a an den unte­ ren Endbereich 6a des Reaktionsraumes 6, und zwar - in Strömungsrichtung (gestrichelte Pfeile) der Ofenabgase betrachtet - hinter einer unteren Brennstoffzufüh­ rung 9 für die Calcinationszone 4, während die zweite Tertiärluft-Teilleitung 7b an den oberen Endbereich 6b dieses Reaktionsraumes 6 angeschlossen ist, gegebenen­ falls oberhalb einer zweiten Brennstoffzuführung 9a zur Calcinationszone 4.
Der vertikale Abstand A zwischen den beiden zuvor defi­ nierten Tertiärluft-Anschlußstellen bestimmt die Länge des Reaktionsraumes 6, wobei dies vorzugsweise derart geschieht, daß die Gasverweilzeit im Reaktionsraum 6 in einem Bereich von etwa 1 s eingestellt wird. Hierbei ist es wichtig, daß im Reaktionsraum 6 - wie bereits weiter oben im Zusammenhang mit der Erläuterung des er­ findungsgemäßen Verfahrens erwähnt - eine reduzierende Atmosphäre zur Minderung des NOx-Gehalts in den Abgasen des Drehrohrofens aufrechterhalten wird.
Diesem Reaktionsraum 6 wird jedoch nicht nur Tertiär­ luft zugeführt, sondern auch vorgewärmtes Gut aus dem Zyklonvorwärmer 1. Dies geschieht in der Weise, daß das vorgewärmte Gut aus der zweituntersten Zyklonstufe 1b des Zyklonvorwärmers 1 im wesentlichen vollständig über eine Gutleitung 10, die an den unteren Endbereich 6a des Reaktionsraumes 6 angeschlossen ist, in diesen un­ teren Bereich des Reaktionsraumes 6 eingeleitet wird. Das vorgewärmte Gut aus der drittuntersten Zyklonstufe 1c des Zyklonvorwärmers 1 wird dagegen durch eine Gut­ aufteileinrichtung 11 an sich bekannter Ausführung (mit wenigstens zwei Teilleitungsanschlüssen zum einstell­ baren Aufteilen des Gutes) in wenigstens zwei Teilmen­ gen aufgeteilt, von denen die erste Gutteilmenge über eine erste Gutteilleitung 12a in die zweitunterste Zy­ klonstufe 1b und eine zweite Gutteilmenge über eine zweite Gutteilleitung 12b in den oberen Endbereich 6b des Reaktionsraumes 6 eingegeben wird. Die drittunter­ ste Zyklonstufe 1c des Zyklonvorwärmers 1 ist somit über die Gutaufteileinrichtung 11 und die Gutteillei­ tungen 12a und 12b einerseits mit der zweituntersten Zyklonstufe 1b und über die zweite Gutteilleitung 12b mit dem oberen Endbereich 6b des Reaktionsraumes 6 ver­ bunden.
Wie in der Zeichnung zu erkennen ist, sind die ver­ schiedenen Zuführungen im oberen Endbereich 6b des Re­ aktionsraumes 6 zweckmäßig so gewählt, daß die als Oberluftzuführung dienende zweite Tertiärluft-Teillei­ tung 7b in Höhe der Anschlußstelle der zuvor erwähnten zweiten Gutteilleitung 12b an den oberen Endbereich 6b des Reaktionsraumes 6 angeschlossen ist.
Durch die erfindungsgemäße Aufteilung und Einleitung der vorgewärmten Gutmengen aus verschiedenen Stufen, nämlich der zweituntersten und der drittuntersten Zy­ klonstufe 1b bzw. 1c des Zyklonvorwärmers 1 wird somit zum einen eine optimale Einstellbarkeit für die Reakti­ onstemperatur im Reaktionsraum 6 geschaffen, und zum andern ist es unschwer zu erkennen, daß die Aufteilung des vorgewärmten Gutes aus der drittuntersten Zyklon­ stufe 1c bei sehr einfacher Durchführbarkeit besondere bauliche Vorteile insofern schafft, daß die zum oberen Endbereich 6b des Reaktionsraumes 6 führende Gutteil­ leitung 12b stets eine ausreichend starke Neigung er­ halten kann, die selbst bei nachträglichen Umbauten be­ reits vorhandener Vorrichtungen ein zuverlässiges Flie­ ßen des darin weiterzuleitenden Gutes gewährleisten kann. Die Rohmehl- bzw. Gutzufuhr über die Gutteillei­ tung 12b erniedrigt automatisch die Gutmenge in den Leitungen 12a und 10. Dadurch wird die Temperatur im Reaktionsraum 6 entsprechend erhöht.
Bei dem in der Zeichnung veranschaulichten Ausführungs­ beispiel wird es ferner als Vorteil angesehen, wenn in der Ofenabgasleitung 5 in Gasströmungsrichtung (gestrichelte Pfeile) mit ausreichendem Abstand hinter dem Reaktionsraum 6 noch eine Umlenk- bzw. Mischkam­ mer 14 ausgebildet ist. Durch diese Ausbildung kann da­ für gesorgt werden, daß die in diesem hinteren Ab­ schnitt der Calcinationszone 4 strömenden Gase vor dem Eintritt in die unterste Zyklonstufe 1a noch besonders stark vermischt werden, um dadurch eine Nachreaktion von Kohlenmonoxid und unverbrannten Teilen (Partikeln) mit dem Sauerstoff in diesen Gasen herbeizuführen. Da­ bei kann - wie durch Leitungen angedeutet - ein Teil des mitgeführten Gutes entweder in die Calcinations­ zone 4 zurückgeführt oder auch bereits dem Drehrohr­ ofeneinlauf 2a zugeleitet werden.
Bei diesem erfindungsgemäßen Verfahren bzw. bei der zu­ vor erläuterten erfindungsgemäßen Vorrichtung kann es mitunter auch von Vorteil sein, unter Ausnützung des einstellbaren Temperaturbereiches in den Reaktionsraum zusätzlich Ammoniak (NH3), eine entsprechende Ammoniak-Lösung oder ein wirksames Additiv zwecks weiterer NOx-Minderung einzudüsen, wozu dann eine geeignete, an sich bekannte Einrichtung zum Eindüsen von NH3, einer NH3-Lösung oder eines Additivs in den Reaktionsraum 6 ange­ ordnet werden kann, ohne daß dies im einzelnen veran­ schaulicht zu werden braucht.
Beim Betrieb dieser erfindungsgemäßen Vorrichtung ent­ sprechend dem sogenannten SNCR-Prozess wird - wie wei­ ter oben bereits angedeutet - die die Oberluft zufüh­ rende Tertiärluft-Teilleitung 7b abgesperrt. Die Ver­ brennung des in die Calcinationszone eingeführten Brennstoffes erfolgt in oxidierender Atmosphäre. Die Zudosierung von NH3 oder ähnlichen Mitteln erfolgt nach der Brennstoff- und Tertiärluftzufuhr. Durch die Gut­ mengenaufteilung (entsprechend den Leitungen 10 und 12b) wird das optimale Temperaturfenster für diesen SNCR-Prozeß eingestellt. Ein im Ofeneinlauf 2a angeord­ neter zusätzlicher Brenner (wie oben erwähnt) bleibt dabei in Betrieb. Da das aus dem Drehrohrofen 2 kom­ mende NOx damit teilweise reduziert wird, kann die Menge des zudosierten NH3 geringer gehalten werden, was zu einer Kostenreduzierung führt. CO und Unverbranntes aus dem Ofeneinlauf 2a werden in der oxidierenden Atmo­ sphäre der Feuerung in der Calcinationszone verbrannt. Die bereits weiter oben im Zuammenhang mit dem erfin­ dungsgemäßen Verfahren erläuterte Anordnung und Funk­ tion des Ofeneinlaufbrenners bringt somit bei der An­ wendung des sogenannten SNCR-Prozesses ebenfalls noch zusätzliche Vorteile.
Die Erläuterung der erfindungsgemäßen Wärmebehandlungs­ vorrichtung anhand der Zeichnung macht deutlich, daß diese Vorrichtung auch besonders gut für die Durchfüh­ rung des eingangs beschriebenen erfindungsgemäßen Ver­ fahrens geeignet ist.

Claims (10)

1. Verfahren zur Wärmebehandlung von feinkörnigem Gut, insbesondere zur Herstellung von Zementklinker aus Zementrohmehl, mit folgenden Verfahrensschritten:
  • a) Das Gut wird in einer mehrstufigen Vorwärm­ zone (1) mittels heißer Gase vorgewärmt,
  • b) danach wird das vorgewärmte Gut in einer von heißen Abgasen einer Brennzone (2) durchström­ ten, mit zusätzlichem Brennstoff versorgten Cal­ cinationszone (4) weiter erhitzt und zumindest weitgehend calciniert,
  • c) anschließend wird das so calcinierte Gut in der Brennzone fertiggebrannt und dann in einer Kühl­ zone (3) abgekühlt,
  • d) wobei erwärmte Abluft aus der Kühlzone als Ter­ tiärluft in die Calcinationszone eingeleitet und darin eine Teilzone als Reaktionsraum (6) be­ trieben wird, der mit vorgewärmtem Gut aus der zweituntersten Vorwärmstufe beschickt und in dem eine reduzierende Atmosphäre zur Minderung des Stickoxidgehalts in den Abgasen der Brennzone aufrechterhalten wird,
    gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
  • e) das vorgewärmte Gut aus der zweituntersten Vor­ wärmstufe (1b) wird im wesentlichen vollständig in den unteren Bereich (6a) des Reaktionsraumes (6) eingeleitet, während das vorgewärmte Gut aus der drittuntersten Vorwärmstufe (1c) in wenig­ stens zwei Teilmengen aufgeteilt wird, von denen eine erste Gutteilmenge in die zweitunterste Vorwärmstufe und eine zweite Gutteilmenge in den oberen Endbereich (6b) des Reaktionsraumes (6) eingegeben wird;
  • f) zumindest in den unteren Bereich (6a) des Reak­ tionsraumes (6) wird Tertiärluft eingeleitet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die aus der drittuntersten Vorwärmstufe (1c) in den oberen Bereich (6b) des Reaktionsraumes (6) ein­ gegebene zweite Gutteilmenge so groß bemessen wird, daß die Reaktionstemperatur in diesem Reaktionsraum im Bereich von etwa 900 bis 1.000°C eingestellt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die in den oberen Bereich (6b) des Reaktionsrau­ mes (6) einzugebende zweite Gutteilmenge aus der drittuntersten Vorwärmstufe (1c) in einem Bereich von etwa 20 bis 40%, vorzugsweise in einer Größen­ ordnung von etwa 30%, gewählt und die erste Gutteil­ menge als Hauptmenge insgesamt in die zweitunterste Vorwärmstufe (1b) eingeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß - jeweils in Strömungsrichtung der Brennzonen-Abgase betrachtet - ein einstellbarer erster Teil­ strom der Tertiärluft in den unteren Bereich (6a) des Reaktionsraumes (6) sowie nach einer Brennstoff­ zuführung (9) und ein einstellbarer zweiter Teil­ strom dieser Tertiärluft als Oberluft in den oberen Bereich (6b) des Reaktionsraumes (6) sowie etwa in Höhe der Einführstelle der zweiten Gutteilmenge aus der drittuntersten Vorwärmstufe eingeleitet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand (A) zwischen den Einleitungsstellen des ersten Tertiärluft-Teilstromes und der Einlei­ tungsstelle des zweiten Tertiärluft-Teilstromes (Oberluft) so groß bemessen wird, daß die Gasver­ weilzeit zwischen diesen beiden Einleitungsstellen im Bereich von etwa 1 s liegt.
6. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß in die den Reaktionsraum (6) durchströmenden Ab­ gase zusätzlich Ammoniak (NH3), eine Ammoniak-Lösung oder ein Additiv zur Stickoxid-Minderung eingedüst wird.
7. Vorrichtung zur Wärmebehandlung von feinkörnigem Gut, insbesondere zur Herstellung von Zementklinker aus Zementrohmehl, enthaltend
  • a) einen von heißen Gasen von unten nach oben durchströmten Zyklonvorwärmer (1) mit mehreren im wesentlichen übereinander angeordneten Zy­ klonstufen (1a, 1b, 1c) zum Vorwärmen des Gutes,
  • b) einen Brennofen (2) zum Fertigbrennen des vorer­ hitzten Gutes,
  • c) einen Kühler (3) zum Abkühlen des gebrannten Gutes,
  • d) eine zwischen dem Brennofen (2) und dem Zyklon­ vorwärmer (1) angeordnete, von den heißen Abga­ sen des Brennofens (2) durchströmte und mit we­ nigstens einer Brennstoffzuführung (9, 9a) ver­ sehene Calcinationszone (4), in der eine untere Teilzone als im wesentlichen vertikal verlaufen­ der Reaktionsraum (6) ausgebildet ist, in den einerseits eine erwärmte Kühlerabluft als Terti­ ärluft heranführende Tertiärluftleitung (7) und andererseits eine mit der zweituntersten Zyklon­ stufe (1b) des Vorwärmers (1) verbundene Gutlei­ tung (10) für vorgewärmtes Gut angeschlossen ist, wobei der Reaktionsraum mit einer reduzie­ renden Atmosphäre zur Minderung des Stickoxidge­ halts in den Abgasen des Brennofens betrieben wird,
    dadurch gekennzeichnet, daß
  • e) der drittuntersten Zyklonstufe (1c) des Zyklon­ vorwärmers (1) eine Gutaufteileinrichtung (11) mit wenigstens zwei Teilleitungsanschlüssen zum einstellbaren Aufteilen des darin vorgewärmten Gutes zugeordnet ist, die über eine erste Gut­ teilleitung (12a) mit der zweituntersten Zyklon­ stufe (1b) und über eine zweite Gutteilleitung (12b) mit dem oberen Endbereich (6b) des Reak­ tionsraumes (6) verbunden sind;
  • f) die zweitunterste Vorwärmstufe (1b) über ihre Gutleitung (10) an den unteren Endbereich (6a) des Reaktionsraumes (6) angeschlossen ist;
  • g) die Tertiärluftleitung (7) zumindest mit dem un­ teren Endbereich (6a) des Reaktionsraumes (6) oberhalb einer Brennstoffzuführung (9) verbunden ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Brennofen ein Drehrohrofen (1) ist, eine den Ofeneinlauf (2a) mit der untersten Zyklonstufe (1a) verbindende Ofenabgasleitung (5) wenigstens einen Teil der Calcinationszone (4) bildet und der Reakti­ onsraum (6) in einem im wesentlichen vertikal ver­ laufenden ersten Teilabschnitt der Ofenabgasleitung (5) ausgebildet und daß die Tertiärluftleitung (7) in zwei mit Mengeneinstellorganen (8) versehene Ter­ tiärluft-Teilleitungen (7a, 7b) unterteilt ist, von denen die erste Tertiärluft-Teilleitung (7a) eben­ falls in den unteren Endbereich (6a) des Reaktions­ raumes (6) und die zweite Tertiärluft-Teilleitung (7b) in den oberen Endbereich (6b) dieses Reaktions­ raumes (6) sowie oberhalb der Anschlußstelle der zweiten Gutteilleitung (12b) aus der drittuntersten Zyklonstufe (1c) angeschlossen ist, wobei der Ab­ stand (A) zwischen diesen beiden Tertiärluft-An­ schlußstellen die Länge des Reaktionsraumes derart bestimmt, daß die Gasverweilzeit im Reaktionsraum in einem Bereich von etwa 1 s eingestellt ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß in der Ofenabgasleitung (5) in Gasströmungsrich­ tung mit Abstand hinter dem Reaktionsraum (6) eine Mischkammer (14) ausgebildet ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 7 gekennzeichnet durch die Anordnung einer Einrichtung zum Eindüsen von Ammo­ niak (NH3) oder einer Ammoniak-Lösung in den Reakti­ onsraum (6).
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