DE19732059A1 - Farbwerk für eine Rotationsdruckmaschine - Google Patents
Farbwerk für eine RotationsdruckmaschineInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Farbwerk für eine
Rotationsdruckmaschine mit einer Farbe von einer Duktor
walze auf eine erste Übertragwalze übertragenden Heber
walze, die zwischen einer ersten Stellung, in der sie in
Kontakt mit der Duktorwalze ist, und einer zweiten Stel
lung, in der sie von der Duktorwalze abgehoben und in Kon
takt mit der ersten Übertragwalze ist, hin- und herbewegbar
ist, und mit einer farbübertragenden Verbindung zwischen
der ersten Übertragwalze und einer die Farbe auf einen
Plattenzylinder auftragenden Farbauftragwalze, wobei die
Duktorwalze mit relativ geringer Umfangsgeschwindigkeit und
der Plattenzylinder und die erste Übertragwalze mit relativ
hoher und gleicher Umfangsgeschwindigkeit motorisch ange
trieben werden.
Bei einem aus der EP 0 475 120 A1 bekannten Farbwerk der
angegebenen Art werden die Duktorwalze und die erste Über
tragwalze jeweils von einem eigenen unabhängigen Antrieb
angetrieben, und die zweite Übertragwalze wird gemeinsam
mit dem Plattenzylinder von einem weiteren unabhängigen
motorischen Antrieb angetrieben. Der von dem Antrieb des
Plattenzylinders getrennte, unabhängige Antrieb der ersten
Übertragwalze soll verhindern, daß der sogenannte Heber
schlag, der beim Auftreffen der sich relativ langsam bewe
genden Oberfläche der Heberwalze auf die sich schneller
bewegende Oberfläche der ersten Übertragwalze eine Dreh
schwingung verursacht, auf den sich drehenden Plattenzylin
der übertragen wird und dadurch die Übertragung des
eingefärbten Druckbildes von dem Plattenzylinder auf eine
zu bedruckende Bahn beeinträchtigt. Bei dein bekannten Farb
werk befinden sich die Oberflächen der ersten und der zwei
ten Übertragwalze unmittelbar aneinander in farbübertragen
dem Kontakt mit der Folge, daß trotz der voneinander unab
hängigen Antriebe der beiden Übertragwalzen durch den
Heberschlag verursachte starke Schwingungen übertragen wer
den und zu einer Beeinträchtigung des sich drehenden Plat
tenzylinders führen können. Um das Ausmaß der Drehschwin
gungen zu vermindern, ist daher bei dem bekannten Farbwerk
weiterhin vorgesehen, daß die Heberwalze von der ersten
Übertragwalze angetrieben wird und der Heberwalze zugleich
ein gesteuerter Schlupf in Bezug auf die erste Übertrag
walze zugestanden wird.
Nach einem weiteren Vorschlag derselben Schrift soll zwi
schen der ersten und der zweiten Übertragwalze eine
Schwingwalze vorgesehen sein, die mittels eines Schwenkrah
mens zwischen einer ersten Position, in der sie in
farbübertragenden Kontakt sowohl mit der ersten als auch
mit der zweiten Übertragwalze steht und einer zweiten Posi
tion, in der sie in Kontakt nur mit der ersten Übertrag
walze steht, hin und her bewegt werden kann. Dies erfordert
neben dem Schwenkrahmen selbst einen zusätzlichen Antrieb
für diesen Schwenkrahmen und eine Steuervorrichtung für die
Koordinierung der Schwenkbewegungen des Schwenkrahmens und
der Heberwalze.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem Farb
werk der eingangs genannten Art den Heberschlag und damit
von ihm ausgehende Drehschwingungen, die sich auf den Plat
tenzylinder übertragen können, ganz zu vermeiden.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß
die Heberwalze durch einen eigenen, vom Antrieb der Duktor
walze und vom Antrieb der ersten Übertragwalze unabhängigen
motorischen Antrieb antreibbar ist und ihre Umfangsge
schwindigkeit während ihrer Pendelbewegung zwischen Duktor
walze und erster Übertragwalze durch eine Steuerungsvor
richtung auf die Umfangsgeschwindigkeit der jeweils als
nächstes mit ihr in Kontakt kommenden Walze abbremsbar oder
beschleunigbar ist.
Auf diese Weise dreht sich die Heberwalze bereits mit der
Umfangsgeschwindigkeit der ersten Übertragwalze noch bevor
sie mit dieser in Berührung kommt, und es wird der soge
nannte Heberschlag vermieden, der auftritt, wenn die Heber
walze bei Berührung mit der ersten Übertragwalze stark
beschleunigt wer
den muß. Infolgedessen können auch keine von einem Heber
schlag hervorgerufenen Drehschwingungen auftreten, deren
Übertragung auf den Plattenzylinder zu verhindern wäre. Es
erübrigt sich somit auch ein vom Antrieb der zweiten Über
tragwalze und des Plattenzylinders unabhängiger Antrieb für
die erste Übertragwalze, es genügt vielmehr ein gemeinsamer
Antrieb für die beiden Übertragwalzen und den Plattenzylin
der.
Indem die Heberwalze jeweils abgebremst und beschleunigt
wird, während sie nicht in Kontakt mit entweder der Duktor
walze oder der ersten Übertragwalze ist, wird auch ihre
Gummibeschichtung geschont, d. h. deren Standzeit verlän
gert. Bei den vorbekannten Farbwerken wurde diese Gummi
beschichtung der Heberwalze stark beansprucht, wenn die
Heberwalze erst durch den Reibkontakt mit der Duktorwalze
oder der ersten Übertragwalze abgebremst bzw. beschleunigt
wurde.
Vorzugsweise ist die Heberwalze selbst als Hohlwellenmotor
bzw. Außenläufermotor mit steuerbarer Umdrehungszahl ausge
bildet.
Dazu kann ein auf seiner Außenseite die Gummibeschichtung
der Heberwalze tragender Hohlzylinder auf einer drehfest
angeordneten Achse drehbar gelagert sein, wobei im Innern
des Hohlzylinders auf der Achse die Statorwicklung des
Motors angeordnet sein kann und an der Innenwand des
Hohlzylinders die Polschuhe des Rotors vorgesehen sein kön
nen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbei
spiels näher erläutert, das in der Zeichnung dargestellt
ist. Es zeigen
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht eines Walzenfarb
werks einer Offset-Rotationsdruckmaschine und
Fig. 2 einen Längsschnitt durch eine erfindungsgemäß als
Hohlwellenmotor ausgeführte Heberwalze.
Bei dem in Fig. 1 dargestellten Walzenfarbwerk wird auf die
Oberfläche einer Duktorwalze 1 Farbe aus einem
Farbvorratsbehälter 2 in Form eines definierten Farbfilms
aufgetragen. Eine Heberwalze 3, die zwischen der Duktor
walze 1 und einer ersten Übertragwalze 4 hin- und herbeweg
bar ist, nimmt von der Duktorwalze 1 Farbe ab und überträgt
diese dosiert auf die Übertragwalze 4. Diese kann direkt in
Kontakt mit einer zweiten Übertragwalze stehen, oder es
können, wie dargestellt, z. B. drei Zwischenwalzen 5 die
Farbe von der Übertragwalze 4 auf eine zweite Übertragwalze
6 transportieren. Von dort gelangt die Farbe über weitere
Übertragwalzen 7 und 8 auf mehrere Farbauftragwalzen 9, die
die Farbe fein verteilt dem Plattenzylinder 10 zuführen, um
das auf ihm befindliche Druckbild einzufärben. Ein Gummi
tuchzylinder 11 überträgt das eingefärbte Druckbild auf
eine nicht dargestellte Druckbahn.
Dem Plattenzylinder 10 ist weiterhin ein Feuchtwerk mit
einem Feuchtmittelbehälter 12, einem Feuchtduktor 13, einer
Dosierwalze 14 und einer Feuchtauftragwalze 15 zum Auftra
gen eines Feuchtfilms zugeordnet.
Die Übertragwalzen 4, 6, 8 des Farbwerks sind als axial
hin- und herbewegbare Reibwalzen ausgebildet und werden
durch einen motorischen Antrieb mit der gleichen Umfangsge
schwindigkeit wie der Plattenzylinder 10 angetrieben. Die
Zwischenwalzen 5, die Übertragwalzen 7 und die Auftragwal
zen 9 sind frei drehbar gelagert. Ihr Antrieb erfolgt
jeweils durch Reibkontakt mit den drehend angetriebenen
Walzen 4, 6, 8 bzw. dem Plattenzylinder 10. Der Antrieb der
Duktorwalze 1 erfolgt über einen unabhängigen Antriebsmotor
und mit im Vergleich zu den Walzen 4, 6, 8 und dem Platten
zylinder 10 deutlich geringerer Umfangsgeschwindigkeit.
Die Heberwalze 3, die im Betrieb durch eine hin- und herge
hende Bewegung ihrer Drehachse in radialer Richtung entwe
der an die Duktorwalze 1 angestellt wird, um von dieser
Farbe aufzunehmen, oder mit der Übertragwalze 4 in Kontakt
gebracht wird, um Farbe auf diese zu übertragen, wird nach
der Erfindung durch einen eigenen motorischen Antrieb unab
hängig von der Duktorwalze 1 und der ersten Übertragwalze 4
angetrieben. Dabei ist ihre Umfangsgeschwindigkeit derart
steuerbar, daß sie während ihrer Pendelbewegung zwischen
Duktorwalze 1 und erster Übertragwalze 4 auf die Umfangsge
schwindigkeit der jeweils nächsten Kontaktwalze gebracht,
also beschleunigt oder abgebremst werden kann. Die Heber
walze 3 dreht sich infolgedessen bereits synchron mit ihrer
nächsten Kontaktwalze, noch bevor sie mit ihr in Berührung
kommt. Damit wird der sogenannte Heberschlag vermieden, der
bei bekannten Farbwerken infolge der Geschwindigkeitsände
rung auftritt, die die Heberwalze jedesmal erfährt, wenn
sie von der sich langsam drehenden Duktorwalze 1 ab- und an
die sich schneller drehende erste Übertragwalze 4 ange
stellt wird. Es können demzufolge auch keine Drehschwingun
gen mehr auftreten und auf den Plattenzylinder 10 übertra
gen werden.
Für den eigenen, unabhängigen Antrieb kann die Heberwalze 3
vorteilhaft als Hohlwellenmotor mit Außenläufer ausgebildet
sein. In Fig. 2 ist beispielhaft ein Längsschnitt durch
eine als Außenläufermotor ausgebildete Heberwalze 3 wieder
gegeben. Auf der drehfest angeordneten Achse 16 ist ein die
Heberwalze 3 bildender Hohlzylinder 17 drehbar gelagert,
der auf seiner Außenseite eine Gummibeschichtung 18 für die
Farbübertragung trägt. Im Innern des Hohlzylinders 17 ist
auf der feststehenden Achse 16 die Statorwicklung 19 des
Motors angeordnet, deren elektrische Anschlüsse 20 in der
Achse 16 herausgeführt sind. An der Innenwand des Hohlzy
linders 17 sind die Polschuhe 21 des Rotors vorgesehen.
Claims (3)
1. Farbwerk für eine Rotationsdruckmaschine mit einer
Farbe von einer Duktorwalze auf eine erste Übertrag
walze übertragenden Heberwalze, die zwischen einer
ersten Stellung, in der sie in Kontakt mit der Duktor
walze ist, und einer zweiten Stellung, in der sie von
der Duktorwalze abgehoben und in Kontakt mit der ersten
Übertragwalze ist, hin- und herbewegbar ist, und mit
einer farbübertragenden Verbindung zwischen der ersten
Übertragwalze und mindestens einer die Farbe auf einen
Plattenzylinder auftragenden Farbauftragwalze, wobei
die Duktorwalze mit relativ geringer Umfangsge
schwindigkeit und der Plattenzylinder und die erste
Übertragwalze mit relativ hoher, gleicher Umfangsge
schwindigkeit motorisch angetrieben werden, dadurch
gekennzeichnet, daß die Heberwalze (3) durch einen
eigenen, vom Antrieb der Duktorwalze (1) und vom
Antrieb der ersten Übertragwalze (4) unabhängigen moto
rischen Antrieb antreibbar ist und ihre Um
fangsgeschwindigkeit während ihrer Pendelbewegung zwi
schen Duktorwalze (1) und erster Übertragwalze (4)
durch eine Steuerungsvorrichtung auf die Umfangsge
schwindigkeit der jeweils als nächstes mit ihr in Kon
takt kommenden Walze (1 oder 4) abbremsbar oder
beschleunigbar ist.
2. Farbwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Heberwalze (3) als Hohlwellenmotor bzw. Außenläu
fermotor mit steuerbarer Umdrehungszahl ausgebildet
ist.
3. Farbwerk nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
ein auf seiner Außenseite die Gummibeschichtung (18)
der Heberwalze (3) tragender Hohlzylinder (17) auf
einer drehfest angeordneten Achse (16) drehbar gelagert
ist, daß im Innern des Hohlzylinders (17) auf der Achse
(16) die Statorwicklung (19) des Motors angeordnet ist
und an der Innenwand des Hohlzylinders (17) die Pol
schuhe (21) des Rotors vorgesehen sind.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1997132059 DE19732059C2 (de) | 1997-07-25 | 1997-07-25 | Farbwerk für eine Rotationsdruckmaschine |
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| DE19732059A1 true DE19732059A1 (de) | 1999-01-28 |
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Family
ID=7836888
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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Country Status (1)
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