DE19735024A1 - Bohrer für zusätzliche Rückseitenbearbeitung - Google Patents
Bohrer für zusätzliche RückseitenbearbeitungInfo
- Publication number
- DE19735024A1 DE19735024A1 DE1997135024 DE19735024A DE19735024A1 DE 19735024 A1 DE19735024 A1 DE 19735024A1 DE 1997135024 DE1997135024 DE 1997135024 DE 19735024 A DE19735024 A DE 19735024A DE 19735024 A1 DE19735024 A1 DE 19735024A1
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- drill
- cutting edge
- edge
- drilling
- cutting
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Granted
Links
- 238000005553 drilling Methods 0.000 claims abstract description 44
- 238000005520 cutting process Methods 0.000 claims description 62
- 238000003801 milling Methods 0.000 claims description 10
- 238000003754 machining Methods 0.000 claims description 4
- 230000007704 transition Effects 0.000 claims 2
- 239000005068 cooling lubricant Substances 0.000 claims 1
- 238000006073 displacement reaction Methods 0.000 claims 1
- 238000000034 method Methods 0.000 abstract description 6
- 238000007599 discharging Methods 0.000 description 4
- 230000003247 decreasing effect Effects 0.000 description 1
- 235000021395 porridge Nutrition 0.000 description 1
- 230000001846 repelling effect Effects 0.000 description 1
- 238000007493 shaping process Methods 0.000 description 1
- 230000000087 stabilizing effect Effects 0.000 description 1
Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B23—MACHINE TOOLS; METAL-WORKING NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- B23B—TURNING; BORING
- B23B51/00—Tools for drilling machines
- B23B51/08—Drills combined with tool parts or tools for performing additional working
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B23—MACHINE TOOLS; METAL-WORKING NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- B23B—TURNING; BORING
- B23B51/00—Tools for drilling machines
- B23B51/10—Bits for countersinking
- B23B51/102—Back spot-facing or chamfering
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- Drilling Tools (AREA)
Description
Die Erfindung betrifft einen Bohrer zum Bohren und anschließen
den Anfasen der rückseitigen Bohrungskante nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 oder wahlweise zum Bohren und einschneidig Auf
bohren im Rückzug nach Anspruch 2.
Werkzeuge zum Bohren und daran anschließend die Rückseite des
Loches Anfasen sind bekannt. Mit dem Bohrer wird zuerst
gebohrt, wobei die Drehachse der Schnittbewegung mit der Mit
tenachse des erzeugten zylindrischen Loches sowie der Mitten
achse des Bohrers (oder Bohrteilstücks) identisch sind. Nach
dem Durchbohren wird der seitlich eine Aussparung aufweisende
Bohrer parallel seitlich versetzt, so daß seine Mittenachse
einen Abstand zur parallelen Mittenachse des Loches aufweist.
Anschließend wird der Lochausgang angefast, wobei die Drehachse
der Schnittbewegung mit der Mittenachse des Loches koaxial ist.
Mit diesen Bohrern wird der sonst erforderliche zusätzliche
Arbeitsgang des rückseitigen Anfasens eliminiert.
Bei einem gattungsgemäßen Bohrer nach der EP-A 0075061 ist eine
besondere Ausführung bekannt. Nach dem Bohren wird der Bohrer
mit einem Werkzeughalter seitlich ausgelenkt und während des
Auslenkens fast er den rückseitigen Bohrungsrand an. Nachteilig
ist der für die Rückwärtsschneide bauartbedingt vorgegebene
Spanwinkel, weil der Steigungswinkel der wendelförmigen
Spanabführnut einen praktisch unbrauchbaren negativen
Spanwinkel ergibt, denn der wirksame Spanwinkel ist hier
abhängig von der negierten Größe des Steigungswinkels.
Bei einem gattungsfremden Bohrer nach DE-GM 89 12 860.5, der die
rückseitige Kante des Bohrungsausgangs 2 durch Rundfräsen
anfast, wird das Einbringen einer Spanformstufe vorgeschlagen.
Dies könnte naheliegend sinngemäß auch auf einem gattungs
gemäßen Bohrer realisiert werden. Die eingebrachte Spanform
stufe verringert jedoch die Querschnittsfläche des Bohrers, so
daß das zulässige Drehmoment wegen Bruchgefahr verringert
werden muß.
Gelegentlich wickelt sich ungewollt ein Span um den Bohrer. Mit
zunehmender Bohrtiefe gelangt dieser Span in den Bereich der
Rückwärtsschneide. Da die Bohrschneiden und die
Rückwärtsschneide für gleiche Drehrichtung gestaltet sind,
trifft die Kante der Rückwärtsschneide auf diesen Span und wird
aufgrund ihrer nötigen Scharfkantigkeit durch Mikroausbrüche
beschädigt.
Ist die Länge des zum Bohren ausgestalteten Bohrteils des
Bohrers kürzer als die Länge des zu bohrenden Loches, so treten
Späne in die sichelförmige seitliche Aussparung des Bohrers und
verklemmen sich zwischen Bohrer und Wand der Bohrung. Dieser
Zustand kann bereits beim Bohren zu einem Spänestau mit
unkontrollierter zusätzlicher Beanspruchung des Bohrers und
einem mangelhaften Arbeitsergebnis führen. Eingeklemmte Späne
bewirken auch beim seitlichen Auslenken des Bohrers zum
rückseitig Anfasen in der Regel Schädigungen am Bohrer oder
Werkstück.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen zum Anfasen der
Kante des Lochausganges und zum Bohren nutzbaren Bohrer prozeß
tauglich so zu gestalten, daß seine Rückwärtsschneide zum
Anfasen der rückseitigen Bohrungskante einen dem Werkstückstoff
angepaßten Spanwinkel aufweist und dennoch nicht durch eine
Spanformstufe geschwächt wird. Zudem, daß die Schneide zum
rückseitig Anfasen durch um den Bohrer gewickelten Späne keinen
Schaden nimmt. Des weiteren, daß die Länge des zum Bohren
benutzten Längsabschnitts des Bohrers zumindest um einen
Teilbetrag kleiner als die Länge des zu bohrenden Loches sein
kann, ohne zwischen Bohrer und Wand der Bohrung eingezogene und
festgeklemmte Späne herbeizuführen. Die gestellte Aufgabe wird
erweitert mit nicht obligatorischen Forderungen nach
zusätzlichen Nutzanwendungen
des Bohrers. Nicht nur im Rückzug soll gefast werden, sondern
unter weiter rückziehendem Vorschub soll wahlweise auch eine
Bohrung einschneidig aufgebohrt werden können. Oder es soll mit
der Rückwärtsschneide im Rückzug ausschließlich aufgebohrt
werden. Als Option wird hinzugefügt, daß mit dem ausgelenkten
Bohrer auch rückseitig rundgefräst oder im Rückzug mit
wendelförmiger Vorschubbewegung das Loch zylindrisch aufgefräst
werden soll.
Diese Aufgabe wird mit einem gattungsgemäßen Bohrer mittels der
kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 und die erweitert ge
stellte Aufgabe wird nach den kennzeichnenden Merkmalen des
Anspruchs 2 und den Unteransprüchen gelöst.
Um mit der Rückwärtsschneide im Rückzug mit hoher Präzision zu
arbeiten, ist diese als Feinbohrschneide gemeinsam mit der
Bohrerrückenkante zu gestalten. Zumindest ist die Schneidenecke
etwas zu verrunden, ein geeigneter Spanwinkel und ein
Nebeneinstellwinkel der Schneide vorzusehen.
Es ist weiterhin möglich, den Bohrei nach Art eines
Stufenbohrers mit zusätzlichen Schneiden auszustatten.
Es ist auch mit diesem Bohrer im Falle gerader Spanabführnuten
möglich, die Kante des Bohrungseinganges und -ausganges im aus
gelenkten Zustand bei gegenläufiger Drehrichtung anzufasen. Der
Spanwinkel beträgt auch an der Vorwärts-Fasschneide 0°.
Es ist auch möglich, mit dieser Art Bohrer zuerst zu bohren,
dann mit gegenläufiger Drehrichtung im Rückzug aufzubohren und
unter Beibehaltung der Drehrichtung und Auslenkung anschließend
wieder mit der Rückwärtsschneide hinter die Bohrungskante zu
fahren und anschließend durch Rundfräsen die rückseitige
Bohrungskante zu entgraten oder anzufasen.
Der Bohrer kann zweckmäßig als sogenannter Vierfasenbohrer aus
geführt sein, wobei die beiden Rückenführungsfasen im
Durchmesser um einen geringen Betrag kleiner ausgeführt sind.
Dies ist zweckmäßig, weil der äußerste Durchmesser der
Fasschneide nur wenig kleiner als der Bohrdurchmesser ist und
die Radialschwingungen beim Bohren abgestützt werden müssen, um
das Berühren der Rückwärtsschneide mit der Wand der Bohrung
auszuschließen.
Falls die Rückwärtsschneide als Feinbohrschneide scharfkantig
ausgebildet ist, ist zweckmäßigerweise die gegenüberliegende
Rückenfase auf dem Bohrdurchmesser oder sogar geringfügig
größer gehalten, um zerspanungsbedingte Radialbewegungen beim
Bohren aufzunehmen und somit die Rückwärtsschneide vor
Schädigung durch Berührung der Wand der Bohrung zu schützen.
Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen primär im
Erreichen eines prozeßfähigen Arbeitsablaufs beim Bohren und
anschließenden rückseitigen Anfasen. Die Gestaltung der Span
abführnuten bewirkt einen prozeßfähigen Spanabfluß, weil keine
ungünstigen verengenden Spalten zum selbsthemmenden Klemmen der
Späne mehr vorhanden sind. Die Rückwärtsschneide ist mit einem
dem Werkstückstoff angepaßten Spanwinkel realisierbar und ist
vor Spanschlag beim Bohren geschützt, da sie am Bohrerrücken
plaziert ist.
Mittels der Lösung der erweiterten Aufgabenstellung können
vorteilhafterweise Löcher gebohrt und rückseitig angefast
werden, oder es können damit Löcher größeren Durchmessers durch
Bohren und anschließendes Aufbohren im Rückzug erzeugt werden.
Beispielsweise rückseitig angefaste Gewindekernlöcher und
Durchgangslöcher, passend für eine Schraubengröße, sind damit
herstellbar. Und im ausgelenkten Zustand können die
aufgebohrten Durchgangslöcher zusätzlich rückseitig durch
rundfräsen (ugs. zirkularfräsen) mit der Rückwärtsschneide
angefast werden. Falls ausschließlich im Rückzug aufgebohrt
werden soll, kann die Rückwärtsschneide zusammen mit der
angrenzenden Bohrerrückenkante speziell als Schlichtschneide
oder Feinbohrschneide gestaltet sein, wodurch die Haltbarkeit
und die Arbeitsgüte verbessert werden. Somit sind die Bohrer
vielseitig einsetzbar, verringern die sonst nötige
Werkzeuganzahl und auch die Häufigkeit der Bohrwerkzeugwechsel
die Maschinenspindel.
In der Zeichnung sind als grundsätzliche Ausgestaltungen der
Bohrer eine Ausführung mit wendelförmigen Spanabführnuten und
der Sonderfall mit geraden Spanabführnuten dargestellt.
Außerdem werden Details der besonderen weiteren Ausgestaltungen
dargestellt. Es zeigen
Fig. 1 eine Seitenansicht des Bohrers mit wendelförmig ausge
bildeten Spanabführnuten,
Fig. 2 eine Querschnitt des Bohrers mit wendelförmig ausge
bildeten Spanabführnuten gemäß Fig. 1, Ansicht X-X,
Fig. 3 eine Seitenansicht des Bohrers mit geradlinig ausgebil
deten Spanabführnuten,
Fig. 4 eine Stirnansicht des Bohrers mit geradlinig ausgebil
deten Spanabführnuten gemäß Fig. 3, Ansicht Y-Y.
Die Funktion des Bohrers ist unabhängig davon, ob das zu be
arbeitende Werkstück stillsteht und der Bohrer die Schnitt- und
Zustellbewegung durchführt (z. B. auf NC-Bohrmaschinen mit
auslenkbarer Hauptspindel) oder ob der Bohrer nur die
Zustellbewegung und das Werkstück nur die Schnittbewegung aus
führt (z. B. auf Drehmaschinen). Auch spiegelbildlicher Aufbau
zum gezeigten ist möglich.
Anhand Fig. 1 und Fig. 2 wird eine Ausführungsform des Bohrers
erläutert. In seiner Längserstreckung besteht der Bohrer im
wesentlichen aus dem Bohrteil 1, dem Schaft 2 und der dazwi
schen angeordneten radial sichelförmigen Aussparung 3. Der
Bohrteil 1 hat stirnseitig zwei zum Bohren (oder Aufbohren)
genutzte Bohrschneiden 4 bekannter Art. Diese gehen an der
Schneidenecke 5 in die Bohrnebenschneiden 6 über, deren Frei
fläche die Bohrschneiden-Führungsfase 7 ist. Der Abstand beider
Bohrschneiden-Führungsfasen 7 ist zum Schaft 2 hin in üblicher
Weise geringfügig verkleinert (fachsprachlich "verjüngt"). Die
Bohrerrücken 8 sind im Durchmesser kleiner als die erzeugte
Bohrung 9. Im Bereich vor der Bohrerrückenkante 10 ist zumin
dest an der Seite, die zum Rückwärtsanfasen benutzt wird, eine
zusätzliche Rückenführungsfase 11 vorgesehen. Zwei solche
Rückenführungsfasen 11 sind auch zur Stabilisierung des Bohr
vorgangs von Vorteil. Der diametrale Abstand der Rückenfüh
rungsfasen 11 ist etwas kleiner als derjenige der Bohrschnei
den-Führungsfasen 7. Auch hier ist der Durchmesser zum Schaft 2
hin verringert (verjüngt). Die Aussparung 3 ist in radialer
Richtung durch einen Kreisabschnitt 12 mit dem Radius r
begrenzt, dessen Zentrum die gegenüber der Mittelachse 13
seitlich parallel um den Exzenterachsabstand e versetzte
Exzenterachse 14 bildet. Der Radius r ist höchstens halb so
groß wie der Bohrungsdurchmesser d. Der größte Abstand der
Bohrung 9 von dem Kreisabschnitt 12 ist gleich dem Exzenter
achsabstand e. Die Aussparung 3 dringt mit ihrem Kreisabschnitt
12 noch geringfügig in eine Bohrschneiden-Führungsfase 7 im
abgewandten Drallbereich 15 ein. Die Tiefe der Aussparung 3 im
abgewandten Drallbereich 15 ist kleiner als die Spandicke, so
daß sich hier keine Späne beim Bohren hineinzwängen können. In
die zweite Bohrschneiden-Führungsfase 7 dagegen dringt der
Kreisabschnitt 12 im zugewandten Drallbereich 16 zum Bohrer
schaft hin zunehmend tiefer ein, bis zu einem Maximum am
Tiefstpunkt 17. Somit bildet sich aber auch in Längserstreckung
eine in vorteilhafter Weise keilförmig zum Schaft 2 hin öffnen
de Spalte. Treten beim Bohren Späne im zugewandten Drallbereich
16 in die Spalte zwischen Kreisabschnitt 12 und Bohrungs
grund 9, so können sie dennoch ungehindert in Richtung Schaft 2
abfließen. Diese Gesetzmäßigkeit gilt für den zugewandten
Drallbereich 16 für einen offensichtlichen Winkel von 90° des
Umfangs. Im weiteren Verlauf schließt sich die Spalte, wodurch
die Späne eingeklemmt würden. Damit besteht der Zusammenhang,
daß beim Bohrvorgang ein Viertel der Steigung des Bohrers im
Bereich der Aussparung 3 in die Bohrung eintauchen kann, ohne
daß Späne klemmen. Die größtmögliche mit einem solchen Bohrer
bearbeitbare Bohrungslänge l entspricht folglich der Bohrteil
länge b zuzüglich eines Viertels der Steigung. Im Übergangsbe
reich 18 der Bohrerrückenkante 10 zur Aussparung 3 kann es für
die Bearbeitung zäher Werkstoffe sinnvoll sein, die Bohrer
rückenkante 10 mit einer abweisenden Fase abzuschrägen, damit
sich dort ebenfalls keine Späne einklemmen können.
Vor dem Rückwärtssenken wird zunächst die Bohrung 9 mit rechts
drehender Schnittbewegung gebohrt und dann so weit tiefer
eingefahren, bis die Aussparung 3 mit der Rückwärtsschneide 19
die rückseitige Bohrungskante 20 passiert hat. Nun wird der
Bohrer durch eine Zustellbewegung z mit seiner Rückwärts
schneide 19 hinter der rückseitigen Bohrungskante 20 positio
niert. Anschließend wird mit linksdrehender Schnittbewegung die
Rückwärtsschneide 19 so weit unter Vorschub zurückgezogen, bis
die Fase 21 entstanden ist. Alternativ ist es bedingt auch
möglich, die radiale Zustellung im Arbeitsvorschub auszuführen
und dabei mit der Rückwärtsschneide 19 anzufasen. Falls jedoch
lange Späne in die Aussparung 3 gelangen, kann es zum störenden
Einquetschen kommen.
Anhand Fig. 3 und Fig. 4 wird der Sonderfall eines Bohrers mit
geraden Spanabführnuten 30, gleichbedeutend mit Steigung unend
lich, erläutert. Auch dieser besteht in seiner Längserstreckung
im wesentlichen aus dem Bohrteil 1, dem Schaft 2 und der
dazwischen angeordneten radial sichelförmigen Aussparung 3.
Der Bohrteil 1 hat stirnseitig zwei zum Bohren genutzte Haupt
schneiden 4. Diese gehen an der Schneidenecke 5 in die Bohr
nebenschneiden 6 über, deren Freifläche die Bohrschneiden-
Führungsfase 7 ist. Der Abstand beider Bohrschneiden-Führungs
fasen 7 ist zum Schaft 2 hin geringfügig verkleiner. Die
Bohrerrücken 8 sind im Durchmesser kleiner als die erzeugte
Bohrung 9. Im Bereich der Bohrerrückenkante 10 ist zumindest an
der Seite, die zum Rückwärtsanfasen benutzt wird, eine zusätz
liche Rückenführungsfase 11 vorgesehen. Ihr Abstand zueinander
ist etwas kleiner als derjenige der beiden Bohrschneiden-Füh
rungsfasen 7 und zum Schaft 2 hin abnehmend. Die Aussparung 3
ist in radialer Richtung durch einen Kreisabschnitt 12 mit dem
Radius r begrenzt, dessen Zentrum die gegenüber der Mittelachse
13 seitlich parallel um den Exzenterabstand e versetzte
Exzenterachse 14 bildet. Der Radius r ist höchstens halb so
groß wie der Bohrungsdurchmesser d. Der größte Abstand der
Bohrung 9 von dem Kreisabschnitt 12 ist gleich dem Exzenterab
stand e. Die Aussparung 3 dringt mit ihrem Kreisabschnitt 12
noch geringfügig in beide Bohrschneiden-Führungsfasen 7 ein und
wird als Aussparungsrand 31 bezeichnet. Die Oberflächen beider
Aussparungsränder 31 befinden sich beim Bohren in so geringem
Abstand zur Bohrung 9, daß sich in den Spalt keine Späne
zwängen können, da deren Dicke um ein mehrfaches größer ist.
Der Arbeitsablauf des Bohrens und rückseitig Anfasens mit der
Rückwärtsschneide 19 nach der Zustellbewegung z erfolgt gleich,
wie bereits anhand Fig. 1 und Fig. 2 erläutert. Im Anschluß an
das rückseitige Anfasen bietet es sich bei dieser Ausführung
an, mit der radialen Zustellung auch den Bohrungseingang 32 mit
der Vorwärts-Fasschneide 33 anzufasen, weil der Spanwinkel hier
auch Null Grad ist.
Um mit den Bohrern entsprechend Fig. 1 bis 4 auch mit
rückziehendem Vorschub einschneidig aufbohren zu können, ist es
erforderlich, die als Nebenschneide wirkende Bohrerrückenkan
te 10a zur Spitze hin zu verjüngen und zum Bohrerrücken 8 hin
mit einem Freiwinkel zu gestalten. Für den Fall, daß das Werk
zeug zum Bohren und anschließend ausschließlich zum Aufbohren
im Rückzug genutzt wird, können im Bereich der Rückwärts
schneide 19 und ihrer als Nebenschneide wirksame Bohrerrücken
kante 10a Ausgestaltungen nach den Regeln für Feinbohr- oder
Aufbohrschneiden sinngemäß angewandt werden.
Nachdem im Rückzug über die gesamte Bohrungslänge l aufgebohrt
wurde, ist es möglich, zentrisch erneut in die Bohrung einzu
fahren und wieder die Zustellbewegung z auszuführen. Anschließend
können mit kreisförmig umlaufenden Spindeln auf Bohr- und
Fräsmaschinen mit auslenkbarer Hauptspindel mittels Schrauben
linieninterpolation mit der Bohrerrückenkante 10a, die als
Frässchneide wirkt, mit linksdrehender Maschinenhauptspindel
Bohrungen zusätzlich im Durchmesser vergrößert werden. Das
radiale Aufmaß für die Fräsbearbeitung ist höchstens bis zur
Größe des Exzenterabstands e möglich. Wahlweise kann nach dem
Prinzip des Gleich- oder Gegenlauffräsens bearbeitet werden.
Claims (7)
1. Bohrer mit zwei Spanabführnuten, funktional aufgeteilt in
einen frontseitigen Bohrteil und daran längs anschließend
mit einer radialen sichelförmig freigestellten Aussparung
versehen, an deren dem Bohrteil zugewandten Seite der
Aussparung sich eine Rückwärtsschneide zum rückseitigen
Bearbeiten des Kantenbereiches des kreisförmigen gebohrten
Loches befindet. Beim Bohren sind die Mittenachse des
Bohrteils und die Drehachse der Schnittbewegung koaxial.
Im versetzten Zustand sind die Mittenachse des gebohrten
Loches und die Schnittbewegung zu einander koaxial, die
Mittenachse des Bohrteils ist dazu parallel oder nahezu
parallel versetzt in Richtung der sichelförmig
freigestellten Aussparung. Der erfindungsgemäße Bohrer ist
dadurch gekennzeichnet, daß sich die radiale sichelförmig
freigestellte Aussparung (3) in Richtung der
Zustellbewegung (z) am Bohrerrücken (8) mit einer dadurch
vor Spanschlag geschützten Rückwärtsschneide (19) mit
nicht negativem Spanwinkel befindet und daß
anordnungsbedingt zum Bohren und zum zurückziehenden
Zerspanvorgang gegenläufige Drehrichtungen genutzt werden,
wodurch auch die Länge des zylindrischen Bohrteils (1) in
Abhängigkeit vom Steigungswinkel der Spanabführnut (30)
kürzer als die Länge (l) des zu bohrenden Loches sein kann
mit der Vorgabe, daß der radiale Spalt zwischen der Wand
der Bohrung (9) und der sichelförmigen radialen Aussparung
(3) im Bereich der zugewandten Bohrschneiden-Führungsfase
(7) sich zum Schaft (2) hin entlang der wendelförmigen
Spanabführnut (30) vergrößert.
2. Bohrer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
die Rückwärtsschneide (19) angrenzende
Bohrerrückenkante (10a) auch als Schneide mit einem
Freiwinkel ausgestattet ist und die Bohrerrückenkante
(10a) eine zur Spitze des Bohrers hin im Radius kleiner
werdende "Verjüngung" aufweist und somit im ausgelenkten
Zustand Eignung zum rückseitig Anfasen und/oder zum
Aufbohren im Rückzug und/oder zum rückseitig Rundfräsen
und/oder zum schraubenförmig im Rückzug Fräsen aufweist.
3. Bohrer nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der
eckenförmige Übergang von der Rückwärtsschneide (19) in
die angrenzende Bohrerrückenkante (10a) durch Anbringen
einer kleinen Eckenverrundung stabilisiert ist.
4. Bohrer nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß eine oder zwei Rückenführungsfasen
(11) zur Abstützung von Abdrängkräften angebracht sind.
5. Bohrer nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche
und mit gerader Spanabführnut (30) ausgestattet, dadurch
gekennzeichnet, daß am Übergang der Aussparung (3) zum
Schaft (2) eine Vorwärts-Fasschneide (33) zur Anfasung der
Bohrungseingangskante im ausgelenkten Zustand angebracht
ist.
6. Bohrer nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche
mit zusätzlichen Schneiden am Schaft (2) nach Art eines
Stufenbohrers.
7. Bohrer nach mindestens einem der vorhergehenden
Ansprüche, mit einer zusätzlichen Kühlschmiermitteldüse
für den Bereich der Rückwärtsschneide (19) ausgestattet.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997135024 DE19735024B4 (de) | 1997-08-13 | 1997-08-13 | Bohrer für zusätzliche Rückseitenbearbeitung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997135024 DE19735024B4 (de) | 1997-08-13 | 1997-08-13 | Bohrer für zusätzliche Rückseitenbearbeitung |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19735024A1 true DE19735024A1 (de) | 1999-02-18 |
| DE19735024B4 DE19735024B4 (de) | 2006-09-28 |
Family
ID=7838823
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1997135024 Expired - Fee Related DE19735024B4 (de) | 1997-08-13 | 1997-08-13 | Bohrer für zusätzliche Rückseitenbearbeitung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19735024B4 (de) |
Cited By (9)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| JP2001322019A (ja) * | 2000-05-16 | 2001-11-20 | Dijet Ind Co Ltd | 穴明け工具 |
| US20130004253A1 (en) * | 2011-07-02 | 2013-01-03 | Kennametal, Inc. | Drilling/reaming tool |
| DE102015013247A1 (de) * | 2015-10-08 | 2017-04-13 | Walter Bauer | Bohrer mit Konteraufbohrfunktion und Konteraufbohrverfahren für Leichtbauwerkstoffe |
| EP2550123B1 (de) * | 2010-03-25 | 2017-11-22 | Klenk GmbH & Co. KG | Bohrwerkzeug |
| WO2018000009A1 (de) * | 2016-06-28 | 2018-01-04 | Fill Gesellschaft M.B.H. | Bohrwerkzeug |
| CN110238431A (zh) * | 2019-06-05 | 2019-09-17 | 常州腾龙汽车零部件股份有限公司 | 一种高精度汽车冷凝器固定法兰储液罐多功能成型刀 |
| CN113118564A (zh) * | 2020-01-15 | 2021-07-16 | 奥迪股份公司 | 用于在工件中制造螺纹通孔的方法 |
| CN114799348A (zh) * | 2021-01-27 | 2022-07-29 | 奥迪股份公司 | 用于加工工件通孔的方法以及去毛刺刀具 |
| WO2026000809A1 (zh) * | 2024-06-28 | 2026-01-02 | 汇专科技集团股份有限公司 | 一种钻头及加工设备 |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102011086422B4 (de) | 2011-11-15 | 2014-04-24 | Kennametal Inc. | Verfahren zur Herstellung eines Werkzeuges, sowie ein solches Werkzeug |
Family Cites Families (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| SE454957B (sv) * | 1980-03-24 | 1988-06-13 | Tryckluftteknik Harald Neumann | Rotationsverktyg |
| DE8912860U1 (de) * | 1989-10-31 | 1990-02-01 | Hertel AG Werkzeuge + Hartstoffe, 8510 Fürth | Spiralbohrer |
-
1997
- 1997-08-13 DE DE1997135024 patent/DE19735024B4/de not_active Expired - Fee Related
Cited By (12)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| JP2001322019A (ja) * | 2000-05-16 | 2001-11-20 | Dijet Ind Co Ltd | 穴明け工具 |
| EP2550123B1 (de) * | 2010-03-25 | 2017-11-22 | Klenk GmbH & Co. KG | Bohrwerkzeug |
| US20130004253A1 (en) * | 2011-07-02 | 2013-01-03 | Kennametal, Inc. | Drilling/reaming tool |
| DE102015013247A1 (de) * | 2015-10-08 | 2017-04-13 | Walter Bauer | Bohrer mit Konteraufbohrfunktion und Konteraufbohrverfahren für Leichtbauwerkstoffe |
| DE102015013247B4 (de) | 2015-10-08 | 2022-06-09 | Walter Bauer | Bohrer mit Konteraufbohrfunktion und Konteraufbohrverfahren für Leichtbauwerkstoffe |
| WO2018000009A1 (de) * | 2016-06-28 | 2018-01-04 | Fill Gesellschaft M.B.H. | Bohrwerkzeug |
| CN110238431A (zh) * | 2019-06-05 | 2019-09-17 | 常州腾龙汽车零部件股份有限公司 | 一种高精度汽车冷凝器固定法兰储液罐多功能成型刀 |
| CN113118564A (zh) * | 2020-01-15 | 2021-07-16 | 奥迪股份公司 | 用于在工件中制造螺纹通孔的方法 |
| CN114799348A (zh) * | 2021-01-27 | 2022-07-29 | 奥迪股份公司 | 用于加工工件通孔的方法以及去毛刺刀具 |
| EP4035812A1 (de) * | 2021-01-27 | 2022-08-03 | Audi Ag | Verfahren zur herstellung einer werkstück-durchgangsbohrung sowie entgratungswerkzeug |
| CN114799348B (zh) * | 2021-01-27 | 2024-04-09 | 奥迪股份公司 | 用于加工工件通孔的方法以及去毛刺刀具 |
| WO2026000809A1 (zh) * | 2024-06-28 | 2026-01-02 | 汇专科技集团股份有限公司 | 一种钻头及加工设备 |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE19735024B4 (de) | 2006-09-28 |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE4236823B4 (de) | Polierbohrer | |
| DE69210012T2 (de) | Bohrer mit schneideinsatz und schneideinsatz mit einem symmetrischen bohrpunkt und schneidkante mit verschiedener länge | |
| EP2076344B2 (de) | Bohrerspitze für ein Bohrwerkzeug | |
| DE3876820T2 (de) | Bohr- und gewindeschneidwerkzeug. | |
| EP3085481B1 (de) | Bohr-fas-kombi-werkzeug | |
| DE69734937T2 (de) | Zweiteiliges drehendes Metallschneidwerkzeug und Methode zum Verbinden der Teile | |
| DE4417166B4 (de) | Bohrgerät | |
| DE4236824C2 (de) | Kombiniertes Bohr- und Reibwerkzeug | |
| EP2076345B1 (de) | Modulares bohrwerkzeug und verfahren zu seiner herstellung | |
| EP1321210B1 (de) | Werkzeug | |
| EP2260965A2 (de) | Bohrgewindefräser | |
| WO1997017153A1 (de) | Bohrwerkzeug mit auswechselbarer spitze | |
| DE2145795A1 (de) | Schneidwerkzeug | |
| DE69930340T2 (de) | Reibahle | |
| DE3611999C2 (de) | ||
| EP3150315B1 (de) | Schaftfräser | |
| WO1990014186A1 (de) | Werkzeug mit verstellbarer wechselkassette | |
| EP1296793A1 (de) | Bohrwerkzeug | |
| EP0749795A1 (de) | Bohrwerkzeug | |
| WO2011000355A1 (de) | Tieflochbohrer | |
| DE19735024A1 (de) | Bohrer für zusätzliche Rückseitenbearbeitung | |
| DE10144241A1 (de) | Bohrer | |
| WO1995029783A1 (de) | Bohrwerkzeug | |
| EP3093089A1 (de) | Rotationswerkzeug | |
| DE3629033C2 (de) |
Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8110 | Request for examination paragraph 44 | ||
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
| R119 | Application deemed withdrawn, or ip right lapsed, due to non-payment of renewal fee |
Effective date: 20130301 |