DE19739659A1 - Verfahren und Vorrichtung(en) zum Aufbereiten von Alt-Schmierfetten - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung(en) zum Aufbereiten von Alt-SchmierfettenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einerseits ein Verfahren zum stofflichen
Recycling von Alt-Schmierfett zu nahe zu neuwertigem Recycling-
Schmierfett und andererseits eine Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens.
Schmierfette bestehen im wesentlichen aus Grundöl mit 75 bis 96
Gew.-%, geeigneten Verdickungsmitteln mit 4 bis 20 Gew.-% sowie
nach Menge und Zusammensetzung auf das Grundöl abgestimmten
Additiven mit bis zu 5 Gew.-% zur Qualitätsverbesserung, und
liegen als halbflüssige oder feste Dispersion vor. Sie werden
insbesondere zur Schmierung von weniger gut abgedichteten
Maschinenelementen, wie Wälz- oder Gleitlagern, offenen
Getrieben und Führungen, eingesetzt. Während des Betriebes
nehmen die Schmierfette Verunreinigungen auf, die sich
nachteilig auf den Verschleiß der Maschinenelemente und
teilweise wegen ihres katalytischen Verhaltens auf die Alterung
des Schmierfettes auswirken.
Allein in der BRD werden jedes Jahr ungefähr 34 000 t
Schmierfette verbraucht, wovon ein Großteil nach einmaligem
Gebrauch einer teueren Entsorgung zugeführt wird.
Es sind verschiedene Verfahren allgemein bekannt, um das
gebrauchte, für den ursprünglichen Zweck nicht mehr verwendbare
Alt-Schmierfett für eine thermische Verwertung auf zubereiten,
mit dem Ziel den Energiegehalt des Altfettes zu nutzen.
Derartige Verfahren sind aufwendig und teuer, auch besteht nicht
die Möglichkeit des stofflichen Recycling, also der erneuten
Verwendung des Produktes als Schmierstoff.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum stofflichen Recycling von Alt-Schmierfett zu nahezu
neuwertigem Schmierfett aufzuzeigen, mit welchem zu entsorgende
Alt-Schmierfette mit Hilfe einer einfachen, aus handelsüblichen
Apparaten bestehenden Apparatur ökologisch und ökonomisch zu
einem nahezu neuwertigen, gebrauchsfertigen Produkt aufbereitet
werden können.
Die verfahrenstechnische Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die
Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst, wobei im Unteranspruch 2
ein vorteilhaftes Merkmal des erfindungsgemäßen Verfahrens
dargestellt ist.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung gemäß Nebenanspruch 26 löst den
gegenständlichen Teil oben genannter Aufgabe; in dem sich
anschließenden Unteranspruch 27 sind weitere vorteilhafte
Merkmale der erfindungsgemäßen Vorrichtung offenbart.
Eine zweite Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren
und eine Vorrichtung zur Gewinnung einer Schmierflüssigkeit aus
Alt-Schmierfett aufzuzeigen, mit welchem das Schmieröl einfach,
kostengünstig sowie umweltschonend zurückgewonnen werden kann.
Die zweite verfahrenstechnische Aufgabe wird erfindungsgemäß
durch die Merkmale des Nebenanspruchs 3 gelöst, während in dem
Nebenanspruch 28 die Merkmale der zugehörigen Vorrichtung
offenbart sind.
Weiterhin ist es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine
Vorrichtung zur Gewinnung von Verdickungsmitteln und/oder deren
Komponenten aus Alt-Schmierfett zu offenbaren, mit welchem die
Wertstoffe einfach, kostengünstig sowie umweltschonend
zurückgewonnen werden.
Die dritte verfahrenstechnische Aufgabe wird erfindungsgemäß
durch die Merkmale des Nebenanspruchs 4 gelöst; die Merkmale zur
Lösung der gegenständlichen Aufgabe sind in dem Nebenanspruch 29
beschrieben.
In den Unteransprüchen 5 bis 25 sind weitere vorteilhafte
Merkmale für förderliche Weiterbildungen der verschiedenen
Verfahren gemäß Anspruch 1, 3 sowie 4 angegeben.
In den Unteransprüchen 30 bis 34 sind weitere vorteilhafte
Merkmale der erfindungsgemäßen Vorrichtung nach Anspruch 26, 28
und 29 dargestellt.
Die wesentlichen Verfahrensstufen des erfindungsgemäßen
Verfahrens nach Hauptanspruch 1 sind eine mehrstufigen Öl-
Abtrennung, eine Qualitätskontrolle und eine abschließende
Schmierfett-Herstellung mit Nachadditivierung, wobei der
dazwischenliegende Verfahrensweg nach der Qualitätskontrolle
abhängig von den Analysewerten aus der Qualitätskontrolle
vorgenommen wird.
Ziel des erfindungsgemäßen Verfahrens nach Nebenanspruch 3 ist
die das Grundöl in dem Schmierfett bildenden, flüssigen
Bestandteile aus dem Alt-Schmierfett zurückzugewinnen, welche
dann für eine Verwendung als flüssiger Schmierstoff aufbereitet
werden. Hierzu wird das Öl in einer mehrstufigen Öl-
Rückgewinnung von den übrigen Schmierfett-Bestandteilen, wie
Verdickungsmitteln und Verunreinigungen, abgetrennt, einer
Qualitätskontrolle unterzogen und ggf. nachbehandelt. Um die
erforderlichen Qualitätskriterien zu erfüllen, wird in einer
Nachadditivierung abhängig von den Analysewerten der
Qualitätskontrolle zu dem zurückgewonnen Schmieröl Additive
zugegeben.
Bei dem Recycling-Verfahren nach Nebenanspruch 4 werden
lediglich die teuren Verdickungsmittel bzw. deren Komponenten
als Wertstoffe zurückgewonnen, die Öl-Abtrennung wird lediglich
vorgenommen, um die aufzubereitende Stoffmenge zu reduzieren und
somit Energie zu sparen.
Nach der Erfindung werden zuerst in einer mehrstufigen Öl-
Rückgewinnung die ölhaltigen Bestandteile aus dem vorzugsweise
sortenrein gesammelten, unbrauchbaren Alt-Schmierfett mit
Verunreinigungen, wie Schmutz und Metallabrieb, entfernt.
Es ist besonders zweckmäßig, das Öl in einer mehrstufigen
Extraktion durch Zugabe von einem Extraktionsmittel aus dem Alt-
Schmierfett in einem Extraktor herauszulösen und dann das
vorliegende Öl-Extraktionsmittel-Gemisch (Extrakt) von dem
Raffinat mit Verdickungsmittel sowie Verunreinigungen in einem
nachgeschalteten Abscheider abzutrennen. Die Extraktion wird
solange wiederholt bis in einem verbleibenden Raffinat der
Restanteil des Öles minimiert ist. Zur Zurückgewinnung des Öles
wird das Extraktionsmittel von dem Extrakt in einer
Destilliervorrichtung entfernt. Das Extraktionsmittel wird
vorzugsweise wieder in der Extraktion verwendet. Die Extraktion
erfolgt entweder batchweise in einem einzigen Behälter oder
kontinuierlich in einer Kaskade.
Anschließend wird das zurückgewonnene Öl in der
Qualitätskontrolle nach Anspruch 1 auf seine
Verwendungsfähigkeit als Grundöl für die Herstellung von
Schmierfett geprüft bzw. nach Anspruch 3 auf seine
Verwendungsfähigkeit als flüssiger Schmierstoff. Hierzu wird in
einer Qualitätsanalyse der Additiv-Anteil bestimmt wird, um das
zurückgewonnene Öl durch Zugabe von verbrauchten Additiven in
der Schmierfett-Herstellung bzw. Nachadditivierung aufzuwerten
und die Funktion und somit die Qualität von Neu-Schmierstoffen
zu erreichen.
Vorteilhaft zur Untersuchung des tribologischen Verhaltens wird
der Brugger-Test (DIN 51 347) und/oder der Shell-Vierkugel-
Apparat (DIN 51 350) eingesetzt. Alternative Qualitätsanalysen
sind teilweise aufwendigere Prüfungen, wie der Kugel- und
Rollenlager-Funktionstest (ASTM D 1741), Tieftemperatur-
Drehmoment-Test (ASTM D 1478), Test zur Beurteilung von
Kugelgelenkfetten (ASTM D 3428), Vierkugelmethode (ASTM D 2264),
Umwälztest (IP 266) oder Vorderlager-Test (ASTM D 1263 o. 3527).
Weiterhin wird vorzugsweise zusätzlich eine Qualitätsanalyse zur
Bestimmung von chemischen sowie physikalischen Eigenschaften des
zurückgewonnenen Öles durchgeführt, um ggf. das zurückgewonnene
Öl nachzubehandeln und Analysenwerte über die chemische
Zusammensetzung zu erhalten. Eine Totalanalyse ist in der Regel
nicht erforderlich , wenn einmalig eine Totalanalyse für das
zurückgewonnene Öl vorliegt, da chemische Veränderungen und die
Alterung nur selektiv auf einige Additive des Schmierfettes
wirken. Dann wird vorzugsweise nur eine Teilanalyse
durchgeführt, um schnell Informationen über den in dem
zurückgewonnen Schmieröl enthaltenen Additive zu erhalten und
anschließend dasselbe selektiv entsprechend dem vorgesehenen
Einsatzzweck nachzuadditivieren.
Der Einsatz der IR-Spektroskopie (IR) in der Qualitätskontrolle
erlaubt eine einfache Schnellanalyse zur Bestimmung der
chemischen Zusammensetzung des zurückgewonnenen Öles. Weiterhin
werden Informationen über die Oxidation des zurückgewonnenen
Öles-erhalten. Weitere in der Qualitätskontrolle einsetzbare
Methoden der chemischen Qualitätsanalyse sind die
Atomabsorptions-Spektroskopie (AAS), Infrarot-Spektroskopie
(IR), Röntgenfluoreszenz-Spektroskopie (RFA), Kernresonanz-
Spektroskopie (NMR), Inductively coupled plasma (ICP),
Ionenpaar-Chromatographie (IPC), Hochdruck-
Flüssigkeitschromatographie (HPLC), Gaschromatographie (GC),
Massenspektrometrie (MS) oder Kombinationen aus vorgenannten
Verfahren. Auch ist es zweckmäßig in der Qualitätskontrolle
Analysewerte für die chemischen Eigenschaften des zurückgewonnen
Öles, wie Wassergehalt, Jodzahl, Sufatasche, Säurezahl, und für
die physikalischen Eigenschaften des zurückgewonnen Öles, wie
Flammpunkt, Dichte, Viskosität, Tropfpunkt, Verunreinigungsgrad,
Penetration, Alterungsstabilität/Oxidationsbeständigkeit, zu
ermitteln.
Bei Einhaltung der vorgegebenen Qualitätskriterien, wird das
zurückgewonnene Öl direkt als Recycling-Öl in der Schmierfett-
Herstellung verarbeitet oder steht als Schmierflüssigkeit zur
Verfügung. In den Fällen, in denen die vorgegebenen
Qualitätskriterien nicht erreicht werden, wird das
zurückgewonnene Öl einer Nachbehandlung in einer weiteren Öl-
Aufbereitungsvorrichtung unterzogen und dann zu Schmierfett
verwertet.
Das Schmierfett wird entweder in einer mit zu der Recycling-
Anlage eine gehörenden Produktions-Anlage oder in einer von
Recycling-Anlage räumlich getrennten Produktions-Anlage in der
letzten Recycling-/Verfahrensstufe hergestellt. Bei der
Schmierfett-Herstellung wird in einer Mischvorrichtung mittels
Dosiereinrichtungen die Verdickungsmittel und Additive zu dem
Recycling-Öl zugegeben. Die Nachadditivierung bestimmt sich nach
dem in der Qualtitätsanalyse ermittelten Additiv-Werten.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird neben
dem Grundöl auch das Verdickungsmittel aus dem Alt-Schmierfett
wiedergewonnen, welches dann als Recycling-Verdickungsmittel bei
der Herstellung des Recycling-Schmierfettes verwendet wird.
Vorzugsweise wird in einer Trocknungsstufe aus dem Rückstand der
letzten Extraktionsstufe das enthaltene Extraktionsmittel für
eine Wiederverwendung in der Öl-Abtrennung entfernt wird und in
einer Verdickungsmittel-Gewinnung aus dem halbfesten oder festen
Rückstand der Trocknungsstufe das Verdickungsmittel mit Hilfe
eines Lösungsmittel verunreinigungsfrei herauskristallisiert
wird.
Die Verdickungsmittel-Gewinnung gemäß Anspruch 27 oder 29 weist
zur mehrstufigen Abtrennung einen Mischer mit zugeordnetem
Lösungsmittel-Behälter, einen ersten Abscheider für Feststoffe,
einen Umkristallisator und einem zweiten Abscheider für
Verdickungsmittel auf.
Zur Abscheidung der Verunreinigungen wird der Rückstand aus der
Trocknung mit einem Lösungsmittel vorzugsweise bei Beheizung
versetzt, so daß sich die Verdickungsmittel darin auflösen und
die zurückbleibenden Verunreinigungen aus der flüssigen Phase
abgetrennt werden. Hierzu eignet sich besonders die Separation
in einer Zentrifuge, da vorteilhaft Verunreinigungen bis zu
einer Trenngrenze von 1 µm abgeschieden werden. Aber auch eine
Abscheidung mit einem Filter, Magnetabscheider,
elektrostatischen Abscheider oder Dekanter ist alternativ
durchführbar.
Zweckmäßig wird eine Kühlkristallisation durchgeführt, da
gegenüber der Verdampfungskristallisation weniger Energie
benötigt wird. Das auskristallisierte Verdickungsmittel in
Feststoff-Form wird vorzugsweise mit einer Zentrifuge von den
Lösungsmittel abgetrennt. Alternative Trennverfahren sind die
Filtration oder Naßsiebung.
Ferner ist es vorteilhaft, wenn die Öl-Rückgewinnung im
Gegenstromprinzip betrieben wird, wozu das reine
Extraktionsmittel in den ausgangsseitigen letzten Extraktor
zugeführt wird und dann das geringfügig mit Öl anreicherte
Extraktionsmittel nach der Abscheidung in den vorletzten
Extraktor geleitet wird, wo es erneut mit Öl aufnimmt. Dieses
Prinzip wird bis in die erste Extraktionsstufe fortgesetzt,
wobei die Konzentration des Öl im Extraktionsmittel stetig
ansteigt.
Dieses Verfahren hat den Vorteil, daß nur eine geringe Menge an
Extraktionsmittel benötigt wird und somit in der
nachgeschalteten Destillation wieder bei niedrigerem
Energieaufwand weniger Extraktionsmittel zurückgewonnen werden
muß.
Selbstverständlich besteht auch die Möglichkeit das
Extraktionsmittel zu dem Alt-Schmierfett bzw. dem Raffinat im
Gleich- oder Kreuzstrom in die jeweiligen Extraktionsstufen
einzuleiten.
Zusammengefaßt ist das erfindungsgemäße Recycling-Verfahren
gemäß Anspruch 1 für Alt-Schmierfett ökologisch gegenüber
anderen Verwertungsarten vorzuziehen, weil die Umwelt nicht wie
bei der thermischen Verwertung durch Kohlendioxid-Gase belastet
wird. Es wird kein Deponierraum mehr benötigt. Gleichzeitig
werden die Ressourcen aufgrund der Wiederverwendung der Fett-
Bestandteile, wie Grundöl und Verdickungsmittel, geschont. Auch
werden die im zurückgewonnenen Öl noch enthaltenen Additive
vorteilhaft in der Schmierfett-Herstellung genutzt, wodurch
bei der Schmierfett-Herstellung aufgrund der niedrigen
benötigten Menge an teuren Additiven geringere Kosten entstehen.
Insgesamt ist das erfindungsgemäße Recycling-Verfahren
verglichen mit einer herkömmlichen Entsorgung des Alt-
Schmierfettes auch wirtschaftlicher, insbesondere wenn große
Mengen an sortenreinem Alt-Schmierfett anfallen, wie
beispielsweise bei der Eisenbahn, im Bergbau, Schiffbau oder bei
anderen Großverbrauchern.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird den gesetzlichen
Anforderungen (Abfallgesetz) mit dem Ziel einer möglichst hohen
stofflichen Wiederverwertung vollauf gerecht. Bei vertretbarem
wirtschaftlichem Aufwand ist der stofflichen Wiederherstellung
gegenüber der energetischen Verwertung der Vorrang einzuräumen.
Die erfindungsgemäßen Verfahren nach Nebenanspruch 3 bzw. 4 sind
gegenüber anderen Verwertungsarten ebenfalls vorzuziehen, da die
im Alt-Schmierfett noch verbliebenen Wertstoffe, wie die
Verdickungsmittel oder das Grundöl, zurückgewonnen werden, um
diese derart auf zubereiten, daß diese Werkstoffe sinnvoll
wiederverwendbar sind.
Die Erfindung wird anhand von den in den Zeichnungen
dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine schematisches Fließbild eines Verfahrens zum
stofflichen Recycling von Alt-Schmierfett zu Recycling-
Schmierfett mit einer zweistufigen Öl-Rückgewinnung im
Gleichstromprinzip,
Fig. 2 eine schematisches Fließbild ein weiteres Verfahrens zum
stofflichen Recycling von Alt-Schmierfett zu Recycling-
Schmierfett mit einer dreistufigen Öl-Rückgewinnung im
Gegenstromprinzip.
In der Fig. 1 ist ein Verfahren zum stofflichen Recycling von
Alt-Schmierfett (1A) zu nahezu neuwertigem Recycling-Schmierfett
(IR) schematisch dargestellt, bei welchem in einer zweistufigen
Extraktion das Extraktionsmittel im Kreuzstrom zu dem Alt-
Schmierfett (1A) bzw. dem Raffinat (R1) aus der ersten
Extraktionsstufe (11) zugegeben wird.
Die Recyclinganlage gem. Fig. 1 weist einen Extraktor (EV) mit
einem Abscheider (AV), eine Destilliervorrichtung (DV), eine
weitere Öl-Aufbereitungsvorrichtung in Form einer Reinigungs- und/oder
Neutralisationsvorrichtung (RNV), einen Kristallisator
(KV) und eine Mischvorrichtung (MV) mit Dosierern (DZ2, DZ3,
DZ4) für das Grundöl (2R), die Verdickungsmittel (3R) und
Additive (4) zur Herstellung des Recycling-Schmierfettes (IR)
auf. Weitere Bestandteile der Recycling-Anlage sind je ein
Vorratsbehälter (VB1, VB2) für Benzin als Extraktionsmittel (L1)
und für Methanol als dem bei der Verdickungungsmittel-Gewinnung
benötigten Lösungsmittel (L2).
Die Reinigungs- und/oder Neutralisationsvorrichtung (RNV) ist
als Zwischenstufe vor der Schmierfett-Herstellung angeordnet.
Nachfolgend wird das Recycling-Verfahren gem. Fig. 1
beschrieben:
Die Extraktion des Öles (2) aus dem Alt-Schmierfett (1A) erfolgt in zwei Extraktionsstufen (ES1, ES2), um das Öl (2) fast vollständig aus dem Alt-Schmierfett (1A) bzw. aus dem Raffinat (Rl) herauszulösen. Das gesammelte Alt-Schmierfett (1A) wird in den Extraktor (EV) eingegeben und mit Benzin (L1) oder einem anderen geeigneten Extraktionsmittel (L1) versetzt. Die ölhaltigen Bestandteile (2) reichern sich in dem Benzin (L1) an. Anschließend wird das Extrakt (E1) bestehend aus Öl (2) und Benzin (L1) mit Hilfe des Separators (AV) von dem Raffinat (R1) bestehend aus Verdickungsmittel (3) und Verunreinigungen (5) abgetrennt. Das Raffinat (R1) wird in der zweiten Extraktionsstufe (ES2) wieder mit Benzin (L1) behandelt, wobei sich das Benzin (L1) mit Rest-Öl (2) anreichert. Es wird ebenfalls das Extrakt (E2) von dem Raffinat (R2) abgeschieden.
Die Extraktion des Öles (2) aus dem Alt-Schmierfett (1A) erfolgt in zwei Extraktionsstufen (ES1, ES2), um das Öl (2) fast vollständig aus dem Alt-Schmierfett (1A) bzw. aus dem Raffinat (Rl) herauszulösen. Das gesammelte Alt-Schmierfett (1A) wird in den Extraktor (EV) eingegeben und mit Benzin (L1) oder einem anderen geeigneten Extraktionsmittel (L1) versetzt. Die ölhaltigen Bestandteile (2) reichern sich in dem Benzin (L1) an. Anschließend wird das Extrakt (E1) bestehend aus Öl (2) und Benzin (L1) mit Hilfe des Separators (AV) von dem Raffinat (R1) bestehend aus Verdickungsmittel (3) und Verunreinigungen (5) abgetrennt. Das Raffinat (R1) wird in der zweiten Extraktionsstufe (ES2) wieder mit Benzin (L1) behandelt, wobei sich das Benzin (L1) mit Rest-Öl (2) anreichert. Es wird ebenfalls das Extrakt (E2) von dem Raffinat (R2) abgeschieden.
Das bei der Separation abgeschiedene Extrakt (E1, E2) aus der
ersten und zweiten Extraktionsstufe (ES1, ES2) wird in der
Destilliervorrichtung (DV) weiteraufbereitet, wobei das Benzin
(L1) für eine Wiederverwendung in den Extraktionsstufen
(ES1, ES2) abdestilliert und das Öl (2) als Destillations-
Rückstand (2D) erhalten wird. Um Auszuschließen, daß ein
Restanteil an Benzin (L1) im Öl (2D) zurückbleibt, wird, falls
erforderlich, der Destillations-Rückstand (2D) mit Stickstoff
oder Wasserdampf gestrippt.
Das auf diese Art zurückgewonnene Öl (2D) wird in einer
Qualitätskontrolle (QS) auf seine Verwendungsfähigkeit als
Grundöl (2) für die Herstellung von Schmierfett (1) geprüft
wird, indem in einer Qualitätsanalyse (QA1, QA2) der Additiv-
Anteil und die chemischen sowie physikalischen Eigenschaften des
zurückgewonnenen Öles (2D) bestimmt werden.
Die in der Additiv-Analyse (QA1) bestimmten Analysewerte für den
Additiv-Anteil steuern in der Nachadditivierung bei der
Schmierfett-Herstellung (P) die Menge und Art der über den
Dosierer (DS4) in die Mischvorrichtung (MV) zu dosierenden
Additive (4).
Mit Hilfe der Grundöl-Analyse (QA2) wird der Zustand und die
Qualität des gebrauchten, zurückgewonnenen Öles (2D) überprüft.
Bei Einhaltung der vorgegebenen Qualitätskriterien für die
chemischen und physikalischen Eigenschaften wird das untersuchte
Öl (2D) als Recycling-Öl (2R) direkt in die Schmierfett-
Herstellung (P) zurückgeführt.
Weichen die Analysewerte aus der Qualitätskontrolle (QS) von den
vorgegebenen Qualitätskriterien ab, wird das zurückgewonnene Öl
(2D) einer weiteren Aufbereitung/Nachbehandlung (NS) unterzogen,
mit dem Ziel störende und unerwünschte Bestandteile wie
Alterungsprodukte aus dem zurückgewonnene Öl (2D) zu entfernen.
In der Reinigungs- und/oder Neutralisationsvorrichtung (RNV)
werden beispielsweise folgende Verfahren angewendet:
Neutralisation mit Lithiumhydroxid, Adsorption mit Bleicherde, Säureaffination, Strippen, Fällung, selektive Extraktion mit Propangas oder Bindung der Oxidationsprodukte an Natrium. Das aufbereitete Öl (2N) entspricht den Qualitätskriterien und steht als Recycling-Öl (2R) zur Herstellung von Schmierfett (IR) zur Verfügung.
Neutralisation mit Lithiumhydroxid, Adsorption mit Bleicherde, Säureaffination, Strippen, Fällung, selektive Extraktion mit Propangas oder Bindung der Oxidationsprodukte an Natrium. Das aufbereitete Öl (2N) entspricht den Qualitätskriterien und steht als Recycling-Öl (2R) zur Herstellung von Schmierfett (IR) zur Verfügung.
Parallel zur Öl-Gewinnung werden auch die Verdickungsmittel (3)
aus dem Alt-Schmierfett (1A) bzw. dem Raffinat (R2) aus der
letzten Extraktionsstufe (ES2) in einer mehrstufigen
Verdickungsmittel-Rückgewinnung wiedergewonnen. Das Raffinat
(R2) liegt in einem halbfesten bis festen Zustand vor, bevor in
einer Trocknung (TS) die an dem Raffinat (R2) anhaftenden
Benzin-Reste (L1) abgedampft werden. Das abgedampfte Benzin (L1)
wird ebenfalls zurückgewonnen.
Die mehrstufige Verdickungsmittel-Gewinnung besteht aus einer
Extraktionsstufe (ES) und Kristallisation (KS), wozu ein
Extraktor mit zugeordnetem Lösungsmittel-Vorratsbehälter (VB2),
ein erster Abscheider für Feststoffe, ein Kristallisator (KV)
und ein zweiter Abscheider für das Verdickungsmittel
hintereinander angeordnet sind.
Aus dem Trocknungsrückstand (TR) der Trocknung (TS) wird das
Verdickungsmittel (3) mit Hilfe eines geeigneten Lösungsmittels
(L2), wie Methanol oder einem Methanol-Chloroform-Gemisch
verunreinigungsfrei abgetrennt wird.
In der Extraktionsstufe (ES) werden die Verdickungsmittel (3)
durch das zugegebene Methanol (L2) in dem Extraktor vollständig
gelöst, im Gegensatz hierzu bleiben die Verunreinigungen (5)
ungelöst, so daß die Fremdphase einfach mit dem ersten Separator
abgetrennt werden kann. Alternative Abtrennverfahren zur
Separation sind Filtration, Dekantation, elektrostatische
Abscheidung, um die Verunreinigungen (5) von dem
Verdickungsmittel-Lösungsmittel-Gemisch abzuscheiden.
In der Kristallisation (KS) wird das Verdickungsmittel-
Lösungsmittel-Gemisch in dem Kristallisator (KV) abgekühlt, um
eine übersättigte Lösung herzustellen, so daß die
Verdickungsmittel (3) auskristallisieren.
Anschließend werden die in fester Form vorliegenden
Verdickungsmittel (5) aus der flüssigen Methanol-Phase (L2) im
dem zweiten Separator abgeschieden. Die Abscheidung kann auch
durch Filtration oder Naßsiebung vorgenommen werden.
Nach einer ggf. erforderlichen Trocknung sind die
zurückgewonnenen Verdickungsmittel (3) als Recycling-
Verdickungsmittel (3R) wieder in der Schmierfett-Herstellung (P)
verwendbar.
In der Schmierfett-Herstellung (P) werden beim Mischen des
Schmierfettes (1) in das von dem Recycling-Öl (2R) gebildete
Grundöl (2) die recycelten Verdickungsmittel (3R) sowie Additive
(4) eingemischt werden, um das nahezu neuwertige Recycling-
Schmierfett (IR) zu erhalten. Die Additive (4) werden abhängig
von den Analysewerten der Additiv-Analyse (QA1) in der
Qualitätskontrolle (QS) zugegeben, da während des Betriebes des
Schmierfettes (1) die ursprünglichen Additive verbraucht oder
abgebaut worden sind.
Der Herstellungsprozeß (P) erfordert eine definierte
Temperaturführung in der Mischvorrichtung (MV), beginnend mit
der Einmischung der Bestanteile (2R, 3R, 4) bis zur Abkühlung. Die
Temperaturführung bei der Herstellung des Schmierfettes (1) hat
großen Einfluß auf die Gebrauchseigenschaften des Schmierfettes
(1).
Die verwendeten Lösungsmittel (L1, L2) werden während des
Recycling-Verfahrens für das Alt-Schmierfett (1A) ständig
wiedergewonnen, um einen Kreislauf-Prozeß zu erhalten.
Das in Fig. 2 dargestellte Recycling-Verfahren hat verglichen
mit dem Verfahren nach Fig. 1 eine mehrere, insbesondere drei
Extraktionsstufen (ES1, ES2, ES3), die nach dem Gegenstromprinzip
miteinander verbunden sind.
Die Kaskade ist aus drei Extraktionsstufen mit je einem
Extraktor (EV1, EV2, EV3) und einem Separator (AV1, AV2, AV3), nur
der letzte, ausgangsseitige Extraktor (EV3) ist zur Zugabe des
Benzins als Extraktionsmittel (L1) an einen Vorratsbehälter
(VB1) mit dem Extraktionsmittel angeschlossen.
Das Benzin (L1) wird in die ausgangsseitige Extraktionsstufe
(ES3) eingeleitet, in dem Extraktor (EV3) geringfügig mit Öl (2)
angereichert und dann das Extrakt (E3) der davor liegenden
Extraktionsstufe (ES2) zugeführt, in welcher das Benzin (L2)
wiederum mit Öl (2) angereichert wird. Aus dieser
Extraktionsstufe (ES2) wird das Extrakt (E2) in die erste
Extraktionsstufe (ES1) eingeleitet und noch mehr Öl (2)
herausgelöst. Aus dem Separator (AV1) der ersten
Extraktionsstufe (ES1) wird dann das Extrakt (E1) in die
Destilliervorrichtung (DV) gegeben, wo dann das Benzin (L1)
abdestilliert wird.
Das Raffinat (R3) aus der letzten Extraktionsstufe (ES3) wird,
wie oben beschrieben, in einer Verdickungsmittel-Gewinnung
weiteraufbereitet, um die Verdickungsmittel (3) für die
Herstellung des Schmierfettes (1) herauszuholen.
Nicht dargestellt sind die Aufbereitungsverfahren, mit denen
selektiv nur eine bestimmte Komponente aus dem Alt-Schmierfett
(1A), wie das Grundöl (2) oder die Verdickungsmittel (3),
zurückgewonnen werden.
Ein Recycling-Verfahren zur Rückgewinnung des Schmieröles (2)
ist analog zu den in Fig. 1 und 2 dargestellten Verfahren
aufgebaut, jedoch weist es lediglich die Öl-Gewinnung (G2) und
die Qualitätskontrolle (QS) auf. Anstatt der Schmierfett-
Herstellung (P) wird das zurückgewonnene Schmieröl (2D, 2N) in
einer Nachadditivierung zu nahezu neuwertigem Schmieröl (2R)
aufbereitet.
Ein Recycling-Verfahren zur Rückgewinnung der Verdickungsmittel
(3) besteht, wie in Fig. 1 und Fig. 2 aufgezeigt, aus einer Öl-
Abtrennung (G2) zur Minimierung der auf zubereitenden Stoffmenge
(R2, R3) und einer Verdickungsmittel-Gewinnung (G3). Mit Hilfe
einer ausgangsseitig zwischen der Öl-Abtrennung (G2) und
Verdickungsmittel-Gewinnung (G3) angeordneten Trocknung (TS) ist
das Extraktionsmittel (L1) kostensparend zurückgewinnbar.
Claims (34)
1. Verfahren zum stofflichen Recycling von Alt-Schmierfett zu
nahezu neuwertigem Recycling-Schmierfett,
bei welchem in einer Öl-Rückgewinnung (G2) aus dem gesammelten, verunreinigten Alt-Schmierfett (1A) mindestens das Öl (2) mehrstufig abtrennt wird,
und danach das zurückgewonnene Öl (2, 2D) in einer Qualitätskontrolle (QS) auf seine Verwendungsfähigkeit als Grundöl für die Herstellung von Schmierfett geprüft wird, indem in mindestens einer Qualitätsanalyse (QA1, QA2) der Additiv- Anteil und/oder die chemischen sowie physikalischen Eigenschaften des zurückgewonnenen Öles (2, 2D) bestimmt wird, und bevor dieses Öl (2, 2D, 2N) als Recycling-Öl (2R) abhängig von den Analysewerten direkt oder nach einer weiteren Nachbereitung (NS) in der Schmierfett-Herstellung (P) verarbeitet wird, in welcher zur Herstellung des nahezu neuwertigen Recycling-Schmierfettes (IR) in das von dem Recycling-Öl (2R) gebildete Grundöl Verdickungsmittel (3, 3R) sowie Additive (4) eingemischt werden.
bei welchem in einer Öl-Rückgewinnung (G2) aus dem gesammelten, verunreinigten Alt-Schmierfett (1A) mindestens das Öl (2) mehrstufig abtrennt wird,
und danach das zurückgewonnene Öl (2, 2D) in einer Qualitätskontrolle (QS) auf seine Verwendungsfähigkeit als Grundöl für die Herstellung von Schmierfett geprüft wird, indem in mindestens einer Qualitätsanalyse (QA1, QA2) der Additiv- Anteil und/oder die chemischen sowie physikalischen Eigenschaften des zurückgewonnenen Öles (2, 2D) bestimmt wird, und bevor dieses Öl (2, 2D, 2N) als Recycling-Öl (2R) abhängig von den Analysewerten direkt oder nach einer weiteren Nachbereitung (NS) in der Schmierfett-Herstellung (P) verarbeitet wird, in welcher zur Herstellung des nahezu neuwertigen Recycling-Schmierfettes (IR) in das von dem Recycling-Öl (2R) gebildete Grundöl Verdickungsmittel (3, 3R) sowie Additive (4) eingemischt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
neben dem Grundöl (2) auch das Verdickungsmittel (3) aus dem
Alt-Schmierfett (1A) abgetrennt und als Recycling-
Verdickungsmittel (3R) bei der Herstellung (P) des Recycling-
Schmierfettes (1R) verwendet wird.
3. Verfahren zur Gewinnung einer nahezu neuwertigen Recycling-
Schmierflüssigkeit aus Alt-Schmierfett durch stoffliches
Recycling,
bei welchem in einer Öl-Rückgewinnung (G2) aus dem gesammelten, verunreinigten Alt-Schmierfett (1A) mindestens das Öl (2) mehrstufig abtrennt wird,
und danach das zurückgewonnene Öl (2) in einer Qualitätskontrolle (QS) auf seine Verwendungsfähigkeit als Schmierflüssigkeit geprüft wird, indem in mindestens einer Qualitätsanalyse (QA1, QA2) der Additiv-Anteil und/oder die chemischen sowie physikalischen Eigenschaften des zurückgewonnenen Öles (2, 2D) bestimmt wird, und dann das zurückgewonnene Öl (2, 2D, 2N) als Schmierflüssigkeit abhängig von den Analysewerten direkt oder nach einer Nachadditivierung verarbeitet wird, wobei in der Nachadditivierung zur Herstellung der nahezu neuwertigen Recycling-Schmierflüssigkeit zu dem zurückgewonnenen Öl (2, 2D, 2N) Additive eingemischt werden.
bei welchem in einer Öl-Rückgewinnung (G2) aus dem gesammelten, verunreinigten Alt-Schmierfett (1A) mindestens das Öl (2) mehrstufig abtrennt wird,
und danach das zurückgewonnene Öl (2) in einer Qualitätskontrolle (QS) auf seine Verwendungsfähigkeit als Schmierflüssigkeit geprüft wird, indem in mindestens einer Qualitätsanalyse (QA1, QA2) der Additiv-Anteil und/oder die chemischen sowie physikalischen Eigenschaften des zurückgewonnenen Öles (2, 2D) bestimmt wird, und dann das zurückgewonnene Öl (2, 2D, 2N) als Schmierflüssigkeit abhängig von den Analysewerten direkt oder nach einer Nachadditivierung verarbeitet wird, wobei in der Nachadditivierung zur Herstellung der nahezu neuwertigen Recycling-Schmierflüssigkeit zu dem zurückgewonnenen Öl (2, 2D, 2N) Additive eingemischt werden.
4. Verfahren zur Gewinnung von Recycling-Verdickungsmittel aus
Alt-Schmierfett durch stoffliches Recycling, bei aus dem
gesammelten, verunreinigten Alt-Schmierfett (1A) zuerst das Öl
(2) mehrstufig abtrennt wird und dann aus dem verbleibenden
Rückstand (Raffinat) (R1, R2, R3) das Verdickungsmittel (3)
und/oder dessen Komponenten abgetrennt werden, welche als
Wertstoffe (3R) einsetzbar sind.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1, 2, 3 oder 4, dadurch
gekennzeichnet, daß in einer ersten Extraktionsstufe (ES1) aus
dem Alt-Schmierfett (1A) ein Teil des Öles (2) mit Hilfe eines
geeigneten Extraktionsmittels (L1) extrahiert wird und in
mindestens einer weiteren Extraktionsstufe (ES2, ES3) jeweils
aus einem verbleibenden Raffinat (R1, R2), bestehend aus
Verdickungsmittel (B) und Verunreinigungen (5) der Restanteil
des Öles (2) herausgelöst wird, und daß in einer Destillation
(DS) aus dem Öl-Extraktionsmittel-Gemisch (E1, E2, E3) das
Extraktionsmittel (L1) von dem Öl (2) abdestilliert wird und
dann das zurückgewonnene Öl (2D) in der Qualitätskontrolle (QS)
untersucht wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Extraktion im Gleichstromprinzip oder Kreuzstromprinzip
durchgeführt wird, wozu in der ersten Extraktionsstufe (ES1)
oder allen Extraktionsstufen (ES2, ES3) reines Extraktionsmittel
(L1) zugegeben wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Extraktion im Gegenstromprinzip durchgeführt wird, wozu nur in
der letzten Extraktionsstufe (ES2, ES3) reines Extraktionsmittel
(L1) zugegeben wird.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß das Öl (2) durch Benzin als
Extraktionsmittel (L1) aus dem Alt-Schmierfett (1A) gelöst wird.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß nach der Extraktion jeweils eine
Separation zur Abtrennung des Öl-Extraktionsmittel-Gemisches
(Extraktes) (E1, E2, E3) von dem Raffinat (R1, R2, R3) aus
Verdickungsmittel (3) und Verunreinigungen (5) vorgenommen wird.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß in einer Trocknung (TS) aus dem
Raffinat (R2, R3) der letzten Extraktionsstufe (ES2, ES3) das
enthaltene Extraktionsmittel (L1) entfernt wird und das
zurückgewonnene Extraktionsmittel (L1) in den Extraktionsstufen
(ES1, ES2, ES3) wiederverwendet wird.
11. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 2, 4 bis
10, dadurch gekennzeichnet, daß in einer Verdickungsmittel-
Gewinnung (G3) mit einer Extraktions- und Kristallisationsstufe
(ES, KS) aus dem Raffinat (R1, R2, R3) der letzten
Extraktionsstufe (ES1, ES2, ES3) von der Öl-Rückgewinnung (G2)
oder aus einem Trocknungsrückstand (TR) der Trocknung (TS) das
Verdickungsmittel (3) mit Hilfe eines Lösungsmittels (L2)
verunreinigungsfrei abgetrennt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das
Verdickungsmittel (3) durch Methanol oder Methanol-Chloroform-
Gemisch als Lösungsmittel (L2) gelöst wird.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet,
daß das nach einer Extraktion (ES) in der Verdickungsmittel-
Gewinnung (G3) jeweils eine Separation zur Abtrennung der
Verunreinigungen (5) von dem Verdickungsmittel-Lösungsmittel-
Gemisch vorgenommen wird.
14. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet,
daß nach einer Extraktion (ES) in der Verdickungsmittel-Gewinnung
(G3) jeweils eine Dekantation zur Abtrennung der
Verunreinigungen (5) von dem Verdickungsmittel-Lösungsmittel-
Gemisch vorgenommen wird.
15. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet,
daß nach einer Extraktion (ES) in der Verdickungsmittel-
Gewinnung (G3) jeweils eine elektrostatische Abscheidung zur
Abtrennung der Verunreinigungen (5) von dem Verdickungsmittel-
Lösungsmittel-Gemisch vorgenommen wird.
16. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet,
daß nach einer Extraktion (ES) in der Verdickungsmittel-
Gewinnung (G3) jeweils eine Filtration zur Abtrennung der
Verunreinigungen (5) von dem Verdickungsmittel-Lösungsmittel-
Gemisch vorgenommen wird.
17. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 11 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kristallisation (KS) eine
Kühlkristallisation ist.
18. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 11 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, daß in die Kristallisation (KS) eine
Verdampfungskristallisation ist.
19. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 18,
dadurch gekennzeichnet, daß in einer Nachbehandlung (NS) bei
Nichteinhaltung der vorgegebenen Qualitätskriterien das
zurückgewonnene Öl (2D) durch Reinigung, wie Strippen, und/oder
Neutralisation zu dem Recycling-Öl (2N, 2R) weiteraufbereitet
wird.
20. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1, 2, 3, 5
bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß in der Qualitätskontrolle
(QS) mit Hilfe von chemischen Qualitätsanalysen (QA1, QA2) die
Analysewerte für die chemischen Eigenschaften des zurückgewonnen
Öles (2D), wie Wassergehalt, Jodzahl, Sufatasche, Säurezahl oder
dgl., ermittelt werden und/oder eine Atomabsorptions-
Spektroskopie (AAS), Infrarot-Spektroskopie (IR),
Röntgenfluoreszenz-Spektroskopie (RFA), Inductively coupled
Plasma (IPC), Kernresonanz-Spektroskopie (NMR), Ionenpaar-
Chromatographie (IPC), Hochdruck-Flüssigkeitschromatographie
(HPLC), Gaschromatographie (GC), Massenspektrometrie (MS) oder
Kombinationen aus vorgenannten Verfahren durchgeführt wird.
21. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1. 2, 3, 5
bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß in der Qualitätskontrolle
(QS) mit Hilfe von physikalischen Qualitätsanalysen (QA2) die
Analysewerte für die physikalischen Eigenschaften des
zurückgewonnen Öles (2D), wie Flammpunkt, Dichte, Viskosität,
Tropfpunkt, Verunreinigungsgrad, Penetration,
Alterungsstabilität/Oxidationsbeständigkeit oder dgl., ermittelt
werden.
22. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1, 2, 3, 5
bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß in der Qualitätskontrolle
(QS) mit Hilfe von Qualitätsanalysen (QA2), insbesondere
Brugger-Test (DIN 51 347), Vierkugel-Prüfung (DIN 51 350, ASTM D
2596), die Analysewerte für die tribologischen Eigenschaften des
zurückgewonnen Öles (2D), wie Reibung, Verschleiß,
Schmierfähigkeit, ermittelt werden.
23. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1, 2, 3, 5
bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß in der Schmierfett-
Herstellung (P) oder in der Nachadditivierung der
Schmierflüssigkeit die Additive (4) meßwertabhängig von den
Analysewerten aus der Qualitätskontrolle (QS) für das
zurückgewonnene Öl (2D) zudosiert werden.
24. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 23,
dadurch gekennzeichnet, daß das Öl (2) kontinuierlich abgetrennt
wird.
25. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 23,
dadurch gekennzeichnet, daß das Öl (2) batchweise abgetrennt
wird.
26. Vorrichtung zum Aufbereiten von Alt-Schmierfetten zu nahezu
neuwertigem Recycling-Schmierfett, insbesondere zur Durchführung
des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in
dieser Recyclinganlage eine mehrstufige Öl-Rückgewinnung (G2)
mit mindestens einem Extraktor (EV, EV1, EV2, EV3) und einem
Abscheider (AV, AV1, AV2, AV3) eine Destilliervorrichtung (DV)
für das Extrakt (E1, E2, E3) zugeordnet ist, welcher eine
Mischvorrichtung (MV) mit je einer Dosiereinrichtung (DZ2, DZ3,
DZ4) für Recycling-Öl (2R), Verdickungsmittel (3, 3R) und
Additive (4) zur Herstellung des Recycling-Schmierfettes (1R)
unmittelbar oder unter Zwischenschaltung einer Öl-
Nachbereitungsvorrichtung (RNV) nachgeschaltet ist.
27. Vorrichtung nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, daß
hinter dem ausgangsseitigen Abscheider (AV, AV3) der Öl-
Rückgewinnung (G2) ein Trockner (TV) und eine mehrstufige
Verdickungsmittel-Gewinnung (G3) mit einem Extraktor mit
zugeordnetem Lösungsmittel-Behälter (VB2), einem Feststoff-
Abscheider, einem Kristallisator (KV) und einem weiteren
Abscheider für das Verdickungsmittel (3) angeordnet sind.
28. Vorrichtung zur Gewinnung einer Schmierflüssigkeit aus Alt-
Schmierfett, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach
Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß in dieser Recycling-
Anlage einer mehrstufigen Öl-Rückgewinnung (G2) mit mindestens
einem Extraktor (EV, EV1, EV2, EV3) und einem Abscheider (AV,
AV1, AV2, AV3) eine Destilliervorrichtung (DV) für das Extrakt
(E1, E2, E3) zugeordnet ist, welcher eine Mischvorrichtung (MV)
mit einer Dosiereinrichtung (DZ4) für Additive (4) zur
Herstellung einer Schmierflüssigkeit unmittelbar oder unter
Zwischenschaltung einer Öl-Nachbereitungsvorrichtung (RNV)
nachgeschaltet ist.
29. Vorrichtung zur Gewinnung von Verdickungsmitteln aus Alt-
Schmierfett, insbesondere zur Durchführung eines Verfahrens nach
Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß in dieser Recycling-
Anlage einer mehrstufigen Öl-Rückgewinnung (G2) eine mehrstufige
Verdickungsmittel-Gewinnung (G3) mit einem Extraktor mit
zugeordnetem Lösungsmittel-Behälter (VB2), sowie einem
Kristallisator (KV) und einem weiteren Abscheider für das
Verdickungsmittel (3) nachgeschaltet ist.
30. Vorrichtung nach Anspruch 26, 27, 28 oder 29, dadurch
gekennzeichnet, daß die mehrstufige Öl-Rückgewinnung (G2) aus
einer im Gleichstromprinzip oder Kreuzstromprinzip betriebenen
Kaskade (EV1, AV1; AV2, EV2, AV2; EV3, AV3) besteht, in welcher
mindestens der erste Extraktor (EV1) an einen Vorratsbehälter
(VB1) mit dem Extraktionsmittel (L1) angeschlossen ist.
31. Vorrichtung nach Anspruch 26, 27, 28 oder 29, dadurch
gekennzeichnet, daß die mehrstufige Öl-Rückgewinnung aus einer
im Gegenstromprinzip betriebenen Kaskade (EV1, AV1; AV2, EV2,
AV2; EV3, AV3) besteht, in welcher nur der letzte Extraktor
(EV3) an einen Vorratsbehälter (VB1) mit dem Extraktionsmittel
(L1) angeschlossen ist.
32. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 26 bis
31, dadurch gekennzeichnet, daß der Abscheider (AV, AV1, AV2,
AV3) ein Separator ist.
33. Vorrichtung nach Anspruch 27 oder 29, dadurch
gekennzeichnet, daß der Feststoff-Abscheider in der
Verdickungsmittel-Gewinnung (G3) von einem Separator, Filter,
Dekanter, Magnetabscheider, elektrostatischer Abscheider, oder
dgl. gebildet ist.
34. Vorrichtung nach Anspruch 27, 29 oder 33, dadurch
gekennzeichnet, daß der weitere Abscheider für das
Verdickungsmittel in der Verdickungsmittel-Gewinnung (G3) von
einem Separator, Filter, Naßsieb oder dgl. gebildet ist.
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