DE19745891A1 - Verfahren zum Gewinnen des Muskelfleisches von Fischen und Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zum Gewinnen des Muskelfleisches von Fischen und Einrichtung zur Durchführung des VerfahrensInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Gewinnen des Muskelfleisches von
geköpften Fischen durch Abtrennen des Muskelfleisches von den dorsalen
und/oder ventralen Speichen (processus dorsalis et ventralis) mitsamt den
Flossen und Flossenhaltern sowie von den Rippen bzw. seitlichen
Wirbelfortsätzen und der Wirbelsäule sowie eine Einrichtung zur
Durchführung des Verfahrens, umfassend einen die Fische längs einem
Förderpfad fördernden Förderer, Trennmittel zum Abtrennen des
Muskelfleisches von den dorsalen und/oder ventralen Speichen und
Flossenhaltern, den Rippen und der Wirbelsäule, den Trennmitteln
zugeordnete und in deren Trennebenen verlaufende Grätenführungen mit
dem Förderpfad zuweisenden Führungskanten, Meßmittel zum Erfassen
eines individuellen Fischmaßes und Rechnermittel zur Erzeugung von
Steuersignalen.
Solche Verfahren sind in mannigfaltigen Varianter Grundlage der
Filetgewinnung.
Ein solches Verfahren ist beispielsweise aus der DE-PS 14 54 087 zu
entnehmen, welche eine typische Werkzeugfolge und -anordnung für die
entsprechende Bearbeitung von Fischen zeigt. In diesem Beispiel wird der
zu bearbeitende Fischrumpf mittels eines Schubsattels in seiner Bauchhöhle
unterstützt und mit dem Schwanz voraus gegen Paare von Rücken- und
Bauchmessern geschoben, die die Filets von den dorsalen und ventralen
Speichen freischneiden und anschließend gegen ein Paar dachförmig
zueinandergestellter Flankenmesser, deren Schneiden im Augenblick des
Vorbeiganges des Bauchhöhlenendes in Schnittstellung gebracht werden
und die Filets von den Rippen frei schneiden. Ein Paar Trennmesser sorgt
schließlich noch für die vollständige Ablösung der Filets von den Flanken
der Wirbelsäule im Schwanzbereich des Fischrumpfes, während derselbe
durch Eingriff in die dorsalen und ventralen Einschnitte geführt wird. Das
vorzusehene gegenseitige Abstandsmaß der Rücken- und Bauchmesser
richtet sich dabei nach den anatomischen Gegebenheiten der zur
Verarbeitung kommenden Fischart und Fischgröße, wobei üblicherweise das
in der Nähe der Wirbelsäule anzutreffende größte Dickenmaß der dorsalen
und ventralen Speichen zugrundezulegen ist, und zwar derjenigen in der
Nähe des Kopfes bzw. des Bauchhöhlenendes. Diese Gegebenheiten haben
zur Folge, daß das Abtrennen der Filets von den dorsalen und ventralen
Speichen unter Belassen eines Fleischstreifens an dem Grätengerüst
erfolgt, der die genannten Speichen sowie die Rücken- und Bauchflossen
mitsamt den an ihrem Grunde befindlichen knorpeligen Dicke aufweist, so
daß ein erheblicher Teil wertvollen Muskelfleisches als Filetfleisch verloren
geht.
In dem Bestreben diesen Verlust zu reduzieren, wurden nach einem
praktizierten Stand der Technik die entsprechenden Werkzeuge einer den
Fisch mit dem Schwanz voraus fördernden Maschine mit Messern versehen,
die eine gegeneinander gerichtete axiale Anfederung aufweisen und mit
einer Innenfase ausgestattet sind. Der Grundabstand der Messer wird dabei
so eingestellt, daß nach dem Anschnitt unter Wirkung der Innenfasen eine
Verdrängung der Messer durch die in Schnittrichtung zunehmend dicker
werdenden dorsalen bzw. ventralen Speichen erfolgt. Der erzielte
Ausbeutegewinn basiert auf der sich daraus ergebenden Anpassung der
Dicke des die dorsalen und ventralen Speichen beinhaltenden
Fleischstreifens an die jeweilige Dicke derselben in der Nähe der
Wirbelsäule. Bei dieser Anordnung der Messer zeigt sich, daß gleichzeitig
auch die Flanken der genannten Flossenhalter im wesentlichen in der
Schnittfläche sicht- bzw. fühlbar sind, so daß mit Trennschnitten ebener
Ausbildung ein weiterer Ausbeutegewinn nicht erzielbar ist.
Die Erfindung macht sich zwecks weiterer Steigerung des Ausbeutegewinns
zunutze, daß die dorsalen und ventralen Speichen und auch die
Flossenhalter im Bereich ihrer einander zugekehrten Enden spitz zulaufen,
so daß beim konventionellen Filetieren zwischen den den Messerabstand
bestimmenden Stellen der Flossenhalter und der dorsalen bzw. ventralen
Speichen noch Filetfleisch verbleibt.
Es ist die Aufgabe der Erfindung, ein Filetierverfahren anzugeben, das
ausgehend von der konventionellen Filetiertechnik ermöglicht, die Ausbeute
an hochwertigem Filetfleisch entscheidend zu verbessern.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Fisch zum
Abtrennen des Muskelfleisches von den Speichen zunächst mit längs der
Flossenreihe und zu beiden Seiten der Flossenhalter verlaufenden und im
wesentlichen bis in den Bereich der Spitzen der Speichen reichenden
Einschnitten versehen wird und daß dann das Abtrennen des
Muskelfleisches von den Speichen unter Anschluß an die Einschnitte neben
den Flossenhaltern erfolgt
Zur Durchführung dieses Verfahrens ist eine Einrichtung der eingangs beschriebenen Art geeignet, die dadurch gekennzeichnet ist, daß die Trennmittel zum Freischneiden des Muskelfleisches von den dorsalen und/oder ventralen Speichen ein erstes und ein zweites Werkzeug umfassen, welche jeweils mit Paaren von Schneidmitteln ausgestattet sind, wobei die Schneidmittel des ersten Werkzeuges sowie die zugeordneten Grätenführungen bezüglich der Lage ihrer Schneiden bzw. Führungskanten relativ zu dem Förderpfad höhersteuerbar sind und wobei die Schneidmittel des zweiten Werkzeuges als zwischen den Grätenführungen angeordnete Messerklingen mit dem Förderpfad zuweisenden Schneiden ausgebildet und von dem Förderpfad weg elastisch verdrängbar sind.
Zur Durchführung dieses Verfahrens ist eine Einrichtung der eingangs beschriebenen Art geeignet, die dadurch gekennzeichnet ist, daß die Trennmittel zum Freischneiden des Muskelfleisches von den dorsalen und/oder ventralen Speichen ein erstes und ein zweites Werkzeug umfassen, welche jeweils mit Paaren von Schneidmitteln ausgestattet sind, wobei die Schneidmittel des ersten Werkzeuges sowie die zugeordneten Grätenführungen bezüglich der Lage ihrer Schneiden bzw. Führungskanten relativ zu dem Förderpfad höhersteuerbar sind und wobei die Schneidmittel des zweiten Werkzeuges als zwischen den Grätenführungen angeordnete Messerklingen mit dem Förderpfad zuweisenden Schneiden ausgebildet und von dem Förderpfad weg elastisch verdrängbar sind.
Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens bestehen insbesondere
darin, daß das Freischneiden der Flossenhalter unter individueller
Anpassung der Schneidmittel an deren Dicke und Flankenstruktur erfolgt
und daß ebenso der den Filetierschnitt vervollständigende Freischnitt der
dorsalen und/oder ventralen Speichen unmittelbar längs deren Flanken
führbar ist.
Das Abtrennen des Muskelfleisches in der erfindungsgemäßen Weise
erbringt optimale Fleischausbeute bei der entsprechenden Bearbeitung im
Bereich der dorsalen und der ventralen Speichen. Dabei sind die
erforderlichen technischen Mittel für die beiden Bearbeitungsbereiche im
wesentlichen identisch, so daß die nachstehenden Ausführungen zu der
Bearbeitung der dorsalen Speichen stets auch auf die Bearbeitung der
ventralen Speichen übertragbar sind.
Bevorzugte Ausführungsmerkmale sind den Unteransprüchen zu
entnehmen. Dabei bewirkt die federelastische Verdrängbarkeit der
Messerklingen eine Art Schabeschnitt, der sich an den Flanken der
Speichen orientiert, und damit sicherstellt, daß diese ausbeutegünstigst
freigeschabt werden.
Weiter kann durch die unabhängige Steuerbarkeit des ersten Werkzeugs
und der Grätenführungen erreicht werden, daß die Lage der
Führungskanten gegenüber der Einschnittiefe des ersten Werkzeuges
beeinflußbar ist. Auf diese Weise kann erreicht werden, daß, wie es für die
erfindungsgemäße Bearbeitung erforderlich ist, einerseits der
Schwanzbereich sicher führbar ist (Führungskanten und Messerschneiden
auf einer Höhe) und andererseits eine zwangfreie Führung im übrigen
Bereich ermöglicht ist (Führungskanten gegenüber Messerschneiden
zurückgesetzt).
Für eine sichere Funktion des ersten Werkzeuges, dem auch die Trennung
der zähen Haut obliegt, hat sich als optimal erwiesen, wenn dessen
Schneidmittel als angetriebene Kreismesser ausgebildet sind, die bezüglich
des gegenseitigen Abstandes ihrer wirksamen Schneiden steuerbar sind.
Dabei ergibt sich bei der Abstandsteuerung der Kreismesser durch
Änderung ihrer gegenseitigen Winkellage die Möglichkeit der Anpassung an
die über die Fischlänge sich ändernde Dicke und Form der Flossenhalter, so
daß ein ausbeutegünstiger Schnitt gewährleistet ist. Eine weitere
Optimierung des Ergebnisses kann noch dadurch erreicht werden, daß die
Kreismesser im Sinne einer Vergrößerung ihres Abstandes zueinander
elastisch verdrängbar sind.
Schließlich ermöglicht die Verwendung von Schrittmotoren für die
Erzeugung der Steuerbewegungen in Verbindung mit Rechnermitteln eine
universelle und exakt reproduzierbare Steuerbarkeit der einzelnen
Arbeitsmittel.
Über die vorstehend dargelegten Vorteile hinaus wird durch Anwendung des
erfindungsgemäßen Verfahrens die Gefahr gemindert, daß
Unregelmäßigkeiten an dem Grätengerüst, wie Verwachsungen,
Beschädigungen u. ä. bewirken, daß Grätenteile abgespalten werden und im
Filet verbleiben. Es ist daher mit diesem Verfahren der weitere Vorteil
verbunden, daß der Zeitbedarf für die lohn- und personalintensive
Qualitätskontrolle und -korrektur reduziert ist.
Die erfindungsgemäße Einrichtung ist nachstehend anhand eines in der
Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine perspektivische Teilansicht einer Filetiermaschine im Bereich
der Werkzeuge zum Freischneiden der dorsalen und ventralen
Speichen in vereinfachter Darstellung,
Fig. 2 einen "gläsernen" Fisch zur Verdeutlichung der anatomischen
Einzelheiten,
Fig. 3 eine ausschnittweise Seitenansicht der Maschine nach Fig. 2,
Fig. 4 eine Querschnittansicht des Werkzeuges zum Freischneiden der
dorsalen Speichen mit einem in Bearbeitung befindlichen Fisch im
Halbschnitt dargestellt, wobei die rechte Darstellung die Bearbeitung
des Schwanzbereiches in Höhe der Schnittlinie I-I nach Fig. 2 und
die linke Darstellung die Bearbeitung des die Bauchhöhle
enthaltenden Bereiches in Höhe der Schnittlinie II-II nach Fig. 2
zeigt,
Fig. 5 eine vergrößerte ausschnittweise Draufsicht auf die Darstellung
nach Fig. 3,
Fig. 6 ein Querschnitt durch den Fisch längs der Schnittebene II in Fig. 2,
Fig. 7 ein Querschnitt durch den Fisch längs der Schnittlinie I in Fig. 2,
und
Fig. 8 ein Blockschaltbild für die Steuerung der Maschine.
Wie insbesondere aus Fig. 1 ersichtlich, umfaßt die erfindungsgemäße
Einrichtung zum Gewinnen des Muskelfleisches von Fischen einen Förderer
1 zum Fördern des zu bearbeitenden Fisches, eine Meßeinrichtung 2 zum
Erfassen spezifischer Fischdaten, eine Trenneinrichtung 3 zum Abtrennen
des Muskelfleisches von den ventralen Speichen 59, eine
Trenneinrichtung 4 zum Abtrennen des Muskelfleisches von den dorsalen
Speichen 58 und Mittel 5 zum Führen der Fische 55.
Die vorstehend bezeichneten Elemente sind in einem nicht näher
dargestellten Maschinengestell angeordnet. Der Förderer 1 ist als endloser
Kettenförderer 6 ausgebildet, der um zwei Umlenkräder, von denen
lediglich eines mit dem Bezugszeichen 7 angedeutet ist, geführt ist und mit
Aufnahmesätteln 8 zur Aufnahme der Fische in ihrer Bauchhöhle 56 und
Förderung derselben mit dem Schwanz 57 voraus bestückt ist. Der
Förderer 1 folgt mit seinem Obertrum 9 einen linearem Förderpfad 10
Die Meßeinrichtung 2 ist oberhalb des Förderpfades 10 angeordnet und weist ein Paar spiegelbildlich neben dem Förderpfad und gegenläufig synchronisierter Tastarme 11 mit Tastschuhen 12 zum Erfassen des Dickenmaßes der Fische auf. Den Tastarmen 11 ist ein eine seitliche Verdrängbewegung registrierender Sensor in Form eines Winkelcodierers 13 zugeordnet.
Die Meßeinrichtung 2 ist oberhalb des Förderpfades 10 angeordnet und weist ein Paar spiegelbildlich neben dem Förderpfad und gegenläufig synchronisierter Tastarme 11 mit Tastschuhen 12 zum Erfassen des Dickenmaßes der Fische auf. Den Tastarmen 11 ist ein eine seitliche Verdrängbewegung registrierender Sensor in Form eines Winkelcodierers 13 zugeordnet.
Die Trenneinrichtung 3 umfaßt ein Paar Kreismesser 14 zum
Freischneiden der ventralen Speichen 59 und zum Abtrennen des
Muskelfleisches im Dorsalbereich ein erstes Werkzeug 15 zum
Freischneiden der dorsalen Flossenhalter 60 sowie ein zweites Werkzeug
16 zum Abschälen des Muskelfleisches von den dorsalen Speichen 58
Das erste Werkzeug 15 weist ein Paar Kreismesser 17 auf, die konzentrisch zueinander und einen zu dem Förderpfad 10 symmetrischen Spalt 18 bildend angeordnet sind. Die Kreismesser 17 sind entsprechend Fig. 4 steuerbar und zwar bezüglich einer Veränderung des Abstandes ihrer wirksamen Schneiden zu dem Förderpfad 10 sowie ihrer Winkelstellung zueinander. Darüber hinaus sind sie axial nach außen elastisch verdrängbar, wie es mit der Feder 19 angedeutet ist. Zu diesem Zweck ist jedes Kreismesser 17 auf einer in einem Lagergehäuse 20 gelagerten Antriebswelle 21 festgelegt, deren vorderer Teil 22 in einem auslenkbaren Gehäuseteil 23 gelagert ist und über eine nicht gezeigte Federkupplung mit dem antriebsseitigen Teil der Antriebswelle 21 verbunden ist, auf der eine Zahnriemenscheibe 24 für den Antrieb der Kreismesser 17 befestigt ist. Die Lagergehäuse 20 sind mittels einer Hohlwelle 25 miteinander verbunden, die in dem Maschinengestell drehbar gelagert ist. An der Hohlwelle 25 ist ein Kurbelhebel 26 befestigt, an dem ein Stellglied 27 angreift. In der Hohlwelle 25 ist eine Welle 28 gelagert, die ebenfalls mit einem Kurbelhebel 29 versehen ist, an dem ein Stellglied 30 angreift. An der Welle 28 sind zwei weitere Kurbelhebel 31 angeordnet, deren jeder über einen Lenker 32 mit einem freien Ende eines zweiarmigen Hebels 33 verbunden ist. Der Hebel 33 ist um ein an dem Lagergehäuse 20 angebrachte Lagerstelle 34 schwenkbar und sein anderes freies Ende an dem Gehäuseteil 23 gelagert.
Das erste Werkzeug 15 weist ein Paar Kreismesser 17 auf, die konzentrisch zueinander und einen zu dem Förderpfad 10 symmetrischen Spalt 18 bildend angeordnet sind. Die Kreismesser 17 sind entsprechend Fig. 4 steuerbar und zwar bezüglich einer Veränderung des Abstandes ihrer wirksamen Schneiden zu dem Förderpfad 10 sowie ihrer Winkelstellung zueinander. Darüber hinaus sind sie axial nach außen elastisch verdrängbar, wie es mit der Feder 19 angedeutet ist. Zu diesem Zweck ist jedes Kreismesser 17 auf einer in einem Lagergehäuse 20 gelagerten Antriebswelle 21 festgelegt, deren vorderer Teil 22 in einem auslenkbaren Gehäuseteil 23 gelagert ist und über eine nicht gezeigte Federkupplung mit dem antriebsseitigen Teil der Antriebswelle 21 verbunden ist, auf der eine Zahnriemenscheibe 24 für den Antrieb der Kreismesser 17 befestigt ist. Die Lagergehäuse 20 sind mittels einer Hohlwelle 25 miteinander verbunden, die in dem Maschinengestell drehbar gelagert ist. An der Hohlwelle 25 ist ein Kurbelhebel 26 befestigt, an dem ein Stellglied 27 angreift. In der Hohlwelle 25 ist eine Welle 28 gelagert, die ebenfalls mit einem Kurbelhebel 29 versehen ist, an dem ein Stellglied 30 angreift. An der Welle 28 sind zwei weitere Kurbelhebel 31 angeordnet, deren jeder über einen Lenker 32 mit einem freien Ende eines zweiarmigen Hebels 33 verbunden ist. Der Hebel 33 ist um ein an dem Lagergehäuse 20 angebrachte Lagerstelle 34 schwenkbar und sein anderes freies Ende an dem Gehäuseteil 23 gelagert.
Den Kreismessern 14 zum Freischneiden der ventralen Speichen und
derjenigen 17 zum Abtrennen des Muskelfleisches im Dorsalbereich
schließen sich, wie in Fig. 1 und 3 erkennbar, die Mittel 5 zum
Führen der Fische in Form von in den Schnittebenen der Kreismesser 14
bzw. 17 angeordneten Paaren von Grätenführungen 35 bzw. 36 an, die
unterhalb bzw. oberhalb des Förderpfades 10 angeordnet sind und einen
Spalt 37 zur Führung der ventralen Speichen 59 bzw. einen Spalt 38 zur
Führung der dorsalen Speichen 58 bilden. Weiter sind die
Grätenführungen 35 und 36 mit Führungskanten 39 bzw. 40 versehen,
die zwischen den Grätenführungen einen seitlichen Spalt 41 zur Führung
der Rippen 61 oder seitlichen Wirbelfortsätze ausbilden.
Die im dorsalen Bereich wirksamen Grätenführungen 36 weisen einen an
dieser um eine Achse 43 schwenkbar angelenkten vorderen Abschnitt 42
auf, der mittels eines Stellgliedes 44 im Sinne einer Beeinflussung des
Eingangsmaßes des Spaltes 41 steuerbar ist und aus einem Paar
Grätenführungen 45 besteht. Zwischen den Grätenführungen 45 ist das
zweite Werkzeug 16 zum Abschälen des Muskelfleisches von den dorsalen
Speichen 58 angeordnet. Es besteht, wie am besten aus Fig. 1, 3 und
5 ersichtlich, aus einem Paar aus Federblech gefertigter Messerklingen
46, die mit dem Förderpfad 10 zuweisenden Schneiden 47 versehen
sind, die gegen die Förderrichtung kufenförmig verlaufen. Die Messerklingen
46 sind an ihren gegen die Kreismesser 17 gerichteten vorderen Enden
48 gespreizt und ragen mit diesen in einen Spalt zwischen den äußeren
Flanken der Kreismesser 17 und den inneren Flanken der Grätenführungen
45. Die Messerklingen 46 sind an ihrem hinteren Ende an den
Grätenführungen 45 angelenkt und mittels eines Stellgliedes 49 derart
steuerbar, daß die Schneiden 47 zwischen einer Stellung, in der sie in den
Spalt 41 hineinragen und einer Stellung, in der sie hinter die
Führungskanten 40 zurückgezogen sind verstellbar sind.
Die Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Einrichtung ist folgende:
Die Steuerung der Einrichtung erfolgt gemäß Fig. 8 durch eine zentrale
Steuereinheit 50, die über einen Ein-Aus-Taster 51 aktivierbar ist. Die
Steuereinheit 50 wird synchronisiert durch einen mit dem Förderer 1
korrespondierenden Taktgeber 52 und durch einen Initiator 53, der die
Position des Aufnahmesattels 8 überwacht. Die Steuerung der
Steuereinheit 50 erfolgt weiter durch die Meßeinrichtung 2, die den
Verlauf des Dickenmaßes durch Zwischenlauf zwischen die Tastarme 11
ertastet und entsprechende Signale an die Steuereinheit 50 abgibt. Aus
den Signalen leitet die Steuereinheit ein geeignetes Programm für die als
Schrittmotore ausgebildeten Stellglieder 27, 30, 44, 49 ab.
Ein geköpfter und ausgeweideter Fisch 55 mir geöffneter Bauchhöhle 56
wird mit dieser auf einen von dem Förderer 1 herangeführten
Aufnahmesattel 8 so aufgesattelt, daß sein Schwanz 57 in
Bewegungsrichtung des Förderers 1 zeigt. Nach Ausrichtung durch nicht
dargestellte Ausrichtmittel gelangt der Fisch in den Bereich der
Meßeinrichtung 2, die den Verlauf seines Dickenmaßes und seiner Länge
registriert. Durch die Steuereinheit 50 werden die entsprechenden Signale
aufbereitet und daraus ein Steuerprogramm für die Steuerung der
Stellglieder 27, 30, 44, 49 hergeleitet. Dabei sieht das Steuerprogramm für
die Bearbeitung des dorsalen Bereiches vor, daß die Kreismesser 17 des
ersten Werkzeuges 15 über das Stellglied 27 und die Grätenführungen
45, über das Stellglied 44 abgesenkt werden, wenn das Schwanzende
des Fisches den Wirkbereich der Kreismesser 17 erreicht hat. Nach dem
Freischnitt des Muskelfleisches von einem Teil der dorsalen Speichen 58
werden die Kreismesser 17 aus ihrer Stellung mit bis dahin im wesentlichen
parallelem Spalt (sh. Fig. 4, rechte Seite) allmählich in eine Winkelstellung
zueinander gesteuert, die eine Vergrößerung des Spaltes 18 im oberen
Bereich der Kreismesser 17 bewirkt. Gleichzeitig wird über das Stellglied
27 die Höhenlage der Kreismesser 17 derart verändert, daß ihre
wirksamen Schneiden der in Fig. 2 strichpunktiert angedeuteten
Schnittiefenlinie 54 folgt, d. h. ein Freischnitt des Muskelfleisches nur im
Bereich der Flossenhalter 60 erfolgt (sh. Fig. 4, linke Seite). Nach dem
Anschnitt werden die Grätenführungen 45 mit den Kreismessern 17
angehoben und zwar so, daß die wirksamen Schneiden der Kreismesser 17
über die Führungskanten 40 vorstehen und für eine optimale Führung des
Skelettes sorgen. Auf diese Weise tritt das zweite Werkzeug 16 mit seinen
Messerklingen 46 in Aktion, die über das Stellglied 49 nach oben federnd
verdrängbar sind und fortschreitend das Muskelfleisch von den Flanken der
dorsalen Speichen 58 abschälen, wobei die Schälschnitte an die
Freischnitte im Bereich der Flossenhalter 60 anschließen und die
Messerklingen 46 mit ihren Schneiden 47 der zwischen den Speichen 58
und der Wirbelsäule 62 gebildeten Kehllinie 54.1 folgen.
Das Ablösen des Muskelfleisches im Bereich der ventralen Flossenhalter
und Speichen 59 kann in gleicher Weise oder auf herkömmlichem Wege
erfolgen, wobei letzteres auch für die Bearbeitung des
Bauchhöhlenbereiches und das Freischneiden des Muskelfleisches an den
Flanken der Wirbelsäule 62 gilt.
1
Förderer
2
Meßeinrichtung
3
Trenneinrichtung (ventral)
4
Trenneinrichtung (dorsal)
5
Mittel zum Führen
6
Kettenförderer
7
Umlenkrad
8
Aufnahmesattel
9
Obertrum
10
Förderpfad
11
Tastarm
12
Tastschuh
13
Winkelcodierer
14
Kreismesser (ventral)
15
erstes Werkzeug
16
zweites Werkzeug
17
Kreismesser (dorsal)
18
Spalt
19
Feder
20
Lagergehäuse
21
Antriebswelle
22
vorderer Teil
23
Gehäuseteil
24
Zahnriemenscheibe
25
Hohlhebel
26
Kurbelhebel
27
Stellglied
28
Welle
29
Kurbelhebel
30
Stellglied
31
Kurbelhebel
32
Lenker
33
zweiarmiger Hebel
34
Lagerstelle
35
Grätenführung (ventral)
36
Grätenführung (dorsal)
37
Spalt
38
Spalt
39
Führungskante
40
Führungskante
41
Spalt
42
vorderer Abschnitt
43
Achse
44
Stellglied
45
Grätenführung
46
Messerklinge
46.1
Engstelle
47
Schneide
48
vorderes Ende
49
Stellglied
50
Steuereinheit
51
Ein-Aus-Taster
52
Taktgeber
53
Initiator
54
Schnittiefenlinie
54.1
Kehllinie
55
Fisch
56
Bauchhöhle
57
Schwanz
58
dorsale Speiche
59
ventrale Speiche
60
Flossenhalter (dorsal)
60.1
Flossenhalter (ventral)
61
Rippe/Wirbelfortsatz
62
Wirbelsäule
63
Flosse
Claims (9)
1. Verfahren zum Gewinnen des Muskelfleisches von geköpften Fischen
durch Abtrennen des Muskelfleisches von den dorsalen und/oder
ventralen Speichen (58/59) (processus dorsalis et ventralis) mitsamt
den Flossen (63) und Flossenhaltern (60, 60.1) sowie von den
Rippen bzw. seitlichen Wirbelfortsätzen (61) und der Wirbelsäule
(62), dadurch gekennzeichnet, daß der Fisch zum
Abtrennen des Muskelfleisches von den Speichen (58, 59) zunächst
mit längs der Flossenreihe und zu beiden Seiten der Flossenhalter
(60, 60.1) verlaufenden und im wesentlichen bis in den Bereich der
Spitzen der Speichen reichenden Einschnitten versehen wird und daß
dann das Abtrennen des Muskelfleisches von den Speichen unter
Anschluß an die Einschnitte neben den Flossenhaltern erfolgt.
2. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1
umfassend
- - einen die Fische längs einem Förderpfad (10) fördernden Förderer (1),
- - Trennmittel (3, 4) zum Abtrennen des Muskelfleisches von den dorsalen und/oder ventralen Speichen (58, 59) und Flossenhaltern (60, 60.1), den Rippen (61) und der Wirbelsäule (62),
- - den Trennmitteln zugeordnete und in deren Trennebenen verlaufende Grätenführungen (35, 36, 45) mit dem Förderpfad zuweisenden Führungskanten (39, 40),
- - Meßmittel (2) zum Erfassen eines individuellen Fischmaßes und
- - Rechnermittel (50) zur Erzeugung von Steuersignalen
dadurch gekennzeichnet, daß die Trennmittel zum Abtrennen des Muskelfleisches von den dorsalen und/oder ventralen Speichen (58, 59) ein erstes (15) und ein zweites Werkzeug (16) umfassen, welche jeweils mit Paaren von Schneidmitteln (17, 46), ausgestattet sind, wobei die Schneidmittel (17) des ersten Werkzeuges (15) sowie die zugeordneten Grätenführungen (45) bezüglich der Lage ihrer Schneiden bzw. Führungskanten (40) relativ zu dem Förderpfad (10) höhensteuerbar sind und wobei die Schneidmittel des zweiten Werkzeuges (16) als zwischen den Grätenführungen (45) angeordnete Messerklingen (46) mit dem Förderpfad zuweisenden Schneiden (47) ausgebildet und von dem Förderpfad weg elastisch verdrängbar sind.
3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeich
net, daß die Messerklingen (46) des zweiten Werkzeuges (16)
bezüglich ihres Abstandes zueinander federelastisch verdrängbar
ausgebildet sind und der Verlauf ihrer Schneiden (47) gegen die
Förderrichtung kufenförmig ist, wobei der Abstand der Schneiden
zueinander im Bereich ihres kufenförmigen Verlaufs eine Engstelle
(46.1) aufweist.
4. Einrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Grätenführungen (45) mindestens in ihrem
gegen die Förderrichtung weisenden Bereich bezüglich der relativen
Lage ihrer Führungskanten (40) zu dem Förderpfad (10) und
unabhängig von dem ersten Werkzeug (15) höhenverstellbar sind.
5. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeich
net, daß die Schneidmittel des ersten Werkzeuges (15) als
angetriebene Kreismesser (17) ausgebildet sind, die bezüglich des
gegenseitigen Abstandes ihrer wirksamen Schneiden steuerbar sind.
6. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeich
net, daß die Abstandsteuerung der Kreismesser (17) durch
Änderung ihrer gegenseitigen Winkellage erfolgt.
7. Einrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Kreismesser (17) im Sinne einer
Vergrößerung ihres Abstandes zueinander elastisch verdrängbar
sind.
8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Steuerbewegungen durch
Schrittmotore (27, 30, 44, 49) entsprechend den von den
Rechnermitteln aufbereiteten Meßsignalen erzeugt werden.
9. Einrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß der Förderer (1) als die Fische (55)
in ihrer Bauchhöhle (56) unterstützender und mit dem Schwanz (57)
voraus fördernder Schubsattelförderer ausgebildet ist.
Priority Applications (9)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997145891 DE19745891A1 (de) | 1997-10-17 | 1997-10-17 | Verfahren zum Gewinnen des Muskelfleisches von Fischen und Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens |
| US09/529,556 US6322437B1 (en) | 1997-10-17 | 1998-10-02 | Method for stripping the muscle meat from fish and device for carrying out this method |
| PCT/EP1998/006251 WO1999020115A1 (de) | 1997-10-17 | 1998-10-02 | Verfahren zum gewinnen des muskelfleisches von fischen und einrichtung zur durchführung des verfahrens |
| DE19881497D DE19881497D2 (de) | 1997-10-17 | 1998-10-02 | Verfahren zum Gewinnen des Muskelfleisches von Fischen und Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens |
| DE19881497A DE19881497C1 (de) | 1997-10-17 | 1998-10-02 | Verfahren zum Gewinnen des Muskelfleisches von Fischen und Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens |
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| IS5442A IS2390B (is) | 1997-10-17 | 2000-04-13 | Aðferð við að fjarlægja vöðvakjöt af fiski og tæki til að framkvæma þá aðferð |
| NO20002016A NO320202B1 (no) | 1997-10-17 | 2000-04-17 | Fremgangsmate for avtagning av muskelkjott fra fisk og innretning til utforelse av fremgangsmaten |
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Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997145891 DE19745891A1 (de) | 1997-10-17 | 1997-10-17 | Verfahren zum Gewinnen des Muskelfleisches von Fischen und Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19745891A1 true DE19745891A1 (de) | 1999-04-22 |
Family
ID=7845819
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1997145891 Withdrawn DE19745891A1 (de) | 1997-10-17 | 1997-10-17 | Verfahren zum Gewinnen des Muskelfleisches von Fischen und Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens |
Country Status (1)
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