DE198295C - - Google Patents

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DE198295C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01CAMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
    • C01C1/00Ammonia; Compounds thereof
    • C01C1/02Preparation, purification or separation of ammonia
    • C01C1/08Preparation of ammonia from nitrogenous organic substances

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Analytical Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Solid Fuels And Fuel-Associated Substances (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 198295 KLASSE \2&. GRUPPE
Dr. NIKODEM CARO in BERLIN.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 26. August 1905 ab.
Bei den Zechenbetrieben bilden die Abfälle der Kohlengewinnung, die sogenannten Wäsche- und Leseberge, ein unerwünschtes und lästiges Produkt, dessen Beseitigung, möglichst unter Ausnutzung des in diesen Abfällen enthaltenen Kohlenstoffs, seit langem angestrebt wurde.
Diese Bestrebungen beschränkten sich auf die Umwandlung des in den Wäschebergen
ίο enthaltenen Kohlenmaterials in Heiz- bzw. Kraftgas. Sie scheiterten alle an dem Umstände, daß die Wäscheberge, · welche bis 8o Prozent Asche enthalten, weder in Koksöfen destilliert, noch in Generatoren vergast werden können.
Eine neue gewerbliche Verwendung dieser lästigen Abfälle wird dadurch erreicht, daß man den Stickstoff, der in den Wäschebergen enthalten ist, in Ammoniak umwandelt.
Es hat sich nämlich erwiesen, daß in den Wäschebergen mehr Stickstoff enthalten ist, wie der denselben anhaftenden Kohle entspricht. So z. B. enthält die Kohle der Gewerkschaft »MontCenis« in Sodingen (Westf.) in Form ungewaschener Kohle 70 Prozent Kohlenstoff und 1,2 Prozent Stickstoff, d. h. auf Reinkohle berechnet, 1,7 Prozent Stickstoff. Die Wäscheberge mit 30 Prozent Kohle dürften demnach nur 0,50 Prozent Stickstoff enthalten, wenn der Stickstoffgehalt lediglich der Kohle zuzuschreiben wäre. ' Untersuchungen haben aber ergeben, daß Wäscheberge der genannten Zeche mit solchem Kohlengehalt 0,9 bis I Prozent Stickstoff enthielten, d. h. die Berge selbst stickstoffhaltig, sind.
Es hat sich erwiesen; daß dieser Stickstoff der Berge, dessen Natur und Ursprung vollständig unbekannt ist, durch Einwirkung von Wasserdampf in Form von Ammoniak abgespalten wird; erhitzt man die Wäscheberge auf eine bestimmte hohe Temperatur und leitet darüber Wasserdampf, so wird hierbei der Stickstoff der Berge, und wie allgemein bekannt .ist, auch der Stickstoff der Kohle in Form von Ammoniak abgespalten, so daß man auf diese Weise den. ganzen Stickstoff der Berge und der anhaftenden Kohle in Form von Ammoniak erhält.
Diese Art der Verarbeitung von kohlehaltigen Bergen bedingt aber die Erhitzung der Berge in geschlossenen Öfen von außen.
Von gewerbicher Wichtigkeit ist aber ein Verfahren, bei dem die Möglichkeit.vorliegt, ohne Außenbeheizung unter Benutzung der den Bergen anhaftenden Kohle als Heizquelle diesen Prozeß der Ammoniakentbindung aus den Bergen bzw. der darin enthaltenen Kohle durchzuführen.
Die gewöhnlichen Generatorgasprozesse, bei denen die Gaserzeugung durch Überleiten von Luft mit bemessener Dampfzufuhr erfolgt, versagen hier vollständig. Es ist wohl möglich, einen Teil des in der anhaftenden Kohle enthaltenen Stickstoffs in Form von Ammoniak zu gewinnen, nicht aber den
Stickstoff der Berge in Ammoniak umzuwandeln.
Dies ist gemäß vorliegender Erfindung nur möglich unter Anwendung eines ganz besonderen Generatorgasverfahrens, welches unter dem Namen »Mond-Prozeß« zur Vergasung von Kohle bekannt ist.
Bei diesem Verfahren erfolgt die Vergasung durch beschränkte Luftzufuhr und
ίο Zuführung großer Dampf mengen. Wendet man dieses Verfahren zur Verarbeitung von Wäschebergen an und sorgt dafür, daß die Dampfmenge nicht weniger als eine Tonne per Tonne eingesetzten Materials beträgt, so daß Dampf in allen Zonen, sowohl in der Vergasungszone als auch in der Entgasungszone, im Überschuß vorhanden ist, dann erhält man nicht nur den Stickstoff der Kohle in Form von Ammoniak, sondern auch den Gesamtstickstoff der Berge.
Die Anwendung des Verfahrens der Vergasung in Generatoren mit beschränkter Luftzufuhr und großer Dampfzufuhr ermöglicht aber nicht nur die Gewinnung des Gesamt-Stickstoffs der Berge in Form von Ammoniak, sondern überhaupt die Anwendung von Generatoren für diesen Zweck.
Denn bei der Vergasung von Wäschebergen in Generatoren mit beschränkter Dampfzu-
fuhr und mit Luftzufuhr im Überschuß tritt infolge des hohen Gehalts der Berge an Rückständen sofort beim Heißwerden des Generators Verschlackung ein, welche dem Prozeß ein Ende setzt.
Bei Anwendung dagegen des hier beschriebenen Verfahrens wird die Verschlackung vermieden und hierdurch die quantitative Ausbeute des Ammoniaks ermöglicht.
Durch die Anwendung des an sich bekannten Mond sehen Verfahrens zur 'Vergasung von Wäschebergen wird ein großer gewerblicher Vorteil dadurch erzielt, daß hierdurch die wirtschaftlich wichtige Verwertung und Benutzung der Wäscheberge ermöglicht wird.
Während bis jetzt die Wäscheberge auf die Halde geworfen und hier als nutzloser Bestand erst langer Einwirkung der Luft unterworfen werden mußten, ehe sie wieder zum Bergversatz verwendet wurden, wird bei Anwendung dieses Prozesses erreicht, daß die Wäscheberge sofort von allen brennbaren Bestandteilen befreit werden können, wobei das erhaltene Ammoniak und erhaltene Kraftgas nicht nur die Kosten der Verarbeitung decken, sondern noch reichliche Überschüsse bieten, und daß die nunmehr ausgeschwelten Berge sofort wieder, ohne auf die Halde geworfen zu werden, zum Bergversatz Anwendung finden können.
Von Wichtigkeit ist auch, daß bei dieser Behandlung der Wäscheberge die in den Bergen enthaltenen Pyrite gleichfalls zerstört werden, so daß jede Selbstentzündung der verarbeiteten Wäscheberge ausgeschlossen wird,· wodurch sie als Versatzmaterial für den Bergbetrieb brauchbar werden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch :
    Anwehdung des Mond sehen Verfahrens, wonach Stickstoff- und kohlenstoffhaltige Stoffe in einem Generator mit einer beschränkten Menge Luft und überschüssigem Dampf behufs Ammoniakgewinnung behandelt werden, auf die Verarbeitung von Wäschebergen.
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