DE19835051A1 - Einrichtung zur Codierung und zur Decodierung von Orten - Google Patents
Einrichtung zur Codierung und zur Decodierung von OrtenInfo
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Abstract
Bei einer Einrichtung zur Codierung und zur Decodierung von Orten in einem Verkehrswegenetz, zu denen Informationen von jeweils einem Sender an einem Empfänger übertragen werden, ist vorgesehen, daß der Code aus einem Vereinbarungsteil und je codiertem Ort aus einem Koordinatenteil besteht, daß der Koordinatenteil mehrere Koordinatenpaare enthält, wobei ein Koordinatenpaar die senderseitig gespeicherten Koordinaten des codierten Ortes und mindestens ein weiteres Koordinatenpaar mindestens einen Hilfspunkt darstellt, daß der Vereinbarungsteil mindestens die Anzahl dieser im Koordinatenteil enthaltenen Koordinatenpaare, die Lage des Koordinatenpaares des codierten Ortes im Koordinatenteil und die Angabe zu dem Typ des codierten Ortes enthält und - zur Decodierung -, daß in einer Ortsdatenbank, welche die Koordinaten, die Lage an jeweils einem Verkehrsweg und weitere Informationen von Orten enthält, Orte ermittelt werden, die innerhalb der Toleranzbereiche der empfangenen Koordinatenpaare liegen, daß aus den ermittelten Orten diejenigen ausgewählt werden, die an einem gemeinsamen Verkehrsweg liegen, und daß aus den ausgewählten Orten derjenige als decodiert bestimmt wird, der in dem Toleranzbereich des bestimmten Koordinatenpaares liegt.
Description
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Codierung von
Orten in einem Verkehrswegenetz, zu denen Informationen von
jeweils einem Sender an einen Empfänger übertragen werden,
und eine Einrichtung zur Decodierung von empfangenen
Informationen, die einen an einer Straße liegenden Ort
bezeichnen und mehrere Koordinatenpaare enthalten, die mit
jeweils einem Toleranzbereich behaftet sind und von denen
mindestens ein bestimmtes Koordinatenpaar mit seinem
Toleranzbereich den Ort umfaßt.
In verkehrstelematischen Systemen tauschen Fahrzeuge über
Datenfernübertragung Informationen mit Zentraleinrichtungen
aus. Durch diesen Informationsaustausch können
unterschiedliche Anwendungen, wie beispielsweise
Notrufdienst, Verkehrsinformationsdienst,
Orientierungshilfen oder dynamische Zielführungsdienste,
realisiert werden. Für alle diese Dienste ist die
Übertragung von Ortsinformationen notwendig. Durch
Ortsinformationen können beispielsweise Positionen von
Fahrzeugen, Ort und Ausdehnung von Verkehrsstörungen,
Fahrtziele oder ausgewählte Zwischenpunkte einer Fahrtroute
dargestellt werden.
Weiterhin sind sogenannte intermodale Mobilitätsdienste in
Diskussion, mit denen unterschiedliche Verkehrsmittel,
beispielsweise Autoverkehr und öffentlicher
Personennahverkehr, miteinander verknüpft werden. Auch
hierbei sind Ortsinformationen notwendig, beispielsweise als
Schnittstelle von einem Verkehrsträger zu einem anderen.
Bei dem Austausch von Ortsinformationen werden je nach
Dienst im einzelnen unterschiedliche Genauigkeiten
gefordert. So ist beispielsweise bei einem Notrufdienst eine
höhere Genauigkeit einer Ortsangabe als für eine
Verkehrsinformation erforderlich. Im Zusammenwirken zwischen
einer Verkehrstelematik-Zentrale und den Fahrzeugen ist
daher ein einheitliches Verständnis der Ortsinformation
erforderlich. Wenn beispielsweise die zentrale Einrichtung
das Hotel A als Ziel für die Fahrt eines Fahrzeuges
überträgt, dann darf das Fahrzeugnavigationssystem nicht zum
Hotel B führen.
Wegen der letztendlich begrenzten Kapazität der
Übertragungsmittel zwischen Zentraleinrichtung und Fahrzeug
ist eine effektive Codierung der Ortsinformation
erforderlich. Eine Übertragung von geografischen Koordinaten
allein reicht jedoch nicht aus, da sich an einer
geografischen Position unterschiedliche Orte befinden
können, beispielsweise bei Brücken oder Tunnel. Außerdem
sind nicht alle Orte punktförmig, deshalb ist meistens
zusätzlich die Angabe einer Richtung notwendig.
Zur codierten Übertragung von Orten sind sowohl im Fahrzeug
als auch in der Zentraleinrichtung in Festwertspeichern
Informationen enthalten, die zur Codierung und zur
Decodierung dienen. Bei einem Verkehrsinformationsdienst
kann beispielsweise die Übertragung eines Codes "ED73EF5"
mit Hilfe eines geräteinternen Festwertspeichers zur Ausgabe
des Textes "A5 von Basel nach Karlsruhe bei Anschlußstelle
58 Herbolzheim" führen. Zur Decodierung ist also das
Vorhandensein des angesprochenen Ortes im Festwertspeicher
erforderlich. Zu den einzelnen Orten können im
Festwertspeicher noch Zusatzinformationen abgelegt sein, die
zur Decodierung selbst nicht erforderlich sind und daher
zwischen Zentraleinrichtung und Fahrzeug nicht eindeutig
vereinbart sein müssen, beispielsweise die Ortsnamen und
Straßennummern. Ein solches schlüsselbasierendes
Codiersystem ist beispielsweise die Codierung von
Ortsinformationen beim TMC-System nach CEN ENV 12313-3. Ein
wesentliches Merkmal der darin verwendeten Ortsdatenbanken
sind Verweise auf benachbarte Orte. Unter anderem wegen
dieser Verweise sind die Pflege und Synchronisation dieser
Ortsdatenbanken technisch anspruchsvoll. Abgesehen davon,
können empfangene Informationen nur codiert werden, wenn bei
der Codierung die gleiche Ortsdatenbank verwendet wurde.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Einrichtung
zur Codierung von Orten anzugeben, die eine Decodierung der
Ortsinformation im Empfänger auch bei unterschiedlichen
Codier- und Decodiertabellen erlaubt und somit für mehrere
der obengenannten Dienste angewendet werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäße dadurch gelöst,
- - daß der Code aus einem Vereinbarungsteil und je codiertem Ort aus einem Koordinatenteil besteht,
- - daß der Koordinatenteil mehrere Koordinatenpaare enthält, wobei ein Koordinatenpaar die senderseitig gespeicherten Koordinaten des codierten Ortes und mindestens ein weiteres Koordinatenpaar mindestens einen Hilfspunkt darstellt, und
- - daß der Vereinbarungsteil mindestens die Anzahl dieser im Koordinatenteil enthaltenen Koordinatenpaare, die Lage des Koordinatenpaares des codierten Ortes im Koordinatenteil und eine Angabe zu dem Typ des codierten Ortes enthält.
Vorzugsweise ist bei der erfindungsgemäßen Einrichtung
vorgesehen, daß der Vereinbarungsteil ferner Angaben zur Art
der Codierung und zu Toleranzen der Koordinatenpaare
enthält.
Als Verkehrswegenetze kommen Straßennetze, Liniennetze von
Verkehrsmitteln (Bahn, Bus, Flugzeug), Schienennetze und
Wasserstraßennetze in Frage, also letztlich alle Netze, bei
denen durch geografische Koordinaten beschreibbare Orte in
Beziehung zueinander stehen. Dabei können mit der
erfindungsgemäßen Codierung auch Orte angesprochen werden,
die verschiedenen Verkehrswegenetzen angehören.
Als Anwendung kann beispielsweise genannt werden, einen
Nutzer an einem Samstagvormittag auf schnellstem Weg in eine
Fußgängerzone zu leiten, wobei es sein kann, daß hierzu die
Verkehrsmittel Bus und Bahn in die Optimierung miteinbezogen
werden. Als zu codierende Orte kommen außer festgelegten
Punkten im Straßennetz, beispielsweise Ortschaften oder
Kreuzungen, auch andere Ortstypen in Frage, wie eine
Verkehrsstörung im Straßennetz oder eine Haltestelle an
einer Straßenbahnlinie.
Die Erfindung hat außerdem den Vorteil, daß trotz begrenzter
Genauigkeit der übertragenen Koordinaten ein exakt
definierter Ort codiert werden kann. Es wird nicht davon
ausgegangen, daß die Ortsdatenbanken beim Sender und beim
Empfänger identisch strukturiert sind. Es ist lediglich eine
Zuordnung zu den Inhalten über die Angabe der geografischen
Koordinaten erforderlich.
Ausreichend zur Decodierung ist eine hinreichende
Ähnlichkeit der durch das schrittweise Vorgehen definierten
Straßenelemente. Dabei muß die Detaillierungstiefe im
Empfänger mindestens der Detaillierungstiefe der
Ortsdatenbank des Senders entsprechen. Außerdem müssen die
beim Sender bei der Auswahl der Punkte angenommenen
Beziehungen zwischen den Punkten für den Empfänger
nachvollziehbar sein. Beispielsweise können alle Punkte an
einer Straße liegen. In diesem Fall müssen im Empfänger und
im Sender diese Straße und die auf ihr liegenden Punkte
bekannt sein. Die einzelnen Schritte bei der
erfindungsgemäßen Einrichtung bilden ein Manöver, das
aufgrund einer Wegbeschreibung erfolgt, die ein nach dem Weg
Befragter einem Fremden gibt.
Bei Verwendung von geografischen Koordinaten ist eine
Vereinbarung der anzuwendenden Codierung erforderlich. Dabei
kann die Vereinbarung explizit oder implizit erfolgen. Es
ist auch möglich, jeder durch ein Manöver beschriebenen
Ortsinformation eine Information über die verwendete
Codierung vorauszuschicken. Dazu kann im einzelnen
vorgesehen sein, daß der Vereinbarungsteil mindestens
teilweise dauerhaft im Sender und im Empfänger gespeichert
ist. Ein solcher Vereinbarungsteil kann beispielsweise in
einer für alle Sender und Empfänger gültigen Norm festgelegt
sein.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, daß der
Vereinbarungsteil mindestens teilweise bei der Aufnahme
einer Kommunikation zwischen Sender und Empfänger übertragen
wird. Schließlich kann auch vorgesehen sein, daß der
Vereinbarungsteil mindestens teilweise unmittelbar im
Zusammenhang mit dem Koordinatenteil übertragen und im
Empfänger vorübergehend gespeichert wird. Hiermit können von
Ortscodierung zu Ortscodierung verschiedene Vereinbarungen
vorgesehen sein, die an die jeweiligen Verhältnisse angepaßt
sind.
Durch die in weiteren Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen
sind weitere vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen
der im Hauptanspruch angegebenen Erfindung möglich.
Eine vorteilhafte Einrichtung zur Decodierung besteht darin,
daß in einer Ortsdatenbank, welche die Koordinaten, die Lage
an jeweils einem Verkehrsweg und weitere Informationen von
Orten enthält, Orte ermittelt werden, die innerhalb der
Toleranzbereiche der empfangenen Koordinatenpaare liegen,
daß aus den ermittelten Orten diejenigen ausgewählt werden,
die an einem gemeinsamen Verkehrsweg liegen, und daß aus den
ausgewählten Orten derjenige als decodiert bestimmt wird,
der in dem Toleranzbereich des bestimmten Koordinatenpaares
liegt.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung
anhand mehrerer Figuren dargestellt und in der nachfolgenden
Beschreibung näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 einen Teil eines Straßennetzes mit verschiedenen
Orten und einem Toleranzbereich eines mit der
erfindungsgemäßen Einrichtung als Koordinatenpaar
übertragenen Punktes,
Fig. 2 den gleichen Teil des Straßennetzes ohne diesen
Punkt,
Fig. 3 den gleichen Teil des Straßennetzes mit weiteren
Toleranzbereichen,
Fig. 4 ein Blockschaltbild eines Telematiksystems,
Fig. 5 und Fig. 6 je einen Ausschnitt aus einer digitalen
Straßenkarte zur weiteren Erläuterung der Erfindung
und
Fig. 7 ein Ablaufdiagramm zur Erläuterung der Codierung und
der Decodierung.
Gleiche Teile sind in den Figuren mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
Zur Codierung und Decodierung wird eine digitale
Straßenkarte verwendet, die als fiktives Beispiel in Fig. 2
dargestellt ist. Zur Übertragung einer Information, die sich
beispielsweise auf Punkt A2C3 auf der Straße C in
Fahrtrichtung C5 bezieht, soll dieser Punkt codiert werden.
Dabei wird für die Übertragung von einer Koordinatenangabe
mit relativ großen Toleranzen ausgegangen. Außer der Straße
C, die von C1 über die Punkte B2C2, A2C3 und B3C4 zum Punkt
C5 verläuft, zeigt Fig. 2 noch zwei weitere Straßen, nämlich
eine Straße A zwischen den Orten A1 und A2C3 und eine Straße
B zwischen den Orten B1, B2C2, B3C4 und B4. Die Abschnitte
zwischen den Straßen sind mit einem vorangestellten L und
der Indizierung der jeweils verbundenen Orte gekennzeichnet.
Fig. 1 zeigt zusätzlich zu dem Straßennetz nach Fig. 2 den
Toleranzbereich eines Punktes P11 mit den Koordinaten
P11(x); P11(y). Durch diese Codierung allein ist somit
festgelegt, welcher der in dem schraffierten Toleranzbereich
liegenden Orte codiert ist. Deshalb wird gemäß Fig. 3 ein
Hilfspunkt P12 codiert, wobei zu dessen Positionierung die
Koordinaten des Ortes C1 verwendet werden. An sich ist auch
die Verwendung anderer Orte, die auf der Straße C liegen,
möglich.
Dadurch wäre zunächst der Ort B2C2 codiert, für dessen
Codierung man jedoch identische Koordinaten wie bei der
Codierung des Ortes A2C3 erhält. Deshalb wird nun ein
Hilfspunkt P13 eingefügt, der identische Koordinaten mit dem
Punkt P11 aufweist. Damit ist dann der Ort A2C3 eindeutig
codiert. Insgesamt enthält die Codierung des Ortes A2C3
folgende Informationen:
Vereinbarung:
I. Einheit: x, y
II. Toleranz: plus/minus p, q
III. Typ: Punkt, Straßennetz
IV. Lage: Dritter Punkt
V. Anzahl Koordinatenpaare: drei
Vereinbarung:
I. Einheit: x, y
II. Toleranz: plus/minus p, q
III. Typ: Punkt, Straßennetz
IV. Lage: Dritter Punkt
V. Anzahl Koordinatenpaare: drei
Koordinaten
I. P12(x); P12(y)
II. P13(x); P13(y)
III. P11(x); P11(y).
I. P12(x); P12(y)
II. P13(x); P13(y)
III. P11(x); P11(y).
Im Falle einer digitalen Karte im Empfänger, in welcher die
Orte A2C3, B2C3 und B3C4 als ein Ort (A2BnCn) codiert sind,
wird bei der Übertragung der drei Punkte P12, P13 und P11
kein eindeutiges Ergebnis erzielt werden. Der Grund dafür
ist, daß mehr Punkte übertragen wurden, als eindeutig im
Empfänger identifizierbar sind. Eine Auswertung dieser
übertragenen Codierung ist daher nicht möglich bzw. könnte
je nach Ausgestaltung des Empfängers im einzelnen dem
Benutzer den Punkt A2BnCn angeben in Verbindung mit einer
Meldung, daß die empfangenen Informationen nicht vollständig
auswertbar sind.
Fig. 4 zeigt in stark vereinfachter Form ein
verkehrstelematisches System, bei welchem ein Austausch und
eine Nutzung von erfindungsgemäß codierten Ortsinformationen
stattfindet. In einer zentralen Einrichtung 1 werden
Informationen, die von einem verkehrstelematischen Dienst 11
abgegeben und empfangen werden, über einen
Codierer/Decodierer 12 und eine Sende/Empfangseinrichtung 13
einer Datenfernübertragungseinrichtung 4 zugeführt bzw.
entnommen. Zur Codierung bzw. Decodierung der in den
Informationen enthaltenen Ortsangaben ist eine Ortsdatenbank
14 erforderlich- auch Location Table = LT genannt.
Derartige Ortsdatenbanken sind beispielsweise für das oben
erwähnte TMC-System bekannt und erhalten jeweils zu einem
Ortscode Angaben über die Art des Ortes, über Nachbarorte
auf der jeweiligen Straße und die Position des Ortes in Form
eines Koordinatenpaares. Als
Datenfernübertragungseinrichtung 4 dient beispielsweise ein
zellulares Funknetz.
Die zentrale Einrichtung 1 kann über die
Datenfernübertragungseinrichtung 4 mit vielen
Fahrzeugeinrichtungen Informationen austauschen, wovon in
Fig. 4 lediglich Fahrzeugeinrichtungen 2, 3 dargestellt
sind, die jeweils Einrichtungen 21, 31 für die
verkehrstelematischen Dienste, Codierer/Decodierer 22, 32,
Ortsdatenbanken 24, 34 und Sende/Empfangs-Einrichtungen 23,
33 enthalten. Trotz dieser in Fig. 4 identisch dargestellten
Struktur können die Fahrzeugeinrichtungen recht verschieden
voneinander sein. So können beispielsweise die
verkehrstelematischen Dienste 21, 31 erhebliche Unterschiede
aufweisen, wobei auch die Ortsdatenbanken 24, 34 verschieden
sein können, beispielsweise einen verschieden hohen
Detaillierungsgrad aufweisen können.
Fig. 5 zeigt ein weiteres Beispiel, bei dem ein Fahrtziel,
nämlich ein bestimmter Parkplatz im Ankunftsbereich des
Frankfurter Flughafens, Terminal 1, angefahren werden soll.
Am Frankfurter Flughafen sind die Bereiche Abflug und
Ankunft untereinander angeordnet. Die entsprechenden
Fahrspuren liegen übereinander. Sie unterscheiden sich
jedoch bezüglich der jeweiligen Anfahrt. In Fig. 5 sind die
an sich übereinanderliegenden Straßen für Abflug und Ankunft
41, 42 nebeneinanderliegend dargestellt. Das Fahrtziel P21
liegt an der geografischen Position ungefähr bei 8°34'2,8''
östlicher Länge und 50°3'8,7'' nördlicher Breite. Nach einer
vereinbarten Abweichung von ±3'' ist es nicht eindeutig, ob
der Ankunfts- oder der Abflugbereich des Flughafens
angefahren werden soll. Der entsprechende Toleranzbereich
von P21 ist in Fig. 5 schraffiert dargestellt. Es wird daher
noch ein Hilfspunkt P22 benötigt. Die von der Anfahrt des
Abflugbereichs abweichende Anfahrt 43 zum Parkplatz verläuft
etwa über den Punkt 3°34'7,2'' und 50°3'3,1'' und ist in Fig.
5 hervorgehoben dargestellt. Der Toleranzbereich des Punktes
P22 ist schraffiert.
Zur Codierung des Punktes P21 und damit des bestimmten
Parkplatzes wird daher folgendes gesendet:
Vereinbarung
I. Einheit: Grad, Winkelminute, Zehntel-Winkelsekunde
II. Toleranz: plus/minus drei Winkelsekunden
III. Typ: Punkt, Straßennetz
IV. Lage: Zweiter Punkt
V. Anzahl Koordinatenpaare: zwei
Koordinaten
I. 8°34'7,2''E; 50°3'8,1''N
II. 8°34'20,8''E; 50°3'8,7''N
Vereinbarung
I. Einheit: Grad, Winkelminute, Zehntel-Winkelsekunde
II. Toleranz: plus/minus drei Winkelsekunden
III. Typ: Punkt, Straßennetz
IV. Lage: Zweiter Punkt
V. Anzahl Koordinatenpaare: zwei
Koordinaten
I. 8°34'7,2''E; 50°3'8,1''N
II. 8°34'20,8''E; 50°3'8,7''N
Über die Vereinbarung, daß über P22 das punktförmige
Fahrtziel P21 mit einer Abweichung von ±3'' definiert wird,
kann Eindeutigkeit über das Fahrtziel in der digitalen Karte
des Empfängers hergestellt werden. Obwohl die übertragenen
Koordinaten nicht auf Straßen der Karte des Empfängers
liegen, hat nur die Ankunft eine Beziehung zwischen P21 und
P22. Das Fahrtziel ist somit eindeutig codiert. Zur
Reduzierung der zu übertragenden Datenmenge können für die
zweiten und gegebenenfalls für weitere Koordinatenpaare die
jeweilige Differenz zum ersten Koordinatenpaar
(Delta-Koordinaten) übertragen werden, was in dem Beispiel
folgenden Koordinatenteil ergibt:
I. 8°34'7,2''E; 50°3'8,1''N
II. +1,5 2''; +0,6''.
I. 8°34'7,2''E; 50°3'8,1''N
II. +1,5 2''; +0,6''.
Bei einem weiteren in Fig. 6 dargestellten Beispiel soll
eine Anschlußstelle 45 einer Autobahn 46 für eine
Verkehrsmeldung codiert werden. Die zur Decodierung der
Verkehrsmeldung liegenden Ortsdatenbanken beinhalten jedoch
außer dem Ort (Anschlußstelle 45) als Punkt auf der Autobahn
46 einen Punkt mit gleichen oder mindestens in den
Toleranzbereich fallenden Koordinaten auf einer Straße 47.
Damit jedoch die Anschlußstelle als Punkt auf der Autobahn
46 eindeutig codiert wird, wird ein weiterer Punkt, nämlich
die benachbarte Anschlußstelle 44 als Koordinatenpaar
übertragen. In der zur Decodierung dienenden Ortsdatenbank
ist diese Anschlußstelle jedoch auch im Zusammenhang mit
zwei weiteren Straßen 48, 49 aufgeführt. Da diese jedoch
keinen Zusammenhang mit dem Punkt 45 aufweisen, kann eine
Eindeutigkeit im Empfänger hergestellt werden, was im
folgenden im Zusammenhang mit Fig. 7 näher erläutert wird.
Fig. 7 stellt den Ablauf der Codierung und der Decodierung
der Anschlußstelle 45 (Fig. 6) dar. Dieser Ablauf entspricht
Programmen von Prozessoren im Sender und Empfänger. Nach
einem Start bei 51 wird bei 52 der Auftrag angenommen,
nämlich "codiere die Anschlußstelle 45, Fahrtrichtung Nord
(N) für Verkehrsinformationen (IT)". Bei 53 werden die
geografischen Koordinaten x(45), y(45) der Anschlußstelle 45
aus einer digitalen Karte oder einem anderen geeigneten
Speicher ausgelesen. Bei 54 wird die für
Verkehrsinformationen im Zusammenhang mit Autobahnen
geeignete Toleranz festgelegt, beispielsweise ±500 m.
Bei 55 wird das Programm in Abhängigkeit davon verzweigt, ob
Eindeutigkeit für die Angabe der Koordinaten für die
Anschlußstelle 45 vorliegt. Werden in der Ortsdatenbank des
Coders mehr als ein Ort mit diesen Koordinaten gefunden - in
diesem Fall auch der gleiche Ort auf der Straße 47 - ver
zweigt sich das Programm in Richtung auf den Programmteil
56, in welchem die Koordinaten des auf der Autobahn 46
liegenden vorherigen Ortes, nämlich der Anschlußstelle 44,
hinzugefügt werden. Mit beiden Koordinatenpaaren wird die
Prüfung bei 55 wiederholt. Sofern dann Eindeutigkeit gegeben
ist, werden bei 57 die Koordinaten x(45), y(45) und x(44),
y(44) zum Empfänger bzw. Decoder übertragen. Dort werden die
Koordinaten bei 61 empfangen, worauf bei 62 die Koordinaten
des ersten Punktes auf Vorhandensein in der Ortsdatenbank
geprüft werden und eine Liste der möglichen Kandidaten,
nämlich die Anschlußstelle 44 jeweils auf den Straßen 46,
48, 49 erstellt.
Danach wird bei 63 der nächste Punkt in entsprechender Weise
geprüft und bei 64 entschieden, ob die Anschlußstelle 45 auf
einer oder mehreren Listen als Nachfolger aufgeführt ist.
Ist die Anschlußstelle 45 auf keiner Liste als Nachfolger
aufgeführt, so wird bei 65 ein Fehler festgestellt. Es kann
keine Decodierung erfolgen, worauf das Programm bei 66
beendet wird.
Anderenfalls wird die Anschlußstelle 45 nach der
Anschlußstelle 44 auf der Liste hinzugefügt (Programmteil
67). Bei 68 werden diejenigen Listeneinträge, bei denen der
Punkt nicht enthalten ist, nämlich der Ort 44 auf den
Straßen 48, 49, gelöscht. Bei 69 wird das Programm in
Abhängigkeit davon verzweigt, ob alle erhaltenen
Koordinatenpaare geprüft wurden. Sind welche noch nicht
geprüft, wird die Prüfung bei 63 wiederholt. Sind alle
geprüft, wird bei 70 nochmals die Eindeutigkeit geprüft, ob
nämlich die Liste nur noch eine Koordinatenkette auf einer
Straße enthält.
Ist dieses nicht der Fall, wird bei 71 festgestellt, daß der
Punkt nicht eindeutig decodiert werden konnte und das
Programm bei 66 beendet. Liegt jedoch bei 70 eine
Eindeutigkeit vor, wird bei 72 das Ergebnis, nämlich die
Anschlußstelle 45 auf der Autobahn 46, in geeigneter Weise
festgehalten, insbesondere in einem Speicher vorübergehend
abgelegt, und je nach Anwendung im einzelnen auch angezeigt
oder einer Sprachausgabeeinrichtung zugeführt.
Claims (10)
1. Einrichtung zur Codierung von Orten in einem
Verkehrswegenetz, zu denen Informationen von jeweils einem
Sender an einen Empfänger übertragen werden, dadurch
gekennzeichnet,
- - daß der Code aus einem Vereinbarungsteil und je codiertem Ort aus einem Koordinatenteil besteht,
- - daß der Koordinatenteil mehrere Koordinatenpaare enthält, wobei ein Koordinatenpaar die senderseitig gespeicherten Koordinaten des codierten Ortes und mindestens ein weiteres Koordinatenpaar mindestens einen Hilfspunkt darstellt, und
- - daß der Vereinbarungsteil mindestens die Anzahl dieser im Koordinatenteil enthaltenen Koordinatenpaare, die Lage des Koordinatenpaares des codierten Ortes im Koordinatenteil und eine Angabe zu dem Typ des codierten Ortes enthält.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Vereinbarungsteil ferner Angaben zur Art der
Codierung und zu Toleranzen der Koordinatenpaare enthält.
3. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der Vereinbarungsteil mindestens
teilweise dauerhaft im Sender und im Empfänger gespeichert
ist.
4. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Vereinbarungsteil mindestens
teilweise bei der Aufnahme einer Kommunikation zwischen
Sender und Empfänger übertragen wird.
5. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Vereinbarungsteil mindestens
teilweise unmittelbar im Zusammenhang mit dem
Koordinatenteil übertragen und im Empfänger vorübergehend
gespeichert wird.
6. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß vom Sender derart viele
Koordinatenpaare in den Koordinatenteil aufgenommen werden,
daß jeder zur Decodierung eingerichtete Empfänger den
jeweils codierten Ort eindeutig identifizieren kann.
7. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die in einem empfangenen Koordinatenteil enthaltenen
Koordinaten sich auf Punkte beziehen, die im Empfänger in
einer gemeinsamen Beziehung stehen.
8. Einrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß im Empfänger innerhalb des Toleranzbereiches mehrere
Punkte zugeordnet werden können und derjenige Punkt
ausgewählt wird, der die nächste Beziehung zum vorangehenden
und zum darauffolgenden Hilfspunkt hat.
9. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß im Koordinatenteil ein
Koordinatenpaar als absolute Größe und die weiteren
Koordinatenpaare als Abweichungen zu dem einen
Koordinatenpaar enthalten sind.
10. Einrichtung zur Decodierung von empfangenen
Informationen, die einen an einem Verkehrsweg liegenden Ort
bezeichnen und mehrere Koordinatenpaare enthalten, die mit
jeweils einem Toleranzbereich behaftet sind und von denen
mindestens ein bestimmtes Koordinatenpaar mit seinem
Toleranzbereich den Ort umfaßt, dadurch gekennzeichnet,
- - daß in einer Ortsdatenbank, welche die Koordinaten, die Lage an jeweils einem Verkehrsweg und weitere Informationen von Orten enthält, Orte ermittelt werden, die innerhalb der Toleranzbereiche der empfangenen Koordinatenpaare liegen,
- - daß aus den ermittelten Orten diejenigen ausgewählt werden, die an einem gemeinsamen Verkehrsweg liegen, und
- - daß aus den ausgewählten Orten derjenige als decodiert bestimmt wird, der in dem Toleranzbereich des bestimmten Koordinatenpaares liegt.
Priority Applications (6)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
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