DE19836219A1 - Vorrichtung zum Bearbeiten plattenförmiger Werkstücke insbesondere zur Beschichtung - Google Patents
Vorrichtung zum Bearbeiten plattenförmiger Werkstücke insbesondere zur BeschichtungInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bearbeiten plattenförmiger Werkstücke, insbesondere zur Beschichtung von Möbelteilen, mittels eines Auflegersystems, das eine Grundplatte mit zahlreichen Öffnungen aufweist, in denen Auflagebolzen zur Aufnahme der Werkstücke zumindest zwischen einer unteren passiven Position und einer oberen, die Werkstücke in ihrer Bearbeitungsposition tragenden Position verfahrbar sind, wobei die Position der Auflagebolzen auch davon abhängt, ob sie von einem Werkstück belegt sind oder nicht. Wesentlich dabei ist, daß sich die Auflagebolzen in ihrer Position durch seitlich ausfahrbare Klinken formschlüssig an der Grundplatte abstützen.
Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bearbeiten plattenförmiger
Werkstücke, insbesondere zur Beschichtung von Möbelteilen, mittels eines
Auflegersystems, das eine Grundplatte mit zahlreichen Öffnungen auf
weist, in denen Auflagebolzen zur Aufnahme der Werkstücke zumindest
zwischen einer unteren passiven Position und einer oberen, die Werkstüc
ke in ihrer Bearbeitungsposition tragenden Position verfahrbar sind, wobei
die Position der Auflagebolzen auch davon abhängt, ob sie von einem
Werkstück belegt sind oder nicht.
Hauptanwendungsfall ist das Beschichten dreidimensionaler Werkstücke,
insbesondere Möbelteile, die nicht nur an ihrer Front, sondern auch an den
umlaufenden Seitenkanten mit einer Kunststofffolie, einem Furnier oder
dergleichen beschichtet werden sollen. Das Beschichten erfolgt durch An
wendung von Wärme und Druck in einer Presse. Um deren Kapazität opti
mal zu nutzen, werden meist mehrere Werkstücke gleichzeitig in einer ge
meinsamen Legepalette dem Auflegersystem der Presse zugeführt und
dort gemeinsam beschichtet. Nach dem Verlassen der Presse werden die
Werkstücke dann durch Ausschneiden aus der zusammenhängenden Folie
vereinzelt.
Damit die Kunststofffolie, das Furnier oder dergleichen nicht nur an die
Front der Werkstücke, sondern auch an die davon zurückspringenden Sei
tenflächen, insbesondere an deren unteren Rand, gut angelegt werden
kann, müssen die Werkstücke ein Stück von der sie tragenden Grundplatte
abgehoben werden. Dies geschieht durch die genannten Auflagebolzen,
die in eine obere Position verfahren werden und dadurch die Werkstücke
anheben. Dadurch können auch die Seitenflächen der Werkstücke vollflä
chig beschichtet werden.
Allerdings ist es störend, wenn auch solche Auflagebolzen hochfahren, die
nicht von einem Werkstück belegt sind, weil die Folie beim anschließenden
Beschichtungsvorgang an diesen freistehenden Bolzen haften bleibt und
das anschließende Entfernen der Folie umständlich und zeitraubend ist.
Es ist daher durch die EP-A 744 280 bekannt, die Auflagebolzen als Steu
erventile auszubilden, derart, dass sie an ihrem oberen Rand gegenüber
der sie umgebenden Grundplatte einen Ringspalt aufweisen. Dieser Ring
spalt wird bei denjenigen Auflagebolzen, die ein Werkstück tragen, von der
Werkstück-Unterseite abgedeckt, also verschlossen, wogegen er bei den
nicht belegten Auflagebolzen frei bleibt. Auf diese Weise werden bei
Druckluftbeaufschlagung der Auflagebolzen von unten automatisch nur
diejenigen Auflagebolzen hochgefahren, die ein Werkstück tragen, woge
gen die unbelegten Auflagebolzen in der unteren Passivposition verharren.
Allerdings hat diese Lösung einen relativ hohen Druckluft-Verbrauch und
beim Hochfahren einer großen Anzahl von Auflagebolzen - häufig sind
über tausend Bolzen in einer Grundplatte montiert - ist nicht gewährleistet,
dass alle Auflagebolzen zur gleichen Zeit und mit gleicher Geschwindigkeit
hochfahren, da die zu überwindenden Reibungskräfte an den einzelnen
Bolzen unterschiedlich sind. Auf Grund dessen besteht die Gefahr, dass
sich die einzelnen Werkstücke während des Hubvorganges relativ zuein
ander verschieben, sodass die vorgeschriebenen Mindestabstände zum
Nachbarwerkstück nicht mehr eingehalten werden.
Zur Beseitigung dieser Probleme wird in der DE 197 18 561 der gleichen
Anmelderin vorgeschlagen, die Auflagebolzen schon vor ihrer Belegung in
der oberen Position zu halten und danach die unbelegten Auflagebolzen
abzusenken.
Neuere Untersuchungen der Anmelderin haben nun ergeben, dass mitunter
Bauteile vorkommen, deren Abmessungen schlecht zu dem Rastermaß der
Auflagebolzen passen. Insbesondere bei gerundeten Bauteilen oder bei
Bauteilen mit Fensterausschnitten kommt es vor, dass einige Auflagebol
zen so am Rand des Bauteiles stehen, dass sie nur noch teilweise vom
Werkstück abgedeckt sind. Wenn diese Auflagebolzen während des Be
schichtungsvorganges in ihrer oberen Position bleiben, wie es bei den bis
her bekannten Systemen der Fall ist, kann die Seitenwand des Werkstüc
kes in diesem Bereich nicht ordnungsgemäß beschichtet werden. Es wäre
also wünschenswert, nicht nur wie bisher die unbelegten Auflagebolzen
abzusenken, sondern gleichermaßen auch die nur teilweise belegten Auf
lagebolzen und gegebenenfalls auch solche, die auf Grund ihrer Position
hart am Rand des Werkstückes eine ordnungsgemäße Beschichtung ge
fährden.
Theoretisch könnte dieses Problem dadurch gelöst werden, dass jeder
Auflagebolzen mit einem zusätzlichen Ventil versehen wird, um dadurch
ein selektives Absenken der nur teilweise belegten oder hart am Rand ste
henden Bolzen herbeizuführen. In Anbetracht der großen Anzahl von Auf
lagebolzen pro Beschichtungsanlage würden dabei aber deren Herstellkos
ten zu hoch werden.
Deshalb liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zu Grunde, ein Auf
legersystem zu entwickeln, das bei vertretbaren Kosten eine individuelle,
selektive Steuerung der Auflagebolzen gestattet, unabhängig davon, ob ein
Auflagebolzen unbelegt oder nur teilweise belegt ist. Des Weiteren soll
sich das Auflegersystem durch robusten Aufbau und zuverlässige Funktion
auszeichnen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass sich die Aufla
gebolzen in ihrer oberen Position durch seitlich ausfahrbare Klinken form
schlüssig an der Grundplatte abstützen. Die bisher übliche Abstützung
durch ein Druckpolster oder durch verlängerbare bzw. unterschiedlich lan
ge Auflagebolzen wird also ersetzt durch seitlich ausfahrbare Klinken.
Hierdurch ergibt sich eine wesentlich einfachere Selektion zwischen den in
der oberen Trageposition verbleibenden Auflagebolzen einerseits und den
abzusenkenden Auflagebolzen andererseits, denn die Klinken, die die
Auflagebolzen in ihrer oberen Position halten, können wesentlich kosten
günstiger betätigt werden als dies bei den herkömmlichen Auflagebolzen,
die sich entweder über ein Druckluftpolster oder über unterschiedlich lange
Hebelarme abstützen, der Fall ist.
Besonders günstig ist es dabei, die Klinken derart schwenkbar zu lagern,
dass sie durch ihr Eigengewicht in Richtung auf die formschlüssige Ein
griffsposition oder aber in Gegenrichtung belastet sind. Dadurch braucht
man zur Betätigung der Klinken in einer Richtung keine speziellen An
triebsmechanismen, weil sie automatisch durch ihr Eigengewicht die ge
wünschte Bewegung durchführen können.
Es liegt dabei auch im Rahmen der Erfindung, anstelle oder zusätzlich zu
dem Eigengewicht mit Federkraft zu arbeiten oder die Klinken mit Zusatz
gewichten zu bestücken. Auch eine magnetische Klinken-Betätigung kann
zweckmäßig sein.
Grundsätzlich könnten die Klinken in den Auflagebolzen oder aber in der
Grundplatte gelagert sein, wobei dann am jeweils anderen Teil entspre
chende Aussparungen für den formschlüssigen Eingriff der Klinken vorzu
sehen sind. Meist ist es aber günstiger, wenn die Klinken in den Auflage
bolzen angeordnet, insbesondere in jedem Auflagebolzen zwei Klinken ge
genüberhängend pendelnd aufgehängt sind, während die Aussparungen für
den Eingriff der Klinken in der Grundplatte angeordnet werden. Die Klinken
können dann an ihren einander zugewandten Seiten schräg verlaufende
Keilflächen aufweisen, die derart mit einem zentralen Huborgan zusam
menwirken, dass das Hochfahren des Huborganes die Klinken entgegen ih
rer Gewichtskraft nach außen in die Eingriffsposition drückt. Beim Anheben
der Auflagebolzen durch das genannte Huborgan wird dann gleichzeitig der
gewünschte Formschluss bei Erreichen der oberen Position der Auflage
bolzen herbeigeführt.
Für die Aufhebung des Formschlusses bieten sich dem Fachmann ver
schiedene Möglichkeiten. Entweder man verlässt sich völlig auf die durch
das Eigengewicht und/oder Federkraft begründete Rückstellkraft zum Zu
rückbewegen der Klinken; dann brauchen die Auflagebolzen lediglich mi
nimal über die obere Position hinaus angehoben werden, um den Reib
schluss zwischen den Klinken und den Aussparungen in der Grundplatte
aufzuheben. Oder man sorgt durch entsprechende Gestaltung der Klinken
sowie der Öffnungen in der Grundplatte, in denen die Auflagebolzen verti
kal verfahrbar sind, dafür, dass die Klinken bei einem leichten Anheben der
Auflagebolzen über ihre obere Position hinaus zwangsläufig durch die
Grundplatte aus der Eingriffsposition heraus nach innen gedrückt werden.
Auch in diesem Fall empfiehlt sich aber, die Lagerung der Klinken bezüg
lich ihres Schwerpunktes so zu positionieren, dass sie durch ihr Eigenge
wicht in der nach innen geschwenkten Position verbleiben, damit sie nicht
beim anschließenden Absenken der Auflagebolzen in die Abstützposition
verfahren.
Um das selektive Absenken der unbelegten oder nur teilweise belegten
Auflagebolzen zu realisieren, empfiehlt es sich, unter der Grundplatte ein
höhenverstellbares Tableau mit Stellgliedern vorzusehen, wobei jedem
Auflagebolzen ein Stellglied zugeordnet ist und jedes Stellglied zwischen
einer Aktivposition und einer Passivposition verstellbar ist. Dabei werden
diejenigen Stellglieder, die einem abzusenkenden Auflagebolzen zugeord
net sind, in ihre Aktivposition verstellt, sodass sie beim Verfahren des Ta
bleaus in Wirkverbindung mit den betreffenden Auflagebolzen gelangen
und deren Absenkbewegung auslösen.
Die Selektion der Stellglieder kann durch eine Erkennungsvorrichtung er
folgen, mit der die auf dem Auflegersystem liegenden Werkstücke berüh
rungslos abgetastet werden. Diese Erkennungsvorrichtung betätigt dann
nur diejenigen Stellglieder, die den unbelegten, teilbelegten oder zu hart
am Rand stehenden Auflagebolzen zugeordnet sind.
Zweckmäßig erfolgt die Betätigung der Stellglieder durch die Erkennungs
vorrichtung in der Weise, daß die Stellglieder der abzusenkenden Auflage
bolzen in eine höhere Position gebracht werden als die Stellglieder in ihrer
Passivposition. Dann kann das selektive Absenken der nicht benötigten
Auflagebolzen durch Hochfahren des Stellglied-Tableaus ausgelöst wer
den, wodurch die abzusenkenden Ablagebolzen geringfügig über ihre obe
re Position hinaus angehoben und sodann nach unten freigegeben werden.
Für die Erkennungsvorrichtung bieten sich verschiedene Möglichkeiten. Es
kann mit einer Zeilenkamera gearbeitet werden, die die Position der Werk
stücke auf dem Auflegersystem erfasst und das Bild an einen Rechner lie
fert, der die Werkstücke der eingespeicherten Position der Auflagebolzen
zuordnet und dadurch die abzusenkenden Auflagebolzen ermittelt. Ebenso
kann auch mit Einzellichttastern gearbeitet werden, die das Legebild
überfahren und an einer Referenzreihe erkennen, wo die Werkstücke im
Verhältnis zu den Auflagebolzen liegen. Besonders zweckmäßig ist es
aber, wenn das Legebild durch einen Scanner erfasst wird. Dieser Scanner
wird mit seiner Abtasteinheit über den auf dem Auflegersystem verlegten
Werkstücken derart verfahren, daß dabei alle Werkstücke und ihre Zuord
nung zu den Auflagebolzen erfaßt werden. Diese Erfassung kann über re
flektierte Strahlen erfolgen, die in einer Empfangseinrichtung des Scanners
gemessen werden. Aus dem so erfaßten Legebild und seiner Zuordnung zu
den Auflagebolzen können dann automatisch diejenigen Auflagebolzen be
stimmt werden, die abgesenkt werden sollen.
Alternativ besteht für die Selektion der Auflagebolzen schließlich noch die
Möglichkeit eines computererzeugten Legebildes. Dabei legt der Computer
die Belegung in der Weise fest, daß die maximale Anzahl von Werkstücken
auf der Legestation untergebracht werden kann. Die nicht benötigten Auf
lagebolzen werden dann nach einem Rechnerprogramm abgesenkt.
Die konstruktive Ausgestaltung der Grundplatte mit den Öffnungen für die
Auflagebolzen kann in üblicher Weise erfolgen. Als besonders zweckmäßig
hat es sich aber erwiesen, wenn die Grundplatte durch ein Rechteckgitter
gebildet wird, das aus Längs- und Querstreben besteht. Diese Längs- und
Querstäben haben an den Kreuzungspunkten passende Aussparungen, so
daß sie dort zusammengesteckt werden können, wodurch sich automatisch
die Öffnungen für die Auflagebolzen an der richtigen Position ergeben.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nach
folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand der Zeich
nung; dabei zeigt
Fig. 1 einen Querschnitt durch das Auflegersystem mit einem aufgeleg
ten Werkstück;
Fig. 2 eine Ausschnittvergrößerung von Fig. 1 ohne Werkstück;
Fig. 3 eine Seitenansicht der Gesamtanlage;
Fig. 4 einen Querschnitt durch das Auflegersystem mit Scannerleiste
und Stellgliedtableau und
Fig. 5 eine Ansicht entsprechend Fig. 4 nach Betätigung der Stellglie
der.
In Fig. 1 erkennt man eine Grundplatte 1 in Form eines Rechteckgitters
aus zahlreichen sich kreuzenden Längs- und Querstäben, wobei in der
Zeichnung nur die Längsstäbe 1a sichtbar sind. Die genannten Längs- und
Querstäbe bilden eine Vielzahl von Öffnungen 2, in denen jeweils Auflage
bolzen 3 vertikal verschiebbar gelagert sind.
Die Grundplatte 1 ist von einem Dichtrahmen 1c umgeben zur Abdichtung
nach außen beim Beschichtungsvorgang in der Presse. Die Gesamtheit
aus Grundplatte 1 und Rahmen 1c wird als Palette bezeichnet.
Einige der Auflagebolzen 3 stehen nach oben vor und tragen an ihrer
Oberseite gemeinsam ein Werkstück 4. Dieses Werkstück soll mit einer
Folie 5 beschichtet werden, und zwar nicht nur an der Oberseite, sondern
auch an den Vertikalseiten. Aus diesem Grund muß das Werkstück 4 ge
genüber der Grundplatte 1 angehoben werden und es muß sichergestellt
sein, daß die am Rand liegenden Auflagebolzen, die von dem Werkstück 4
nur teilweise bedeckt werden, in der gezeigten unteren Passivposition ver
bleiben, weil sie andernfalls die Beschichtung an den vertikalen Seitenen
den des Werkstückes behindern würden.
In der Praxis hat man sich die Grundplatte 1 mit wesentlich mehr Auflage
bolzen 3 vorzustellen, so daß eine Vielzahl von Werkstücken 4 auf die
Grundplatte 1 aufgelegt und gleichzeitig beschichtet werden. Die Werk
stücke 4 können dabei völlig unterschiedliche Abmessungen und Konturen
aufweisen.
Jeder Auflagebolzen 3 enthält, wie aus Fig. 2 deutlicher erkennbar ist,
zwei Klinken 6a und 6b, die an ihrem oberen Bereich schwenkbar in dem
Auflagebolzen aufgehängt sind. Die Schwenklagerungen sind mit 7a und
7b bezeichnet.
Die Geometrie und Gewichtsverteilung der Klinken ist bezüglich ihrer
Schwenklager 7a bzw. 7b so gewählt, daß die unteren Schenkel der Sperr
klinken durch ihr Eigengewicht bestrebt sind, nach innen zu verschwenken,
also in diejenige Position, die bei den abgesenkten Auflagebolzen am
Rand der Lochplatte gezeigt ist. Dazu liegt der Schwerpunkt S jeder Klinke
6a und 6b weiter außen als das zugehörige Schwenklager 7a bzw. 7b.
Desweiteren erkennt man in Fig. 2, daß die unteren Schenkel der Klinken
etwa horizontale Sperrflächen 8a und 8b aufweisen und daß diese Sperr
flächen mit Ausnehmungen 9 in den Öffnungen 2 der Grundplatte 1 korre
spondieren. Somit ist es möglich, die Auflagebolzen 3 durch Spreizung der
Klinken 6a und 6b in einer angehobenen Position in der Grundplatte abzu
stützen. Das Gewicht der von diesen angehobenen Auflagebolzen getrage
nen Werkstücke wird also direkt auf die Grundplatte übertragen.
Schließlich erkennt man in Fig. 2, daß die Klinken an ihren einander zu
gewandten Seiten Keilflächen 10a und 10b aufweisen, die nach oben auf
einanderzulaufen. Über diese Keilflächen können die Klinken von ihrer
natürlichen, innenliegenden Position nach außen in die Blockierstellung
gedrückt werden. Dies erfolgt mit einer Hubplatte 11, die an ihrer Ober
seite unterhalb jedes Auflagebolzens 3 einen Dorn 12 trägt. Beim Anheben
der Hubplatte 11 fahren die Dorne zwischen die Klinken 6a und 6b, heben
diese an und drücken sie gleichzeitig nach außen. Bei Erreichen der obe
ren, die Werkstücke in der Bearbeitungsposition tragenden Position
schnappen die Klinken 6a und 6b dann mit ihren Anschlagflächen 8a und
8b in die Ausnehmungen 9 der Grundplatte ein und halten die Auflagebol
zen 3 in ihrer oberen Position. Diese Position wird auch dann beibehalten,
wenn die Hubplatte 11 wieder nach unten fährt. Man hat sich also nach
diesem Betriebszyklus auch die beiden äußeren, in der abgesenkten Posi
tion dargestellten Auflagebolzen 3 in ihrer oberen Position vorzustellen.
Fig. 3 verdeutlicht die einzelnen Bearbeitungsstufen, die die Grundplatte
1 durchläuft.
Begonnen wird am sogenannten Legeplatz, wo die Grundplatte 1 mit den
zu beschichtenden Werkstücken 4 belegt wird. Geht man davon aus, daß
sich nicht das gleiche Legebild ergibt wie bei der vorangegangenen Be
schichtung, so muß eine erneute Selektion zwischen den belegten Aufla
gebolzen einerseits und den unbelegten oder nur teilweise belegten Aufla
gebolzen andererseits durchgeführt werden. Dazu werden zunächst alle
Auflagebolzen in die angehobene Position gebracht. Dies geschieht
zweckmäßig schon in der Entleerungsstation oder beim Palettenrücklauf
unter der Presse. Die Werkstücke werden dann auf die angehobenen Auf
lagebolzen gelegt und so arrangiert, daß unter Einhaltung eines gewissen
Mindestabstandes möglichst viele Werkstücke untergebracht werden kön
nen.
Nach dem Belegen wird die Position der einzelnen Werkstücke im Verhält
nis zu den Auflagebolzen erfaßt und registriert. Hierzu dient eine Erken
nungsvorrichtung in Form einer Scannerleiste 13. Diese Scannerleiste 13
ist horizontal über der Grundplatte verfahrbar und steuert eine mit ihr ver
bundene, weiter unten angeordnete und mit der Scannerleiste verfahrbare
Betätigungsleiste 14. Die Betätigungsleiste 14 wirkt ihrerseits mit einem
Tableau 15 zusammen, das unterhalb der Grundplatte 1 angeordnet ist und
unter jedem Auflagebolzen 3 ein Stellglied 16 aufweist.
Zur weiteren Funktionsbeschreibung sei auf Fig. 4 verwiesen. Man sieht
dort, wie die Scannerleiste 13 und die Betätigungsleiste 14 an einem ge
meinsamen Schlitten angeordnet sind und aus der in durchgezogenen Lini
en dargestellten rechten Position in die gestrichelte linke Position verfah
ren werden können, um die auf der Grundplatte verteilten Werkstücke 4
hinsichtlich ihrer Zuordnung zu den einzelnen Auflagebolzen 3 zu erfassen.
Außerdem erkennt man, daß die Stellglieder 16 auf dem Tableau 15 je
weils aus einem Winkel mit ungleichlangen Schenkeln bestehen. Sie sind
normalerweise so ausgerichtet, daß der nach oben ragende Schenkel der
kürzere, der quer dazu abstehende Schenkel der längere ist. Im Schnittbe
reich beider Schenkel sind die Winkel um eine Horizontalachse schwenk
bar gelagert.
Jedes mal, wenn nun die Scannerleiste 13 unbelegte oder nur teilweise
belegte Auflagebolzen 3 überfährt, wird die darunter befindliche Betäti
gungsleiste 14 lokal so aktiviert, daß sie die unter den unbedeckten oder
nur teilweise bedeckten Auflagebolzen befindlichen Stellglieder 16 um 90°
verschwenkt. Diese Verschwenkung wird durch Betätigungselemente 14a
der Betätigungsleiste 14 bewirkt, indem diese Betätigungselemente bei den
umzulegenden Stellgliedern 16 - ausgelöst durch die Scannerleiste 13 -
ein Stück nach unten fahren, dadurch am kurzen Schenkel des Betäti
gungsgliedes 16 anstoßen und es um 90° verdrehen. Gelöscht wird, indem
die Betätigungsleiste mit hochgefahrenen Betätigungselementen 14a zu
rück in die Ausgangsstellung fährt.
Der sich nach der Selektion einstellende Zustand ist in Fig. 5 dargestellt.
Man erkennt dort, daß bei allen unbelegten oder nur teilweise belegten
Auflagebolzen die darunter befindlichen Stellglieder 16' verschwenkt wor
den sind, so daß ihr längerer Schenkel nach oben ragt. Diese unbelegten
Stellglieder 16' brauchen nur wenige Millimeter weiter nach oben zu ragen
als die übrigen Stellglieder 16.
Sodann wird das Stellgliedtableau 15 soweit hochgefahren, daß die Stell
glieder 16 nahezu am unteren Rand der Auflagestempel 3 anstoßen. Die
umgelegten, höheren Stellglieder 16' stoßen jedoch schon vorher an den
ihnen zugeordneten Auflagebolzen 3 an, heben diese einige Millimeter
über die gezeichnete Position hoch, so daß ihre Klinken 6a und 6b von der
formschlüssigen Anlage in den Ausnehmungen 9 befreit werden und durch
ihr Eigengewicht, wie auch durch die oberhalb der Ausnehmungen 9 er
kennbare Querschnittsverengung zwangsweise nach innen geschwenkt
werden.
Beim anschließenden Absenken des Stellgliedtableaus 15 sinken dann
diese unbelegten oder nur teilweise belegten Auflagebolzen in ihre untere
Passivposition - entsprechend dem in Fig. 1 dargestellten Zustand.
Auf die derart vorbereitete Palette mit ihren Werkstücken 4 wird dann die
Beschichtungsfolie 5 aufgelegt und die so gebildete Einheit wird komplett
in die Presse überführt, vergl. Fig. 3. Dort findet in an sich bekannter
Weise durch Hitze und Druck - gegebenenfalls mit Hilfe einer nicht darge
stellten Membran - der Beschichtungsvorgang statt.
Schließlich wird die Palette mit den beschichteten Werkstücken in die Ent
leerungsstation überführt, wo die Werkstücke durch Aufschneiden der Folie
vereinzelt werden. Nach dem schon beschriebenen Hochfahren aller Aufla
gebolzen 3, was vorzugsweise schon beim Palettenrücklauf unterhalb der
Presse stattfindet, wird die leere Palette erneut zum Legeplatz zurück
transportiert, worauf sich der beschriebene Vorgang wiederholt.
Es liegt im Rahmen der Erfindung, die Höhenverstellung der Stellglieder 16
nicht durch eine Verschwenkung herbeizuführen, sondern anstelle der be
schriebenen Winkel ein vertikal verfahrbares Element vorzusehen, das et
wa über einen Nocken oder einen Hubmagnet, insbesondere einen Klapp
ankermagnet in die obere Stellung gebracht werden kann. Auch kann es
zweckmäßig sein, die Stellglieder nicht mechanisch abzufahren und dabei
zu verstellen, sondern sie elektrisch, insbesondere über ein Bussystem
anzusteuern, was deutlich schneller ist.
Bei der Massenproduktion, d. h., wenn zahlreiche Beschichtungen mit glei
chem Legebild aufeinanderfolgen, besteht eine vorteilhafte Weiterbildung
darin, nach der erstmaligen Selektion alle weiteren Selektionen abzu
schalten. Man spart dadurch das Überfahren des Legebildes mit der Er
kennungsvorrichtung wie auch das lokale Absenken der Auflagebolzen und
kann direkt nach dem Belegen der Palette mit den Werkstücken die Folie
auflegen.
Daneben besteht auch die Möglichkeit eine Vorselektion durch einen
Rechner durchzuführen, wobei dann die Werkstücke auf die obenstehen
den Auflagebolzen aufgelegt werden.
Zusammenfassend zeichnet sich die Erfindung dadurch aus, daß man
durch eine kostengünstige automatische Steuerung auch solche Auflage
bolzen deaktivieren, d. h. nach unten fahren kann, die noch teilweise von
einem Werkstücke belegt sind oder die sogar total von einem Werkstück
abgedeckt sind, aber so hart am Rand stehen, daß sie dessen Beschich
tung gefährden.
Claims (16)
1. Vorrichtung zum Bearbeiten plattenförmiger Werkstücke (4), insbeson
dere zur Beschichtung von Möbelteilen, mittels eines Auflegersystems, das
eine Grundplatte (1) mit zahlreichen Öffnungen (2) aufweist, in denen Auf
lagebolzen (3) zur Aufnahme der Werkstücke (4) zumindest zwischen einer
unteren passiven Position und einer oberen, die Werkstücke in ihrer Bear
beitungsposition tragenden Position verfahrbar sind, wobei die Position der
Auflagebolzen (3) auch davon abhängt, ob sie von einem Werkstück (4)
belegt sind oder nicht,
dadurch gekennzeichnet,
daß sich die Auflagebolzen (3) in ihrer oberen Position durch seitlich aus
fahrbare Klinken (6a, 6b) formschlüssig an der Grundplatte (1) abstützen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Klinken (6a, 6b) derart schwenkbar gelagert sind, daß sie durch ihr
Eigengewicht und/oder durch Federkraft in Richtung auf die formschlüssige
Eingriffsposition oder in Gegenrichtung belastet sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Klinken (6a, 6b) in den Auflagebolzen (3) gelagert sind und daß
die Grundplatte (1) Aussparungen (9) für den Eingriff der Klinken (6a, 6b)
aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwei Klinken (6a, 6b) gegenüberhängend in jedem Auflagebolzen (3)
pendelnd aufgehängt sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Klinken (6a, 6b) an ihren einander zugewandten Seiten Keilflächen
(10a, 10b) zur Aufspreizung in die Eingriffsposition durch ein zentrales Hu
borgan (12) aufweisen.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Klinken (6a, 6b) beim Anheben der Auflagebolzen (3) aus der Ein
griffsposition heraus durch die Grundplatte (1) nach innen gedrückt wer
den.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie eine Einrichtung zum selektiven Absenken unbelegter und teilwei
se belegter Auflagebolzen (3) aufweist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie ein Tableau (15) mit Stellgliedern (16) zum selektiven Absenken
unbelegter und teilweise belegter Auflagebolzen (3) aufweist und daß je
dem Auflagebolzen (3) ein Stellglied (16) zugeordnet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stellglieder (16) zwischen einer Aktivposition und einer Passivpo
sition verstellbar sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Selektion der Stellglieder (16) mit Hilfe einer die auf dem Aufleger
system liegenden Werkstücke (4) berührungslos abtastende Erkennungs
vorrichtung (13, 14) erfolgt.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Erkennungsvorrichtung (13, 14) diejenigen Stellglieder (16) betä
tigt, die den unbelegten und teilweise belegten Auflagebolzen (3) zugeord
net sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Erkennungsvorrichtung (13, 14) im Sinne einer Höhenänderung auf
die Stellglieder (16) einwirkt.
13. Vorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Erkennungsvorrichtung (13, 14) eine Scannerleiste (13) und eine
mit ihr verfahrbare Betätigungsleiste (14) aufweist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das selektive Absenken unbelegter und teilweise belegter Auflagebol
zen (3) durch leichtes Anheben über ihre obere Position hinaus ausgelöst
wird.
15. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Einrichtung zum selektiven Absenken ausschaltbar ist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Grundplatte (1) durch ein Rechteckgitter aus Längs- und Querstä
ben (1a) gebildet ist.
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