DE19850218C1 - Vorrichtung und Verfahren zur Beschichtung von Substraten im Vakuum - Google Patents
Vorrichtung und Verfahren zur Beschichtung von Substraten im VakuumInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und Verfahren zur Beschichtung von Substraten im Vakuum, wobei von einem Target ein Plasma erzeugt und ionisierte Teilchen des Plasmas auf dem Substrat als Schicht abgeschieden werden sollen, wie dies bei den verschiedensten bekannten PVD-Verfahren seit längerem angewendet wird. Mit der Erfindung soll verhindert werden, daß sich Tröpfchen und Partikel in der aufgebrachten Schicht absetzen, die die Schichteigenschaften negativ beeinträchtigen, zuminest soll jedoch deren Anzahl verringert werden. Zur Lösung dieses Problems wird eine auf einem elektrisch positivem Potential liegende Absorberelektrode verwendet, die wenige mm vom Fußpunkt des Plasmas entfernt, vor oder neben dem Plasma angeordnet und so geformt ist, daß sich um die Absorberelektrode ein elektrisches Feld ausbildet. Der elektrische Feldvektor soll dabei zumindest annähernd orthogonal zur Bewegungsrichtung der ionisierten Teilchen des Plasmas ausgerichtet sein.
Description
Die Erfindung betrifft Vorrichtungen und Verfahren
zur Beschichtung von Substraten im Vakuum, wobei von
einem Target ein Plasma erzeugt und ionisierte Teil
chen des Plasmas auf dem Substrat als Schicht abge
schieden werden sollen, wie dies bei den verschieden
sten bekannten PVD-Verfahren seit längerer Zeit er
folgreich angewendet wird.
Insbesondere ist die Erfindung in Ergänzung des soge
nannten Laser-Arc-Verfahrens, bei dem eine Bogenent
ladung im Vakuum mittels eines gepulst betriebenen
Laserstrahls gezündet und mit dem über die Bogenent
ladung erhaltenen Plasma der ionisierte Teilchenstrom
zu einem Substrat geführt und auf diesem als Schicht
die ionisierten Teilchen abgeschieden werden können,
anwendbar. Die Erfindung kann aber auch bei einem an
sich bekannten Verfahren, bei dem eine Bogenentladung
im Vakuum zur Erzeugung des Plasmas benutzt wird,
ohne daß die Bogenentladung mit einem Laserstrahl
initiiert wird, angewendet werden. Dabei kann die
Bogenentladung auf bekannte Art und Weise, entweder
allein durch eine ausreichend hohe Spannung zwischen
einer Anode und einem als Kathode geschalteten Target
gezündet werden und zum anderen besteht die Möglich
keit, die Zündung mittels elektrisch leitender Zünd
elemente infolge Kurzschluß zu initiieren.
Eine weitere Möglichkeit, bei der die erfindungsgemä
ße Lösung sinnvoll angewendet werden kann, ist die
Erzeugung eines Plasmas auf einem Target durch Be
strahlung der Targetoberfläche mit einem Laserstrahl
entsprechend ausreichender Intensität.
In allen Fällen wird das Plasma ausgehend von einem
Fußpunkt unmittelbar über der Oberfläche eines Tar
gets gebildet.
Diese drei möglichen Verfahren sind beispielhaft in
DE 39 01 401 C1 und DD 279 695 B5 für das Laser-Arc-
Verfahren, DD 280 338 B5 für die reine Bogenentla
dungsverdampfung und in US 4,987,007 für die Laser
strahl-Plasmaerzeugung beschrieben.
Diese bekannten Verfahren, weisen jedoch den Nachteil
auf, daß ihr Plasma relativ reich an Tröpfchen und
Partikeln ist, die zu lokalen Abweichungen in den
Schichteigenschaften führen und die entsprechend be
schichteten Substrate dann für viele Anwendungsfälle
nicht geeignet sind.
Um diesem Nachteil entgegenzutreten wurden aber Mög
lichkeiten vorgeschlagen, um eine sogenannte "Filte
rung" des Plasmas zur Speicherung von Partikeln
durchzuführen. Mehrere Möglichkeiten hierfür sind von
B. F. Coll und D. M. Sanders in "Design of Vacuum Arc-
Basis Sources"; Surface and Coatings Technology", No.
81 (1996) 42-51 beschrieben. Dabei wird bei diesen
bekannten Lösungen davon ausgegangen, daß unter Ver
wendung magnetischer Felder die ionisierten leichten
Bestandteile eines Plasmas abgelenkt werden können
und die wesentlich größeren, wegen ihres ungünstigen
Ladungs-/Masseverhältnisses, schwerer ablenkbaren
Partikel voneinander getrennt werden können.
Diese Filteranordnungen haben jedoch einige erhebli
che Nachteile:
Der Aufbau dieser Systeme ist sehr komplex und ent
sprechend teuer. Der Durchmesser der magnetischen
Filter und damit der Durchmesser der Beschichtungs
fläche ist auf Grund der benötigten kräftigen magne
tischen Felder und der dazu benötigten elektrischen
Leistungen auf ca. 150 mm begrenzt. Die Beschich
tungsrate der Verfahren wird auf ca. 15-20% im
Vergleich zu der ohne Verwendung des Filters verrin
gert.
Des weiteren ist aus JP 63 171878 A eine Vorrichtung
zur Durchführung eines Magnetron-Sputterverfahrens
bekannt. Dabei werden zwei Targets verwendet,
zwischen denen eine auf Masse gelegte Elektrode an
geordnet ist. Mit dieser Elektrode sollen, je nachdem
Elektronen bzw. Ionen gefangen werden, wobei mit ei
ner solchen Anordnung die Beschichtungsrate erhöht
werden soll.
Aus US H872 ist ein Verfahren zur Beschichtung von
Substraten bekannt. Nach der dort beschriebenen Lehre
soll mittels eines Laserstrahls ein elektrostatisch
aufgeladenes stabförmiges Target an einer Stirnseite
aufgeschmolzen und mittels zwischen dieser Schmelze
und dem zu beschichtenden Substrat angeordneter Elek
troden, die entsprechend elektrostatisch aufgeladenen
Bestandteile aus der Schmelze in Richtung auf das
Substrat beschleunigt, gebündelt und geführt werden.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, den Anteil an
Tröpfchen und Partikeln, in einer auf einem Substrat
mit einem PVD-Verfahren aufgebrachten Schicht zu ver
ringern, wobei gleichzeitig eine relativ großflächige
Beschichtung ermöglicht sein soll.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 für eine erfindungsgemäße Vorrichtung
und den Merkmalen des Anspruchs 16 für ein entspre
chendes Verfahren zur Beschichtung von Substraten im
Vakuum gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungsformen und
Weiterbildungen der Erfindung, ergeben sich mit den
in den untergeordneten Ansprüchen enthaltenen Merkma
len.
Erfindungsgemäß wird dabei so verfahren, daß eine
zusätzliche gegenüber dem Plasma auf einem elektrisch
positiven Potential liegende Absorberelektrode ver
wendet wird, um die ein elektrisches Feld erzeugt
wird. Durch dieses elektrische Feld werden ionisierte
Teilchen und Elektronen eines Plasmas hindurch ge
führt und dadurch erreicht, daß elektrisch negative
Teilchen von der Absorberelektrode absorbiert und
positive Teilchen, bevorzugt mit kleinem Masse-La
dungsverhältnis des Plasmas zum Substrat geführt wer
den. Neutrale Teilchen und Teilchen mit großem Masse-
Ladungsver
hältnis werden in ihrer Bezugsgröße nur unwesentlich
beeinflußt und können so separiert werden.
Eine solche Absorberelektrode ist gegenüber den be
kannten verwendeten magnetischen Filtersystemen
wesentlich einfacher und kostengünstiger herstell-
und betreibbar.
Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltungsform der
Erfindung besteht darin, diese in einer Vorrichtung
zu verwenden, bei der eine gepulste Vakuum-Bogenent
ladung mit einem gepulsten Laserstrahl, der auf die
Oberfläche eines als Kathode geschalteten Targets
gerichtet ist, verwendet wird. Solche Vorrichtungen
mit den entsprechenden Verfahren sind, z. B. in DE 39
01 401 C2 und in einer verbesserten Form in DD 279
695 B5 beschrieben. Die Vakuumbogenentladung zur Er
zeugung eines Plasmas wird zwischen dem Target und
einer Anode gezündet und die ionisierten Teilchen des
Plasmas werden dann nachfolgend auf einem Substrat
als Schicht abgeschieden. Hierfür können die ver
schiedensten Formen für die Ausbildung der Anode und
des verwendeten Targets angewendet werden, wobei die
verschiedensten Targetmaterialien einsetzbar sind.
Bei Verfahren, wie dies z. B. in DD 279 695 B5 be
schrieben ist, treten die aus dem Stand der Technik
bekannten Nachteile der Abscheidung der relativ gro
ßen Partikel in der Schicht auf. Um dem entgegenzu
wirken, wird erfindungsgemäß eine zusätzliche Absor
berelektrode eingesetzt, die gegenüber der ohnehin
vorhandenen Anode auf einem elektrisch positiverem
Potential gehalten wird. Mit dieser Anordnung gelingt
es, eine Trennung der unterschiedlich geladenen Teil
chen des ionisierten Teilchenstromes aus dem Plasma
durchzuführen, wobei die elektrisch negativen Teil
chen zumindest zum größten Teil von der Absorberelek
trode absorbiert und in der erfindungsgemäß ge
wünschten Form lediglich die elektrisch positiven
Teilchen des Teilchenstromes auf das Substrat zu
richten. Dabei ist es besonders günstig, den Abstand
zwischen der Anode und der Absorberelektrode relativ
klein, auf etwa einige wenige mm zu begrenzen.
Die Erfindung kann aber auch in einer Vorrichtung
bzw. in einem Verfahren angewendet werden, bei dem
das Plasma ausschließlich mittels einer Bogenentla
dung im Vakuum erzeugt wird, wie dies neben anderen
in DD 280 338 B5 beschrieben ist. Dabei wird die Bo
genentladung entweder allein durch eine Spannungser
höhung oder in Verbindung mit der Erzeugung eines
Kurzschlusses initiiert. Auch in diesem Fall wird
wieder ein als Kathode geschaltetes Target und eine
Anode in einer Vakuumkammer verwendet, zwischen denen
ein Lichtbogen, bevorzugt gepulst gezündet und ein
Plasma aus dem Targetmaterial erzeugt wird. Auch in
diesem Fall wird wiederum die Absorberelektrode in
unmittelbarer Nähe des Targets und/oder der Anode
angeordnet. Um die Absorberelektrode wird ein elek
trisches Feld erzeugt, wobei die Absorberelektrode
wiederum gegenüber dem Plasma auf einem elektrischen
positiven Potential gehalten ist, so daß die positi
ven Teilchen des Teilchenstromes aus dem Plasma in
Richtung auf das Substrat bewegt werden und dort die
Schicht gebildet wird, ohne daß die größeren bzw.
massereicheren geladenen Teilchen des Teilchenstromes
zum Substrat gelangen, da sie von der Absorberelek
trode absorbiert werden können.
Die erfindungsgemäß zu verwendende Absorberelektrode
kann aber auch in einer Vorrichtung bzw. bei einem
Verfahren verwendet werden, bei dem das Plasma von
einem Target mit einem Laserstrahl, der auf dieses
gerichtet ist, erzeugt wird. Eine solche Vorgehens
weise ist z. B. in US 4,987,007 beschrieben. In diesem
Fall kann auch ein Plasma aus einem Targetmaterial,
das nicht leitend ist, erzeugt werden. Auch hier wird
wieder die Absorberelektrode in unmittelbarer Nähe
des Fußpunktes des Plasmas, d. h. der Fokuspunkt des
Laserstrahls auf dem Target angeordnet. Auch in die
sem Falle wird die Trennung der unterschiedlich ge
ladenen Teilchen des ionisierten Teilchenstromes in
der bereits bei den anderen Möglichkeiten beschriebe
nen Form durchgeführt, so daß nahezu ausschließlich
positiv geladene Teilchen des Teilchenstromes auf das
Substrat gelangen und dort die Schicht ausbilden.
Vorteilhaft kann die Erfindung weiter gebildet wer
den, in dem die Absorberelektrode und/oder das Sub
strat so angeordnet bzw. ausgebildet werden, daß kei
ne Teilchen des Teilchenstromes aus dem Plasma nicht
direkt auf das Substrat gelangen können. Hierfür kann
auch zusätzlich eine abschirmende Blende eingesetzt
werden, die zwischen Target und Substrat entsprechend
angeordnet werden kann.
Die erfindungsgemäße Wirkung der verwendeten Absor
berelektrode beruht auf dem hohen Ionisierungsgrad
des Plasmas, der mit den bereits genannten Verfahren
erreicht werden kann, ohne daß die Ionen eine hohe
kinetische Energie aufweisen müssen. Die Energie der
Ionen liegt hierbei zwischen 30 bis 100 eV. Bekann
termaßen beträgt der Ionisierungsgrad eines Plasmas
bei einer Vakuumbogenentladung bei etwa 80 bis 90%.
Die Absorberelektrode hat allein die Funktion der
Trennung der unterschiedlich geladenen Teilchen des
Teilchenstromes aus dem Plasma und führt nicht dazu,
daß eine Beschleunigung der ionisierten Teilchen er
reicht wird.
Durch die Anordnung der Absorberelektrode in unmit
telbarer Nähe der Anode bzw. des Targets, wird ein
sehr großer Teil der Elektronen und negativ geladenen
Ionen absorbiert und gleichzeitig verhindert, daß
sich durch Rekombinationsprozesse der Ionisierungs
grad der Ionen wesentlich vor dem Verlassen der mit
der Absorberelektrode in Verbindung mit dem elektri
schen Feld ausgebildeten Umlenkanordnung ändert und
sich die Wirksamkeit des elektrischen Feldes infolge
des positiven Ladungsträgerüberschusses beträchtlich
erhöht.
Die Beschichtungsrate kann positiv beeinflußt werden,
in dem die Absorberelektrode, das Substrat und die
anderen gegebenenfalls für die Erzeugung des Plasmas
erforderlichen Komponenten in günstiger Weise ausge
bildet und/oder angeordnet werden. Besonders geeigne
te Ausführungsformen werden nachfolgend noch näher
beschrieben werden.
Bei entsprechender Form der Absorberelektrode kann
erreicht werden, daß bei Eintritt des Plasmas in das
um die Absorberelektrode erzeugte elektrische Feld,
der elektrische Feldvektor orthogonal zur Bewegungs
richtung des Ionenstromes ausgerichtet ist und so die
kinetische Energie der Ionen nur geringfügig beein
flußt wird. Aus diesem Grund können nahezu aus
schließlich die Ionen optimal als positiv geladene
Raumladung zum Substrat
umgelenkt werden. Das Substrat erwärmt sich nur in
sehr geringem Maße, so daß der eigentliche Be
schichtungsvorgang beinahe bei Raumtemperatur durch
geführt wird, so daß auch entsprechende thermisch
sensible Substrate ohne weiteres beschichtet werden
können.
Durch eine am Substrat angelegte negative Spannung,
kann die Energie der Ionen und dadurch auch die Ei
genschaften der ausgebildeten Schicht gezielt beein
flußt werden.
Die Zusammensetzung und Struktur der ausgebildeten
Schicht und die Beschichtungsrate können durch Varia
tionen der Spannung an der Absorberelektrode beein
flußt werden. Die Beschichtungsrate steigt dabei, da
auch größere Teilchen in ihrer Kinetik, mit steigen
der Spannung beeinflußt werden können.
Günstig kann es außerdem sein, ein gitterförmiges
Element aus einem elektrisch leitenden Material zwi
schen dem Fußpunkt des Plasmas und der Absorberelek
trode anzuordnen, durch daß das Plasma geführt ist.
Ein solches gitterförmiges Element kann auf das elek
trische Potential der Anode gelegt werden. Außerdem
kann es vorteilhaft sein, daß gitterförmige Element
in Richtung der Bewegungsrichtung des Plasmas gewölbt
auszubilden. Das gitterförmige Element kann mit der
Anode und gegebenenfalls einer verwendeten Blende
verbunden und demzufolge auch daran befestigt sein.
Die Erfindung kann vorteilhaft auch zur Ausbildung
von reaktiv beeinflußten Schichten eingesetzt werden.
Im Bereich der Absorberelektrode Gase zugeführt, io
nisiert und chemisch aktiviert werden, so daß mit
z. B. Stickstoff, Sauerstoff, H2, Kohlenwasserstoffe,
die mit geringem Massenstrom und demzufolge sehr
kleinen Gasdrücken unterhalb 10-1 Pa zugeführt werden
können, z. B. oxidische, carbidische oder nitridische
Schichten oder einer Kombination, wie z. B. Carboni
tride zu erzeugt werden können.
Nachfolgend soll die Erfindung beispielhaft beschrie
ben werden.
Dabei zeigen:
Fig. 1 ein Beispiel einer erfindungsgemäßen Vor
richtung, bei der ein Plasma mit einem La
ser-Arc-Verfahren erzeugt und eine gekrümm
te Absorberelektrode eingesetzt wird;
Fig. 2 ein Beispiel einer erfindungsgemäßen Vor
richtung, bei der ein Plasma mit einem La
ser-Arc-Verfahren erzeugt und eine keilför
mig ausgebildete Absorberelektrode verwen
det wird;
Fig. 3 ein Beispiel einer erfindungsgemäßen Vor
richtung, bei dem ein Plasma mit einem La
ser-Arc-Verfahren erzeugt und eine gekrümm
te, aus einer Mehrzahl von Streifen gebil
dete Absorberelektrode verwendet wird und
Fig. 4 ein Beispiel einer erfindungsgemäßen Vor
richtung, bei der ein Plasma mit einem La
serstrahl erzeugt und eine gekrümmte, aus
einer Mehrzahl von Einzelstreifen gebildete
Absorberelektrode verwendet wird.
Bei den in den Fig. 1 bis 4 gezeigten Vorrichtun
gen, wurde sämtlichst auf die Darstellung der Vakuum
kammer, in der die in den Figuren dargestellten ein
zelnen Komponenten aufgenommen sind, verzichtet, da
davon ausgegangen werden kann, daß dies für den ein
schlägigen Fachmann auf der Hand liegt.
Bei dem in der Fig. 1 gezeigten Beispiel einer er
findungsgemäßen Vorrichtung, wird ein walzenförmiges
Target 1 verwendet, das um seine Längsachse gleich
förmig gedreht wird. Für die Erzeugung eines Plasmas
aus einer Bogenentladung wird eine Anode 4 verwendet,
die in bevorzugter Form als Anodenschirm mit einem
zentralen Spalt, durch den das erzeugte Plasma aus
treten kann, ausgebildet ist, wie dies mit der in
Fig. 1 und auch den Fig. 2 und 3 dargestellten
Form der Anode 4 angedeutet ist. Zur Zündung der Va
kuum-Bogenentladung wird ein Laserstrahl 5 in gepuls
ter Form auf die Manteloberfläche des Targets 1 ge
richtet und gleichzeitig die Anodenspannung entspre
chend erhöht, so daß eine Bogenentladung zwischen
Target 1 und Anode 4 gezündet und im Anschluß an die
Verdampfung von Targetmaterial ein Plasma erzeugt
werden kann, das durch den Anodenspalt in Richtung
auf die hier gekrümmte, der Form eines Teilkreises
folgend, ausgebildete Absorberelektrode 2 gelangt.
Die Absorberelektrode 2 ist an eine Gleichspannung
angelegt. Diese Spannung an der Absorberelektrode 2
liegt oberhalb der normalen Spannung an der Anode 4
und des Plasmas.
Mit der Absorberelektrode 2 kann eine Trennung der
verschieden geladenen Teilchen im ionisierten Teil
chenstrom aus dem Plasma durchgeführt werden. Hierfür
werden die negativ geladenen Ionenteilchen von der
Absorberelektrode 2 absorbiert und die positiv gela
denen Teilchen aus dem Teilchenstrom können sich in
Richtung auf das Substrat 3 bewegen und an dessen
Oberfläche die gewünschte nahezu partikel- und tröpf
chenfreie Schicht ausbilden. Dabei wirkt sich das
zwischen Absorberelektrode 2 und Substrat 3 ausgebil
dete elektrische Feld lediglich günstig für die ge
wünschte Ladungstrennung aus und die kinetische Ener
gie der positiv geladenen Teilchen wird nicht zusätz
lich erhöht.
Bei diesem Beispiel ist an dem Substrat 3 ein elek
trisch negatives Potential angelegt, was für bestimm
te Zwecke günstig sein kann. Es ist aber nicht gene
rell erforderlich, das Substrat auf ein elektrisch
negatives Potential zu legen, sondern es kann ohne
weiteres auch ein Anschluß an die Masse der Vorrich
tung ausreichend sein.
Zur Verhinderung, daß sich ionisierte Teilchen unmit
telbar, d. h. auf geradem, direktem Wege sich in Rich
tung auf das Substrat 3 bewegen, kann eine Blende 6
verwendet werden, die zwischen Target 1 und Substrat
3 angeordnet ist. Sie gibt lediglich einen verengten
Spalt zwischen Blende 6 und Absorberelektrode 2 für
den Durchtritt des Plasmas frei.
Mit diesem Verfahren bzw. einer solchen Vorrichtung
können relativ großformatige Substrate 3 beschichtet
werden, wobei entsprechend lange walzenförmige Tar
gets 1 verwendet werden können. In diesem Falle soll
ten entsprechend lange Absorberelektroden 2 verwendet
werden, so daß die gewünschte Wirkung über die gesam
te Targetlänge und die gesamte zu beschichtende Flä
che des Substrates 3 durch ein entsprechend ausge
dehntes elektrisches Feld erreicht werden kann.
Bei dem in der Fig. 2 dargestellten Beispiel wird
wieder das bereits beschriebene Laser-Arc-Verfahren
verwendet und es unterscheidet sich im wesentlichen
durch die Ausbildung und Anordnung der Absorberelek
trode 2 sowie der Anordnung des Substrates 3.
Die Absorberelektrode 2 ist hier keilförmig ausgebil
det und der Keil bildet einen Winkel, bevorzugt von
ca. 45°. Die Spitze der keilförmigen Absorber
elektrode 2 ist in Richtung auf das Target 1 ausge
richtet, so daß der ionisierte Teilchenstrom an den
beiden Außenflächen der beiden Platten der Absorber
elektrode 2 vorbeigeführt werden kann, und demzufolge
ein unmittelbares direktes Auftreffen ionisierter
Teilchen auf der zu beschichtenden Oberfläche des
Substrates 3 verhindert und auf eine Blende 6, wie
beim Beispiel nach Fig. 1, verzichtet werden kann.
Im übrigen wird mit einer solchen Vorrichtung ent
sprechend gearbeitet, wie dies bei dem Beispiel nach
Fig. 1 bereits beschrieben worden ist.
Bei dem in der Fig. 3 gezeigten Beispiel einer er
findungsgemäßen Vorrichtung werden wieder die glei
chen einzelnen Komponenten verwendet, wie dies auch
bei dem Beispiel nach Fig. 1 der Fall ist. Im Gegen
satz hierzu ist lediglich die Absorberelektrode 2
modifiziert ausgebildet. Die Absorberelektrode 2 be
steht hier aus einem Streifenträger 2", an dem ein
zelne Streifen 2' aus elektrisch leitendem Material
in einem Abstand voneinander gehalten werden. Die
Streifen 2' sind dabei so ausgerichtet, daß ein re
flektiertes ionisiertes Teilchen vom Substrat weg
reflektiert wird und elektrisch negative ionisierte
Teilchen nicht in Richtung auf das Substrat 3 bewegt
werden. In einer bevorzugten Ausführungsform besteht
der Streifenträger 2" aus einem dielektrischen Mate
rial, so daß die einzelnen Streifen 2' voneinander
isoliert sind. Damit ergibt sich die Möglichkeit, die
einzelnen Streifen 2' auf elektrisch verschiedenen
positiven Potentialen zu halten, so daß günstigerwei
se die an den einzelnen Streifen 2' angelegte
Spannung, mit wachsendem Abstand vom Target 1 an
steigt, so daß die führende Wirkung der Absorberelek
trode 2 auf die positiven Teilchen verbessert werden
kann.
Bei dem in Fig. 4 gezeigten Beispiel einer erfin
dungsgemäßen Vorrichtung wird ein herkömmliches Tar
get 1 verwendet, bei dem in diesem Fall ein negatives
Potential angelegt ist, wobei hierauf aber auch ver
zichtet werden kann. Auf das Target 1 wird ein bevor
zugt gepulster Laserstrahl 5 gerichtet und das Plasma
allein mit dessen Energie aus dem Targetmaterial er
zeugt. Das Target 1 kann aus elektrisch leitendem
aber auch aus elektrisch nicht leitendem Material
bestehen, je nachdem welche Schicht auf dem Substrat
3 ausgebildet werden soll. Im übrigen ist diese Vor
richtung, genau wie das in Verbindung mit der Fig. 3
beschriebene Beispiel ausgebildet. Selbstverständlich
können auch Ausführungsformen gemäß den anderen be
schriebenen Beispielen, insbesondere für die Ausbil
dung der Absorberelektrode 2 verwendet werden.
Bei einer Vorrichtung, wie sie mit den Beispielen
gemäß den Fig. 1 bis 3 beschrieben worden und die
in Verbindung mit dem bekannten Laser-Arc-Verfahren
betrieben werden kann, können verschiedenste Schich
ten auf verschiedensten Substraten aufgebracht wer
den. So können partikelfreies Aluminium, verschiedene
Aluminiumverbindungen (durch Zugabe entsprechend re
aktiver Gase) und auch diamantähnliche Kohlenstoff
schichten aufgebracht werden.
Nachfolgend soll die Beschichtung eines Substrates
mit Aluminium als Beispiel beschrieben werden.
Hierzu wird ein walzenförmiges Aluminiumtarget 1 ver
wendet und die Anode 4 zur Erzeugung der Bogenentla
dung im Vakuum sowie die Absorberelektrode 2 weisen
die gleiche Länge, wie das walzenförmige Aluminium
target 1 auf. Bei diesem Beispiel wird eine Absorber
elektrode 2, gemäß Fig. 1 verwendet, deren Krüm
mungsradius 60 mm beträgt. Für die Zündung der Vaku
um-Bogenentladung wird eine Impulsspitzenspannung von
ca. 400 V an die Anode 4 angelegt. Nachdem die Zün
dung der Vakuum-Bogenentladung zwischen Anode 4 und
Target 1 mit Hilfe des Laserstrahls 5 (Leistungsdich
te 5 . 108 W/cm2) erfolgt ist, wird die Anodenspannung
innerhalb weniger Mikrosekunden auf die Bogenentla
dungsspannung von ca. 30 V reduziert. Die Stromstärke
der Bogenentladung beträgt ca. 1.000 A, die Impuls
frequenz, mit der die Vakuum-Bogenentladung durchge
führt wird, liegt bei ca. 100 Hz.
Die Spannung an der Absorberelektrode 2 konnte bei
mittleren Werten im Bereich zwischen 180 V und 200 V
und die mittlere Stromstärke bei 1 A gehalten werden.
Das isoliert in der Vakuumkammer aufgehängte Substrat
3 kann im Gegensatz zu den beispielhaften Darstellun
gen auf Massepotential gehalten werden. Mit einer
solchen Anordnung können Beschichtungsraten reali
siert werden, die bei ca. 40%, einer Vorgehensweise
ohne die erfindungsgemäße Lösung, d. h. ohne zusätzli
che Absorberelektrode, erreicht werden.
Die Absorberelektrode 2 kann aber auch in nicht dar
gestellter Form so ausgebildet werden, daß sie aus
mehreren in einem Abstand zueinander angeordneten
ebenen, flächigen Elementen besteht, wobei die ein
zelnen Elemente parallel zueinander ausgerichtet sind
und die einzelnen, die Absorberelektrode 2 bildenden
Elemente orthogonal zur Längsrichtung des Targets
ausgerichtet sind, so daß durch die Zwischenräume
zwischen benachbarten flächigen Elementen im Plasma
gegebenenfalls vorhandene größere Tröpfchen abgeführt
werden können und demzufolge eine Abscheidung auf dem
Substrat 3 vermieden werden kann.
Die ebenen, flächigen Elemente einer so ausgebildeten
Absorberelektrode können an der dem Plasma zugewand
ten Seite bevorzugt so geformt sein, wie dies bei den
Streifenträgern 2" in den Fig. 3 und 4 gezeigt
ist. Die einzelnen ebenen, flächigen Elemente können
mit mindestens in einer Achse angeordneten Abstands
haltern, auch elektrisch leitend, verbunden sein.
Claims (23)
1. Vorrichtung zur Beschichtung von Substraten im
Vakuum, wobei zwischen einem Target und einem
Substrat ein Plasma erzeugt und ionisierte Teil
chen des Plasmas auf dem Substrat als Schicht
abgeschieden werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine in bezug auf das Plasma auf einem elek trisch positivem Potential liegende Absorber elektrode (2) vor oder neben dem Plasma so an geordnet und so geformt ist,
daß sich um die Absorberelektrode (2) ein elek trisches Feld ausbildet, dessen elektrischer Feldvektor zumindest annähernd orthogonal zur Bewegungsrichtung der ionisierten Teilchen des Plasmas ausgerichtet ist und
die Absorberelektrode (2) und/oder das Substrat (3) so angeordnet sind, daß die positiv gelade nen Teilchen des Plasmas nicht direkt auf das Substrat (3) gelangen.
daß eine in bezug auf das Plasma auf einem elek trisch positivem Potential liegende Absorber elektrode (2) vor oder neben dem Plasma so an geordnet und so geformt ist,
daß sich um die Absorberelektrode (2) ein elek trisches Feld ausbildet, dessen elektrischer Feldvektor zumindest annähernd orthogonal zur Bewegungsrichtung der ionisierten Teilchen des Plasmas ausgerichtet ist und
die Absorberelektrode (2) und/oder das Substrat (3) so angeordnet sind, daß die positiv gelade nen Teilchen des Plasmas nicht direkt auf das Substrat (3) gelangen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Laserstrahl (5)
zur Erzeugung eines Plasmas auf ein Target (1)
gerichtet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß ein gepulster Laser
strahl (5) auf eine als Kathode geschaltetes
Target (1) gerichtet ist und eine Anode (4) zur
Initiierung einer gepulsten Vakuum-Bogenentla
dung vorhanden ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das als Kathode ge
schaltete Target (1') walzenförmig ausgebildet,
drehbar angeordnet und der gepulste Laserstrahl
(5) parallel zu einer Ebene der Drehachse des
Targets (1') auf dessen Mantelfläche auslenkbar
ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Substrat
(3) und Target (1) eine das direkte Auftreffen
ionisierter Teilchen auf das Substrat verhin
dernde Blende (6) angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Absorberelektro
de (2) teilkreisförmig, in Richtung auf das Sub
strat (3) gekrümmt ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Blende (6) ge
krümmt ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß Absorberelektrode
(2) aus mehreren Streifen (2'), die auf einem
Streifenträger (2") angeordnet sind, gebildet
ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Streifen (2')
gegeneinander elektrisch isoliert auf dem Strei
fenträger (2") angeordnet sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß an den einzelnen
Streifen (2') Potentionale mit unterschiedlicher
Höhe angelegt sind.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Absorberelektro
de (2) aus einem keilförmigen Körper besteht,
der mit seiner Keilspitze in Richtung auf das
Target (1) weisend, im Teilchenstrom zwischen
Target (1) und Substrat (3) angeordnet ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, daß die Absorberelektro
de (2) so dimensioniert ist, daß zumindest annä
hernd im gesamten Raum zwischen Absorberelektro
de (2) und Substrat (3) das elektrische Feld
ausgebildet ist, und/oder die Länge der Absor
gerelektrode (2), der Länge des Targets (1) ent
spricht.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Absorberelektro
de aus mehreren in einem Abstand zueinander,
orthogonal zur Längsachse des Targets (1) ausge
richteten, parallel angeordneten ebenen, flächi
gen und in Richtung auf das Substrat gekrümmten
Elementen gebildet ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Fußpunkt
des Plasmas und Absorberelektrode (2) ein git
terförmiges Element aus elektrisch leitendem
Material, durch das das Plasma geführt ist, an
geordnet ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, daß am Substrat (3) eine
negative Gleichspannung oder eine gepulste Span
nung angelegt ist.
16. Verfahren zur Beschichtung von Substraten im
Vakuum, bei dem zwischen einem Target und einem
Substrat ein Plasma erzeugt und ionisierte Teil
chen des Plasmas auf dem Substrat als Schicht
abgeschieden werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß ionisierte Teilchen und Elektronen des er
zeugten Plasmas durch ein um eine Absorberelek
trode (2) erzeugtes elektrisches Feld hindurch
geführt und Elektronen von der Absorberelektrode
(2) absorbiert und die elektrisch positiven
Teilchen zum Substrat (3) bewegt werden.
17. Verfahren nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet, daß das Plasma mittels
gepulster Energie aus dem Target erzeugt und die
Spannung an der Absorberelektrode (2) ebenfalls
gepulst betrieben wird.
18. Verfahren nach Anspruch 16 oder 17,
dadurch gekennzeichnet, daß das Plasma mittels
Bogenentladung zwischen dem als Kathode geschal
teten Target (1) und einer Anode (4) erzeugt und
die Spannung der Absorberelektrode (2) größer
als die Spannung der Anode (4) gehalten wird.
19. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeich
net, daß das Plasma mittels gepulster Bogenent
ladung erzeugt wird.
20. Verfahren nach Anspruch 18,
dadurch gekennzeichnet, daß die Spannung der
Absorberelektrode (2), der Spannung der Anode
(4) nachfolgend geschaltet wird.
21. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 20,
dadurch gekennzeichnet, daß die Bogenentladung
zwischen dem als Kathode geschalteten Target (1)
und der Anode (4) mittels eines gepulsten Laser
strahles (5) gezündet wird.
22. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 21,
dadurch gekennzeichnet, daß ein walzenförmiges
Target (1) gleichförmig um seine Längsachse ge
dreht und der gepulste Laserstrahl (5) entlang
einer Ebene, parallel zur Drehachse des Targets
(1) über dessen Mantelfläche ausgelenkt wird.
23. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 22,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Gas oder Gasge
misch zugeführt wird.
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