DE19906140A1 - Vorrichtung zur Bestimmung und Dokumentation von motorischen Reflexen, insbesondere von Muskelreflexen und/oder Sehnenreflexen - Google Patents
Vorrichtung zur Bestimmung und Dokumentation von motorischen Reflexen, insbesondere von Muskelreflexen und/oder SehnenreflexenInfo
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Abstract
Die Vorrichtung zur Bestimmung und Dokumentation von motorischen Reflexen, insbesondere von Muskelreflexen und/oder Sehnenreflexen, umfaßt Elektroden, die zur Aufnahme und Weiterleitung von Aktionsströmen eines oder mehrerer Muskelfasern oder Muskeln geeignet sind, die auf der Haut über einem oder mehreren ausgewählten Muskeln plaziert werden können, und die an einen Kathodenstrahloszillographen, einen Schreiber oder einen Computer gekoppelt sind. Sie umfaßt des weiteren einen Reflexhammer, mit dem Hammerschläge auf die Haut über dem/den gewählten Muskel(n) bzw. dessen/deren Sehne(n) ausgeführt und dadurch mechanische Kontraktionen in dem/den Muskel(n) erzeugt werden können. Sie umfaßt ferner einen in den Reflexhammer an- bzw. eingebauten Kraftsensor bzw. Beschleunigungssensor, zur Erzeugung eines oder mehrerer elektrischer Signale infolge mechanischer Vibrationen des Reflexhammers (aufgrund dessen Abbremsung und/oder Erschütterung beim Schlag). Der Reflexhammer ist an einen Computer gekoppelt und leitet die erzeugten Signale an diesen weiter. Die Signale korrelieren mit dem Zeitpunkt, der Stärke und vorzugsweise wahlweise auch der Dauer des (Reflex-)Hammerschlags und repräsentieren somit diese Daten. Der Computer ist mit den Elektroden und dem Kraftsensor bzw. Beschleunigungssensor des Reflexhammers derart elektrisch gekoppelt, daß die mittels Elektroden und Kraftsensor/Beschleunigungssensor registrierten Werte an dem Computer ein- und ausgelesen, gespeichert und ...
Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Bestimmung und Dokumentation von
motorischen Reflexen, insbesondere von Muskelreflexen und/oder Sehnenreflexen.
Die Prüfung von motorischen Reflexen spielt bei der Erkennung von Erkrankungen des
Nervensystems eine große Rolle. Herkömmlicherweise werden diese motorischen
Reflexe (auch Muskelreflexe, Sehnenreflexe oder Eigenreflexe genannt) durch einen
Schlag mit einem sogenannten Reflexhammer (bzw. Reflexhämmerchen) auf die Sehne
ausgelöst, z. B. die Patellarsehne am Knie oder die Achillessehne an der Ferse. Die
dadurch hervorgerufene reflektorische Muskelkontraktion ist mit den im Stand der
Technik bekannten Verfahren und Vorrichtungen nur qualitativ zu beobachten und zu
bewerten. Eine quantitative Erfassung und Auswertung dieser Tests ist bisher nicht
möglich. Allein zu Forschungszwecken werden derzeit motorische Reflexe für die
quantitative Auswertung verfügbar gemacht, indem Muskelreflexe durch elektrische
Reizung ausgelöst und die mit den ausgelösten Muskelreflexen einhergehenden
Muskelströme (EMG) gemessen werden. Hierbei wird jedoch zur Auslösung der Reflex-
EMGs der betreffende motorische Nerv durch die Haut hindurch elektrisch stimuliert -
und nicht wie bei der Reflexhammermethode mechanisch. Die elektrische Reizung ist für
den Patienten bzw. die Versuchsperson belastend und zum Teil schmerzhaft, sie ist
außerdem unphysiologisch und umfaßt bzw. erfaßt nicht die sensorische Seite der
normalen Reflexauslösung (Reflexprüfung), nämlich die im Muskel verteilten
Muskelspindeln. Es sind primär und vor allem diese Muskelspindeln, die durch die
kurzzeitige Dehnung oder Erschütterung des Muskels bei dem Schlag mit dem
Reflexhammer erregt werden.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, eine Vorrichtung zu schaffen, mit der
mechanisch - insbesondere mittels Reflexhammerschlag - ausgelöste motorische
Reflexe nicht nur qualitativ sondern auch quantitativ bestimmt, d. h. exakt gemessen, und
praktisch gleichzeitig dokumentiert werden können.
Eine Lösung dieser Aufgabe besteht in der Bereitstellung einer Vorrichtung der eingangs
genannten Art, die durch die folgenden Merkmale gekennzeichnet ist:
- - Sie umfaßt zwei oder mehr Elektroden, insbesondere Hautelektroden, die zur Aufnahme (Synonyme: Abnahme/ Registrierung/ Aufzeichnung) und Weiterleitung (Synonym: Abgabe) von Aktionsströmen (Synonym: Elektromyogrammen = EMG) eines oder mehrerer Muskelfasern oder Muskeln geeignet sind, und die auf der Haut über einem oder mehreren ausgewählten Muskeln plaziert werden können. Diese Elektroden sind - vorzugsweise unter Zwischenschaltung von wenigstens einem elektrischen Verstärker - an einen Kathodenstrahloszillographen, einen Schreiber oder einen Computer gekoppelt.
- - Die Vorrichtung umfaßt desweiteren einen Reflexhammer, mit dem Hammerschläge auf die Haut über dem oder den gewählten Muskel(n) bzw. dessen oder deren Sehne(n) ausgeführt und dadurch mechanische Kontraktionen in dem oder den Muskel(n) erzeugt werden können.
- - Sie umfaßt ferner einen Kraftsensor (Synonym: Kraftmesser) bzw. Beschleunigungssensor (Synonym: Beschleunigungsmesser), der an oder in den Reflexhammer an- bzw. eingebaut und an einen Computer gekoppelt ist, und der zur Erzeugung eines oder mehrerer elektrischer Signale infolge mechanischer Vibrationen des Reflexhammers (aufgrund dessen Abbremsung und/oder Erschütterung beim Schlag) und zur Weiterleitung dieser Signale an den Computer geeignet ist, wobei diese elektrischen Signale mit dem Zeitpunkt, der Stärke und vorzugsweise wahlweise auch der Dauer des (Reflex-)Hammerschlags korrelieren und damit diese Daten repräsentieren.
- - Die Vorrichtung umfaßt außerdem einen Computer, vorzugsweise einen Mikrocomputer, der mit Prozessor, vorzugsweise Mikroprozessor, Datenspeicher, Dateneingabewerk, Datenausgabewerk und Display zur Anzeige der eingegebenen und/oder ausgegebenen Daten ausgerüstet ist, und der sowohl mit der bzw. den (Haut-)Elektrode(n) als auch mit dem Kraftsensor/Beschleunigungssensor des Reflexhammers derart elektrisch gekoppelt ist, daß die an bzw. mittels der Elektroden und des Kraftsensor/Beschleunigungssensors registrierten Werte an dem Computer ein- und ausgelesen, gespeichert und bearbeitet werden können.
Der Kraftsensor/Beschleunigungssensor ist vorzugsweise an oder in dem Hammerkopf
des Reflexhammers montiert, d. h. insbesondere an- bzw. eingebaut.
In einer herstellungstechnisch und handhabungstechnisch bewährten Ausführungsform ist
der Kraftsensor/Beschleunigungssensor als Stab oder Stange aus piezoelektrischem
Material bzw. als Piezotransistor realisiert und vorzugsweise am kopfseitigen Abschnitt
des Reflexhammers mit Bewegungsspielraum derart gelagert, daß sich die Stange bzw.
der Stab bzw. der Piezotransistor bei einem Schlag des Hammers auf eine Unterlage
infolge der Bremsbeschleunigung verbiegt. Das Ausmaß der Verbiegung und die Stärke
der damit einhergehenden kurzzeitigen elektrischen Spannung in dem Stab bzw. der
Stange bzw. dem Piezotransistor ist abhängig von der Schlagstärke des Hammers und
wird - ggf. nach Verstärkung des elektrischen Signals mittels eines Verstärkers - an
den Computer weitergeleitet und dort registriert, gespeichert, angezeigt und ggf.
verarbeitet oder bearbeitet.
Anstelle des Stabs/der Stange aus piezoelektrischem Material kann erfindungsgemäß
ebensogut ein bewegungs- bzw. kraftempfindliches Halbleiterelement verwendet
werden - oder auch ein Dehnungsmeßstreifen auf Blattfeder, die bei Beschleunigung
des Reflexhammers deformierbar ist bzw. deformiert wird.
Zur Unterstützung bzw. Sicherung des Signaltransfers vom Kraftsensor bzw
Beschleunigungssensor zum Computer ist die Zwischenschaltung von wenigstens einem
Verstärker vorgesehen.
Analog sollte zur Unterstützung bzw. Sicherung des Signaltransfers zwischen den
(Haut-) Elektroden und dem Computer ebenfalls wenigstens ein Transduktor oder ein
anderer Verstärker zwischen (Haut-) Elektroden und Computer geschaltet sein.
Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist es erstmals möglich, ein Verfahren zur
quantitativen Bestimmung und Dokumentation von motorischen Reflexen, insbesondere
von Muskel- und/oder Sehnenreflexen (sog. Eigenreflexen) durchzuführen.
Dieses Verfahren umfaßt seinem Wesen nach erfindungsgemäß die folgenden Schritte:
- - Eine oder mehrere Elektroden, insbesondere Hautelektroden, die zur Aufnahme (Abnahme/ Registrierung/ Aufzeichnung) und Abgabe (Weiterleitung) von Aktionsströmen (Elektromyogrammen = EMGs) eines oder mehrerer Muskelfasern oder Muskeln geeignet ist/sind, werden auf der Haut über einem oder mehreren ausgewählten Muskel plaziert,
- - Mit einem Reflexhammer wird ein Hammerschlag auf die Haut über dem/den gewählten Muskel(n) bzw. dessen/deren Sehne(n) ausführt und dadurch eine mechanische Deformation oder Vibration in dem/den Muskel(n) erzeugt.
- - Zeitpunkt, Stärke und vorzugsweise auch die Dauer des Hammerschlags werden mittels des Kraft- bzw. Beschleunigungssensors (Kraftmessers bzw. Beschleunigungsmessers) registriert, der in oder an dem Reflexhammer - vorzugsweise in dessen Hammerkopf - montiert ist und von diesem die Daten (Zeitpunkt, Stärke) des Hammerschlags empfängt, und der mit einem Computer (vorzugsweise einem Mikrocomputer) gekoppelt ist und an diesen die Daten des Hammerschlags (Zeitpunkt, Stärke) zur Anzeige, Speicherung und Verarbeitung weiterleitet.
- - Die durch den Hammerschlag ausgelösten Kontraktionen der/des Muskel(s) bzw. die damit einhergehenden elektrischen Aktionsströme des Muskels ( = das Reflex-EMG), die zeitlich etwa 30 bis 50 msec nach dem Hammerschlag auf die Sehne auftreten, werden mittels der Elektrode(n) registriert, vorzugsweise mit Hilfe eines Verstärkers verstärkt, und ebenfalls an den Computer geleitet.
- - In dem Computer, der mit Prozessor (vorzugsweise Mikroprozessor), Datenspeicher, Dateneingabewerk, Datenausgabewerk und Display zur Anzeige der eingegebenen und/oder ausgegebenen Daten ausgerüstet ist, werden die (Kenn-)Daten des mechanischen Reizes (Zeitpunkt, Stärke) und die (Kenn-)Daten des dadurch ausgelösten motorischen Reflexes (Zeitpunkt, Latenzzeit, Stärke, Dauer) ein- und ausgelesen, gespeichert und gegebenenfalls be- bzw. verarbeitet.
Die Vorteile der erfindungsgemäßen Vorrichtung liegen vor allem darin, daß mit Hilfe
des mit dem Reflexhammer baulich verbundenen, vorzugsweise in diesen eingebauten,
Kraft- bzw. Beschleunigungssensors ein registrierbares elektrisches Signal gewonnen
wird, das dem Zeitpunkt und der Stärke des Hammerschlags entspricht. Mit anderen
Worten: Zeitpunkt und Stärke des Hammerschlags werden registriert. Damit kann die
Latenz, die Dauer und die Größe (Amplitude) des Reflexes sowie der funktionelle
Zusammenhang zwischen Schlagstärke und Reflexgröße bestimmt werden, d. h. es ist
erstmalig möglich, Eigenreflexe über die Messung des Elektromyogramms (EMG)
quantitativ zu dokumentieren und auszuwerten.
Die Kenndaten eines motorischen Reflexes (Latenz, Dauer, Amplitude) können
individuell für eine Versuchsperson bzw. Trainingsperson bzw. einen Patienten
wiederholt bestimmt werden, und durch Vergleich von Messungen z. B. der rechten und
linken Körperhälfte oder von Messungen, die zu verschiedenen Zeiten aufgenommen
wurden, lassen sich krankheitsbedingte und/oder therapiebedingte und/oder in sonstiger
Weise trainingsbedingte Änderungen der Reflextätigkeit ermitteln.
Die Reflex-EMGs und die dazugehörigen Daten zur Stärke des Reflexhammerschlags,
d. h. die entsprechenden elektrischen Signale des Kraft- bzw. Beschleunigungssensors,
können mit Hilfe des Computers auf Festplatte oder Diskette gespeichert werden. Für
jeden einzelnen Patienten/Probanden/Trainingskandidaten können somit zahlreiche Tests
bzw. Messungen dieser Art bequem und sicher auf kleinstem Raum gespeichert werden,
und sämtliche Daten stehen dem Arzt, Trainer, Therapeuten oder der betreffenden
Person selbst jederzeit und ohne Aufwand abrufbar zur Verfügung.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von in den Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 einen Reflexhammer mit eingebautem Kraftsensor/Beschleunigungssensor,
Fig. 2 eine Schemadarstellung der Vorrichtung im Gebrauch,
Fig. 3 eine graphische Dokumentation von Stärke und Zeitpunkt des
Reflexhammerschlags,
Fig. 4 eine graphische Dokumentation eines Wadenmuskel-EMGs
In Fig. 1 ist ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Reflexhammers mit
integriertem Kraftsensor dargestellt. An der dem Hammerstiel 4 zugewandten
Schmalseite 6 des Hammerkopfes 8 ist eine Haltevorrichtung 10 für einen Stab aus
Piezokristall 12 befestigt. Die Haltevorrichtung 10 besteht z. B. aus Plexiglas und hat die
Form eines U-Profils. Der U-Rücken verläuft annähernd parallel zum Hammerstiel 4 und
damit annähernd quer zur Aufschlagfläche 14 des Hammerkopfes 8. Die U-Schenkel
erstrecken sich links und rechts des Hammerstiels 4 in Richtung Aufschlagfläche 14 des
Hammerkopfes 8. Sie dienen zur Stabilisierung der Lage der Haltevorrichtung 10 an dem
Hammerkopf 8.
Im bzw. am U-Rücken ist eine Röhre oder Hülse 16 ausgebildet.
Der Piezokristallstab 12 ist an seinem einen stirnseitigen Endabschnitt 26 in einem
Haltestift 18 verankert, welcher in der Röhre oder Hülse 16 im U-Rücken der
Haltevorrichtung 10 steckt und dort mittels einer Befestigungsschraube 20
verrutschsicher festgehalten ist. Der andere stirnseitige Endabschnitt 24 des
Piezokristallstabs 12 ist frei und ragt in einen Hohlraum 22, der von den Wänden der
Haltevorrichtung 10 und dem Hammerstiel 4 sowie der dem Hammerstiel 4 zugewandten
Schmalseite 6 des Hammerkopfes 8 begrenzt. Über seine gesamte Länge betrachtet
erstreckt sich der Piezokristallstab 12 mitsamt seinem Haltestift 18 im wesentlichen
parallel zur Aufschlagfläche 14 des Hammerkopfes 8. An dem Piezokristallstab 12 sind
Anschlußleitungen 28 für einen (hier in Fig. 1 nicht näher dargestellten) Verstärker
angekoppelt, beispielsweise angelötet, vorzugsweise - wie hier in Fig. 1 dargestellt -
in einem Abschnitt des Piezokristallstabs 12, der nahe dem Haltestift 18 liegt.
Anstelle der Anschlußleitungen können erfindungsgemäß auch ein oder mehrere Infrarot-
oder Hochfrequenzkanäle für die Übertragung der Hammerdaten eingesetzt werden.
Eine hier nicht näher dargestellte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, daß der
Kraft- bzw. Beschleunigungssensor in den Hammerstiel eingebaut ist, und zwar an
dessen dem Hammerkopf zugewandten Endabschnitt.
Fig. 2 zeigt den schematischen Aufbau einer erfindungsgemäßen Vorrichtung am Beispiel
der Anwendung zur Messung des Achillessehnenreflexes. An der Wade des zu
untersuchenden Beins 30 sind die sensorischen Enden zwei Hautelektroden 32, 34
befestigt. An ihrem ableitenden Ende sind diese Elektroden an eine Verstärker 36
gekoppelte, der über einen Analog/Digital-Wandler 38 an einen Computer 40
angeschlossen ist. Der Computer 40 ist mit einer Speichereinheit 42, einer
Auswerteeinheit 44 und einem Drucker 46 gekoppelt. Der Reflexhammer 2 mit
integriertem Kraftsensor gemäß Fig. 1 ist ebenfalls an einen Verstärker 48 angeschlossen,
der seinerseits - wiederum unter Zwischenschaltung eines Analog/Digital-Wandlers 50
- an den Computer 40 gekoppelt ist.
Für den Achillessehnenreflex-Test wird zunächst mit dem Reflexhammer ein
Hammerschlag auf die Achillessehne ausgeübt. Dann werden folgende Parameter
gemessen bzw. errechnet und dokumentiert:
- 1. die Schlagstärke und der Schlagzeitpunkt des Reflexhammers
- 2. die Reflexzeit, d. h. die Latenz zwischen Hammerschlag und Beginn des Reflex-EMGs
- 3. die Reflexdauer, d. h. die Zeitdauer vom Beginn bis zum Ende des Reflex-EMGs
- 4. Die Reflex-Amplitude (d. h. die Differenz der maximalen positiven und negativen EMG-Spannungen)
- 5. Die Intensitäts-Kennlinie, d. h. die Abhängigkeit der Reflex-Amplitude von der Schlagstärke
Fig. 3 zeigt die graphische Dokumentation von Schlagstärke und Schlagzeitpunkt des
Reflexhammerschlags, und Fig. 4 zeigt die graphische Dokumentation des EMGs des
Wadenmuskels. Sämtliche Parameter kennzeichnen den hier getesteten
Achillessehnen(eigen-)reflex. Anhand des Testergebnisses ist es unter anderem möglich,
neurologische Erkrankungen, z. B. eine diabetische Polyneuropathie, festzustellen, und
zwar wesentlich früher als dies mit den herkömmlichen Diagnosevorichtungen und
-verfahren möglich ist.
2
Reflexhammer
4
Hammerstiel
6
Schmalseite
8
Hammerkopf
10
Haltevorrichtung
12
Piezokristallstab
14
Aufschlagfläche
16
Hülse
18
Haltestift
20
Befestigungsschraube
22
Hohlraum
24
Endabschnitt
26
Endabschnitt
28
Anschlußleitung
30
Bein
32
Hautelektrode
34
Hautelektrode
36
Verstärker
38
Analog/Digital-Wandler
40
Computer
42
Speichereinheit
44
Auswerteeinheit
46
Drucker
48
Verstärker
50
Analog/Digital-Wandler
Claims (6)
1. Vorrichtung zur Bestimmung und Dokumentation von motorischen Reflexen,
insbesondere von Muskelreflexen und/oder Sehnenreflexen,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine oder mehrere Elektroden, insbesondere Hautelektroden, vorgesehen sind, die auf der Haut über einem oder mehreren ausgewählten Muskeln plazierbar und zur Aufnahme und Weiterleitung von Aktionsströmen eines oder mehrerer Muskelfasern oder Muskeln geeignet sind, und die an einen Computer gekoppelt sind,
daß ein Reflexhammer vorgesehen ist, der zur Ausführen von Hammerschlägen auf die Haut über einem oder mehreren gewählten Muskel(n) bzw. dessen/deren Sehne(n) und damit zur Erzeugung von reflektorischen Kontraktionen und Aktionsströmen in dem/den Muskel(n) geeignet ist,
daß ein Kraftsensor bzw. Beschleunigungssensor vorgesehen ist, der in oder an dem Reflexhammer montiert und an einen Computer gekoppelt ist, und der zur Erzeugung eines oder mehrerer elektrischer Signale infolge der Abbremsung des Reflexhammers beim Auftreffen auf die Sehne und zur Weiterleitung dieser Signale an den Computer geeignet ist,
und daß ein Computer (vorzugsweise ein Mikrocomputer) vorgesehen, der mit Prozessor (vorzugsweise Mikroprozessor), Datenspeicher, Dateneingabewerk, Datenausgabewerk und Display zur Anzeige der eingegebenen und/oder ausgegebenen Daten ausgerüstet ist, und der mit der/den (Haut-)Elektrode(n) und mit dem Kraftsensor bzw. Beschleunigungssensor des Reflexhammers elektrisch gekoppelt ist.
daß eine oder mehrere Elektroden, insbesondere Hautelektroden, vorgesehen sind, die auf der Haut über einem oder mehreren ausgewählten Muskeln plazierbar und zur Aufnahme und Weiterleitung von Aktionsströmen eines oder mehrerer Muskelfasern oder Muskeln geeignet sind, und die an einen Computer gekoppelt sind,
daß ein Reflexhammer vorgesehen ist, der zur Ausführen von Hammerschlägen auf die Haut über einem oder mehreren gewählten Muskel(n) bzw. dessen/deren Sehne(n) und damit zur Erzeugung von reflektorischen Kontraktionen und Aktionsströmen in dem/den Muskel(n) geeignet ist,
daß ein Kraftsensor bzw. Beschleunigungssensor vorgesehen ist, der in oder an dem Reflexhammer montiert und an einen Computer gekoppelt ist, und der zur Erzeugung eines oder mehrerer elektrischer Signale infolge der Abbremsung des Reflexhammers beim Auftreffen auf die Sehne und zur Weiterleitung dieser Signale an den Computer geeignet ist,
und daß ein Computer (vorzugsweise ein Mikrocomputer) vorgesehen, der mit Prozessor (vorzugsweise Mikroprozessor), Datenspeicher, Dateneingabewerk, Datenausgabewerk und Display zur Anzeige der eingegebenen und/oder ausgegebenen Daten ausgerüstet ist, und der mit der/den (Haut-)Elektrode(n) und mit dem Kraftsensor bzw. Beschleunigungssensor des Reflexhammers elektrisch gekoppelt ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Kraftsensor/Beschleunigungssensor an oder in den Hammerkopf des
Reflexhammers an- bzw. eingebaut ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Kraftsensor/Beschleunigungssensor als Stab oder Stange aus
piezoelektrischem Material bzw. als Piezotransistor realisiert ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Stab oder die Stange aus piezoelektrischem Material bzw. der
Piezotransistor am kopfseitigen Abschnitt des Reflexhammers mit
Bewegungsspielraum derart gelagert ist, daß die Stange bzw. der Stab bzw. der
Piezotransistor bei einem Schlag des Hammers auf eine Unterlage infolge der
Erschütterung oder Bremsbeschleunigung in Schwingung gerät, welche eine
elektrische Spannung in dem bzw. der piezoelektrische(n) Stab bzw. Stange bzw.
dem Piezotransistor erzeugt, die an den Computer weiterleitbar und von diesem
registrierbar, dokumentierbar und verarbeitbar ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der Kraftsensor/Beschleunigungssensor unter Zwischenschaltung von
wenigstens einem Transduktor oder einem anderen Verstärker mit dem Computer
gekoppelt ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen den (Haut-)Elektroden und den Computer wenigstens ein
Transduktor oder ein anderer Verstärker geschaltet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19906140A DE19906140B4 (de) | 1998-12-04 | 1999-02-13 | Vorrichtung zur Bestimmung und Dokumentation von motorischen Reflexen, insbesondere von Muskelreflexen und/oder Sehnenreflexen |
Applications Claiming Priority (3)
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|---|---|---|---|
| DE19856051.6 | 1998-12-04 | ||
| DE19856051 | 1998-12-04 | ||
| DE19906140A DE19906140B4 (de) | 1998-12-04 | 1999-02-13 | Vorrichtung zur Bestimmung und Dokumentation von motorischen Reflexen, insbesondere von Muskelreflexen und/oder Sehnenreflexen |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19906140A1 true DE19906140A1 (de) | 2000-07-06 |
| DE19906140B4 DE19906140B4 (de) | 2005-06-09 |
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ID=7890018
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19906140A Expired - Fee Related DE19906140B4 (de) | 1998-12-04 | 1999-02-13 | Vorrichtung zur Bestimmung und Dokumentation von motorischen Reflexen, insbesondere von Muskelreflexen und/oder Sehnenreflexen |
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