DE19906468A1 - Piezoelektrischer Aktor - Google Patents
Piezoelektrischer AktorInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen piezoelektrischen Aktor insbesondere zur Betätigung von Steuerventilen oder Einspritzventilen in Kraftfahrzeugen mit einem in Form eines vielschichtigen Laminats aus aufeinandergeschichteten Lagen piezoelektrischen Materials und dazwischenliegenden metallischen bzw. elektrisch leitenden, als Elektroden dienenden Schichten gebildeten Aktorkörper (10), der an seinen Stirnseiten zwischen einer ventilseitigen Bodenplatte (11) und einer gegenüberliegenden Kopfplatte (12) durch zwei in Längsrichtung an gegenüberliegenden Seiten des Aktorkörpers liegende Federbänder (13, 14) elastisch vorgespannt ist, deren Vorspannkraft durch Einstellmittel einstellbar ist. Der piezoelektrische Aktor ist dadurch gekennzeichnet, daß die Einstellmittel eine in ein an einem zentrischen axialen Verlängerungsbolzen (18) der Kopfplatte (12) vorgesehenes Außengewinde (15) schraubbeweglich eingreifende Einstellmuttern (16) aufweisen, welche abhängig von ihrer Schraubstellung die Vorspannkraft der Federbänder (13, 14) einstellt.
Description
Die Erfindung betrifft einen piezoelektrischen Aktor,
insbesondere zur Betätigung von Steuerventilen oder
Einspritzventilen in Kraftfahrzeugen, mit einem in Form
eines vielschichtigen Laminats aus aufeinandergeschichteten
Lagen piezoelektrischen Materials und dazwischenliegenden
metallischen bzw. elektrisch leitenden, als Elektroden
dienenden Schichten gebildeten Aktorkörper, der an seinen
Stirnseiten zwischen einer ventilseitigen Bodenplatte und
einer gegenüberliegenden Kopfplatte durch zwei in
Längsrichtung an gegenüberliegenden Seiten des Aktorkörpers
liegende Federbänder elastisch vorgespannt ist, deren
Vorspannkraft durch Einstellmittel einstellbar ist.
Ein derartiger piezoelektrischer Aktor ist zum Beispiel
bekannt aus der DE 196 50 900 A1 der Robert Bosch GmbH. Ein
derartiger, in Form eines laminierten Stapels aus
piezoelektrischen Schichten mit dazwischenliegenden
Elektrodenschichten gebildeter piezoelektrischer Mehrlagen
Aktor muß unter einer Vorspannung eingebaut werden, da er
sonst bei einer Betätigung auseinanderreißen würde. Die
Größenordnung dieser Vorspannungskraft hängt von der
Ansteuergeschwindigkeit und den Massen am Aktorkörper ab.
Je nach Ausgestaltung des piezoelektrischen Aktorkörpers
beträgt die Vorspannungskraft 500-1000 N.
In der beiliegenden Fig. 1 ist ein solcher aus der obigen
Druckschrift bekannter piezoelektrischer Aktor mit einem
mehrlagigen Aktorkörper 3 dargestellt. Bei der Herstellung
des bekannten piezoelektrischen Aktors wird der Aktorkörper 3
stirnseitig jeweils mit einer Bodenplatte 7 und einer
Deckplatte 8 verklebt. Die benötigte Vorspannung wird durch
Federbänder 4a und 4b aufgebracht, die in Längsrichtung zu
beiden Seiten des Aktorkörpers 3 liegen. Um die durch
Fertigungsungenauigkeiten bei der Herstellung des
Aktorkörpers auftretenden Toleranzen zu kompensieren, sind
hochgenaue Ausgleichsscheiben 1, 2 und 5 nötig. Die
Vorratshaltung solcher Ausgleichsscheiben und deren Montage
verteuern die Herstellungskosten des piezoelektrischen
Aktors.
Es ist Aufgabe der Erfindung, einen in der Herstellung
kostengünstigeren piezoelektrischen Mehrlagen-Aktor mit
verbesserten Einstell- und Ausgleichselementen zu
ermöglichen, mit denen sich die von den Federbändern auf
den Aktorkörper aufgebrachte Vorspannungskraft beliebig
einstellen oder nachjustieren läßt.
Wie bei der bekannten Lösung, wird der Aktorkörper über
seitlich desselben liegende Federbänder elastisch
vorgespannt. Im Unterschied zu der bekannten Lösung wird
die Federkraft aber durch Verdrehen einer Einstellmutter
eingestellt.
Um eine einseitige Krafteinleitung durch toleranzbehaftete
Federbänder zu vermeiden, dient eine zentrisch in eine
pfannenförmigen Vertiefung der Einstellmutter eingreifende
Ausgleichswippe, die einen axial ragenden Zentrierbolzen
aufweist, dessen sphärische Kontur sich in der
pfannenartigen Vertiefung der Einstellmutter bewegen kann.
Dadurch wird bei einer Verdrehung der Einstellmutter die
Vorspannung gleichmäßig aufgebracht, d. h., zentriert.
Toleranzen in den Federsteifigkeiten werden durch Verkippen
der Ausgleichswippe kompensiert. Auf diese Weise können
beliebige Vorspannkräfte in einem gewünschten Kraftbereich
stufenlos eingestellt oder während der Lebensdauer des
piezoelektrischen Aktors bzw. des mit ihm ausgerüsteten
Ventils nachgestellt werden. Gleichzeitig vereinfacht und
verbilligt sich die Montage, da nur an einer Stelle mit der
Einstellmutter eine Korrektur vorgenommen werden muß.
Mit der erfindungsgemäßen Gestaltung eines piezoelek
trischen Aktors werden insbesondere folgende Vorteile
erzielt:
- - Eine einseitige Krafteinleitung wird durch Verwendung der Ausgleichswippe vermieden. Dies bedeutet, daß der Piezoaktor eine höhere Lebensdauer hat, da die Wahr scheinlichkeit von Rißbildungen verringert ist.
- - Die Montage des piezoelektrischen Aktors ist durch die Verwendung vorgefertigter Teile und der Krafteinstellung an einer einzigen Stelle, d. h. an der Einstellmutter vereinfacht und dadurch billiger.
- - Die Vorspannkraft läßt sich während der Lebensdauer des piezoelektrischen Aktors nachstellen. Dies trägt vorteilhafterweise einer Ermüdung der die Vorspannkraft bewirkenden Federbänder Rechnung.
Die obigen Merkmale und Vorteile des erfindungsgemäßen
piezoelektrischen Aktors werden durch die nachfolgende,
zwei Ausführungsbeispiele beschreibende Beschreibung noch
deutlicher, wenn diese bezugnehmend auf die beiliegende
Zeichnung gelesen wird.
Fig. 1 zeigt in Form eines schematischen Längsschnitts den
bereits beschriebenen bekannten piezoelektrischen Aktor.
Fig. 2A und 2B zeigen in Form eines schematischen
Längsschnitts und einer Draufsicht auf die Kopfseite ein
bevorzugtes erfindungsgemäßes Ausführungsbeispiel eines
piezoelektrischen Aktors, und
Fig. 3 zeigt in Form eines schematischen Längsschnitts ein
weiteres erfindungsgemäßes Ausführungsbeispiel eines
piezoelektrischen Aktors.
Gemäß der ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel eines
erfindungsgemäßen piezoelektrischen Aktors in Form eines
schematischen Längsschnitts darstellenden Fig. 2A ist ein
mehrlagiger Aktorkörper 10, der aus einem vielschichtigen
Laminat aus aufeinandergeschichteten Lagen
piezoelektrischen Materials und dazwischenliegenden
metallischen bzw. elektrisch leitenden, als Elektroden
dienenden Schichten besteht, an seinen Stirnseiten zwischen
einer ventilseitigen Bodenplatte 11 mit einem zentrischen,
axial zum (nicht gezeigten) Ventil hin ragenden,
Druckstößel 19 und einer gegenüberliegenden Kopfplatte 12
durch zwei einzelne in Längsrichtung des Aktorkörpers
liegende Federbänder 13 und 14 elastisch vorgespannt.
Wenn eine pulsierende elektrische Spannung an die (nicht
gezeigten) Elektroden des Aktorkörpers 10 angelegt wird,
führt dieser analog pulsierende Hübe unter Änderung des
Abstandes zwischen seinen durch die Federbänder 13 und 14
vorgespannten Stirnseiten aus. Dabei bewegt sich die
Bodenplatte 11 mit dem Druckstößel 19 entgegen der von den
Federbändern 13 und 14 ausgeübten Federkraft in axialer
Richtung. Die Kopfplatte 12 weist einen mit einem
Außengewinde 15 versehenen axialen Verlängerungsbolzen auf.
In das Außengewinde 15 des Verlängerungsbolzens 18 greift
das Innengewinde einer Einstellmutter 16 ein. Durch
Verdrehen der Einstellmutter 16 läßt sich die Federkraft
der beiden Federbänder 13 und 14 einstellen.
Bei dem in Fig. 2A gezeigten Ausführungsbeispiel geschieht
dies dadurch, daß die Einstellmutter 16 auf ein als
Ausgleichswippe 20 gestaltetes Verbindungselement einwirkt,
welches mit Hilfe von Fixierstiften 23 und 24 die durch
Bohrungen am oberen Ende der beiden Federbänder 13 und 14
gesteckt sind, die beiden Federbänder 13 und 14 so
verbindet, daß ein gewisses Spiel zum Verkippen der
Ausgleichswippe 20 bleibt. Zum Ausgleich und zur
Zentrierung der von der Einstellmutter 16 eingestellten
Vorspannkraft auf die beiden Federbänder 13 und 14 hat die
Ausgleichswippe 20 einen zentrisch in axialer Richtung zur
Einstellmutter 16 hin ragenden Zentrierbolzen 21 mit
sphärischem Ende, der zentrisch in einer sphärischen
Zentrierpfanne 17 der Einstellmutter 16 beweglich ist. Der
Radius dieser Zentrierpfanne 17 ist wesentlich größer als
der Radius am Ende des Zentrierbolzens 21 der
Ausgleichswippe 20. Auf diese Weise und durch die gewählte
axiale Länge des Zentrierbolzens 21 bleibt zwischen dem
oberen Außenrand der Einstellmutter 16 und der Unterseite
der Ausgleichswippe Spielraum, so daß die Ausgleichswippe
20 etwas kippen kann. Auf diese Weise werden Toleranzen in
den Federsteifigkeiten der Federbänder 13 und 14 durch Ver
kippen der Ausgleichswippe kompensiert, so daß bei
Verdrehung der Einstellmutter 16 die Vorspannung gleich
mäßig und in axialer Richtung auf die Stirnseiten des
Aktorkörpers 10 einwirkt. Somit können beliebige Vor
spannkräfte stufenlos eingestellt, bzw. während der Lebens
dauer des piezoelektrischen Aktors und des damit
ausgerüsteten Ventils nachgestellt werden. Gleichzeitig
vereinfacht sich die Montage, da nur an einer Stelle, d. h.
an der Einstellmutter 16 eine Korrektur vorgenommen werden
muß und keine hochgenauen Ausgleichsscheiben zur
Einstellung der Vorspannkraft benötigt werden.
Wie besonders die in Fig. 2B gezeigte Draufsicht auf den
in Fig. 2A dargestellten piezoelektrischen Aktor zeigt,
sind die in der Ausgleichswippe 20 vorgesehenen Bohrungen
27 und 28 derart gestaltet, daß die Federbänder 13 und 14
mit Spiel darin sitzen. Die Fixierung der Federbänder 13
und 14 erfolgt bei der Montage durch Fixierstifte 23 und
24, die durch die Bohrungen am oberen Endabschnitt der
Federbänder 13 und 14 gesteckt sind. Die Fixierstifte 23
und 24 können mit einer Einkerbung oder mit Ringnuten
versehen sein, damit die Stifte 23 und 24 sicher in den
Bohrungen der Federbänder 13 und 14 sitzen und beim Betrieb
des piezoelektrischen Aktors nicht herausfallen können.
Fig. 3 zeigt in Form eines schematischen Längsschnitts ein
zweites erfindungsgemäßes Ausführungsbeispiel eines
piezoelektrischen Aktors. Hier sind keine einzelnen
Federbänder 13 und 14 vorgesehen, sondern das
Vorspannelement ist ein einziger U-förmig gebogener
Federbügel 30, dessen lange Schenkel zwei gegenüberliegende
Federbänder 33 und 34 an den Längsseiten des Aktorkörpers
10 bilden. Die Einstellung der Vorspannungskraft geschieht
genau wie bei dem in Fig. 2A gezeigten ersten
Ausführungsbeispiel mit Hilfe einer Einstellmutter 16,
deren Innengewinde in das Außengewinde 15 des axial
ragenden Verlängerungsbolzens 18 der Kopfplatte 12
eingreift, wodurch die Einstellung der auf die Stirnseiten
des Aktorkörpers 10 einwirkende Vorspannungskraft mit einem
einzelnen Einstellorgan, nämlich durch Verschrauben der
Einstellmutter 16 geschieht. Der flache Bodenteil 31 des
Federbügels 30 ist über eine Ausgleichswippe 20 geführt,
die, was den Zentrierbolzen 21 angeht, dieselbe Form haben
kann, wie die Ausgleichswippe 20 gemäß Fig. 2A. Zusätzlich
kann die in Fig. 3 dargestellte Ausgleichswippe 20 eine in
Fig. 3 nicht dargestellte Vertiefung oder Nut an ihrer
Oberseite haben, in der der flache Bodenteil 31 des
Federbügels 30 sitzt.
Auch bei dem in Fig. 3 gezeigten Ausführungsbeispiel hat
die Einstellmutter 16 vorteilhafterweise eine zentrische
sphärische Zentrierpfanne 17, in der der Zentrierbolzen 21
der Ausgleichswippe 20 beweglich ist.
Zu erwähnen ist noch, daß sich die beiden erfindungsgemäßen
Ausführungsbeispiele grundsätzlich für eine runde,
rechteckige oder quadratische Querschnittsform des
Aktorkörpers eignen.
Claims (8)
1. Piezoelektrischer Aktor, insbesondere zur Betätigung
von Steuerventilen oder Einspritzventilen in Kraftfahr
zeugen mit einem in Form eines vielschichtigen Laminats aus
aufeinandergeschichteten Lagen piezoelektrischen Materials
und dazwischenliegenden metallischen bzw. elektrisch
leitenden, als Elektroden dienenden Schichten gebildeten
Aktorkörper (10), der an seinen Stirnseiten zwischen einer
ventilseitigen Bodenplatte (11) und einer
gegenüberliegenden Kopfplatte (12) durch zwei in
Längsrichtung an gegenüberliegenden Seiten des Aktorkörpers
liegende Federbänder (13, 14; 33, 34) elastisch vorgespannt
ist, deren Vorspannkraft durch Einstellmittel einstellbar
ist,
dadurch gekennzeichnet, daß die Einstellmittel eine in ein
an einem zentrischen axialen Verlängerungsbolzen (18) der
Kopfplatte (12) vorgesehenes Außengewinde (15)
schraubbeweglich eingreifende Einstellmutter (16) auf
weisen, welche abhängig von ihrer Schraubstellung die
Vorspannkraft der Federbänder (13, 14; 33, 34) einstellt.
2. Piezoelektrischer Aktor nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Federbänder (33, 34) parallele
Schenkel eines einzigen, etwa U-förmigen Federbügels (30)
sind, an dessen Boden die Einstellmutter (16) angreift.
3. Piezoelektrischer Aktor nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Federbänder (13, 14) zwei einzelne
Bänder sind, die durch ein außerhalb der Einstellmutter
(16) liegendes und durch die Einstellmutter (16)
vorspannend beaufschlagtes Verbindungselement
kraftschlüssig verbunden sind.
4. Piezoelektrischer Aktor nach Anspruch 3, dadurch
gekennzeichnet, daß das Verbindungselement eine
kippbewegliche Ausgleichswippe (20) bildet, die die von den
Federbändern (13, 14) ausgeübte und von der Einstellmutter
eingestellte Vorspannungskraft auf die Längsachse (A) des
Aktorkörpers (10) zentriert.
5. Piezoelektrischer Aktor nach Anspruch 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Ausgleichswippe (20) einen
zentrischen, axial zur Einstellmutter (16) ragenden
Zentrierbolzen (21) aufweist, der an einer äußeren Stirn
wand der Einstellmutter (16) anliegt und dessen Ende eine
sphärische Kontur hat.
6. Piezoelektrischer Aktor nach Anspruch 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die äußere Stirnwand der Einstellmutter
(16) eine zentrische, sphärische Zentrierpfanne (17)
bildet, deren Radius wesentlich größer ist als der des
darin liegenden Zentrierbolzens (21) der Ausgleichswippe
(20).
7. Piezoelektrischer Aktor nach einem der Ansprüche 3 bis
6, dadurch gekennzeichnet, daß die Federbänder (13, 14)
Bohrungen an ihren Endabschnitten aufweisen und dort mit
durch die Bohrungen gesteckten Fixierstiften (23, 24, 25,
26) jeweils an dem Verbindungselement bzw. der
Ausgleichswippe (20) und der Bodenplatte (11) fixiert sind.
8. Piezoelektrischer Aktor nach Anspruch 7, dadurch
gekennzeichnet, daß die Fixierstifte (23-26) mit einer
Kerbe oder Umfangsnut versehen sind, in die die Endab
schnitte der Federbänder (13, 14) formschlüssig eingreifen.
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