DE19907582A1 - Bindemittel für Druckfarben - Google Patents
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Abstract
Bindemittel für Druckfarben, erhältlich durch Umsetzung von DOLLAR A Verbindungen A, enthaltend Einheiten von Naturharzen und/oder Naturharzsäuren und/oder Kohlenwasserstoffharzen mit C¶5¶-, C¶9¶- oder Terpen-Einheiten, mit DOLLAR A Verbindungen B, enthaltend Einheiten von Phenol-Aldehyd-Kondensationsprodukten, DOLLAR A in einem Lösungsmittel C bei einer Temperatur von 50 bis 300 DEG C, wobei keine vernetzten Produkte gebildet werden, und wobei der Massenanteil der Verbindungen A 1 bis 98%, der der Verbindungen B 0,1 bis 50% und der der Lösungsmittel C in der Reaktionsmischung 1 bis 98% beträgt, und die Summe der Massenanteile stets 100% beträgt.
Description
Die Erfindung betrifft neue Bindemittel für Druckfarben, herstellbar durch Umsetzung von
modifizierten Kolophonium- und/oder Kohlenwasserstoftharzen mit Phenol-Aldehyd-
Kondensationsprodukten in einem Lösungsmittel.
Es ist bereits bekannt, Bindemittelharze für Tiefdruck- oder Offsetdruckfarben auf Basis von
Naturharzen und Naturharzsäuren herzustellen. Dabei werden diese zumeist mit geeigneten
Modifizierungsmitteln wie beispielsweise α,β-ungesättigten Dicarbonsäuren und deren
Anhydriden, Aldehyden, Phenolen oder Aldehyd-Phenol-Kondensationsprodukten, wie Resolen
oder Novolaken, Metallverbindungen, Veresterungsmitteln, Alkoholen, Fettsäuren und
Fettsäureestern sowie Kohlenwasserstoffharzen in einer Polykondensationsreaktion zu
modifizierten Naturharzen umgesetzt. Über Art und Menge des Modifizierungsmittels können
die gewünschten Eigenschaften eingestellt werden.
Es ist jedoch auch möglich, bestimmte bei der Raffination anfallende Kohlenwasserstoff-
Fraktionen, die hauptsächlich sogenannte C5-Monomere oder von diesen abgeleitete Di- und
Oligomere, wie Cyclopentadien und Dicyclopentadien oder Isopren, und/oder hauptsächlich
sogenannte C9-Monomere, wie Inden, Styrol und Cumaron, oder Terpene, wie α- oder β-Pinen,
Dipenten und Limonen, enthalten, zu Kohlenwasserstoffharzen zu polymerisieren, und die
erhaltenen Polymere mit den vorstehend beschriebenen Modifizierungsmitteln weiter zu
modifizierten Kohlenwasserstoffharzen umzusetzen. Die Kohlenwasserstoftharze können auch
mit Naturharzen und/oder Naturharzsäuren vermischt werden, wobei diese Mischungen dann
dem Modifizierungsschritt unterworfen werden.
Diese Polykondensationen müssen in der Schmelze bei hohen Temperaturen durchgeführt
werden. Typisch ist ein Bereich von 220 bis 280°C.
Die so erhaltenen Bindemittelharze werden dann je nach Anwendungszweck in einem geeigneten
Vehikel wie Toluol für den Illustrationstiefdruck oder Mineralöl und/oder Leinöl für den
Offsetdruck gelöst, wobei das entsprechende Bindemittel, auch Firnis genannt, erhalten wird. In
diesem Bindemittel, das auch weitere Zuschlagstoffe enthalten kann, wie sie üblicherweise zur
Bindemittelherstellung verwendet werden, wie beispielsweise Wachse, Trocknungshilfsmittel
oder Alkydharze, wird dann ein Pigment dispergiert. Dabei entsteht die Druckfarbe. Es ist jedoch
auch möglich, dieses Bindemittel als Auflackfirnis zu verwenden, und das Pigment in bereits
dispergierter Form zuzugeben.
An leistungsfähige Bindemittel und die damit formulierten Druckfarben wird die Forderung
gestellt, daß sie den Drucken die bei den hohen Druck-Geschwindigkeiten erforderliche rasche
Trocknung, einen guten Stand auf der Oberfläche des Bedruckstoffs, eine gute Scheuerfestigkeit
sowie einen hohen Glanz verleihen müssen. Dies gilt insbesondere für nicht oder nur schwach
gestrichene und daher stark saugende Naturpapiere. Besonders schwierig ist es, solche
Forderungen mit Bindemitteln zu erfüllen, die mit niedrigviskosen und daher niedermolekularen
Bindemittelharzen formuliert sind. Diese penetrieren im allgemeinen zu stark ins Papier, was
zum Glanzverlust führt. Um diesen Nachteil zu vermeiden, werden deshalb in zunehmendem
Maß zur Formulierung von Bindemitteln und den daraus hergestellten Druckfarben
hochmolekulare Bindemittelharze verwendet. Sie verhindern das Penetrieren von Pigment in den
Bedruckstoff, sorgen deshalb für einen guten Stand der Druckfarbe auf der Oberfläche des
Bedruckstoffes und damit für eine gute Glanzentwicklung des Drucks.
Bekanntlich ist jedoch die Herstellung von hochmolekularen Bindemittelharzen durch
Polykondensations- oder Polymerisationsreaktionen in der Schmelze technisch schwierig
durchzuführen, da mit dem Anstieg des Polymerisationsgrades auch ein Anstieg der
Schmelzeviskosität einhergeht, deren Beherrschung leistungsfähiger Rühraggregate sowie einer
exakten Temperaturführung bedarf. Aus den hochviskosen Harzschmelzen kann die Wärme
wegen der durch die hohe Viskosität verminderten Durchmischung und Diffusion nur schlecht
abgeführt werden. Wegen ihrer hohen Viskosität wird die Austragszeit der Harzschmelzen aus
den Reaktionskesseln auf Kühlbänder verlängert; daher ist eine möglichst hohe Temperatur der
Schmelze erwünscht, um die Viskosität abzusenken und den Austrag zu beschleunigen. Während
dieser zusätzlichen Aufenthaltszeit während des Austrags aus dem Reaktionskessel bei hohen
Temperaturen neigen die Harze zur Weiterreaktion, wobei die Schmelzeviskosität weiter
ansteigt. Das zuerst ausgetragene Harz wird sich daher von dem zuletzt ausgetragenen deutlich
unterscheiden. Die Weiterreaktion während des Austrage-Vorganges führt daher zu
Inhomogenität bezüglich des Polymerisationsgrades und damit auch der Viskosität des Harzes.
Diese Inhomogenität kann zwar durch Mischen des ausgetragenen Harzes vermindert werden, es
bleibt jedoch eine breite Verteilung von unterschiedlichen Polymerisations- oder besser
Polykondensationsgraden (die weiter unten definierte Uneinheitlichkeit U beträgt über 50, meist
über 100). Die Weiterreaktion des im Kessel verbliebenen Harzes während des
Austragsvorganges kann auch mit einem unkontrollierten-Molekülaufbau einhergehen, der
schließlich zum Vernetzen des Ansatzes und damit zu einem unlöslichen und für die Anwendung
als Bindemittelharz in Bindemitteln für Druckfarben unbrauchbaren Produkt führen kann. Immer
leistungsfähigere und aufwendigere Kühlbänder sind erforderlich, um die Inhomogenitäten in der
Viskosität und in der Verteilung der Polykondensationsgrade zwischen Anfang und Ende des
Austragevorgangs der Harzschmelze auf ein Kühlband in Grenzen zu halten.
Es war auch schon versucht worden, selbstgelierende hochviskose Harze herzustellen. In der
US-A 5,763,565 wird ein Verfahren beschrieben, bei dem hochviskose gelierte Harz-
Zusammensetzungen insbesondere in einem in-situ-Verfahren hergestelltwerden durch Reaktion
von Harzen, die auf Kolophonium oder auf Kohlenwasserstoff-Harzen basieren, mit
Vernetzungsmitteln in einem organischen Lösungsmittel. Dabei wird ein kovalent vernetztes
Harz erzeugt, das in Lösungsmitteln nicht löslich ist, sondern in bekannter Weise zu einem Gel
angequollen wird. Diese Harz-Gele sind auf Grund ihrer rheologischen Eigenschaften besonders
bei schnellaufenden Druckmaschinen vorteilhaft. Durch die Vernetzung ist die Viskosität
gegenüber der nicht vernetzten Form erhöht; die Gelstruktur bricht bei der mechanischen und
thermischen Beanspruchung nicht zusammen, da kovalente Bindungen vorliegen. Nachteilig bei
diesen Systemen ist jedoch, daß bei der notwendigen Überschreitung des Gelpunktes (Beginn der
dreidimensionalen Vernetzung des Polymeren) während der Reaktion mit den Vernetzern die
Filtrierbarkeit der Produkte problematisch wird. Beim Vernetzungsvorgang steigt die Viskosität
der Produkte exponentiell an und ist daher nur sehr schwer kontrollierbar. Ferner besitzen solche
angequollenen Gele eine verminderte Lagerbeständigkeit im Vergleich zu echten Lösungen. Die
mangelnde Stabilität zeigt sich in einer Veränderung der (scheinbaren) Viskosität sowie in der
allmählichen Phasentrennung.
Zur Herstellung von hochviskosen gelierten Bindemitteln für Offsetdruckfarben wurde auch
bereits vorgeschlagen, ein übliches Harz auf Basis von Kolophonium oder ein
Kohlenwasserstoffharz mit einem metallfreien Vernetzer umzusetzen, wobei kovalent vernetzte
Harz-Zusammensetzungen mit wesentlich erhöhter Viskosität resultieren. Es wurde weiter vor
geschlagen, diese Umsetzung in einem Extruder durchzuführen, aus dem das Bindemittelharz
relativ schnell ausgetragen werden kann (WO-A 96-35759). Dieses Verfahren hat jedoch den
Nachteil, daß bereits zur Herstellung relativ kleiner Mengen ein hoher apparativer Aufwand
getrieb en werden muß, der wegen der niedrigen Raum-Zeit-Ausbeute diese Bindemittelharze und
daraus nach den üblichen Methoden formulierte Bindemittel unwirtschaftlich macht. Ansonsten
führen die so hergestellten vernetzten Harze in gleicher Weise zu den oben beschriebenen
Problemen. Die erhaltenen vernetzten Harze sind ebenfalls nicht löslich, sondern werden in
geeigneten Lösungsmitteln lediglich angequollen.
Bei den kurzen Verweilzeiten von wenigen Minuten in einem Extruder kann auch das
Polykondensationsgleichgewicht nicht sicher erreicht werden; die Verteilung der
Polykondensationsgrade im Produkt des Reaktionsextruders ist daher kinetisch kontrolliert und
nicht thermodynamisch kontrolliert. Bei einer thermodynamischen Kontrolle des Polykonden
sationsprozesses wird die sogenannte Normalverteilung (Schulz-Flory-Verteilung) erreicht, die
besonders eng ist (Uneinheitlichkeit U berechnet als Quotient des Gewichtsmittels Mw und des
Zahlenmittels Mn der molaren Masse des Reaktionsproduktes ist theoretisch 2). Unter
"einheitlichen" Harzen werden im Folgenden solche verstanden, bei denen die Verteilung der
molaren Massen möglichst wenig unterschieden von dieser Normalverteilung ist, d. h. deren
Uneinheitlichkeit 2 bis 25, bevorzugt von 3 bis 20, und im allgemeinen nicht größer als 12 ist.
Deshalb war die Aufgabe gestellt, ein Verfahren zu entwickeln, nach dem sich einheitliche
hochmolekulare Bindemittelharze mit geringen vernetzten Anteilen und befriedigender
Lagerstabilität sowie daraus formulierte Bindemittel für Druckfarben einfach und wirtschaftlich
herstellen lassen.
Es wurde gefunden, daß man die Unzulänglichkeiten der bekannten Produkte bzw. der bekannten
Verfahren in unerwarteter Weise dadurch überwinden kann, daß man zur Herstellung von nicht
vernetzten Bindemitteln für Druckfarben Bindemittelharze auf Basis von modifizierten
Naturharzen und/oder Naturharzsäuren und/oder Kohlenwasserstoffharzen mit Phenol-Aldehyd-
Kondensationsprodukten umsetzt, wie Novolaken oder Resolen, die auch modifiziert sein
können, wobei die Umsetzung in einem Lösungsmittel erfolgt. Bei dieser Verfahrensweise wird
der Gelpunkt nicht überschritten; es bilden sich bei der Reaktion mit den modifizierten
Novolaken oder Resolen hochmolekulare langkettenverzweigte, aber nicht vernetzte
Harzlösungen, die sehr gut filtrierbar sind und ausgezeichnete Lagerstabilität über mehrere
Monate aufweisen. Die gewünschten Endviskositäten der Harzlösungen sind leicht einstellbar
und kontrollierbar und hängen nur in geringem Maße von der Reaktionsdauer ab.
Unter "modifizierten Novolaken oder Resolen" werden hier solche verstanden, die vorwiegend
linear aufgebaut sind und in der Eduktmischung nur geringe Anteile (unter 10, bevorzugt unter
5, insbesondere unter 2% der Summe der Massen der Ausgangsstoffe) an verzweigend
wirkenden Substanzen wie z. B. Phenolabkömmlinge mit einer Funktionalität gegenüber
Formaldehyd von mehr als zwei enthalten. Der Anteil an verzweigend wirkenden
Ausgangsstoffen, der in der Komponente B toleriert werden kann, hängt auch von der Struktur
des Harzes A ab und ist dadurch beschränkt, daß es in keinem Fall zu einer Überschreitung des
Gelpunktes und damit zu einer Vernetzung während der Umsetzung der Komponenten A und B
kommen darf.
Die so hergestellten Bindemittel und damit die ihnen zugrundeliegenden nichtvernetzten Binde
mittelharze haben gegenüber den beim Stand der Technik beschriebenen Methoden den Vorteil,
daß die Isolierung der hochmolekularen und hochviskosen Bindemittelharze nicht notwendig ist
und die damit verbundenen Schwierigkeiten vermieden werden können, da sie in situ, d. h.
während der Herstellung des Bindemittels aus einfachen und gut zu handhabenden Komponenten
in den üblichen zur Bindemittelherstellung oder zur Firnisherstellung verwendeten Apparaturen
erzeugt werden können.
Gegenstand der Erfindung sind daher nichtvernetzte Bindemittel für Druckfarben, erhältlich
durch Umsetzung von
Verbindungen A enthaltend Einheiten von Naturharzen und/oder Naturharzsäuren und/oder Kohlenwasserstoffharzen mit C5-, C9- oder Terpen-Einheiten mit
Verbindungen B enthaltend Einheiten von Phenol-Aldehyd-Kondensationsprodukten
in einem Lösungsmittel C bei einer Temperatur von 50 bis 300°C.
Verbindungen A enthaltend Einheiten von Naturharzen und/oder Naturharzsäuren und/oder Kohlenwasserstoffharzen mit C5-, C9- oder Terpen-Einheiten mit
Verbindungen B enthaltend Einheiten von Phenol-Aldehyd-Kondensationsprodukten
in einem Lösungsmittel C bei einer Temperatur von 50 bis 300°C.
Die erfindungsgemäßen Bindemittel besitzen bevorzugt eine durch Gelpermeations
chromatographie (geeicht mit Polystyrol-Standard) bestimmte Uneinheitlichkeit von 2 bis 25,
insbesondere von 2 bis 20, und einen Wert für tan δ (Quotient von Imaginärteil (Verlustmodul)
G" und Realteil (Speichermodul) G' des komplexen Schermoduls, gemessen mit einem
oszillierende Rotationsviskosimeter an Lösungen der Bindemittel-Harze mit einem Massenanteil
des Harzes von ca. 40%) von 1 bis 30, bevorzugt von 1,1 bis 20, insbesondere von 1,2 bis 5.
Nichtvernetzt im Sinne der vorliegenden Erfindung bedeutet, daß sich nach den üblichen
Methoden der Polymerchemie keine vernetzten unlöslichen Bestandteile nachweisen lassen, mit
Ausnahme der bei jedem technisch durchgeführten Prozeß unvermeidbaren minimalen Menge an
Gelteilchen. Beispielsweise können vernetzte Anteile (Gelteilchen) in einer Lösung
nachgewiesen werden, indem diese Lösung weiter verdünnt wird, mit einem thermodynamisch
guten Lösungsmittel für das betreffende Polymer (zu einer Konzentration von beispielsweise
0,1 g des Polymeren in 100 ml Lösung). Beim Filtrieren einer solchen Lösung der
erfindungsgemäßen Bindemittelharze durch ein übliches Membranfilter mit einer mittleren
Porengröße von 0,5 µm darf sich ein unlöslicher Rückstand bilden, dessen Masse nach Entfernen
des Lösungsmittels durch Trocknen maximal 1% der Masse des in der filtrierten Lösung
gelösten Harzes beträgt.
Als Verbindungen der Substanzgruppe A finden vorzugsweise solche Verwendung, die erhältlich
sind durch Umsetzung von
- 1. A1 Harzen ausgewählt aus Kolophonium, Wurzelharz, Tallharz sowie disproportioniertem oder partiell hydriertem oder dimerisiertem Naturharz und Kohlenwasserstoffharzen mit C5-, C9- oder Terpen-Einheiten
mit mindestens einer Verbindung aus mindestens einer der Gruppen
- 1. A2 einkernige und mehrkernige Phenole, die gegenüber Oxoverbindungen mehrfachfunktionell sind,
- 2. A3 Aldehyde oder Aldehydacetale,
wobei die Verbindungen der Klassen A2 und A3 auch teilweise oder gänzlich ersetzt sein können
durch Phenolharze (Phenol-Aldehyd-Kondensationsprodukte) A23, wie Resole oder Novolake,
die nach den gängigen Methoden der Phenolharzchemie hergestellt werden können,
- 1. A4 Metallverbindungen ein-, zwei- und dreiwertiger Metalle,
- 2. A5 α,β-äthylenisch ungesättigte Carbonsäuren oder deren Anhydride,
- 3. A6 mindestens zwei Hydroxylgruppen enthaltende Veresterungsmittel, und
- 4. A7 Fettsäuren mit 10 bis 26 C-Atomen oder deren Dimere und Trimere.
Die modifizierten Naturharze und/oder Kohlenwasserstoftharze der Substanz-Klasse A können
nach den bekannten Verfahren durch Polykondensations- bzw. Polymerisationsreaktion in der
Schmelze bei Temperaturen von vorzugsweise 220 bis 280°C von Verbindungen A1 mit
Verbindungen ausgewählt aus A2 bis A7 erhalten werden, wobei die Umsetzung sowohl in
kontinuierlichen wie auch diskontinuierlichen Verfahren erfolgen kann. Besonders vorteilhaft
lassen sich für die erfindungsgemäße Umsetzung auch mit Phenolharzen A23 modifizierte
Naturharze und/oder Kohlenwasserstoffharze verwenden.
Die Verbindungen der Substanzgruppe A können einzeln, zu mehreren nacheinander oder als
Gemische in die erfindungsgemäße Umsetzung eingesetzt werden.
Soweit als Harze A1 Naturharze eingesetzt werden, können diese beliebiger Provenienz sein,
wobei sich die Mengenverhältnisse der Harzsäuren unterscheiden (Abietin-, Neoabietin-,
Lävopimar-, Pimar-, Isopimar- und Palustrinsäure, neben hydrierter und dehydrierter
Abietinsäure), beispielsweise russischer, chinesischer, portugiesischer, brasilianischer oder
indonesischer Herkunft, oder deren Mischungen. Die Naturharze können auch in untergeordneter
Menge (d. i. bis zu einem Massenanteil von ca. 20%) Terpene enthalten.
Die Kohlenwasserstoffharze sind Polymere auf Basis von C5-Einheiten wie Cyclopentadien,
dessen Oligonieren, wie Di-, Tri- und Tetrameren (die durch Diels-Alder-Addition erhältlich
sind) sowie deren Alkylderivaten oder Cooligomeren dieser Verbindungen, z. B.
Methylcyclopentadien, Cyclopentadien-Isopren-Dimeren, Cyclopentadien-Piperylen-Dimeren,
und/oder Polymere auf Basis von Kohlenwasserstoffen des sog. C9-Schnittes wie Inden,
Cumaron oder Styrol, und/oder Polymere auf Basis von Terpenen wie α- und β-Pinen und/oder
fossile Terpenharze, wie die sogenannten Montanharze.
Vorteilhaft lassen sich als Harze A1 auch Mischungen von Naturharz(säur)en und
Kohlenwasserstoffharzen einsetzen.
Die Phenole A2 sind insbesondere Phenol selbst, (C1-C12)-Alkyl- und -Dialkyl-Phenole, Aryl-
oder Aralkylphenole mit 6 bis 15 Kohlenstoffatomen in der Aryl- bzw. Aralkyl-Gruppe,
insbesondere Kresole, Xylenole, Isopropyl-, p-tert.-Butyl-, Amyl-, Octyl-, Nonylphenol,
Diphenylolpropan, Phenylphenol, Cumylphenol, deren Gemische, sowie Additionsprodukte aus
Phenolen und äthylenisch ungesättigten Monomeren, vorzugsweise Styrol, α-Methylstyrol, a-
Chlorstyrol, Vinyltoluol, Cyclopentadien sowie Gemische dieser genannten Phenole. Auch die
unter B1 genannten Phenole können als Komponente A2 eingesetzt werden.
Als Komponente A3 werden vorzugsweise verwendet lineare oder verzweigte aliphatische (C1-
C7)-Aldehyde, insbesondere Formaldehyd in seinen verschiedenen monomeren, oligomeren und
polymeren Formen, Acetaldehyd, Butyraldehyd, Isobutyraldehyd, ferner aromatische Aldehyde
wie Benzaldehyd, heterocyclische Aldehyde wie Furfural (Furfurol), und Dialdehyde wie
Glyoxal. Die ebenfalls erfindungsgemäß einsetzbaren Aldehyd-Acetale lassen sich durch
Addition von aliphatischen, linearen, verzweigten oder cyclischen einwertigen oder
mehrwertigen Alkoholen mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen an die genannten Aldehyde bevorzugt
unter sauerer Katalyse herstellen. Geeignet sind beispielsweise Diäthylacetal, Dimethylformal,
Diäthylformal, Dimethylbutyral, Bis(äthylenglykolformal), Dicyclohexylformal und oxa
cyclische Formale oder Acetale wie 1,3-Dioxolan (Glykolformal), 1,3-Dioxan (1,3-Propandiol
formal), 5,5-Dimethyl-1,3-dioxan (Neopentylglykolformal) und 1,3-Dioxepan (Butandiol
formal).
Die Metallverbindungen A4 werden vorzugsweise ausgewählt aus Oxiden, Hydroxiden,
Carbonaten, Hydrogencarbonaten, Acetaten, Stearaten und Benzoaten von Lithium, Natrium,
Kalium, Magnesium, Calcium, Zink und Aluminium.
Als Verbindungen A5 sind insbesondere ungesättigte aliphatische lineare, verzweigte oder
cyclische Carbonsäuren mit 3 bis 15 Kohlenstoffatomen geeignet wie Fumarsäure, Maleinsäure,
Maleinsäureanhydrid, Itaconsäure, Zimtsäure, Acrylsäure und Methacrylsäure, sowie (soweit
existent) deren Anhydride.
Die Verbindungen A6 sind insbesondere lineare, verzweigte oder cyclische aliphatische
Verbindungen mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen und mindestens zwei Hydroxylgruppen.
Vorzugsweise polyfunktionelle lineare oder verzweigte aliphatische Alkohole eingesetzt,
insbesondere bifunktionelle, beispielsweise Glykol, 1,2- und 1,3-Propandiol, 1,4-Butandiol,
Neopentylglykol und 1,6-Hexandiol, oder trifunktionelle, beispielsweise Trimethyloläthan,
Trimethylolpropan, Glycerin, oder tetrafunktionelle, beispielsweise Erythrit, Threit,
Ditrimethyloläthan, Ditrimethylolpropan und Pentaerythrit, pentafunktionelle Alkohole wie
Arabit und Ribit, oder hexafunktionelle Alkohole, beispielsweise dimerisiertes Pentaerythrit,
Mannit und Sorbit.
Geeignete Fettsäuren oder di- oder oligomerisierte Fettsäuren A7 sind beispielsweise Palmitin-
und Stearinsäure, ungesättigte Fettsäuren wie Linol- und Linolensäure, oder deren Gemische,
wie z. B. Soja-, Leinöl-, Tallölfettsäure oder Fettsäureester, wie z. B. Soja-, Lein- oder Holzöl
oder hydriertes Kokosfett.
Als Verbindungen der Substanzgruppe B finden vorzugsweise solche Verwendung, die durch
Umsetzung von
- 1. B1 phenolischen Komponenten, die mindestens ein gegenüber Aldehyden reaktives Wasserstoffatom am aromatischen Kern besitzen und dadurch in ihrer Reaktivität gegenüber Aldehyden mindestens monofunktionell sind, mit
- 2. B2 Oxoverbindungen, ausgewählt aus Aldehyden, Ketonen und Verbindungen, die unter Bildung von Aldehyd- oder Ketongruppen reagieren, und die gegenüber Phenolen, welche am aromatischen Ring reaktive Wasserstoffatome besitzen, reaktiv sein können und mit diesen Kondensationsprodukte bilden können,
hergestellt werden.
Als Verbindungen B1 werden vorzugsweise einkernige und mehrkernige phenolische
Verbindungen eingesetzt, die in ihrer Reaktivität mit beispielsweise Formaldehyd
monofunktionell, difunktionell, trifunktionell oder auch höherfunktionell sein können, wie das
Phenol selbst, die verschiedenen Kresol- und Xylenol-Isomere, die Isomere des Äthylphenols,
des Propyl- bzw. Isopropylphenols sowie ortho- und parasubstituierte Alkylphenole mit bis zu
18, insbesondere bis zu 15, C-Atomen in der Seitenkette, ungesättigte Phenole, wie z. B. o- oder
p-Vinylphenol, p-Isopropenylphenol, sowie die durch Destillation aus Cashew-Öl erhältlichen
C15 - ungesättigten Alkenylphenole, kondensierte Phenole, wie z. B. α- oder β-Naphthol,
mehrkernige Phenole, wie z. B. die Isomere des Diphenylolmethans, Diphenyloläthans,
Diphenylolpropans (Bisphenol A), Triphenylolmethans oder Triphenyloläthans, mehrwertige
Phenole, wie z. B. Resorcin, Brenzkatechin, Hydrochinon und Pyrogallol, ferner
Additionsprodukte von Dicyclo-und Cyclopentadien oder Styrol an Phenole. Auch die weiteren
noch unter A2 genannten Phenole können als Komponente B1 eingesetzt werden.
Bevorzugt werden Gemische von Phenolharzen B eingesetzt, wobei mindestens 5% (bevorzugt
mindestens 10%, insbesondere mindestens 25%) dieser Phenolharze von solchen Phenolen B1
abgeleitet sind, die in einer der ortho- und para-Stellungen zur phenolischen Hydroxylgruppe
eine linearen oder verzweigten Alkylrest von 1 bis 18 Kohlenstoffatomen tragen. Besonders
bevorzugt ist eine Substitution in para-Stellung. Geeignete Phenole sind beispielsweise p-n-
Butylphenol, p-tert.-Butylphenol, die isomeren para-Octyl- und p-Nonylphenole und p-
Octadecylphenol. Solche Phenolharze sind bevorzugt abgeleitet von Gemischen von mehreren
verschieden substituierten Phenolen, wobei die alkylsubstituierten Phenole einen Massenanteil
von mindestens 10%, bevorzugt mindestens 20%, und besonders bevorzugt mindestens 25%
in der Mischung der zu ihrer Synthese eingesetzten Phenole ausmachen.
Es wird angenommen, daß durch geeignete Substitution die Wirkung der Phenolharze in
Richtung auf eine Vernetzung des Reaktionsproduktes aus ihnen und dem Harz A unterdrückt
oder zumindest soweit vermindert werden kann, daß in jedem Fall ein lösliches Harz entsteht.
Die Verbindungen B2 sind vorzugsweise ausgewählt aus aliphatischen linearen, verzweigten und
cyclischen Aldehyden, wie Formaldehyd, Acetaldehyd und deren Homologe bzw. Isomere mit
bis zu 18 C-Atomen pro Molekül, insbesondere bis zu 12 C-Atomen pro Molekül, insbesondere
aber wäßriger Formaldehyd, ferner aus aliphatischen linearen, verzweigten und cyclischen
Ketonen mit bis zu 18, vorzugsweise bis zu 12 C-Atomen, beispielsweise Aceton,
Methyläthylketon, Diäthylketon und Kampfer. Auch die unter A3 genannten Aldehyde können
als Komponente B2 eingesetzt werden.
Die Verbindungen der Substanzgruppe B sind bekannt oder können nach bekannten Verfahren
der Phenolharzchemie hergestellt werden durch Umsetzung von Verbindungen B1 mit
Verbindungen B2 vorzugsweise in Anwesenheit von Katalysatoren.
Als Katalysatoren werden für diese Umsetzung gewöhnlich starke Mineralsäuren und/oder ihre
sauren Derivate, insbesondere Schwefelsäure, verwendet. Es werden dann vorzugsweise
Kondensationsprodukte vom Novolak-Typ erhalten.
Es ist jedoch auch möglich die Umsetzung in Anwesenheit von basischen Metallhydroxiden, wie
z. B. Natron- oder Kalilauge, oder Aminen, wie z. B. Triäthylamin, durchzuführen, wobei dann
vorzugsweise die reaktiveren Kondensationsprodukte vom Resol-Typ entstehen. Diese
Ausführungsform ist bevorzugt.
Die Verbindungen der Substanzklasse B können auch während oder nach ihrer Herstellung nach
bekannten Methoden weiter modifiziert werden. Beispielsweise können im Phenol-Aldehyd-
Kondensationsprodukt während der Kondensation entstehenden Methylolgruppen mit Alkoholen
B3 veräthert werden, vorzugsweise in Gegenwart von sauren Verbindungen, wie beispielsweise
Schwefelsäure. Geeignete Alkohole B3 sind aliphatische lineare, verzweigte oder cyclische
Alkohole mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen und aromatisch-aliphatische Alkohole mit 7 bis 14
Kohlenstoffatomen wie 2-Phenyläthanol. Beispielsweise seien genannt aliphatische Alkohole
wie Butanol oder Octanol oder cyclische wie Cyclohexanol oder araliphatische wie
Benzylalkohol. Durch die Art der Verätherungskomponente lassen sich beispielsweise
Verträglichkeiten des Bindemittels optimieren. Auch kann durch die Verätherung eine
möglicherweise zu hohe Reaktivität des Phenol-Aldehyd-Kondensationsprodukt vorteilhaft
erniedrigt werden, was ein ganz besonderer Vorteil ist.
Es ist jedoch auch möglich, die in den Kondensationsprodukten vorhandenen Methylolgruppen
mit aliphatischen oder aromatischen Carbonsäuren B4, wie z. B. Fettsäuren, beispielsweise
Tallölfettsäure oder Kokosfettsäure, oder Benzoesäure zu verestern.
Ferner können die Phenol-Aldehyd-Kondensationsprodukte mit vegetabilischen Ölen B5, wie z. B. Holzöl oder Rizinusöl, oder Polyestern B6 plastifiziert werden. Es ist jedoch auch möglich,
Phenole zuerst mit langkettigen ungesättigten Fettsäuren B7, wie Leinölfettsäure, Ricinolsäure,
Ölsäure, Tallölfettsäuren zu Umsetzungsprodukten B17 umzusetzen und diese anschließend mit
Aldehyden zu kondensieren.
Die Verbindungen der Substanzgruppe B können auch in gelöster Form vorliegen.
Zweckmäßigerweise werden die Lösungsmittel verwendet, in denen auch die erfindungsgemäße
Umsetzung stattfindet.
Die Verbindungen der Substanzklasse B können einzeln, zu mehreren nacheinander oder als
Gemische in die erfindungsgemäße Umsetzung eingesetzt werden.
Als Lösungsmittel C kommen als solche in Betracht, wie sie vorzugsweise auch bei der
Herstellung von Bindemitteln und Druckfarben verwendet werden, beispielsweise (alkylierte)
Aromaten C1 wie Toluol oder Xylol, naphthenische oder aromatische Kohlenwasserstoffe oder
deren Gemische, Aliphaten C2 wie Hexan oder Heptan, Cycloaliphaten wie Cyclohexan oder
Cyclopentan, Benzinfraktionen, Mineralöle wie beispielsweise paraffinische Kohlenwasserstoffe,
Gemische aus paraffinischen und naphthenischen Kohlenwasserstoffen oder Gemische aus
paraffinischen, naphthenischen und aromatischen Kohlenwasserstoffen überwiegend im C13- bis
C20-Bereich, pflanzliche und tierische Öle und Fette oder von diesen abgeleitete Verbindungen
C3 wie beispielsweise Leinöl, Sojaöl, Kokosfett oder hydriertes Kokosfett, Rapsöl, Rindertalg,
Veresterungsprodukte von Fettsäuren und hydrierten Fettsäuren wie Kokosfettsäureäthylester
oder Rapsölmethylester, ferner Ketone C4 wie Methyläthylketon, Cyclohexanon, Alkohole C5
wie Äthanol oder Tridecylalkohol, Äther C6 wie Methoxypropanol, Ester C7 wie
Essigsäureäthyl- oder -butylester. Auch Gemische dieser Komponenten untereinander oder aus
verschiedenen Gruppen C1 bis C7 können eingesetzt werden.
Vorzugsweise werden Lösungsmittel oder Gemische von Lösungsmitteln eingesetzt, die Toluol
oder Mineralöl enthalten.
Die Lösungsmittel C können einzeln, zu mehreren nacheinander oder als Gemische bei der
erfindungsgemäßen Umsetzung eingesetzt werden.
Der Massenanteil der einzelnen Komponenten A, B und C, bezogen auf die Gesamtmasse der
eingesetzten Verbindungen und gegebenenfalls weiterer zur Bindemittelherstellung benötigten
Zuschlagstoffe beträgt bei der Herstellung der erfindungsgemäßen Bindemittel
1 bis 98, vorzugsweise 10 bis 90, insbesondere 20 bis 80% modifizierte Naturharze und/oder Kohlenwasserstoffharze aus der Substanzgrippe A,
0,1 bis 50, vorzugsweise 1 bis 20, insbesondere 2 bis 10%, Phenol-Aldehyd-Kondensationsprodukte aus der Substanzgruppe B,
1 bis 98, vorzugsweise 20 bis 80, insbesondere 30 bis 70% Lösungsmittel aus der Substanzgruppe C,
wobei die Summe der Massenanteile aller im Bindemittel enthaltenen Komponenten 100% beträgt.
1 bis 98, vorzugsweise 10 bis 90, insbesondere 20 bis 80% modifizierte Naturharze und/oder Kohlenwasserstoffharze aus der Substanzgrippe A,
0,1 bis 50, vorzugsweise 1 bis 20, insbesondere 2 bis 10%, Phenol-Aldehyd-Kondensationsprodukte aus der Substanzgruppe B,
1 bis 98, vorzugsweise 20 bis 80, insbesondere 30 bis 70% Lösungsmittel aus der Substanzgruppe C,
wobei die Summe der Massenanteile aller im Bindemittel enthaltenen Komponenten 100% beträgt.
Die Erfindung umfaßt auch Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen modifizierten
Bindemittel durch gemeinsames Erhitzen von Verbindungen der Substanzklassen A, B und C im
Temperaturbereich von 50 bis 300°C.
Zur Herstellung werden die in der Bindemittelchemie üblichen Apparaturen verwendet. Sie
bestehen üblicherweise aus einem Stahlkessel, der mit Wärmeträgeröl beheizt werden kann, und
mit einer Dosiervorrichtung sowie einem Rührwerk ausgerüstet ist. Es ist ein besonderer Vorteil
der vorliegenden Erfindung, daß zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens übliche
Rührkessel benutzt werden können. Es ist nicht erforderlich, spezielle Aggregate zur
Handhabung hochviskoser Systeme wie spezielle Dünnschichtreaktoren, Scheiben-Reaktoren
oder Ein- oder Mehrwellen-Kneter (Extruder, List-Reaktoren u. ä.) einzusetzen.
Zweckmäßigerweise werden die Verbindungen der Substanzklassen A und B im Lösungsmittel
C vorgelegt und dann auf die gewünschte Reaktionstemperatur gebracht. Es ist jedoch auch
möglich, z. B. die Verbindungen der Substanzklasse A im Lösungsmittel C vorzulegen, die
Lösung auf die gewünschte Temperatur zu bringen und dann die Verbindung(en) der
Substanzklasse B, vorzugsweise gelöst in einem Lösungsmittel gemäß C zuzudosieren, das
gleich oder verschieden sein kann von dem für A verwendeten. Der Fortgang der Reaktion kann
zweckmäßigerweise durch die Bestimmung der Viskositätswerte ermittelt und dann beim
gewünschten Stadium durch Abkühlen abgebrochen werden.
Die Reaktion verläuft im Temperaturbereich von vorzugsweise 150 bis 250°C im allgemeinen rasch
und gut kontrollierbar. Sie ist dann nach ca. 1 bis 3 h beendet.
Die erfindungsgemäßen Bindemittel fallen zunächst als viskose Flüssigkeiten an, die beispielsweise
über ihre rheologischen Eigenschaften charakterisiert werden können. Als Charakteristika können in
üblicher Weise Fließkurven, Viskositäten bei vorgegebenem Schergefälle oder viskoelastischen
Eigenschaften bestimmt werden. Zur Messung können übliche Rotationsviskosimeter herangezogen
werden.
Die erfindungsgemäßen Bindemittel können auch durch Zugabe von weiteren Lösungsmitteln wie
Toluol oder auch Benzin- oder Mineralölfraktionen, Wachsen, weiteren Bindemittelbestandteilen wie
Kolophonium, Kolophoniumester, Alkydharzen, modifizierten Natur- oder
Kohlenwasserstoffharzen, Dispergierhilfsmitteln wie Lecithinen, Sikkativen und zusätzlichen
Additiven, wie sie üblicherweise zur Herstellung von Bindemitteln verwendet werden, weiter
modifiziert werden. Auch können durch diese Zusätze die Viskositäten der erhaltenen Bindemittel
optimiert werden.
Es ist möglich, solche Bindemittelbestandteile während oder vor der erfindungsgemäßen Umsetzung
zuzugeben.
Die molare Masse der erfindungsgemäßen Bindemittel kann durch Gelpermeationschromatographie
der Harzlösungen in Tetrahydrofuran (THF) an Polystyrolgel in einem Permeationsmeßgerät nach
bekannten Methoden ermittelt werden. Die mit dieser Methode bestimmte gewichtsmittlere molare
Masse Mw der erfindungsgemäßen Bindemittel liegt gemäß den erhaltenen Meßergebnissen
vorzugsweise bei Werten von Mw < 500 g/mol und ist nach oben nicht kritisch begrenzt, bevorzugt
jedoch unter 500 000 g/mol. Besonders bevorzugt liegt Mw jedoch in einem Bereich von über 2000
g/mol. Die durch diese Messung bestimmte Uneinheitlichkeit U liegt üblicherweise zwischen 2 und
25, bevorzugt zwischen 3 und 20.
Es ist ein ganz außerordentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens, derart hohe molare
Massen oder Polymerisationsgrade (molare Masse des Polymeren dividiert durch die mittlere molare
Masse seiner Monomer-Bausteine, oder mittlere Anzahl von Monomer-Bausteinen in einem
Polymer-Molekül) problemlos einstellen zu können, da die herkömmliche Methode, hochmolekulare
Harze erst als Festharz herzustellen und dann durch Auflösen das Bindemittel zu bereiten, wegen der
hohen Schmelzeviskositäten und der Gelierneigung bei der Festharzherstellung schwierig oder gar
unmöglich sein kann. Bindemittel, die über diese "Festharz-Route" hergestelltwerden, enthalten stets
vergelte Partikel mit vernetzten Anteilen, die beim Lösen des Bindemittels in dem verwendeten
Lösungsmittel ("Vehikel") nicht vollständig löslich sind und nur an- oder aufquellen. Solche
angequollenen Teilchen stören bei der Herstellung der Druckfarbe und müssen daher durch
besondere Maßnahmen, z. B. Filtration der Bindemittel-Lösung, entfernt werden. Die Gelteilchen
verstopfen die verwendeten Filter rasch; daher ist dieser zusätzliche Verfahrensschritt sehr
aufwendig.
Die erfindungsgemäßen Bindemittel sind weitgehend oder vollständig frei von vergelten Partikeln
und können daher ohne Filtrationsschritt zur Herstellung dei Druckfarben eingesetzt werden. Dies ist
ein außerordentlicher wirtschaftlicher Vorteil.
In einer bevorzugten Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird als Lösungsmittel der
Substanzgruppe C Toluol und die erhaltenen erfindungsgemäßen Bindemittel in Farben für den
Illustrationstiefdruck mit Toluol verwendet.
Die erfindungsgemäßen Bindemittel können dann direkt mit Pigment mit Hilfe eines
Dispergieraggregats nach den üblichen Methoden zur Druckfarbe pigmentiert oder auch als
sogenannte Auflack- oder Verschnittfirnisse zu Pigmentanreibungen zugegeben werden.
Die erfindungsgemäßen Bindemittel besitzen ein ausgezeichnetes Benetzungsverhalten für die im
Illustrationstiefdruck verwendeten Buntpigmente Gelb, Rot und Blau sowie für die üblichen
Schwarzpigmente.
Die erfindungsgemäßen Bindemittel weisen darüber hinaus trotz ihrem hohen Polymerisationsgrad
eine ausgezeichnete Verträglichkeit mit anderen Bindemitteln, beispielsweise mit toluolischen
Lösungen von modifizierten Naturharzsäureestern, Resinaten, Kohlenwasserstoffharzen,
Äthylhydroxyäthylcellulosen (EHEC) oder Chlorkautschuk auf, wodurch sie breit einsetzbar sind.
Weiterer Gegenstand der Erfindung ist daher die Verwendung der erfindungsgemäßen Bindemittel als
Bindemittel in Farben für den Illustrationstiefdruck mit Toluol.
In einer weiteren und besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden als
Lösungsmittel der Substanzgruppe C Mineralöle verwendet wie beispielsweise paraffinische,
naphthenische oder aromatische Kohlenwasserstoffe oder deren Gemische, wie beispielsweise
Gemische aus paraffinischen und naphthenischen Kohlenwasserstoffen oder Gemische aus
paraffinischen, naphthenischen und aromatischen Kohlenwasserstoffen überwiegend im C13- bis
C20-Bereich. Die erhaltenen erfindungsgemäßen Bindemittel werden dann vorzugsweise in Farben
für den Offset- und Buchdruck verwendet.
Die erfindungsgemäßen Bindemittel können gegebenenfalls mit weiteren Bindemittelharzen, wie
z. B. Phenolharz modifizierten Kolophoniumharzen, vegetabilischen Ölen, weiteren
Zuschlagstoffen wie beispielsweise Wachsen, Füllstoffen, wie beispielsweise feinteiligem
Siliciumdioxid, Trocknungshilfsmittel, wie beispielsweise Mangannaphthenat, Alkydharzen zur
Verbesserung der Scheuerfestigkeit, langkettigen Alkoholen oder Estern zur Verträglichkeits
optimierung, wie beispielsweise Isotridecylalkohol oder 2,2,4-Trimethyl-1,3-pentandiol
diisobutyrat, vermischt und daraus durch Pigmentierung mit den Buntpigmenten Gelb, Rot und
Blau und Schwarzpigmenten oder durch Zusatz von Pigmentanreibungen die für den Offset- und
Buchdruck verwendbaren Druckfarben erhalten werden.
Weiterer Gegenstand der Erfindung ist daher die Verwendung der erfindungsgemäßen
Bindemittel in Druckfarben für den Offsetdruck und den Buchdruck, wo sie ganz besonders
vorteilhaft einsetzbar sind.
Zur Optimierung des Farbübertragungsverhaltens von Offsetdruckfarben ist es vorteilhaft, die
den Farben zugrunde liegenden Bindemittel unter Verwendung von Gelbildnern in sogenannte
Gelfirnisse zu überführen. Durch die Gelstruktur kann erreicht werden, daß die Rasterpunkte
vorteilhaft scharf aufgedruckt werden und beim Wegschlagen des Mineralöls kein Auslaufen und
damit kein Verschwimmen des Druckbilds stattfindet. Hier sind die erfindungsgemäßen
Bindemittel insbesondere den nach konventionellen Methoden durch Reaktion von
Bindemittelharzen mit Aluminiumverbindungen, wie z. B. Aluminiumalkoholat (abgeleitet von
z. B. von Methanol, Äthanol, Isopropanol oder tert.-Butanol) oder mit Acetessigester
stabilisiertem Aluminiumalkoholat, in hochsiedendem Mineralöl hergestellten Gelfirnissen
überlegen. Sie zeigen eine erwünschte stärkere Elastizität, eine verbesserte
Temperaturbeständigkeit der viskoelastischen Eigenschaftenund eine verbesserte Scherstabilität,
was insbesondere bei hohen Laufgeschwindigkeiten der Druckmaschinen ein außerordentlicher
Vorteil ist.
Die Gelstruktur der erfindungsgemäßen Bindemittel kann durch rheologische Messungen
charakterisiert werden. Als Charakterisierungsmethode ist hierbei vorzugsweise die Bestimmung
der Viskoelastizität geeignet, die unter Verwendung eines oszillierenden Rotationsviskosimeters
erfolgen kann, wobei der elastische Anteil (= Speichermodul G') und der viskose Anteil
(= Verlustmodul G") ermittelt werden. In der Literatur wird der Quotient G"/G' häufig als tan
δ bezeichnet. Hohe Werte (über 5) stehen dabei für schwache Gelstrukturen, niedrige Werte für
starke Gelstrukturen. Der tan δ ist somit ein einfach bestimmbares Maß für ein charakteristisches
Eigenschaftsmerkmal und kann im vorliegenden Fall vorteilhaft zur Charakterisierung der
erfindungsgemäßen Bindemittel herangezogen werden.
Vorzugsweise werden durch das beschriebene Verfahren Bindemittel hergestellt, deren
Viskoelastizität durch einen tan δ-Wert charakterisiert ist, der vorzugsweise zwischen 1 und 30,
insbesondere zwischen 1,1 und 20 liegt, ermittelt mit dem Gerät RS 100 der Fa. Haake und der
Meßeinrichtung C 20/1° bei einer Winkelgeschwindigkeit (Schergefälle) zwischen 1 und 10
s-1. Ganz besonders sind jedoch erfindungsgemäße Bindemittel bevorzugt, die durch Werte von
tan δ zwischen 1, 2 und 5 charakterisiert sind.
Natürlich können die erfindungsgemäßen Bindemittel, falls es erwünscht ist, zusätzlich mit
Aluminiumverbindungen umgesetzt werden.
Durch Variation insbesondere der Verbindungen der Substanzklasse B können Verträglichkeit,
Viskosität und Elastizität des erfindungsgemäßen Bindemittels maßgeschneidert eingestellt und
an die Erfordernisse angepaßt werden. Es haben sich insbesondere Produkte auf Basis von t-
Butyl- und Nonylphenol sowie Kresol und Bisphenol A bewährt.
Diese Möglichkeit zur gezielten Beeinflussung dieser Eigenschaften durch Variation der
phenolischen Komponente in B war nicht vorhersehbar und ist als außerordentlich vorteilhaft zu
betrachten.
Die breite Einsetzbarkeit der neuen Verbindungen für derart unterschiedliche Druckverfahren,
wie Offset-, Buch- und Tiefdruck, bedeutet einen ganz besonders wichtigen Vorteil und eine
außerordentliche Verbesserung gegenüber den Harzen des Standes der Technik.
Die Erfindung wird durch die nachfolgenden Beispiele näher erläutert, ohne sie jedoch
einzuschränken.
In den nachfolgenden Beispielen bedeuten ebenso wie im vorhergehenden Text alle Angaben mit der
Einheit "%" Massenanteile, soweit nicht anders angegeben. "Teile" sind stets Massenteile.
Konzentrationsangaben in "%" sind Massenanteile des gelösten Stoffes in der Lösung.
Die in den Beispielen verwendeten modifizierten Naturharze und/oder Kohlenwasserstoffharze sowie
die Phenol-Aldehyd-Kondensationsprodukte sind bekannt oder können nach bekannten Methoden
hergestellt werden.
In einem beheizbaren 2 l-Mehrhalskolben mit Rührwerk und Temperaturmessung wurden 400 g
eines Kohlenwasserstoffharzes mit C5-Einheiten (hergestellt nach EP 0 580 954 B 1) und 600 g eines
hochsiedenden Mineralöls (Test Oil 6/9, Fa. Haltermann) 3 h unter Rühren auf 180°C erhitzt. Dann
ließ man abkühlen. Das resultierende Bindemittel mit einem Harzanteil von 40% besaß eine
Viskosität von 680 dPa.s (gemessen bei 20°C und einem Schergefälle von 10 s-1). Die durch
Gelpermeationschromatographie ermittelte gewichtsmittlere molare Masse Mw betrug 20 872 g/mol.
In einem beheizbaren 2 l-Mehrhalskolben mit Rührwerk und Temperaturmessung wurden 3 80 g des
Kohlenwasserstoffharzes des Vergleichsbeispiels 1, 20 g eines bei Raumtemperatur festen t-
Butylphenol-Formaldehyd-Kondensationsprodukts (hergestellt analog zu dem in Wagner-Sarx,
Lackkunstharze, Carl Hanser Verlag, München 1959, 8. 28 bis 49, angegebenen Verfahren,
Erweichungspunkt 63°C) und 600 g des hochsiedenden Mineralöls des Vergleichsbeispiels 1 3 h
unter Rühren auf 180°C erhitzt. Dann ließ man abkühlen. Das resultierende Bindemittel mit einem
Harzanteil von 40% besaß eine Viskosität von 3016 dPa.s (gemessen bei 20°C und einem
Schergefälle von 10 s-1). Die durch Gelpermeationschromatographie ermittelte gewichtsmittlere
molare Masse Mw betrug 44 612 g/mol.
In einem beheizbaren 2 l-Mehrhalskolben mit Rührwerk und Temperaturmessung wurden 360 g des
Kohlenwasserstoffharzes des Vergleichsbeispiels 1, 40 g des bei Raumtemperatur festen und mit
Butanol verätherten t-Butylphenol-Formaldehyd-Kondensationsprodukts des Vergleichsbeispiels 1
(hergestellt analog zu den in Wagner-Sarx, Lackkunstharze, Carl Hanser Verlag, München 1959, S.
49, angegebenen Verfahren, Erweichungspunkt 44°C) und 600 g des hochsiedenden Mineralöls des
Vergleichsbeispiels 1 3 h unter Rühren auf 180°C erhitzt. Dann ließ man abkühlen. Das
resultierende Bindemittel mit einem Harzanteil von 40% besaß eine Viskosität von 11110 dPa.s
(gemessen bei 20°C und einem Schergefälle von 10 s-1). Die durch Gelpermeationschromatographie
ermittelte gewichtsmittlere molare Masse Mw betrug 149 618 g/mol.
In einem beheizbaren 2 l-Mehrhalskolben mit Rührwerk und Temperaturmessung wurden 360 g des
Kohlenwasserstoffharzes des Vergleichsbeispiels 1 geschmolzen. Die Schmelze begann bei ca.
220°C rührfähig zu werden. Dann fügte man 40 g des verätherten t-Butylphenol-Formaldehyd-
Kondensationsprodukts des Beispiels 2 unter Rühren zu. Die Schmelze gelierte innerhalb 2 min unter
Bildung eines Produkts, das im oben verwendeten Mineralöl unlöslich war.
In einem beheizbaren 2 l-Mehrhalskolben mit Rührwerk und Temperaturmessung wurden 360 g des
Kohlenwasserstoffharzes des Vergleichsbeispiels 1,40 g eines bei Raumtemperatur flüssigen und mit
Butanol verätherten Nonylphenol-Formaldehyd-Kondensationsprodukts (hergestellt analog zu den in
Wagner-Sarx, Lackkunstharze, Carl Hanser Verlag, München 1959, S. 28 bis 49, angegebenen
Verfahren) und 600 g des hochsiedenden Mineralöls des Vergleichsbeispiels 1 3 h unter Rühren auf
180°C erhitzt. Dann ließ man abkühlen. Das resultierende Bindemittel mit einem Harzanteil von 40%
besaß eine Viskosität von 1205 dPa.s (gemessen bei 20°C und einem Schergefälle von 10 s-1). Die
durch Gelpermeationschromatographie ermittelte gewichtsmittlere molare Masse Mw betrug 94 359
g/mol.
In einem beheizbaren 2 l-Mehrhalskolben mit Rührwerk und Temperaturmessung wurden 360 g
eines Naturharzsäureesters, der mit einem Kohlenwasserstoffharz auf C5-Basis und mit Phenolharz
modifiziert war (hergestellt nach EP 0 548 506 B 1 und charakterisiert durch eine Viskosität einer
Lösung von 40 Teilen Harz in 30 Teilen hochsiedendem Mineralöl Test Oil 6/9 und 30 Teilen Leinöl
von 440 dPws bei 20°C und einem Schergefälle von 50 s-1 sowie durch einen tan δ von 8,7), 40 g des
verätherten t-Butylphenol-Formaldehyd-Kondensationsprodukts des Beispiels 2, 300 g des
hochsiedenden Mineralöls des Vergleichsbeispiels 1 und 300 g Leinöl 3 h unter Rühren auf 180°C
erhitzt. Dann ließ man abkühlen. Das resultierende Bindemittel mit einem Harzanteil von 40% besaß
bei 20°C eine Viskosität von 7963 dPa.s (gemessen bei einem Schergefälle von 10 s-1) und ließ sich
durch einen tan δ von 1,48 charakterisieren.
In einem beheizbaren 2 l-Mehrhalskolben mit Rührwerk und Temperaturmessung wurden 360 g des
mit einem Kohlenwasserstoffharz modifizierten Naturharz-säureesters des Beispiels 4, 40 g des
verätherten Nonylphenol-Formaldehyd-Kondensationsprodukts des Beispiels 3, 300 g des
hochsiedenden Mineralöls des Vergleichsbeispiels 1 und 300 g Leinöl 3 h unter Rühren auf 180°C
erhitzt. Dann ließ man abkühlen. Das resultierende Bindemittel mit einem Harzanteil von 40% besaß
bei 20°C eine Viskosität von 2145 dPa.s (gemessen bei einem Schergefälle von 10 s-1) und ließ sich
durch einen tan δ von 2,71 charakterisieren.
In einem beheizbaren 2 l-Mehrhalskolben mit Rührwerk und Temperaturmessung wurden 360 g des
mit einem Kohlenwasserstoffharz modifizierten Naturharz-säureesters des Beispiels 4, 40 g eines bei
Raumtemperatur flüssigen und mit Butanol verätherten Nonylphenol-Bisphenol-Formaldehyd-
Kondensationsprodukts (hergestellt analog zu den in Wagner-Sarx, Lackkunstharze, Carl Hanser
Verlag, München 1959, S. 28 bis 49, angegebenen Verfahren mit einem Massenverhältnis von
Nonylphenol zu Bisphenol von 95 : 5), 300 g des hochsiedenden Mineralöls des Vergleichsbeispiels
1 und 300 g Leinöl 3 h unter Rühren auf 180°C erhitzt. Dann ließ man abkühlen. Das resultierende
Bindemittel mit einem Harzanteil von 40% besaß bei 20°C eine Viskosität von 5193 dPa.s
(gemessen bei einem Schergefälle von 10 s-1) und ließ sich durch einen tan δ von 1,82
charakterisieren.
In einem beheizbaren 2 l-Mehrhalskolben mit Rührwerk und Temperaturmessung wurden 380 g des
mit einem Kohlenwasserstoffharz modifizierten Naturharzsäureesters des Beispiels 4, 20 g eines bei
Raumtemperatur festen und mit Butanol verätherten Nonylphenol-Kresol-Formaldehyd-
Kondensationsprodukts (hergestellt analog zu den in Wagner-Sarx, Lackkunstharze, Carl Hanser
Verlag, München 1959, S. 28 bis 49, angegebenen Verfahren mit einem Massenverhältnis von
Nonylphenol zu Kresol von 75 : 25 und einem Erweichungspunkt von 64°C), 300 g des
hochsiedenden Mineralöls des Vergleichsbeispiels 1 und 300 g Leinöl 3 h unter Rühren auf 180°C
erhitzt. Dann ließ man abkühlen. Das resultierende Bindemittel mit einem Harzanteil von 40% besaß
bei 20°C eine Viskosität von 5401 dPa.s (gemessen bei einem Schergefälle von 10 s-1) und ließ sich
durch einen tan δ von 1,95 charakterisieren.
In einem beheizbaren 2 l-Mehrhalskolben mit Rührwerk und Temperaturmessung wurden 360 g
eines mit Phenolharz modifizierten Kolophoniumharzes (hergestellt nach der europäischen
Patentanmeldung EP-A 0 615 986 und charakterisiert durch eine Viskosität einer Lösung von 40
Teilen Harz in 60 Teilen hochsiedendem Mineralöl Test Oil 6/9 von 440 dPa.s und einem tan δ von
11,5) und 560 g des hochsiedenden Mineralöls des Vergleichsbeispiels 1 auf 180°C erhitzt.
Nachdem sich das Harz vollständig aufgelöst hatte, wurden 40 g des Nonylphenol/Kresol-
Formaldehyd-Kondensationsprodukts des Beispiels 7, das in 40 g des hochsiedenden Mineralöls
aufgelöst worden war (Viskosität 265 mPa.s) innerhalb 20 min zugetropft. Dann ließ man 1 h
nachreagieren und kühlte ab. Das resultierende Bindemittel mit einem Harzanteil von 40% besaß
eine Viskosität von 1267 dPa.s (gemessen bei 20°C und einem Schergefälle von 10 s-1) und ließ sich
durch einen tan δ von 2,47 charakterisieren.
100 g einer Pigmentpaste, die nach den üblichen Methoden durch Dispergieren von 32 Teilen
Rotpigment ®Litholrubin L6B (Fa. BASF AG) in einem Fimis, bestehend aus 32 Teilen ®Albertol
VKP 1385 (Fa. Vianova Resins), 9 Teilen ®Vialkyd AL 636 (Fa. Vianova Resins), 12 Teilen Leinöl
und 23 Teilen Mineralöl PKWF 28/3 I hergestellt wurde, wurde mit 75 g des Firnisses aus Beispiel
6,22 g Mineralöl PKWF 28/31 (Fa. Haltermann), 2 g 2,2,4-Trimethyl-1,3-pentandiol-diisobutyrat
und 1 g Mangannaphthenat versetzt und die Mischung auf der Tellerreibmaschine dispergiert.
Die resultierende Druckfarbe für den Offsetdruck wurde auf dem Probedruckgerät der Fa. Prüfbau auf
Kunstdruckpapier APCO II/II angedruckt. Es wurden hochglänzende Andrucke mit sehr guter
Trocknung und gutem Scheuerverhalten erhalten.
Claims (10)
1. Bindemittel für Druckfarben, erhältlich durch Umsetzung von
Verbindungen A enthaltend Einheiten von Naturharzen und/oder Naturharzsäuren und/oder Kohlenwasserstoffharzen mit C5-, C9- oder Terpen-Einheiten mit
Verbindungen B enthaltend Einheiten von Phenol-Aldehyd-Kondensationsprodukten
in einem Lösungsmittel C bei einer Temperatur von 50 bis 300°C, wobei der Massenanteil der Verbindungen A 1 bis 98%, der der Verbindungen B 0,1 bis 50%, und der der Lösungsmittel C in der Reaktionsmischung 1 bis 98% beträgt, und die Summe der Massenanteile stets 100% beträgt, und wobei die entstehenden Harzlösungen nicht vernetzt sind.
Verbindungen A enthaltend Einheiten von Naturharzen und/oder Naturharzsäuren und/oder Kohlenwasserstoffharzen mit C5-, C9- oder Terpen-Einheiten mit
Verbindungen B enthaltend Einheiten von Phenol-Aldehyd-Kondensationsprodukten
in einem Lösungsmittel C bei einer Temperatur von 50 bis 300°C, wobei der Massenanteil der Verbindungen A 1 bis 98%, der der Verbindungen B 0,1 bis 50%, und der der Lösungsmittel C in der Reaktionsmischung 1 bis 98% beträgt, und die Summe der Massenanteile stets 100% beträgt, und wobei die entstehenden Harzlösungen nicht vernetzt sind.
2. Bindemittel für Druckfarben nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Verbindungen A erhältlich sind durch Umsetzung von
- 1. A1 Harzen ausgewählt aus Kolophonium, Wurzelharz, Tallharz sowie disproportioniertem oder partiell hydriertem oder dimerisiertem Naturharz und Kohlenwasserstoffharzen mit C 5-, C9- oder Terpen-Einheiten
- 1. A2 einkernige und mehrkernige Phenole, die gegenüber Oxoverbindungen mehrfachfunktionell sind,
- 2. A3 Aldehyde oder Aldehydacetale,
- 3. A4 Metallverbindungen ein-, zwei- und dreiwertiger Metalle,
- 4. A5 α,β-äthylenisch ungesättigte Carbonsäuren oder deren Anhydride,
- 5. A6 mindestens zwei Hydroxylgruppen enthaltende Veresterungsmittel, und
- 6. A7 Fettsäuren mit 10 bis 26 C-Atomen oder deren Dimere und Trimere.
3. Bindemittel für Druckfarben nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Verbindungen der Klassen A2 und A3 teilweise oder gänzlich ersetzt sind durch Phenol-
Aldehyd-Kondensationsprodukte A23, herstellbar durch separate Umsetzung von Verbindungen
gemäß A2 und Verbindungen gemäß A3.
4. Bindemittel für Druckfarben nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Verbindungen B erhältlich sind durch Umsetzung von phenolischen Verbindungen B1, die
mindestens ein gegenüber Aldehyden reaktives Wasserstoffatom am aromatischen Kern besitzen,
mit Oxoverbindungen B2, ausgewählt aus Aldehyden, Ketonen und Verbindungen, die unter
Bildung von Aldehyd- oder Ketongruppen unter den Bedingungen dieser Umsetzung reagieren
können.
5. Bindemittel für Druckfarben nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Verbindungen B1 ausgewählt sind aus Monoalkylphenolen, deren Alkylrest linear oder
verzweigt ist und 3 bis 10 Kohlenstoffatome aufweist.
6. Bindemittel für Druckfarben nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß als
Oxoverbindung B2 Formaldehyd eingesetzt wird.
7. Bindemittel für Druckfarben nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Umsetzungsprodukte B vor der Reaktion mit Verbindungen A mit Alkoholen B3 veräthert
werden, ausgewählt aus linearen, verzweigten oder cyclischen aliphatischen Alkoholen mit 1 bis
18 Kohlenstoffatomen.
8. Bindemittel für Druckfarben nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Umsetzungsprodukte B vor der Reaktion mit den Verbindungen A mit linearen, verzweigten
oder cyclischen aliphatischen oder aromatischen Monocarbonsäuren B4 verestert werden.
9. Verfahren zur Herstellungvon Bindemitteln für Druckfarben, dadurch gekennzeichnet, daß
Verbindungen A enthaltend Einheiten von Naturharzen und/oderNaturharzsäuren und/oder Kohlenwasserstoftharzen mit C5-, C9- oder Terpen-Einheiten mit
Verbindungen B enthaltend Einheiten von Phenol-Aldehyd-Kondensationsprodukten
in einem Lösungsmittel C bei einer Temperatur von 50 bis 300°C derart umgesetzt werden, daß keine Vernetzung auftritt.
Verbindungen A enthaltend Einheiten von Naturharzen und/oderNaturharzsäuren und/oder Kohlenwasserstoftharzen mit C5-, C9- oder Terpen-Einheiten mit
Verbindungen B enthaltend Einheiten von Phenol-Aldehyd-Kondensationsprodukten
in einem Lösungsmittel C bei einer Temperatur von 50 bis 300°C derart umgesetzt werden, daß keine Vernetzung auftritt.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Lösungsmittel C ausgewählt
werden aus alkylsubstituierten aromatischen Kohlenwasserstoffen C1 mit 6 bis 15
Kohlenstoffatomen, linearen, verzweigten oder cyclischen aliphatischen Kohlenwasserstoffen C2
mit 5 bis 40 Kohlenstoffatomen, pflanzlichen und tierischen Ölen C3, linearen, verzweigten und
cyclischen aliphatischen sowie gemischt aliphatisch-aromatischen Ketonen C4, linearen,
verzweigten und cyclischen aliphatischen Alkoholen C5 mit 1 bis 15 Kohlenstoffatomen sowie
linearen, verzweigten und cyclischen aliphatischen Äthern C6 und Estern C7 mit jeweils 1 bis
18 Kohlenstoffatomen in der Alkylgruppe.
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