DE19913845A1 - Einrichtung zur Sicherung der Verfügbarkeit von militärischen Fahrzeugen - Google Patents
Einrichtung zur Sicherung der Verfügbarkeit von militärischen FahrzeugenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Sicherung der
Verfügbarkeit von militärischen Fahrzeugen, insbesondere von
gepanzerten Rad- und Kettenfahrzeugen gemäß dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1.
Aus der DE 196 43 757 ist ein Bausatz für eine Panzerung
bekannt, der zum Schutz einer geschützten Zone hinter einer
Basis gegen Splitter-Landminen geeignet ist. Dieser Bausatz
enthält eine äußere Verschleißplatte, eine innere Fangplatte
und eine stoßabsorbierende Zwischenschicht. Die Platten und
die stoßabsorbierende Zwischenschicht sind miteinander
verbunden und bilden eine Sandwichanordnung.
Die Verwendung eines solchen Bausatzes ist vorrangig auf einen
Splitterschutz gerichtet. Infolge des speziellen Schichtauf
baues und der eingesetzten Materialien kann jedoch mit einem
solchen Bausatz nicht verhindert werden, daß das Fahrzeug und
die in diesem befindlichen Personen bei Minendetonation
unzulässig hohen Beschleunigungen ausgesetzt sind.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Schutzein
richtung zu entwickeln, von der auch hohe, aus einer Minen
explosion resultierende Kräfte und Beschleunigungen soweit
reduziert werden, daß eine Gefährdung der Besatzung des Fahr
zeuges nicht besteht und die Funktionsfähigkeit des Fahrzeuges
erhalten bleibt.
Erfindungsgemäß ist die Einrichtung als ein unter dem Fahrzeug
angeordneter Schutzschild ausgebildet, der aus einer
fahrzeugabgewandten, zum Fahrzeugboden beabstandeten
Grundplatte, deren mittlerer Bereich abstützungsfrei ausgeführt
ist, und aus einer, im Außenbereich der Grundplatte zwischen
dieser und dem Fahrzeug angeordneten, die Verbindung und
Beabstandung zum Fahrzeug herstellenden Energieabsorptionszone
besteht.
Die Erfindung ist mit dem Vorteil verbunden, daß infolge von
Mineneinwirkung auftretende Kräfte, Impulse und
Beschleunigungen für die im Fahrzeug befindlichen Personen auf
ein zulässiges Maß reduziert werden.
Bei Detonation einer Mine wird die Grundplatte weitgehend
elastisch in den abstützungsfreien Raum unter dem Fahrzeug
gebogen, so daß die auf die Grundplatte einwirkende Energie
zeitlich verzögert an die Energieabsorptionszone weitergeleitet
und hier ausreichend stark abgebaut wird.
In zweckmäßiger Ausgestaltung der Erfindung ist die Grundplatte
durchbrechungsfrei ausgebildet und kann aus einem auch unter
Mineneinwirkung rißfestem Material bestehen. Als geeignet hat
sich dabei eine Grundplatte aus Stahl erwiesen.
Zur Vergleichmäßigung des Energieeintrages in die
Energieabsorptionszone ist es von Vorteil, die Grundplatte als
mehrschichtige Verbundplatte auszuführen, die bevorzugt eine
elastische, stoßabsorbierende Zwischenschicht enthält.
Die Energieabsorptionszone ist zweckmäßigerweise im
Übergangsbereich des Fahrzeugbodens in die Fahrzeugseitenwände
ausgebildet. Sie kann sich aber auch längs zu Fahrzeugbug und
Fahrzeugheck erstrecken. Zur Schaffung definierter
Deformationsverhältnisse in der Energieabsorptionszone sollte
diese an stabile, im wesentlichen nicht deformierbare Bereiche
des Fahrzeuggrundkörpers angrenzen und gezielt Hohlräume
aufweisen, die den Deformationsgrad und damit das
Energieaufnahmevermögen der Energieabsorptionszone bestimmen.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung erstreckt sich die
Energieabsorptionszone seitlich am Fahrzeug und wird von einer
an der Grundplatte starr befestigten Wandung überdeckt. Sind
Fahrzeugseitenwand, Energieabsorptionszone und Wandung der
Grundplatte kraftschlüssig verbunden, wird bei
Relativverschiebung der Elemente zueinander infolge einer
Minendetonation über die zwischen den Elementen auftretende
Reibung Energie abgebaut, ohne Deformationen am Fahrzeug
hervorzurufen.
Weiterhin sind gemäß einer zweckmäßigen Ausführung der
Erfindung Aufbau und Deformationsverhalten des Schutzschildes
derart gewählt, daß bei Minendetonation ein direkter Kontakt
des Mittenbereiches der Grundplatte zum Fahrzeugboden auch bei
dynamischer Ausbeulung der Grundplatte unterbleibt, so daß die
Dicke des Fahrzeugbodens und damit die Fahrzeugmasse reduziert
werden kann.
Die Erfindung soll nachfolgend anhand eines
Ausführungsbeispiels und zugehöriger Zeichnungen näher
erläutert werden.
Es zeigen
Fig. 1 eine Prinzipdarstellung eines erfindungsgemäßen
Schutzschildes und dessen Anordnung an einer
Fahrzeugseitenwand,
Fig. 2, 3 weitere zweckmäßige Ausführungen eines
Schutzschildes in einer Darstellung
gemäß Fig. 1 und
Fig. 4 eine Darstellung der unter Mineneinwirkung am
Schutzschild auftretenden Formänderungen im
Vergleich zu einem nicht verformten Schutzschild
gleicher Ausführung.
Der in Fig. 1 dargestellte Schutzschild 1 besteht aus einer sich
horizontal über die Gesamtfläche des Fahrzeugbodens 2
erstreckenden, durchbrechungsfreien Grundplatte 3 und aus mit
der Grundplatte 3 in deren Außenbereich verbundenen und in
Fahrzeuglängsrichtung verlaufenden Energieabsorptionselementen
4, von denen eines in der Zeichnung ersichtlich ist. Die
Energieabsorptionselemente 4 grenzen an Stützkörper 5 der
Fahrzeugseitenwände 6, so daß eine Befestigung der
Energieabsorptionselemente 4 an den Stützkörpern 5 erfolgen
kann. In dem zwischen der Grundplatte 3 und dem Fahrzeugboden 2
gebildeten Freiraum 7 können beispielsweise Drehstäbe 8 des
Fahrzeuges enthalten sein, wie in den Zeichnungen für einen
Drehstab 8 gezeigt, deren Abstand zur Grundplatte 3 größer als
die maximal zu erwartende dynamische Durchbiegung letzterer ist.
Beim Schutzschild 1 gemäß Fig. 2 kommt als Grundplatte 3 eine
Verbundplatte 9 zum Einsatz, die aus einer elastischen,
stoßabsorbierenden Schicht 10 und beidseitig dieser Schicht
angeordneten Stahlplatten 11, 12 besteht. Die hier verwendeten
Energieabsorptionselemente 4 weisen vorzugsweise
hohlzylindrische Ausnehmungen 13 auf. Diese Ausführungsform ist
insbesondere für den Abbau hoher Energiedichten geeignet.
Aus Fig. 3 geht eine Anordnung hervor, bei der sich ein
zusätzliches Energieabsorptionselement 14 zwischen einer
Wandung 15 der Grundplatte 3 und einem unteren
Seitenwandbereich 16 befindet und kraftschlüssig über eine
Schraubverbindung 17 vorgespannt ist. Wird die Vorspannung
infolge von Mineneinwirkung überschritten, kommt es zu einer
auf die Unterseite des Fahrzeuges gerichteten Verschiebung der
Grundplatte 3, die durch eine vertikal verlaufende Aussparung
in der Wandung 15 der Grundplatte 3 oder im unteren
Seitenwandbereich 16 begünstigt sein kann, und zum Energieabbau
durch die bei der Verschiebung auftretende Reibung.
Bei Einwirkung einer Mine auf das Fahrzeug wird die Grundplatte
3 gemäß Fig. 4 in den Freiraum 7 gebogen. Ein Teil der auf die
Grundplatte 3 einwirkenden Energie wird zeitverzögert an die
Energieabsorptionselemente 4 und 14 weitergeleitet und in
diesen in Deformations- bzw. Reibungsenergie umgewandelt, so
daß die verbleibende kinetische Energie nicht zu einer
Gefährdung der im Fahrzeug befindlichen Personen führen kann
und die Funktionsfähigkeit des Fahrzeuges erhalten bleibt.
Claims (11)
1. Einrichtung zur Sicherung der Verfügbarkeit von
militärischen Fahrzeugen, insbesondere von gepanzerten Rad- und
Kettenfahrzeugen, vorzugsweise zum Schutz vor Mineneinwirkung,
dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung als ein unter dem
Fahrzeug angeordneter Schutzschild (1) ausgebildet ist, der aus
einer fahrzeugabgewandten, zum Fahrzeugboden (2) beabstandeten
Grundplatte (3), deren mittlerer Bereich abstützungsfrei
ausgeführt ist, und aus einer, im Außenbereich der Grundplatte
(3) zwischen dieser und dem Fahrzeug angeordneten, die
Verbindung und Beabstandung zum Fahrzeug herstellenden
Energieabsorptionszone (4) besteht.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Grundplatte (3) durchbrechungsfrei ausgebildet ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Grundplatte (3) aus einem auch unter Mineneinwirkung
rißfestem Material besteht.
4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß es
sich bei der Grundplatte (3) um eine Stahlplatte handelt.
5. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Grundplatte (3) als mehrschichtige Verbundplatte (9)
ausgeführt ist.
6. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Verbundplatte (9) eine elestische, stoßabsorbierende
Zwischenschicht (10) enthält.
7. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Energieabsorptionszone (4) im Übergangsbereich des
Fahrzeugbodens (2) in die Fahrzeugseitenwände (6) ausgebildet
ist.
8. Einrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
die Energieabsorptionszone (4) an stabile, im wesentlichen
nicht deformierbare Bereiche des Fahrzeuggrundkörpers angrenzt.
9. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Energieabsorptionszone (4) Hohlräume (13) aufweist.
10. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 7, dadurch gekennzeichnet,
daß sich die Energieabsorptionszone (4) seitlich am Fahrzeug
erstreckt und von einer an der Grundplatte (3) starr
befestigten Wandung (15) überdeckt wird.
11. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
Aufbau und Deformationsverhalten des Schutzschildes (1) derart
gewählt sind, daß bei Minendetonation ein direkter Kontakt des
Mittenbereiches der Grundplatte (3) zum Fahrzeugboden (2) auch
bei dynamischer Ausbeulung der Grundplatte (3) unterbleibt.
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