DE19922326A1 - Mehrlagiges Filtermedium - Google Patents
Mehrlagiges FiltermediumInfo
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Abstract
Es wird ein Filtermedium, insbesondere für gasförmige Medien, bestehend aus mindestens drei Lagen, vorgeschlagen. Auf eine Stützlage 17 aus Filterpapier wird rohseitig eine Vlieslage 16 zur Vorabscheidung und reinseitig eine Vlieslage 18 zur Absolutfiltration vorgesehen. Die Stützlage übernimmt hauptsächlich Stützfunktion und ist am Filterprozeß nicht beteiligt. Sollten sich jedoch aus der Vorabscheidelage 16 durch Erschütterung Partikel lösen, so werden diese nicht direkt an die rohseitige Grenzschicht der Hauptabscheidelage 18 herangetragen, weils sie durch die Stützlage 17 aufgehalten werden. Dadurch wird vorteilhafterweise ein Zusetzen der Hauptabscheidelage verhindert. Diese kann daher sehr dünn ausgebildet sein, wodurch eine hohe Filterkapazität bei geringem Strömungswiderstand des Filtermediums erzielbar ist.
Description
Die Erfindung betrifft ein mehrlagiges Filtermedium mit mindestens drei Lagen, wo
von mindestens eine Lage als Stützlage ausgeprägt ist, nach der Gattung des Pa
tentanspruches 1. Außerdem betrifft die Erfindung einen Filtereinsatz, bei dem das
oben genannte Filtermedium zum Einsatz kommt.
Mehrlagige Filtermedien sind bekannt. Die Verwendung von Filterlagen mit unter
schiedlichen Eigenschaften bewirkt eine Aufteilung der vom Filtermedium zu be
werkstelligenden Aufgaben. Hierdurch kann das Filtermedium hinsichtlich seiner
Filterkapazität, dem erzeugten Druckverlust und dessen Einsatzgebiet optimiert wer
den.
Aus der US 5 427 597 ist z. B. ein mehrlagiges Filtermedium bekannt (vergleiche
Fig. 1a). Hierbei kommt eine Trägerlage 14 aus Filterpapier zum Einsatz, auf die
die für die Filterung des Fluids verantwortlichen Filterlagen einseitig aufgebracht
sind. Die Filterlagen 11, 12 bestehen aus Vliesmaterialien mit unterschiedlichen Ab
scheideeigenschaften. Die Filterlage 11 soll eine Vorabscheidung von Staub bewir
ken während die Filterlage 12 für eine Absolutfiltration des zu filternden Fluids ver
antwortlich ist. Somit ist das Stützmedium an einem Filterprozess nicht beteiligt. In
der Praxis kann natürlich eine vorwiegend adhäsive Anlagerung von Partikeln im
Stützpapier stattfinden, wenn diese beide Filterschichten durchtreten haben.
Durch Aufteilen der Filterfunktion auf zwei Filterschichten zur Vorabscheidung und
Absolutfiltration läßt sich das Filtermedium hinsichtlich einer möglichst hohen Filter
kapazität bei möglichst geringem Strömungswiderstand verwirklichen. Größere Par
tikel und Staub sammeln sich in der Vorabscheidelage, die aufgrund ihrer geringen
Filterfeinheit einen geringen Strömungswiderstand darstellt. Die Hauptabscheide
schicht kann dünner ausfallen, da aufgrund der Vorabscheidung eine geringere Fil
terkapazität für diese Schicht gefordert ist. Hierdurch kann eine wesentliche Verrin
gerung des Strömungswiderstandes des gesamten Filterelementes erreicht werden.
Bei schwingender bzw. stoßweiser Beanspruchung des Filters, wie dies z. B. bei der
Verwendung in Kraftfahrzeugen der Fall ist, kann die Filterstandzeit jedoch in uner
wünschter Weise verkürzt werden. Dies ist auf eine Verdichtung des vorabgeschie
denen Materials an der Grenzfläche zwischen der Vorabscheideschicht und der
Hauptabscheideschicht zurückzuführen. Die Vorabscheideschicht ist nämlich zu
grobmaschig, um das vorabgeschiedene Material fest an sich zu binden. Dieses legt
sich dann auf die Hauptabscheideschicht und setzt diese damit zu. Die Verringerung
der Filterstandzeit führt zu kürzeren Wechselintervallen für die Filtereinsätze und
beeinträchtigt damit die Wirtschaftlichkeit dieser Bauteile.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Filtermedium für Filtereinsätze zu
schaffen, welches kostengünstig in der Herstellung bei Realisierung eines geringen
Strömungswiderstandes und einer hohen Filterkapazität und zuverlässig im Einsatz
ist.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst. Ferner wird
gemäß Anspruch 9 ein Filtereinsatz beansprucht, in dem das erfindungsgemäße
Filtermedium zum Einsatz kommt.
Das erfindungsgemäße Filtermedium weist mindestens zwei Filterlagen auf, wobei
die eine für eine Vorabscheidung und die zweite für die Absolutfiltration vorgesehen
ist. Zwischen diesen beiden Filterlagen befindet sich die Stützlage, welche vorzugs
weise aus einem überwiegend zellulosehaltigen Filterpapier besteht. Die Filterfein
heit der Stützlage ist in jedem Fall geringer als die der Hauptabscheidelage, die sich
auf der Reinseite der Stützlage befindet. Die Hauptaufgabe der Stützlage ist es, dem
Filtermedium bei der Verarbeitung zu einem Filtereinsatz genügende Stabilität zu
verleihen. Gleichzeitig verbessern sich durch Vorsehen einer Stützlage aus Filterpa
pier die Verarbeitungseigenschaften des Filtermediums. Dieses kann mit für Filter
papier bekannten Verfahren weiterverarbeitet werden.
Im regulären Betrieb des Filtermediums durchtritt das zu filternde Medium, welches
insbesondere gasförmig ist, das Filtermedium von der Rohseite zur Reinseite. Dabei
findet eine Vorabscheidung von groben Partikeln und Staub in der Vorabscheidelage
statt. Die Stützlage trägt zur weiteren Filtrierung des zu filternden Mediums nur un
wesentlich bei. Seine Hauptaufgabe ist die Stützfunktion. Die Struktur des Filterpa
piers ist extrem luftdurchlässig, um einen geringen Strömungswiderstand zu erzie
len. Somit tritt das mit feinen Partikeln beaufschlagte zu filternde Medium auf die
Hauptabscheidelage, wobei beim Durchtritt auf die Reinseite des Filtermediums eine
Absolutfiltration mit den geforderten Abscheidegraden in der Hauptabscheidelage
stattfindet.
Bei einer rüttelnden Beanspruchung des Filtermediums erfüllt die Stützlage aber
noch eine Nebenfunktion. Es hat sich gezeigt, daß die Stützlage für die in der
Vorabscheidelage abgeschiedenen Grobpartikel genügende Abscheideeigenschaf
ten aufweist für den Fall, daß diese sich lösen und von dem zu filternden Medium in
Richtung der Hauptabscheidelage weitertransportiert werden. Somit ist die Stützlage
dazu geeignet, ein Zusetzen der Hauptabscheidelage durch grobe Schmutzpartikel
des zu filternden Mediums wirksam zu verhindern. Daher kann die Dicke der
Hauptabscheidelage gering ausfallen, wodurch der Strömungswiderstand des Fil
termediums weiter herabgesetzt wird. Im Vergleich zu mehrlagigen Filtermedien, bei
denen die Vliesschichten direkt aufeinander folgen, kann Gewicht eingespart werden
und der durch das gesamte Filtermedium erzeugte Druckverlust weiter verringert
werden. Dabei wird gleichzeitig eine genügende Filterkapazität des gesamten Fil
termediums gewährleistet.
Die beschriebenen positiven Effekte lassen sich auch erreichen, wenn die Filterfein
heit der Stützlage geringer gewählt ist als die der Vorabscheidelage. Für den Fall,
daß Partikel, die eigentlich in der Vorabscheidelage abgeschieden werden sollten,
die Stützlage erreichen, reicht eine geringere Filterfeinheit aus, da lediglich ein Zu
setzen der Grenzschicht zwischen Stützlage und Hauptabscheidelage vermieden
werden soll. Je geringer die Filterfeinheit der Stützlage gewählt ist, desto geringer ist
auch der durch die Stützlage verursachte Strömungswiderstand.
Gemäß einer besonderen Ausführungsform der Erfindung wird für die Vorabschei
delage ein Melt-Blown Vlies mit einem Flächengewicht zwischen 5 und 20 g/m2 und
einer Faserstärke zwischen 10 und 30 µm gewählt. Für die Hauptabscheidelage ist
die Verwendung eines Melt-Blown Vlieses mit einem Flächengewicht zwischen 3 und
20 g/m2 und einer Faserstärke zwischen 3 und 10 µm besonders vorteilhaft. Die Fa
serstärke für die Vorabscheidelage wird bewußt recht groß gewählt. Dies erklärt sich
aus der großen Maschenweite des Vlieses, weswegen die Fasern durch ihre Ei
gensteifigkeit stabilisiert werden müssen. Die Hauptabscheidelage hat trotz der
dichten Verflechtung der Fasern ein sehr geringes Flächengewicht. Dies läßt sich
dadurch erklären, daß die Dicke der Hauptabscheidelage gering gewählt werden
kann. Der Hauptteil der abzuscheidenden Partikel verbleibt in der Vorabscheidelage
und evtl. in der Stützlage.
Gemäß einer besonderen Ausführungsform des Erfindungsgedankens kann der
Stützlage aus zellulosehaltigem Filterpapier ein Anteil bis zu 50% des Gewichts an
synthetischen Fasern beigefügt werden. Hier ist insbesondere an Glasfasern zu
denken, die der Stützlage trotz einer großen Luftdurchlässigkeit eine genügende
Steifigkeit verleihen. Eine andere Beimischung könnte z. B. aus Polyesterfasern be
stehen.
Soll das erfindungsgemäße Filtermedium zu einem Filtereinsatz verarbeitet werden,
so ist eine zick-zack-förmige Faltung des Filtermediums besonders vorteilhaft. Auf
diese Weise läßt sich auf engem Raum eine große Filterfläche unterbringen. Die
Verarbeitung des Filtermediums ist dabei genauso einfach wie die reiner Papierfil
termedien. Bei der zick-zack-förmigen Faltung des Filtermediums ergibt sich ein zu
sätzlicher Vorteil für die beidseitige Anbringung der Filterlagen an der Stützlage.
Diese werden in der Nähe des Faltengrundes nämlich verdichtet, was deren Filterei
genschaften unerwünscht beeinflußt. Das Maß der Verdichtung hängt im wesentli
chen von der Dicke der Filterlage ab. Verteilt man die Filterlagen auf beide Seiten
des Stützmediums so ergibt sich eine geringere Höhe der Filterlagen, gesehen von
der Oberfläche des Stützmediums. Daher ist auch die Verdichtung der Filterlagen
geringer.
Um eine zuverlässige Verbindung zwischen den Filterlagen und der Stützlage zu
erreichen kann zwischen den Lagen gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfin
dung eine Ultraschallverschweißung vorgesehen werden. Diese muß nur punktuell
erfolgen und führt auch dazu, daß bei einer Faltung der Stützlage die Filterlagen in
die Filterfalten gedrückt werden. Alternativ zu einer Verschweißung ist selbstver
ständlich auch eine Verklebung denkbar. Die Verbindung der Lagen erfolgt dann
durch einzelne auf die Stützlage aufgebrachte Klebepunkte.
Eine Fixierung der Filterlagen auf der Stützlage kann gemäß einer weiteren Ausge
staltung der Erfindung auch durch Prägevorsprünge im Filterpapier erfolgen. Diese
vermögen während des Faltvorganges einzelne Fasern der Filterlagen einzuklem
men, wodurch eine Fixierung erreicht wird. Zusätzlich können, um den Faltvorgang
leichter handhabbar zu machen, einige Fixierungspunkte z. B. durch Verklebungen
vorgesehen werden.
Ein Filtereinsatz gemäß Anspruch 9 ist dazu geeignet, ein Filtermedium gemäß ei
nem der vorhergehenden Ansprüche aufzunehmen. Auf diese Weise können Fil
tereinsätze erzeugt werden, die beim Einbau oder Auswechseln einfach in der
Handhabung sind.
Weitere Einzelheiten der Erfindung werden in den Zeichnungen anhand von sche
matischen Ausführungsbeispielen beschrieben. Hierbei zeigen
Fig. 1 die schematische Darstellung eines Filtergehäuses im Schnitt, in das
der erfindungsgemäße Filtereinsatz eingebaut ist und
Fig. 2 das Detail X gemäß Fig. 1, in dem das Filtermedium im Schnitt darge
stellt ist.
In Fig. 1 ist ein Filter 10 schematisch dargestellt. Ein Filtereinsatz 11, in den das
erfindungsgemäße Filtermedium integriert ist, ist dichtend zwischen einer Gehäu
seunterschale 12 und einer Gehäuseoberschale 13 eingebracht. Dieses Filter 10
kann z. B. in den Ansaugtrakt einer Brennkraftmaschine eingebaut werden. Die Ver
brennungsluft strömt von einem Einlaß 14 durch den Filtereinsatz zu einem Auslaß
15 und wird weiter zur Brennkraftmaschine geleitet, die nicht dargestellt ist.
Der Aufbau des Filtermediums läßt sich Fig. 2 entnehmen, die das Detail X gemäß
Fig. 1 darstellt. Die Durchströmungsrichtung ist durch Pfeile gekennzeichnet. Die
Ansaugluft strömt zunächst durch eine Vorabscheidelage 16, welche als grobma
schiges Melt-blown Vlies ausgeführt ist. Anschließend passiert sie eine Stützlage 17
und gelangt durch eine Hauptabscheidelage 18 zu einer Reinseite 19 des Filterme
diums.
Die Stützlage ist zick-zack-förmig gefaltet. Sie weist Prägevorsprünge 20 auf, die für
einen regelmäßigen Faltenabstand sorgen und während des Faltvorganges die
Vorabscheidelage 16 sowie die Hauptabscheidelage 18 durch Verklemmung fixie
ren. Weiterhin ist zu erkennen, daß in der Nähe der Faltengründe 21 Verdichtungs
zonen 22 in der Vorabscheidelage 16 sowie der Hauptabscheidelage 18 erzeugt
werden. Eine zusätzliche Fixierung zur Verbesserung der Verarbeitbarkeit des Fil
termediums kann durch Vibrationsschweißpunkte 23 erzeugt werden. Eine andere
Möglichkeit der Fixierung besteht in dem Vorsehen von Klebepunkten 24.
Claims (9)
1. Filtermedium, insbesondere für gasförmige Medien, bestehend aus mindestens
drei Lagen, wobei
- - eine Stützlage (17) aus einem überwiegend cellulosehaltigen Filterpapier vorge sehen ist,
- - mindestens zwei Filterlagen (16, 18) aus Vlies mit unterschiedlichen Abscheideei genschaften vorgesehen sind,
- - jeweils mindestens eine der Filterlagen als Vorabscheidelage (16) auf der Roh seite der Stützlage (17) und als Hauptabscheidelage (18) auf der Reinseite der Stützlage (17) angebracht ist und
- - die Filterfeinheit der Stützlage (17) geringer ist, als die der Hauptabscheidelage (18)
2. Filtermedium nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Filterfeinheit
der Stützlage (17) geringer ist, als die der Vorabscheidelage (16).
3. Filtermedium nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Vorabscheidelage (16) aus einem Melt-Blown Vlies mit einem Flächen
gewicht zwischen 5 und 20 g/m2 und einer Faserstärke zwischen 10 und 30 µm
besteht.
4. Filtermedium nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Hauptabscheidelage (18) aus einem Melt-Blown Vlies mit einem Flächen
gewicht zwischen 3 und 20 g/m2 und einer Faserstärke zwischen 3 und 10 µm be
steht.
5. Filtermedium nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das cellulosehaltige Filterpapier einen Anteil von bis zu 50% des Gewichtes
an synthetischen Fasern, insbesondere Glasfasern, aufweist.
6. Filtermedium nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß dieses zick-zack-förmig gefaltet ist.
7. Filtermedium nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens eine der Filterlagen (16, 18) mit der Stützlage (17) ultraschallver
schweißt ist.
8. Filtermedium nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Filterlagen
(16, 18) durch eine zwischen Falten (25) der Stützlage (17) erzeugte Flächen
pressung fixiert sind.
9. Filtereinsatz (11) für den Einbau in ein passendes Gehäuse, dadurch gekenn
zeichnet, daß ein Filtermedium gemäß einem der vorherigen Ansprüche im Fil
tereinsatz zur Anwendung kommt.
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