DE19930747A1 - Verfahren und Einrichtung zur Regelung der Sendeleistung von Funkstationen in einem Funk-Kommunikationssystem - Google Patents

Verfahren und Einrichtung zur Regelung der Sendeleistung von Funkstationen in einem Funk-Kommunikationssystem

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Abstract

Für ein Verfahren zur Regelung der Sendeleistung von Funkstationen in insbesondere einem Mobilfunksystem mit einem CDMA-Verfahren wird vorgeschlagen, einen äußeren Regelkreis aus einem primären äußeren Regelkreis, welcher einen Soll-Signalpegel-zu-Interferenzpegel-Wert (SIR soll ) an einen Qualitätsindikator (QI ist ) anpaßt, und einem sekundären äußeren Regelkreis, welcher den Sollwert des Qualitätsindikators (QI soll ) an eine Fehlerrate (CRC ist ) anpaßt, zu bilden.

Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zur Regelung der Sendeleistung von Funkstationen in einem Funk- Kommunikationssystem, insbesondere in einem Mobilfunksystem mit einer Funkübertragung gemäß einem CDMA(Code Division Multiple Access)-Verfahren.
Das in Fig. 1 dargestellte Mobilfunksystem als Beispiel für ein Funk-Kommunikationssystems besteht aus Mobilvermittlungs­ einrichtungen MSC/SGSN, die untereinander vernetzt sind und den Zugang zu analogen und digitalen Festnetzen PSTN, ISDN sowie Datennetzen, wie z. B. ein IP-Netz, sichern. Sie sind mit jeweils mindestens einer Funknetzsteuerung RNC zur Zuwei­ sung funktechnischer Ressourcen verbunden. Jede Funknetz­ steuerung RNC ermöglicht eine Verbindung über eine Schnitt­ stelle Iub mit zumindest einer Basisfunkstation Node B, von denen jede wiederum über die Funkschnittstelle in Abwärts­ richtung DL (Downlink) und Aufwärtsrichtung UL (Uplink) mit einer Vielzahl von Teilnehmerfunkstationen UE kommuniziert. Durch jede Basisfunkstation Node B wird zumindest eine Funk­ zelle Z gebildet. Bei einer Sektorierung oder bei hierarchi­ schen Zellstrukturen können durch eine jeweilige Basisfunk­ station Node B aber auch mehrere Funkzellen Z versorgt wer­ den. Die vorgenannte Struktur eines zellularen Mobilfunksy­ stems ist auf andere Funk-Kommunikationssysteme übertragbar, in denen die Erfindung zum Einsatz kommen kann, wobei die Be­ zeichnungen und die Funktionalität der Schnittstellen, Funk­ stationen und anderen Einrichtungen zur Steuerung und Verwal­ tung eines Netzwerkes auch abweichen können.
In einem Funk-Kommunikationssystem werden Daten zwischen ei­ ner Vielzahl von mobilen oder stationären Teilnehmerstationen UE und den stationären Basisfunkstationen Node B nach einem Vielfachzugriffsverfahren separiert und in Aufwärtsrichtung UL zur Basisfunkstation Node 8 und/oder in Abwärtsrichtung DL zur Teilnehmerstation UE auf Kanälen über die Funkschnitt­ stelle übertragen.
Ein bekanntes Vielfachzugriffsverfahren ist das Kodevielfach­ zugriffsverfahren CDMA (Code Division Multiple Access), bei dem die Übertragung eines schmalbandigen Funksignals in einem breiten Frequenzspektrum erfolgt, wobei das schmalbandige Signal durch eine geeignete Kodiervorschrift auf ein breit­ bandiges Signal gespreizt wird.
Für das zukünftige digitale Mobilfunksystem der dritten Gene­ ration UMTS (Universal Mobile Telecommunication System) sind zwei prinzipielle Übertragungsmodi vorgesehen - der FDD(Fre­ quency Division Duplex)-Modus und der TDD(Time Division Du­ plex)-Modus. Beim FDD-Modus handelt es sich um ein Breitband CDMA(W-CDMA)-Verfahren, charakterisiert durch die Frei­ heitsgrade Frequenz und Spreizkode, und beim TDD-Modus um ein TD-CDMA Verfahren, charakterisiert durch die Freiheitsgrade Frequenz, Zeitschlitz und Spreizkode. Bei letzterem wird der Vielfachzugriff durch ein Breitband FDMA/TDMA (Frequency Di­ vision Multiple Access/Time Division Multiple Access)-System realisiert, wobei in bestimmten Zeitschlitzen eines Zeit­ schlitzrahmens zusätzlich ein Vielfachzugriff nach dem CDMA- Verfahren erlaubt ist.
Der FDD-Modus erlaubt sowohl paket- als auch leitungsvermit­ telte Dienste mit mehrfachen Verbindungen, sogenannte Bearer, pro Sitzung. Beim Verbindungsaufbau muß nicht erst ein freier Zeitschlitz oder eine freie Frequenz gesucht werden und die Veränderung der Übertragungsrate gestaltet sich verhältnismä­ ßig einfach. Auch muß in diesem System keine Frequenzplanung durchgeführt werden, da benachbarte Funkzellen nur durch ei­ nen individuellen zusätzlichen Kode unterschieden werden. Die selben Frequenzen können in benachbarten Zellen erneut ver­ wendet werden (Reuse-Faktor 1). Für den TDD-Mode ist ein Reuse-Faktor von 3 vorgesehen. Bei einem Kanalwechsel in Folge eines Übertritts in eine benachbarte Funkzelle wird für die Dauer der Umschaltzeit die Verbindung zu zwei Basisfunk­ stationen parallel aufgebaut, um Datenverluste auszuschließen (Soft-Handover).
Im Gegensatz zu einem FDMA/TDMA-System, wo aufgrund der dis­ kontinuierlichen Struktur der Übertragung nur eine geringe gegenseitige Beeinflussung parallel betriebener Verbindungen verschiedener Teilnehmer besteht, reagiert ein kontinuierli­ ches CDMA System sehr sensibel auf Schwankungen des Signalpe­ gel-zu-Interferenzpegel-Verhältnisses, da prinzipiell alle Teilnehmerstationen die selbe Trägerfrequenz mit einer Band­ breite von z. B. 5 MHz verwenden und sich daher als störende Interferenz für andere Teilnehmerstationen bemerkbar machen. In der Praxis sind Abweichungen hiervon aufgrund unterschied­ lichster Kombinationen von Zugriffsverfahren und spezieller Ausprägungen, wie zum Beispiel Frequenzsprungverfahren, anzu­ treffen.
Die Verwendung der selben Trägerfrequenz verlangt eine reak­ tionsschnelle Regelung der Sendeleistung (PC = Power Control) mit einer hohen Regelgenauigkeit. Andernfalls kommt es zu ei­ nem sogenannten "Near-Far"-Effekt, was bedeutet, daß Teilneh­ merstationen, die sich nahe einer Basisfunkstation aufhalten, mit einer weit höheren Sendeleistung senden und empfangen als eigentlich notwendig. Hierdurch empfängt beispielsweise eine Basisfunkstation Node B ein Sendesignal einer nahen Teilneh­ merstation UE1 stärker als das weiter entfernterer Teilneh­ merstationen UE2, UE3, wodurch sich der Störabstand innerhalb dieser Funkzelle Z verschlechtert (s. Fig. 1). Dies führt für die empfangsseitige Separierung der einzelnen Verbindungen dann zu Empfangsproblemen, sobald die Störsignale größer als die gesuchten Korrelationssignale werden. Damit werden sowohl die Dienstgüte QoS (Quality of Service) als auch die Übertra­ gungskapazität des Systems deutlich beeinflußt. Jede weitere Teilnehmerstation in der Funkzelle Z erzeugt zusätzliche In­ terferenzen, so daß es zu einer graduellen Verschlechterung aller anderen Verbindungen kommt.
Sowohl für die Aufwärtsstrecke als für die Abwärtsstrecke ist deshalb eine Sendeleistungsregelung über dedizierte Kanäle Vorgesehen, die sowohl auf einer "offenen" und damit rückfüh­ rungslosen Regelung (OLPC = Open Loop PC) als auch auf einer "geschlossenen" Regelung CLPC (Closed Loop PC) mit Rückfüh­ rung basiert. Hierbei liefert die erste Regelung den Initial­ wert für die geschlossene Regelschleife. Die offene Regelung basiert auf einer angenommenen Reziprozität der Übertragungs­ eigenschaften in der Auf- und Abwärtsrichtung. Für die Rege­ lung im geschlossenen Regelkreis empfangen die Funkstationen (Teilnehmerstation, Basisfunkstation) gegenseitig in sehr kurzen Abständen (z. B. aller 0,625 ms) Signale, um ihre Sen­ deleistung in kleinen Schritten (z. B. +/- 1 dB) dynamisch anzupassen.
Eine derartige Realisierung der Sendeleistungsregelung ist unter anderem dem Dokument "Japans Proposal for Candidate Radio Transmission Technology on IMT-2000 : W-CDMA", ARIB IMT-2000 Study Committee, June 1998, Japan, insbesondere den Seiten 39 bis 42 zu entnehmen.
Die geschlossene Regelung ist in einen inneren Regelkreis (Inner Loop PC) und einen äußeren Regelkreis (Outer Loop PC) unterteilt. Die innere Regelung beeinflußt die Sendeleistung. Wenn ein aktuell gemessenes Signalpegel-zu-Interferenzpegel- Verhältnis (Signal to Interference Ratio) kleiner als ein be­ stimmter Schwellenwert ist, wird ein Kommando zur Sendelei­ stungserhöhung zu der sendenden Funkstation (Node B bzw. UE) signalisiert. Wenn andererseits das aktuelle Signalpegel-zu- Interferenzpegel-Verhältnis den bestimmten Schwellenwert überschreitet, wird ein Kommando zur Sendeleistungsminderung zu der sendende Funkstation signalisiert. Ebensogut könnte auch ein höher entwickelter Algorithmus verwendet werden. Diese Funktion befindet sich für die Aufwärtsstrecke in der Basisfunkstation und für die Abwärtsstrecke in der Teilneh­ merstation.
Diese Art der Sendeleistungsregelung wird nur für die einer Teilnehmerstation fest zugeordneten Verbindungen, sogenannte dedizierte Kanäle, und für einen sogenannten Shared Channel in den Abwärtsrichtung angewendet.
Die äußere Regelung beeinflußt die vom Teilnehmer wahrgenom­ mene Dienstgüte und adaptiert den vorgegebenen Signalpegel- zu-Interferenzpegel-Verhältnis-Schwellenwert derart, daß ein spezifizierter Dienstgüte-Wert mit den Bedingungen Bitfehler­ rate (BER = Bit Error Rate), Blockfehlerrate (BLER = Block Error Rate) bzw. Rahmenfehlerrate (FER = Frame Error Rate) unterstützt werden kann. Auf den Schwellenwert können ver­ schiedene Algorithmen angewendet werden. Diese Funktion be­ findet sich für die Aufwärtsstrecke aufgrund eines möglichen Soft-Handovers in der Funknetzsteuerung, welche die verschie­ denen Aufwärts-Empfangssignale miteinander kombiniert, und für die Abwärtsstrecke in der Teilnehmerstation. Aus diesem Grunde müssen die Dienstgüte-Beschreibung und der Schwellen­ wert in der Aufwärtsstrecke über die Iub-Schnittstelle zwi­ schen der Basisfunkstation und der Funknetzsteuerung übertra­ gen werden. Die Basisfunkstation ist für die innere Regel­ schleife zuständig, wohingegen die äußere Regelschleife in der Funknetzsteuerung angeordnet ist.
Ein signifikantes Problem der äußeren Regelung ist der Kom­ promiß zwischen der Genauigkeit der Schätzung der vom Teil­ nehmer wahrgenommenen Dienstgüte und der Reaktionszeit der äußeren Regelung auf Veränderung der Übertragungsbedingungen. Die vom Teilnehmer wahrgenommene Dienstgüte wird durch die Rahmenfehlerrate oder Blockfehlerrate definiert, welche an­ hand der Prüfsummen aus einer zyklischen Redundanzprüfung CRC (Cyclic Redundancy Check) innerhalb der Basisfunkstation ab­ geschätzt werden kann. Eine zuverlässige Abschätzung relativ kleiner Rahmenfehlerraten oder Blockfehlerraten im Bereich von 10-2 bis 10-4 benötigt eine lanqe Meßzeit, welche einer Übertragungszeit von mehr als 102 bis 104 Rahmen bzw. Blöcken entspricht. Dies steht einer schnellen Reaktionszeit auf sich ändernde Einflüsse infolge eines Wechsels der Geschwindigkeit einer sich fortbewegenden Teilnehmerstation, eines Wechsels von einer Verbindung ohne Sichtkontakt auf eine Verbindung mit Sichtkontakt, Eckeneffekten u. a. entgegen. Aus diesem Grund muß ein Kompromiß zwischen der Reaktionszeit und der Genauigkeit der äußeren Regelung geschlossen werden.
Eine alternative Lösung stellt die Nutzung der unkorrigierten Bitfehlerrate vor dem Kanaldekoder (raw BER) oder der Soft Output Metrik des Kanaldekoders dar, welche eine schnellere Änderung des Schwellenwertes erlaubt. Andererseits sind diese Qualitätsmaße nicht direkt mit der vom Teilnehmer wahrgenom­ menen Dienstgüte verbunden, das heißt, es kann eine umge­ bungsabhängige Abweichung zwischen der Qualitätsmessung (un­ korrigierte Bitfehlerrate, Soft Output Metrik u. a.) und der CRC-Fehlerrate, die durch den Teilnehmer wahrgenommen wird, geben. Diese Abweichung ist von den Signalstatistiken abhän­ gig, insbesondere von der Wechselbeziehung von Bitfehlerraten und Rahmenfehlerraten, und führt zu einem systematischen Feh­ ler bei der Qualitätsregelung. Aufgrund der Korrelation der Bitfehler wird beispielsweise in einem realen System eine Rahmenfehlerrate von 10-2 bei einer Bitfehlerrate von 10-3 erreicht, während die Rahmenfehlerrate 0,47 betragen würde, falls die Bitfehler unkorreliert auftreten. Aus diesem Grunde sollte eine genaue Regelung der vom Teilnehmer wahrgenommenen Dienstgüte auf den Werten der Rahmenfehlerrate und/oder Blockfehlerrate basieren.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Einrichtung zur Regelung der Sendeleistung von Funksta­ tionen (Teilnehmerstationen, Basisfunkstationen) in einem Funk-Kommunikationssystem, insbesondere einem Mobilfunksy­ stem, anzugeben, die sich verändernde Funkbedingungen berück­ sichtigen und somit eine Verbesserung der Dienstgüte und/oder Erhöhung der Übertragungskapazität im System mit sich brin­ gen. Dabei soll der technische Aufwand und der Aufwand an Signalisierung nicht oder nur unwesentlich im Vergleich zu vorbekannten Lösungen steigen.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die in den Ansprüchen 1 und 13 angegebenen Merkmale gelöst. Vorteilhafte Ausprägun­ gen geben die abhängigen Ansprüche an.
Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, die äußere Regelung (au­ ter Loop PC) innerhalb des geschlossenen Regelkreises (CLPC = Closed Loop PC) in zwei Regelschritte aufzuteilen, nämlich in eine primäre äußere Regelung (Primary Outer Loop PC), wel­ cher einen Soll-Signalpegel-zu-Interferenzpegel-Wert SIRsoll an einen Qualitätsindikator QIist anpaßt, der entsprechend ei­ ner Weiterbildung beispielsweise am Ausgang eines Kanaldeko­ ders der Funkstation gemessen wird, und in eine sekundäre äu­ ßere Regelung (Secondary Outer Loop PC), welche einen Soll­ wert für den Qualitätsindikator QIsoll an eine Fehlerrate an­ paßt.
Die Erfindung soll nachstehend anhand eines Ausführungsbei­ spiels näher erläutert werden. In der zugehörigen Zeichnung zeigen
Fig. 1 die bereits beschriebene allgemeine Darstellung ei­ nes Funk-Kommunikationssystems, insbesondere eines Mobilfunksystems,
Fig. 2 ein Blockschema einer beispielhaften Implementie­ rung der erfindungsgemäßen Sendeleistungsregelung, und
Fig. 3 eine spezielle Ausbildung eines Regelkreises.
Fig. 2 zeigt stark schematisiert einen Sender 1 einer Teil­ nehmerstation UE gemäß Fig. 1. Auf der Gegenseite ist ein Empfänger 2 einer Basisfunkstation Node B gemäß Fig. 1 darge­ stellt. An den Empfänger 2 der Basisfunkstation ist ein soge­ nannter Rake-Receiver 3 angeschlossen. Dieser ermöglicht ei­ nen weiteren deutlichen Gewinn durch die Nutzung von Mehrweg­ signalen, die mit unterschiedlichen Laufzeitverzögerungen an der Empfangsantenne eintreffen. Dieser Rake-Receiver 3 kann alternativ auch durch einen bekannten Joint-Detection-Recei­ ver ersetzt werden. Dem Rake Receiver 3 nachfolgend ist ein Deinterleaver (Entschachteler) 4 angeschlossen. Dieser hat die Aufgabe, die zwecks Vermeidung von Bündelfehlern auf der Funkschnittstelle in einem Block-Interleaver (Verschachteler) auf der Gegenseite zeitlich gespreizten Symbole eines Daten­ blocks wieder in die ursprüngliche zeitliche Reihenfolge zu bringen. In dem Rake Receiver 3 integriert oder zwischen dem Rake Receiver 3 und dem Deinterleaver 4 ist ein Glied zum Be­ stimmen des aktuellen Signal-zu-Interferenz-Verhältnisses SIRist angeordnet. Anschließend werden in einem Kanaldekoder 5 die zwecks Fehlererkennung und -beseitigung kanalkodierten Datenblöcke bzw. Rahmen wieder dekodiert und gegebenenfalls korrigiert. Schließlich erfolgt in einem CRC-Glied 6 noch eine Prüfsummenkontrolle, die aus dem Cyclic Redundancy Check-Verfahren (CRC) gewonnen wird, und dazu dient, festzu­ stellen, ob alle Daten vollständig und fehlerfrei übertragen wurden. Das Ergebnis der CRC-Überprüfung CRCist (gut/schlecht) wird anhand eines Bits an die äußere Regelschleife signali­ siert. Zwischen dem Kanaldekoder 5 und dem CRC-Glied 6 oder alternativ in dem Kanaldekoder 5 integriert befindet sich ein weiteres Glied zur Erfassung der aktuellen Qualität der Ver­ bindung mittels eines Qualitätsindikators QIist (QI = Quality Indicator). Die Qualität einer Verbindung wird beispielsweise anhand der unkorrigierten Bitfehlerrate (raw BER) oder der Soft Output Metrik des Kanaldekoders 5 beurteilt.
Zusätzlich kann dieser Qualitätsindikator QI mit Hilfe einer entsprechenden Kodiervorschrift so gestaltet werden, daß die äußere Regelschleife deaktiviert werden kann. Dies ist bei­ spielsweise dann von Nutzen, wenn der aktuell gemessene SIR- Wert SIRist deutlich vom dem vorgegebenen Sollwert SIRsoll ab­ weicht. Damit kann vorteilhaft verhindert werden, daß auf­ grund der begrenzten Dynamik der inneren Regelschleife eine andauernde Erhöhung bzw. Erniedrigung des Sollwertes SIRsoll der inneren Regelschleife auftritt, falls die maximale bzw. minimale Sendeleistung erreicht ist. Beispielsweise wird bei einer großen Pfaddämpfung (path loss) bei der Signalübertra­ gung über die Funkschnittstelle zwischen der Teilnehmersta­ tion und der Basisfunkstation die maximal mögliche Sendelei­ stung erreicht, weshalb der Sollwert SIRsoll der inneren Re­ gelschleife nicht erreicht werden kann. Deshalb ist die Über­ tragungsqualität dauerhaft schlecht und die äußere Regel­ schleife würde zu einer stetigen Erhöhung des Sollwertes SIRsoll veranlaßt. Dieses muß unterbunden werden, damit bei einer anschließenden Verringerung des Signalverlusts nicht mit viel zu großer Sendeleistung aufgrund eines viel zu gro­ ßen Sollwerts der inneren Regelschleife gesendet wird. Des­ halb sollte die äußere Regelschleife außer Kraft gesetzt wer­ den, wenn die innere Regelschleife auf die obere oder untere Sendeleistungsgrenze stößt oder wenn deutlich Abweichungen zwischen SIRist und SIRsoll auftreten.
Im unteren Teil der Fig. 2 sind drei Regelkreise für die An­ passung der Sendeleistung an die Übertragungsverhältnisse auf der Funkschnittstelle dem oberen Blockschaltbild zugeordnet. Der innere Regelkreis (Inner Loop PC) 7 regelt die Erhöhung bzw. Senkung der Sendeleistung in Aufwärts- und Abwärtsrich­ tung nach dem aktuell ermittelten Signalpegel-zu-Interfe­ renzpegel-Wert SIRist und der Führungsgröße SIRsoll.
Die äußere Regelung der geschlossenen Sendeleistungsrege­ lungsschleife ist in eine primäre äußere Regelung (Primary Outer Loop PC) 8 und eine sekundäre äußere Regelung (Secon­ dary Outer Loop PC) 9 aufgeteilt. Die primäre äußere Regelung 8 regelt den SIRsoll-Wert nach dem am Ausgang des Kanaldeko­ ders 5 ermittelten Wert für den Qualitätsindikator QIist und der Führungsgröße QIsoll. Die sekundäre äußere Regelung (Se­ condary Outer Loop PC) 9 regelt letztlich den Sollwert des Qualitätsindikator QIsoll auf einen Wert, der die vom Anwender wahrgenommene CRCist-Fehlerrate berücksichtigt, die in der Ba­ sisfunkstation Node B errechnet wird.
Die Meßwerte für die Dienstgüte CRCist, QIist werden in der Aufwärtsrichtung über die Iub-Schnittstelle von der Basis­ funkstation Node B zur Funknetzsteuerung RNC übertragen (s. Fig. 1), da sich die äußere Regelung 8 in der Funknetzsteue­ rung RNC befindet. Die Meßwerte werden einem Regel-Algorith­ mus zugeführt und das errechnete Ergebnis SIRsoll wird über die Iub-Schnittstelle zurück zur Basisfunkstation Node B übertragen.
In einer Ausgestaltung dieser Realisierung können die beiden äußeren Regelkreise (primärer- und sekundärer äußerer Regel­ kreis) zu einem einzigen äußeren Regelkreis mit beispiels­ weise zwei Eingangsparametern, nämlich für den Qualitätsindi­ kator QIist und für die CRCist-Fehlerrate (BLER, FER), verei­ nigt werden. In Fig. 3 ist ein solcher Regelkreis schematisch dargestellt. Diese Ausgestaltung erlaubt einen allgemeineren Regelalgorithmus mit willkürlichen funktionalen Abhängigkei­ ten zwischen CRCist-Fehlerrate, Qualitätsindikator QIist und SIRsoll, das heißt, SIRsoll = f (CRCist, QIist). Am Ausgang steht SIRsoll der inneren Regelung als Führungsgröße für die Sende­ leistung zur Verfügung.
Der erfindungsgemäße Vorschlag besitzt den Vorteil, daß eine hohe Dienstgüte über einen längeren Zeitraum mit einer hohen Genauigkeit erzielt und gleichzeitig kurzfristig auf sich än­ dernde Funkbedingungen reagiert werden kann. Damit ermöglicht das Verfahren eine Minimierung der Schwankungen der Sendelei­ stungsregelung, die von der äußeren Regelung eingeleitet wer­ den. Hierdurch können vorteilhaft die Kapazität des Netzwerks und die Dienstgüte erhöht werden.
Die beschriebene Struktur der Sendeleistungsregelung kann für die Abwärtsstrecke DL in der Teilnehmerstation UE und für die Aufwärtsstrecke UL in der Funknetzsteuerung RNC angewendet werden.
Das Verfahren ist zudem für die äußere Regelung in einem zu­ künftigen Funk-Kommunikationssystem anwendbar und zwar sowohl im FDD-Modus als auch im TDD-Modus, da auch hier die äußere Regelung einen Qualitätsindikator QI oder eine Qualitäts­ schätzung und das Ergebnis eines CRC über die Schnittstellen Iub (zwischen RNC und Node B) und Iur (zwischen zwei RNC's) erhält.

Claims (13)

1. Verfahren zur Regelung der Sendeleistung von Funkstationen in einem Funk-Kommunikationssystem, mit einer Funkübertragung nach einem CDMA-Verfahren, wobei ein geschlossener Regelkreis zur Regelung der Sendeleistung nach zumindest einem aktuellen Signalpegel-zu-Interferenzpegel-Wert (SIRist) und einer aktu­ ellen Übertragungsfehlerrate (CRCist) aus einem inneren Regel­ kreis und einem äußeren Regelkreis gebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß der äußere Regelkreis aus einem primären äußeren Regel­ kreis, welcher einen Soll-Signalpegel-zu-Interferenzpegel- Wert (SIRsoll) an einen Qualitätsindikator (QIist) anpaßt, und einem sekundären äußeren Regelkreis, welcher einen Sollwert des Qualitätsindikators (QIsoll) an die Fehlerrate (CRCist) an­ paßt, gebildet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Qualitätsindikator (QIist) am Ausgang eines Kanaldeko­ ders (5) einer Funkstation (Node B, UE) des Funk-Kommunika­ tionssystems gemessen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Qualitätsindikator (QIist) mindestens auf Basis einer unkorrigierten Bitfehlerrate (raw BER) gebildet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Qualitätsindikator (QIist) mindestens auf Basis einer Soft Output Metrik des Kanaldekoders (5) gebildet wird.
5. Verfahren nach einem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß der Qualitätsindikator (QIist) zusätzlich anzeigt, daß der innere Regelkreis deutlich von dem Soll-Signalpegel-zu-Inter­ ferenzpegel-Wert (SIRsoll) abweicht, weshalb der äußere Regel­ kreis deaktiviert werden sollte.
6. Verfahren nach einem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß der Qualitätsindikator (QIist) zusätzlich anzeigt, daß der innere Regelkreis eine maximale oder eine minimale Sendelei­ stung erreicht hat, weshalb der äußere Regelkreis deaktiviert werden sollte.
7. Verfahren nach einem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß Meßwerte (QIist, CRCist) bezüglich einer Dienstgüte (QoSist) in einer Aufwärtsrichtung (UL) von einer Teilnehmer­ station (UE) zu der Basisfunkstation (Node B) über eine Iub- Schnittstelle (Iub) von der Basisfunkstation (Node B) zu ei­ ner Funknetzsteuerung (RNC) des Funk-Kommunikationssystems übertragen werden.
8. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßwerte (QIist, CRCist) für die Dienstgüte (QoSist) ei­ nem Regel-Algorithmus zugeführt werden, und das errechnete Ergebnis (SIRsoll) über die Iub-Schnittstelle (Iub) zurück zu der Basisfunkstation (Node B) übertragen wird.
9. Verfahren nach einem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß der primäre äußere Regelkreis und der sekundäre äußere Regelkreis zu einem einzigen äußeren Regelkreis zusammenge­ faßt werden.
10. Verfahren nach einem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß die Sendeleistungsregelung für die Abwärtsstrecke (DL) in der Teilnehmerstation (UE) und für die Aufwärtsstrecke (UL) in der Basisfunkstation (Node B) bezüglich der inneren Regel­ schleife, und in der Funknetzsteuerung (RNC) bezüglich der äußeren Regelschleife des Funk-Kommunikationssystems durchge­ führt wird.
11. Verfahren nach einem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß die Sendeleistungsregelung in einem FDD-Modus und/oder in einem TDD-Modus des Funk-Kommunikationssystems Anwendung fin­ det.
12. Verfahren nach einem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß das Funk-Kommunikationssystem als ein Mobilfunksystem oder als ein drahtloses Teilnehmeranschlußsystem ausgestaltet ist.
13. Einrichtung zur Regelung der Sendeleistung von Funksta­ tionen (Node B, UE) in einem Funk-Kommunikationssystem nach einem Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
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