DE19932048A1 - Meßfühler zur Bestimmung einer Konzentration von Gaskomponenten in Gasgemischen - Google Patents
Meßfühler zur Bestimmung einer Konzentration von Gaskomponenten in GasgemischenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen Meßfühler zur Bestimmung einer Konzentration von Gaskomponenten in Gasgemischen mit einer eine Gleichgewichtseinstellung des Gasgemisches nicht oder nur wenig katalysierenden ersten Meßelektrode (Mischpotentialelektrode) und einer die Gleichgewichtseinstellung des Gasgemisches katalysierenden zweiten Meßelektrode (Gleichgewichtselektrode) sowie einem zwischen den beiden Meßelektroden angeordneten Sauerstoffionen leitenden Festelektrolyten, wobei die beiden Meßelektroden dem Gasgemisch ausgesetzt sind. DOLLAR A Es ist vorgesehen, daß zumindest die erste Meßelektrode (16) eine Cermetelektrode ist, wobei wenigstens eine Metalloxidkomponente der Cermetelektrode reversibel Sauerstoff einlagern kann.
Description
Die Erfindung betrifft einen Meßfühler zur Bestimmung
einer Konzentration von Gaskomponenten in Gas
gemischen mit den im Oberbegriff des Anspruchs 1
genannten Merkmalen.
Meßfühler zur Bestimmung der Konzentration von Gas
komponenten in Gasgemischen, insbesondere in Gasen
von Verbrennungskraftmaschinen, sind bekannt. Derar
tige Meßfühler dienen beispielsweise dazu, über eine
Bestimmung einer Sauerstoffkonzentration und/oder
einer Konzentration reduzierender Gaskomponenten wie
HC oder CO eine Einstellung eines Kraftstoff-Luft-
Gemisches zum Betreiben der Verbrennungskraftmaschine
vorzugeben. Eine Charakterisierung eines spezifischen
Betriebszustandes kann dabei mittels eines Verhält
nisses der Sauerstoffkonzentration zu der Konzentra
tion des Kraftstoffs erfolgen. Liegt der Kraftstoff
in einem stöchiometrischen Überschuß vor (fetter
Bereich), so tritt im Abgas nur eine geringe Menge an
Sauerstoff gegenüber anderen, teilweise unverbrannten
Bestandteilen auf. Im sogenannten mageren Bereich,
bei dem der Sauerstoff der Luft in dem Kraftstoff-
Luft-Gemisch überwiegt, ist eine Sauerstoffkonzentra
tion in dem Abgas entsprechend hoch.
Zur Bestimmung der Sauerstoffkonzentration im Abgas
sind sogenannte Lambda-Sonden bekannt, die in einem
mageren Bereich einen Lambdawert < 1, im fetten
Bereich < 1 und im stöchiometrischen Bereich einen
Lambdawert = 1 detektieren. Eine elektrochemische
Meßzelle des Meßfühlers liefert hierbei in bekannter
Weise eine Detektionsspannung, die einer Schaltungs
anordnung zugeführt wird. Die Detektionsspannung ist
abhängig von einem Sauerstoffkonzentrationsunter
schied an den wenigstens zwei eingesetzten Meßelek
troden. Zwischen den Meßelektroden ist ein Fest
elektrolytkörper angeordnet, der für Sauerstoffionen
leitfähig ist. Entsprechend der Sauerstoff
konzentration im Abgas steigt die Detektionsspannung
an, oder diese sinkt ab.
Weiter sind Meßfühler bekannt, die zur Bestimmung der
Konzentration reduzierender Gaskomponenten benutzt
werden. Diese Meßfühler sind häufig komponenten
spezifisch, das heißt, für jede zu detektierende Gas
komponente (H2, HC und CO) existiert ein gesonderter
Sensor.
Beide Arten von Meßfühlern liefern entweder einen
Wert für die Sauerstoffkonzentration oder die Kon
zentration der reduzierenden Gaskomponenten. Sie
liefern also Werte, die für sich genommen nur
indirekt auf eine Lage des Lambdawertes schließen
lassen. So kann ein Meßfühler zur Bestimmung von
Sauerstoffkonzentrationen eine bestimmte absolute
Sauerstoffkonzentration liefern, von der ein Rück
schluß auf die Zusammensetzung des Kraftstoff-Luft-
Gemisches erfolgen kann.
Eine präzisere Einstellung einer Regellage der Ver
brennungskraftmaschine kann durch eine direkte Er
mittlung des Lambdawertes erfolgen. Dabei ist es von
Vorteil, anstelle von zwei separaten Meßfühlern für
die jeweilige Gaskomponente einen kompakten Meßfühler
zur Verfügung zu stellen, der beiden Sensorfunktionen
Folge tragen kann. Bisherige Ansätze zur Unter
bringung mehrerer Sensorfunktionen auf einem Substrat
haben ein kompliziertes Layout oder einen komplizier
ten Schichtaufbau zur Folge, wodurch eine erhöhte
Störanfälligkeit auftritt und hohe Herstellungskosten
entstehen.
Die in dem Abgas der Verbrennungskraftmaschinen auf
tretenden reduzierenden Gaskomponenten stehen mit dem
Sauerstoff in einem thermodynamischen Gleichgewicht.
Mit zunehmender motorferner Anordnung der Meßfühler
in einem Abgaskanal der Verbrennungskraftmaschine
sinkt auch eine Temperatur des Abgases, und somit
wird die Einstellung des thermodynamischen Gleich
gewichts aus kinetischer Sicht erschwert. Es ist be
kannt, die Gleichgewichtsreaktion mit Übergangs
metallen zu katalysieren. Insbesondere haben sich
platin-, palladium- oder rhodiumhaltige Katalysatoren
als geeignet gezeigt. Im Zuge einer Anwendung dieser
Metalle als ein Elektrodenmaterial für die Meßelek
troden von Meßfühlern zeigt es sich als besonders
vorteilhaft, solcherlei katalytische Aktivität auf
einer dem Abgas ausgesetzten Meßelektrode zu be
sitzen. Auf diese Weise kann die Sauerstoffkonzentra
tion an dieser Meßelektrode sehr gering gehalten
werden, woraus sich eine sehr hohe Potentialdifferenz
zu einer weiteren, einem Referenzgas ausgesetzten
Elektrode ergibt. Eine solche, die Gleichgewichts
einstellung des Gasgemisches katalysierende Meß
elektrode (Gleichgewichtselektrode) ermöglicht es
allerdings nicht, die Konzentration der reduzierenden
Gaskomponenten zu erfassen.
Es ist daher bekannt, der dem Gasgemisch ausgesetzten
Meßelektrode Materialien zuzusetzen, die eine
katalytische Wirkung der Meßelektrode inhibieren. So
zeigt die DE 44 08 361 C2 eine Meßelektrode, bei der
durch Zusatz von Wismut, Platin, Antimon oder Blei
eine Sauerstoffadsorption an einer Oberfläche der
Meßelektrode ermöglicht wurde. Dadurch wurde die das
Potential der Meßelektrode bestimmende Konzentration
des Sauerstoffs an einer Dreiphasengrenzfläche der
Meßelektrode bei einem Betrieb der Verbrennungskraft
maschine unter Lambda < 1 nahezu konstant gehalten.
Die derart ausgebildete Meßelektrode reagiert im we
sentlichen auf Sauerstoff und stellt insofern eine
Nichtgleichgewichtselektrode beziehungsweise Misch
potentialelektrode dar. Eine solche Meßelektrode kann
somit bei Lambda < 1 als eine Referenzelektrode ver
wendet werden.
Weiterhin ist aus der DE 44 08 504 bekannt, eine
derartige Mischpotentialelektrode durch Beimengung
von Gold und/oder Silber auszubilden. Durch die Bei
mengung von Gold und/oder Silber wird die kataly
tische Umsetzung durch Oxidation von CO und/oder HC
und Reduktion von NOx gehemmt. An der Meßelektrode
tqird die hohe Affinität dieser Metalle zu den redu
zierenden Gaskomponenten ausgenutzt. Durch Adsorption
der reduzierenden Gaskomponenten an der Oberfläche
der Mischpotentialelektrode kann in einem Betrieb der
Verbrennungskraftmaschine bei Lambda < 1 die
Konzentration des Sauerstoffs und damit das Potential
der Mischpotentialelektrode beinahe konstant gehalten
werden. Auf diese Weise läßt sich eine derartige
Meßelektrode bei Lambda < 1 als Referenzelektrode
nutzen. Nachteilig an den beiden gezeigten Aus
gestaltungen der Mischpotentialelektroden ist, daß
sie lediglich konstante Potentiale für zwei Extrem
lagen des Lambdawertes ermöglichen und somit den für
die Steuerung der Regellage der Verbrennungskraft
maschine besonders interessanten Bereich bei Lambda
werten ≈ 1 aussparen. Weiterhin ist es damit nicht
möglich, mit ein und derselben Meßelektrode einer
seits die Sauerstoffkonzentration oder andererseits
die Konzentration der reduzierenden Gaskomponenten zu
bestimmen.
Durch den erfindungsgemäßen Meßfühler zur Bestimmung
einer Konzentration von Gaskomponenten in Gas
gemischen mit einer eine Gleichgewichtseinstellung
des Gasgemisches nicht oder nur wenig katalysierenden
ersten Meßelektrode (Mischpotentialelektrode) und
einer die Gleichgewichtseinstellung des Gasgemisches
katalysierenden zweiten Meßelektrode (Gleichgewichts
elektrode) sowie einem zwischen den beiden Meßelek
troden angeordneten sauerstoffionenleitenden Fest
elektrolyten, wobei die beiden Meßelektroden dem
Gasgemisch ausgesetzt sind, und den Merkmalen des
Anspruchs 1 kann durch eine Anordnung von nur zwei
Meßelektroden entweder die Konzentration von Sauer
stoff oder die Konzentration einer reduzierenden Gas
komponente erfaßt werden. Dadurch, daß zumindest die
erste Meßelektrode eine Cermetelektrode ist, wobei
wenigstens eine Metalloxidkomponente der Cermet
elektrode reversibel Sauerstoff einlagern kann, wird
das Potential dieser ersten Meßelektrode in dem
Bereich um Lambda ≈ 1 nahezu konstant gehalten. Somit
stellt die erste Meßelektrode in diesem Betriebs
zustand der Verbrennungskraftmaschine die Referenz
elektrode dar, während die zweite Meßelektrode als
Arbeitselektrode dient. Wechselt der Betriebszustand
der Verbrennungskraftmaschine in einem Bereich mit
Lambda < 1, so ist das Potential der zweiten Meß
elektrode nahezu konstant, während das Potential der
ersten Meßelektrode variabel ist und im wesentlichen
durch die Konzentration der reduzierenden Gas
komponenten bestimmt wird. Somit ist die zweite
Meßelektrode in diesem Fall die Referenzelektrode und
die erste Meßelektrode die Arbeitselektrode.
Geeignete Metalloxidkomponenten für die erste Meß
elektrode sind beispielsweise Mischoxide wie TiNiNbOx
oder FeNiMnO4. Ferner kann zusätzlich ein Edelmetall
wie Gold in die erste Meßelektrode eingebracht wer
den. Dadurch ist es möglich, das Potential der ersten
Meßelektrode sehr genau einer gegebenen Applikations
anforderung anzupassen.
In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird
den beiden dem Gasgemisch ausgesetzten Meßelektroden
eine zusätzlich an einem Referenzgas angeordnete
Referenzelektrode zugeordnet. Dabei kann die Anord
nung der Meßelektroden nebeneinander, das heißt in
einer gemeinsamen Schicht eines mehrschichtigen Meß
fühlers erfolgen. Denkbar ist aber auch, die beiden
Meßelektroden ausgehend von einer Außenseite des Meß
fühlers in Richtung der Referenzelektrode nach
einanderfolgend in verschiedenen Schichten anzu
ordnen. Dabei muß eine Schicht zwischen den beiden
Meßelektroden hinreichend porös sein, so daß sie eine
ausreichend schnelle Einstellung der sich laufend
wechselnden Konzentration der einzelnen Abgas
komponenten erlaubt. Die eine Meßelektrode entspricht
dabei der Mischpotentialelektrode auf Basis sauer
stoffspeichernder Metalloxidkomponenten und die
andere der Meßelektroden ist als eine Gleichgewichts
elektrode ausgelegt.
Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, die Misch
potentialelektrode abgasnäher anzuordnen, da sie ein
besonders stabiles und konstantes Potential bei
schnellen Gaswechseln um Lambda = 1 aufweist. Neben
einer von sich aus katalytisch aktiven Gleich
gewichtselektrode ist denkbar, zusätzliche Katalysa
toren oder Promotoren in die poröse Zwischenschicht
einzubringen, selbstverständlich nicht in einem un
mittelbaren Bereich der Mischpotentialelektrode. Auf
diese Weise kann die Gleichgewichtseinstellung des
Gasgemisches bewußt beeinflußt werden und es ergibt
sich die Möglichkeit, für die Gleichgewichtselektrode
auch andere, nicht katalytisch aktive Metall
komponenten einzusetzen.
Mit Hilfe dieser bevorzugten Anordnung mit insgesamt
nur drei Elektroden können in bestimmten Betriebs
zuständen die Konzentrationen von Sauerstoff und den
reduzierenden Gaskomponenten gleichzeitig und somit
die Lage des Lambdawertes direkt bestimmt werden.
Dies ermöglicht eine sehr viel schnellere und
genauere Einstellung der Regellage der Verbrennungs
kraftmaschine. Weiterhin ist ein solcher Meßfühler in
besonders einfacher und kostengünstiger Weise re
alisierbar.
Weitere bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung er
geben sich aus den übrigen, in den Unteransprüchen
genannten Merkmalen.
Die Erfindung wird nachfolgend in Ausführungsbeispie
len anhand der zugehörigen Zeichnungen näher er
läutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Schnittansicht durch einen
Meßfühler und
Fig. 2 eine schematische Schnittansicht durch ein
weiteres Ausführungsbeispiel für einen Meß
fühler.
In der Fig. 1 ist ein Meßfühler 10, der zu einer
Bestimmung einer Konzentration von Gaskomponenten in
Gasgemischen, insbesondere in Abgasen von Verbren
nungskraftmaschinen, verwendet werden kann, darge
stellt. Ein solcher Meßfühler 10 besteht vorzugsweise
aus einzelnen keramischen Schichten, die durch Sieb
drucken, Laminieren, Schneiden, Sintern oder der
gleichen bekanntermaßen strukturiert werden können.
Der Meßfühler 10 beinhaltet eine elektrochemische
Meßzelle 12 mit einer ersten Meßelektrode 14 und
einer zweiten Meßelektrode 16, wobei sich zwischen
den beiden Meßelektroden 14, 16 eine poröse sauer
stoffionenleitfähige Schicht 18 erstreckt. Unterhalb
der zweiten Meßelektrode 16 ist in einer zumindest
gut wärmeleitfähigen Schicht 20 ein Heizelement 22
angeordnet. Das Heizelement 22 umfaßt unter anderem
eine hier mäanderförmig ausgearbeitete Widerstands
bahn 24 und dient einer Einstellung beziehungsweise
Steuerung einer Betriebstemperatur des Meßfühlers 10.
Die zweite Meßelektrode 16 besteht aus einem edel
metallhaltigen Cermet, beispielsweise auf der Basis
eines Edelmetalles wie Platin. Aufgrund einer
katalytischen Aktivität dieser Edelmetalle hinsicht
lich einer nachfolgend noch näher erläuterten Gleich
gewichtsreaktion zwischen Sauerstoff und reduzieren
den Gaskomponenten des Abgases wird diese zweite
Meßelektrode 16 nachfolgend als Gleichgewichts
elektrode 16 bezeichnet. Die erste Meßelektrode 14
zeigt, wie ebenfalls noch näher erläutert wird, in
bestimmten durch einen Lambdawert charakterisierbaren
Betriebszuständen der Verbrennungskraftmaschine keine
oder so gut wie keine katalytische Aktivität und wird
nachfolgend als Mischpotentialelektrode 14 bezeich
net.
Während eines Verbrennungsprozesses eines Luft-Kraft
stoff-Gemisches in der Verbrennungskraftmaschine ent
stehen in wechselnden Anteilen reduzierende Gas
komponenten, die mit dem Sauerstoff abreagieren kön
nen und somit mit diesem in einem thermodynamischen
Gleichgewicht stehen. Neben einer temperatur
abhängigen Gleichgewichtslage dieser Reaktion ist für
eine Einstellung des Gleichgewichts insbesondere
deren Kinetik entscheidend. Grundsätzlich kann davon
ausgegangen werden, daß mit zunehmend motorferner
Anordnung des Meßfühlers 10 auch eine Temperatur des
Abgases sinkt und somit die Einstellung des thermo
dynamischen Gleichgewichts aus kinetischer Sicht
erschwert ist. Durch die in der Gleichgewichts
elektrode 16 verwendeten Edelmetalle wie Platin,
Palladium und Rhodium, wird diese Gleichgewichts
einstellung katalysiert. Somit wird ein Potential der
Gleichgewichtselektrode 16 im wesentlichen durch eine
Konzentration des Sauerstoffs bestimmt.
Das Potential der Mischpotentialelektrode 14 dagegen
ist zumindest bereichsweise nicht von der Konzentra
tion des Sauerstoffs abhängig, sondern ist eine Funk
tion der Konzentration der reduzierenden Gaskomponen
ten. So läßt sich durch eine gezielte Auswahl wenig
stens einer Metalloxidkomponente, die reversibel
Sauerstoff einlagern kann, das Potential der Misch
potentialelektrode 14 beeinflussen. Eine solche
Mischpotentialelektrode 14 kann dann beispielsweise
weitestgehend aus TiNiNbOx oder FeNiMnO4 bestehen.
Denkbar ist aber auch, Metalloxide wie Mn2O3 und CeO2
einzusetzen. Des weiteren kann die Cermetelektrode
als metallische Komponente auch ein Edelmetall, wie
Gold oder Silber, beigemengt werden. Auf diese Weise
läßt sich das Potential der Mischpotentialelektrode
14 individuell gegebenen Applikationsanforderungen
anpassen.
In einem Betriebsmodus der Verbrennungskraftmaschine
mit λ ≈ 1 wird die Sauerstoffkonzentration unmittel
bar an eine Oberfläche der Mischpotentialelektrode 14
durch die zugesetzte Metalloxidkomponenten nahezu
konstant gehalten. Eine Kapazität der Aus- und Ein
lagerungsprozesse von Sauerstoff in eine Misch
potentialelektrode 14 bestimmt einen Lambdabereich,
in dem das Potential der Mischpotentialelektrode 14
nahezu konstant ist. Dagegen ist das Potential an der
Gleichgewichtselektrode 16 in einem solchen Betriebs
modus der Verbrennungskraftmaschine starken Ände
rungen ausgesetzt, da sich gerade in einem solchen
Lambdabereich große Sauerstoffkonzentrations
änderungen ergeben. Somit kann bei λ ≈ 1 die Misch
potentialelektrode 14 als eine Referenzelektrode
verwendet werden, während die Gleichgewichtselektrode
16 als eine Arbeitselektrode 16 genutzt werden kann.
Über die elektrochemische Meßzelle 12 kann dann eine
Detektionsspannung U abgegriffen werden, die ein
direktes Maß für die Sauerstoffkonzentration des
Gasgemisches ist.
Wechselt der Betriebsmodus der Verbrennungskraft
maschine in einen Bereich mit λ < 1, so ändert sich
das Potential der Mischpotentialelektrode 14 stark
bei einer Änderung der Konzentration der reduzieren
den Gaskomponenten. Das Potential der Gleichgewichts
elektrode 16 ist jedoch bei hohen Sauerstoff
konzentrationen nahezu konstant. Somit fungiert in
diesem Fall die Gleichgewichtselektrode 16 als
Referenzelektrode und die Mischpotentialelektrode 14
dient als Arbeitselektrode. Über die elektrochemische
Meßzelle 12 kann dann eine Detektionsspannung U ab
gegriffen werden, die der Konzentration der redu
zierenden Gaskomponenten entspricht.
Prinzipiell kann sich eine Anordnung der beiden Meß
elektroden 14, 16 auch in umgekehrter Reihenfolge als
in der dargestellten Form ergeben, jedoch können bei
der gezeigten Anordnung in der Schicht 18 zusätzliche
Promotoren oder Katalysatoren eingebracht werden, die
eine Gleichgewichtseinstellung unterstützen. Auf
diese Weise kann eine Zusammensetzung der Gleich
gewichtselektrode 16 in einem hohem Maße variiert
werden und es kann beispielsweise auf relativ kost
spielige Edelmetalle wie Platin oder Palladium ver
zichtet werden.
Die Fig. 2 zeigt eine bevorzugte weitere Aus
führungsform des Meßfühlers 10. Neben dem bereits
erläuterten beiden Meßelektroden 14, 16 weist der
Meßfühler 10 eine weitere Referenzelektrode 26 auf.
Die Referenzelektrode 26 liegt oberhalb eines mit
einem Referenzgas gefüllten Referenzkanal 28. Die
Heizeinrichtung 22 dient dabei einerseits zum
Beheizen des Meßfühlers 10 als auch zum Beheizen des
Referenzgases. Zwischen der Referenzelektrode 26 und
der Gleichgewichtselektrode 16 befindet sich eine
Schicht 30, die aus einem sauerstoffionenleitfähigen
Festelektrolyten besteht.
Ein solcher Meßfühler 10 besitzt nun eine erste
elektrochemische Meßzelle 32, die die Mischpotential
elektrode 14 und die Referenzelektrode 26 umfaßt und
eine zweite elektrochemische Meßzelle 34, die die
Gleichgewichtselektrode 16 und die Referenzelektrode
26 umfaßt.
Mit Hilfe dieser sehr einfachen Anordnung mit
lediglich drei Elektroden kann in Abhängigkeit von
dem Betriebsmodus der Verbrennungskraftmaschine
gleichzeitig die Konzentration von Sauerstoff als
auch die Konzentration der reduzierenden Gas
komponenten gemessen werden. Auf diese Weise kann
sehr schnell und mit hoher Genauigkeit ein Lambdawert
ermittelt werden.
So ist beispielsweise bei einem Lambdawert < 1 das
Potential der Mischpotentialelektrode 14, wie bereits
erwähnt, im wesentlichen abhängig von der Konzentra
tion der reduzierenden Gaskomponenten und kann somit
über die elektrochemische Meßzelle 32 als eine
Detektionsspannung U1 abgegriffen werden. In dem
gleichen Betriebsmodus läßt sich ebenso eine
Potentialdifferenz zwischen der Gleichgewichts
elektrode 16 und der Referenzelektrode 26 erfassen,
sofern das Referenzgas eine genügend unterschiedliche
Sauerstoffkonzentration besitzt. Die Potential
differenz führt dann zu einer der elektrochemischen
Meßzelle 34 abgreifbaren Detektionsspannung U2, die
ein direktes Maß der Sauerstoffkonzentration ist.
Neben der gezeigten Anordnung, in der die Meßelek
troden 14, 16 in aufeinanderfolgenden Schichten des
Meßfühlers 10 angeordnet sind, ist auch eine
Anordnung in ein und derselben Schicht denkbar. Auf
diese Weise ist der Meßfühler 10 herstellungs
technisch noch einfacher, das heißt mit noch weniger
Arbeitsschritten, realisierbar.
Claims (9)
1. Meßfühler zur Bestimmung einer Konzentration von
Gaskomponenten in Gasgemischen mit einer eine Gleich
gewichtseinstellung des Gasgemisches nicht oder nur
wenig katalysierenden ersten Meßelektrode (Misch
potentialelektrode) und einer die Gleichgewichts
einstellung des Gasgemisches katalysierenden zweiten
Meßelektrode (Gleichgewichtselektrode) sowie einem
zwischen den beiden Meßelektroden angeordneten
sauerstoffionenleitenden Festelektrolyten, wobei die
beiden Meßelektroden dem Gasgemisch ausgesetzt sind,
dadurch gekennzeichnet, daß zumindest die erste Meß
elektrode (14) eine Cermetelektrode ist, wobei wenig
stens eine Metalloxidkomponente der Cermetelektrode
reversibel Sauerstoff einlagern kann.
2. Meßfühler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Mischpotentialelektrode (14) weitestgehend
aus Mischoxiden der Zusammensetzung TiNiNbOx oder
FeNiMnO4 besteht.
3. Meßfühler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Metalloxidkomponente CeO2 und/oder Mn2O3 ist.
4. Meßfühler nach einem der Ansprüche 1 bis 3, da
durch gekennzeichnet, daß der Mischpotentialelektrode
(14) Gold und/oder Silber zugesetzt ist.
5. Meßfühler nach einem der Ansprüche 1 bis 4, da
durch gekennzeichnet, daß der Sauerstoffionen leiten
de Festelektrolyt in einer Schicht (18) des Meß
fühlers (10) integriert ist und daß diese Schicht
(18) porös ist.
6. Meßfühler nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schicht (18) Promotoren und/oder Katalysa
toren zumindest bereichsweise beinhaltet.
7. Meßfühler nach einem der Ansprüche 1 bis 6, da
durch gekennzeichnet, daß dem Meßfühler (10) eine
einem Referenzgas ausgesetzte Referenzelektrode (26)
zugeordnet ist und daß sich zwischen der Referenz
elektrode (26) und den Meßelektroden (14, 16) wenig
stens eine Schicht (18, 30) aus einem sauerstoff
leitenden Festelektrolyten befindet.
8. Meßfühler nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß eine der Meßelektroden (14, 16) auf einer dem
Gasgemisch zugewandten Seite des Meßfühlers (10)
angeordnet ist und daß sich die andere Meßelektrode
(14, 16) zwischen der Referenzelektrode (26) und der
dem Gasgemisch zugewandten Meßelektrode (14, 16) be
findet, wobei sich zwischen den beiden Meßelektroden
(14, 16) die poröse Schicht (18) erstreckt.
9. Meßfühler nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die dem Gasgemisch zugewandte Meßelektrode (14,
16) die Mischpotentialelektrode (14) ist.
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