DE19935573A1 - Vorrichtung an Fahrzeugen, insbesondere an militärischen Kettenfahrzeugen - Google Patents
Vorrichtung an Fahrzeugen, insbesondere an militärischen KettenfahrzeugenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung an Fahrzeugen,
insbesondere an militärischen Kettenfahrzeugen, zur Anpassung
an veränderte Einsatzbedingungen, vorzugsweise zum Schutz vor
Mineneinwirkung.
Aus der DE 196 43 757 ist ein Bausatz für eine Panzerung
bekannt, der zum Schutz einer geschützten Zone hinter einer
Basis gegen Splitter-Landminen geeignet ist. Dieser Bausatz
enthält eine äußere Verschleißplatte, eine innere Fangplatte
und eine stoßabsorbierende Zwischenschicht. Die Platten und
die stoßabsorbierende Zwischenschicht sind miteinander
verbunden und bilden eine Sandwichanordnung.
Die Verwendung eines solchen Bausatzes ist vorrangig auf einen
Splitterschutz gerichtet. Infolge des speziellen Schichtauf
baues und der eingesetzten Materialien kann jedoch mit einem
solchen Bausatz nicht verhindert werden, daß das Fahrzeug und
die in diesem befindlichen Personen bei Minendetonation
unzulässig hohen Beschleunigungen ausgesetzt sind.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine
Vorrichtung zu entwickeln, von der auch hohe, aus einer Minen
explosion resultierende Kräfte und Beschleunigungen soweit
reduziert werden, daß eine Gefährdung der Besatzung des Fahr
zeuges nicht besteht und die Funktionsfähigkeit des Fahrzeuges
erhalten bleibt.
Erfindungsgemäß ist die Vorrichtung als bedarfsweise am
Fahrzeug montierbarer, im wesentlichen unter dem Fahrzeug
anzuordnender Bausatz ausgeführt, der aus Fahr- oder
Laufwerkskomponenten aufnehmenden Profilträgern und einer
fahrzeugabgewandten, an die Profilträger anschließenden
Schutzeinrichtung besteht, die in einem Bereich zwischen den
Profilträgern abstützungsfrei ausgeführt ist und zum
Fahrzeugboden beabstandet verläuft.
Die Erfindung ist mit dem Vorteil verbunden, daß infolge von
Mineneinwirkung auftretende Kräfte, Impulse und
Beschleunigungen für die im Fahrzeug befindlichen Personen auf
ein zulässiges Maß reduziert werden.
Bei Detonation einer Mine wird die Schutzeinrichtung weitgehend
elastisch in den abstützungsfreien Raum unter dem Fahrzeug
gebogen, so daß der auf die Schutzeinrichtung einwirkende
Impuls zeitlich verzögert an die Profilträger weitergeleitet
wird. Durch die Absenkung der Fahr- oder Laufwerkskomponenten
in den unter dem Fahrzeug befindlichen Bausatz ergibt sich bei
ausreichender Bodenfreiheit des Fahrzeuges die Möglichkeit, die
Schutzeinrichtung in einem solchen Abstand zum Fahrzeugboden
anzuordnen, daß eine dynamische Ausbeulung der
Schutzeinrichtung den Fahrzeugboden nicht erreicht oder aber
auf diesen nur eine vernachlässigbare Energie überträgt.
In zweckmäßiger Ausgestaltung der Erfindung enthalten die
Profilträger Laufrollentragelemente für die Laufrollen eines
Kettenfahrzeuges. Die neben den am Bausatz befindlichen
Laufrollen mit der Kette in Wirkverbindung stehenden
Endantriebe und Leiträder verbleiben dabei vorzugsweise in
ihren ursprünglichen Positionen am Fahrzeug. Insbesondere
können in die Profilträger Drehstäbe eingesetzt sein, die mit
den Laufrollen über Laufrollenschwingarme in Verbindung stehen.
Zur Schaffung eines weitgehend definierten
Deformationsverhaltens des Bausatzes bei gleichzeitig
ausreichender Stabilität sind die Profilträger vorzugsweise als
in Fahrzeuglängsrichtung verlaufende Hohlprofile ausgeführt und
bilden mit, die Hohlprofile endseitig verbindenden Querträgern
einen geschlossenen Profilrahmen.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist zwischen dem
Wannenboden eines Kettenfahrzeuges und den Profilträgern ein
elastisches, stoßabsorbierendes Zwischenlager zur dynamischen
Entkopplung der Laufwerkes von der Fahrzeugwanne und zur
Schaffung einer Energieabsorptionszone bei Minendetonation
vorgesehen, auf dem sich die Profilträger bei von unten auf das
Fahrzeug gerichteter Kraft abstützen.
Gemäß einer zweckmäßigen Ausführung der Erfindung ist die
Schutzeinrichtung des Bausatzes durchbrechungsfrei ausgebildet
und kann aus einem auch unter Mineneinwirkung rißfestem
Material bestehen. Als geeignet hat sich dabei eine an die
Profilträger anschließende Stahlplatte erwiesen.
Zur Vergleichmäßigung des Energieeintrages in die Vorrichtung
ist es von Vorteil, die Schutzeinrichtung als mehrschichtige
Verbundplatte auszuführen, die bevorzugt eine elastische,
stoßabsorbierende Zwischenschicht enthält.
Weiterhin sind gemäß einer zweckmäßigen Ausführung der
Erfindung Aufbau und Deformationsverhalten der Vorrichtung
derart gewählt, daß bei Minendetonation ein direkter Kontakt
des Mittenbereiches der Schutzeinrichtung zum
Fahrzeugwannenboden auch bei dynamischer Ausbeulung der
Schutzeinrichtung unterbleibt.
Die Erfindung soll nachfolgend anhand eines
Ausführungsbeispiels und zugehöriger Zeichnungen näher
erläutert werden.
Es zeigen
Fig. 1 eine Schnittdarstellung des unteren
Bereiches der Fahrzeugwanne eines
Kettenfahrzeuges mit
angeflanschten Profilträgern und
Fig. 2 eine Seitenansicht gemäß Fig. 1 mit an
einem Profilträger aufgehängter Laufrolle.
Von einem militärischen Kettenfahrzeug sind in Fig. 1 der
untere Bereich der Fahrzeugwanne 1 und ein erfindungsgemäß
ausgebildeter, sich nach unten an die Fahrzeugwanne 1
anschließender Bausatz 2 zum Schutz des Fahrzeuges vor
Mineneinwirkung im Schnitt quer zur Fahrzeuglängsachse
dargestellt.
Der untere Bereich der Fahrzeugwanne 1 weist im wesentlichen,
wie dargestellt, Seitenwandteile 3, mit diesen starr
verbundene, in Fahrzeuglängsrichtung verlaufende Eckprofile 4
und einen mit der Unterkante der Eckprofile 4 abschließenden,
zwischen diesen angeordneten Wannenboden 5 auf.
Zum Wannenboden 5 verläuft beabstandet in einer Parallelebene
ein, mit einem Versteifungsblech 6 versehener Innenboden 7, der
durch einen Steg 8 auf dem Wannenboden 5 abgestützt ist.
Der Bausatz 2 beinhaltet in Fahrzeuglängsrichtung verlaufende
Hohlprofile 9, eine, an die Unterseiten der Hohlprofile 9
anschließende und diese überdeckende Minenschutzplatte 10 und
Verbindungselemente 11 zur Befestigung des Bausatzes 2 an der
Fahrzeugwanne 1.
Die Verbindungselemente 11 sind starr, beispielsweise durch
Verschweißen, mit den Hohlprofilen 9 verbunden, die ihrerseits
in starrer Verbindung zur Minenschutzplatte 10 stehen.
Weiterhin sind die Verbindungselemente 11 und damit der Bausatz
2 über allgemein bekannte Befestigungsmittel an, auf den
Außenseiten der Eckprofile 4 befindlichen Verstärkungsplatten
12 im unteren Bereich der Fahrzeugwanne 1 montiert,
vorzugsweise unter Nutzung der ursprünglichen
Befestigungslöcher 21 der Laufrollenschwingarme 16, wodurch
Änderungen am Fahrzeug vermieden werden.
Die Hohlprofile 9 des Bausatzes 2 können Bestandteil eines
Rechteckrahmens sein, indem quer zur Fahrzeuglängsachse
verlaufende, mit den Hohlprofilen 9 verbundene
Profilabschnitte vorgesehen werden.
An der Minenschutzplatte 10 sind der Aufnahme von Drehstäben 13
dienende Anlenkungen 14 vorgesehen, die die Funktion der
höherliegenden, ursprünglichen Drehstabanlenkungen 15
übernehmen. Mit den Drehstäben 13 stehen Laufrollenschwingarme
16 (Fig. 2) in Wirkverbindung, an denen die Laufrollen 17
angeordnet sind.
Des weiteren zeigt Fig. 2 eine Möglichkeit der Befestigung der
Schwingungsdämpfer 18 und der Endanschläge 19 an einem der
Hohlprofile 9 des Bausatzes 2, was der Darstellung in
durchgezogenen Linien entspricht, im Gegensatz zur Darstellung
in durchbrochenen Linien, die die Ausgangsanordnung von
Laufrollenschwingarmen 16, Laufrollen 17, Schwingungsdämpfern
18 und Endanschlägen 19 am Fahrzeug ohne Einsatz der
erfindungsgemäßen Vorrichtung erfaßt. Der Vergleich zeigt, daß
bei im wesentlichen unveränderter Bodenfreiheit ein
vergrößerter Raum unter dem Fahrzeug für Minenschutzmaßnahmen
zur Verfügung steht.
Zwischen den Hohlprofilen 9 des Bausatzes 2 und den Eckprofilen
4 der Fahrzeugwanne 1 ist ein elastisches, stoßabsorbierendes
Zwischenlager 20 vorgesehen (Fig. 1), über das eine Entkopplung
des Laufwerkes des Kettenfahrzeuges von der Fahrzeugwanne 1 bei
aus der Bewegung des Kettenfahrzeuges resultierenden
dynamischen Belastungen erfolgen kann. Weiterhin wird über das
Zwischenlager 20 auch ein Teil der in das Fahrzeug bei
Minendetonation eingebrachten Energie abgebaut.
Für eine weitgehend vollständige Entkopplung des Laufwerkes von
der Fahrzeugwanne 1 können Stoßabsorber auch im Bereich der
Verbindungselemente 11 vorgesehen sein, so daß die
Verbindungselemente 11 der Vertikalbewegung der Hohlprofile 9
folgen.
Kommt es zu einer Mineneinwirkung auf das Fahrzeug, so wird die
Minenschutzplatte 10 infolge ihres überwiegend elastischen
Verhaltens in den abstützungsfreien Raum unter dem Fahrzeug
gebogen. Ein Teil der auf die Minenschutzplatte 10 einwirkenden
Energie wird zeitverzögert an Energieabsorptionszonen,
insbesondere an das Zwischenlager 20, weitergeleitet und in
diesen teilweise in Deformationsenergie umgewandelt.
Claims (11)
1. Vorrichtung an Fahrzeugen, insbesondere an militärischen
Kettenfahrzeugen, zur Anpassung an veränderte Einsatz
bedingungen, vorzugsweise zum Schutz vor Mineneinwirkung,
dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung als bedarfsweise am
Fahrzeug montierbarer, im wesentlichen unter dem Fahrzeug
anzuordnender Bausatz (2) ausgeführt ist, der aus Fahr- oder
Laufwerkskomponenten (13, 16, 17, 18) aufnehmenden Profilträgern
(9) und einer fahrzeugabgewandten, an die Profilträger (9)
anschließenden Schutzeinrichtung (10) besteht, die in einem
Bereich zwischen den Profilträgern (9) abstützungsfrei
ausgeführt ist und zum Fahrzeugboden (5) beabstandet verläuft.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Profilträger (9) Laufrollentragelemente (13, 16) für die
Laufrollen (17) eines Kettenfahrzeuges enthalten.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
in die Profilträger (9) Drehstäbe (13) eingesetzt
sind, die mit den Laufrollen (17) über Schwingarme (16) in
Verbindung stehen.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Profilträger als in Fahrzeuglängsrichtung verlaufende
Hohlprofile (9) ausgeführt sind und mit, die Hohlprofile (9)
endseitig verbindenden Querträgern einen geschlossenen
Profilrahmen bilden.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen dem Wannenboden (5) eines Kettenfahrzeuges und den
Profilträgern (9) ein elastisches, stoßabsorbierendes
Zwischenlager (20) zur dynamischen Entkopplung des Laufwerkes
von der Fahrzeugwanne (1) und zur Schaffung einer Energie
absorptionszone bei Minendetonation vorgesehen ist, auf dem
sich die Profilträger (9) bei von unten auf das Fahrzeug
gerichteter Krafteinwirkung abstützen.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Schutzeinrichtung (10) durchbrechungsfrei ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schutzeinrichtung (10) aus einem auch unter Minenein
wirkung rißfestem Material besteht.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß es
sich bei der Schutzeinrichtung (10) um eine Stahlplatte
handelt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schutzeinrichtung (10) als mehrschichtige Verbundplatte
ausgeführt ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß
die Schutzeinrichtung (10) eine elastische, stoßabsorbierende
Zwischenschicht enthält.
11. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
deren Aufbau und Deformationsverhalten derart gewählt sind,
daß bei Minendetonation ein direkter Kontakt des Mitten
bereiches der Schutzeinrichtung (10) zur Fahrzeugwanne (1) auch
bei dynamischer Ausbeulung der Schutzeinrichtung (10)
unterbleibt.
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: RHEINMETALL LANDSYSTEME GMBH, 24159 KIEL, DE |
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| 8181 | Inventor (new situation) |
Inventor name: SCHRECKENBERG, KLAUS, 34246 VELLMAR, DE Inventor name: PURMANN, KURT, DR.-ING., 34260 KAUFUNGEN, DE Inventor name: ZERETZKE, NORBERT, DIPL.-ING., 37235 HESSISCH LICH |
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| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |