DE19944376A1 - Segmentierter Treibkäfig - Google Patents
Segmentierter TreibkäfigInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen segmentierten Treibkäfig für ein unterkalibriges Wuchtgeschoß, der eine vordere erste Abstützung (6) und eine mit einem axialen Abstand hinter dieser angeordnete zweite Abstützung (7) aufweist, wobei die zweite Abstützung (7) eine der ersten Abstützung (6) zugewandte Lufttasche (8) enthält und die erste Abstützung (6) gleichmäßig über den Umfang des Treibkäfigs (1) verteilt angeordnete, durch Luftströmöffnungen voneinander getrennte Stege (9) umfaßt. DOLLAR A Um unter anderem zu erreichen, daß der Treibkäfig (1) ein geringes Totgewicht aufweist und daß bei seiner Handhabung eine geringe Verletzungsgefahr besteht, schlägt die Erfindung vor, daß die Stege (9) der ersten Abstützung (6) außenseitig durch einen umlaufenden Ring (10) miteinander verbunden sind und daß der Ring (10) vorder- und heckseitig keilförmig ausgebildet ist, wobei die Keilwinkel (100, 100') derart gewählt sind, daß durch die den Ring (10) anströmende Luft innerhalb des Ringes (10) durch die vorderseitige Profilierung eine Druckerhöhung und außerhalb des Ringes (10) durch die heckseitige Profilierung eine Expansion auftritt.
Description
Die Erfindung betrifft einen segmentierten Treibkäfig für ein
unterkalibriges Wuchtgeschoß nach dem Oberbegriff des An
spruchs 1.
Derartige Treibkäfige sind beispielsweise aus der DE 33 14 749 A1
sowie aus der DE 42 06 217 A1 bekannt. Sie weisen
jeweils eine vordere erste Abstützung und eine mit einem
axialen Abstand hinter dieser angeordnete zweite Abstützung
auf, die mit einer Lufttasche für die anströmende Luft zum
Ablösen der Segmente des Treibkäfigs vom Wuchtgeschoß nach
dem Verlassen des Waffenrohres versehen ist. Damit das Ge
wicht des Treibkäfigs möglichst gering gehalten werden kann,
weist die erste Abstützung mehrere gleichmäßig über den Um
fang des Treibkäfigs verteilt angeordnete, durch Luftström
öffnungen voneinander getrennte Stege auf.
Nachteilig bei diesen bekannten Treibkäfigen ist unter ande
rem, daß die Stege aus Stabilitätsgründen relativ breit aus
gebildet sein müssen und daher eine saubere Anströmung der
in der zweiten Abstützung befindlichen Lufttasche verhindert
wird. Deshalb führt eine derartige Anordnung zu Problemen
hinsichtlich einer reproduzierbaren Ablösung der Treibkäfig
segmente. Außerdem ist aufgrund der kleinen außenseitigen
Kontaktflächen der Stege die Gefahr gegeben, daß es zu einer
relativ hohen Rohrerosion kommt. Ferner kann es bei der Han
tierung und dem Laden der entsprechenden Munition leicht zu
Verletzungen aufgrund der außenseitigen scharfen Kanten der
Stege kommen und bei der Einführung der Munition in das Waf
fenrohr erfolgt häufig ein Verhaken der Stege im Bereich der
verschlußseitigen Waffenrohröffnung.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen segmentierten
Treibkäfig der eingangs erwähnten Art anzugeben, der ein ge
ringes Totgewicht aufweist und bei dessen Handhabung die Ver
letzungsgefahr gering ist. Außerdem sollen die Treibkäfigseg
mente sich nach Verlassen des Waffenrohres reproduzierbar von
dem Penetrator des Wuchtgeschosses ablösen.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung offenbaren
die Unteransprüche.
Im wesentlichen liegt der Erfindung der Gedanke zugrunde, daß
außenseitig an den Stegen der ersten Abstützung ein mit die
sen verbundener umlaufender Ring angeordnet ist, welcher der
art profiliert ist, daß durch die anströmende Luft auf den
Ring wirkende radiale Öffnungskräfte erzeugt werden. Dadurch
werden die Treibkäfigsegmente nach Verlassen des Waffenrohres
sowohl durch den Staudruck an der zweiten Abstützung als auch
durch die auf den Ring wirkenden Öffnungskräfte auseinander
gedrückt.
Vorteilhafterweise sollen die Stege der ersten Abstützung
jeweils eine asymmetrische Profilierung aufweisen, die derart
gewählt ist, daß bei ihrer Anströmung durch die Luft ein
Moment um die Hochachse des jeweiligen Treibkäfigsegmentes
erzeugt wird. Die Kombination mit den über das jeweilige
Treibkäfigsegment verteilten Auftriebskraftkomponenten führt
dann zu einer besonders schnellen Ablösung der Treibkäfig
segmente von dem entsprechenden Geschoß. Dabei tritt eine
relativ geringe Biegebelastung im jeweiligen Treibkäfigseg
ment auf. Die geringen Belastungen ermöglichen wiederum eine
Reduktion der Querschnitte und somit der Treibkäfigmasse des
Wuchtgeschosses.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich
aus den folgenden anhand von Figuren erläuterten Ausführungs
beispielen. Es zeigen:
Fig. 1 den Längsschnitt durch einen erfindungsgemäßen Treib
käfig mit einer mehrere Stege umfassenden vorderen
Abstützung;
Fig. 2 eine Ansicht von vorne auf den in Fig. 1 dargestellten
Treibkäfig und
Fig. 3 die vergrößerte Darstellung des Querschnittes durch
einen Steg der ersten Abstützung des in Fig. 1 wieder
gegebenen Treibkäfigs entlang der dort mit III-III
bezeichneten Schnittlinie.
In Fig. 1 ist mit 1 ein Treibkäfig für ein aus einer Panzer
kanone verschießbares unterkalibriges Wuchtgeschoß bezeich
net. Der Treibkäfig 1 setzt sich aus drei in Richtung seiner
Längsachse 2 erstreckenden Treibkäfigsegmenten 3-5 (Fig. 2)
zusammen und umfaßt eine vordere erste Abstützung 6 und eine
mit einem axialen Abstand hinter dieser angeordnete zweite
Abstützung 7. In der zweiten Abstützung 7 ist vorderseitig
eine Lufttasche 8 angeordnet. Die erste Abstützung 6 umfaßt
sechs gleichmäßig über den Umfang des Treibkäfigs verteilt
angeordnete relativ dünne Stege 9, so daß jedes Treibkäfig
segment 3-5 zwei Stege umfaßt.
Erfindungsgemäß sind die sechs Stege 9 außenseitig über einen
segmentierten umlaufenden Ring 10 miteinander verbunden, wo
bei jeweils zwei der Stege 9 über einen 120° Ringabschnitt
miteinander verbunden sind. Die den Stegen zugewandte Fläche
11 des umlaufenden Ringes 10 ist, in Richtung der Längsachse
2 des Treibkäfigs 1 gesehen, keilförmig ausgebildet, wobei
der entsprechende Keilwinkel 100 derart gewählt ist, daß der
Ring 10 beim Flug des Wuchtgeschosses durch die ihn anströ
mende Luft nach außen gedrückt wird, da sich innerhalb des
Ringes eine Druckerhöhung ergibt. Der heckseitige Bereich des
umlaufenden Ringes 10 ist ebenfalls keilförmig ausgebildet,
und weist einen Keilwinkel 100' auf, welcher derart gewählt
ist, daß außerhalb des Ringes 10 eine Expansion auftritt.
Durch die Druckerhöhung innerhalb des Ringes 10 und die Ex
pansion außerhalb des Ringes 10 ergeben sich radiale Öff
nungskräfte, die die Treibkäfigsegmente auseinanderdrücken.
Um Störungen auf die Luftströmung auf ein Minimum zu reduzie
ren, was für die Auftriebswirkung an der Lufttasche 8 der
zweiten Abstützung 7 (Druckflansch) unabdingbar ist, müssen
die Ein- und Austrittskanten des Ringes 10 möglichst scharf
ausgebildet sein.
Die Stege 9 sind asymmetrisch profiliert (Fig. 3) und weisen
sowohl auf ihrer Vorder- als auch auf ihrer Rückseite 12, 13
jeweils eine schräge Fläche 14, 15 auf, wobei der entspre
chende Winkel 200 gegenüber der Längsachse des Treibkäfigs
derart gewählt ist, daß durch die anströmende Luft ein Dreh
moment um die Hochachse 16 des entsprechenden Treibkäfigseg
mentes 3-5 erzeugt wird. Durch diese Kombination von asymme
trisch profilierten Stegen 9 und profiliertem umlaufenden
Ring 10 ergeben sich über das jeweilige Treibkäfigsegment 3-5
verteilte Auftriebskraftkomponenten, die zu einer besonders
schnellen Ablösung der Treibkäfigsegmente führen und die
durch eine geringe Biegebelastung im jeweiligen Treibkäfig
segment charakterisiert ist.
Wie auch beim Ring 10 reduzieren die Profilierungen der Stege
die Störungen (Stöße, Fächer, Ablösungen) auf die Luftströ
mung und die Interferenzen der angeströmten Teilgeometrie.
Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf das beschrie
bene Ausführungsbeispiel beschränkt. So können beispielsweise
die Keilwinkel 100 und 100, die vorzugsweise < 12° sein
sollten, je nach den an dem Ring 10 herrschenden Strömungs
verhältnissen gleiche oder unterschiedliche Werte aufweisen.
Der Ring 10 muß ferner nicht zwingend entsprechend dem übri
gen Treibkäfig segmentiert sein, sondern es kann sich auch um
einen mit Sollbruchstellen versehenen Ring mit Stegen aus
hochfestem/steifen Kunststoff handeln, der auf einen vorge
fertigten, rotationssymmetrischen Grundkörper gespritzt wird.
1
Treibkäfig
2
Längsachse
3-5
Treibkäfigsegmente
6
erste Abstützung
7
zweite Abstützung
8
Lufttasche
9
Steg
10
Ring
11
Fläche (Ring)
12
Vorderseite (Steg)
13
Rückseite (Steg)
14
,
15
schräge Flächen
16
Hochachse
100
,
100
' Keilwinkel (Ring)
200
Winkel (Steg)
Claims (4)
1. Segmentierter Treibkäfig für ein unterkalibriges Wucht
geschoß, der eine vordere erste Abstützung (6) und eine
mit einem axialen Abstand hinter dieser angeordnete
zweite Abstützung (7) aufweist, wobei die zweite Ab
stützung (7) eine der ersten Abstützung (6) zugewandte
Lufttasche (8) enthält und die erste Abstützung (6)
gleichmäßig über den Umfang des Treibkäfigs (1) verteilt
angeordnete, durch Luftströmöffnungen voneinander ge
trennte Stege (9) umfaßt, dadurch gekennzeichnet, daß
die Stege (9) der ersten Abstützung (6) außenseitig
durch einen umlaufenden Ring (10) miteinander verbunden
sind und daß der Ring vorder- und heckseitig keilförmig
ausgebildet ist, wobei die Keilwinkel (100, 100') derart
gewählt sind, daß durch die den Ring (10) anströmende
Luft innerhalb des Ringes (10) durch die vorderseitige
Profilierung eine Druckerhöhung und außerhalb des Ringes
(10) durch die heckseitige Profilierung eine Expansion
auftritt.
2. Segmentierter Treibkäfig nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Keilwinkel (100, 100') des Ringes
(10) < 12° betragen.
3. Segmentierter Treibkäfig nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß jedes Treibkäfigsegment (3-5) des
Treibkäfigs (1) zwei Stege (9) umfaßt.
4. Segmentierter Treibkäfig nach einem der Ansprüche 1 bis
3, dadurch gekennzeichnet, daß die Stege (9) auf ihrer
Vorder- und Rückseite (12, 13) angeschrägt sind, derart,
daß durch die die Stege (9) anströmende Luft ein Dreh
moment um die Hochachse (16) des entsprechenden Treibkä
figsegmentes (3-5) erzeugt wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19944376A DE19944376B4 (de) | 1999-09-16 | 1999-09-16 | Segmentierter Treibkäfig |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19944376A DE19944376B4 (de) | 1999-09-16 | 1999-09-16 | Segmentierter Treibkäfig |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19944376A1 true DE19944376A1 (de) | 2001-03-22 |
| DE19944376B4 DE19944376B4 (de) | 2007-05-16 |
Family
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19944376B4 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP1584888A1 (de) * | 2004-04-10 | 2005-10-12 | Rheinmetall Waffe Munition GmbH | Verfahren zur Herstellung eines segmentierten Treibkäfigs für ein unterkalibriges Wuchtgeschoss |
| EP1584887A1 (de) | 2004-04-10 | 2005-10-12 | Rheinmetall Waffe Munition GmbH | Verfahren zur Herstellung eines segmentierten Treibkäfigs für ein unterkalibriges Wuchtgeschoss |
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|---|---|---|---|---|
| DE102020115703B4 (de) | 2020-06-15 | 2024-02-22 | Rheinmetall Waffe Munition Gmbh | Treibkäfig |
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| DE3314749A1 (de) * | 1983-04-23 | 1984-10-25 | L'Etat Français représenté par le Délégué Général pour l'Armement, Paris | Segmentierter treibkaefig |
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| DE4206217C2 (de) * | 1992-02-28 | 1997-08-14 | Rheinmetall Ind Ag | Unterkalibriges Wuchtgeschoß |
-
1999
- 1999-09-16 DE DE19944376A patent/DE19944376B4/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| EP1584888A1 (de) * | 2004-04-10 | 2005-10-12 | Rheinmetall Waffe Munition GmbH | Verfahren zur Herstellung eines segmentierten Treibkäfigs für ein unterkalibriges Wuchtgeschoss |
| EP1584887A1 (de) | 2004-04-10 | 2005-10-12 | Rheinmetall Waffe Munition GmbH | Verfahren zur Herstellung eines segmentierten Treibkäfigs für ein unterkalibriges Wuchtgeschoss |
Also Published As
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|---|---|
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Legal Events
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| 8110 | Request for examination paragraph 44 | ||
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: RHEINMETALL WAFFE MUNITION GMBH, 40880 RATINGEN, D |
|
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
| 8327 | Change in the person/name/address of the patent owner |
Owner name: RHEINMETALL WAFFE MUNITION GMBH, 29345 UNTERLU, DE |
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| R071 | Expiry of right |