DE19944662C2 - Räumliche Tragwerkkonstruktion aus flächigen Formbauteilen - Google Patents

Räumliche Tragwerkkonstruktion aus flächigen Formbauteilen

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    • E04C2/30Building elements of relatively thin form for the construction of parts of buildings, e.g. sheet materials, slabs, or panels characterised by the shape or structure
    • E04C2/32Building elements of relatively thin form for the construction of parts of buildings, e.g. sheet materials, slabs, or panels characterised by the shape or structure formed of corrugated or otherwise indented sheet-like material; composed of such layers with or without layers of flat sheet-like material

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Description

Es ist bekannt, daß räumliche Fachwerkkonstruktionen, bestehend aus Gurtstäben und diago­ nalen Verstrebungen ein Höchstmaß an Steifigkeit und Tragfähigkeit aufweisen. Das aus ver­ schiedenen Profilen erstellte Fachwerk bedarf eines hohen konstruktiven Aufwandes in der Anschlußtechnik der sich im Knoten vereinigenden Stäbe.
Für niedrige Bauhöhen ist es außerdem bekannt, Sandwich-Bleche zu verwenden. Hier werden zwei plane Deckplatten mittels eines teilweise oder das ganze Zwischenvolumen ausfüllenden Klebematerials, oder durch verklebte Waben-, Gitterstrukturen verbunden, um die Koppelung der Deckschichten über den Schubverbund herzustellen.
Der angegebenen Erfindung liegt das Problem zugrunde, daß für niedrige Bauhöhen ein kon­ ventionelles Fachwerk aufgrund der filigranen Struktur nicht mehr herstellbar ist. Dieses Pro­ blem wird durch die im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst.
Zwei gleiche Formbauteile werden dabei derart ineinander gefügt, daß sich großflächige Kon­ taktbereiche bilden, die nach Verbindung zu einer hohen Stabilität des Gesamtsystems füh­ ren. Die Konstruktionsmerkmale sind vor allem gekennzeichnet durch eine 6- oder 8-eckige Grundform (Höckertieffläche). Diese Form wird nun derart erweitert, daß unter einem frei wählbaren Winkel gegen die Horizontale beim 8-Eck die Diagonalen und beim 6-Eck jede zwei­ te Seite parallel verschoben wird. Die neue Einhüllende des äußeren Vielecks - jetzt auf Form­ bauteildicke verschoben - ist dann nicht mehr affin zum Ursprungsvieleck und bildet einen räumlichen Höcker. Werden die so entstandenen Höcker an den Rechteckflächen mit ihrer Grundform kombiniert und weitere Höcker in dem nun vorgegebenen Abstand und Ansatz an die Grundform angehängt, ergibt sich eine durch die Höckereinbuchtungen geprägte Platte. Für den Fall des 6-Eckes entsteht eine 3-eckige Gurtstruktur, die jeden Höcker im Kern ein­ schließt. Für das 8-Eck ist dies eine orthogonale 4-eckige Struktur. Diese auf dem Niveau der Oberseite der Platte verlaufenden Bereiche bilden die Gurte aus der Fachwerkanalogie. Mit dem von unten um 180 Grad versetzt eingesetzten gleich hergestellten Formteil, das sich durch die Winkelgleichheit der Diagonalen exakt einfügt, wird nun ein symmetrisch aufgebautes Formbauteil erzeugt. Die Höckertiefflächen bilden mit den sich hier kreuzenden ebenen Gurten der Ober- bzw. Unterseite der beiden Formteile den Knotenpunkt. Die diagonalen Stre­ ben werden durch die im Kontakt anliegenden diagonalen Seitenflächen der Höcker gebildet, die durch den Verbund und ihre damit entstandene doppelte Y-Form, eine hohe Steifigkeit und damit hohe Knicksicherheit aufweisen. Das Tragverhalten entspricht dem eines Stabwerkes. Teilbereiche der oberen und unteren ebenen Flächen (beidseitige 6- oder 8-Ecke) sind durch die Paßform in diesem Bereich doppelwandig ausgeführt, was den Widerstand gegen lokale Einwirkungen erhöht.
Der Vorteil der 6-eckigen bzw. 8-eckigen Grundform gegenüber Vielecken mit größerer Kan­ tenanzahl liegt in der eben aufgespannten Fläche zwischen den diagonal in die Höhe verlau­ fenden Rechteckflächen (Diagonalstreben) im Höcker. Knicke, wie sie durch eine höhere Kan­ tenanzahl erzeugt werden, führen zur Minimierung der Höckersteifigkeit, da sich unter Bela­ stung zunächst die Knickfalte herausziehen würde. Die Steifigkeit der bereichsweise durch die Höcker gebildeten U-Gurte wird daher durch zusätzliche Knickfalten beeinträchtigt. Geringe Fasungen bzw. Ausrundungen der scharfen Höckerkanten können dennoch herstellungstech­ nisch einen Vorteil bringen, so daß streng genommen die geometrische Form von einem 6- bzw. 8-Eck abweicht. Es sind auch Höckerformen herstellbar, die sich in ihrer unteren (Höc­ kertieffläche) und oberen Form (Höckerrand) unterscheiden.
Durch die kantige Form, die steifen Höcker und die verbundenen Kontaktbereiche entsteht ein über mehrere Achsen lastabtragendes Tragsystem analog zum räumlichen Fachwerk.
Die erreichten Vorteile sind zum einen in der Gewichtsersparnis bei gleicher Steifigkeit zu se­ hen und zum anderen in den sich daraus ergebenden erweiterten Anwendungsgebieten.
Weitere Ausgestaltungsmöglichkeiten sind im Bereich der Schalldämmung zu sehen. Durch die spezielle Wahl eines viskoselastischen Klebstoffes (z. B. PVB-[Polyvinylbutyral]-Folie) kann eine dämpfende Wirkung der Höckerplatte erzeugt werden. Die Schwingungsanfälligkeit wird zudem durch die hohe Steifigkeit der verzahnten Höckerformteile und der in sich steifen Einzelhöcker wirkungsvoll herabgesetzt.
Als Materialien für das höckergeprägte Formbauteil sind tiefgezogene Bleche aus Metall, tief­ gezogener Kunststoff, Zellstoffe sowie faserverstärkte Materialien (Laminate sowie Spritz­ gußmaterial) einsetzbar. Die Herstellung der Formbauteile erfolgt über Matrizen, zwischen denen die Bleche oder die Kunststoffe tiefgezogen, die Laminate eingelegt oder das Spritz­ gußmaterial eingebracht wird und aushärten kann. Aus GFK [glasfaserverstärktem Kunststoff] und CFK [kohlefaserverstärktem Kunststoff] hergestellte Formbauteile bieten darüber hinaus die Möglichkeit, hochbeanspruchte Zonen (z. B. Gurtflächen) zusätzlich mit eingelegten Ro­ vings zu verstärken.
Die Matrizen können durch eine Urform und Abguß (Negativform) dieser Urform hergestellt werden, woraus sich die Paßgenauigkeit des dazwischen liegenden Formbauteils ergibt.
Die Verbindung der beiden gleichen Formbauteile geschieht, je nach Einsatzzweck und Anfor­ derungsprofil, durch Kleben, Löten, Punktschweißen und verschiedenste Niet-Techniken.
Die Einsatzgebiete erstrecken sich auf ein weites Gebiet, wo Leichtbau und hohe Steifigkeit gefordert sind.
Die vorliegende Erfindung wird nachstehend anhand bevorzugter Ausführungsformen und mit Bezug auf die Zeichnungsfiguren näher erläutert, die folgendes zeigen:
Fig. 1 zeigt in Aufsicht eine erste Ausführungsform der Tragwerkkonstruktion mit 8-eckigen Höckern. Die untereinander verbundenen diagonalen Höckerflächen stellen Recht­ eckflächen dar. Diese Flächen sind durch Einfachschraffur dargestellt. Die Kreuz­ schraffur zeigt die Höckertiefflächen der zwei Formbauteile.
Fig. 2 zeigt in Aufsicht neben der in Fig. 1 beschriebenen Ausführungsform eine weitere Ausführungsform mit 6-eckigen Höckern. Mit den dort angegebenen Kantenlängen L1 und L2 der Grundformen sind spezielle Auslegungen der Gurt- zu Diagonalbreiten möglich, um Optimierungen für spezielle Anforderungen durchzuführen und auf die Verbundmaterialsteifigkeiten (z. B.: Klebercharakteristik) abzustimmen.
Fig. 3 zeigt in Aufsicht die Ausführungsform gemäß Fig. 1 mit den Schnitten A-A und B-B.

Claims (8)

1. Räumliche Tragwerkkonstruktion aus flächigen Formbauteilen,
bestehend aus gleichen ersten und zweiten flächigen Formbauteilen, wobei jedes Formbauteil eine ebene Gurtstruktur aufweist, die einseitig mit aus Vielecken gebilde­ ten Höckern versehen ist,
wobei das erste Formbauteil mit dem um 180 Grad gedrehten und von unten in der Ebene versetzt eingesetzten zweiten Formbauteil über die in Kontakt anliegenden dia­ gonalen Seitenflächen der Höcker verbunden ist,
und wobei die jeweiligen Höckertiefflächen des einen Formbauteils mit der Gurtfläche des anderen Formbauteils in Kontakt stehen.
2. Räumliche Tragwerkkonstruktion aus flächigen Formbauteilen nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Höckertiefflächen des einen Formbauteils mit der Gurt­ fläche des anderen Formbauteils verbunden sind.
3. Räumliche Tragwerkkonstruktion aus flächigen Formbauteilen nach Patentanspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Grundformen der Höcker aus Sechsecken be­ stehen, woraus sich eine dreiecksförmige Gurtstruktur ergibt.
4. Räumliche Tragwerkkonstruktion aus flächigen Formbauteilen nach Patentanspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Grundformen der Höcker aus Achtecken beste­ hen, woraus sich eine orthogonale Gurtstruktur ergibt.
5. Räumliche Tragwerkkonstruktion aus flächigen Formbauteilen nach einem der Patentan­ sprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch geringfügige, durch Fasen, Abrunden der Höcker­ kanten od. dgl. gebildete Modifikationen der Höckerform zu 10, 12, 14, 16-Ecken usw.
6. Räumliche Tragwerkkonstruktion aus flächigen Formbauteilen nach einem der Patentan­ sprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß an beiden Seiten je eine mit dieser verbun­ dene Deckschicht angeordnet ist.
7. Räumliche Tragwerkkonstruktion aus flächigen Formbauteilen nach einem der vorherge­ henden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Formbauteile durch zusätzli­ che, steifigkeitssteigernde Einlagen in den statisch hochbeanspruchten Bereichen ver­ stärkt sind.
8. Räumliche Tragwerkkonstruktion aus flächigen Formbauteilen nach einem der vorherge­ henden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Formbauteile durch Kleben, Schweißen, Nieten oder Löten verbunden oder "Naß-in-Naß" laminiert werden.
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