DE19948013A1 - Verfahren zum Verbinden von Metallblechen durch Strahlschweißen - Google Patents
Verfahren zum Verbinden von Metallblechen durch StrahlschweißenInfo
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Abstract
Bei einem bekannten Verfahren zum Verbinden von Metallblechen unterschiedlicher Dicke durch Strahlschweißen, bei dem die Bleche mit ihren der Strahleinfallseite gegenüberliegenden Seiten in einer Horizontalebene und mit ihren miteinander zu verschweißenden Kanten im Stumpfstoß aneinander liegen, so dass sie einen Fügestoß bilden, und bei dem die Achse des entlang des Fügestoßes zu führenden Schweißstrahles gegenüber einer Senkrechten zu den Oberflächen der Bleche in eine Richtung im wesentlichen quer zu den Kanten und zur Seite des dicken Bleches hin geneigt ist und ausschließlich durch das dicke Blech verläuft, sind nach dem Schweißen an den verschweißten Blechen im Bereich der Schweißnaht häufig unerwünschte Querschnittsverjüngungen in Form von Einbrandkerben festzustellen. Um diese die hergestellte Platine schwächenden Querschnittsverjüngungen zu vermeiden, wird ein Schweißverfahren vorgeschlagen, bei dem die Achse des Schweißstrahles die der Strahleinfallseite gegenüberliegende Oberfläche des dickeren Bleches in einem Punkt durchstößt, der von der Mittellinie des Fügestoßes beabstandet ist.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verbinden von Metallblechen unterschiedlicher Dicke
durch Strahlschweißen, bei dem die Bleche mit ihren der Strahleinfallseite
gegenüberliegenden Seiten in einer Horizontalebene und mit ihren miteinander zu
verschweißenden Kanten im Stumpfstoß aneinander liegen, so dass sie einen Fügestoß
bilden, und bei dem die Achse des entlang des Fügestoßes zu führenden Schweißstrahles
gegenüber einer Senkrechten zu den Oberflächen der Bleche in eine Richtung im wesentlichen
quer zu den zu verschweißenden Kanten und zur Seite des dicken Bleches hin geneigt ist und
ausschließlich durch das dicke Blech verläuft.
Das Strahlschweißen, insbesondere das Laserstrahlschweißen unterschiedlich dicker
Metallbleche im Stumpfstoß ist ein in der Praxis übliches Verfahren zur Herstellung von
sogenannten maßgeschneiderten Tiefziehplatinen, d. h. also von Platinen, die in einem
nachfolgenden Tiefziehschritt zu einem Bauteil umgeformt werden sollen. Solche Platinen
werden z. B. in großem Umfang in der Automobilindustrie im Bereich Karosseriebau
eingesetzt. Die so durch Tiefziehen hergestellten Karosseriebauteile weisen dann
verschiedene Bauteilbereiche auf, die unterschiedliche Blechdicken besitzen. Die Blechdicke
ist dabei angepasst an die unterschiedlich großen mechanischen Belastungen, denen die
einzelnen Bereiche eines Karosseriebauteils ausgesetzt sind.
Um ein problemloses und werkzeugschonendes Verhalten im Umformwerkzeug beim
Tiefziehen solcher Platinen zu erreichen, ist es wichtig, dass der Übergang vom dicken auf das
dünne Blech im Bereich der Schweißzone möglichst sanft und gleichmäßig ausgebildet ist. Es
darf weder auf der Seite des Dickensprunges ein allzu steiler und sprunghafter
Dickenübergang verbleiben, noch darf auf der dem Dickensprung gegenüberliegenden Seite
der Platine die Schweißnahtwurzel als Wulst aus der Blechebene herausragen. In beiden
Fällen würde sonst nämlich in diesen Bereichen ein erhöhter Verschleiß der teuren
Tiefziehwerkzeuge auftreten, so dass deren Standzeit und damit die Wirtschaftlichkeit des
Umformprozesses herabgesetzt werden würde. Außerdem darf nach dem Schweißen keine
abrupte Querschnittsverengung im Bereich der Schweißzone vorliegen, da es dort während
des Tiefziehens sonst zu erhöhten Spannungsspitzen kommt, die zum Reißen der Platine
führen können.
Ein Verfahren der vorgenannten Art ist aus der DE 196 36 212 C1 bekannt. Das dort
beschriebene Laserstrahl-Schweißverfahren hat zum Ziel, eine Schweißnaht guter Qualität zu
erzeugen und gleichzeitig einen guten, d. h. sanften und gleichmäßigen Übergang zwischen
den miteinander verschweißten Blechen zu erzielen. Dieses Ziel soll dadurch erreicht werden,
dass die Achse des Laserstrahls in einer Ebene, die senkrecht zu den aneinanderstoßenden
Blechen und etwa senkrecht zu der Längserstreckung der zwischen den Blechen gebildeten
Stoßnaht verläuft, geneigt ist und die bündig aneinanderstoßenden Blechoberflächen auf der
Platinenunterseite in ihrem Berührpunkt schneidet. Bei einer solchen Ausrichtung des
Laserstrahls beobachtet man in der Praxis häufiger eine unerwünschte Einschnürung des
Platinenquerschnitts in der Nähe der Stoßnaht. Diese Einschnürung ist die Folge einer
Einbrandkerbe, die sich aufgrund der Schmelzbaddynamik beim Schweißen ausbildet. In
diesem eingeschnürten Querschnitt treten beim anschließenden Tiefziehen erhöhte
Spannungen auf, die zu einem frühzeitigen Reißen der Platine führen können. Zusätzlich wirkt
sich die Kerbwirkung der Einbrandkerbe spannungserhöhend und damit nachteilig auf den
Umformschritt aus, da auch hierdurch ein Beitrag zu einem vorzeitigen Reißen der Platine
geleistet wird.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Schweißverfahren anzugeben, mit dem
ein sanfter und gleichmäßiger Dickenübergang auf beiden Seiten der Platine erzielt und
gleichzeitig die Ausbildung von schweißinduzierten Verjüngungen des Platinenquerschnitts,
etwa in Form von Einbrandkerben im Bereich der Schweißnaht vermieden wird.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß im Rahmen der Ausrichtung des Schweißstrahls dadurch
gelöst, dass die Achse des Schweißstrahls die der Strahleinfallseite gegenüberliegende
Oberfläche des dickeren Bleches in einem Punkt durchstößt, der von der Mittellinie des
Fügestoßes beabstandet ist. Auf diese Weise wird eine erhöhte Schmelzbaddynamik im
Bereich der der Strahleinfallseite gegenüberliegenden Platinenoberfläche während des
Schweißens vermieden, so dass es nicht zur Ausbildung von Einbrandkerben kommt.
Gleichzeitig ist gewährleistet, dass genügend Material des dicken Bleches abgeschmolzen
wird, um einen sanften und gleichmäßigen Dickenübergang zu erzielen.
Eine bevorzugte Ausgestaltung des Verfahrens sieht vor, den Abstand des Durchstoßpunktes
in Abhängigkeit von der Dicke der zu verschweißenden Bleche zu wählen. Dabei wird der
Abstand E so eingestellt, dass er der Beziehung E = (d1 - d2) . ((d1 + d2)/100 mm)) genügt, wobei
d1 bzw. d2 die Dicke des dickeren bzw. dünneren Bleches bezeichnet. Auf diese Weise kann für
jede Blechdickenpaarung bestimmt werden, wie groß der Abstand E zu sein hat.
Vorzugsweise sollte die Neigung der Schweißstrahlachse gegenüber der Senkrechten zu den
Blechoberflächen einen Winkel von 10° nicht überschreiten, um Nahtbindefehler
auszuschließen.
Die erfindungsgemäße Strahlausrichtung ist für das Schweißen mit Laserstrahlen geeignet,
wobei sowohl Gaslaser als auch Festkörperlaser eingesetzt werden können. Alternativ zum
Einsatz von Laserstrahlen können auch Elektronenstrahlen zur Einbringung der
Schweißenergie verwendet werden.
Im folgenden wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel anhand der einzigen Zeichnung, die
die miteinander zu verschweißenden Bleche im Halbschnitt darstellt, erläutert.
Die Bleche 1, 2 sind so zueinander angeordnet, dass ihre Unterseiten 3 und 4 in einer
gemeinsamen Horizontalebene liegen. Die Kanten 5 und 6 der Bleche liegen auf Stoß
aneinander an, so dass sie einen Fügestoß 7 bilden, der idealerweise spaltfrei ist. Die
Mittellinie 8 des Fügestoßes 7 verläuft parallel zu den Blechkanten 5, 6 und senkrecht zur
Zeichenebene.
Bei dieser Blechanordnung ist die Achse des von der Oberseite der Bleche her einstrahlenden
Schweißstrahls gegenüber einer senkrecht auf der Oberfläche 9 des Bleches 1 stehenden
Bezugslinie um einen Winkel von etwa 10° zur Seite des dickeren Bleches 1 hin und
gleichzeitig in eine Richtung im wesentlichen quer zum Fügestoß 7 geneigt. Der Schweißstrahl
strahlt dabei so auf das dickere Blech 1 ein, dass seine Achse 10 nur das Material dieses
Bleches durchläuft und auf dessen Unterseite in einem Durchstoßpunkt P wieder austritt.
Dieser Durchstoßpunkt liegt in einem Abstand E von der Mittellinie 8 des Fügestoßes 7
entfernt. Der für eine Blechdickenpaarung von d1 = 2 mm und d2 = 1 mm gemäß der
Beziehung nach Anspruch 2 einzustellende Wert für den Abstand E beträgt 0,03 mm.
Claims (5)
1. Verfahren zum Verbinden von Metallblechen unterschiedlicher Dicke durch
Strahlschweißen, bei dem die Bleche mit ihren der Strahleinfallseite
gegenüberliegenden Seiten in einer Horizontalebene und mit ihren miteinander zu
verschweißenden Kanten im Stumpfstoß aneinander liegen, so dass sie einen
Fügestoß bilden, und bei dem die Achse des entlang des Fügestoßes zu führenden
Schweißstrahles gegenüber einer Senkrechten zu den Oberflächen der Bleche in eine
Richtung im wesentlichen quer zu den Kanten und zur Seite des dicken Bleches hin
geneigt ist und ausschließlich durch das dicke Blech verläuft,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Achse des Schweißstrahles die der Strahleinfallseite gegenüberliegende
Oberfläche des dickeren Bleches in einem Punkt durchstößt, der von der Mittellinie des
Fügestoßes beabstandet ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
sich der Abstand des Durchstoßpunktes von der Mittellinie des Fügestoßes nach
folgender Beziehung bestimmt:
E = (d1 - d2) . ((d1 + d2)/100 mm))
mit d1 = Dicke des dickeren Bleches und d2 = Dicke des dünneren Bleches.
E = (d1 - d2) . ((d1 + d2)/100 mm))
mit d1 = Dicke des dickeren Bleches und d2 = Dicke des dünneren Bleches.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass
die Achse des Schweißstrahles gegenüber der Senkrechten zu den Oberflächen der
Metallbleche um einen Winkel α geneigt ist, der größer als 0° und kleiner als 10° ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass
der Schweißstrahl ein Laserstrahl ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass
der Schweißstrahl ein Elektronenstrahl ist.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19948013A DE19948013A1 (de) | 1999-10-06 | 1999-10-06 | Verfahren zum Verbinden von Metallblechen durch Strahlschweißen |
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE19948013A1 true DE19948013A1 (de) | 2001-05-17 |
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ID=7924615
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19948013A1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE102004054795A1 (de) * | 2004-11-12 | 2006-05-24 | Thyssenkrupp Automotive Ag | Verfahren zur Herstellung von Blechbauteilen sowie Karosseriebauteil |
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| EP4464453A4 (de) * | 2023-03-31 | 2025-05-07 | Daikin Industries, Ltd. | Schweissverfahren und verfahren zur herstellung eines druckbehälters |
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1999
- 1999-10-06 DE DE19948013A patent/DE19948013A1/de not_active Ceased
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