DE19951625C2 - Sitz mit einstellbarer Rückenlehne und Sitzfläche - Google Patents

Sitz mit einstellbarer Rückenlehne und Sitzfläche

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Description

Die Erfindung betrifft einen Sitz mit einer Sitzauflage, die eine Sitzfläche sowie eine damit verschwenkbar verbundene Rückenlehne hat, welche Sitzfläche und Rückenlehne zum Lageverstellen der Sitzauflage an einem Sitzträger verstellbar und festlegbar gehalten sind.
Aus der FR 2 621 795 A1 ist ein Sitz- und Liegestuhl mit einer Rückenlehne, einem Sitzteil und einer Beinauflage bekannt, die zur Veränderung der Sitz- und Liegeposition getrennt voneinander verstellbar sind. Der Rückenlehne, dem Sitzteil und auch der Beinauflage des vorbekannten Sitz- und Liegestuhls ist dazu jeweils ein Stellantrieb zugeordnet, welche Stellantriebe nebeneinander unterhalb des Sitzteiles in einem Stuhlträger gehalten sind. Während das Sitzteil von der Horizontalen in eine um 45° geneigte Sitzposi­ tion und die Rückenlehne von der Horizontalen in die Vertikale und umgekehrt verschwenkt werden kann, ist die Beinauflage zwischen einer Bereitschaftsstellung und einer Gebrauchsstellung bewegbar, in welcher Gebrauchsstellung die Beinauflage etwa in Verlängerung der beiden anderen Stuhlteile, nämlich Sitzteil und Rückenlehne, angeordnet ist. Ein solcher Sitz- und Liegestuhl gemäß der FR 2 621 795 A1 bietet dem Anwender zwar einen hohen Komfort, ist jedoch u. a. wegen der umständlichen Handhabung der verschiedenen Stellantriebe weder als Bürostuhl noch als Fahrzeugsitz verwendbar.
Man kennt bereits verschiedene Sitze der eingangs erwähnten Art, die als Bürostühle oder auch als Autositze in den verschiedensten Ausführungen angeboten werden.
So werden beispielsweise im Rücksitzbereich Autositze mit einer sogenannten Schlepplehne verwendet. Bei diesen vorbekannten Autositzen kann die Sitzfläche mittels eines motorischen Stellantrie­ bes nach vorne bewegt werden. Da die Sitzfläche über ein Schwenkge­ lenk mit einer Rückenlehne verbunden ist, zieht das Sitzteil die Rückenlehne nach, die in einer Zwangsführung im oberen Teil der Lehnen verschieblich geführt ist.
Die Sitzneigung dieser vorbekannten Sitze läßt sich über ein Kreissegment verstellen, welches die Sitzfläche separat im vorderen freien Sitzbereich der Sitzfläche mittels eines weiteren Stell­ antriebes anheben und absenken kann. Da bei diesem vorbekannten Sitz die Rückenneigung nur mittelbar durch eine Längsbewegung der Sitzfläche verändert werden kann, ist für eine größere Veränderung der Rückenneigung ein vergleichsweise langer Verstellweg er­ forderlich.
Es besteht daher insbesondere die Aufgabe, einen Sitz der eingangs erwähnten Art zu schaffen, der einen vergleichsweise großen Verstellbereich hat.
Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe besteht bei dem Sitz der eingangs erwähnten Art insbesondere darin, daß die Rückenneigung der Rückenlehne bei festgelegtem Sitzwinkel zwischen Rückenlehne und Sitzfläche durch Verschwenken der Sitzauflage relativ zum Sitzträger verstellbar ist, und daß die Sitzneigung der Sitzfläche bei in Sitz-Längsrichtung festgelegtem Anlenkpunkt der Sitzfläche am Sitzträger durch Verschwenken der Sitzfläche relativ zur Rückenlehne verstellbar ist.
Bei dem erfindungsgemäßen Sitz erfolgt die Verstellung der Sitz- und Rückenlehnenneigung nicht durch die herkömmliche direkte Verstellung der Rückenlehne und der Sitzfläche, sondern vielmehr läßt sich die Sitzneigung durch das eigentliche Verstellen des von der Sitzfläche und der Rückenlehne eingeschlossenen Sitzwinkels und die Rückenneigung durch das Verschieben der Sitzfläche in Sitz- Längsrichtung und Verschwenken der Sitzauflage relativ zum Sitz­ träger auf das individuell gewünschte Maß einstellen. Im Vergleich beispielsweise zu vorbekannten Autositzen läßt sich mit dem erfindungsgemäßen Sitz bei gleichem Verstellweg eine wesentlich größere Rückenneigung erreichen.
Dabei kann der erfindungsgemäße Sitz sowohl als Bürostuhl oder dergleichen Sitzmöbel oder als Autositz, Flugzeugsitz oder dergleichen Fahrzeugsitz ausgebildet sein.
Bevorzugt wird eine Ausführungsform, bei der die Sitzfläche und die Rückenlehne jeweils drehbar und längsverschieblich in Zwangsführungen am Sitzträger gehalten sind. Die Sitzfläche und die Rückenlehne können dazu über Dreh-Schub-Führungen am Sitzträger gehalten sein. Diese Dreh-Schub-Führungen erlauben bei einer Rückenneigungsverstellung ein gleichzeitiges Verfahren und Drehen der Sitzfläche und der Rückenlehne am Sitzträger. Bei einer Sitzneigungsverstellung wirkt die der Sitzfläche zugeordnete Dreh- Schub-Führung lediglich als Drehgelenk, während die mit der Sitzfläche über ein Schwenkgelenk verbundene Rückenlehne in ihrer Dreh-Schubführung verfahren und sich gegenüber dem Sitzträger drehen kann.
Somit kann die Rückenlehne bei in Längsrichtung festgelegtem Anlenkpunkt am Sitzträger infolge einer Änderung des Sitzwinkels entlang der der Rückenlehne zugeordneten Zwangsführung verfahren und dadurch eine Sitzneigungsänderung bewirken. Wird demgegenüber der zwischen Sitzfläche und Rückenlehne eingeschlossene Sitzwinkel festgelegt und der Anlenkpunkt der Sitzfläche in ihrer Zwangsführung verfahren, folgt die Rückenlehne in ihrer Zwangsführung und neigt sich um den eigenen Anlenkpunkt in der Zwangsführung der Rückenlehne, derart, daß die gesamte Sitzauflage relativ zum Sitzträger verschwenkt wird.
Selbstverständlich können die Sitzneigungsverstellung und die Rückenneigungsverstellung durch manuelle Stellbewegungen erfolgen. Bevorzugt wird jedoch eine Ausführungsform, bei der zur Rückennei­ gungsverstellung und/oder zur Sitzneigungsverstellung jeweils ein Stellantrieb vorgesehen ist.
Dabei sieht eine besonders leichte und dennoch belastbare Ausführungsform gemäß der Erfindung vor, daß zur Rückenneigungs­ verstellung und/oder zur Sitzneigungsverstellung jeweils ein Zahnstangenantrieb mit gleichzeitig als Führungen ausgebildeten Zahnstangen vorgesehen ist. Dieser Zahnstangenantrieb kann beispielsweise eine Rundzahnstange haben, an welcher die Sitzfläche beziehungsweise die Rückenlehne gleichzeitig auch zwangsgeführt wird.
Möglich ist es, die Sitzneigungsverstellung durch ein trans­ latorisches Antreiben des Anlenkpunktes der Rückenlehne in der Rückenlehnen-Zwangsführung zu erreichen. Bevorzugt wird jedoch eine Ausführungsform, bei der die Rückenlehne in einer Zwangsführung frei verschieblich geführt ist.
Dabei ist es zweckmäßig, wenn zur Sitzneigungsverstellung ein Schwenkgelenk mit integriertem Stellantrieb zwischen Sitzfläche und Rückenlehne vorgesehen ist.
Eine Weiterbildung gemäß der Erfindung sieht vor, daß die Sitzfläche und/oder die Rückenlehne jeweils über einen Linear-Stellantrieb mit dem Sitzträger verbunden sind. Bei entsprechender Ausgestaltung können die Linear-Stellantriebe gleichzeitig auch als Zwangsführungen für Sitzfläche und Rückenlehne dienen.
Dabei sieht eine bevorzugte Ausführungsform vor, daß der der Rückenlehne zugeordnete Stellantrieb als Hubantrieb ausgebildet ist, der mit seinem einen Endbereich an der Rückenlehne angreift. Bei dieser Ausführungsform kann auf eine beidseits des Sitzes weit nach oben reichende Kulissenführung verzichtet werden.
Der erfindungsgemäße Sitz kann ohne weiteres als Bürostuhl oder dergleichen Sitzmöbel ausgestaltet sein. Bevorzugt wird jedoch eine Ausführungsform, bei welcher der Sitz als Autositz oder Flugzeugsitz ausgebildet ist. Ein beispielsweise als Autositz ausgebildeter Sitz kann dabei als Vorder- oder Rücksitz ausgestaltet sein.
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung eines erfindungsgemäßen Ausführungsbeispieles in Verbindung mit den Ansprüchen sowie der Zeichnung.
In der einzigen Figur ist ein Autositz 1 dargestellt, der hier als Fahrer oder Beifahrersitz ausgebildet ist.
Der Sitz 1 weist eine Sitzauflage 2 auf, die eine Sitzfläche 3 und eine Rückenlehne 4 mit integrierter Kopfstütze 5 hat. Die Sitzfläche 3 und die Rückenlehne 4, die jeweils auch mehrere Segmente aufweisen können, sind an ihren einander zugewandten Seiten über ein frei angeordnetes Schwenkgelenk 6 verschwenkbar miteinander verbunden. Zum Verstellen der Sitzauflage 2 sind die Sitzfläche 3 und die Rückenlehne 4 an einem Sitzträger 7 verstellbar und festlegbar gehalten. Dieser Sitzträger 7 ist hier rahmenartig ausgebildet und beidseits der Sitzauflage 2 angeordnet.
Wie in der einzigen Figur erkennbar ist, sind die Sitzfläche 3 und die Rückenlehne 4 jeweils drehbar und in Sitz-Längsrichtung verfahrbar am Sitzträger 7 gehalten. Die Sitzfläche 3 und die Rückenlehne 4 sind dazu über Dreh-Schub-Führungen 8, 10 mit dem Sitzträger 7 verbunden.
Die Rückenneigung der Rückenlehne 4 ist bei festgelegtem Sitzwinkel α zwischen Rückenlehne 4 und Sitzfläche 3 allein durch Verschwenken der Sitzauflage 2 relativ zum Sitzträger 7 verstellbar; dabei verfahren die Sitzfläche 3 und die Rückenlehne 4 der Sitzauflage 2 in ihren Zwangsführungen 8, 10 in Sitz-Längsrichtung, ohne daß der Sitzwinkel α verändert wird. Die Sitzneigung der Sitzfläche 3 kann bei in Sitz-Längsrichtung festgelegtem Anlenkpunkt 9 der Sitzfläche 3 am Sitzträger 7 durch Verschwenken der Sitzfläche 3 relativ zur Rückenlehne 4 verstellt werden. Dabei läßt sich mit dem Sitz 1 auch bei vergleichsweise kurzem Verstellweg eine große Rückenneigungsveränderung erreichen.
Während die Rückenlehne 4 dazu in ihrer Zwangsführung 10 verschoben wird, dreht sich die Sitzfläche 3 unter Veränderung des zwischen Sitzfläche 3 und Rückenlehne 4 eingeschlossenen Sitzwinkels α um ihren in Sitz-Längsrichtung festgelegten Anlenkpunkt 9 am Sitzträger 7.
Die Sitzneigungsverstellung kann durch einen Stellantrieb erfolgen, der in das Schwenkgelenk 6 zwischen Sitzfläche 3 und Rückenlehne 4 integriert ist. Bei dem hier dargestellten Sitz 1 erfolgt die Sitzneigungsverstellung jedoch durch einen Linear-Stellantrieb, der als Hubantrieb 11 ausgebildet ist und gleichzeitig als Zwangsführung dient. Dieser hier im Sitzträger 7 gehaltene Stellantrieb greift mit seinem einen Endbereich am Anlenkpunkt 12 der Rückenlehne 4 an und bildet somit unabhängig von seiner Hubstellung jeweils den gegenüber dem Boden oder dergleichen Standfläche höchsten Teilbereich des Sitzträgers 7.
Zur Rückenneigungsverstellung ist demgegenüber ein Zahnstangen­ antrieb vorgesehen, dessen hier im wesentlichen runde Zahnstange 13 gleichzeitig auch als Zwangsführung für die darüber liegende Sitzfläche 3 dient.
Der Sitz 1 ist als freistehender Fahrer- oder Beifahrersitz ausgestaltet, dessen Sitzträger 7 fest mit dem Fahrzeugboden verbunden ist. Der Sitz 1 kann aber beispielsweise auch als Rücksitz ausgebildet sein. Bei einem solchen als Fahrzeug-Rücksitz ausgebildeten Sitz kann beispielsweise ein Teilbereich der Fahrzeugrückwand als Sitzträger dienen, die mit dem Linear- Stellantrieb oder dergleichen Zwangsführung für die Rückenlehne fest verbunden ist.
Der hier dargestellte Sitz 1 läßt sich ohne weiteres mit einer automatischen Sitzverstellung kombinieren, wie sie in der noch unveröffentlichten Patentanmeldung DE 198 53 156.7 der Anmelderin beschrieben ist. Diese automatische Sitzverstellung erlaubt die körpersynchrone Verstellung der Stellantriebe über zumindest einen Körperpositionsmelder.

Claims (10)

1. Sitz (1) mit einer Sitzauflage (2), die eine Sitzfläche (3) sowie eine damit verschwenkbar verbundene Rückenlehne (4) hat, welche Sitzfläche (3) und Rückenlehne (4) zum Lageverstellen der Sitzauflage (2) an einem Sitzträger (7) verstellbar und festlegbar gehalten sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückenneigung der Rückenlehne (4) bei festgelegtem Sitzwinkel (α) zwischen Rückenlehne (4) und Sitzfläche (3) durch Verschwenken der Sitzauflage (2) relativ zum Sitzträger (7) verstellbar ist, und daß die Sitzneigung der Sitzfläche (3) bei in Sitzlängsrichtung festgelegtem Anlenkpunkt (9) der Sitzfläche (3) am Sitzträger (7) durch Verschwenken der Sitzfläche (3) relativ zur Rückenlehne (4) verstellbar ist.
2. Sitz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sitzfläche (3) und die Rückenlehne (4) jeweils drehbar und längsverschieblich in Zwangsführungen am Sitzträger gehalten sind.
3. Sitz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Rückenneigungsverstellung und/oder zur Sitzneigungsverstellung jeweils ein Stellantrieb vorgesehen ist.
4. Sitz nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Rückenneigungsverstellung und/oder zur Sitzneigungsver­ stellung jeweils ein Zahnstangenantrieb mit gleichzeitig als Führungen ausgebildeten Zahnstangen (13) vorgesehen ist.
5. Sitz nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückenlehne (4) in einer Zwangsführung frei ver­ schieblich geführt ist.
6. Sitz nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß zur Sitzneigungsverstellung ein Schwenkgelenk (6) mit integriertem Stellantrieb zwischen Sitzfläche (3) und Rückenlehne (4) vorgesehen ist.
7. Sitz nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Sitzfläche (3) und/oder die Rückenlehne (4) jeweils über einen Linear-Stellantrieb mit dem Sitzträger (7) verbunden sind.
8. Sitz nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der der Rückenlehne (4) zugeordnete Stellantrieb als Hubantrieb (11) ausgebildet ist, der (11) mit seinem einen Endbereich an der Rückenlehne (4) angreift.
9. Sitz nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Sitz (1) als Autositz oder Flugzeugsitz ausgebildet ist.
10. Sitz nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Sitz (1) als Vorder- oder Rücksitz ausgebildet ist.
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