DE19957511A1 - Lamelle für ein Kraftübertragungsaggregat, zum Beispiel für eine Schaltkupplung - Google Patents
Lamelle für ein Kraftübertragungsaggregat, zum Beispiel für eine SchaltkupplungInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Lamelle für ein Kraftübertragungsaggregat. DOLLAR A Gemäß der Erfindung wird eine solche Lamelle mit den folgenden Merkmalen ausgestattet: DOLLAR A mit einem ringförmigen Trägerblech; DOLLAR A wenigstens auf einer Seite des Trägerbleches befindet sich ein Reibbelag; DOLLAR A der Reibbelag weist mehrere Nuten auf, die entlang von Radiallinien oder Sekanten verlaufen ("Pumpnuten") und die relativ tief in den Reibbelag eingeschnitten sind; DOLLAR A der Reibbelag weist außerdem eine Vielzahl von Nuten auf, die weniger tief eingeschnitten sind ("Waffelnuten").
Description
Die Erfindung betrifft eine Lamelle für ein Kraftübertragungsaggregat, zum
Beispiel für eine schaltbare Lamellenkupplung oder für eine Reibbremse. Die
in der Kupplung entstehende Wärme wird durch ein Kühlmittel, vorzugsweise
Öl, nach außen abgeführt.
Derartige Lamellenkupplungen umfassen eine Mehrzahl von Lamellen. Dabei
ist eine erste Gruppe auf einem Lamellenträger drehfest angeordnet, und eine
zweite auf einer Nabe. Die Lamellen der beiden Gruppen greifen
verzahnungsartig ineinander. Die beiden Gruppen sind in axialer Richtung
relativ zueinander verschiebbar und dabei paarweise in reibschlüssige
Verbindung bringbar.
Die ringförmigen Lamellen sind im allgemeinen sandwichartig aufgebaut. Sie
umfassen ein Trägerblech, das beispielsweise aus Stahl besteht. Das
Trägerblech trägt auf seinen Ringflächen einen Belag. Dieser besteht im
allgemeinen aus einer Faserstoffmasse, die aus einem papierartigen Material
hergestellt ist.
Beispiele solcher Vorrichtungen sind bekannt geworden aus DE 31 49 880 C2,
DE 35 32 759 C1 oder DE 31 18 565 A1.
Lamellenkupplungen sind ein Bestandteil von Kraftfahrzeuggetrieben,
insbesondere von automatischen Getrieben. Dabei ist man bestrebt, das
Gewicht der einzelnen Aggregate sowie den Bauraum soweit wie möglich zu
reduzieren. Pro Getriebe werden mehrere Einheiten solcher
Lamellenkupplungen und Lamellenbremsen verwendet. Jede Einheit umfaßt
eine Mehrzahl von Lamellenpaaren, die ein erhebliches Gewicht haben.
Dabei wird unter dem Ausdruck "Lamellenpaar" ein Satz verstanden,
bestehend aus einer innenverzahnten Lamelle und einer außenverzahnten
Gegenlamelle. Die einzelnen Lamellen können einseitig belegt sein. Dabei
arbeiten jeweils zwei einander benachbarte Lamellen miteinander zusammen,
indem der Belag der einen Lamelle in eingerücktem Zustand mit dem
Trägerblech der anderen Lamelle in Kontakt gelangt. Es gibt aber auch
doppelseitig belegte Lamellen. Dabei ist jeweils eine doppelseitig belegte
Lamelle zwischen zwei unbelegten Stahllamellen angeordnet.
Die Anforderungen an die Lebensdauer von Lamellenkupplungen und
ähnlichen Aggregaten sind außerordentlich hoch. Die Lamellen werden im
Laufe der Lebensdauer einer Kupplung ungezählte Male in Eingriff und außer
Eingriff gebracht. Dabei werden hohe Axialkräfte und damit hohe
Flächenpressungen auf die einzelne Lamelle aufgebracht. Gleichzeitig
herrschen hohe Temperaturen, die man durch Schmieröl soweit wie möglich
in Grenzen hält. Trotz dieser Einflüsse soll das Kraftübertragungsverhalten
unverändert bleiben und die Lamelle eine lange Lebensdauer haben. Der
Ausfall einer oder mehrerer Lamellen hat den Ausfall des gesamten
Aggregates zur Folge. Der Ausbau schadhafter Lamellen und der Einbau
neuer Lamellen ist äußerst aufwendig. Die Frage der Erhaltung der
Kraftübertragungseigenschaften und der Lebensdauer hat daher eine hohe
wirtschaftliche Bedeutung.
Es wurden zahlreiche Ursachen für den Ausfall von Lamellen bereits
untersucht. Zu solchen Ursachen gehören beispielsweise unzulängliche
Schmierung, überhöhte Reibarbeit oder Reibleistung, ungünstige
Eigenschaften des Reibbelages und anderes mehr.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Lamellen der genannten Art derart
zu gestalten, daß die Schmierung durch Öl noch weiter optimiert wird, und
daß dabei die Lamelle ihre Grundfunktion des Übertragens von Drehmoment
einwandfrei erfüllt.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale von Anspruch 1 gelöst.
Die Erfinder haben demgemäß eine geschickte Kombination von zwei Arten
von Nuten als optimal erkannt. Eine erste Gruppe von Nuten ist derart
gestaltet und angeordnet, daß eine Pumpwirkung erzeugt wird ("Pumpnuten").
Das Öl wird somit von diesen Pumpnuten wirksam umgewälzt, so daß es die
gesamte Lamellenfläche erfaßt. Diese Pumpnuten können relativ scharfkantig
und in den Reibbelag tief eingearbeitet sein. Der Einschnitt kann bis zum
Trägerblech reichen. Die Pumpnuten verlaufen dabei entlang Radialen oder
Sekanten. Sie können auch bogenförmig gestaltet sein, in Anlehnung an den
Verlauf von Pumpenschaufeln.
Gemäß der Erfindung wird eine zweite Gruppe von Nuten vorgesehen. Diese
Nuten können weniger tief eingearbeitet sein. Dies ist jedoch nicht zwingend
notwendig. Diese zweite Gruppe von Nuten ist vorzugsweise nach Art eines
Netzwerks oder Gitters angeordnet. Diese Nuten dienen dazu, überschüssiges
Kühlmittel und damit hydrodynamische Effekte abzubauen, die ein
"Aufschwimmen" der Reibbeläge auf dem Ölfilm zur Folge haben würde.
Diese Nuten sind im allgemeinen zahlreicher, als die Pumpnuten. Sie liegen
viel dichter nebeneinander. Diese zweite Gruppe von Nuten ist wiederum in
zwei Untergruppen unterteilt: Die Nuten der einen Untergruppe verlaufen in
einer bestimmten Richtung, vorzugsweise parallel zueinander, und die Nuten
der anderen Untergruppe verlaufen unter einem Winkel zu den Nuten der
ersten Untergruppe, so daß sich die Nuten der beiden Untergruppen unter
einem bestimmten Winkel schneiden. Der Winkel kann 90° betragen, aber
auch einen anderen Wert haben. Die Nuten der einen Untergruppe können
genau radial verlaufen, auf die Lamelle bezogen, aber auch von der Radialen
abweichend.
Durch die erfindungsgemäße Kombination dieser beiden Gruppen von Nuten
werden zwei Teilaufgaben in perfekter Weise gelöst:
In den großen Nutquerschnitten der Pumpnuten fließen relativ große Ölströme.
Diese nehmen die anfallende Reibungswärme mit und tragen damit auf diese
Weise zur Steigerung der Lebensdauer bei. Sie versorgen außerdem noch
entlegene Bereiche der Lamelle mit Öl. Die andere Gruppe von Nuten
hingegen wirkt dem Ausbilden eines hydrodynamischen Schmierfilmes
entgegen.
Durch die Erfindung lässt sich die Energiedichte bedeutend steigern. Dies
bedeutet, dass entweder der Bauraum verringert werden kann, bei
Beibehaltung der aufgebrachten Reibenergie, oder dass die Reibenergie
vergrößert werden kann, bei gleichbleibendem Bauraum. Dabei wird der
Wärmeabtransport innerhalb der Kupplung wesentlich verbessert. Außerdem
wird sichergestellt, dass die Reibfläche vollständig von Kühlöl benetzt wird,
und zwar bei allen im Betrieb vorkommenden Geschwindigkeiten. Der
Kühlölstrom behindert dabei keineswegs die sofortige Lastaufnahme der
Kupplung im Zuschaltpunkt, so dass keine zeitliche Verzögerung eintritt.
Die Erfindung ist anhand der Zeichnungen erläutert. Darin ist im einzelnen
folgendes dargestellt:
Fig. 1 zeigt in einem achsparallelen Schnitt eine Mehrscheiben-
Lamellenkupplung in schematischer Gesamtansicht.
Fig. 2 zeigt eine Lamelle in Draufsicht.
Fig. 2a, b und c zeigen jeweils eine Lamelle in Draufsicht.
Fig. 3 zeigt in vergrößerter Darstellung eine andere Lamelle in
Draufsicht.
Die in Fig. 1 gezeigte Lamellenkupplung weist eine Antriebswelle 1 auf.
Diese ist mit einem Lamellenträger drehfest verbunden. Der Lamellenträger 2
trägt eine Mehrzahl von Außenlamellen 3. Eine Nabe 4 trägt eine Mehrzahl
von Innenlamellen 5.
Die in Fig. 2 dargestellte Lamelle ist auf derjenigen Seite, die hier dargestellt
ist, mit einem Reibbelag versehen.
Die in den Fig. 2a bis 2c dargestellten Lamellen sind auf derjenigen Seite,
die hier dargestellt ist, mit einem Reibbelag versehen.
Der Reibbelag ist mit zwei Gruppen von Nuten ausgestattet. Die Nuten 10 der
ersten Gruppe von Nuten verlaufen entlang von Sekanten, die die ringförmige
Lamelle somit anschneiden. Diese Nuten 10 sind tief in den Reibbelag
eingeschnitten. Sie sind im vorliegenden Fall scharfkantig. Dies muss jedoch
nicht so sein. Sie haben einen relativ großen Querschnitt, so daß große
Ölmengen gefördert werden können.
Die andere Gruppe von Nuten umfaßt zwei Untergruppen. Die Nuten 20 der
einen Untergruppe verläuft parallel zu einem Radius der ringförmigen Lamelle,
und die Nuten 30 der anderen Untergruppe verlaufen senkrecht hierzu. Auf
diese Weise entsteht ein Gitterwerk oder Netzwerk. Man könnte auch von
einem Waffelmuster sprechen. Diese Nuten 20 und 30 sind nicht sehr tief in
den Reibbelag eingeschnitten.
Die Unterschiede zwischen den Lamellen gemäß der Ausführungsformen der
Fig. 2a, 2b und 2c liegen in folgendem:
In Fig. 2a sind die Nuten 10 geradlinig. Sie verlaufen entlang Sekanten. Sie
könnten jedoch auch radial verlaufen.
Bei Fig. 2b sind die Nuten 10 bogenförmig, in Anlehnung an die Form einer
Pumpenschaufel. Dabei ist der Verlauf der Nuten 10 auf die Drehrichtung
abzustimmen. Die Drehrichtung wäre im vorliegenden Falle im
Gegenzeigersinn.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 2c sind wiederum bogenförmige Nuten
10 vorgesehen. Dabei sind die Nuten 10 derart angeordnet, dass die Lamelle
drehrichtungs-unabhängig ist.
Aus Fig. 3 erkennt man, daß die Nuten 10 deutlich breiter sind, als die Nuten
20 und 30. Die Nuten 10 können doppelt so breit sein, wie die Nuten 20 und
30. Auch kommt in Betracht, daß die Breite der Nuten 10 ein Mehrfaches der
Breite der Nuten 20 und 30 beträgt.
Die Tiefe der Nuten 10 in den Reibbelag ist wesentlich größer, als die
Einschnittiefe der Nuten 20 und 30. Auch hier können sich die Werte wie 2 : 1
verhalten. Doch kann die Tiefe der Nuten 10 ein Vielfaches der Einschnittiefe
der Nuten 20 und 30 betragen. Bei den waffelartigen Nuten 20 und 30 kommt
es darauf an, daß das Öl möglichst flächig über den Reibbelag verteilt wird,
so daß kein nennenswerter hydrodynamischer Schmierfilm während des
Schließens der Kupplung entsteht.
Claims (12)
1. Lamelle für ein Kraftübertragungsaggregat, zum Beispiel für eine
Lamellenkupplung oder eine Reibbremse, bei der ein Kühlmittel zum
Abtransport der Reibwärme eingesetzt wird;
- 1. 1.1 mit einem ringförmigen Trägerblech;
- 2. 1.2 wenigstens auf einer Seite des Trägerbleches befindet sich ein Reibbelag;
- 3. 1.3 der Reibbelag weist mehrere Nuten (10) ("Pumpnuten") auf, die eine relativ große Querschnittsfläche haben;
- 4. 1.4 der Reibbelag weist außerdem eine Vielzahl von Nuten (20, 30) ("Waffelnuten") auf, die einen relativ kleinen Querschnitt haben.
2. Lamelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Waffelnuten (20, 30) zwei Untergruppen von Nuten aufweisen, und daß
die Nuten (20) der einen Untergruppe die Nuten (30) der anderen
Untergruppe unter einem bestimmten Winkel schneiden.
3. Lamelle nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der
Schnittwinkel 90° beträgt.
4. Lamelle nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der
Schnittwinkel von 90° abweicht.
5. Lamelle nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Breite einer jeden Pumpnut (10) größer als die Breite einer
jeden Waffelnut (20, 30) ist.
6. Lamelle nach Anspruch 5, daß die Breite der Pumpnuten (10) ein
Vielfaches der Breite der Waffelnuten beträgt.
7. Lamelle nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Tiefe der Pumpnuten (10) größer als die Tiefe der Waffelnuten
(20, 30) ist.
8. Lamelle nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Tiefe der
Pumpnuten (10) ein Vielfaches der Tiefe der Waffelnuten (20, 30)
beträgt.
9. Lamelle nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
dass die Pumpnuten (10) entlang von Radiallinien verlaufen.
10. Lamelle nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
dass die Pumpnuten (10) entlang von Sekanten verlaufen.
11. Lamelle nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
dass die Pumpnuten (10) nach Art von Pumpenschaufeln bogenförmig
gestaltet sind.
12. Lamelle nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass zwei
Gruppen von bogenförmigen Pumpnuten (10) vorgesehen sind, deren
eine einer ersten und deren andere einer zweiten Drehrichtung
entsprechend verlaufen.
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