DE19959521A1 - Dynamisch ansteuerbare Spannvorrichtung für Endlostriebe und Ansteuerverfahren zu deren Betreiben - Google Patents
Dynamisch ansteuerbare Spannvorrichtung für Endlostriebe und Ansteuerverfahren zu deren BetreibenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine dynamisch ansteuerbare Spannvorrichtung für einen Endlostrieb, vorzugsweise einen Steuertrieb einer Brennkraftmaschine, die am Zugtrum 6 des Endlostriebes angeordnet ist und ein auf das Zugmittel einwirkendes Spannelement aufweist sowie ein Ansteuerverfahren für die Spannvorrichtung zum zugtrumseitigen Beeinflussen der Vorspannung eines Endlostriebes. DOLLAR A Aufgabe der Erfindung ist es, eine Spannvorrichtung für das Zugtrum 6 von Endlostrieben zu schaffen, die ein gezieltes dynamisches Beeinflussen der Spannung des Zugmittels ermöglicht, so dass die Spitzenbelastung im Zugtrum 6 vermindert wird. DOLLAR A Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass ein auf das Zugmittel einwirkendes Spannelement 4 von einem dynamisch ansteuerbaren Aktor 8 gegen das Zugmittel verlagerbar ist. DOLLAR A Das erfindungsgemäße Ansteuerverfahren für die Spannvorrichtung bildet die Stellgröße für den Aktor 8 aus Betriebsgrößen M1...Mn der Brennkraftmaschine M1...Mn und mindestens aus einem Signal, das die Absolutstellung der Kurbelwelle 1 kennzeichnet.
Description
Die Erfindung betrifft eine dynamisch ansteuerbare Spannvorrichtung für das
Zugtrum eines Endlostriebes, vorzugsweise einen Steuertrieb einer
Brennkraftmaschine und ein Verfahren zum Ansteuern einer Spannvorrichtung mit
den im Oberbegriff der Patentansprüche genannten Merkmalen.
Vorbekannt ist durch die Schrift DE 195 16 001 A1 eine gattungsgemäße
Spanneinrichtung mit einer Spannrolle im Zugtrum eines Riementriebs. Die
Spannrolle wird von einem Schwenkarm betätigt und von der Kraft einer an diesem
angreifenden Feder gegen das Zugtrum des Riementriebs vorgespannt gehalten.
Der Schwenkarm ist um einen Drehpunkt zwischen Spannrolle und Angriffspunkt der
Feder verschwenkbar gelagert, so daß er in einer ersten Lage die Spannrolle
elastisch gegen das Zugtrum des Riementriebes vorgespannt hält. Damit wird die zur
Kraftübertragung notwendige Spannung des Riemens gesichert. Bei starker
Belastung des Zugmittels, z. B. beim Blockieren der Abtriebsscheibe wird der Riemen
so gespannt, daß der Schwenkarm um den Drehpunkt in eine Endlage bewegt wird,
in der er durch die am Schwenkarm angreifende Feder fixiert ist. In dieser Position ist
die Spannrolle vom Zugtrum des Riemens entfernt fixiert. Der Riemen ist in dieser
Lage des Schwenkhebels nicht gespannt und wird von der Antriebsscheibe nicht
mitgenommen. Zu hohe Beanspruchung des Riemens sowie ein Stillstand des
Antriebs beim Blockieren der Abtriebsscheibe werden damit vermieden. Die
Erfindung eignet sich als Überlastkupplung und zum Dämpfen von Belastungsspitzen
im Endlostrieb, für geringe zu übertragende Kräfte. Das beschriebene Spannelement
eignet sich z. B. für Riementriebe - Keilriemen o. ä. - die ein verschleißarmes
Durchrutschen des Zugmittels ermöglichen. Eine feste Phasenlage zwischen An- und
Abtrieb kann nicht gesichert werden.
Weiterhin vorbekannt ist aus der Schrift DE 299 05 965 eine im Zugtrum angeordnete
Führungsschiene für Ketten. Die bogenförmige Führungsschiene ist elastisch auf
zwei Lagerbolzen gelagert und hält die Kette gegen ihren geraden Verlauf zwischen
An- und Abtrieb vorgespannt. Die elastische Lagerung der Führungsschiene
ermöglicht ein Abfedern von im Zugtrum auftretenden Kraftspitzen. Die
Führungsschiene ist für Anwendungen, die eine feste Phasenlage zwischen An- und
Abtrieb bedingen, geeignet. Dämpfungscharakteristik sowie Verstellweg der
Vorrichtung sind nur im Rahmen der Eigenschaften des elastischen Materials
zwischen Bolzen und Lagerauge der Führungsschiene veränderbar. Ein Verlagern
der Führungsschiene erfolgt immer kraftproportional. Die Wahl der Elastizität des
Elastomers erfolgt für die auftretenden Kräfte als Kompromiß zwischen
Dämpfungseigenschaften und zulässigem Verstellweg und ist damit festgelegt.
Weiterhin vorbekannt ist aus der Schrift DE 195 03 457 C1 ein Verfahren und eine
Vorrichtung zum Überwachen des Zustandes einer Motorsteuerkette. Zwei
unterschiedliche Kettenräder eines Steuertriebs werden bezüglich ihrer relativen
Phasenlage zueinander gemessen. Auf den Kettenrädern vorhandene Marken
werden von einem dem jeweiligen Kettenrad zugeordneten Sensor abgetastet. Die
Phasenlage der von den einzelnen Kettenrädern erzeugten Signale zueinander wird
in einer Verarbeitungseinheit berechnet und mit einem vom Betriebszustand
abhängigen Sollwert verglichen. Aus diesem Vergleich wird eine Aussage über den
Betriebszustand der Kette - z. B. normal oder gedehnt - getroffen. Verfahren und
Vorrichtung dienen lediglich der Beurteilung des Verschleißzustandes der
Steuerkette. Es erfolgt kein dynamischer Eingriff am Zugmittel.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Spannvorrichtung für das Zugtrum von
Endlostrieben zu schaffen, die ein gezieltes dynamisches Beinflussen der Spannung
des Zugmittels ermöglicht, so daß die Spitzenbelastung im Zugtrum vermindert wird.
Besonders wichtig sind diese Maßnahmen bei stark pulsierenden Antriebs- und
Lastmomenten, wie sie z. B. im Steuertrieb von Verbrennungskraftmaschinen
auftreten, wo zusätzlich zur Reduktion der Spitzenkräfte die Abweichungen der
Phasenlage zwischen Kurbel- und Nockenwelle möglichst gering zu halten sind.
Erfindungsgemäß vorteilhaft ist das im Zugtrum des Endlostriebes angeordnete
Spannelement von einem dynamisch stellbaren und frei steuerbaren Aktor bewegbar.
Das Spannelement kann, vom Aktor betätigt, gegen die durch die Kraftübertragung
hervorgerufene Streckung des Zugmittels und gegen die dabei auf das
Spannelement wirkende Auflagekraft des Zugmittels auslenken. Mittels des Aktors ist
die Spannung im Zugtrum des Zugmittels durch die regelbare Auslenkung des
Spannelementes einstellbar.
Bei schwankenden Antriebs- und Lastmomenten werden Kraftspitzen gesteuert
gedämpft, indem sie bei stark ansteigender Zugkraft im Zugmittel durch geringere
Gegenkraft des Spannelementes gemindert werden. Beim Absinken der Zugkraft
wird einem Durchhängen des Zugmittels durch größere höhere Gegenkraft des
Spannelementes entgegengewirkt.
Periodische Lastveränderungen können auf diese Weise aktiv dynamisch gedämpft
werden. Dies sichert geringeren Verschleiß des Zugmittels und der von diesem
getriebenen Einheiten.
Vorteilhaft gegenüber einfachen elastischen Aufhängungen ist, daß die Spannung im
Zugtrum mittels der vom Aktor variierbaren, gegen die Streckung des Endlostriebes
wirkenden Auflagekraft beeinflußt werden kann.
Pulsierende Antriebs- und Lastmomente, die hohe Spitzenkräfte im Zugtrum
hervorrufen, entstehen beispielsweise in Steuertrieben von direkteinspritzenden
Verbrennungsmotoren mit Pumpe-Düse-Elementen (im weiteren mit PDE
bezeichnet).
Weiterhin ist es möglich mittels des Aktors gezielt den Phasenwinkel zwischen An-
und Abtrieb einzustellen.
In vorteilhafter Weitergestaltung der Erfindung ist der über das Spannelement auf
das Zugmittel einwirkende Aktor von einem Steuergerät, an dem Betriebsgrößen der
Brennkraftmaschine anliegen, steuerbar.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der Aktor als Piezoaktor
ausgeführt. Aufgrund der Anforderungen wie hohe Stellkräfte, elektrische Betätigung
und hohe Stellfrequenz sind Piezoaktoren für diese Anwendung besonders geeignet.
Im Aktor kann eine wegvergrößernde Übersetzung angeordnet sein. Dies ist
besonders bei Aktoren, die kleine Stellwege erbringen, vorteilhaft. Die
wegvergrößernde Übersetzung kann hydraulisch mit unterschiedlich wirksamen
Kolbenflächen ausgeführt sein. Weiterhin ist es möglich, den Aktor zum Vorsteuern
eines Mehrwegeventils zu nutzen, dessen mittels des Aktors gestellter Volumenstrom
ein Stellelement beaufschlagt und das Spannelement gesteuert positioniert.
Vorteilhaft ist es, eine Einheit zur Messung der Absolutposition des Spannelementes
in der Vorrichtung vorzusehen. Der Meßwert kann zum Regeln der Position des
Spannelementes genutzt werden. Es ist weiterhin möglich, über einen Vergleich mit
Referenzwerten einen Rückschluß auf den Verschleißzustand der Kette zu ziehen.
Die Meßeinheit kann in den Aktor integrierten sein (z. B. Meßsystem zur
Lageregelung des Aktors). Dies erspart den Aufwand eines zusätzlichen
Meßsystems am Spannelement.
Erfindungsgemäß vorteilhaft wird das Signal zum Ansteuern der Spannvorrichtung
aus Betriebsgrößen des Verbrennungsmotors und einem die Absolutstellung der
Kurbelwelle kennzeichnenden Signal gebildet. Mit diesen Eingangsgrößen ist es
möglich, ein dem zeitlichen Verlauf der Spitzenkräfte im Zugtrum angepaßtes auf die
Dämpfung der Spitzenkräfte gerichtetes Ansteuersignal für den Aktor zu generieren.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens werden Drehzahl, Last und das
Signal des Kurbelwellengebers zum Bilden des Ansteuersignals für den Aktor
benutzt. Diese Signale liegen dem Steuergerät des Motors an. Es bedarf somit
keines weiteren Aufwandes an Sensorik zum Bereitstellen dieser Signale.
Bei Motoren mit Einspritzanlagen ist es vorteilhaft, als Referenzsignal zum Ansteuern
des Aktors das Signal für den Spritzbeginn zu verwenden. Dies liegt im Steuergerät
vor und steht in direktem Bezug zu den, durch den Verbrennungsablauf
hervorgerufenen Spitzenbelastungen im Zugtrum.
Für direkteinspritzende Motoren, bei denen PDE als Injektoren zum Einsatz kommen,
ist es von Vorteil, das Ansteuersignal des PDE-Magnetventils als Referenzsignal zum
Ansteuern des Aktors zu benutzen. Dieses Signal hat einen direkten Bezug zu der in
das Zugtrum der Kette eingeleiteten Kraft, da bei Schließen des Magnetventils der
Förderhub mit Druckaufbau in den PDE und nachfolgend die Voreinspritzung und
damit der Verbrennungsprozeß beginnen.
Die Bewegungsfunktion für den Aktor ist in einer Rechenaufwand sparenden
vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens als Zeitfunktion hinterlegt und wird mit
einem geeigneten Referenzimpuls gestartet. Die Bewegungsfunktion und deren
Zuordnung zum Referenzsignal kann durch Berechnungen oder Versuche ermittelt
werden.
Es ist weiterhin vorteilhaft, die Bewegungsfunktion des Aktors in ihrem zeitlichen
Verlauf in Form und Amplitude veränderbar zu gestalten. Damit ist diese an
verschiedene Betriebszustände der Brennkraftmaschine anpaßbar.
Für geringen Rechenaufwand ist es vorteilhaft, die Bewegungsfunktion des Aktors in
einem mit Betriebsparametern der Brennkraftmaschine referenzierten Kennfeld
abzulegen.
Nachfolgend werden anhand von Zeichnungen Ausführungsbeispiele der dynamisch
ansteuerbaren Spannvorrichtung für Endlostriebe und des Ansteuerverfahren zu
deren Betreiben dargestellt.
Hierbei zeigt
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Steuertriebes,
Fig. 2 ein Blockschaltbild des erfindungsgemäßen Verfahrens,
Fig. 3 ein Diagramm der in das Zugtrum des Steuertriebes eingeleiteten Kräfte über
der Zeit, (ohne dynamische Spannvorrichtung)
Fig. 4 ein Diagramm der Wegänderung des Spannelementes über der Zeit bezogen
auf eine Absolutposition.
In Fig. 1 ist in einer schematischen Darstellung ein Steuertrieb für eine
Verbrennungskraftmaschine - letztere nicht dargestellt - mit erfindungsgemäßem
Spannelement 4 im Zugtrum 6 des Steuertriebes gezeigt. Der Steuertrieb verbindet
eine Kurbelwelle 1 und eine Nockenwelle 2 mit einem endlosen Zugmittel,
vorzugsweise einer Kette 3. Im Leertrum 5 des Steuertriebes ist ein herkömmlicher
Kettenspanner 7 angeordnet. Die Kette 3 wird leertrumseitig durch die vom
Kettenspanner 7 aufgebrachte Kraft gegen ihre Streckung ausgelenkt.
Im Zugtrum 6 des Steuertriebes ist ein schwenkbar gelagertes Spannelement 4
angeordnet, daß von einem Aktor 8 betätigbar gegen die Streckung der Kette 3
ausgelenkt ist. In seiner Ruhelage RL, vom Aktor 8 nicht ausgelenkt, liegt das
Spannelement 4 auf einem Anschlag 9. Die Kette 3 wird in dieser Position des Aktors
8 nahezu gestreckt zwischen Nockenwelle 2 und Kurbelwelle 1 auf einer Bahn
entsprechend der durchbrochen dargestellten Linie BL entlang des Spannelementes
4 geführt.
Der auf das Spannelement 4 einwirkende Aktor 8 ist elektrisch von einem
Steuergerät 10 ansteuerbar. Dem Steuergerät 10 angeschlossen ist das Signal eines
an der Kurbelwelle 1 angeordneten Sensors 11, das die Absolutposition der
Kurbelwelle 1 kennzeichnet. Weiterhin können Signale des die Absolutposition der
Nockenwelle 2 kennzeichnenden Sensors 14, sowie der Betriebskenngrößen
M1 . . . Mn der Brennkraftmaschine dem Steuergerät 10 anliegen. In der hier gezeigten
Darstellung ist das Spannelement 4, vom Aktor 8 betätigt, gegen die Streckung der
Kette 3 ausgelenkt.
Das Spannelement 4 ist vom Aktor 8 gegen die Kraft der sich spannenden Kette 3
bewegbar. Die Position des Spannelementes 4 wird entsprechend der Ansteuerung
durch das Steuergerät 10 eingestellt.
Die Phasenlage von Nockenwelle 1 und Kurbelwelle 2 zueinander ist durch das
Auslenken der Kette 3 entgegen ihrer Streckung veränderbar.
In einer weiterer möglichen Ausgestaltung kann am Aktor 8 eine Meßeinheit 13 für
die Messung seiner Absolutposition angeordnet sein. Das Signal der Wegmessung
kann dem Steuergerät 10 des Aktors 8 anliegen.
In Fig. 2 ist in einem Blockschaltbild das erfindungsgemäße Verfahren zum Betreiben
der Spannvorrichtung dargestellt. Anhand des Blockschaltbildes wird der prinzipielle
Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens beschrieben. (Bezugszeichen 1-14 zur
Vorrichtung siehe Fig. 1)
Bei herkömmlichen Verfahren zur Motorsteuerung liegen einem Steuergerät 10, den
Betriebszustand des Motors - nicht dargestellt - kennzeichnende Meßgrößen M1, M2,
. . . Mn an. Aus diesen Signalen (z. B. Drehzahl, Last etc.) wird rechnerisch in einem
Funktionsblock 101 aus bekannten Funktionen und abgelegten Kennfeldern der
geeignete Einspritzzeitpunkt berechnet. Die zeitliche Zuordnung (z. B. Bezug oberer
Totpunkt OT bzw. ausgewählter Zylinder) erfolgt mindestens mittels eines die
Absolutstellung der Kurbelwelle KWPos kennzeichnenden Signals, z. B.
Kurbelwellengeber bzw. zusätzlicher Sensor für OT oder Zuordnung über
Brennraumdrucksensoren. Weiterhin kann ein, an der Nockenwelle 2 angeordneter
Sensor 14, der ein die Absolutstellung der Nockenwelle 2 kennzeichnendes Signal
generiert, zur zeitlichen Zuordnung notwendig sein. Gemeinsam ist bei diesen
allgemein bekannten Verfahren, daß aus den Meßgrößen letztlich ein die
Verbrennung steuerndes Signal S, wie Einspritzbeginn oder bei PDE ein
Steuersignal für das Magnetventil des Injektors erzeugt wird. Dieses Signal S weist
einen Bezug zum Verbrennungsbeginn im Motor und damit zum Einleiten der
Spitzenkräfte auf das Zugtrum 6 des an seine Kurbelwelle 1 angekoppelten
Endlostriebes auf. Bei einem PDE beginnt gleichzeitig mit dem Schließen des
Magnetventils der Druckaufbau. Durch das Signal S ist es möglich ein zeitlich dem
durch die Verbrennung erzeugten Spitzenkräften im Zugtrum 6 zugeordnetes
Ansteuersignal u für den das Spannelement 4 steuernden Aktor 8 zu generieren. Das
Ansteuersignal u kann als Funktion der Aktorposition über der Zeit in einem
Steuerblock 102 in einem Speicher hinterlegt sein und wird mittels des Signals S
gestartet. Der Aktor 8 verstellt entsprechend des Ansteuersignals u das
Spannelement 4 in seiner Lage und gibt bei Ansteigen der Kraft bei
Verbrennungsbeginn etwas nach, um beim Absinken der Kräfte die Kette 3 wieder
straffer zu spannen. Die auf die Kette 3 einwirkenden Spitzenkräfte werden damit
gemindert und der gesamte Kraftverlauf wird egalisiert. Auf der Basis des
Ansteuersignals u für das Spannelement 4 können unterschiedliche Steuerstrategien
realisiert werden.
In einer möglichen Ausführung des Verfahrens ist die Führungsgröße aus der das
Ansteuersignal für den Aktor 8 generiert wird, die gegen die Streckung der Kette 3
gerichtet vom Aktor 8 zu erzeugende Gegenkraft ST. Das Ansteuersignal u wird so
generiert, daß dem Aktor 8 eine zeitlich zum Einleiten der Spitzenkräfte zugeordnete
Gegenkraft eingeprägt wird. Entsprechend dem Kräftegleichgewicht stellt sich die
Lage des Spannelementes 4 ein. Diese Lage kann durch eine Meßeinheit gemessen
werden und läßt einen Rückschluß auf den Verschleißzustand der Kette 3 zu. Es
kann über eine langzeitgemittelte Beobachtung festgestellt werden, daß bei gleichen
Betriebsbedingungen der Brennkraftmaschine und gleicher dem Aktor 8 eingeprägter
Kraft, das Spannelement 4 jeweils um einen größeren Weg verstellt wird. Aus dieser
Information kann auf eine Längung der Kette 3 geschlossen werden.
Eine weitere Möglichkeit ist, den Aktor 8 in einer Lageregelung zu betreiben.
Führungsgröße für das zu generierende Ansteuersignal u ist die Absolutposition des
Spannelementes 4. Das Ansteuersignal u für den Aktor 8 wird so gewählt, daß durch
geeignetes Ausweichen und Nachführen des Spannelements 4 die pulsierenden
Zugkräfte gedämpft werden.
Das gezielte Nachführen des Spannelementes 4 ermöglicht es die Phasenlage
zwischen An- und Abtrieb zu verändern. Es kann, z. B. bei sich längender Kette 3,
ein die Nullage des Aktors beeinflussender Offset zum Ansteuersignal u addiert
werden, so daß An- und Abtrieb in gleicher Phasenlage verbleiben.
Fig. 3 zeigt in einem Diagramm qualitativ den Verlauf der auf das Zugtrum 6 des
Kettentriebs einwirkenden Zugkraft FZUG ohne dynamische Spannvorrichtung. Sie
steigt beim Verbrennungsbeginn t1 durch das ansteigende Drehmoment und die
damit verbundene Beschleunigung am Antriebsritzel. Die am Abtrieb angekoppelten
Massen und einwirkenden Lastmomente bilden eine Gegenkraft. Der Abtrieb wird
beschleunigt nachgeschleppt. Dies erzeugt eine Kraftspitze im Zugtrum 6 der Kette
3. Nach Verbrennungsende t2 sinkt die Drehgeschwindigkeit des Antriebsritzels und
der vorher beschleunigte Abtrieb eilt dem Antrieb voraus. Die in das Zugtrum 6
eingeleitete Kraft sinkt ab. Der beschriebene Prozeß bewirkt ein pulsierendes
Spannen und Entspannen der Kette 3. Das erfindungsgemäße Verfahren erzeugt ein
Ansteuersignal u für den Aktor 8, der das Spannelement 4 derart betätigt, daß es
dem Spannen und Entspannen der Kette 3 entgegenwirkt.
Fig. 4 zeigt in einem Diagramm den quantitativen Verlauf des Wegsignals SSpann des
Spannelementes 4, bezogen auf eine Absolutposition APos0, in gleicher zeitlicher
Zuordnung, zu dem im oberen Diagramm gezeigten Signal der auf die Kette 3
einwirkenden Zugkraft. Bei einer Lage des Spannelementes 4 in der Position APos0,
ist die Kette 3 entgegen deren Streckung vorgespannt. Mit ansteigender Zugkraft im
Zugtrum 6 des Kettentriebs wird das Spannelement 4, durch einen Stelleingriff des
Aktors 8 und der von der Streckung der Kette 3 erzeugten Kraft, mit der sich
spannenden Kette 3 bewegt. Das Entspannen der Kette 3 bewirkt eine Dämpfung
der eingeleiteten Kraftspitzen. Beim Absinken der Zugkraft FZUG stellt der Aktor 8 das
Spannelement 4 entgegen der Streckung der Kette 3 nach. Die Kette 3 bleibt bei
Absinken des Antriebsmomentes weiterhin gespannt.
Claims (17)
1. Spannvorrichtung für einen Endlostrieb, vorzugsweise einen Steuertrieb einer
Brennkraftmaschine, die am Zugtrum (6) des Endlostriebes angeordnet ist und ein
auf das Zugmittel einwirkendes Spannelement aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein auf das Zugmittel einwirkendes Spannelement (4) von einem dynamisch
ansteuerbaren Aktor (8) gegen das Zugmittel verlagerbar ist.
2. Spannvorrichtung nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
daß der Endlostrieb ein Steuertrieb einer Brennkraftmaschine ist und der über das
Spannelement (4) auf das Zugmittel einwirkende Aktor (8) von einem Steuergerät
(10), an dem Betriebsgrößen der Brennkraftmaschine (M1 . . . Mn) anliegen, steuerbar
ist.
3. Spannvorrichtung nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
daß der auf das Spannelement (4) wirkende Aktor (8) ein piezoelektrischer Aktor (8)
ist.
4. Spannvorrichtung nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
daß das Spannelement (4) eine einseitig schwenkbar gelagerte Spannschiene ist.
5. Spannvorrichtung nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Einheit zum Messen der Absolutposition der Spannvorrichtung (4; 8) an der
Vorrichtung angeordnet ist.
6. Spannvorrichtung nach Anspruch 5
dadurch gekennzeichnet,
daß die Einheit (13) zum Ermitteln der Absolutposition der Spannvorrichtung (4; 8) am
Aktor (8) angeordnet ist.
7. Spannvorrichtung nach Anspruch 6
dadurch gekennzeichnet,
daß die Einheit (13) zum Messen der Absolutposition der Spannvorrichtung (4; 8) in
den Aktor (8) integriert ist und die Absolutposition der Spannvorrichtung (4; 8) aus der
Aktorposition berechenbar ist.
8. Spannvorrichtung nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen Aktor (8) und Spannelement (4) eine wegvergrößernde Übersetzung
angeordnet ist.
9. Ansteuerverfahren zum Betreiben einer Spannvorrichtung zum zugtrumseitigen
Beeinflussen der Vorspannung eines Endlostriebes, vorzugsweise einer Anordnung
nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stellgröße für den Aktor (8) aus Betriebsgrößen (M1 . . . Mn) der
Brennkraftmaschine (M1 . . . Mn) und mindestens aus einem Signal, das die
Absolutstellung der Kurbelwelle (1) kennzeichnet, ermittelt wird.
10. Ansteuerverfahren nach Anspruch 9
dadurch gekennzeichnet,
daß die zum Ermitteln der Stellgröße des Aktors (8) benutzten Betriebsgrößen der
Brennkraftmaschine Drehzahl und Last sind.
11. Ansteuerverfahren nach Anspruch 9
dadurch gekennzeichnet,
daß die zum Ermitteln der Stellgröße des Aktors (8) notwendigen Signale der
Absolutstellung der Kurbelwelle (1) aus im Steuergerät (10) zur Steuerung der
Verbrennungskraftmaschine bereits anliegenden Meßgrößen gewonnen wird.
12. Ansteuerverfahren nach Anspruch 9
dadurch gekennzeichnet,
daß bei Einspritzmotoren das Signal des Spritzbeginns als Referenzsignal zum
Ansteuern des Aktors (8) verwendet werden.
13. Ansteuerverfahren nach Anspruch 9
dadurch gekennzeichnet,
daß bei Anwendung von Pumpe-Düse-Elementen zur Direkteinspritzung von
Kraftstoff das Ansteuersignal für die Pumpe-Düse-Elemente als Referenzsignal für
den Aktor (8) benutzt wird.
14. Ansteuerverfahren nach Anspruch 9
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stellgröße für den Aktor (8) einen zeitabhängigen Verlauf hat, der jeweils mit
einem Referenzimpuls gestartet wird.
15. Ansteuerverfahren nach Anspruch 9
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zeitfunktion in ihren Parametern Amplitude, Dauer und Form veränderbar ist.
16. Ansteuerverfahren nach Anspruch 15
dadurch gekennzeichnet,
daß die Änderung der Parameter der Zeitfunktion in Abhängigkeit von den
Betriebsgrößen der Brennkraftmaschine erfolgt.
17. Ansteuerverfahren nach einem der vorherigen Ansprüche
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stellgröße für den Aktor (8) aus einem dafür geschaffenen Kennfeld, welches
mit Betriebskenngrößen der Brennkraftmaschine referenziert ist, ausgelesen wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999159521 DE19959521A1 (de) | 1999-12-09 | 1999-12-09 | Dynamisch ansteuerbare Spannvorrichtung für Endlostriebe und Ansteuerverfahren zu deren Betreiben |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999159521 DE19959521A1 (de) | 1999-12-09 | 1999-12-09 | Dynamisch ansteuerbare Spannvorrichtung für Endlostriebe und Ansteuerverfahren zu deren Betreiben |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19959521A1 true DE19959521A1 (de) | 2001-06-13 |
Family
ID=7932099
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1999159521 Withdrawn DE19959521A1 (de) | 1999-12-09 | 1999-12-09 | Dynamisch ansteuerbare Spannvorrichtung für Endlostriebe und Ansteuerverfahren zu deren Betreiben |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19959521A1 (de) |
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