DE19961352A1 - Absturzsicherung für Gittermasten und ähnliche Bauwerke - Google Patents
Absturzsicherung für Gittermasten und ähnliche BauwerkeInfo
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Abstract
Bei der Erfindung handelt es sich um eine Absturzsicherung zum Besteigen von Gittermasten und zum Durchführen von Arbeiten, speziell zur Durchführung von Anstricharbeiten, daran. DOLLAR A Ein Sicherheitsseil wird von einem unteren Befestigungspunkt zu einem Anschlagpunkt am oberen Ende des Mastes geführt und dort mittels eines Anschlagmittels befestigt. Als Sicherheitsseil dient ein dynamisches Seil mit einer hohen lokalen Dehnbarkeit. Ein Verbindungsmittel stellt eine Verbindung zwischen dem Sicherheitsseil und dem Sicherheitsgurt der Arbeiter her, wobei das Verbindungsmittel eine plötzliche vertikale Abwärtsbewegung am Sicherheitsseil entlang verhindert. DOLLAR A Die hohe Dehnbarkeit des dynamischen Sicherheitsseils sorgt für den vor allem für Anstricharbeiten erforderlichen großen Arbeitsbereich, ohne die maximale Fallhöhe und damit das Verletzungsrisiko im Falle eines Sturzes wesentlich zu erhöhen. Das dynamische Seil wirkt zudem falldämpfend, d. h. es verringert die beim Abfangen eines Arbeiters nach seinem Sturz auftretenden Beschleunigungskräfte.
Description
Die Erfindung betrifft eine Absturzsicherung für Gittermasten
und ähnliche Bauwerke, die das sichere Besteigen von Gitter
masten und ähnlichen Bauwerken und die gesicherte Durch
führung von Arbeiten daran ermöglicht.
In zahlreichen Bereichen der Technik werden Gittermasten oder
Metallprofilmasten als Bauwerke oder als deren Bestandteile
eingesetzt. Beispiele dafür sind Hochspannungsmasten als
Träger von Hochspannungsfreileitungen oder des Fahrdrahtes
bei elektrischen Eisenbahnen, Antennenmasten oder Antennen
träger, Krane, Hebeportale oder Teile von Brücken. An allen
diesen Bauwerken müssen von Zeit zu Zeit Instandsetzungs
arbeiten durchgeführt werden. Diese Arbeiten sollten dabei so
durchgeführt werden, daß die Arbeiter gegen einen Absturz
gesichert sind, denn Gittermasten sind meist so hoch, daß ein
Absturz schwerwiegende, meist sogar tödliche Verletzungen zur
Folge hätte.
Ein wesentliches Beispiel für Instandsetzungsarbeiten ist das
Aufbringen bzw. Erneuern eines Korrosionsschutzanstriches.
Dabei müssen sich die Arbeiter nicht nur entlang des Eck
stiels eines Gittermasten bewegen sondern auch einige Meter
seitlich davon.
Bisher können sich Arbeiter, wollen sie die Arbeiten nicht
völlig ungesichert vornehmen, gegen Absturz sichern, indem
sie einen Sicherheitsgurt oder ein Sicherheitsgeschirr tragen,
an dem ein Verbindungsseil befestigt ist, das an seinem Ende
einen Karabinerhaken trägt. Diesen Haken können die Arbeiter
dann an den Strukturelementen des Mastes befestigen. Bei ei
nem Absturz können sie dann maximal die doppelte Länge des
Verbindungsseils fallen und werden danach von diesem gehal
ten. Die Verletzungsgefahr und damit das Risiko, sich schwere
Verletzungen zuzuziehen, steigt mit zunehmender Fallhöhe. Zu
gleich entspricht aber der maximale Arbeitsradius der Länge
des Verbindungsseils. Je nach Arbeitsfortschritt müssen die
Arbeiter den Haken dann vom Mast lösen und erneut an anderen
Maststrukturen befestigen, ein recht unbequemes und zeitrau
bendes Unterfangen, das häufig dazu führt, daß Arbeiter aus
Bequemlichkeit wenigstens zeitweise auf diese Form der Ab
sturzsicherung verzichten. Während des Wechsels des Anschlag
punktes des Karabinerhakens sind die Arbeiter im übrigen un
gesichert. Ein weiteres Problem ergibt sich speziell bei
Anstricharbeiten. Bei dieser Sicherungsweise läßt es sich
nämlich kaum vermeiden, daß das Verbindungsseil den noch
frischen Farbanstrich berührt und damit den Farbanstrich und
den Korrosionsschutz beschädigt.
Eine Vorrichtung, die einen Teil dieser Nachteile vermeidet,
ist in der deutschen Patentanmeldung DE 43 12 087 A1 be
schrieben. Dabei ist der Gittermast in geringen Abständen mit
Einhängevorrichtungen in Form eines doppelten "Ringelschwan
zes" versehen, in die eine Sicherheitsleine eingehängt wird.
Der Arbeiter trägt wieder ein Sicherheitsgeschirr mit Verbin
dungsseil, das mit Hilfe eines Gleithakens mit der Sicher
heitsleine verbunden ist. Dies ist zwar ein wirkungsvolles
System zur Absturzsicherung, doch setzt es einmal spezielle
Vorrichtungen, eben die doppelten "Ringelschwänze", am Mast
voraus, was bei nur wenigen Masten überhaupt gegeben ist. Zum
anderen ist bei Anstricharbeiten wegen der sehr mastnahen
Seilführung eine Beschädigung = des noch frischen Anstrichs
durch Sicherheitsleine oder Verbindungsseil geradezu "vor
programmiert". Zudem ist in bei dieser Form der Absturzsi
cherung in der Regel der zur Verfügung stehende Arbeitsbe
reich für Anstricharbeiten zu gering.
Ein weiteres Absturzsicherungssystem ist aus dem deutschen
Gebrauchsmuster DE 88 06 921 U1 bekannt. Dabei wird entlang
eines Eckstiels des Mastes ein Stahlseil gespannt, an dem ein
Steigschutzläufer gleiten kann und mit dem das am Sicherungs
geschirr befestigte Verbindungsseil verbunden ist. Da das
Stahlseil starr und nicht flexibel ist, entspricht der maxi
male Arbeitsradius bei diesem System wieder der Länge des
Verbindungsseils. Um entlang des gesamten Mastes Arbeiten
durchführen zu können, muß es also relativ lang sein, was
aber bei einem Absturz - die maximale Fallhöhe entspricht ja
der doppelten Länge des Verbindungsseils - von erheblichem
Nachteil ist.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine einfache
Absturzsicherung für das Besteigen von und Arbeiten an Git
termasten und ähnlichen Bauwerken zu schaffen, die ohne spe
zielle Vorrichtungen am Mast auskommt und trotz großem Ar
beitsradius nur eine geringe Verletzungsgefahr bei einem
Absturz garantiert.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die in den Patentan
sprüchen 1 oder 2 oder 10 oder 11 aufgeführten Merkmale ge
löst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der
Erfindung ergeben sind aus den Unteransprüchen.
Bei der erfindungsgemäßen Absturzsicherung wird ein Sicher
heitsseil von einem ersten Befestigungspunkt, der sich be
vorzugt am unteren Ende des Gittermastes oder am Hoden be
findet, zu einem Anschlagpunkt vorzugsweise am oberen Ende
des Gittermastes geführt und entweder an diesem mit Hilfe
eines Anschlagmittels befestigt oder um den Anschlagpunkt
herum zu einem zweiten Befestigungspunkt wieder vorzugsweise
am unteren Ende des Gittermastes oder am Boden weitergeführt
und dort befestigt.
Das Sicherheitsseil wird dabei als dynamisches Seil, vorzugs
weise als dynamisches Kernmantelseil ausgeführt. Im Gegensatz
zu einem herkömmlichen starren Seil, weist ein dynamisches
Seil unter Last eine erhebliche Dehnfähigkeit bis hin in den
zweistelligen Prozentbereich auf. Die Dehnfähigkeit ist dabei
insbesondere eine lokale Eigenschaft, d. h. selbst wenn das
Seil an seinen Enden mit einer Vorspannung beaufschlagt wird,
bleibt in einiger Entfernung von den Enden lokal noch eine
erhebliche Dehnung möglich. Außerdem ist die Dehnfähigkeit in
der Regel auch von der Dynamik der Kraftaufbringung abhängig.
Bei einer langsamen Kraftaufbringung ist sie meist deutlich
höher, während einer schnellen Kraftaufbringung zunächst
einmal mehr Widerstand entgegengebracht wird.
Beim Besteigen des Gittermastes und der Durchführung von
Arbeiten daran trägt die kletternde Person ein Sicherungs
geschirr, das fest mit ihrem Körper verbunden ist. An diesem
Sicherungsgeschirr ist ein Verbindungsmittel befestigt, das
eine Verbindung des Sicherungsgeschirrs mit dem Sicherheits
seil herstellt, wobei diese Verbindung so gestaltet ist, daß
ein von der Person unbebsichtigtes plötzliches vertikales
Herabgleiten des Verbindungsmittels am Sicherheitsseil über
haupt nicht oder nur entlang eines kurzen Seilstücks möglich
ist. Im einfachsten Fall besteht das Verbindungsmittel dabei
aus einem Auffanggerät, das entlang des Sicherheitsseils
gleiten kann und einem Verbindungsseil, das die Verbindung
zwischen Auffanggerät und Sicherungsgeschirr herstellt.
Wegen der Dynamik des Seils kann die kletternde Person das
Sicherheitsseil lokal dehnen und damit ihren Arbeitsradius
erheblich über die Länge des Verbindsmittels bzw. des Ver
bindungsseils hinaus erweitern. Bei vorgegebenem Arbeits
bereich kann also das Verbindungsmittel bzw. das Verbindungs
seil gegenüber den bekannten Anordnungen deutlich verkürzt
werden. Bei einem Absturz der kletternden Person arretiert
das Verbindungsmittel bzw. das Auffanggerät am Sicherheits
seil und die kletternde Person kann maximal eine Höhe, die
der doppelten Länge des Verbindungsmittels bzw. des Verbin
dungsseils entspricht, fallen. Erfolgte zuvor eine Dehnung
des Sicherheitsseils, so zieht dies überdies die stürzende
Person vom Gittermast weg. Zu Verletzungen kann es daher erst
bei Zurückschwingen der Person kommen. Dabei entstehende
Verletzungen sind deutlich geringer als bei einem direkten
Aufprall beim Sturz, wie er bei einer herkömmlichen Anordnung
auftritt. Überdies sorgt das dynamische Seil im Vergleich zu
einem starren Seil zu einer deutlichen Verringerung der beim
Abfangen der stürzenden Person auftretenden Beschleunigungen,
wodurch ebenfalls die Verletzungsgefahr sinkt.
Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen
Absturzsicherung sorgen am Gittermast befestigte Abstands
halter dafür, daß das Sicherheitsseil in einigem Abstand vom
Mast geführt wird. Dadurch wird auch bei höherer Windge
schwindigkeit vermieden, daß das Sicherheitsseil auf den
Gittermast schlägt und beispielsweise einen noch frischen
Anstrich beschädigt. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und
Weiterbildungen der Erfindung werden im Zusammenhang mit den
dargestellten Ausführungsbeispielen beschrieben.
Es werden nachfolgend einige bevorzugte Ausführungsbeispiele
der Erfindung anhand der Zeichnungen beschrieben. Es zeigen
dabei
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Absturzsicherung in ein
strängiger Ausführung,
Fig. 2 einem Abstandhalter zur Seilführung,
Fig. 3 eine erfindungsgemäße Absturzsicherung in zwei
strängiger Ausführung,
Fig. 4 ein Verbindungsmittel, das bei einer Absturz
sicherung nach Fig. 3 Verwendung finden kann.
Aus Gründen der Übersichtlichkeit sind die Zeichnungen nicht
maßstäblich ausgeführt. Insbesondere wurde die Länge der Git
termasten verkürzt. Ebenfalls zur Erhöhung der Übersichtlich
keit wurde in den Zeichnungen auf eine detaillierte Darstel
lung der kletternden Person P und des Sicherungsgeschirrs SG,
das sie trägt, verzichtet.
Beim Sicherungsgeschirr handelt es sich um ein Instrument,
das insbesondere im Falle des Absturzes der kletternden Per
son eine sichere Verbindung zu deren Körper herstellt. Im
einfachsten Fall handelt es sich dabei um einen Hüftgurt oder
Leibriemen. Weitere mögliche Ausführungsformen solcher Si
cherungsgeschirre sind dem Fachmann bekannt. Anforderungen
und Ausführungsbeispiele für Sicherungsgeschirre sind bei
spielsweise in der Europäischen Norm EN 361 beschrieben.
Fig. 1 zeigt die erfindungsgemäße Absturzsicherung in ein
strängiger Betriebsweise. Eine Person P, versehen mit einem
Sicherungsgeschirr SG führt Arbeiten an einem Gittermast M
durch. Ein Sicherheitsseil DS führt von einem ersten Befesti
gungspunkt UP am unteren Ende des Gittermastes zu einem An
schlagpunkt AP am oberen Ende des Gittermastes. In der Zeich
nung führt das Sicherheitsseil nicht ganz zur Spitze des Git
termasts M sondern nur bis zur ersten Traverse. Das genügt
vollkommen, wenn z. B. Arbeiten im Bereich unterhalb der er
sten Traverse durchgeführt werden sollen. Das Sicherheitsseil
DS wird in der Zeichnung entlang eines Eckstiels des Git
termasts geführt. Selbstverständlich kann die Führung auch
anders beispielsweise entlang einer Seitenfläche erfolgen.
Als erster Befestigungspunkt UP kann nicht nur ein Punkt am
Mast sondern ebenso gut auch ein Punkt am Erdboden z. B. in
Form eines Erdankers Verwendung finden.
Als Sicherheitsseil DS dient ein dynamisches Seil mit hoher,
insbesondere lokaler Dehnfähigkeit, vorzugsweise ein dyna
misches Kernmantelseil. Derartige dynamische Seile und Kern
mantelseile sind dem Fachmann bekannt und brauchen an dieser
Stelle nicht weiter beschrieben zu werden. Sicherheitstech
nische Anforderungen an derartige Seile beschreiben bespiels
weise die Europäischen Normen EN 892 und EN 1891. Ein als Si
cherheitsseil geeignetes dynamisches Kernmantelseil ist z. B.
unter der Bezeichnung "SD12" und der Bestellnummer 1285/SDB
bei der Firma Paul Preising GmbH & Co. KG (D-51688 Ohl/Wip
perführt, Deutschland) erhältlich.
Das Sicherheitseil DS ist mit Hilfe eines Anschlagmittels AM
am Anschlagpunkt AP befestigt. Im einfachsten Fall besteht
das Anschlagmittel AM aus einer Seilschlaufe, d. h. das Si
cherheitsseil DS wird um den Anschlagpunkt AP herumgeführt
und dann verknotet. Andere mögliche Anschlagmittel AM stellen
beispielsweise ein mit dem Sicherheitsseil fest verbundener
Karabinerhaken oder ein geschlossenes Band dar. Ein solches
Band wird unter der Bezeichnung "Anschlagmittel" und der Be
stellnummer 1322 von der Firma Paul Preising GmbH & Co. KG
vertrieben. Der Anschlagpunkt sollte so gewählt werden, daß
er stabil genug ist, die beim Absturz der kletternden Person
P auftretenden Kräfte aufzufangen.
Die Verbindung zwischen kletternder Person P bzw. dem Si
cherungsgeschirr SG, das die kletternde Person trägt, und dem
Sicherheitsseil DS wird durch ein Verbindungsmittel VM herge
stellt. Das Verbindungsmittel besteht im dargestellten Fall
einfach aus einem Auffanggerät AG, das entlang des Sicher
heitsseils gleiten kann und einem Verbindungsseil VS, das
einmal am Sicherungsgeschirr SG und zum anderen am Auffang
gerät AG befestigt ist. Die wesentliche Eigenschaft des Auf
fanggerätes besteht darin, daß es zwar prinzipiell am Sicher
heitseil DS entlanggleiten kann, eine plötzliche von der Per
son P unbeabsichtigte vertikale Bewegung nach unten aber un
terbindet. Dies kann z. B. dadurch erreicht werden, daß sich
das Auffanggerät prinzipiell am Sicherheitsseil DS festklemmt
und diese Klemme erst nach Lösen einer Sperre etwa durch
Druck auf einem Hebel lösen läßt. Aufbau und Wirkungsweise
geeigneter Auffanggeräte ist dem Fachmann bekannt und braucht
an dieser Stelle nicht weiter erörtert zu werden. So werden
Auffanggeräte und die sicherheitstechnische Anforderungen
daran beispielsweise in der Europäischen Norm EN 353 Teil 1
und 2 beschrieben. Ein für die erfindungsgemäße Absturzsi
cherung geeignetes Auffanggerät wird beispielsweise unter der
Bezeichnung "RC 4P" und der Bestellnummer 1285 von der Firma
Paul Preising GmbH & Co. KG vertrieben.
Stürzt die Person P, so verhindern das Verbindungsseil VS und
das Auffanggerät AG einen vollständigen Absturz der klettern
den Person P und beschränken die maximale Fallhöhe auf die
doppelte Länge des Verbindungsseils VS. Da sich das dynami
sche Seil aber lokal gut dehnen läßt, kann die kletternde
Person P ohne großen Kraftaufwand ihren Arbeitsbereich über
die Länge des Verbindungsseils VS hinaus erweitern.
Um zu verhindern, daß das Sicherheitsseil DS insbesondere bei
stärkerem Wind den Mast berührt und dort Schäden etwa an ei
nem frischen Anstrich hervorruft, sollte es vorgespannt wer
den. Dazu kann man, wie in Fig. 1 dargestellt am unteren Be
festigungspunkt UP und/oder gegebenenfalls auch am Anschlag
punkt AP einen Seilspanner (SSP) anbringen. Die Verwendung
zweier Seilspanner SSP empfiehlt sich vor allem, wenn das
dynamische Seil relativ lang ist. Aufbau und Wirkungsweise
von Seilspannern sind dem Fachmann bekannt. Ein geeigneter
Seilspanner wird z. B. von der Firma Paul Preising GmbH & Co.
KG unter der Bezeichnung "Alpine" und der Bestellnummer 1310
angeboten. Unter dem unteren Seilspanner SSP ist in Fig. 1
als Seilaufbewahrung KB noch ein Korb dargestellt, in dem die
nicht benötigte Seillänge aufbewahrt wird. Falls auch in der
Nähe des Anschlagpunktes ein Seilspanner SSP angebracht wird,
erfolgt die Verbindung zwischen Seil und Anschlagmittel nicht
direkt sondern eben indirekt über den Seilspanner SSP.
Trotz der durch den oder die Seilspanner aufgebrachten Vor
spannung bleibt die lokale Dehnfähigkeit des Sicherheitsseils
DS und damit die leichte Erweiterbarkeit des Arbeitsbereichs
der kletternden Person P erhalten.
Um zu verhindern, daß das Sicherheitsseil DS bei Windlast ge
gen den Gittermast M schlägt, kann es daneben mit Hilfe eines
oder mehrerer Abstandshalter AH in einiger Entfernung vom
Mast geführt werden. Eine Ausführungsform eines geeigneten
Abstandhalters zeigt Fig. 2. Es handelt sich dabei um einen
mobilen Abstandshalter der mit Hilfe einer Schraubklemme KL
an einer Struktur des Gittermastes M beispielsweise dem Eck
stiel befestigt werden kann. An der Schraubklemme KL befindet
sich ein Rohr, dessen Länge dem erforderlichen Abstand ent
spricht und in dessen Endbereich sich zwei Ösen OE befinden.
In diesen sind Karabinerhaken KH eingehängt, in die das Si
cherheitsseil DS eingeklinkt werden kann und die damit für
die Seilführung des Sicherheitsseils DS sorgen. Anstelle der
Karabinerhaken KH kann selbstverständlich auch eine andere
Führungsstruktur wie beispielsweise der aus DE 43 12 087 be
kannte doppelte "Ringelschwanz" treten. Für die zuvor be
schriebene einsträngige Betriebsweise würde übrigens eine
einzelne Führungsstruktur bzw. ein Karabinerhaken genügen.
Die in Fig. 2 dargestellten beiden Karabinerhaken sind für
den im folgenden beschriebenen Fall der zweisträngigen
Betriebsweise vorgesehen.
Neben der bisher beschriebenen einsträngigen Betriebsweise
kann auch als vorteilhafte Weiterbildung der erfindungsge
mäßen Absturzsicherung eine zweisträngige Betriebsweise
treten. Fig. 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel der erforder
lichen Anordnung. Das Sicherheitseil DS wird dabei vom ersten
Befestigungspunkt UP - hier wieder mit einem Seilspanner SSP
ausgeführt - über einen Abstandshalter AH zum Anschlagpunkt
AP am oberen Ende des Mastes (diesmal tatsächlich an dessen
Spitze) um diesen herum wieder nach unten über die zweite
Führungsstruktur des Abstandshalters AH zu einem zweiten Be
festigungspunkt (UP') geführt - auch dieser ist im Aus
führungsbeispiel mit einem Seilspanner SSP versehen. Es erge
ben sich somit zwei Teilstücke bzw. Stränge des Sicherheits
seils DS. Die kletternde Person P ist dabei wieder über ein
Verbindungsmittel VM mit einem Strang des Sicherheitsseils DS
verbunden. Die Wirkungsweise entspricht dabei der einsträngi
gen Anordnung. Die zweisträngige Anordnung hat aber den Vor
teil, daß die Absturzsicherung nach Abschluß der Arbeiten
nach Lösen der Seilspanner SSP einfach durch Ziehen am Si
cherheitsseil entfernt werden kann, ohne daß der Mast erneut
- und vor allem ungesichert - bestiegen werden müßte, um das
Anschlagmittel AM zu lösen. In diesem Fall empfiehlt es sich
allerdings am Anschlagpunkt einen Seilschutz, etwa in Form
einer Schiene oder eines Rohres, in denen das Sicherheitsseil
DS gleiten kann, anzubringen und so einen Abrieb oder eine
sonstige Beschädigung des Sicherheitsseils zu vermeiden.
Der Anschlagpunkt AP braucht bei zweisträngiger Betriebsweise
keine besondere Belastbarkeit aufzuweisen. Es genügt, wenn
sich in geringer Entfernung darunter eine Struktur befindet,
die im Falle eines Absturzes und eines Bruchs bzw. Versagens
des Anschlagpunktes AP die auftretenden Kräfte auffangen
kann. Dies könnte beispielsweise ein Bestandteil der Traverse
sein. Der Anschlagpunkt könnte in diesem Fall durch einen
Abstandshalter nach Fig. 2 bzw. dessen Führungsstruktur KH
gebildet werden. Dies hätte den Vorteil, daß das Sicherheits
seil DS in weiterer Entfernung vom Mast geführt wird, so daß
eine Beschädigung des Anstrichs auch in der Nähe des An
schlagpunktes vermieden wird.
In der Zeichnung Fig. 3 befinden sich Eckstiel und die beiden
Stränge des Sicherheitsseils DS in einer Ebene. Das ist na
türlich nicht unbedingt erforderlich. Das Sicherheitsseil kann
zum Beispiel entlang eines Eckstiels nach oben über den An
schlagpunkt herum und entlang des gegenüberliegenden oder
eines benachbarten Eckstiels wieder nach unten geführt wer
den. Dadurch läßt sich ein wesentlich vergrößerter Arbeits
bereich erreichen.
Eine andere vorteilhafte Ausgestaltung des Verbindungsmittels
VM im Fall einer zweisträngigen Betriebsweise, bei der die
beiden Stränge an benachbarten Eckstielen geführt werden,
zeigt Fig. 4. Das Verbindungsmittel VM besteht jeweils aus
einem Verbindungselement ZS (im dargestellten Fall einem
Zusatzseil; es kämen aber genauso auch ein Band oder als
starres Element eine Stange in Frage), das mittels zweier
Auffanggeräte AG' und AG" an jeweils einem Strang des Si
cherheitsseils DS befestigt ist. Das Zusatzseil ZS stellt
sozusagen eine Verbindung zwischen den beiden Strängen her.
Weiterhin enthält das Verbindungsmittel VM ein Verbindungs
seil VS, das wieder an seinem einen Ende mit dem Sicherungs
geschirr SG verbunden ist und an seinem anderen Ende eine
Einhängevorrichtung EV z. B. in Form einer Öse oder eines
Karabinerhakens trägt. Damit wird es in das Verbindungsele
ment ZS gleitend eingehängt. Diese Modifikation bewirkt eine
deutliche Vergrößerung des Arbeitsbereichs ohne die Fallhöhe
wesentlich zu erhöhen (jedenfalls sofern sich die beiden Auf
fanggeräte auf etwa gleicher Höhe befinden). Außerdem wird
das Verbindungsseil stets so geführt, daß es keinen Schaden
bei Anstricharbeiten hervorrufen kann. Findet als wesent
licher Teil des Verbindungselementes ZS ein Verbindungsele
mentes ein Seil Verwendung, so kann dieses selbstverständlich
auch um einen Seilspanner bzw. eine automatische Aufrollvor
richtung zur Anpassung an unterschiedliche Abstände der bei
den Stränge des Sicherheitsseils ergänzt werden.
Obwohl zuvor stets von Gittermast die Rede war, so ist
die Erfindung doch so zu verstehen, daß an dessen Stelle
immer auch ein ähnliches Bauwerk, also wie zuvor schon be
schrieben z. B. ein Kran, ein Hebeportal oder eine Brücke
treten. Ebenso soll es im Rahmen der Erfindung liegen, daß
dort wo von Seilen die Rede ist, damit stets auch Gurte,
Bänder oder Ketten gemeint sind. Außerdem müssen die Seile
nicht aus einem Stück bestehen, sondern können aus mehreren
Teilstücken zusammengesetzt bzw. zusammengekoppelt sein oder
aber Elemente zur Veränderung ihrer Länge enthalten.
Claims (11)
1. Absturzsicherung zum Besteigen von Gittermasten oder
dgl. (M) und zur Durchführung von Arbeiten daran durch
eine Person (P) mit
- - einem Sicherungsgeschirr (SG), das die Person (P) trägt und das bei einem Absturz der Person eine sichere Verbindung mit dieser besitzt oder herstellt,
- - einem Sicherheitsseil (DS), das als dynamisches Seil ausgeführt ist, an wenigstens einem seiner Enden ggf. indirekt mit einem Anschlagmittel (AM) verbunden ist und das von einem ersten Befesti gungspunkt (UP) entlang des Gittermastes oder dgl. (M) zu einem Anschlagpunkt (AP) am Gittermast oder dgl. (M) oder einer mit dem Gittermast oder dgl. (M) verbundenen Einrichtung führt, und
- - einem Verbindungsmittel (VM), das einerseits mit dem Sicherungsgeschirr (SG) verbunden ist, und andererseits eine Verbindung mit dem Sicherheits seil (DS) herstellt, wobei diese Verbindung so gestaltet ist, daß ein von der Person (P) unbeab sichtigtes plötzliches vertikales Herabgleiten des Verbindungsmittels (VM) am Sicherheitsseil (DS) nicht oder höchstens entlang eines kurzen Seil stücks möglich ist.
2. Absturzsicherung zum Besteigen von Gittermasten oder
dgl. (M) und zur Durchführung von Arbeiten daran durch
eine Person (P) mit
- - einem Sicherungsgeschirr (SG), das die Person (P) trägt und das bei einem Absturz der Person eine sichere Verbindung mit dieser besitzt oder her stellt,
- - einem Sicherheitsseil (DS), das als dynamisches Seil ausgeführt ist, das von einem ersten Befesti gungspunkt (UP) entlang des Gittermastes oder dgl. (M) zu einem Anschlagpunkt (AP) am Gittermast oder dgl. (M) oder an einer mit dem Gittermast oder dgl. verbundenen Einrichtung und um diesen herum zu einem zweiten Befestigungspunkt (UP') führt, so daß sich zwei am Gittermast oder dgl. (M) entlangge führte Teilstücke des Sicherheitsseils (DS) erge ben, und
- - einem Verbindungsmittel (VM), das einerseits mit dem Sicherungsgeschirr (SG) verbunden ist, und andererseits wenigstens an einer Stelle eine Ver bindung mit dem Sicherheitsseil (DS) herstellt, wobei diese Verbindung so gestaltet ist, daß ein von der Person (P) unbeabsichtigtes plötzliches vertikales Herabgleiten des Verbindungsmittels (VM) am Sicherheitsseil (DS) nicht oder höchstens ent lang eines kurzen Seilstücks möglich ist.
3. Absturzsicherung nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem Sicherheits
seil (DS) um ein dynamisches Kernmantelseil handelt.
4. Absturzsicherung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das Sicherheitsseil (DS) an
wenigstens einem seiner Enden mit einem Seilspanner
(SSP) verbunden ist und durch diesen mit einer Vor
spannung versehen wird.
5. Absturzsicherung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß das Sicherheitsseil (DS) an
wenigstens einem Punkt durch einen Abstandhalter (AH) in
einiger Entfernung vom Gittermast oder dgl. (M) geführt
wird.
6. Absturzsicherung nach einem der Ansprüche 1 oder 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem Anschlagmit
tel (AM) um eine Seil- oder Bandschlaufe oder einen
Karabinerhaken handelt.
7. Absturzsicherung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei
das Verbindungsmittel (VM) aus folgenden Teilen besteht:
- - einem Verbindungsseil (VS), das an seinem einem Ende mit dem Sicherungsgeschirr (SG) verbunden ist,
- - einem Auffanggerät (AG), das mit dem anderen Seil ende des Verbindungsseils (VS) verbunden ist und das entlang des Sicherheitsseils (DS) gleiten kann und eine von der Person (P) unbeabsichtigte plötz liche vertikale Abwärtsbewegung entlang einer längeren Strecke des Sicherheitsseils (DS) oder völlig unterbindet.
8. Absturzsicherung nach einem der Ansprüche 2 bis 6, wobei
das Verbindungsmittel (VM) aus folgenden Teilen besteht:
- - einem Verbindungsseil (VS), das an seinem einem Ende mit dem Sicherungsgeschirr (SG) verbunden ist und an seinem anderen Ende eine Einhängevorrichtung (EV) trägt,
- - einem Verbindungsstück (ZS), das zwischen den bei den am Gittermast entlanggeführten Teilstücken des Sicherheitsseils (DS) geführt wird und dazu an we nigstens einem Ende mit einem Auffanggerät (AG'), das entlang des einen Teilstücks des Sicherheits seils (DS) gleiten kann und eine von der Person (P) unbeabsichtigte plötzliche vertikale Bewegung ent lang einer längeren Strecke des Sicherheitsseils (DS) oder völlig unterbindet, verbunden ist und an seinem zweiten Ende mittels einer Verbindungsein richtung mit dem anderen Teilstück des Sicherheits seils (DS), verbunden ist.
9. Absturzsicherung nach Anspruch 8 dadurch gekennzeichnet,
daß es sich bei der Verbindungseinrichtung um ein zwei
tes Auffanggerät (AG") handelt.
10. Verwendung eines dynamischen Kernmantelseils als Be
standteil einer Absturzsicherung nach einem der An
sprüche 1 bis 9.
11. Verfahren zum Besteigen eines Gittermasts (M) und Durch
führen von Arbeiten daran durch eine Person P dadurch
gekennzeichnet, daß zur Sicherung der Person P eine
Absturzsicherung nach einem der Ansprüche 1 bis 9 ver
wendet wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999161352 DE19961352A1 (de) | 1999-12-18 | 1999-12-18 | Absturzsicherung für Gittermasten und ähnliche Bauwerke |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999161352 DE19961352A1 (de) | 1999-12-18 | 1999-12-18 | Absturzsicherung für Gittermasten und ähnliche Bauwerke |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19961352A1 true DE19961352A1 (de) | 2001-07-05 |
Family
ID=7933350
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1999161352 Ceased DE19961352A1 (de) | 1999-12-18 | 1999-12-18 | Absturzsicherung für Gittermasten und ähnliche Bauwerke |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19961352A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| AT12960U3 (de) * | 2012-08-16 | 2013-08-15 | Guenther Grabmayr | Sicherungssystem für Leitungsmasten |
| DE102004053854B4 (de) * | 2003-11-05 | 2014-03-27 | Bornack Gmbh & Co. Kg | Sicherungsanordnung |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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-
1999
- 1999-12-18 DE DE1999161352 patent/DE19961352A1/de not_active Ceased
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| EP2698184A2 (de) | 2012-08-16 | 2014-02-19 | Günther Grabmayr | Sicherungssystem für Leitungsmasten |
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