DE19962180C1 - Schaltungsanordnung zum Stromlosschalten einer Verriegelung und Verfahren zum Stromlosschalten einer Lenkungsverriegelung eines Kraftfahrzeugs - Google Patents
Schaltungsanordnung zum Stromlosschalten einer Verriegelung und Verfahren zum Stromlosschalten einer Lenkungsverriegelung eines KraftfahrzeugsInfo
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Abstract
Über zwei unabhängig voneinander betriebene Mikroprozessoren (1, 2) werden sowohl Pluspol (ELV+) als auch Masse (GND) der Spannungsversorgung einer Lenkungsverriegelung (ELV) stromlos geschaltet, wenn der Zündschalter (S1-S6) betätigt und die Klemme KL15 (KL15) eingeschaltet ist. Somit wird verhindert, daß die Lenkung während der Fahrt aus Versehen verriegelt werden kann.
Description
Die Erfindung betrifft eine Schaltungsanordnung zum Stromlos
schalten einer Verriegelung und ein Verfahren zum Stromlos
schalten einer Lenkungsverriegelung eines Kraftfahrzeugs.
In einer nicht vorveröffentlichten deutschen Offenlegungsschrift DE 199 08 216 A1
ist ein Zündstartschloss (EZS) beschrieben, das
auch eine elektronische Lenkungsverriegelung (ELV) aufweist,
die zusammen ein herkömmliches, mechanisches Zündschloss er
setzen. Durch die Lenkungsverriegelung wird die Lenkspindel
elektromagnetisch ver- oder entriegelt. Aus sicherheitstech
nischen Gründen darf die Lenkungsverriegelung während der
Fahrt nicht verriegeln, da ansonsten nicht gelenkt werden
kann und somit Unfallgefahr besteht. Daher wird dort vorge
schlagen, die Steuerung der Lenkungsverriegelung stromlos zu
schalten, solange der Verbrennungsmotor eingeschaltet ist.
Die elektromagnetische Steuerung und das Stromlosschalten be
darf jedoch einer genauen Überwachung, damit die Lenkungsver
riegelung nicht fehlerhaft eingeschaltet wird, auch wenn der
Verbrennungsmotor noch in Betrieb ist.
Aus der Patentschrift DE 197 41 438 C1 ist ein Verfahren zum
Stillsetzen eines Kraftfahrzeugs bekannt. Dabei wird die Len
kungsverriegelung nur dann angesteuert, wenn die Geschwindig
keit des Kraftfahrzeugs Null ist. Von einem Stromlosschalten
der Lenkungsverriegelung ist keine Rede.
Eine bekannte Schaltungsanordnung (DE 198 15 148 A1) zum Ü
berwachen eines Arbeitsgeräts weist Sensoren auf, die das un
mittelbare Umfeld des Arbeitsgeräts überwachen. Wenn keine
Person in der Umgebung ist, so wird das Arbeitsgerät eingeschaltet.
Die Signale der Sensoren werden mit Hilfe einer
zweifachen Recheneinheit auf Übereinstimmung überprüft. Nur
bei fehlerfreiem Funktionieren der Sensoren setzt die Rechen
einheit das Arbeitsgerät in Betrieb.
Aus der Patentschrift DE 43 37 545 C2 ist eine Vorrichtung
für die Verriegelung eines Kraftfahrzeugs bekannt. Bei dieser
soll verhindert werden, dass die Türen während der Fahrt ver
riegelt sind. Hierzu wird der Zündschalter überwacht. Solange
dieser eingeschaltet ist, wird der Elektromotor zum Verrie
geln der Türen nicht eingeschaltet.
Bei einer bekannten Schaltungsanordnung zum Steuern einer Be
tätigungseinrichtung (DE 195 47 728 A1) sollen im Normalbe
trieb ausgelöste Vorgänge nicht zu gefährlichen Situationen
führen. Daher sind die Betätigungseinrichtung und die zugehö
rige Stelleinrichtung in Reihe geschaltet. Als Stelleinrich
tung dient dabei ein Türschloss eines Kraftfahrzeugs. Zünd
schloss und Lenkungsverriegelung sind nicht offenbart.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schaltungsan
ordnung zum Stromlosschalten einer Verriegelung und Verfahren
zum Stromlosschalten einer Lenkungsverriegelung eines Kraft
fahrzeugs zu schaffen, das eine verbesserte Sicherheit bie
tet.
Diese Aufgabe wird durch eine Schaltungsanordnung zum Strom
losschalten einer Verriegelung mit den Merkmalen von Patent
anspruch 1 und durch ein Verfahren zum Stromlosschalten einer
Lenkungsverriegelung eines Kraftfahrzeugs gemäß Patentan
spruch 5 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unter
ansprüchen beschrieben.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden an
hand der schematischen Zeichnung näher beschrieben. Die ein
zige Figur zeigt eine Schaltungsanordnung zum Stromlosschal
ten einer Verriegelung.
Eine Schaltungsanordnung zum Stromlosschalten einer Verriege
lung, insbesondere einer Lenkungsverriegelung (ELV) eines
Kraftfahrzeugs, weist zwei Recheneinheiten (im folgenden als
Controller 1 und Precontroller 2 bezeichnet) auf. Beiden
Controllern 1 und 2 werden an ihren Eingängen 4, 4' Signale
von Schaltern S1 - S6 (infolge manuellen Betätigens der
Schalter) von einem Zündstartschloß (EZS) parallel zugeführt.
Somit erhalten die Controller 1 und 2 identische Eingangssig
nale vom Zündschloß.
Der Controller 1 steuert über einen Ausgang 5 die Klemme KL15
und überwacht den Zustand der Klemme KL15 über einen Eingang
6. Wenn die Klemme KL15 zugeschaltet ist, so ist die Zündung
eingeschaltet. Die Klemme KL15 ist in jedem Kraftfahrzeug
vorhanden und legt bei manuellem Einschalten der Zündung die
Batteriespannung des Kraftfahrzeugs an die Zündung.
Über eine Busleitung SCI (serial communication interface) o
der SPI (shared peripheral interface) sind die beiden Cont
roller 1 und 2 miteinander verbunden. Über diese Busleitung
SCI wird beispielsweise die Stellung der Klemme KL15 dem Pre
controller 2 mitgeteilt. Über diese Busleitung SCI geschieht
auch die gegenseitige Überwachung des korrekten Arbeitens der
beiden Controller 1 und 2.
An Ausgängen 7, 7a sowie 8 und 8a der Controller 1 und 2 wer
den zwei Schalteinheiten parallel von den beiden Controllern
1 und 2 gesteuert. Die Controller 1 und 2 überwachen die
Schaltzustände des Zündschlosses über ihre Eingänge 4, 4' und
der Klemme KL15 über den Eingang 6. Wenn bestimmte Bedingun
gen, wie beispielsweise "EZS ausgeschaltet" und "KL15 ausge
schaltet", von beiden Controllern 1 und 2 als erfüllt erkannt
werden, dann werden sowohl die erste Schalteinheit als auch
die zweite Schalteinheit gemeinsam von beiden Controllern 1
und 2 geschaltet (es liegt eine UND-Verknüpfung der beiden
Controller 1 und 2 vor).
Durch die Schalteinheiten wird die Lenkungsverriegelung mit
der Spannungsversorgung verbunden oder von dieser getrennt.
Wenn die Versorgungsspannungspotentiale, daß heißt Pluspol
und Minuspol (üblicherweise Masse Gnd), an die Lenkungsver
riegelung durchgeschaltet werden, so kann die Lenkungsverrie
gelung ordnungsgemäß betrieben werden und ein Riegel kann e
lektromagnetisch gesteuert bei Bedarf in die Lenkspindel ein
gefahren (verriegeln) werden oder diese freigeben (entrie
geln). Wenn bei zugeschalteter Versorgungsspannung Steuerbe
fehle zum elektromagnetischen Steuern eines Riegels der Len
kungsverriegelung ankommen, so werden diese auch ausgeführt.
Wenn die Lenkungsverriegelung stromlos ist (Versorgungsspan
nung von der Lenkungsverriegelung getrennt), so legt keine
Spannung an und die Steuerbefehle können nicht ausgeführt
werden.
Bei der Erfindung wird die Lenkungsverriegelung von beiden
Controllern 1, 2 stromlos geschaltet, wenn die Bedingung er
füllt ist, daß das Zündschloß und die Zündung (Klemme KL15)
eingeschaltet sind. Dies ist üblicherweise bei der Fahrt der
Fall. Da das Stromlosschalten durch zwei Controller unabhän
gig voneinander gesteuert und nur dann auch tatsächlich
durchgeführt wird, wenn jeder der beiden Controller die ent
sprechende Bedingung als erfüllt erkennt, ist die Sicherheit
erhöht, daß die Lenkungsverriegelung nicht fehlerhaft während
der Fahrt eingeschaltet wird.
Das Steuern der Lenkungsverriegelung selber geschieht über
den Controller 1, der mit seinem Ausgang 9 mit der Lenkungs
verriegelung elektrisch verbunden ist (Kommunikation mittels
Datenprotokoll).
Solange die Lenkungsverriegelung stromlos geschaltet ist,
kann ein Steuersignal zum Ver- oder Entriegeln der Lenkungs
verriegelung nicht ausgeführt werden.
Die Schalteinheiten sind hier als einfache Transistoren T1,
T2 und T3 ausgeführt. Ein erster Transistor T1 ist mit seiner
Basis mit einem Ausgang 8a des Precontrollers 2 verbunden.
Sein Emitter ist mit einem Ausgang 7 des Controllers 2 ver
bunden. Sein Kollektor steuert einen Leistungstreiber 3, der
lediglich bei aktiver Ansteuerung den Pluspol der Versor
gungsspannung (hier +12 V der Batteriespannung des Bordnetzes)
an einen ersten Ausgangsanschluß 10 legt. Dieser erste Aus
gangsanschluß ist gleichzeitig der positive Versorgungsspan
nungsanschluß (ELV+ oder Ubb) der Lenkungsverriegelung. Liegt
an der Basis von Transistor T1 eine logische "0" als Aus
gangssignal des Precontrollers 2 und an dem Emitter von Tran
sistor T1 eine logische "1" als Ausgangssignal des Control
lers 1 an, so schaltet der Transistor T1 durch, wodurch der
Leistungstreiber aktiviert wird, um die Versorgungsspannung
von +12 V an den Ausgangsanschluß 10 und damit an die Len
kungsverriegelung anzulegen.
Ein zweiter Transistor T2 ist mit seiner Basis mit einem Aus
gang 8 des Precontrollers 2 verbunden. Sein Emitter ist mit
einem Ausgang 7a des Controllers 1 verbunden. Sein Kollektor
steuert einen weiteren Transistor T3, durch den im einge
schalteten Zustand Masse (0 V) an einen zweiten Ausgang
sanschluß 11 (ELV- oder GND) legt. Dieser zweite Ausgang
sanschluß 11 ist gleichzeitig der negative Versorgungsspannungsanschluß
(Masse) der Lenkungsverriegelung. Liegt an der
Basis von Transistor T2 ebenfalls das Ausgangssignal des Pre
controllers 2 (logische "0") und an dem Emitter von Transis
tor T2 ebenfalls Ausgangssignal des Controllers 1 (logische
"1") an, so schaltet der Transistor T2 durch, wodurch der
Transistor T3 leitend wird und somit Massepotential an den
Minuspol der Lenkungsverriegelung legt.
Ob die jeweiligen Spannungspotentiale auch tatsächlich an den
beiden Ausgangsanschlüssen 10, 11 anliegen, kann durch je
weils eine Meßleitung überprüft werden, die einerseits über
ohmsche Spannungsteiler 12, 13 das Potential am jeweiligen
Ausgangsanschluß 10, 11 abgreifen und Eingängen 14, 14' des
Controllers 1 bzw. Precontrollers 2 zuführen. In den Control
lern 1 und 2 kann dann überprüft werden, ob die Spannungspo
tential der Versorgungsspannungsanschlüsse der Lenkungsver
riegelung auch wie gewünscht eingenommen wurden.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren und der erfindungsgemäßen
Schaltungsanordnung werden bei Vorliegen bestimmter Bedingun
gen beide Versorgungsspannungsanschlüsse der Lenkungsverrie
gelung stromlos geschaltet. Und beide auch nur dann, wenn die
zwei Controller 1 und 2 unabhängig voneinander jeweils vorge
gebene Bedingungen als erfüllt erkennen. Somit wird die Len
kungsverriegelung im Fahrbetrieb sicher stromlos geschaltet.
Da die Aktivierung der Spannungsversorgung für die Lenkungs
verriegelung über zwei unabhängige Systeme erfolgt, kann auch
eine nicht beabsichtigte Fremdversorgung, wie beispielsweise
infolge eines Kurzschlusses eines positiven Potentials mit
dem positiven Versorgungsanschluß der Lenkungsverriegelung,
nicht zwangsweise zu einer fehlerhaften und unkontrollierten
Spannungsversorgung der Lenkungsverriegelung führen.
Das Ver- oder Entriegeln der Lenkungsverriegelung geschieht
zu einem Zeitpunkt, wenn beispielsweise der Zündschlüssel in
das Zündschloß eingeführt oder aus diesem entnommen wird. Zum
Entriegeln muß der Zündschlüssel seine Berechtigung (Authen
tifikation) beispielsweise in Form seiner mechanischen oder
elektronischen Codierung nachweisen. Mit dem Drehen des Zünd
schlüssels im Zündschloß werden diverse Schalter S1-S6 ge
schaltet, wodurch dann auch die Klemme KL15 eingeschaltet
wird.
Statt eines Zündschlüssels kann auch ein Scheckkarten großer
Codegeber verwendet werden, der infolge des Betätigens eines
Startschalters nach einem Anforderungssignal sein Codesignal
aussendet, das dann auf seine Berechtigung überprüft wird.
Anschließend erfolgen diverse Schaltvorgänge (über die Schal
ter S1-S6), wie Einschalten der Zusatzgeräte (Radio) und
Klemme KL15.
Voraussetzung bei der Erfindung ist jedoch, daß die Lenkung
entriegelt ist, bevor die Lenkungsverriegelung stromlos ge
schaltet wird.
Controller 1 und Precontroller 2 können durch Mikroprozesso
ren realisiert werden. Die Transistoren T1, T2, T3 können
einfache pnp- oder npn-Transistoren sein. Der Leistungstrei
ber 3 kann durch einen Treiberbaustein, wie z. B. einen high
side driver, realisiert werden.
Claims (6)
1. Schaltungsanordnung zum Stromlosschalten einer Verriege
lung mit:
- - zumindest zwei unabhängig voneinander arbeitenden Rechen einheiten (1, 2), denen identische Eingangssignale zuge führt werden und die bei Vorliegen von erkannten Schaltbe dingungen Steuersignale an ihren Ausgängen (7, 7a, 8, 8a) erzeugen, und
- - zumindest zwei Schaltelemente (T1, T2), die jeweils mit je einem Ausgang (7, 7a, 8, 8a) von jeder Recheneinheit (1, 2) verbunden sind und die durch die Steuersignale geschaltet werden,
- - wobei die erste Schalteinheit (T1) einen positiven Versor gungsspannungsanschluß an die Verriegelung und die zweite Schalteinheit (T2) einen negativen Versorgungsspannung sanschluß an die Verriegelung schaltet.
2. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die Schaltelemente (T1, T2) Transistoren sind, deren
Emitter mit der ersten Recheneinheit (1) und deren Basis mit
der zweiten Recheneinheit (2) verbunden sind.
3. Schaltungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß die Recheneinheiten (1, 2)
Mikroprozessoren sind.
4. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die Verriegelung eine elektronische Lenkungsverrie
gelung (ELV) eines Kraftfahrzeugs ist und die Schaltbedingun
gen infolge manuellen Betätigens eines Zündstartschlosses
(EZS) vorgegeben werden.
5. Verfahren zum Stromlosschalten einer Lenkungsverriegelung
eines Kraftfahrzeugs gekennzeichnet durch folgende Schritte:
- Auswerten von Schaltstellungen eines Zündstartschalters
(EZS) und des Zustands der Zündung (KL15) durch zwei unab
hängig voneinander arbeitenden Recheneinheiten (1, 2), und
- - Stromlosschalten sowohl eines Pluspols (10, ELV+) als auch eines Minuspols (11, ELV-) einer Spannungsversorgung der Lenkungsverriegelung (ELV), durch beide Recheneinheiten, (1, 2) falls der Zündstartschalter (EZS) und die Zündung (KL15) eingeschaltet sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19962180A DE19962180C1 (de) | 1999-12-22 | 1999-12-22 | Schaltungsanordnung zum Stromlosschalten einer Verriegelung und Verfahren zum Stromlosschalten einer Lenkungsverriegelung eines Kraftfahrzeugs |
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| DE (1) | DE19962180C1 (de) |
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- 1999-12-22 DE DE19962180A patent/DE19962180C1/de not_active Expired - Fee Related
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