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Die
Erfindung betrifft einen getriebelosen Seilaufzug mit einem von
mehreren parallelen Tragseilen doppelt umschlungenen Treibscheibenantrieb mit
Gegenscheibe, einem Fahrkorb, Führungsschienen
für den
Fahrkorb und einem Gegengewicht, insbesondere für eine maschinenraumlose Installation der
Aufzugsmaschine.
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Bei
Seilaufzügen
sind Fahrkorb und Gegengewicht über
das Tragmittel Seil miteinander verbunden. Das Gegengewicht gleicht
die Eigenmasse des Fahrkorbs und einen Teil, meistens die Hälfte, der Nutzlast
sowie die Hälfte
der Eigenmasse der zum Fahrkorb führenden Hängekabel aus. Aus Sicherheitsgründen sind
mindestens zwei parallel laufende Tragseile vorgeschrieben. Heutzutage
werden Seilaufzüge
anstelle der früher üblichen
Seiltrommelantriebe mit Treibscheibenantrieben ausgerüstet, wobei die
Treibscheibe auch als Treibkranz ausgeführt sein kann. Als Antriebsaggregat
werden Elektromotoren verwendet. Treibscheibe und Antriebsmotor
einschließlich
seines energetischen und Steuer-Teils sind wesentliche Komponenten
einer getriebelosen Aufzugsmaschine. Getriebelose Aufzugsmaschinen sind äußerst geräuscharm
sowie klein und kostengünstig.
Sie sind vorteilhafter als Aufzugsmaschinen mit Getriebe. Bei ihnen
wird kein umweltgefährdendes
Getriebeöl
benötigt
und durch den Wegfall des Getriebes verbessert sich der Wirkungsgrad.
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Die
Aufzugsmaschine ist in einem separaten Maschinenraum oder auch direkt
im Fahrzeugschacht installiert. Im letztgenannten Falle kann sie im
oberen oder unteren Teil des Schachtes, seitlich im Raum für das Gegengewicht
oder unmittelbar auf bzw. unter dem Fahrkorb installiert sein. Je
nach der Installationsweise, der Fahrkorb-Nutzlast und weiterer
Gegebenheiten, wie Förderhöhe oder
Fördergeschwindigkeit,
haben sich unterschiedliche Tragseilführungen herausgebildet.
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Im
einfachsten Fall, der Einfachaufhängung, ist das Tragseil vom
Fahrkorb kommend über
die im Schachtkopf oder im darüber
befindlichen Maschinenraum fest installierte Treibscheibe zum Gegengewicht
geführt.
Es gibt aber auch andere Tragseilführungen in Mehrfachaufhängungen,
die unter Verwendung von losen Rollen zugleich ein bestimmtes Übersetzungsverhältnis von
Seil- zu Fahrkorbgeschwindigkeit realisieren. Wird beispielsweise
der Seiltrieb mit einer losen Rolle auf dem Fahrkorb und einer losen
Rolle auf dem Gegengewicht ausgeführt, verringert sich das Drehmoment
des Antriebsmotors auf die Hälfte
bei doppelter Drehzahl. Die Maschine wird kleiner und läßt sich
problemloser im Aufzugsschacht installieren.
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Zum
Erhöhen
oder Erzielen der erforderlichen Treibfähigkeit ist es bekannt, eine "doppelte Umschlingung" zu wählen, die
dann in Verbindung mit geräusch-
und verschleißgünstigeren
Halbrundrillen ausgeführt
wird.
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Eine
Anordnung mit doppelter Umschlingung durch zwei oder mehr parallele
Tragseile ist beispielsweise in der
DE 36 34 859 A1 beschrieben. Die sich vom
Fahrkorb zum Gegengewicht erstreckenden Tragseile sind zweimal um
die Treibscheibe und zwischen diesen Schleifen einmal um eine Umlenkscheibe
geschlungen, wobei der Berührungswinkel zwischen
der Treibscheibe und den Tragseilen in beiden Schleifen um die Treibscheibe
180° übersteigt. Eine
Variante mit doppelter Umschlingung und zwei Umlenkscheiben ist
in
2c der
EP 0 578 237 A1 dargestellt.
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Eine
maschinenraumlose Anordnung mit doppelter Umschlingung der Treibscheibe
ist in WO 99/43595 dargestellt. Gemäß 2 läuft das
Tragmittel, von einem oberen Seilanschlag kommend, doppelt um Treibscheibe
und Gegenscheibe, die beide am Boden des Fahrkorbes befestigt sind,
im weiteren wieder nach oben, wo es an einer festen Rolle umlenkt
und letztlich über
eine lose Rolle am Gegengewicht zu einem zweiten oberen Seilanschlag. Treibscheibe
und Gegenscheibe haben einen solchen Abstand zueinander, daß eine Umlenkrolle
am Fahrkorbboden unnötig
wird. Als Tragmittel sind zwei parallele Flachstränge vorgesehen,
wie sie beispielsweise in der WO 99/43885 näher angegeben sind. Weitere
Flachstränge
sind beispielsweise in der WO 98/29327 gezeigt. Flachstränge bestehen
im Gegensatz zu den gebräuchlichen
Rundseilen aus mehreren kleinen, parallel laufenden, metallischen
oder nichtmetallischen Litzen oder Seilen, die gemeinsam von einer
flachbandartigen, nichtmetallischen Umhüllung eingeschlossen sind.
Die Litzenstärke
nach WO 99/43885 ermöglicht
Flachstränge äußerst geringer Dicke.
Nach einer gängigen
Berechnungsvorschrift, wonach der Treibscheibendurchmesser mindestens dem
40-fachen Tragseildurchmesser entsprechen soll, ergeben sich Treibscheibendurchmesser
von 100 mm und darunter. Kleine Treibscheibendurchmesser wirken
sich direkt proportional auf das aufzubringende Drehmoment und damit
auf die Baugröße der Antriebsmotoren
aus. D. h., je kleiner der Treibscheibendurchmesser ist, desto weniger
Drehmoment muß auf
die Treibscheibe aufgebracht werden und desto kompakter und kostengünstiger
kann der Antriebsmotor konstruiert sein.
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Gemäß den vorangegangenen
Ausführungen
sind kleine Treibscheibendurchmesser im Aufzugsbau besonders vorteilhaft,
da sie eine kompakte Bauweise des Antriebsmotors ermöglichen.
Kleine Treibscheiben weisen jedoch den Nachteil auf, daß das Tragseil
mehr beansprucht wird und die Seillebensdauer dadurch verringert
wird. Um bei den Aufzügen
nach dem Stand der Technik eine ausreichende Seillebensdauer zu
gewährleisten,
werden deshalb Treibscheibendurchmesser von mindestens dem 40fachen
Tragseildurchmesser verwendet, wobei die Reduzierung des Tragseildurchmessers durch
die Verwendung der oben beschriebenen Flachstränge als Treibseile mit besonders
geringem Durchmesser erreicht wird.
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Nachteilig
an den Flachsträngen
ist jedoch die Notwendigkeit des Herstellens und Auf-Vorrat-Haltens
spezieller, sehr kostenintensiver Tragmittel für alle Traglastgrößen. Außerdem sind
beginnende Schäden
am Tragmittel, die zu einer ernsthaften Gefährdung des Aufzugsbetriebes
oder gar der Sicherheit führen
können,
nur mit erheblichem technologischem Aufwand oder gar nicht zu detektieren.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen getriebelosen Seilaufzug
mit doppelter Umschlingung so weiterzuentwickeln, daß die Nachteile der
Flachstränge
vermieden werden und der Aufzug eine kompakte und kostengünstige Bauweise
aufweist.
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Die
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die
im Anspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
sind in den abhängigen Ansprüchen 2 bis
21 angegeben.
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Anstelle
zwei oder drei extrem dünner
Flachstränge
werden bei dem erfindungsgemäßen Aufzug immer
gleichdünne
Tragseile verwendet, wobei das Verhältnis des Treibscheibendurchmessers
zum Nenndurchmesser der Tragseile ≤ 40
ist. Ein Verhältnis
von im wesentlichen 30 hat sich dabei als sehr vorteilhaft erwiesen.
Hierdurch werden geringe Treibscheibendurchmesser ermöglicht,
wodurch eine kompakte und kostengünstige Bauweise des Antriebsmotors
gewährleistet
ist. Die verringerte Seillebensdauer, die sich durch einen verminderten
Treibscheibendurchmesser ergibt, wird erfindungsgemäß durch
die Verwendung von Halbrund-Treibrillen
vermieden, in denen die Tragseile laufen. Zwar wird durch die Verwendung
von Halbrundrillen die Treibfähigkeit
der Antriebsscheibe vermindert, dies wird jedoch durch die Verwendung
einer Doppelumschlingung kompensiert. Die Tragseile laufen in unterschnittlosen
Treibrillen, jedoch können
auch Treibrillen mit einem geringen Unterschnitt, vorzugsweise von
1–3 mm,
verwendet werden. Ein solcher geringer Unterschnitt kann sich positiv
auf die Laufeigenschaften auswirken.
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Das
Antriebsmoment kann bei dem erfindungsgemäßen Seilzug stark verkleinert
werden, womit auch die Antriebsmaschine kleiner wird. Andererseits
erfahren die Tragseile nicht einen so extremen Biegeradius und so
extreme Abrollgeschwindigkeiten wie die Flachstränge auf Treibscheiben mit einem Durchmesser
von ≤ 100
mm.
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Die
dünnen
Tragseile liegen in den dem Tragseildurchmesser exakt angepaßten Halbrundrillen
der Treibscheibe sehr gut auf, wodurch Verformungen des Seils und
Querpressungen vermieden werden und die Flächenpressung verringert wird.
Die Tragseile erreichen dadurch eine hohe Aufliegezeit. Aufgrund
des kreisrunden Querschnitts der Tragseile "finden" sich die Seile immer in den größenmäßig exakt
angepaßten
Halbrundrillen des Treibrades. Sie haben folglich keine Neigung,
infolge Schwingungen oder ungleicher Belastung aus ihrem Bett zu
wandern. Zusätzlich
tritt eine nicht zu unterschätzende Geräuschminderung
auf.
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Der
Erfindung liegt somit die Erkenntnis zugrunde, daß durch
eine Kombination einer Doppelumschlingung des Treibseils mit der
Führung
in Halbrund-Treibrillen, das Verhältnis Treibscheibendurchmesser
zu Nenndurchmesser der Tragseile reduziert werden kann, wodurch
kleinere Tragseildurchmesser und somit eine kostengünstigere
Bauweise des Seilaufzugs bei unvermindert langer Seillebensdauer
gewährleistet
wird.
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Es
müssen
als weiterer Vorteil nicht unterschiedliche Seilstärken oder
Flachstrangbreiten auf Lager gehalten werden. Man kommt mit Treibscheiben
einer Rillengröße aus,
wobei eine Treibscheibe zugleich über einen großen oder
den gesamten Nutzlastbereich hinweg konzipiert sein kann.
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Die
visuelle Kontrolle der Tragseile auf Ermüdungsschäden, das manuelle Erfühlen von
Drahtbrüchen
mit Fühlwerkzeugen
und die Wärmeabfuhr aus
den Tragseilen ist gegenüber
Kunststoff-Flachsträngen
erheblich sicherer und einfacher. Der Bruch einer Litze, Aufdoldungen,
Quetschungen, starker Verschleiß oder
Korrosion der Einzeldrähte
können in
kunststoffummantelten Flachsträngen
visuell gar nicht und mit magnetinduktiven Verfahren nur zum Teil
festgestellt werden. Die Herstellungs- und Beschaffungskosten von
Rundseilen im Vergleich zu Flachsträngen sind erheblich geringer.
Es besteht keine Gefahr der Beschädigung durch Marderbisse, wie
sie bei Kunststoffflachsträngen
nicht auszuschließen
sind. Bei unterschiedlichen Längen
der Einzellitzen oder Einzelseile eines kunststoffummantelten Flachstranges
verzieht sich der gesamte Flachstrang und seine Treibfähigkeit
und Aufliegezeit verringert sich.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung werden besonders dünne Tragseile
mit einem Nenndurchmesser zwischen 5 bis 7 mm, insbesondere von ≤ 6 mm verwendet.
Mit einer Mehrzahl solcher dünner
Tragseile lassen sich Anpassungen an die Fahrkorb-Nutzlast feinstufiger vornehmen.
Auch ist die Schmierung und Säuberung dünner Seile
effektiver als es bei dickeren Seilen der Fall ist. Demgegenüber sind
bei Aufzügen
mit kunststoffummantelten Flachsträngen oder wenigen dicken Tragseilen
größere Abstufungen
zur Anpassung an die Tragfähigkeit
eines Aufzugs ein notwendiges Übel.
Da eine Unterdimensionierung für
Aufzüge
nicht in Frage kommt, werden die Seile immer überdimensioniert sein, was
die Aufzugsanlage verteuert.
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Die
Erfindung soll anhand von Ausführungsbeispielen
näher erläutert werden.
In der zugehörigen
Zeichnung zeigen:
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1a eine
prinzipielle Darstellung eines Seiltriebs mit doppelter Umschlingung
in der Seitenansicht und
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1b in
der Draufsicht,
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2 ein
Beispiel einer Schachtkopf-Installation und 2:1-Aufhängung,
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3 ein
Beispiel einer Schachtwand-Installation und 2:1-Aufhängung,
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4 ein
Beispiel einer Fahrkorbboden-Installation und 2:1-Aufhängung und
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5 ein
Beispiel einer Fahrkorbdach-Installation und 2:1-Aufhängung.
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In 1 ist
ein an sich bekannter Seiltrieb mit doppelter Umschlingung näher dargestellt.
Ein Satz Tragseile 1, bestehend im Beispiel aus 8 parallel laufenden
Tragseilen mit einem Nenndurchmesser von 6 mm, wird von unten kommend über eine
Treibscheibe 2 mit einem Nenndurchmesser von 240 mm und
Halbrundrillen 4 zu einer Gegenscheibe 3 mit gleichfalls
einem Nenndurchmesser von 240 mm geführt, umschlingt die Gegenscheibe 3,
läuft zurück zur Treibscheibe 2,
umschlingt die Treibscheibe 2, läuft zurück zur Gegenscheibe 3 und
wird über
diese wieder nach unten geführt.
Statt Treibscheibe mit einem Nenndurchmesser von 240 mm können auch solche
mit geringem Nenndurchmesser verwendet werden. Beispielsweise kann
der Nenndurchmesser lediglich 180 mm betragen, was einem Verhältnis von Treibscheibendurchmesser
zu Nenndurchmesser der Tragseile von 30 entspricht.
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In 1a ist
zur besseren Übersicht
nur eines der 8 Tragseile des Tragseilsatzes 1 eingezeichnet.
Treibscheibe 2 und Gegenscheibe 3 sind waagerecht
zueinander angeordnet dargestellt. Ebenso können sie auch senkrecht zueinander
angeordnet sein. Der Abstand der Gegenscheibe 3 zur Treibscheibe 2 ist
so gewählt,
daß bei
waagerechten Scheibenanordnung im Schachtkopf der Tragseilsatz 1 außen an den
in 1 nicht dargestellten Fahrkorbseiten vorbeiläuft. Hierdurch
entfällt
eine ansonsten notwendige zusätzliche
Umlenkscheibe.
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Aus 1b ist
ersichtlich, daß die
Gegenscheibe 3 zur Treibscheibe 2 um ein gewisses
Stück versetzt
ist, in der Regel um den halben Seilmittenabstand. Treibscheibe 2 und
Gegenscheibe 3 können zusätzlich zu
den Lotachsen leicht verdreht sein, um der spiralförmigen Umschlingung
gerecht zu werden, wobei die Tragseile im Bereich der doppelten
Führung
wechselweise aufliegen. Die Seilablenkung läßt sich auf diese Weise minimieren.
Die Tragseile laufen in Halbrundrillen der Treibscheibe 2,
die dem Nenndurchmesser der Tragseile angepaßt sind und entsprechenden
Rillen der Gegenscheibe 3. Dies gewährleistet nicht nur eine exakte
Seilführung
und hohe Lebensdauer, sondern auch infolge des flächigen Aufliegens
eine ausgezeichnete Treibfähigkeit. Bei
unterschnittenen Sitzrillen würden
die Tragseile nur auf einem Teil der möglichen Seiloberfläche aufliegen.
Dadurch und durch die Keilwirkung im Seilsitz würden sich Querpressungen und
Verformungen einstellen.
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Bei
einer Aufhängung
2:1 und den üblichen Bedingungen
für die
Fahrkorbmasse und die Förderhöhe eines
Personenaufzugs lassen sich mit einem Tragseilsatz von sechs 6 mm-Tragseilen
Fahrkorb-Nutzlasten bis zu 450 kg bei Fahrkorbgeschwindigkeiten
von 1 m/s realisieren. Es sind jedoch auch höhere Geschwindigkeiten von
bis zu 2 m/s oder mehr denkbar. Für höhere Nutzlasten, beispielsweise eine
630 kg Fahrkorb-Nutzlast und eine Fahrkorbgeschwindigkeit von 1
m/s werden etwa 8 Tragseile aufgelegt, je nach der Bruchkraft der
Tragseile, und für Fahrkorb-Nutzlasten
zwischen 800 kg und 1.000 kg 9 bis 12 Tragseile, wiederum in Abhängigkeit
von der Bruchkraft der Tragseile.
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Die
Bruchkraft der Tragseile hängt
außer vom
Nenndurchmesser der Tragseile entscheidend vom Material und Aufbau
eines Tragseiles ab. Die wichtigsten technischen Daten wie Zugfestigkeit
der Drähte,
rechnerische Bruchkraft und ermittelte Bruchkraft, werden vom Hersteller
in einer Werksbescheinigung angegeben und dienen dem Aufzugsbau
zur Berechnung der notwendigen Anzahl der Tragseile des Tragseilsatzes 1.
Die vorgenannten Angaben können
deshalb nur Anhaltswerte sein, zumal ein u.a. von der Seilnenngeschwindigkeit
und der Seilführung
abhängiger,
hoher Sicherheitsfaktor das Ergebnis maßgeblich beeinflußt.
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In 2 ist
ein Beispiel für
eine maschinenraumlose Installation des Treibscheibenantriebes im Schachtkopf
schematisch dargestellt. Die Schachtwand 5 umgrenzt den
freien Schachtraum. Von oben sieht man auf das Dach des Fahrkorbs 6. Über dem Fahrkorb 6 ist
der Treibscheibenantrieb mit dem Antriebsmotor 7, der Treibscheibe 2 mit
einem entsprechenden Nenndurchmesser von etwa 240 mm und der Gegenscheibe 3 mit
einem Nenndurchmesser von etwa 240 mm im Schachtkopf so installiert,
daß der
die Treibscheibe 2 doppelt umschlingende Tragseilsatz 1 mit
seinen 6 mm-Tragseilen an den Seitenwänden des Fahrkorbs 6 vorbei
direkt nach unten läuft,
wobei ein Ende des Tragseilsatzes 1 zwei Umlenkscheiben 8, 9,
die als "Unterflasche" am Fahrkorbboden
befestigt sind, umschlingt und nach oben zu ei nem ersten Seilanschlag 10 läuft und
das andere Ende des Tragseilsatzes 1 eine am Gegengewicht 11 installierte
Umlenkscheibe 12 umschlingt und dann zu einem zweiten Seilanschlag 13 nach
oben läuft.
Das Gegengewicht 11 und seine Umlenkscheibe 12 laufen
seitlich zwischen der Schachtwand 5 und einer Seitenwand
des Fahrkorbes 6. Die Seilführung, mit der ein 2:1-Übersetzungsverhältnis der Seilgeschwindigkeit
an der Treibscheibe 2 zur Fahrkorbgeschwindigkeit bei halbiertem
Treibmoment erreicht wird, kommt dem Einsatz eines kleinen, schneller
laufenden Antriebsmotors 7 mit kleiner Treibscheibe 2 und
dünnen
Tragseilen sehr entgegen und ist schematisch nochmals gesondert
dargestellt. Die Befestigungsmittel für den Treibscheibenantrieb im
Schachtkopf sind ebenso weggelassen wie die seitlichen Führungsschienen
für den
Fahrkorb und weitere Komponenten eines üblichen Seilaufzuges.
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Wird
der Treibscheibenantrieb anstatt in einem Schachtkopf in einer Schachtgrube
installiert, werden zwei weitere Umlenkrollen notwendig, was die
Anzahl der Biegewechsel der Tragseile erhöht und ihre Seillebensdauer
verringert. Bei Rekonstruktionen wird man infolge der baulichen
Gegebenheiten allerdings auf eine derartige Lösung kaum verzichten können.
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3 zeigt
die Installation eines Treibscheibenantriebes an einer Schachtwand 5.
Bei diesem Beispiel sind die Treibscheibe 2 und die Gegenscheibe 3 untereinander
im verlängerten
Raum für
das Gegengewicht 11 angeordnet. Der Satz Tragseile 1 läuft von
einem ersten Seilanschlag 10 über die Umlenkrollen 8, 9 zum
Treibscheibenantrieb 3, 2, umschlingt die vom
Antriebsmotor 7 angetriebene Treibscheibe 2 doppelt,
läuft zur
Umlenkrolle 12, an der das Gegengewicht 11 hängt, und
läuft letztlich
zu dem zweiten Seilanschlag 13. Die Umlenkrollen 8, 9 können sowohl
auf dem Dach des Fahrkorbes 6 als auch unter dem Boden
des Fahrkorbes 6 befestigt sein. Beide Varianten sind schematisch
dargestellt. Die beschriebenen Tragseilführung realisiert eine 2:1-Aufhängung.
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Ist
der Treibscheibenantrieb oben, unten oder seitlich im Schacht fest
installiert, so wird er zweckmäßigerweise
am Aufzugsrahmen befestigt.
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In 4 ist
der Treibscheibenantrieb am Boden des Fahrkorbes 6 installiert.
Der Satz Tragseile 1 läuft
von dem ersten Seilanschlag 10 um die Gegenscheibe 3 und
die Treibscheibe 2 herum, die beide am Boden des Fahrkorbes 6 befestigt
sind, im weiteren nach oben, über
eine Umlenkrolle 14, umschlingt die Umlenkrolle 12 am
Gegengewicht und ist letztlich mit dem zweiten Ende am zweiten Seilanschlag 13 befestigt.
Es wird wiederum eine 2:1-Aufhängung realisiert.
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Gemäß 5 ist
der Treibscheibenantrieb auf dem Dach des Fahrkorbes 6 installiert.
Die Seilführung
entspricht der Seilführung
nach 4. Entscheidend für die Wahl der Installation
des Treibscheibenantriebes am Fahrkorbboden oder auf dem Fahrkorbdach
sind letztendlich die örtlichen
Gegebenheiten im Schacht und die Möglichkeiten für eine behinderungsarme
Wartung des Treibscheibenantriebes.
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Ist
der Treibscheibenantrieb am Fahrkorb 6 installiert, so
wird der Fahrkorbrahmen oder der Fahrkorbhauptträger zweckmäßigerweise um entsprechende
Haltemittel ergänzt.
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Die
Fahrkorbaufhängung
kann im Verhältnis 1:1,
2:1 oder auch 4:1 erfolgen, je nachdem, ob und wieviel lose Rollen
eingesetzt werden.
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Als
Tragseile können
einlagige Rundlitzenseile eingesetzt werden, wobei die einzelnen Runddrähte aus
unlegiertem Stahl mit einem relativ großen Gehalt an Kohlenstoff von
0,4 % bis 1 % gezogen sind. Es können
aber auch mehrlagige Rundlitzenseile verwendet werden. Ferner sind
Tragseile aus Kunststoffdrähten
oder Stahl- und
Kunststoffdrähten
einsetzbar. Ein bevorzugter Kunststoff, weil hoch reißfest, ist
beispielsweise Aramid.
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Die
Tragseile besitzen in einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung
einen Nenndurchmesser von 6 mm, was Treibscheibedurchmesser von 240
mm und kleiner ermöglicht.
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Zur
zusätzlichen
Verkleinerung des Treibscheibenantriebes und zur Erhöhung seiner
Lebensdauer trägt
bei, wenn in einer weiteren Ausgestaltung der Motor des Treibscheibenantriebes
selbst ohne mechanische Doppel-Nothaltebremsvorrichtung ausgeführt ist
und dafür
eine Doppel-Nothaltebremsvorrichtung am Fahrkorb 6 angeordnet
ist, die auf beide Seiten mindestens einer Führungsschiene für den Fahrkorb 6 wirkt.
Vorzugsweise ist dann die Doppel-Nothaltebremsvorrichtung eine Zweischeiben-Zangenbremse.
Der Elektromotor ist nach einer weiteren bevorzugten Ausbildung
als Umrichter-gesteuerter Drehstrom-Synchron- oder Drehstrom-Asynchronmotor
ausgebildet.
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- 1
- Satz
Tragseile
- 2
- Treibscheibe
- 3
- Gegenscheibe
- 4
- Halbrundrillen
- 5
- Schachtwand
- 6
- Fahrkorb
- 7
- Antriebsmotor
- 8
- Umlenkscheibe
- 9
- Umlenkscheibe
- 10
- Seilanschlag
- 11
- Gegengewicht
- 12
- Umlenkscheibe
- 13
- Seilanschlag
- 14
- Umlenkscheibe