DE2020A - Drehscheibe für Eisenbahnen mit indirekter Unterstützung des Mittelzapfens - Google Patents
Drehscheibe für Eisenbahnen mit indirekter Unterstützung des MittelzapfensInfo
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Description
Patent-Anspruch: Die indirecte Unterstützung des Mittelpunktes einer Drehscheibe
und die Lagerung derselben auf einem einfachen Kranze, welcher bequem unterstopft werden kann,
ganz gleich, ob der Mittelpunkt hauptsächlich belastet wird, oder nur als Führungspunkt dient.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Claims (1)
1877.
Klasse 20.
C. FLOHR in BERLIN. Drehscheibe für Eisenbahnen mit indirecter Unterstützung des Mittelzapfens.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 24. März 1878 ab.
Um die Uebelstände der Mauerwerkfundirung bei Drehscheiben zu vermeiden und überhaupt
bei gewöhnlichen Bodenverhältnissen eine billige und bequeme Fundirung herzustellen, wurde bei
vorliegender Construction als Fundirungsmaterial Kies und Steinschlag angenommen, woraus ein
Schotterbett mit verschiedenen Lagen hergestellt wird.
Um die Bewegung der Drehscheibe möglichst leicht zu machen, welches dann eintritt, wenn
die gröfste event, ganze Last auf dem Central zapfen
ruht und die Laufräder nur einen geringen Theil zu tragen haben, wurde bei der
vorliegenden Construction eine indirecte Unterstützung des Scheibenmittelpunktes gewählt. Es
ist daher ermöglicht, den sonst üblichen mittleren Fundamenttheil fortzulassen und die Fundamentplatte
auf eine geringe Fläche zu beschränken, welche bei etwaigem Senken der Drehscheibe bequem unterstopft werden kann,
wodurch die ganze Construction wieder in die ursprüngliche Schienenoberkante gehoben wird.
Der Drehkörper α (Fig. 1) hängt mit zwei
Schrauben am Druckhaupte b, welches wiederum mit seinem Druckzapfen in einer Gufsstahlpfanne
c ruht. Letztere liegt im Centralzapfen d und wird von der Hülse des Drehkörpers so
umschlossen, dafs ein Pendeln des letzteren stattfinden kann. Die Druckstangen e e . . . greifen
einerseits an die vorspringenden Augen des Centralzapfens d, am anderen Ende sind sie
am Kranz f, in beiden Punkten drehbar, befestigt. Die Einfassung der Grube geschieht
durch einen Ring g, der mit dem Kranz f verbunden ist, dessen nach unten vorspringende
Theile, hier Winkel- und T-Eisen, zur vortheilhaften Unterstopfung dienen. Um die Steifigkeit
des Kranzes / zu erhöhen, ist hier eine Eisenbahnschiene als Laufring benutzt, die mit
dem Kranze fest vernietet ist; letzteres konnte geschehen, weil ein Auswechseln der Schienen
zum Laufring nur in sehr seltenen Fällen vorkommt und alle anderen Befestigungen mit
Schrauben und Zwischenlegen von Platten nur Unzuträglichkeiten herbeiführen. Die strebenförmig
gegen den Centralzapfen d gerichteten Druckstangen e e . . . übertragen die Belastung
auf den Kranz f. Der hierdurch eintretende Horizontalschub wird durch die Zugstangen Ah.. .
welche sich in einem Spannring i vereinigen, aufgenommen, so dafs in dem Kranz f keine
Horizontalspannungen entstehen, und wird derselbe nur durch Verticalkräfte belastet. Die
Lagerung der Laufräder ist durch Stellschrauben in verticaler Richtung regulirbar und kann
der Drehkörper mit Hülfe der Schrauben im Druckhaupt b gehoben und gesenkt werden.
Der Ring / dient zur Aussteifung der Streben gegen Verdrehung und ist mit diesen durch
Nieten oder Schrauben fest verbunden.
Beim Auffahren des Wagens auf die Drehscheibe wird der Kranz / zuerst direct belastet
und ist die Auflagerfläche desselben so reichlich bemessen, dafs der Druck auf die Quadrateinheit
noch unter dem bei einer Eisenbahnschwelle bleibt. Sobald die Last weiter vorrückt,
vertheilt sie sich auf den Centralzapfen. d und von hier aus durch die Streben e e . . . auf
die ganze Peripherie des Kranzes /, so dafs derselbe annähernd gleichmäfsig belastet wird.
Die Abdeckung der Drehscheibe durch Eisenblech oder Holz ist in der Zeichnung fortgelassen;
dieselbe wird so angeordnet, dafs ein bequemes Entfernen derselben möglich ist, um
behufs Unterstopfung in den unteren Raum der Grube gelangen zu können. Die punktirte Linie
giebt eine verschliefsbare Ueberdeckung des Druckhauptes an, die gleichzeitig das Schmiermaterial
vor Staub schützt.
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