DE202007005531U1 - Rollosystem, insbesondere für ein Schiebedach - Google Patents
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Abstract
Description
- Die Erfindung betrifft ein Rollosystem, insbesondere für ein Fahrzeugschiebedach, mit zwei Führungsschienen, in denen jeweils ein in zwei Verschieberichtungen verschieblicher Schlitten geführt ist, welcher mit einem Spriegel verbunden ist, an dem ein Rollo befestigt ist, wobei eine Rückzugfeder vorgesehen ist, die bestrebt ist, das Rollo aufgewickelt zu halten.
- Derartige Rollos werden z.B. als Beschattung für Glasdächer oder Schiebedachöffnungen eingesetzt. Sie können elektrisch oder vom Benutzer mit der Hand bis zu einer gewünschten Stellung ausgezogen und dort arretiert werden.
- Das Rollo besteht meist aus einer Gewebelage und ist z.B. am hinteren Ende der Schiebedachöffnung auf einem Wickelkörper aufgewickelt. Die Rückzugfeder sorgt für eine Drehung des Wickelkörpers und damit für ein Aufwickeln des Rollos, wenn dieses nicht gebraucht wird. Die Rückzugfeder muß relativ stark ausgelegt sein, da zum vollständigen Aufwickeln des Rollos eine nicht unerhebliche Kraft aufgebracht werden muß. Der Benutzer erfährt nun einen unterschiedlichen Widerstand, je nach dem, ob er das Rollo abwickelt oder ob er es in seine aufgewickelte Ausgangsstellung zurückverfährt. Allgemein werden unterschiedliche und/oder sich ändernde Bedienkräfte vom Benutzer als störend empfunden.
- Aufgabe der Erfindung ist es, die Kräfte in den beiden Verschieberichtungen einander anzunähern.
- Dies wird erfindungsgemäß erreicht, indem an wenigstens einem der Schlitten ein Reibungskörper angeordnet ist, der so ausgebildet ist, daß er einer Verschiebung des Schlittens in der Führungsschiene eine je nach Verschieberichtung unterschiedliche Kraft entgegensetzt. Daraus ergibt sich der Vorteil, daß der benötigte Bauraum sehr gering ist. Der Reibungskörper ist dabei vorteilhaft so ausgelegt, daß die zum Verschieben des Schlittens notwendige Kraft geringer ist, wenn der Schlitten entgegen der Kraft der Rückzugsfeder bewegt wird, und erhöht, wenn der Schlitten mit der Kraft der Rückzugfeder bewegt wird. Die unterschiedliche Wirkung des Reibungskörpers in Abhängigkeit der Verschieberichtung kann einen annähernden oder vollständigen Ausgleich der Kraftdifferenzen bewirken.
- Der Reibungskörper ist vorzugsweise fest am Schlitten angeordnet, so daß er mit dem Schlitten zusammen verschoben wird. Die kompensierende Reibungskraft wirkt also direkt am Spriegel.
- Der Reibungskörper ist vorzugsweise an der von der Rückzugfeder abgewandten Seite des Schlittens angeordnet.
- Beispielsweise kann der Reibungskörper an zwei gegenüberliegenden Seiten der Führungsschiene anliegen.
- Vorteilhaft liegt der Reibungskörper unter Vorspannung in der Führungsschiene an, so daß stets eine gewisse Reibungskraft wirkt.
- In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Reibungskörper durch eine Blattfeder gebildet, die an der Führungsschiene anliegt. Über die Fläche bzw. Kraft, mit der die Blattfeder gegen die Führungsschiene drückt, läßt sich die Reibungskraft einstellen, die der Reibungskörper einer Bewegung des Schlittens entgegensetzt. Der Fachmann kann durch die Gestaltung der Blattfeder die gewünschten Kräfte und Kraftverhältnisse einfach vorgeben.
- Die Blattfeder weist vorteilhaft einen gekrümmten Abschnitt auf, dessen Krümmung sich in Abhängigkeit von der Verschieberichtung ändert, um die richtungsabhängige Reibungskraft zu realisieren. Die Änderung der Krümmung ergibt sich dabei vorteilhaft durch die zwischen dem Reibungskörper und der Führungsschiene wirkenden Reibungskräfte.
- Die Blattfeder kann im Ausgangszustand bereits um mehr als 270° umgebogen sein.
- Um die Reibung der Blattfeder gegen die Führungsschiene zu reduzieren, kann vorgesehen sein, daß sich die Blattfeder stärker aufwickelt, wenn der Schlitten gegen die Kraft der Rückzugsfeder verschoben wird. Dies läßt sich beispielsweise mit der oben genannten Gestaltung realisieren.
- Genauso kann vorgesehen sein, daß sich die Blattfeder streckt, wenn der Schlitten in Richtung der Kraft der Rückzugsfeder verschoben wird, um die Reibung zu erhöhen.
- Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels in Verbindung mit den beigefügten Zeichnungen. In diesen zeigen:
-
1 eine schematische perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Rollosystems; und -
2 eine schematische perspektivische Ansicht eines Schlittens mit einem Reibungskörper für ein erfindungsgemäßes Rollosystem. - Das in
1 gezeigte Rollosystem10 ist zum Einsatz im Bereich eines (nicht gezeigten) Schiebedachs eines Fahrzeugs gedacht. - Ein z.B. aus einem Textilgewebe bestehendes Rollo
12 ist in seiner in1 gezeigten Ausgangsstellung auf einem Wickelkörper14 aufgewickelt. Der Wickelkörper14 erstreckt sich im eingebauten Zustand quer zur Fahrzeuglängsrichtung entlang des Fahrzeugdachs. An seinem freien Ende ist das Rollo12 mit einem Spriegel16 verbunden, der wiederum an seinen beiden Enden an je einem Schlitten18 fixiert ist. Jeder der Schlitten18 läuft in einer Führungsschiene20 , die normalerweise seitlich der Schiebedachöffnung angebracht sind. Die beiden Führungsschienen20 , von denen hier nur eine gezeigt ist, liegen meist parallel. - Am seitlichen Rand des Rollos
12 ist eine Stahlbandfeder befestigt, die zusammen mit dem Rollo12 auf dem Wickelkörper14 aufgewickelt wird und die als Rückzugfeder22 wirkt, welche bestrebt ist, das Rollo12 auf dem Wickelkörper14 aufgewickelt zu halten. Hierzu erzeugt die Rückzugfeder22 eine zum Wickelkörper14 gerichtete Kraft F, die über das Rollo12 und den Spriegel16 auf die Schlitten18 wirkt. - Im folgenden wird zur Vereinfachung nur die Situation eines der Schlitten
18 betrachtet. Die beschriebene Ausführung läßt sich selbstverständlich auch auf den zweiten Schlitten übertragen. - Im Betrieb wird das Rollo
12 vom Fahrzeuginsassen entlang der Führungsschiene20 verschoben. In einer ersten Verschieberichtung V1 wird das Rollo12 vom Wickelkörper14 abgerollt, so daß z.B. die Schiebedachöffnung oder ein Glasdeckel gegen Sonneneinstrahlung verschlossen werden kann. Hierbei muß die Kraft F, die die Rückzugfeder22 der Bewegung entgegensetzt, überwunden werden. - In einer zweiten Verschieberichtung V2, die natürlich der ersten Verschieberichtung V1 entgegengerichtet ist, wird das Rollo
12 in seine Ausgangslage zurückbewegt. Hierbei unterstützt die Rückzugfeder22 die Bewegung des Rollos12 und somit auch des Schlittens18 . - An der von der Rückzugfeder
22 abgewandten Seite des Schlittens18 ist ein mit dem Schlitten18 fest verbundener Reibungskörper24 angeordnet, der so ausgebildet ist, daß er der Bewegung des Schlittens18 in der Führungsschiene20 in Abhängigkeit von der Verschieberichtung V1, V2 eine unterschiedliche Kraft entgegensetzt. - In der gezeigten Ausführungsform ist der Reibungskörper
24 durch eine gekrümmte Blattfeder gebildet, die z.B. aus Stahl besteht. Ein Befestigungsende26 des Reibungskörpers24 ist an dem der Rückzugfeder22 abgewandten Ende des Schlittens18 befestigt, im vorliegenden Fall bei der Herstellung des Schlittens18 im Spritzgußverfahren eingegossen. - In
2 ist die Blattfeder in ihrem entspannten Zustand gezeigt. In diesem ist die Blattfeder so gekrümmt, daß sie über fast eine vollständige Umdrehung aufgewickelt ist, im vorliegenden Fall etwa über 350°. Dabei ist das zweite, freie Ende28 der Blattfeder ins Innere der Krümmung hineingebogen, so daß es sich nicht an der Führungsschiene20 verhaken kann. In der Breite ist die Blattfeder an die Breite der Führungsschiene20 angepaßt. - Die Führungsschiene
20 weist eine obere und eine gegenüberliegende untere Führung30 ,32 auf, zwischen denen der Schlitten18 in der Führungsschiene20 geführt ist. Im eingesetzten Zustand liegt der Reibungskörper24 sowohl an der oberen Führung30 als auch an der unteren Führung32 an. Bei der Bewegung des Schlittens18 zusammen mit dem Reibungskörper24 in der Führungsschiene20 entsteht an den Anlagepunkten A1, A2 des Reibungskörpers24 eine Reibungskraft. Diese ist abhängig von der Anlagefläche und der Anlagekraft zwischen dem Reibungskörper24 , also hier der Blattfeder, und der oberen und unteren Führung30 ,32 . - Der Abstand der oberen und unteren Anlagepunkte A1, A2 ist im entspannten Zustand der Blattfeder größer als der Abstand der Führungen
30 ,32 . Daher liegt der Reibungskörper24 im Ruhezustand, wie er in1 gezeigt ist, unter Vorspannung in der Führungsschiene20 . Diese Reibungskraft kann z.B. ausgenutzt werden, um das Rollo12 in einer halb ausgezogenen Stellung oder in seiner Endstellung gegen die Kraft der Rückzugfeder22 in Position zu halten. - Beim Ausziehen des Rollos
12 , also bei einer Bewegung des Schlittens18 in Verschieberichtung V1 von der Rückzugfeder22 weg, versuchen die auf den Reibungskörper24 wirkenden Reibungskräfte, die Krümmung der Blattfeder zu erhöhen, so daß sich diese stärker aufrollt. Hierdurch verringert sich die Reibungskraft an den Anlagepunkten A1, A2, und der Schlitten18 läßt sich leichtgängig in der Führungsschiene20 verschieben. - Bei der Bewegung in entgegensetzter Richtung V2 versuchen die wirkenden Reibungskräfte, den Reibungskörper nach außen aufzubiegen; es wirkt auf den oberen Schenkel ein Moment um einen virtuellen Schwenkpunkt im Bereich des vordersten Abschnittes der Blattfeder, also im Bereich der kleinsten Krümmung (siehe
1 ). Dieses Moment führt zu einer Erhöhung der Reibungskraft zwischen den Führungen30 ,32 und den Anlagepunkten A1, A2. Bei der Bewegung des Schlittens18 in der Führungsschiene20 wirkt jetzt eine deutlich höhere Kraft als bei der Bewegung in Verschieberichtung V1. Diese höhere Reibungskraft kontert die von der Rückzugfeder22 aufgebrachte Kraft F. Dies kann soweit gehen, daß die Kraft F überkompensiert wird, so daß der Spriegel16 auch beim Wirken zusätzlicher Kräfte, wie sie etwa beim Fahren auf einer schlechten Wegstrecke auftreten können, stets in seiner gewünschten Position bleibt. - Diese Ausgestaltung erlaubt es auch, auf eine zusätzliche Rollobremse zu verzichten.
- Vorzugsweise ist an jedem der beiden Schlitten
18 ein Reibungskörper24 vorgesehen. Es wäre jedoch auch möglich, einen solchen nur an einem der Schlitten18 anzuordnen. - Der Reibungskörper
24 könnte natürlich auch auf andere geeignete Art und Weise ausgebildet sein, wobei die Gestaltung des Reibungskörpers24 , z.B. bezüglich der Form der Feder, der Krümmungsradien sowie der erzeugten Reibungskräfte, dem Fachmann in Hinsicht auf den jeweiligen Einsatzzweck überlassen bleibt. - Genauso ist es möglich, die zwischen dem Reibungskörper
24 und den Führungen30 ,32 wirkenden Reibungskräfte über eine geeignete Paarung der jeweiligen Oberflächeneigenschaften gezielt zu beeinflussen. Zu diesem Zweck kann z.B. die Oberflächenrauhigkeit des Reibungskörpers24 bzw. der Führung30 ,32 erhöht werden, etwa durch mechanische Bearbeitung oder durch Aufbringen einer Beschichtung. -
- 10
- Rollosystem
- 12
- Rollo
- 14
- Wickelkörper
- 16
- Spriegel
- 18
- Schlitten
- 20
- Führungsschiene
- 22
- Rückzugfeder
- 24
- Reibungskörper
- 26
- Befestigungsende
- 28
- Ende
- 30
- Führung
- 32
- Führung
Claims (10)
- Rollosystem mit zwei Führungsschienen (
20 ), in denen jeweils ein in zwei Verschieberichtungen verschieblicher Schlitten (18 ) geführt ist, welcher mit einem Spiegel (16 ) verbunden ist, an dem ein Rollo (12 ) befestigt ist, wobei eine Rückzugfeder (22 ) vorgesehen ist, die bestrebt ist, das Rollo (12 ) aufgewickelt zu halten, dadurch gekennzeichnet, daß an wenigstens einem der Schlitten (18 ) ein Reibungskörper (24 ) angeordnet ist, der so ausgebildet ist, daß er einer Verschiebung des Schlittens (18 ) in der Führungsschiene (20 ) eine je nach Verschieberichtung (V1, V2) unterschiedliche Kraft entgegensetzt. - Rollosystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Reibungskörper (
24 ) fest am Schlitten (18 ) angeordnet ist. - Rollosystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Reibungskörper (
24 ) an dem von der Rückzugfeder (22 ) abgewandten Seite des Schlittens (18 ) angeordnet ist. - Rollosystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Reibungskörper (
24 ) an zwei gegenüberliegenden Seiten der Führungsschiene (20 ) anliegt. - Rollosystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Reibungskörper (
24 ) unter Vorspannung in der Führungsschiene (20 ) liegt. - Rollosystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Reibungskörper (
24 ) durch eine Blattfeder gebildet ist, die an der Führungsschiene (20 ) anliegt. - Rollosystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Blattfeder einen gekrümmten Abschnitt aufweist, dessen Krümmung sich in Abhängigkeit von der Verschieberichtung (V1, V2) ändert.
- Rollosystem nach einem der Ansprüche 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Blattfeder im Ausgangszustand um mehr als 270° umgebogen ist.
- Rollosystem nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Blattfeder stärker aufwickelt, wenn der Schlitten (
18 ) gegen die Kraft (F) der Rückzugfeder (22 ) verschoben wird. - Rollosystem nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Blattfeder streckt, wenn der Schlitten (
18 ) in Richtung der Kraft (F) der Rückzugfeder (22 ) verschoben wird.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE200720005531 DE202007005531U1 (de) | 2007-04-17 | 2007-04-17 | Rollosystem, insbesondere für ein Schiebedach |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE200720005531 DE202007005531U1 (de) | 2007-04-17 | 2007-04-17 | Rollosystem, insbesondere für ein Schiebedach |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE202007005531U1 true DE202007005531U1 (de) | 2007-06-14 |
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ID=38190568
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Legal Events
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|---|---|---|---|
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Effective date: 20070719 |
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| R150 | Utility model maintained after payment of first maintenance fee after three years |
Effective date: 20100521 |
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| R081 | Change of applicant/patentee |
Owner name: ROOF SYSTEMS GERMANY GMBH, DE Free format text: FORMER OWNER: ARVINMERITOR GMBH, 63128 DIETZENBACH, DE Effective date: 20110707 |
|
| R082 | Change of representative |
Representative=s name: PRINZ & PARTNER MBB PATENTANWAELTE RECHTSANWAE, DE Effective date: 20110707 Representative=s name: PRINZ & PARTNER PATENTANWAELTE RECHTSANWAELTE, DE Effective date: 20110707 |
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| R151 | Utility model maintained after payment of second maintenance fee after six years | ||
| R151 | Utility model maintained after payment of second maintenance fee after six years |
Effective date: 20130514 |
|
| R158 | Lapse of ip right after 8 years |