DE202007005531U1 - Rollosystem, insbesondere für ein Schiebedach - Google Patents

Rollosystem, insbesondere für ein Schiebedach Download PDF

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Abstract

Rollosystem mit zwei Führungsschienen (20), in denen jeweils ein in zwei Verschieberichtungen verschieblicher Schlitten (18) geführt ist, welcher mit einem Spiegel (16) verbunden ist, an dem ein Rollo (12) befestigt ist, wobei eine Rückzugfeder (22) vorgesehen ist, die bestrebt ist, das Rollo (12) aufgewickelt zu halten, dadurch gekennzeichnet, daß an wenigstens einem der Schlitten (18) ein Reibungskörper (24) angeordnet ist, der so ausgebildet ist, daß er einer Verschiebung des Schlittens (18) in der Führungsschiene (20) eine je nach Verschieberichtung (V1, V2) unterschiedliche Kraft entgegensetzt.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Rollosystem, insbesondere für ein Fahrzeugschiebedach, mit zwei Führungsschienen, in denen jeweils ein in zwei Verschieberichtungen verschieblicher Schlitten geführt ist, welcher mit einem Spriegel verbunden ist, an dem ein Rollo befestigt ist, wobei eine Rückzugfeder vorgesehen ist, die bestrebt ist, das Rollo aufgewickelt zu halten.
  • Derartige Rollos werden z.B. als Beschattung für Glasdächer oder Schiebedachöffnungen eingesetzt. Sie können elektrisch oder vom Benutzer mit der Hand bis zu einer gewünschten Stellung ausgezogen und dort arretiert werden.
  • Das Rollo besteht meist aus einer Gewebelage und ist z.B. am hinteren Ende der Schiebedachöffnung auf einem Wickelkörper aufgewickelt. Die Rückzugfeder sorgt für eine Drehung des Wickelkörpers und damit für ein Aufwickeln des Rollos, wenn dieses nicht gebraucht wird. Die Rückzugfeder muß relativ stark ausgelegt sein, da zum vollständigen Aufwickeln des Rollos eine nicht unerhebliche Kraft aufgebracht werden muß. Der Benutzer erfährt nun einen unterschiedlichen Widerstand, je nach dem, ob er das Rollo abwickelt oder ob er es in seine aufgewickelte Ausgangsstellung zurückverfährt. Allgemein werden unterschiedliche und/oder sich ändernde Bedienkräfte vom Benutzer als störend empfunden.
  • Aufgabe der Erfindung ist es, die Kräfte in den beiden Verschieberichtungen einander anzunähern.
  • Dies wird erfindungsgemäß erreicht, indem an wenigstens einem der Schlitten ein Reibungskörper angeordnet ist, der so ausgebildet ist, daß er einer Verschiebung des Schlittens in der Führungsschiene eine je nach Verschieberichtung unterschiedliche Kraft entgegensetzt. Daraus ergibt sich der Vorteil, daß der benötigte Bauraum sehr gering ist. Der Reibungskörper ist dabei vorteilhaft so ausgelegt, daß die zum Verschieben des Schlittens notwendige Kraft geringer ist, wenn der Schlitten entgegen der Kraft der Rückzugsfeder bewegt wird, und erhöht, wenn der Schlitten mit der Kraft der Rückzugfeder bewegt wird. Die unterschiedliche Wirkung des Reibungskörpers in Abhängigkeit der Verschieberichtung kann einen annähernden oder vollständigen Ausgleich der Kraftdifferenzen bewirken.
  • Der Reibungskörper ist vorzugsweise fest am Schlitten angeordnet, so daß er mit dem Schlitten zusammen verschoben wird. Die kompensierende Reibungskraft wirkt also direkt am Spriegel.
  • Der Reibungskörper ist vorzugsweise an der von der Rückzugfeder abgewandten Seite des Schlittens angeordnet.
  • Beispielsweise kann der Reibungskörper an zwei gegenüberliegenden Seiten der Führungsschiene anliegen.
  • Vorteilhaft liegt der Reibungskörper unter Vorspannung in der Führungsschiene an, so daß stets eine gewisse Reibungskraft wirkt.
  • In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Reibungskörper durch eine Blattfeder gebildet, die an der Führungsschiene anliegt. Über die Fläche bzw. Kraft, mit der die Blattfeder gegen die Führungsschiene drückt, läßt sich die Reibungskraft einstellen, die der Reibungskörper einer Bewegung des Schlittens entgegensetzt. Der Fachmann kann durch die Gestaltung der Blattfeder die gewünschten Kräfte und Kraftverhältnisse einfach vorgeben.
  • Die Blattfeder weist vorteilhaft einen gekrümmten Abschnitt auf, dessen Krümmung sich in Abhängigkeit von der Verschieberichtung ändert, um die richtungsabhängige Reibungskraft zu realisieren. Die Änderung der Krümmung ergibt sich dabei vorteilhaft durch die zwischen dem Reibungskörper und der Führungsschiene wirkenden Reibungskräfte.
  • Die Blattfeder kann im Ausgangszustand bereits um mehr als 270° umgebogen sein.
  • Um die Reibung der Blattfeder gegen die Führungsschiene zu reduzieren, kann vorgesehen sein, daß sich die Blattfeder stärker aufwickelt, wenn der Schlitten gegen die Kraft der Rückzugsfeder verschoben wird. Dies läßt sich beispielsweise mit der oben genannten Gestaltung realisieren.
  • Genauso kann vorgesehen sein, daß sich die Blattfeder streckt, wenn der Schlitten in Richtung der Kraft der Rückzugsfeder verschoben wird, um die Reibung zu erhöhen.
  • Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels in Verbindung mit den beigefügten Zeichnungen. In diesen zeigen:
  • 1 eine schematische perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Rollosystems; und
  • 2 eine schematische perspektivische Ansicht eines Schlittens mit einem Reibungskörper für ein erfindungsgemäßes Rollosystem.
  • Das in 1 gezeigte Rollosystem 10 ist zum Einsatz im Bereich eines (nicht gezeigten) Schiebedachs eines Fahrzeugs gedacht.
  • Ein z.B. aus einem Textilgewebe bestehendes Rollo 12 ist in seiner in 1 gezeigten Ausgangsstellung auf einem Wickelkörper 14 aufgewickelt. Der Wickelkörper 14 erstreckt sich im eingebauten Zustand quer zur Fahrzeuglängsrichtung entlang des Fahrzeugdachs. An seinem freien Ende ist das Rollo 12 mit einem Spriegel 16 verbunden, der wiederum an seinen beiden Enden an je einem Schlitten 18 fixiert ist. Jeder der Schlitten 18 läuft in einer Führungsschiene 20, die normalerweise seitlich der Schiebedachöffnung angebracht sind. Die beiden Führungsschienen 20, von denen hier nur eine gezeigt ist, liegen meist parallel.
  • Am seitlichen Rand des Rollos 12 ist eine Stahlbandfeder befestigt, die zusammen mit dem Rollo 12 auf dem Wickelkörper 14 aufgewickelt wird und die als Rückzugfeder 22 wirkt, welche bestrebt ist, das Rollo 12 auf dem Wickelkörper 14 aufgewickelt zu halten. Hierzu erzeugt die Rückzugfeder 22 eine zum Wickelkörper 14 gerichtete Kraft F, die über das Rollo 12 und den Spriegel 16 auf die Schlitten 18 wirkt.
  • Im folgenden wird zur Vereinfachung nur die Situation eines der Schlitten 18 betrachtet. Die beschriebene Ausführung läßt sich selbstverständlich auch auf den zweiten Schlitten übertragen.
  • Im Betrieb wird das Rollo 12 vom Fahrzeuginsassen entlang der Führungsschiene 20 verschoben. In einer ersten Verschieberichtung V1 wird das Rollo 12 vom Wickelkörper 14 abgerollt, so daß z.B. die Schiebedachöffnung oder ein Glasdeckel gegen Sonneneinstrahlung verschlossen werden kann. Hierbei muß die Kraft F, die die Rückzugfeder 22 der Bewegung entgegensetzt, überwunden werden.
  • In einer zweiten Verschieberichtung V2, die natürlich der ersten Verschieberichtung V1 entgegengerichtet ist, wird das Rollo 12 in seine Ausgangslage zurückbewegt. Hierbei unterstützt die Rückzugfeder 22 die Bewegung des Rollos 12 und somit auch des Schlittens 18.
  • An der von der Rückzugfeder 22 abgewandten Seite des Schlittens 18 ist ein mit dem Schlitten 18 fest verbundener Reibungskörper 24 angeordnet, der so ausgebildet ist, daß er der Bewegung des Schlittens 18 in der Führungsschiene 20 in Abhängigkeit von der Verschieberichtung V1, V2 eine unterschiedliche Kraft entgegensetzt.
  • In der gezeigten Ausführungsform ist der Reibungskörper 24 durch eine gekrümmte Blattfeder gebildet, die z.B. aus Stahl besteht. Ein Befestigungsende 26 des Reibungskörpers 24 ist an dem der Rückzugfeder 22 abgewandten Ende des Schlittens 18 befestigt, im vorliegenden Fall bei der Herstellung des Schlittens 18 im Spritzgußverfahren eingegossen.
  • In 2 ist die Blattfeder in ihrem entspannten Zustand gezeigt. In diesem ist die Blattfeder so gekrümmt, daß sie über fast eine vollständige Umdrehung aufgewickelt ist, im vorliegenden Fall etwa über 350°. Dabei ist das zweite, freie Ende 28 der Blattfeder ins Innere der Krümmung hineingebogen, so daß es sich nicht an der Führungsschiene 20 verhaken kann. In der Breite ist die Blattfeder an die Breite der Führungsschiene 20 angepaßt.
  • Die Führungsschiene 20 weist eine obere und eine gegenüberliegende untere Führung 30, 32 auf, zwischen denen der Schlitten 18 in der Führungsschiene 20 geführt ist. Im eingesetzten Zustand liegt der Reibungskörper 24 sowohl an der oberen Führung 30 als auch an der unteren Führung 32 an. Bei der Bewegung des Schlittens 18 zusammen mit dem Reibungskörper 24 in der Führungsschiene 20 entsteht an den Anlagepunkten A1, A2 des Reibungskörpers 24 eine Reibungskraft. Diese ist abhängig von der Anlagefläche und der Anlagekraft zwischen dem Reibungskörper 24, also hier der Blattfeder, und der oberen und unteren Führung 30, 32.
  • Der Abstand der oberen und unteren Anlagepunkte A1, A2 ist im entspannten Zustand der Blattfeder größer als der Abstand der Führungen 30, 32. Daher liegt der Reibungskörper 24 im Ruhezustand, wie er in 1 gezeigt ist, unter Vorspannung in der Führungsschiene 20. Diese Reibungskraft kann z.B. ausgenutzt werden, um das Rollo 12 in einer halb ausgezogenen Stellung oder in seiner Endstellung gegen die Kraft der Rückzugfeder 22 in Position zu halten.
  • Beim Ausziehen des Rollos 12, also bei einer Bewegung des Schlittens 18 in Verschieberichtung V1 von der Rückzugfeder 22 weg, versuchen die auf den Reibungskörper 24 wirkenden Reibungskräfte, die Krümmung der Blattfeder zu erhöhen, so daß sich diese stärker aufrollt. Hierdurch verringert sich die Reibungskraft an den Anlagepunkten A1, A2, und der Schlitten 18 läßt sich leichtgängig in der Führungsschiene 20 verschieben.
  • Bei der Bewegung in entgegensetzter Richtung V2 versuchen die wirkenden Reibungskräfte, den Reibungskörper nach außen aufzubiegen; es wirkt auf den oberen Schenkel ein Moment um einen virtuellen Schwenkpunkt im Bereich des vordersten Abschnittes der Blattfeder, also im Bereich der kleinsten Krümmung (siehe 1). Dieses Moment führt zu einer Erhöhung der Reibungskraft zwischen den Führungen 30, 32 und den Anlagepunkten A1, A2. Bei der Bewegung des Schlittens 18 in der Führungsschiene 20 wirkt jetzt eine deutlich höhere Kraft als bei der Bewegung in Verschieberichtung V1. Diese höhere Reibungskraft kontert die von der Rückzugfeder 22 aufgebrachte Kraft F. Dies kann soweit gehen, daß die Kraft F überkompensiert wird, so daß der Spriegel 16 auch beim Wirken zusätzlicher Kräfte, wie sie etwa beim Fahren auf einer schlechten Wegstrecke auftreten können, stets in seiner gewünschten Position bleibt.
  • Diese Ausgestaltung erlaubt es auch, auf eine zusätzliche Rollobremse zu verzichten.
  • Vorzugsweise ist an jedem der beiden Schlitten 18 ein Reibungskörper 24 vorgesehen. Es wäre jedoch auch möglich, einen solchen nur an einem der Schlitten 18 anzuordnen.
  • Der Reibungskörper 24 könnte natürlich auch auf andere geeignete Art und Weise ausgebildet sein, wobei die Gestaltung des Reibungskörpers 24, z.B. bezüglich der Form der Feder, der Krümmungsradien sowie der erzeugten Reibungskräfte, dem Fachmann in Hinsicht auf den jeweiligen Einsatzzweck überlassen bleibt.
  • Genauso ist es möglich, die zwischen dem Reibungskörper 24 und den Führungen 30, 32 wirkenden Reibungskräfte über eine geeignete Paarung der jeweiligen Oberflächeneigenschaften gezielt zu beeinflussen. Zu diesem Zweck kann z.B. die Oberflächenrauhigkeit des Reibungskörpers 24 bzw. der Führung 30, 32 erhöht werden, etwa durch mechanische Bearbeitung oder durch Aufbringen einer Beschichtung.
  • 10
    Rollosystem
    12
    Rollo
    14
    Wickelkörper
    16
    Spriegel
    18
    Schlitten
    20
    Führungsschiene
    22
    Rückzugfeder
    24
    Reibungskörper
    26
    Befestigungsende
    28
    Ende
    30
    Führung
    32
    Führung

Claims (10)

  1. Rollosystem mit zwei Führungsschienen (20), in denen jeweils ein in zwei Verschieberichtungen verschieblicher Schlitten (18) geführt ist, welcher mit einem Spiegel (16) verbunden ist, an dem ein Rollo (12) befestigt ist, wobei eine Rückzugfeder (22) vorgesehen ist, die bestrebt ist, das Rollo (12) aufgewickelt zu halten, dadurch gekennzeichnet, daß an wenigstens einem der Schlitten (18) ein Reibungskörper (24) angeordnet ist, der so ausgebildet ist, daß er einer Verschiebung des Schlittens (18) in der Führungsschiene (20) eine je nach Verschieberichtung (V1, V2) unterschiedliche Kraft entgegensetzt.
  2. Rollosystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Reibungskörper (24) fest am Schlitten (18) angeordnet ist.
  3. Rollosystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Reibungskörper (24) an dem von der Rückzugfeder (22) abgewandten Seite des Schlittens (18) angeordnet ist.
  4. Rollosystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Reibungskörper (24) an zwei gegenüberliegenden Seiten der Führungsschiene (20) anliegt.
  5. Rollosystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Reibungskörper (24) unter Vorspannung in der Führungsschiene (20) liegt.
  6. Rollosystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Reibungskörper (24) durch eine Blattfeder gebildet ist, die an der Führungsschiene (20) anliegt.
  7. Rollosystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Blattfeder einen gekrümmten Abschnitt aufweist, dessen Krümmung sich in Abhängigkeit von der Verschieberichtung (V1, V2) ändert.
  8. Rollosystem nach einem der Ansprüche 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Blattfeder im Ausgangszustand um mehr als 270° umgebogen ist.
  9. Rollosystem nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Blattfeder stärker aufwickelt, wenn der Schlitten (18) gegen die Kraft (F) der Rückzugfeder (22) verschoben wird.
  10. Rollosystem nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Blattfeder streckt, wenn der Schlitten (18) in Richtung der Kraft (F) der Rückzugfeder (22) verschoben wird.
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