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Die Erfindung betrifft ein System zur Fixierung einer Glasscheibe mit zwei gegenüberliegenden ebenen, planparallelen Außenflächen in einem, insbesondere aus Holz gefertigten, Rahmen, wobei die Glasscheibe im montierten Zustand in einer Ebene senkrecht zu ihren planparallelen Außenflächen auf dem Rahmen aufsitzt, sowie mit einer im montierten Zustand gegen eine der Außenflächen anliegenden Glashalteleiste, die in einer im Rahmen und mit ihren Wänden parallel oder unter einem Winkel < 25° zu den Außenflächen verlaufenden ersten Nut verankerbar ist.
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Hintergrund der Erfindung
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Ein solches System, bei dem allerdings die Wände der ersten Nut ausschließlich zu Wänden parallel zu den Außenflächen der Glasscheibe verlaufen, ist bekannt aus
EP 0 870 894 A2 .
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Stand der Technik
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Weitere derartige Systeme werden bereits seit vielen Jahren und von zahlreichen Firmen angeboten.
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So bietet die Firma Knapp GmbH, 33244 Euratsfeld, Österreich, ein Haltesystem „Fixclip” beziehungsweise eine „Fixclip”-Schiene auf der Internet-Seite www.knapp-verbinder.com/fixclip-schiene an. Diese Systeme ermöglichen es, zwar zumindest ohne von außen sichtbare Nägel, aber mittels einer – im montierten Zustand optisch verdeckten – Verschraubung der Glashalteleiste am Holzrahmen Fenster zu verglasen.
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Insbesondere hat es sich in der Praxis als problematisch erwiesen, dass teilweise der Anpressdruck, mit dem derartige Systeme an einem Rahmen oder einer Glasscheibe zur Montage angepresst werden müssen, nicht präzise einstellbar ist. Eine Verarbeitung erfordert ein besonders präzises Arbeiten. Eine Verglasung vor Ort, beispielsweise auf einer Baustelle, gestaltet sich ebenfalls schwierig. Auch ein Ausglasen im Falle einer notwendigen Reparatur ist nur schwer möglich.
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Des Weiteren sind Fensterverglasungsprofile der Firma Gutmann AG, 91781 Weißenburg, Deutschland, bekannt, etwa aus dem Internet-Auftritt www.gutmann.de/index.php?id=4496&L=0. Diese konnten sich bisher jedoch nicht am Markt durchsetzen, möglicherweise aus wirtschaftlichen Gründen.
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Auch die Firma Helmut Goll GmbH & Co., 88131 Lindau, Deutschland, bietet mehrere Verglasungsdichtungen für Holzfenster und Holz-Aluminiumfenster an, etwa auf der Internet-Seite www.helmutgoll.com. Diese Lösung erscheint jedoch sehr aufwändig.
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Ein erheblicher Nachteil aller dieser bekannten Systeme besteht darin, dass die Glashalteleiste jeweils mittels Verschraubung auf dem Rahmen angebracht werden muss.
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Dies ist aus der eingangs zitierten
EP 0 870 894 A2 zwar nicht explizit ersichtlich, jedoch lässt sich eine solche Verschraubung bei dem tatsächlichen Produkt erkennen.
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Dabei bedeutet jegliche Form von Befestigung durch Schrauben oder Nägel einen unerwünschten zusätzlichen zeitlichen und finanziellen Aufwand und behindert ein einfaches und leichtes Verschieben der Systemteile relativ zueinander.
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Weitere Nachteile der bisherigen Systeme ergeben sich zudem daraus, dass sich je nach System oftmals Kunststoffteile schon beim Einschießen von Haltestiften spalten, ein notwendiger Anpressdruck während der Montage nur schwierig zu kontrollieren ist und/oder einzelne Elemente nur schwer präzise positioniert werden können. Sind Gehrungen unsauber gearbeitet, so wirkt sich dies oftmals direkt auf die Qualität der Glashalterung aus. Zudem ist eine Verglasung auf einer Baustelle in der Praxis ebenfalls oftmals überaus schwierig. Teilweise gestaltet es sich zudem im Falle einer notwendigen Reparatur als außerordentlich schwierig, die Glasscheiben wieder auszuglasen.
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Aufgabe der Erfindung
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es demgegenüber, mit möglichst einfachen technischen Mitteln ein unaufwändiges und kostengünstiges System zur Fixierung einer Glasscheibe der eingangs beschriebenen Art bereit zu stellen, bei dem eine Verschraubung nicht erforderlich ist, das jedoch gleichzeitig möglichst universell einsetzbar sein sollte. Das System sollte ferner eine genaue Positionierung der Systemteile relativ zueinander ermöglichen. Eine dauerhafte und sichere Abdichtung zwischen Fixierungssystem und Glasscheibe sollte gewährleistet sein. Nicht zuletzt sollte das Fixierungssystem auch ein zumindest weitgehend zerstörungsfreies Ausglasen ermöglichen.
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Kurze Beschreibung der Erfindung
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Erfindungsgemäß wird diese – nicht ganz unkomplizierte – Aufgabe auf ebenso überraschend einfache wie wirkungsvolle Weise dadurch gelöst, dass die Glashalteleiste während ihrer Montage in einer Richtung senkrecht zu den planparallelen Außenflächen auf dem Rahmen verschiebbar ist; dass die Glashalteleiste eine zweite Nut aufweist, die im montierten Zustand ebenfalls mit ihren Wänden parallel oder unter einem Winkel < 25° zu den Außenflächen verläuft und in diesem Zustand mit der ersten Nut fluchtet; und dass die Glashalteleiste im montierten Zustand mittels eines Selbstverriegelungselements derart am Rahmen verankert ist, dass das Selbstverriegelungselement sowohl in die erste Nut als auch in die zweite Nut eingreift, wobei im montierten Zustand zwischen mindestens einem in eine der beiden Nuten ragenden Ende des Selbstverriegelungselements und dem entsprechenden Nutengrund ein Federelement angeordnet ist.
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Wirkungsweise der Erfindung und weitere Vorteile gegenüber dem Stand der Technik
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Die vorliegende Erfindung schlägt also ein System zur Fixierung einer Glasscheibe vor, welches es ermöglicht, mit Hilfe einer Glashalteleiste die Glasscheibe beispielsweise an einem Fenster- oder Türrahmen zu fixieren. Dazu kann die Glashalteleiste durch das Selbstverriegelungselement am Rahmen befestigt werden, ohne dass weitere Verarbeitungsschritte zur Befestigung, beispielsweise Verschraubungen oder Nagelungen, notwendig würden.
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Das System ist besonders einfach und kostengünstig in Bezug auf Herstellung und Montage. Es ist weitgehend unabhängig von der Art der verwendeten Glasscheiben einsetzbar.
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Da das System nur geringe Toleranzanforderungen stellt, ist es nahezu universell verwendbar, insbesondere auch für sehr unterschiedliche Glasstärken.
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Nichtsdestoweniger benötigt das System aber keine größere Anzahl an Einzelelementen im Vergleich zu den aus dem Stand der Technik bekannten bisherigen Systemen.
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Besonders vorteilhaft beim erfindungsgemäßen System ist ferner, dass Einzelelemente bereits vor Einsetzen der Glasscheibe vormontiert werden können. Somit gestaltet sich eine Verglasung beispielsweise vor Ort auf einer Baustelle wesentlich schneller, leichter und effizienter.
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Auch kann eine Glasscheibe weitgehend zerstörungsfrei ausgeglast werden, so dass anschließend das System zur Fixierung erneut verwendet werden kann. Somit wird beispielsweise eine Reparatur eines Fensters oder einer Tür mit Glasscheibe erheblich vereinfacht.
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Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung
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Bei einer Klasse von Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann das Federelement an dem Selbstverriegelungselement befestigt sein. Insbesondere kann das Federelement mit dem Selbstverriegelungselement verbunden sein. Dadurch entfällt eine spätere Montage bzw. Positionierung des Federelements am Selbstverriegelungselement. Auch kann dadurch ein Herstellungsschritt eingespart werden. Somit kann das Federelement schon vorab am Selbstverriegelungselement befestigt werden. Dies erleichtert einen späteren Einbau. Besonders vorteilhaft ist es dabei, wenn das Federelement an-extrudiert, aufgeschäumt oder mittels eines Klebemittels angeklebt ist. Dies ermöglicht eine einfache und kostengünstige Befestigung. Zu dem gleichen Zweck können Selbstverriegelungselement und Federelement einteilig gefertigt sein. Besonders vorteilhaft ist es in diesem Fall, wenn beide Elemente aus Kunststoff oder Metall gefertigt sind.
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Besonders bevorzugt sind Ausführungsformen der Erfindung, bei denen das Selbstverriegelungselement aus Holz, aus Metall, vorzugsweise Aluminium, oder aus Kunststoff, insbesondere PVC, gefertigt ist. Dies sind gut verfügbare, handelsübliche Materialien.
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Dadurch ergibt sich eine kostengünstige und einfache Herstellung des Selbstverriegelungselements.
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Weist das Selbstverriegelungselement einen Außendurchmesser auf, der kleiner ist als der Abstand der gegenüberliegenden Notenwände voneinander, so dass das Selbstverriegelungselement im montierten Zustand relativ zu den Notenwänden verschiebbar ist, kann das Selbstverriegelungselement einfach in die Nut eingesetzt werden. Somit kann das Selbstverriegelungselement ähnlich einer Schlossfalle eines Türschlosses in die Nut eingedrückt werden, um die Glashalteleiste am Rahmen anzuordnen. Anschließend kann das Selbstverriegelungs-element aus der Nut austreten und die Glashalteleiste fixieren.
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Ganz besonders bevorzugt ist eine Klasse von Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Vorrichtung, die sich dadurch auszeichnen, dass das Selbstverriegelungselement an seinem dem Federelement gegenüberliegenden Ende eine Einführschräge oder eine Rundung aufweist, die ein Aufschieben der Glashalteleiste längs des Rahmens senkrecht zu den planparallelen Außenflächen erleichtert. Hierdurch kann das Aufschieben der Glashalteleiste noch weiter erleichtert werden.
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Dabei werden besonders Weiterbildungen dieser Ausführungsformen bevorzugt, bei denen die Glashalteleiste an ihrer im montierten Zustand der Glasscheibe benachbarten Seite eine Abschrägung aufweisen, die entsprechend der Einführschräge des Selbstverriegelungselements gestaltet ist. Somit kann die Glashalteleiste längs des Rahmens senkrecht zu den planparallelen Außenflächen aufgeschoben werden, wobei durch die Abschrägung das Selbstverriegelungselement mit Hilfe der Einführschräge in die erste Nut gedrückt werden kann.
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Bei weiteren vorteilhaften Ausführungsformen der Erfindung ist vorgesehen, dass die Nutenwände des Rahmens sowie der Glashalteleiste im montierten Zustand parallel oder unter einem Winkel < 25° zu den Außenflächen der Glasscheibe und mit einem Abstand a von einer Außenkante des Rahmens angeordnet sind. Dadurch kann gewährleistet werden, dass das Selbstverriegelungselement im montierten Zustand die Glashalteleiste sicher fixiert.
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Dabei sind wiederum Varianten von Vorteil, bei denen der Abstand a ≥ 5 mm, vorzugsweise a ≥ 10 mm, beträgt. Hierdurch kann die Stabilität und Festigkeit der Anordnung hinreichend gewährleistet werden.
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Bei Klasse von vorteilhaften Ausführungsformen ist die Glashalteleiste stabförmig ausgeführt. Dies ermöglicht es, die Glashalteleiste bzw. das System zur Fixierung einer Glasscheibe an einer Seite eines beispielsweise Fenster- und Türrahmens einzusetzen.
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Besonders bevorzugt sind zudem Varianten, bei denen das Selbstverriegelungselement stabförmig ausgebildet ist. Dadurch kann die Verriegelungswirkung des Selbstverriegelungselements nicht nur punktuell sondern über einen weiten Bereich der Glashalteleiste wirken. Besonders vorteilhaft ist es dabei, wenn das Selbstverriegelungselement im Wesentlichen die gesamt Länge der Glashalteleiste überspannt.
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Besonders bevorzugt ist ferner, dass das Federelement jeweils eine dem Selbstverriegelungselement entsprechende Länge aufweist. Dazu kann das Selbstverriegelungselement mit dem Federelement in besonders vorteilhafter Weise auf eine Innenlänge beziehungsweise Innenbreite des Rahmens angepasst stumpf abgelängt werden. Das am Selbstverriegelungselement angeordnete Federelement verhindert somit Fugenundichtigkeiten auch in Eckbereichen des Systems gemäß der Erfindung.
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Alternativ oder ergänzend kann bei einer weiteren Klasse von Ausführungsformen der Erfindung die Glashalteleiste auch rahmenförmig ausgeführt sein. Dies ermöglicht eine besonders einfache Verglasung eines Fenster- und/oder Türrahmens. So kann beispielsweise eine Glasscheibe in den Rahmen eingesetzt werden. Anschließend kann die rahmenförmige Glashalteleiste aufgesetzt und auf den Rahmen aufgeschoben werden. Da die Glashalteleiste rahmenförmig ausgebildet ist, ergibt sich somit eine besonders schnelle Montage.
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Hier wiederum sind Weiterbildungen von Vorteil, bei denen der Rahmen eine Montagefuge aufweist, welche im montierten Zustand von der Glashalteleiste zumindest teilweise umgriffen wird. Hierdurch kann die Montage der Glashalteleiste weiter erleichtert werden. Da die Glashalteleiste die Montagefuge in montiertem Zustand zumindest teilweise umgreift, ergibt sich unter anderem eine besonders vorteilhafte Außenoptik.
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Bei ergänzenden oder alternativen Weiterbildungen ist es von Vorteil, wenn eine Strömungssperre vorhanden ist, die einen direkten Luftaustausch zwischen einer Außenfläche des Rahmens und einer Außenfläche der Glasscheibe verhindert. Damit wird es ermöglicht, dass der Fensterrahmen einen hohen Wärmewiderstand aufweist, wodurch sich besonders energieeffiziente, energiesparende Fenster herstellen lassen. Auch kann dadurch einer unerwünschten Kondensatbildung vorgebeugt werden.
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Dabei kann vorgesehen sein, dass das Selbstverriegelungselement selbst Teil der Strömungssperre ist. Somit ergibt sich eine besonders vorteilhafte Mehrfachnutzung des Selbstverriegelungselements. Zudem kann damit die Strömungssperre mechanisch besonders einfach ausgebildet werden.
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Des Weiteren kann bei vorteilhaften Ausführungsformen der Erfindung ein Dichtungselement zwischen der Glashalteleiste und der Glasscheibe vorgesehen sein, welches im montierten Zustand in eine Dichtungsnut der Glashalteleiste eingreift. Mit dieser Ausgestaltung lässt sich der thermische Widerstand des Rahmens bzw. eines Fensters oder einer Tür weiter verbessern. Ferner kann dieses Dichtelement gegen die Glasscheibe drücken und sich an dieser abstützen. Dadurch kann es die Glashalteleiste gegen das Selbstverriegelungselement drücken und somit einen zur Arretierung der Glasscheibe notwendigen Druck aufbauen beziehungsweise aufrechterhalten.
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Auch kann bei Ausführungsformen der thermische Widerstand des Fensters optimiert werden, wenn im montierten Zustand zwischen dem Rahmen und der Glasscheibe eine vorzugsweise thermisch isolierende Aufsatzleiste angeordnet ist.
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In alternativen, nicht dargestellten Ausführungsbeispielen ist es ferner möglich, das Federelement als Metall- oder Kunststoff-Feder, als Schraubenfeder oder als Blattfeder auszugestalten.
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Besonders vorteilhaft ist es auch, wenn die Glashalteleiste aus Holz, Metall, vorzugsweise Aluminium, oder aus Kunststoff, insbesondere PVC, gebildet ist. Diese Werkstoffe sind in vielen geometrischen Ausgestaltungen gut verfügbar und dauerhaft haltbar.
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Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden detaillierten Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung anhand der Figuren der Zeichnung, die erfindungswesentliche Einzelheiten zeigt, sowie aus den Ansprüchen. Die einzelnen Merkmale können je einzeln für sich oder zu mehreren in beliebigen Kombinationen bei Varianten der Erfindung verwirklicht sein.
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Detaillierte Beschreibung der Erfindung und Zeichnung
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In der schematischen Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt, welche in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert werden.
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Im Einzelnen zeigen:
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1a bis d ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung mit den Rahmen hintergreifender Glashalteleiste sowie eine schematische Darstellung eines Verfahrens zur Montage des Systems gemäß der Erfindung;
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2a bis d ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung, bei der die Glashalteleiste im montierten Zustand mit dem Rahmen fluchtet, sowie eine schematische Darstellung eines Verfahrens zur Montage des Systems gemäß der Erfindung;
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3a und 3b zwei weitere Ausführungsbeispiele der Erfindung mit zwei unterschiedlich angeordneten Selbstverriegelungselementen;
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4a bis d ein Ausführungsbeispiel der Erfindung sowie eine schematische Darstellung eines Verfahrens zur Demontage des erfindungsgemäßen Systems beziehungsweise zum Ausglasen einer mit dem System gemäß der Erfindung fixierten Glasscheibe; und
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5a und 5b ein Selbstverriegelungselement mit Federelement in zwei verschiedenen Zuständen.
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Generell illustrieren die Figuren der Zeichnung ein System zur Fixierung einer Glasscheibe 10 mit zwei gegenüberliegenden ebenen, planparallelen Außenflächen 10', 10'' in einem, insbesondere aus Holz gefertigten, Rahmen 11; 21; 31; 41, wobei die Glasscheibe 10 im montierten Zustand in einer Ebene senkrecht zu ihren planparallelen Außenflächen 10', 10'' auf dem Rahmen 11; 21; 31; 41 aufsitzt, sowie mit einer im montierten Zustand gegen eine der Außenflächen 10', 10'' anliegenden Glashalteleiste 12; 22; 32a; 32b; 42, die in einer im Rahmen 11; 21; 31; 41 und mit ihren Wänden 13', 13'' parallel oder unter einem Winkel < 25° zu den Außenflächen 10', 10'' verlaufenden ersten Nut 13; 23; 33a; 33b; 43 verankerbar ist.
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Erfindungsgemäß zeichnet sich dieses System dadurch aus, dass die Glashalteleiste 12; 22; 32a; 32b; 42 während ihrer Montage in einer Richtung senkrecht zu den planparallelen Außenflächen 10', 10'' auf dem Rahmen 11; 21; 31; 41 verschiebbar ist; dass die Glashalteleiste 12; 22; 32a; 32b; 42 eine zweite Nut 14; 24; 34a; 34b; 44 aufweist, die im montierten Zustand ebenfalls mit ihren Wänden 14', 14'' parallel oder unter einem Winkel < 25° zu den Außenflächen 10', 10'' verläuft und in diesem Zustand mit der ersten Nut 13; 23; 33a; 33b; 43 fluchtet; und dass die Glashalteleiste 12; 22; 32a; 32b; 42 im montierten Zustand mittels eines Selbstverriegelungselements 15; 25; 35a; 35b; 45; 55a; 55b derart am Rahmen 11; 21; 31; 41 verankert ist, dass das Selbstverriegelungselement 15; 25; 35a; 35b; 45; 55a; 55b sowohl in die erste Nut 13; 23; 33a; 33b; 43 als auch in die zweite Nut 14; 24; 34a; 34b; 44 eingreift, wobei im montierten Zustand zwischen mindestens einem in eine der beiden Nuten ragenden Ende des Selbstverriegelungselements 15; 25; 35a; 35b; 45; 55a; 55b und dem entsprechenden Nutengrund ein Federelement 16; 26; 36a; 36b; 46; 56a; 56b angeordnet ist.
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Das Selbstverriegelungselement weist ferner in den abgebildeten Ausführungsbeispielen eine Einführschräge 15'; 25'; 35a'; 35b'; 45'; 55a'; 55b' auf. Die Glashalteleiste 12; 22; 32a; 32b; 42 weist eine zur Einführschräge 15'; 25'; 35a'; 35b'; 45'; 55a'; 55b' komplementär ausgebildete Abschrägung 12'; 22'; 32a'; 32b'; 42' auf. Einführschräge 15'; 25'; 35a'; 35b'; 45'; 55a'; 55b' und Abschrägung 12'; 22'; 32a'; 32b'; 42' weisen dabei jeweils eine gegen die Richtung der planparallelen Glasscheibe 10 geneigte Schräge auf. Dabei versteht es sich, dass sich der Neigungswinkel als auch die Form der Schräge an der Abschrägung 12'; 22'; 32a'; 32b'; 42' vom Neigungswinkel beziehungsweise der Form der Schräge der Einführschräge 15'; 25'; 35a'; 35b'; 45'; 55a'; 55b' unterscheiden kann. Erfindungswesentlich ist ausschließlich, dass die Schrägen ein Aufschieben der Glashalteleiste 12; 22; 32a; 32b; 42 erleichtern. So ist es in alternativen Ausführungsbeispielen vorgesehen, anstelle einer Schräge an der Einführschräge 15'; 25'; 35a'; 35b'; 45'; 55a'; 55b' und/oder an der Abschrägung 12'; 22'; 32a'; 32b'; 42' eine Rundung vorzusehen.
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Ferner weist die Glashalteleiste 12; 22; 32a; 32b; 42 eine Dichtungsnut 18; 28; 38a; 38b; 48 auf. In diese Dichtungsnut 18; 28; 38a; 38b; 48 kann ein geeignet ausgeformtes Dichtungselement 17; 27; 37a; 37b; 47 angeordnet werden.
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Ferner ist den Figuren zu entnehmen, dass die Glasscheibe 10 auf einer Aufsatzleiste 19; 29; 39; 49 am Rahmen 11; 21; 31; 41 aufsitzt. Die Rahmen 11 und 31 der 1a bis 1d sowie der 3a und 3b weisen an Außenkanten 11', 31' eine Montagenut 11'', 31'' auf. Die Rahmen 21; 41 sind dagegen an Außenkanten 21', 41' ohne Montagenut ausgebildet.
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In der 1a ist dargestellt, dass die Wand 13' der ersten Nut 13 und somit die Nut 13 mit einem Abstand a von der Außenkante 11' des Rahmens 11 beabstandet ist. In diesem Ausführungsbeispiel beträgt der Abstand a = 10 mm.
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Wie in den 1a bis 1d dargestellt, kann ein solches System zur Fixierung einer Glasscheibe gemäß der Erfindung sehr einfach montiert werden. Wie in der 1a zu erkennen, steht das Selbstverriegelungs-element 15 vor der Montage zumindest in einem Abschnitt vom Rahmen 11 ab. Dies wird dadurch erreicht, dass das Federelement 16 durch seine Federwirkung das Selbstverriegelungselement 15 vom Rahmen 11 weg- beziehungsweise aus der ersten Nut 13 herausdrückt. Dadurch befindet sich in diesem Ausführungsbeispiel die Einführschräge 15' außerhalb des Rahmens 11. Wird nun die Glashalteleiste 12 in einer Richtung senkrecht zu den planparallelen Außenflächen 10', 10'' der Glasscheibe 10 zur Glasscheibe 10 hin verschoben, so wird das Selbstverriegelungselement 15 in die erste Nut 13 hineingedrückt. Dies wird dadurch wesentlich erleichtert, dass die Abschrägung 12' und die Einführschräge 15' zueinander komplementär ausgebildet sind.
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Es ergibt sich danach der Zustand gemäß der 1b.
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In der 1c wird nun ein Zustand dargestellt, bei dem die Glashalteleiste 12 so weit weiter geschoben ist, dass das Selbstverriegelungselement 15 durch das Federelement 16 in die zweite Nut 14 zurückgedrückt wird. Die Glashalteleiste 12 wird dadurch am Rahmen 11 fixiert.
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In diesem Zustand kann das System über die Glashalteleiste 12 und über das Selbstverriegelungselement 15 selbst größere, auf die Glasscheibe 10 einwirkende Lasten, beispielsweise Windlasten, abfangen beziehungsweise in den Rahmen 11 überleiten. Dabei nimmt das Selbstverriegelungselement 15 nicht nur Lasten auf, die punktuell auf die Glasscheibe 10 einwirken – wie etwa bei aus dem Stand der Technik bekannten geschraubten Haltern –, sondern auch über die gesamte Länge der Glashalteleiste 12, was zu einer erhöhten Lastabtragung führt.
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Durch Querkräfte, die auf die Glasscheibe 10 einwirken, wird die Glashalteleiste 12 entgegen der Montagerichtung von der Glasscheibe weggedrückt. Dadurch verkantet sich das Selbstverriegelungselement 15 in der ersten Nut 13, wodurch die Klemm- und Haltewirkung des Selbstverriegelungselement 15 automatisch weiter verbessert wird.
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In 1d ist dargestellt, dass abschließend in die Dichtungsnut 18 ein Dichtungselement 17 eingebracht wird.
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Es versteht sich, dass alternativ die Glashalteleiste 12 auch vormontiert werden kann. Bei diesem alternativen Vorgehen werden an der Glashalteleiste 12 andere Elemente, beispielsweise das Dichtungselement 17, angeordnet und erst anschließend die Glashalteleiste 12 auf den Rahmen 11 aufgeschoben.
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Der 1d ist auch zu entnehmen, dass die Anordnung eine Strömungssperre realisiert. Dies bedeutet, dass durch die Anordnung Vorkehrungen getroffen sind, dass Luftströmungen von einer Außenseite der Glasscheibe 10 zur anderen Außenseite der Glasscheibe 10 zumindest weitgehend vermieden werden. Dies wird erreicht, da eine Luftzirkulation nicht durch das Dichtungselement 17 hindurch gelangen kann. Zudem unterbricht das Selbstverriegelungselement 15, das an Wänden der ersten und zweiten Nuten 13, 14 anliegt, etwaige weitere Luftzirkulationskanäle und verhindert somit einen unerwünschten Luftaustausch entlang von etwaigen Spalten zwischen Rahmen 11 und Glasscheibe 10. Mit anderen Worten ist somit das Selbstverriegelungselement 15 Teil einer Strömungssperre.
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Ferner sind in 1a bis 1d zu entnehmen, dass der Rahmen 11 an der Außenkante 11' die Montagenut 11'' aufweist. Die Glashalteleiste 12 weist ferner eine komplementär ausgebildete Hintergreifung auf. Somit kann in montiertem Zustand die Glashalteleiste 12 den Rahmen 11 an der Montagenut 11'' zumindest bereichsweise hintergreifen.
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Dadurch wird die Glashalteleiste 12 noch sicherer am Rahmen 11 angeordnet.
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Auch kann dadurch die Glashalteleiste 12 nicht nur auf den Rahmen 11 aufgeschoben, sondern auch mittels einer Drehbewegung eingeklickt werden.
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In den 2a bis 2d eine alternative Ausführungsform der Erfindung dargestellt, bei der der Rahmen 21 keine Montagenut aufweist. Dementsprechend weist die Glashalteleiste 22 auch keine komplementär ausgebildete Hintergreifung auf. Eine solche Gestaltung kann beispielsweise aus Gründen der Optik gewählt sein. Eine Montage erfolgt analog zu dem in den 1a bis 1d dargestellten Vorgehen. Auch bei dieser Ausgestaltung der Erfindung wird beim Einschieben der Glashalteleiste 22 das Selbstverriegelungselement 25 in die erste Nut 13 zuerst eingedrückt und schnappt dann durch die Federwirkung des Federelements 16 in die zweite Nut 14 ein.
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Anschließend kann wiederum ein Dichtungselement 27 angeordnet werden.
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In den Ausführungsbeispielen gemäß der 1a bis 1d beziehungsweise 2a bis 2d bildet jeweils der Rahmen 11; 21 ein Gegenlager zur Glashalteleiste 12 beziehungsweise 22, so dass die Glasscheibe 10 zwischen Rahmen 11; 21 und Glashalteleiste 12; 22, gegebenenfalls mittels eines Dichtungselements 17; 27, eingeklemmt und somit fixiert wird.
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In den 3a und 3b sind dagegen Ausführungsformen der Erfindung dargestellt, bei denen nicht der Rahmen 31, sondern eine separate Außenleiste 39a'; 39b' das Gegenlager bildet. Diese Außenleiste 39a'; 39b' ist dazu einerseits am Rahmen 31 fixiert. Andererseits weist sie einen Klemmabschnitt 39a''; 39b'' auf, der mit der Glasscheibe 10 kontaktiert. Dazu weist der Klemmabschnitt 39a''; 39b'' im Kontaktbereich ebenfalls ein Dichtgummi auf. Während 3a ein Selbstverriegelungselement 35a mit Federelement 36a entsprechend den zuvor beschriebenen Figuren darstellt, ist in der 3b eine alternative Ausführung abgebildet, bei der das Selbstverriegelungs-element 35b mit dem Federelement 36b vertikal gespiegelt angeordnet ist. Mit anderen Worten befindet sich das Federelement 36b in der zweiten Nut 34b. Das Selbstverriegelungselement 35b greift in die erste Nut 33b ein. Somit ist es möglich, auch das Selbstverriegelungselement 35b mit Federelement 36b bereits vor der Montage an der Glashalteleiste 32b vorzumontieren.
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In den 4a bis 4d wird nun dargestellt, wie eine Glasscheibe 10 wieder ausgeglast werden kann, wenn sie zuvor an einem Rahmen mit Hilfe des Systems gemäß der Erfindung fixiert worden ist.
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Dazu wird mit Hilfe eines Werkzeugs 49', insbesondere eines Bohrers, eine Öffnung 49'' in die Glashalteleiste 42 einarbeitet. Dabei dient die Öffnung 49'' als wenigstens punktueller Zugang zum Selbstverriegelungselement 45 (4b).
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Anschließend (4c) wird mit einem Befestigungselement 49''', insbesondere einer Schraube oder eines Nagels, das Selbstverriegelungselement 45 durch die Öffnung 49'' hindurch am Rahmen 41 befestigt. Dadurch wird das Selbstverriegelungselement 45 in die erste Nut 43 dauerhaft hineingedrückt.
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Wie der 4d zu entnehmen ist, ist in diesem Zustand die Glashalteleiste 42 nicht mehr am Rahmen 41 fixiert, sondern kann vom Rahmen 41 abgelöst werden. Somit kann die Glasscheibe 10 entfernt oder nach Bedarf ausgetauscht werden.
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Wesentlich dabei ist, dass eine einzelne Öffnung 49'' beziehungsweise ein einzelnes Befestigungselement 49''' genügt, um eine Glashalteleiste 42 vom Rahmen 41 zu lösen. Es kann somit nahezu zerstörungsfrei ausgeglast werden. Die zum Ausglasen benötigte Öffnung 49'' kann zudem nach dem Ausglasen mittels eines geeigneten Dichtmittels oder dergleichen wieder verfüllt werden, so dass die Glashalteleiste 42 auch nach einem Ausglasen wieder verwendet werden kann.
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Die 5a und 5b zeigen nun eine Detailansicht des Selbstverriegelungselements 55a; 55b. In der 5a ist das Selbstverriegelungselement 55a mit dem Federelement 56a abgebildet. Das Federelement 56a ist dabei am Selbstverriegelungselement 55a an-extrudiert. Das Federelement 56a ist im in der 5a dargestellten Zustand gespannt. Mit anderen Worten ist das Federelement 56a zusammengedrückt. In diesem Ausführungsbeispiel ist das Federelement 56a aus einem federelastischen Material, insbesondere aus Gummi, gebildet. Es weist einen Federarm auf, der durch die Federelastizität des verwendeten Materials federnd vom Selbstverriegelungselement 55a wegdrückt.
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Im Zustand gemäß der 5b ist das Federelement 56b, das grundsätzlich analog zum Federelement 56a gebildet ist, in entspanntem Zustand dargestellt.
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In diesem Zustand weist das Selbstverriegelungselement 55b zusammen mit dem Federelement 56b seine maximale Länge auf. In diesem Zustand steht daher das Selbstverriegelungselement 55b am weitesten aus einem Rahmen beziehungsweise einer ersten Nut heraus, wenn es an diesem beziehungsweise in dieser angeordnet ist.
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Bezugszeichenliste
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- 10
- Glasscheibe
- 10', 10''
- Außenflächen der Glasscheibe
- 11; 21; 31; 41
- Rahmen
- 11'; 21'; 31'; 41'
- Außenkante
- 11'', 31''
- Montagenut
- 12; 22; 32a; 32b; 42
- Glashalteleiste
- 12'; 22'; 32a'; 32b'; 42'
- Abschrägung
- 13; 23; 33a; 33b; 43
- erste Nut
- 13', 13''
- Wände der ersten Nut
- 14; 24; 34a; 34b; 44
- zweite Nut
- 14', 14''
- Wände der zweiten Nut
- 15; 25; 35a; 35b; 45; 55a; 55b
- Selbstverriegelungselement
- 15'; 25'; 35a'; 35b'; 45'; 55a'; 55b'
- Einführschräge
- 16; 26; 36a; 36b; 46; 56a; 56b
- Federelement
- 17; 27; 37a; 37b; 47
- Dichtungselement
- 18; 28; 38a; 38b; 48
- Dichtungsnut
- 19; 29; 39; 49
- Aufsatzleiste
- 39a', 39b'
- Außenleiste
- 39a'', 39b''
- Klemmabschnitt
- 49'
- Werkzeug
- 49''
- Öffnung
- 49'''
- Befestigungselement
- a
- Abstand
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- EP 0870894 A2 [0002, 0009]
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Zitierte Nicht-Patentliteratur
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- www.knapp-verbinder.com/fixclip-schiene [0004]
- www.gutmann.de/index.php?id=4496&L=0 [0006]
- www.helmutgoll.com [0007]