DE2120874B2 - Drehgestell für Schienenfahrzeuge - Google Patents

Drehgestell für Schienenfahrzeuge

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DE2120874B2
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Description

Die Erfindung betrifft ein Drehgestell für Schienenfahrzeuge, insbesondere Lokomotiven, mit gegenüber einem Drehgestellrahmen über Achsfedern abgefederten Achslagern, die durch mindestens je einen Lenker gegenüber dem Drehgestellrahmen geführt und mit am Drehgestellrahmen einerseits und an den Achslagern andererseits befestigten, vertikal angeordneten, hydraulischen Teleskop-Stoßdämpfern versehen sind.
Bei Montagearbeiten bzw. beim Aufgleisen werden die Drehgestelle mitsamt den Radsätzen mittels Kran od. dgl. angehoben. Damit sich beim Anheben das Drehgestell nicht von den Radsätzen in Ausfederungsrichtung lösen kann, sind bei bekannten Drehgestellen meist zusätzliche Haltevorrichtungen, z. B. in Form von Achsgabelstegen, besonderen Fanglaschen oder ähnlichen Konstruktionen, für die Radsätze vorgesehen. Derartige Konstruktionen sind aufwendig und erhöhen so die Gesamtkosten, obschon das Anheben nur verhältnismäßig selten geschieht.
Bei einem durch die DT-AS 10 73 018 bekannten Drehgestell der eingangs Gattung hängen die Radsätze im angehobenen Zustand des Drehgestells entweder an die Achsfedern durchdringenden Schrauben oder an den Stoßdämpfern. Nachteilig ist hierbei, daß einmal ein sehr großer Hebeweg für den Kran erforderlich ist und außerdem mit Schwierigkeiten beim Aufgleisen gerechnet werden muß, weil die Radsätze mit den entspannten Achsfedern schon bei der geringsten Erschütterung ins Schwingen geraten. Die Frage des Aufgleisens ist in der DT-AS 10 73 018 nicht behandelt, so daß dieser Druckschrift hierzu keine Lehre entnehmbar ist.
Durch die DT-AS 11 45 445 ist eine Ausbildung eines Teleskop-Stoßdämpfers mit Zusatzfederung bekannt, bei dem innerhalb des Stoßdämpfergehäuses ein elasiisch federndes Polster angeordnet ist, welches im wesentlichen aus zellelastischem Material gebildet wird und sich am hydraulischen Teil anschließt. Dieser Teleskop-Stoßdämpfer kann zwar als Wegbegrenzer in Ausfederungsrichtung dienen, ist aber durch das zusätzliche Polster sehr aufwendig und für den rauhen Bahnbetrieb schlecht geeignet.
Drehgestelle, bei denen die Radsätze gegenüber dem Drehgestellrahmen über Achsfedern abgefedert und mit Flüssigkeits- oder Reibungsdämpfern verbunden sind, gehen ferner noch aus der DT-PS 9 36 453, dem DT-Gbm 16 89 390 sowie der Zeitschrift »Glasers Annalen«, 1964, S. 179 bis 181 als bekannt hervor. Bei diesen älteren Ausführungen, die sich lediglich mit dem Problem der Fahreigenschaften befassen, wird beim Anheben des Drehgestells das Gewicht der Radsätze entweder nur von Blattfedern aufgenommen, oder es sind zum Verhindern des Herausfallens der Radsätze Querleisten bzw. Achsgabelstege vorgesehen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Drehgestell für Schienenfahrzeuge der eingangs genannten Art zu schaffen, welches ohne zusätzliche Elemente bei geringem Bauaufwand mit den Radsätzen in einfacher Weise anzuheben ist, wobei außer dem Radsatzgewicht auch noch eine Restkraft der nicht völlig entspannten Achsfedern aufzunehmen ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Begrenzung des Ausfederweges jedes Achslagers gegenüber dem Drehgestellrahmen durch Anschlag des Dämpferkolbens des betreffenden Teleskop-Stoßdämpfers im Dämpferzylinder bestimmt ist, wobei die Teleskop-Stoßdämpfer und ihre Befestigungen so angeordnet und bemessen sind, daß sie bei angehobenem Drehgestellrahmen in ihrer ganz ausgezogenen Stellung jeweils das anteilige Gewicht der ungefederten Massen einschließlich einer Vorspannkraft der Achsfedern allein auf den Drehgestellrahmen übertragen.
Mit dem erfindungsgemäßen Drehgestell ist in vorteilhafter Weise erreicht, daß das Anheben mittels der schon vorhandenen Teleskop-Stoßdämpfer während für die Fahreigenschaften die bekannten Vorteile dieser Dämpfer erhalten bleiben. Somit werden mit ein und demselben Dämpfer zwei Funktionen ausgeführt. Die hydraulischen Teleskop-Stoßdämpfer füllen erstens ihre normale Aufgabe und dienen darüber hinaus beim Anheben des Drehgestells als Halter für die durch Lenker geführten und unter der Vorspannkraft der Achsfedern stehenden Achslager mit dazu gehöriger Radachse und den beiden Laufrädern.
Es hat sich herausgestellt, daß die zur Dämpfung der Achsfederung erforderlichen Teleskop-Stoßdämpfer von vornherein so dimensioniert werden können, daß sie ohne ins Gewicht fallende Mehrkosten in der Lage sind, das Gewicht des Radsatzes plus Vorspannkraft der unbelasteten Achsfedern aufzunehmen.
Eine vorteilhafte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Drehgestells mit drei Radsätzen besteht darin, daß bei den zur Begrenzung des Ausfederweges des mittleren Radsatzes dienenden Teleskop-Stoßdämpfern alle nur zur Dämpfung erforderlichen Teile, wie Dämpfungsflüssigkeit und Ventile, weggelassen sind.
Die Anbringung der Teleskop-Stoßdämpfer bei der mittleren Radachse ist, neben dem einheitlichen optischen Bild, weniger aufwendig als wenn hierfür eine zusätzliche Anhebe- und Haltevorrichtung eingebaut werden müßte.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung schematisch dargestellt und wird im folgen-
den näher beschrieben. Es zeigt
F i g. 1 ein 3achsiges Drehgestell für Schienenfahrzeuge mit hydraulischen Teleskop-Stoßdämpfern und einem teilweise dargestellten Brückt nträger und
F i g. 2 eine Seitenansicht einer Lokomotive mit zwei 3achsigen Drehgestellen und mit den als Anhebe- und Haltevorrichtung für die Radsätze dienenden hydraulischen Teleskop-Stoßdämpfern, bei der das Anheben über Pratzen am Drehgestellrahmen erfolgt.
In der Zeichnung sind mit 1 ein Drehgestellrahmen, mit 2 Radsätze, mit 3 Achslager und mit 4 Achsfedern bezeichnet, die sich einerseits gegen den Drehgestellrahmen 1 und andererseits gegen die Gehäuse der Achslager 3 abstützen. Mit 5 sind Lenker gekennzeichnet.
Auf dem Drehgestellrahmen 1 stützt sich über Wiegenfedern 6 ein Brückenträger 7 mit dem Lokomotivaufbau ab. Im Drehgestellrahmen sind Antriebsmotoren 8 angeordnet. Die Lenker 5 sind an Konsolen 9, die am Drehgestellrahmen 1 befestigt sind, angelenkt. ]eder am Längsträger des Dregestellrahmens 1 befindlichen Achsfederung ist ein vertikaler hydraulischer Teleskop-Stoßdämpfer 10 zugeordnet, der einerseits in einem Lager 11 am Gehäuse des Achslagers 3 und andererseits in einem Lager 12 am Längsträger des Drehgestellrahmens 1 gelenkig befestigt ist.
Die hydraulischen Teleskop-Stoßdämpfer 10 an den Endachsen jedes Drehgesteiis unterscheiden sich äußerlich nicht von den Dämpfern an der mittleren Radachse. Mit 13 sind Pratzen am Drehgestellrahmen 1 zum Anheben des Drehgestellrahmens mit den daran befindlichen Radsätzen oder der gesamten Lokomotive bezeichnet.
Beim Anheben der Lokomotive nach F i g. 2 übertragen allein die in den Dämpfer-Zylindern der Teleskop-Stoßdämpfer 10 in ausgefahrener Stellung zum Anschlag gekommenen Dämpferkolben, das anteilige Gewicht der ungefederten Massen einschließlich der Vorspannkraft der Achsfedern auf den Drehgestellrahmen.
Das Anheben der Lokomotive erfolgt in bekannter Weise dergestalt, daß die Hebevorrichtung in Halteelemente am Brückenträger eingreift. Das Mitanheben des Drehgestells mit den daran befindlichen Radsätzen erfolgt in diesem Falle über einen Mitnehmerteller am Drehzapfen oder über besondere Verbindungselemente zwischen Kasten und Drehgestell. Das Anheben der gesamten Lokomotive kann aber auch dadurch erfolgen, daß die Anhebevorrichtung an den Pratzen 13 des Drehgestellrahmens angreift.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen

Claims (2)

Patentansprüche:
1. Drehgestell für Schienenfahrzeuge, insbesondere Lokomotiven, mit gegenüber einem Drehgestell- S rahmen über Achsfedern abgefederten Achslagern, die durch mindestens je einen Lenker gegenüber dem Drehgestellrahmen geführt und mit am Drehgestellrahmen einerseits und an den Achslagern andererseits befestigten, vertikal angeordneten, hydraulischen Teleskop-Stoßdämpfern versehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Begrenzung des Ausfederweges jedes Achslagers (3) gegenüber dem Drehgestellrahmen (1) durch Anschlag des Dämpferkolbens des betreffenden TeIeskop-Stoßdämpfers (10) im Dämpferzylinder bestimmt ist, wobei die Teleskop-Stoßdämpfer (10) und ihre Befestigungen so angeordnet und bemessen sind, daß sie bei angehobenem Drehgestellrahmen (1) in ihrer ganz ausgezogenen Stellung jeweils das anteilige Gewicht der ungefederten Massen einschließlich einer Vorspannkraft der Achsfedern (4) allein auf den Drehgestellrahmen (1) übertragen.
2. Drehgestell nach Anspruch 1 mit drei Radsätzen, dadurch gekennzeichnet, daß bei den zur Begrenzung des Ausfederweges des mittleren Radsatzes dienenden Teleskop-Stoßdämpfern (10) alle nur zur Dämpfung erforderlichen Teile, wie Dämpfungsflüssigkeit und Ventile, weggelassen sind.
10
DE19712120874 1971-04-28 1971-04-28 Drehgestell für Schienenfahrzeuge Expired DE2120874C3 (de)

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ES398869A ES398869A1 (es) 1971-04-28 1972-01-14 Perfeccionamientos introducidos en locomotoras sobre carre-tones.
AT88372A AT321353B (de) 1971-04-28 1972-02-03 Drehgestell für Schienenfahrzeuge, insbesondere Lokomotiven
FR7207005A FR2131368A5 (de) 1971-04-28 1972-03-01
GB1254972A GB1371464A (en) 1971-04-28 1972-03-17 Bogie locomotives
US00243972A US3841232A (en) 1971-04-28 1972-04-14 Dampened locomotive bogie axle

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DE2120874B2 true DE2120874B2 (de) 1975-10-23
DE2120874C3 DE2120874C3 (de) 1976-05-26

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
CN102092016A (zh) * 2010-12-31 2011-06-15 方裕华 自动升降自转轮组
US10059350B2 (en) 2014-02-10 2018-08-28 Siemens Aktiengesellschaft Rail vehicle, in particular a locomotive

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CN102092016A (zh) * 2010-12-31 2011-06-15 方裕华 自动升降自转轮组
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US3841232A (en) 1974-10-15
GB1371464A (en) 1974-10-23
AT321353B (de) 1975-03-25
FR2131368A5 (de) 1972-11-10
ES398869A1 (es) 1975-06-16
DE2120874A1 (de) 1972-11-09

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E77 Valid patent as to the heymanns-index 1977