DE2362628C3 - Rohrofen zur thermischen Behandlung von Medien mittels Widerstandsheizung - Google Patents
Rohrofen zur thermischen Behandlung von Medien mittels WiderstandsheizungInfo
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Description
50
Die Erfindung betrifft einen Rohrofen zur thermischen Behandlung flüssiger oder gasförmiger Medien
mittels Widerstandsheizung, wie im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 näher beschrieben.
Aus der DE-GM 70 40 636 ist ein Rohrofen bekannt, dessen einziges Rohr in zwei Abschnitte unterteilt ist,
die jeweils von einer der zwei unmittelbar hintereinandergeschalteten Sekundärwicklungen eines Transformators
direkt beheizt werden. Der bekannte Rohrofen dient vorzugsweise zur Sterilisation von Fluiden. Die
Anforderungen an die Heizleistung sind demnach sowohl hinsichtlich der zu liefernden Wärmemenge als
auch der zu erzielenden Temperatur begrenzt. Bei Anwendung des bekannten Konstruktionsprinzips auf
Rohröfen für große Fluidmengen und bei sehr hohen Temperaturen aufzubringende Heizleistungen treten
gewisse Schwierigkeiten auf. So ergeben sich bei unmittelbarer Hintereinanderschaltung der die einzelnen
Rohrabschnitte beheizenden Stromquellen über die Rohrlänge große Spannungsdifferenzen, die zu Isolationsproblemen
führen. Wenn darüber hinaus die Stromquellen, wie dies beim Robrofen der DE-GM
7040636 der Fall ist, zusammenhängende Sekundärwicklungen
eines einzigen Transformators sind, so können die einzelnen Rohrabschnitte nicht unabhängig
voneinander beheizt werden, wie dies z. B. zum Zwecke der exakten Temperatursteuerung in Reaktionsrohren
erwünscht ist
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Rohrofen der eingangs genannten Art bereitzustellen,
der bei hohen Temperaturen und großen Heizleistungen
sicher betrieben werden kann, und bei dem der Temperaturverlauf innerhalb der Rohre in möglichst
flexibler Weise beeinflußt werden kann.
Diese Aufgabe wird durch die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs Ϊ beschriebenen konstruktiven
Maßnahmen gelöst
Die elektrische Trennung der Stromquellen voneinander ermöglicht die unabhängige Beheizung der
einzelnen Rohrabschnitte, während durch die Gegeneinanderschaltung
der benachbarten Rohrabschnitten zugeordneten Stromquellen erreicht wird, daß insgesamt
nur relativ kleine Spannungsdifferenzen entstehen und damit keine schwerwiegenden Isolationsprobleme
auftreten. Insbesondere befinden sich die Rohrenden bei Aufteilung des Rohres in eine gerade Anzahl von
Abschnitten auf demselben Potential, so daß zwischen Ein- und Auslaßseite des Rohrofens keine Spannungsdifferenz
auftritt Der Rohrofen gemäß der Erfindung zeichnet sich somit durch Betriebssicherheit und
flexibles Betriebsverhalten aus, erfüllt aber gleichzeitig hohe Anforderungen hinsichtlich der Heizleistung.
Eine besondere Ausführungsform des Rohrofens gemäß der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß
die Rohre jeweils in eine gerade Anzahl von Abschnitten unterteilt, die Abschnitte sämtlich zu
Paaren einander benachbarter Abschnitte gruppiert und die Enden der einzelnen Abschnittspaare jeweils mit
dem Null-Leiter oder dem Schutzleiter verbunden oder geerdet sind. Diese Maßnahme ermöglicht eine
besonders sichere Betriebsweise des Rohrofens. Die Einteilung der Rohre in Abschnittspaare sowie die
Erdung der Enden dieser Abschnittspaare bedingt natürlich, daß die einem Abschnittspaar zugeordneten
Stromquellen ausgangsseitig jeweils dieselben Spannungsdifferenzen abgeben. Abgesehen davon kann die
Heizleistung der einzelnen Abschnittspaare jedoch unabhängig voneinander geregelt werden.
Weiterhin ist es zum Zwecke der Leistungsregelung von Vorteil, an den Enden der Abschnittspaare
Temperaturmeßfühler anzubringen, durch die mittels eines Reglers die Heizleistung regelbar ist. Durch diese
Anordnung der Meßfühler wird gewährleistet, daß Störspannungen die Meßspannungen nicht überlagern
können und deshalb besondere Maßnahmen zur Verhinderung von Störspannungen nicht vorgesehen
werden müssen.
Gemäß einer zweckmäßigen Ausführungsform eines Rohrofens mit zu Paaren gruppierten Rohrabschnitten
ist vorgesehen, jedem der Abschnittspaare einen Transformator mit je zwei Sekundärwicklungen als
Stromquellen zuzuordnen. Die Verwendung von zwei Sekundärwicklungen eines einzigen Transformators als
Stromquellen für je ein Abschnittspaar macht besondere Maßnahmen zur Synchronisation der Wechselspannungen
der beiden Stromquellen eines Abschnittspaares
überflüssig.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, die die Stromquellen
mit den Abschnitten verbindenden Stromzuführungsleitungen mittels Metall-Laschen an den Rohren zu
befestigen. Damit wird einerseits ein guter elektrischer
Kontakt erreicht, und andererseits sind die Stromzuführungsleitungen
gut und bequem an den Metall-Laschen befestigbar. Bei hohen Temperaturen hat sich das
Anschweißen bewährt, da sonst die Gefahr des Verzunderns besteht
Wenn in einem Rohrofen mehrere Rohre vorhanden sind, so kann es insbesondere vorteilhaft sein, daß
benachbarte Rohre elektrisch parallel geschaltet sind. Elektrische Schutzmaßnahmen sind dann zwischen
benachbarten Rohren nicht notwendig.
Weiterhin kann es zweckmäßig sein, die Stromzuführungsleitungen mittels gemeinsamer, benachbarte Rohre
e&ktrisch leitend verbindender Anschlußelemente an den Rohren anzubringen. Als solche Anschlu3elemente
können z. B. Rohrböden oder Metallnetze verwendet werden, in die die Rohre eingesetzt sind. Durch diese
Maßnahme lassen sich die Herstellungskosten eines Rohrofens herabsetzen.
Durch die Parallelschaltung benachbarter Rohre sowie einander entsprechender Abschnitte benachbarter
Rohre wird außerdem erreicht, daß die Rohre mit geringem Abstand voneinander angeordnet werden
können, wodurch sich die Kapazität des Rohrofens erhöht
Die Verwendung mehrerer Transformatoren mit je zwei Sekundärwicklungen ist auch deshalb günstig, weil
die Herstellungskosten für Transformatoren mit mehreren Sekundärwicklungen und für hohe Leistungen hoch
sind und bei zunehmender Anzahl von Sekundärwicklungen und/oder zunehmenden Leistungen überproportional
zunehmen. Dagegen sind Transformatoren mit zwei gleichen Sekundärwicklungen für verschiedene
Leistungsstufen serienmäßig und damit kostengünstig erhältlich.
Der Rohrofen gemäß der Erfindung kann sowohl zur Durchführung endothermer Reaktionen als auch zur
Vorwärmung von Fluidströmen oder insbesondere zur thermischen Spaltung von Kohlenwasserstoffen verwendet
werden.
Die Erfindung wird nun in der Figur anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert.
Die Figur zeigt ein Rohr 1 eines Rohrofens, dessen eine Wandung 2 dargestellt ist. Benachbart zum Rohr 1
sind weitere Rohre 3 angedeutet.
Ein zu beheizender Teil des Rohres 1 ist in diesem Beispiel in acht Abschnitte 11 — 18 aufgeteilt, die
gleichlang sind. Zu diesem Zweck sind neun Metall-Laschen 21—29 am Rohr 1 befestigt, beispielsweise
angeschweißt Zweckmäßigerweise ist das Material der Metall-Laschen 21 —29 das gleiche wie das der Rohre 1,
3. Dabei muß es sich um ein Metall oder eine Metallegierung handeln, die eine möglichst gute
elektrische Leitfähigkeit und gleichzeitig einen möglichst hohen Schmelzpunkt aufweist. Bevorzugt werden
Chrom-Nickel-Stähle verwendet
Benachbarte Metall-Laschen benachbarter Abschnitte 11 — 18 sind dabei zu jeweils einer Metall-Lasche
22—28 vereinigt. Wichtig ist dabei einerseits, daß die Metall-Laschen 21—29 guten elektrischen Kontakt
erzeugen und andererseits möglichst geringe Wärme nach außen führen.
Außerhalb der Wandung 2 des Rohrofens sind vier gleiche Transformatoren 4, 5, 6, 7 angeordnet die
jeweils zwei gleiche Sekundärwicklungen 31/32, 33/34 usw. aufweisen. Mittels Stromzuführungsleistungen
41 —48,51 —58 sind die Sekundärwicklungen 31 —38 der
Transformatoren mit den Metall-Laschen 21—29 verbunden, wobei die Sekundärwicklungen 31,32 bzw.
33, 34 usw. der Transformatoren 4—7 gegeneinander geschaltet sind. Dabei sind die Stromzuführungsleitungen
41—48, 51—58 mittels Schrauben 80 an den Metall-Laschen 21—29 befestigt wobei darauf zu
achten ist, daß der Ort dieser Befestigung von den beheizten Rohren 1, 3 so weit entfernt ist daß die
Stromzuführungsleitungen 41—48, 51—58 nicht unzulässig erwärmt werden. Von den jeweils vier Stromzuführungsleitungen
benachbarter Sekundärwicklungen 31/32, 32/34 usw. sind immer zwei mit der den
zugehörigen zwei Abschnitten U/12,12/13 usw. jeweils
gemeinsamen Metall-Lasche 22, 23 usw. verbunden.
53/54 usw. befinden sich jeweils auf demselben
gleichen Momentanwertes.
mittels einer Verbindungsieiiung Si verbunden, weshalb
zwischen diesen Metall-Laschen 21,23 keine Potentialdifferenz vorhanden ist Ebenso sind die Metall-Laschen
23, 25, 27, 29 jeweils paarweise mittels Verbindungsleitungen 62, 63, 64 miteinander verbunden, so daß die
Metall-Laschen 21,23,25,27,29 stets gleiches Potential
aufweisen, auch bei Toleranzen der elektrischen Werte der Transformatoren 4—7, der Zuführungsleitungen
41-48, 51-58, der Metall-Laschen 21-29 und der Abschnitte 11 — 18. Diese Metall-Laschen 21,23,25,27,
29 sind mit dem Null-Leiter oder dem Schutzleiter bzw. der Masse des Stromsystems verbunden, was durch die
Erdleitungen 65—69 dargestellt ist Zumindest die erste und die letzte Metall-Lasche 21,29 des Rohres 1 weisen
also auch gegenüber der Schutzerde keine Potentialdifferenz auf.
Die erwünschten Heizleistungen können für jeweils ein Paar der Abschnitte 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18
geregelt werden durch z. B. Regelung der Höhe oder der Einschaltdauei des Primärstromes der Transformatoren
4—7. Die Regelung erfolgt beispielsweise mittels Temperatur-Kontakt-Regler bekannter Bauart, deren
Temperaturmeßfühler, wie im beschriebenen Beispiel, Thermoelementpaare 71—77 sein können, die an
denjenigen Metall-Laschen 21,23,25,27,29 angebracht
sind, die auf Erdpotential liegen. Der momentane Zustand kann dabei mit Hilfe von Anzeigegeräten oder
Anzeigelampen festgestellt werden.
Die verwendeten Transformatoren 4—7 können von handelsüblicher, serienmäßiger Bauweise sein, wobei
die Sekundärwicklungen 31 —38 mehrere Anzapfungen 8, 9, 10 aufweisen können, von denen im Beispiel die
örtlich entfernt angeordnet, weshalb im Verlauf der
όο Stromzuführungsleitungen 41—48,51—58 flexible Leitungsabschnitte
40 angeordnet sind.
Bei einem ausgeführten Beispiel waren die Rohre 1,3 des erfindungsgemäßen Rohrofens aus dem Chrom-Nikkel-Stahl
X 15 CrNiSi 2520 hergestellt und wurden auf über 13000C erhitzt. Die Haltbarkeit der Rohre 1,3 ist
trotz der hohen Temperaturen nahezu unbegrenzt.
Claims (7)
1. Rohrofen zur thermischen Behandlung flüssiger
oder gasförmiger Medien in mittels Widerstandsheizung direkt beheizbaren, in eine Anzahl von
Abschnitten unterteilten Metallrohren, wobei die einzelnen Abschnitte mittels ihnen jeweils zugeordneten
Stromquellen beheizbar sind und die einande r zugewandten Enden benachbarter Abschnitte jeweils
auf demselben Potential liegen, dadurch gekennzeichnet, daß die Stromquellen
(31—38) elektrisch voneinander getrennt und dit: einander benachbarten Abschnitten (11/12,
12/13...) zugeordneten Stromquellen (31/32, 32/33...) jeweils gegeneinander geschaltet sind.
2. Rohrofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohre (1,3) jeweils in eine gerad),:
Anzahl von Abschnitten (11 —18) unterteilt, die
Abschnitte sämtlich zu Paaren einander benachbarter Abschnitte (U/12, 13/14...) gruppiert und die
Enden der einzelnen Abschnittspaare jeweils mit dem Null-Leiter oder dem Schutzleiter verbunden
oder geerdet sind.
3. Rohrofen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß Temperaturmeßfühler (71—75), durch
die mittels eines Reglers die Heizleistung regelbar ist, an den Enden der Abschnittspaare (11/12,
13/14...) angebracht sind.
4. Rohrofen nach den Ansprüchen 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß jedem der Abschnittspaare
(11/12, 13/14...) ein Transformator (4-7) mit je zwei Sekundärwicklungen (31/32, 33/34...)
als Stromquellen zugeordnet ist.
5. Rohrofen nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die die Stromquellen
mit den Abschnitten verbindenden Stromzuführungsleitungen (41—48, 51—58) mittels Metall-Laschen
(21 —29) an den Rohren 1,3) befestigt sind.
6. Rohrofen nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß benachbarte Rohre
elektrisch parallelgeschaltet sind.
7. Rohrofen nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Stromzuführungsleitungen mittels
gemeinsamer, benachbarte Rohre elektrisch leitend verbindender Anschlußelemente an den Rohren
angebracht sind.
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