DE2410505C2 - Verfahren zur Herstellung aromatischer Isocyanate - Google Patents
Verfahren zur Herstellung aromatischer IsocyanateInfo
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- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07C—ACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
- C07C263/00—Preparation of derivatives of isocyanic acid
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Description
worin π eine ganze Zahl von 0 bis 2 ist, m eine ganze
Zahl von 1 bis 3 darstellt, und R für Methyl, Äthyl,
n-Propyl oder η-Butyl steht, bei erhöhter Temperatür und unter vermindertem Druck und Gewinnung
der Isocyanate durch Kondensation der Reaktionsprodukte, dadurch gekennzeichnet, daß
man das Ure «han nicht-katalytisch in einer Pyrolysezone bei Reaktionstemperaturen von ungefähr 350
und 5500C sowie unter Drücken von 13 bis
1396,5 mbar bei einer Verweilzeit von weniger als ungefähr 15 Sekunden spaltet.
2. Ve.-fahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man den Druck auf 53 bis 139,3 mbar
einstellt
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Reaktionszone bei einer
Temperatur zwischen ungefähr 400 bis 530° C hält
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die thermische Sspaltung in
Gegenwart von erhitzten nicht-katalytischen Feststoffen durchführt
5. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet daß man das Urethan in die Pyrolysezone
in Form von festen Einzelteilchen einführt
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung
aromatischer Isocyanate durch thermische Spaltung von Urethanen.
Organische Isocyanate, insbesondere aromatische Isocyanate, werden in großen Mengen benötigt
Insbesondere besteht ein erheblicher Bedarf an Tolylendiisocyar.Men (TDI). Des gleichen werden
Mono- und Diisocyanate von Xylolen und Benzol benötigt
Die thermische Dissoziation von Urethanen durch
katalytisch^ Methoden ist bereits bekannt (vgl. beispielsweise die GB-PS 1247 451). In diesem Falle sind
jedoch die Isocyanatausbeute und die Reinheit des
Pyrolyseproduktes unbefriedigend, so daß das Verfahren für eine Durchführung in technischem Maßstab
nicht interessant ist
Die Erfindung hat sich daher die Aufgabe gestellt ein in großtechnischem Maßstabe durchführbares kostengünstiges Verfahren für die Hersteilung von Mono- und
Diisocyanaten von Benzol, Toluol und Xylol zu schaffen. Diese Aufgabe wird durch die Erfindung gemäß den
vorstehenden Patentansprüchen gelöst
Untersuchungen der thermischen Dissoziation von substituierten Urethanen haben gezeigt daß einige
Reaktionstypen auftreten können, und zwar
1) die Dissoziation in Isocyanat und Alkohol
RNHCOOR'
RNCO + ROH
2) die Bildung von primärem Amin und Olefin RNHCOOR' >
RNH2 + CO2 + R'CH = CH2
3) die Bildung von sekundärem Amin RNCOOR' y RNR' + CO2
I I
H H
Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß die N-Arylurethane von Methanol, Äthanol, n-Propanol
und n-Butanol thermisch in Isocyanat und Alkohol unter Bedingungen gespalten werden können, welche aminerzeugende Seitenreaktionen unterdrucken und außerdem eine Umkehrung der Dissoziationsreaktion unterbinden. Isocyanatausbeuten von mehr als 95% der
Theorie können dabei erzielt werden, wobei der Reinheitsgrad oberhalb ungefähr J5% liegt
Die im Anspruch 1 angegebene Formel umfaßt die Methyl-, Äthyl-, n-Propyl- und n-Butyl-mono- und
-bisurethane von Benzol, Toluol und Xylol. Die in Frage kommenden Isocyanatprodukte sind natürlich die
Benzol-, Toluol- und Xylolmono- und -diisocyanate. Die Toluoldiisocyanate (TDl) werden in erheblichem Ausmaße benötigt.
Die erfindungsgemäße thermische Spaltung der
vorstehend angegebenen Urethane bewirkt eine praktisch quantitative Erzeugung des betreffenden Isocyanats und des betreffenden Alkohols, insbesondere dann,
wenn die Spaltung nicht-katalytisch unter Einhaltung kurzer Verweilzeiten der Reaktionsprodukte in der
Pyrolysezone durchgeführt wird. Je kürzer die Verweilzeit gehalten wird, desto besser ist das Ergebnis. Die
Verweilzeit der Dissoziationsprodukte (die sich unter den Reaktionsbedingungen in der Dampfphase befin-
3 4
den) sollte unterhalb ungefähr 15 Sekunden und prompte Entfernung der Reaktionsprodukte aus der
vorzugsweise unterhalb 1 Sekunde liegen. Eine Verweil- Pyrolysezone ist wesentlich, um eine im wesentliche»
zeit von ungefähr 0,1 Sekunde wäre, falls sie sich in der sofortige, nacheinander erfolgende Kondensation des
menhang ist darauf hinzuweisen, daß ein Hilfsmittel, das 5 Die besten Ergebnisse wurden dann erzielt, wenn die
sich zur Durchführung vieler Kur'kontaktzeitreaktio- Urethanbeschickung in fester Form zugeführt wurde,
nen als geeignet erwiesen hat, die Verwendung eines beispielsweise in Form eines Pulvers, Bandes, Stranges,
dung von Stickstoff, da auf diese Weise die Reaktions- direkt in die Pyrolysezone, die auf der gewünschten
produkte aus der Pyrolysezone unter Einhaltung der io erhöhten Temperatur gehalten wird Es wurde gefun-
kürzestmöglichen Kontaktzeit entfernt werden, wobei den, daß ein gewisses Vorerhitzen der Urethanbeschik-
jedoch manchmal auch Nachteile auftreten können, da kung zulässig ist, beispielsweise zu dem Zweck, das
die Kondensation und die Abtrennung des Alkoholpro- Urethan in geschmolzenem Zustand in flüssiger Form in
duktes beeinflußt werden können. Laborversuche haben die Pyrolysezone einzuführen. Dabei darf sich jedoch
gezeigt, daß die Verwendung eines Spülgases die 15 die Urethanbeschickung in einem derartigen vorerhit-
zweckmäßiger Weise unter Verwendung eines inerten Temperatur der Urethanbeschickung während längerer
Hilfsmittel zum Zuführen des Urethane in die Pyrolyse- Urethanbeschickung etwa bei Umgebungstemperatur
zone des Reaktors verwendet wird, beispielsweise in der sowie als Feststoff direkt der Pyrolysezone zuzuführen.
wird. Ferner kann das Spülgas als Wärmequelle zur 25 Einrichtungen, die Wärme liefern, zusammen mit der
oberhalb 5300C. Es besteht eine Beziehung zwischen deshalb erforderlich, da die Dissozi^itionsreaktion
der Kontaktzeit und der Temperatur. Sind kürzere 30 endotherm ist Im Hinblick auf eine Aufrechterhaltung
vermeiden, dann sollten höhere Temperaturen eingehal- Temperatur dient die Verwendung einer geeigneten
ten werden. inerten Packung, wie sie vorstehend erwähnt wurde, mit
Die nicht-katalytische Natur der erfindungsgemäß einer merklichen Wärmekapazität als Wärmereservoir
durchgeführten thermischen Spaltung ist sehr vorteil- 35 in der Pyrolysezone, so daß auf diese Weise die Neigung
haft, und sei es auch nur durch das Entfallen der zu unerwünschten Temperaturschwankungen in der
Katalysatorkosten. Vermieden werden ferner alle die Reaktionszone vermindert wird, in welcher eine
Probleme, die bei einem katalytischen Verfahren konstante Temperatur angestrebt wird,
anfallen, beispielsweise ein mögliches Mitschleppen des Sehr kritisch bezüglich einer erfolgreichen Durchfüh-Katalysators :n das Isocyanat-Reaktionsprodukt und -to rung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist das
eine Katalyse von Nebenreaktionen in diesem. Vorzugs- Abziehen der gewünschten Produkte, die, falls sie nicht
weise wird die Pyrolyse in Gegenwart thermisch stabiler prompt abgezogen werden, sich schnell zersetzen,
sowie dimensionsstabiler nicht-katalytischer Feststoffe, weiter reagieren, zu Urethan zurückreagieren oder
beispielsweise in Gegenwart von Quarzteilchen oder andere Nebenreaktionen eingehen, die der gewünscheiner Metallpackung, durchgeführt Die Art der inerten « ten hohen Ausbeute und Reinheit der Produkte
Feststoffe is': nicht wesentlich. Es wurden bei Einsatz abträglich sind, weiche erfindungsgemäß erhältlich sind,
verschiedener Feststoffe keine Unterschiede festge- Daher werden die Reaktionsprodukte aus der Hydrolystellt, beispielsweise bei einer Verwendung von sezone sofort in einem Kondensationssystem abgekühlt,
keramischen Materialien, wie Quarz, sowie verschiede- welches in der Weise eingestellt ist, daß ein schnelles
nen Metallen, wie beispielweise rostfreiem Stahl und 50 Abschrecken des Produktstroms möglich ist Dabei
Kupfer. Der Einsatz von nicht-katalytischen Feststoffen werden als Kondensat in einer ersten Kondensationsbietet viele verfahrenstechnische Vorteile. Sie können stufe im wesentlichen alle Komponenten des Produktbeispielsweise elektrisch auf genau einstellbare Tempe- Stroms und vorzugsweise im wesentlichen nur die
raturen erhitzt werden und durch die Wirkung als IsocyatiAtkomponente desselben erhalten. In einer
Wärmequelle gleichmäßige und entsprechende Reak- 55 anschließenden zweiten Kondensationsstufe bei weser>ttionstemperaturbedingungen aufrechterhalten. lieh niedrigerer Temperatur oder unter höherem Druck
sind zusammen mit der Zeit äußerst kritisch in bezug auf Gewinnung des abgetrennten kondensierten Produktes
eine erfolgreiche erfindungsgemäße Verfahrensdurch- ist mittels jeder verfügbaren praktischen Methode
führung. Kritische Faktoren sind das Erhitzen der 60 möglich.
Urethanbesehiekung zur schnellen Erreichung der Die bevorzugten erfindungsgemlß eingehaltenen
Dissoziationstemperatur, wobei kein merkliches Ver- Drücke liegen zwischen 53 und 139,6 mbar. Eriorderliweilen bei einer Zwischentemperatur stattfinden sollte. chenfalls kann auch unter anderen Drücken gearbeitet
Die Kurzzeitpyrolyse des Urethane in die aus Isocyanat werden, wobei dann der niedrigste praktische Betriebsund Alkohol bestehenden Produkte erfordert die 65 druck bei 13 mbar lieg*
Aufrechterhaltung dei Dissoziationstemperatur durch Da die Dissoziation des Urethans schnell und im
die Zufuhr von weiterer Wärme, um die endotherme wesentlichen vollständig bei den gegebenen Tempera-Natur der Dissoziationsreaktion auszugleichen. Die türen sowie innerhalb der angegebenen Zeitsoannen
erfolgt, liegen die in einer praktischen Anlage möglichen Drücke definitiv in dem unteren Bereich
innerhalb des theoretischen Bereiches. Andererseits ha! der Druck in bezug auf das primäre Kondensationssystem
seine eigenen definierten Wirkungen und stell* -. bestimmte Anforderungen. So ist bei einem Druck von
139,6 mbar eine Kühlertemperatur von nicht mehr als 150°C erforderlich, um eine Kondensation des Isocyanats
zu erzielen, das nicht mehr als 1% Alkohol enthält, wpnn es sich bei dem System um dasjenige von TDI und ι ο
Methanol handelt. In dem· gleichen System steigt bei
einer Kühlertemperatur von 150°C, jedoch bei einem
Druck von 1396,5 mbar, die Methanolmenge auf 10 Mol-% in dem Kondensat der ersten Stufe.
Jedoch besteht in diesem Falle das Problem in der ι möglichst vollständigen Gewinnung des Isocyanats
sobald wie möglich nach dem Austreter; der Reaktionszoneprodukte aus der Reaktionszone. Ein steuernder
FäkiCii lit die Auswahl der Kufidciisaiionsbeuingungen,
welche dieses Ergebnis bewirken. Wenn auch die Kondensationsbedingungen derartig eingestellt werden
können, daß das ganze Reaktionsprodukt kondensiert wird, so ist dennoch eine derartige Arbeitsweise
insofern unzweckmäßig, als die reaktiven Produkte zusammengebracht werden, so daß eine erneute :s
Umwandlung in das Urethan begünstigt wird. Um eine gewinnbare Ausbeute von wenigstens 95% der
theoretischen Menge des isocyanats in dem Abstrom aus der Reaktionszone zu gewährleisten, in welcher eine
im wesentlichen vollständige Dissoziation der Urethan- im
beschickung stattgefunden hat, sollte das Kondensat in der ersten Kondensationsstufe im wesentlichen das
ganze kondensierbare Isocyanat und nicht mehr als ungefähr 5 Mol-% des Alkoholproduktes enthalten.
Dieser Anforderung kann in der Weise Genüge getan Ji
werden, daß die erste Kondensationsstufe unter solchen Bedingungen betrieben wird, daß die obere Temperatur
150'C beträgt, während der obere Druck, falls der
Alkohol aus Butanol besteht, 139,6 mbar beträgt Handelt es sich bei dem Alkohol· um Äthanol, dann ist ■»<
> ein Druck von 505.4 mbar zweckmäßig. Besteht der Alkohol aus Methanol, dann wird ein Druck von
698.2 mbar eingehalten, vorausgesetzt, daß dann, wenn
entweder die Temperatur oder der Druck abgesenkt werden, dann entweder der Druck oder die Temperatur -">
entsprechend innerhalb der unteren Grenze von 5O0C vermindert werden, wobei die maximale untere
Druckgrenze 26,6 mbar beträgt, wenn der Alkohol aus Methanol besteht, oder bei 153 mbar liegt, wenn der
Alkohol Äthanol ist, oder 33 mbar ist, wenn es sich bei ■
dem Alkohol um Butanol handelt
Im Falle eines bevorzugten Systems unter Einsatz eines auf. Methanol basierenden Urethans wird das
Isocyanatprodukt mit einer Reinheit von ungefähr 99% erhahen, wenn die Kühtertemperatur 500C beträgt, und
zwar in Verbindung mit einem Druck von 53 mbar. Ferner ist eine Kühlertemperatur von 150°C in
Verbindung mit einem Druck von 139.6 mbar oder weniger möglich. Auf diese Weise ist die Erzielung einer
Isocyanatproduktreinheit für alle praktische Zwecke durch entsprechende Auswahl der Kombination aus
Temperatur- und Druckbedingungen in der ersten Kondensationsstufe möglich.
Wichtig zur Durchführung der Erfindung ist die Verwendung einer zweistufigen KcndeRsationsvorrichtung,
in ,welcher die gasförmigen Spaltprodukte nacheinander verflüssigt werden. In der ersten Kondensationsstufe
werden die Reaktionsprodukte schnell abgekühlt. Daher kann es sich bei der ersten
Kondensationsstiife um einen üblichen mit Luft oder
Wasser gekühlten Kühler handeln, Bei dem niedrigen Druck der Reaktionsprodukte ist ein Abkühlen der
gasförmigen Spaltprodukte auf I eniperaturen /wischen
50 und 150" C, und zwar in Abhängigkeit vom Druck,
ausreichend, um das Isocyanat zu verflüssigen, wobei nicht mehr als höchstens ungefähr 5% der Alkoholdämpfe
in der flüssigen Phase kondensiert werden.
Daher kann in der ersten Kühl- und Kordensationsstufe
ein ziemlich reines Isocyanatprodukt abgetrennt werden. Die relativ hohe Flüchtigkeit von Methanol.
Äthanol oder Butanol ermöglicht eine klare Trennung in flüssiges Isocyanat und dampfförmigen Alkohol, so daß
Reaktionen zwischen dem Alkohol und den Isocyanat-Nebenprodukten vermieden werden.
Die zweite Kondensationsstufe, die dazu dient, den Alkohol auszukondensieren. wird normalerweise bei
unter (rü liegenden Temperaturen betrieben, damit die
Bedingungen geschaffen werden, welche zum Abtrennen des Alkohols aus dem unter einem geringen
absoluten Druck stehenden Gas erforderlich sind, das in die zweite Kondensationsstufe und durch diese hindurch
strömt Im Falle von kleinen Anlagen oder Laboranlagen ist ein Trockeneis-gekühlter Kühler zur Abtrennung
des Alkohols ausreichend. Wahlweise können die zurückbleibenden Alkoholdämpfe komprimiert und bei
höheren lomperaturen kondensiert werden, ohne daß dabei eine künstliche Abkühlung nötig ist
Die Erfindung wird unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert, die ein Hießbild wiedergibt.
Pulverisiertes Urethan in einem Aufgabetrichter 12 flließt durch ein luftdichtes Ventil 14, beispielsweise ein
Sternventil, in einen evakuierten nicht-katalytischen Pyrolysereaktor 10. Ein Stickstoffspülgas wird in den
Reaktor 10 durch die Leitung 16 eingeführt Die Verwendung des Stickstoffspülgases ist nicht obligatorisch.
Nachdem das Urethan in das Innere des Reaktors 10 gelangt ist, wird es schnell auf eine vorherbestimmte
Spalttemperatur gebracht und anschließend in Isocyanat und Alkohol unter einem Vakuum von unterhalb
133 mbar gespalten.
Es wurde bereits darauf hingewiesen, daß die Urethandissoziationsreaktion, die gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung durchgeführt wird, eine Kurzkontaktzeit-Pyrolyse ist, die in Gegenwart
von heißen nicht-katalytischen Kontaktoberflächen durchgeführt wird. Eine geeignete nicht-katalytische
Packung 20, beispielsweise eine Packung aus rostfreiem StahL die sich innerhalb des Reaktors 10
befindet heizt das Urethan auf die Dissoziationstefnperaturen auf. Gemäß dem Fließbild, das eine bevorzugte
Ausführungsform der Erfindung zeigt, wird die Packung 20 elektrisch mittels einer äußeren elektrischen
Heizspule 22 erhitzt, die um den gepackten Abschnitt des Reaktors 10 gewickelt ist Ein inneres oder äußeres
elektrisches Heizen ist zweckmäßig, wobei eine schnelle Temperatursteuerung durch eines oder mehrere Thermoelemente
möglich ist die in die Packung 20 (nicht gezeigt), eingebettet sind. Da die Dissoziationsreaktion
nicht-katarytisch ist kann das zur Herstellung der Packung 20 verwendete Material natürlich aus vielen
temperaturbeständigen und gasdurchlässigen Pakkungsmaterialien bekannter Art ausgewählt werden.
Beispiele für PEckun^sniEterialier1 die sich für die
Durchführung der Erfindung als geeignet erwiesen haben, sind rostfreier Stahl, Kupfer und Quarz.
Die heißen gasförmigen Reaktionsprodukte werden
aus dem Reaktor 10 Ober eine Leitung 24 nach einer kurzen Verweilzeit in dem Reaktor abgezogen und in
einen mit Wasser gekühlten Kühler 26 geleitet, wo die Isocyanatdämpfe verflüssigt werden. Der Alkohol und
etwa verwendetes Spülgas verbleiben praktisch vollständig in der Gasphase. Gemäß dem durch die
Zeichnung wiedergegebenen Fließbild kühlt der Kühler 26 die Reaktionsprodukte auf ungefähr 50'C ab. Aus
dem Kühler 26 gelangen die nunmehr teilweise verflüssigten Spaltprodukte in den Abscheider 28, wo
das flüssige Isocyanat gesammelt und durch die Leitung 30 als erfindungsgemäßes Wärmedissoziationsprodukt
abgezogen wird.
Die nicht-kondensierten Dämpfe, welche den Gas/ Flüssigkeits-Abscheider 28 durch die Leitung 32
verlassen, gelangen in den Kühler 34 der zweiten Stufe, wo die Reaktionsprodukte auf tiefe Temperaturen
abgeschreckt werden, beispielsweise auf -400C, um die
sich unter Ünteratmosphärendruck befindlichen Alkoholdämpfe zu verflüssigen. Erlindungsgemäß können
solche Kühler 34 der zweiten Stufe vorgesehen sein, welche die Alkoholnebenprodukte direkt aus den
Dämpfen in Form eines Feststoffs oder in Form einer Eisphase ausfrieren. Ferner können die Kühler in
Verbindung mit einer entsprechenden Druckeinrichtung betrieben werden, welche eine etwas höhere Kondensationstemperatur
gestatten. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform kondensiert der Kühler 34 das
Alkoholreaktionsprodukt zu einer flüssigen Phase, während mittels des Abscheiders 36 der Alkohol als
weiteres Produkt des erfindungsgemäßen Dissoziationsverfahrens gesammelt wird. Das Alkoholprodukt
wird aus dem Abscheider 36 über eine Leitung 38 abgezogen, während die nicht-kondensierbaren Bestihdteile
sowie etwa vorhandenes inertes Spülgas den Abscheider 36 durch die Leitung 40 verlassen. Eine
geeignete Evakuierungseinrichtung mit hoher Kapazität, beispielsweise die Vakuumpumpe 42, zieht das Gas
aus dem Abscheider 36 ab und evakuiert das ganze System.
Die Evakuierungseinrichtung 42 kann anfänglich dazu dienen, den Druck.innerhalb des gesamten Reaktionstraktes auf den Reaktionsbetriebswert vgn weniger als
133mbar vorzugsweise weniger als. 66,5 rnbar zu
reduzieren.
Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung. Die
erfindungsgemäß nicht-katalytische thermische Dissoziation wird dabei unter Erzielung von Isocyanatausbeuten.
und -reinheiten von mehr als ungefähr 95% durchgeführt
Ein 203 mm tiefes Bett mit einer Packung aus rostfreiem Stahl (1,3x2,5x2,5 mm) in einem Glasrohr
mit einem Außendurchmesser von 30 mm (97,5 ml freier Raum), wobei das Rohr mittels eines außen umwickelten
Heizdrahtes heizbar ist, wird als Pyrolysezone verwendet Die Temperatur der Packung wird in der Weise
gesteuert, daß eine Temperatur von 4400C mittels eines
Thermoelements gemessen wird, das sich in einer Entfernung von 89 mm von dem Oberteil des Bettes
befindet Der Glasrohrreaktor wird auf 133mbar
evakuiert, worauf ein Stickstoff strom mit 10 ml
(Standard) pro Minute durch den Reaktor geschickt wird. Der Reaktor wird in Reihe mit einem mit· Luft
gekühlten Kühler geschaltet, der mit einer Gas/Flüssigkeits-Falle
versehen ist, um kondensierte Flüssigkeit zu entfernen, worauf sich eine mit Azeton/Trockeneis
gekühlte Dampffalle anschließt.
Kaltes Dimethyltolylendiciirbiiniat in Pulverform
(eine 80-20%-Mischung aus 2.4- und 2,6-Isomeren) wird
dem Oberteil der erhitzten Packung aus rostfreiem
". Stahl zugeführt. Insgesamt werden 8 g des Urethans
während einer Zeitspanne von 4 Minuten zugeführt. Die in dem mit Luft gekühlten Kühler gewonnene
Flüssigkeit (bei Zimmertemperatur) macht 5.70 g Tolylendiisocyanat (TDI) aus, was einer Ausbeute von
ίο 97,8% der theoretischen Ausbeute von 5,84 g entspricht.
Die Troekeneis/Azeton-F'alle sammelt 2.1 g Methanol.
Das Infrarotspektrum des TDI Produktes zeigt, daß das TI)I zu ungefähr 99,2% rein ist. und zwar bei
Verwendung der 1740 cm '-Carbonylbande im Ver-
■ gleich zu vorherbestimmten Standards. Die ungefähre
Kontaktzeit in dem Reaktor beträgt ungefähr 0,2 Sekunden auf einer Basis einer Zufuhr von 20,5 g pro
Minute pro Liter des freien Raumes.
Der Versuch wird wiederholt, wobei das Bismethyl-
:ί urethan von 2,4-TDI (Dimethyl-4-methyl-l,3-betizoldicarbamat)
"erwendet wird. Dieser Versuch liefert im wesentlichen die gleiche relative Menge an TDl mit der
gleichen hohen Reinheit
Unter Verwendung einer ähnlichen Anlage, die jedoch mit einem 152 mm tiefen Bett aus einer Packung
aus rostfreiem Stahl versehen ist, wobei 71 ml eines freien Raumes zur Verfügung stehen, wird die
in Temperatur auf 471°C einreguliert, und zwar gemessen
unter Verwendung eines Thermoelements, das 13 mm von dem Boden des Bettes entfernt eingebracht ist.
Dieser Reaktor wird auf einen Druck von 26,6 mbar
evakuiert, wobei die gleichen 10 ml (Standardbedingun-
Ji gen) des Stickstoffstroms verwendet werden. Während
einer Zeitspanne, von 5 Minuten werden 8 g der gemischten 2,4- und 2,6-Urethane, die zur Durchführung
von Beispiel 1 eingesetzt worden sind, kalt der Packung in der Pyrolysezone zugeführt. Das TDl-Produkf fällt in
ι» einer Menge von 5,8 g oder in einer Ausbeute von 99,3%
an. Aus der Infrarotanalyse errechnet sich eine Reinheit von 983%. Die ungefähre Kontaktzeit beträgt 0,3
Sekunden, bezogen auf eine Zuführungsgeschwindigkeit der Beschickung von 23,5 g pro Liter pro freier Raum
4ί pro Minute. ■
Dieser Test wird ohne den Stickstoffstrom wiederholt (die Apparatur wird zuerst bei fließendem Stickstoff
evakuiert, worauf der Stickstoffstrom abgestoppt wird). Dieser Versuch liefert 5,7 g TDI mit einer Reinheit von
in 98,7%. Diese Ergebnisse sind im wesentlichen die
gleichen wie diejenigen, die bei der Durchführung des ersten Versuchs erhalten worden sind, bei dessen
Ausführung mit Stickstoff gespült wird.
Bei der Durchführung der Versuche dieses Beispiels ist der mit Luft gekühlte Kühler weniger wirksam, so
daß einiges TDI in die Methanolfalle mitgeschleppt wird.
Bei der Durchführung des ersten Versuchs besteht das gepackte Bett aus einem 152 mm Bett aus
Kupferdrähten mit einem freien Raum entsprechend 26 mL Das Bett wird Innerhalb eines Temperaturbereiches
von 518 bis 527°C gehalten. 8 g des Bismethylurethans von 2,4-TDI werden während einer Zeitspanne
von 4 Minuten zugeführt Dieser Versuch liefert 5,6 g TDI und 2,4 g Methanol wobei das letztere etwas TDI
enthält
9 10
Bei der Durchführung des zweiten Versuchs wird ein Der Versuch wird erneut wiederholt, wobei das
152 mm Quarzbett als Packung verwendet. Das Urethan während einer Zeitspanne von 6 Minuten
Äquivalent an freiem Raum beträgt 33,6 ml. Aus einer zugeführt wird. Jedoch wird bei der Durchführung
Zufuhr von 8 g des Bismethylurethans von 2,4-TDI dieses dritten Versuchs die Bettemperatur auf 482°C
erhält man 5,5 g des Produktes in dem TDI-Sammler ■->
eingestellt. Nach den 6 Minuten wird der Versuch
sowie 2,5 g in der Methanolfalle. Auch in diesem Falle ist beendet. Das Produkt besteht aus 53 g TDl mit einer
eine unvollständige Produktabtrennung festzustellen. Reinheit von mehr als 95%. Ferner werden 2,5 g
Die vorstehend beschriebenen Versuche zeigen Äthanol gewonnen.
zusammen mk den gemäß der Beispiele 1 und 2 Die verschiedenen Versuche dieses Beispiels zeigen,
erhaltenen Ergebnissen, daß die Urethandissoziation in daß die Temperatur und die Kontaktzeit miteinander in
nicht katalysiert ist, da weder die Packung aus Beziehung stehende Variablen darstellen, die zur
Kupferdraht noch die Packung aus rostfreiem Stahl Dissoziation des Urethans aufeinander abgestimmt
oder aus Quarz die Ergebnisse beeinflußt. werden müssen.
B e i s D i e I 4 ^'n Ausbeuteverlust wird festgestellt, wenn eine der
ι > Variablen verändert wird, ohne daß dabei die entspre-
Ein 228 mm Bett aus rostfreiem Stahl als Packung chende andere Variable entsprechend angepaßt wird,
wird in dem weiter oben beschriebenen Glasrohr „ . ic
hergestellt, wobei das Äquivalent an freiem Raum eispie
97,5 ml beträgt. Das System wird auf 20 mbar evakuiert. Es v/ird eine Reihe von Versuchen durchgeführt,
Die übliche 10 mi/Minute (Standard)-StickstoMgasspü- 20 wobei eine ähnliche Anlage und Packung in der
lung wird verwendet. Insgesamt werden 80 g der Pyrolysezone wie in Beispiel 2 verwendet werden. Die
gemischten Methylurethane von TDI, wie sie gemäß Temperatur wird auf412"C eingestellt. Die Wirkung auf
Beispiel 1 eingesetzt worden sind, während einer die Produktausbeute wird beobachtet, wenn die Zufuhr
Zeitspanne von 66 Minuten zugeführt. Die Bettempera- geschmolzen wird und auf dem Schmelzpunkt während
tür wird auf 412°C gehalten. Das TDI-Produkt 25 verschiedener Zeitspannen vor der Zufuhr in die
kondensiert in einem luftgekühlten Glasspiralen-Hoch- Reaktionszone gehalten wird. Es wird ein Vergleichswirkungskühler
in einer Menge von 583 g (theoretische versuch mit einer Zufuhr mit gleichem Gewicht bei den
Ausbeute: 58,4 g) aus. Ferner werden 21,6g Methanol gleichen Arbeitsbedingungen durchgeführt, mit der
(theoretische Ausbeute: 21,6 g) in einem Trockeneis/ Ausnahme, daß das Urethan ohne zwischenzeitliches
Azeton-Kühler gesammelt. jo Schmelzen zugeführt wird. Dabei erhält man eine
η- . , , Isocyanatproduktausbeute von 98% der Theorie. Wird
p'e die Zufuhr geschmolzen und während einer Zeitspanne
Es wird eine Reihe von drei Versuchen durchgeführt, von 5 Minuten im Schmelzzustand vor der Einführung in
wobei ein 152 mm Bett entsprechend einem freiem die Pyrolysezone gehalten, dann beträgt die Isocyanat-
Raum von 71 ml aus einer Packung aus rostfreiem Stahl 33 ausbeute ungefähr 85% der Theorie. Wird der
verwendet wird. Ein Thermoelement befindet sich am geschmolzene Zustand des zugeführten Materials
Boden des Bettes. Bei der Durchführung aller Versuche während einer Zeitspanne von 15 Minuten vor dem
wird der Druck auf 53,2 mbar gehalten. Es wird eine Einführen in den Reaktor gehalten, dann ist die
10-ml-Stickstoffspülung verwendet Isocyanatproduktausbeute wesentlich geringer.
Bei der Durchführung des ersten Versuchs werden 8 g 40 „ ■ ■ . 7
des Bisäthylurethans von 2,4-TDI während einer Beispiel /
Zeitspanne von 4 Minuten dem Oberteil des Bettes Es wird ein Versuch in einem System durchgeführt,
zugeführt Die Bettemperatur wird auf 5100C einge- das dem System von Beispiel 6 ähnlich ist Dabei wird
stellt. Man erhält 5,3 g TDI (theoretische Ausbeute: festes Bismethylurethan der Pyrolysezone zugeleitet
5,4 g) mit 95%iger Reinheit sowie 2,7 g Äthanol. 45 Die Temperatur der Reaktionszone wird auf 371°C
Dieser Versuch wird wiederholt, mit der Ausnahme, gehalten. Es werden 8 g während einer Zeitspanne von
daß die Kontaktzeit in der Weise erhöht wird, daß das 11 Minuten zugeleitet Die Verweilzeit beträgt 4,4
Urethan während einer Zeitspanne von 6 Minuten Sekunden. Bei diesen relativ milden Bedingungen ist die
zugeführt wird. Nach 3 Minuten muß jedoch dieser Dissoziation des zugeführteri Urethans nicht beendet.
Versuch unterbrochen werden, da das mittels des 50 wie aus dem Vorliegen von umgewandelten Urethan in
luftgekühlten Kühlers abgetrennte Produkt eine dicke dem kondensierten Isocyanatprodukt-Anteil hervorviskose
Flüssigkeit ist, woraus hervorgeht, daß ein geht, der ungefähr 90% der theoretischen Ausbeute
polymeres Produkt gebildet worden ist ausmacht
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
1. Verfahren zur Herstellung aromatischer Isocyanate durch thermische Spaltung von Urethanen der
allgemeinen Formel
(CH3V4 O 4—(NH-COOR)„
IO
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US337954A US3870739A (en) | 1973-03-05 | 1973-03-05 | Isocyanates from urethanes |
Publications (2)
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|---|---|
| DE2410505A1 DE2410505A1 (de) | 1974-09-12 |
| DE2410505C2 true DE2410505C2 (de) | 1982-09-30 |
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ID=23322752
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2410505A Expired DE2410505C2 (de) | 1973-03-05 | 1974-03-05 | Verfahren zur Herstellung aromatischer Isocyanate |
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| BE (1) | BE811863A (de) |
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