DE2445051B1 - Verfahren zur herstellung einer eine holzmaserung imitierenden oberflaeche - Google Patents
Verfahren zur herstellung einer eine holzmaserung imitierenden oberflaecheInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer eine Holzmaserung imitierenden Oberfläche auf
einer thermoplastischen Folie, bei dem photographisch Farbauszüge einer Holzvorlage hergestellt werden,
nach diesen Farbauszügen Druckwalzen hergestellt werden, mit den so hergestellten Druckwalzen im
Mehrfarbendruckverfahren die Holzmaserung auf die thermoplastische Folie gedruckt und hierauf die thermoplastische
Folie mit einer porendarstellenden Prägung versehen wird.
Bei bekannten Verfahren dieser Art macht man normalerweise bis zu vier Farbauszüge einer Holzvorlage
und bedruckt die Folie sodann mit den nach diesen Farbauszügen gewonnenen Druckwalzen. Um das
holzartige Aussehen noch zu verbessern, ist es üblich, die bedruckte Folie gegebenenfalls nach Aufkaschieren
einer transparenten Schutzfolie in einem Prägekalander mit einer Prägewalze zu behandeln. Die Prägewalze
weist dabei regelmäßig ein Prägemuster auf, das völlig unabhängig ist von der Maserung der Holzvorlage.
Beispielsweise benutzt man Prägewalzen mit Hochglanz oder Narbung. Die auf diese Weise hergestellten
Folien unterscheiden sich deshalb von Holzfurnieren im Aussehen dadurch, daß die den Holzfurnieren eigene
örtliche Zuordnung von Druckbild und Poren fehlt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs bezeichneten Art so auszugestalten,
daß eine räumliche Zuordnung von porenvortäuschenden Prägestellen einerseits und Druckbild andererseits
besteht.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß die Prägung vermittels einer Prägewalze
bewirkt wird, deren Prägemuster nach einem Farbauszug einer Holzvorlage hergestellt ist und daß in
die vertieften Bereiche der so geprägten Oberfläche eine Farbe eingerakelt wird.
Es hat sich gezeigt, daß das erfindungsgemäße Verfahren funktioniert, auch wenn keine Passerhaltigkeit
zwischen dem Prägebild und dem Druckbild besteht; ja, es ist nicht einmal notwendig, das Prägebild mit einer
Prägewalze zu- erzeugen, die nach einem Farbauszug derselben Holzvorlage hergestellt ist, nach dem auch
die Farbauszüge für die Gewinnung der zugehörigen Druckwalzen hergestellt worden sind.
Vor dem Prägen der Folie kann die bedruckte Seite mit einer die Druckfarben überdeckenden transparenten
Folie durch Aufkaschieren belegt werden. Diese Maßnahme bringt den Vorteil, daß keine Gefahr eines
Verschmierens der Druckfarben beim nachfolgenden Aufrakeln einer weiteren Farbe besteht, gleichgültig,
welcher Art die Druckfarben und die aufzurakelnde Farbe sind.
Obwohl man bei den nach dem herkömmlichen Verfahren hergestellten Folien mit Holzmaserung imitierender
Oberfläche über die letzte Druckfarbe eine transparente Folie als Schutzfolie für den Schutz der
Druckfarben aufgebracht hat, ist es überraschenderweise nicht erforderlich, über der aufgerakelten Farbe eine
Schutzfolie aufzubringen, auch dann nicht, wenn die aufgerakelte Farbe gleiche oder ähnliche Eigenschaften
besitzt, wie die angewandten Druckfarben und — im Druckverfahren aufgetragen — verschmierungsgefährdet
ist. Die Erklärung für dieses überraschende Ergebnis liegt darin, daß die aufgerakelte Farbe in den vermittels
der Prägewalze aufgebrachten Vertiefungen hinreichend geschützt ist. Die Möglichkeit, auf eine
transparente Schutzfolie über der aufgerakelten Farbe zu verzichten, ist deshalb sehr erwünscht, weil eine hier
notwendige Schutzfolie den Prägecharakter schwächen, wenn nicht aufheben würde. Sollte es dennoch
einmal erwünscht sein, die aufgerakelte Farbe zu schützen, so ist es vorzuziehen, einen Schutzlack aufzubringen,
welcher sich dem durch Prägen gewonnenen Reliefcharakter der Oberfläche anpaßt, so daß dieser Reliefcharakter
erhalten bleibt.
Wenngleich es nicht notwendig ist, Druckwalzen und Prägewalzen nach der gleichen Holzvorlage herzustellen,
so ist es doch für optimale Holzimitation erwünscht, von ein und derselben Holzvorlage bei der
Herstellung der Druckwalzen und der Prägewalze auszugehen. Dies bedeutet, daß man von den Farbauszügen
ein und derselben Holzvorlage einen, vorzugsweise den die kräftigste und/oder die porenreichste Farbe
darstellenden, nicht zum Druck, wohl aber zum Prägen heranzieht, während die übrigen Farbauszüge zum Bedrucken
verwendet werden. Der Ausdruck »porenreichste« Farbe soll besagen, daß eine Konzentration
von Poren in Flächenbereichen vorliegt, in denen auch eine bestimmte Farbe dominiert. Wenn man nun diesen
Farbauszug zur Herstellung der Prägewalze wünscht, so hat man eine Gewähr dafür, daß auch in der Folienoberfläche
der thermoplastischen Folie die porenartigen Prägevertiefungen dort liegen, wo in der Holzvorlage
die Poren vorhanden sind. Voraussetzung dafür ist natürlich, daß die Prägung annähernd in derjenigen
räumlichen Zuordnung zum Druckbild angebracht wird, die durch die Holzvorlage gegeben ist, ohne daß
eine exakte Passerhaltigkeit notwendig ist.
Die xerographische Wiedergabe einer erfindungsgemäß behandelten Plastikfolienoberfläche erläutert die
Erfindung. Die Xerographie ist von einer Folie genommen, welche folgendermaßen behandelt worden ist:
Zunächst wurden passerhaltig mit drei Farbwalzen nach dem Kupfertiefdruckverfahren drei Druckfarben
auf eine 0,12 mm starke Weich-PVC-Folie mit einer Shore-Härte von D 66 aufgetragen.
Die Farbwalzen waren nach Farbauszügen einer geschliffenen und gebeizten Eichenholzoberfläche hergestellt.
Es wurden Farben verwendet, die entsprechend dem gewünschten Farbton aus mehreren Pigmentstammpasten
und einem Lack, basierend auf einem PVC-Copolymer und einem Lösungsmittelgemisch aus
Methyl-Äthyl-Keton.Methyl-Isobutyl-Keton, Cyclohexanon
und Äthylacetat angemischt waren.
Sodann wurde auf die bedruckte Oberfläche eine transparente, 0,08 mm starke Weich-PVC-Folie mit
einer Shore-Härte von D 61 heiß aufkaschiert.
Gleichzeitig wurde die so gebildete Verbundfolie auf ihrer mit der Klarsichtfolie belegten Seite in einem Prägekalander
mittels einer Prägewalze geprägt, die nach einem Farbauszug einer Eschenholzvorlage hergestellt
war, und zwar nach demjenigen Farbauszug, dessen Farbe in der Vorlage im Bereich der stärksten Porenkonzentration
vorherrschte. Die Prägewalze zeigte erhabene Prägevorsprünge in einer Höhe bis zu maximal
0,060 mm. Auf die so geprägte Folie wurde sodann auf der geprägten Seite eine Druckfarbe aufgerakelt, die
der oben definierten Druckfarbe entsprach, und zwar in einer Menge von etwa 3 bis 9 g/m2 (Naßfarbe).
In der Xerographie erkennt man in dem mit A bezeichneten Bereich eine starke Konzentration von Prägestellen
und demgemäß auch eine starke Konzentration von aufgerakelter Farbe.
Die Herstellung der Druckwalzen und der Prägewalze erfolgt in üblicher Weise und wird nachstehend nur
der Vollständigkeit halber an Hand von je einem Ausführungsbeispiel beschrieben.
Herstellung der Druckwalzen „
Zunächst werden Farbauszüge von einer Holzvorlage hergestellt. Diese werden hierauf retuschiert. Mit
den durch die Retusche gewonnenen Filmen wird die Zeichnung auf eine mit einem lichtempfindlichen Überzug
versehene Kupferwalze durch Belichtung übertragen. Die belichteten Bereiche des Überzugs werden dabei
säurefest. Anschließend wird die Walze in ein Säurebad getaucht, wobei die nicht belichteten Bereiche
des Überzugs ausgewaschen werden und in diesen Bereichen eine Ätzung der Metalloberfläche eintritt. Nach
etwa erforderlicher Korrektur der Ätzung wird die Walze verchromt.
Herstellung der Prägewalze
Auch die Herstellung der Prägewalze erfolgt bevorzugt auf photochemographischem Wege. Dabei wird
eine Stahlwalze mit einem durch Licht aushärtbarem Überzug versehen. Dieser Überzug wird anschließend
belichtet, und zwar so, daß in den den Poren entsprechenden dunklen Bereichen Licht auf die Photoschicht
fällt und diese dort gehärtet werden. Danach wird die Walze in ein Ätzbad getaucht, wobei die nicht gehärteten
Bereiche des Überzugs ausgewaschen und die Stahloberfläche in diesen Bereichen durch Ätzen tiefer
gelegt wird. Es verbleibt dann ein Muster mit der Porenstruktur entsprechenden erhabenen Strichen und
Punkten; anschließend wird der Stahlzylinder gehärtet.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren können grundsätzlich alle bedruckbaren und prägbaren thermoplastischen
Folien, insbesondere PVC-Folien, behandelt werden.
Für die als Schutzfolie zu verwendenden Klarsichtfolien gilt, daß sie ebenfalls »bedruckbar« sein müssen,
nämlich mit der aufzurakelnden Farbe, und daß sie prägbar sein müssen. Hier kommen insbesondere thermoplastische
Folien und unter diesen wieder insbesondere PVC-Folien in Betracht.
Statt eine transparente Schutzfolie aufzukaschieren, kann man auch einen transparenten PVC-Lack in einer
Menge von etwa 8 g/m2 auftragen. In diesem Fall wird die lackierte Fläche geprägt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Verfahren zum Herstellen einer eine Holzmaserung imitierenden Oberfläche auf einer thermoplastischen
Folie, bei dem photographisch Farbauszüge einer Holzvorlage hergestellt werden, nach
diesen Farbauszügen Druckwalzen hergestellt werden, mit den so hergestellten Druckwalzen im
Mehrfarbendruckverfahren die Holzmaserung auf die thermoplastische Folie gedruckt und hierauf die
thermoplastische Folie mit einer porendarstellenden Prägung versehen wird, dadurch gekennzeichnet,
daß die Prägung vermittels einer Prägewalze bewirkt wird, deren Prägemuster nach
einem Farbauszug einer Holzvorlage hergestellt ist und daß in die vertieften Bereiche der so geprägten
Oberfläche eine Farbe eingerakelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf die bedruckte Seite der Folie vor
dem Prägen eine transparente Folie aufkaschiert oder ein Lack aufgetragen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß von den Farbauszügen ein und
derselben Holzvorlage einer, vorzugsweise der die kräftigste und/oder porenreichste Farbe darstellende,
nicht zum Druck, wohl aber zum Prägen herangezogen wird.
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Cited By (2)
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