DE2510740A1 - Verfahren zur erhoehung des si0 tief 2 /al tief 2 o tief 3 -molverhaeltnisses im kristallgeruest von zeolithen - Google Patents

Verfahren zur erhoehung des si0 tief 2 /al tief 2 o tief 3 -molverhaeltnisses im kristallgeruest von zeolithen

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DE2510740A1 DE19752510740 DE2510740A DE2510740A1 DE 2510740 A1 DE2510740 A1 DE 2510740A1 DE 19752510740 DE19752510740 DE 19752510740 DE 2510740 A DE2510740 A DE 2510740A DE 2510740 A1 DE2510740 A1 DE 2510740A1
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Description

Unser Zeichen: O.Z. 31 213 Vo/AR 6700 Ludwigshafen, 10.3.1975
Verfahren zur Erhöhung des Si02/Al20,-Molverhältnisses im Kristallgerüst von Zeolithen
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erhöhung des SiOp/AlpO-z-Molverhältnisses im Kristallgerüst von Zeolithen, die Molverhältnisse Si02/Al20, von kleiner als 5 aufweisen. Diese Zeolithe, die sowohl in der Alkali- und/oder Erdalkaliform bzw. in Formen, in denen Alkali- und/oder Erdalkali teilweise oder ganz gegen Wasserstoffionen ausgetauscht sind, vorliegen können, werden zunächst in einem Reaktor in Gegenwart von Luft oder Inertgasen auf die für die nachfolgende Behandlung erforderlichen Temperaturen erhitzt, getrocknet und anschließend mit strömenden Gasen, die Chlor und/oder Chlorwasserstoff enthalten, behandelt.
Ein Vergleich der Eigenschaften verschiedener Zeolithe mit unterschiedlichem Kieselsäuregehalt läßt erkennen, daß kieselsäurereichere Sorten eine höhere thermische Stabilität haben als kieselsäureärmere Vertreter und außerdem beständiger gegen Säuren sind. Das SiOg/A^O-z-Molverhältnis eines Zeolithen ist jedoch durch seine Herstellung im wesentlichen festgelegt.
Es hat deshalb nicht an Versuchen gefehlt, den Kieselsäuregehalt im Zeolithgerüst durch eine Behandlung natürlicher oder eine Nachbehandlung synthetisch hergestellter Zeolithe zu erhöhen. In diesem Zusammenhang sei auf die DT-AS 1 467 149 verwiesen. Das darin beschriebene Verfahren hat jedoch den Nachteil, daß die Kristallinität des erhaltenen Produktes im Vergleich zu den Ausgangsstoffen, erniedrigt wird. So verringert sich beispielsweise für einen synthetisch hergestellten Na-Zeolith vom X-Typ gemäß Beispiel 5 der genannten Auslegeschrift die Kristallinität von ursprünglich 90 $ auf 75 $>. Mit dem Abfall der Kristallinität verschlechtern sich jedoch auch die übrigen Eigenschaften der Zeolithe, wie Absorptionskapazität und katalytische Aktivität.
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ORIGINAL INSPECTED
O.Z. Jl 213
Ein Verfahren zur Erhöhung des SiOp/AlpO,-Molverhältnisses im Zeolithgitter durch Wasserdampf ist in der US-PS 3 591 488 beschrieben. Dieses Verfahren hat den Nachteil, daß als Ausgangsmaterial nur sehr kieselsäurereiche Zeolithe verwendet werden können. Beispielsweise gelingt es nicht, Zeolithe vom A- und (X)-Faujasit-Typ nach diesem Verfahren zu behandeln.
In der US-PS 3 375 064 wird ein Verfahren zur Herstellung von Wasserstoffzeolithen beschrieben. Nach diesem Verfahren werden Ammonium-Zeolithe kurze Zeit mit wasserfreien, gasförmigen Säuren zwischen 371 und 537°C behandelt, bis das in Ammonium-Zeolithen als austauschfähiges NHΛ ' vorliegende Ion unter Bildung von Ammoniumsalzen, insbesondere Ammoniumchlorid, entfernt worden ist und die Ammoniumform des Zeolithen in die entsprechende Wasserstofform übergeführt wurde. In der zitierten US-PS finden sich keine Hinweise darauf, daß durch eine Behandlung der Ammoniumform von Zeolithen eine Änderung des Zeolithgerüstes eingetreten wäre bzw. eintreten könne.
Ferner ist in einem Artikel von Barrer et al in J. Chem. Soc. (A) 1970, Seiten 765 ff, beschrieben, daß diese Autoren die Absorptionsisothermen von Zeolithen für wasserfreien Chlorwasserstoff im Bereich von 190 bis 3200C und bei Gesamtdrucken von bis zu 300 mm Quecksilbersäule gemessen haben. Im Resümee (vgl. Seite 761, 1. Absatz) wird ausgeführt, daß bei manchen Zeolithen die Absorptionsisothermen für Chlorwasserstoff nicht reversibel sind, weil bei bestimmten Si02/Al20^-Molverhältnissen der Zeolith gegen Chlorwasserstoffgas instabil ist und unter den angegebenen Bedingungen zerstört wurde. Auf Seite 766, rechte Spalte, führen die Autoren zur Stabilität von Zeolithen gegenüber Chlorwasserstoff aus, daß solche Zeolithe, die ein Molverhältnis von größer als 5 aufweisen, stabil sind; diejenigen mit einem Wert für dieses Verhältnis von unter 5 sind dagegen instabil. Dieser Befund sei auch im Einklang mit dem Verhalten der Zeolithe gegenüber wäßrigen Mineralsäuren. Ferner ist in diesem Artikel angegeben, daß die Stabilität, insbesondere der von Barrer als instabil bezeichneten Zeolithe, mit steigender Temperatur abnimmt.
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Q.Z. 31 213
Es wurde nun überraschend gefunden, daß Zeolithe, die ein Molverhältnis SiOp/AlpO-, von kleiner als 5 aufweisen, bei wesentlich höheren Temperaturen als sie Barrer angewendet hat, mit Chlor und/oder Chlorwasserstoff enthaltenden Gasen •behandelt werden können, ohne daß die Kristallinität des Ausgangsstoffes wesentlich erniedrigt wird.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erhöhung des SiOp/ AloO^-Molverhältnisses im Kristallgerüst von Zeolithen durch Entwässern derselben mit Luft oder Inertgasen und anschließendes Behandeln mit Gasen, die Chlorverbindungen enthalten, bei erhöhter Temperatur. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß man in einem mit mindestens einer Öffnung versehenen Reaktor Zeolithe mit einem Molverhältnis SiOg/ALpO, von kleiner sls 5 in Gegenwart von Luft oder Inertgasen auf mindestens 4000C erhitzt und auf die entwässerten Zeolithe Chlor- und/oder Chlorwasserstoff enthaltende, strömende Gase bei Temperaturen von 400 bis 70O0C einwirken läßt.
Die nach der erfindungsgemäßen Behandlung erhaltenen Produkte können nach dem Abkühlen mit Wasser behandelt werden. Anschliessend können die im Zeolithen noch verbliebenen, austauschfähigen Kationen durch Behandeln mit zum Ionenaustausch befähigten Ammonium- oder Metallsalzen bis auf einen Restgehalt von unter 2,5 Gew.$ (berechnet als Na2O) entfernt werden; danach kann der Zeolith getrocknet und kalziniert werden.
Anstelle von Ammoniumsalzen können gegebenenfalls starke wäßrige Mineralsäuren wie Salzsäure, Schwefelsäure, Salpetersäure, organische Säuren wie Essigsäure oder Ameisensäure oder diese Säuren zusammen mit deren Ammoniumsalzen als Pufferlösungen angewendet werden. Die hier vorgeschlagenen Maßnahmen richten sich danach, ob durch die erfindungsgemäße Behandlung bereits eine nennenswerte Erhöhung des SiOg/AlgO·*-Molverhältnisses im Kristallgerüst des Zeolithen eingetreten ist und bereits hinreichend säurestabile Produkte gewonnen worden sind.
Eine besondere Ausgestaltung der Erfindung betrifft die Überführung von Natrium-ZeοIithen mit Molverhältnissen SiOp/AlpO,
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von 2 bis 3,0 in Zeolithe, die ein Molverhältnis SiOg/AlgO·* von größer als 3 im Gerüst bei Restnatriumgehalten von unter 2,5 Gew.$, berechnet als Na^O aufweisen. Dasselbe gilt für die Überführung von Na-Faujasiten mit Molverhältnissen SiO2/Al2O, von 3 bis 4 in solche, die ein Molverhältnis von größer als 4 im Gerüst aufweisen.
Als Rohstoffe für das erfindungsgemäße Verfahren können sowohl die in der Natur vorkommenden Faujasite sowie die synthetisch hergestellten Zeolithe vom A-, B- bzw. Faujasit-Typ verwendet werden, sofern deren SiOp/AlpO-,-Molverhältnis kleiner als 5 und insbesondere kleiner als 4,75 ist.
Synthetische Zeolithe werden vorwiegend in der Alkali- bzw. in der Erdalkaliform oder in anderen z.B. gemischten (Na-, Ca-)Pormen erhalten. Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäiien Verfahrens ist, daß die von der Herstellung bedingten Formen direkt für das erfindungsgemäße Verfahren verwendet werden können. Geeignet sind jedoch auch Formen, bei denen die Alkali- oder Erdalkaliionen ganz oder teilweise gegen H-Ionen ausgetauscht worden sind. Zur Herstellung der reinen Η-Formen von Zeolithen werden zunächst die NH.-Zeolithe hergestellt; diese werden durch Kalzinieren bei erhöhter Temperatur in die H-Form umgewandelt. Diese Umwandlung sollte vor Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgen, da sich bei diesem Ammoniumsalze bilden könnten, die zur Verstopfung des Reaktors bzw. des Reaktionsrohres führen könnten.
Die erfindungswesentliche Behandlung mit Chlor und/oder Chlorwasserstoff enthaltenden Gasen wird bei Temperaturen von 400 bis 7000C durchgeführt. Bevorzugt werden Temperaturen von 440 bis 60O0C. Bei zu niedrigen Temperaturen, z.B. bei Zimmertemperatur, reagiert das in den Behandlungsgasen enthaltene Chlor bzw. der Chlorwasserstoff noch nicht mit dem Gerüst der Zeolithe. Bei Temperaturen bis zu 3000C wird das Produkt teilweise amorph. Es ist daher wesentlich, die Behandlungsgase erst bei der vorstehend genannten Temperatur auf die Zeolithe einwirken zu lassen. Vor der erfindungswesentlichen Behandlung wird getrocknet, wobei in der Regel Temperaturen bis zu 6000C
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angewendet werden. Diese Trocknung bzw. Entwässerung erfolgt bereits teilweise während der Aufheizung; sie wird abgeschlossen bei der eigentlichen Reaktionstemperatur,
Die Einwirkung der Behandlungsgase soll vorzugsweise strömend erfolgen. Die Behandlungsgase können dabei im Prinzip unter einem geringeren Unterdruck, z.B. mittels einer Ölpumpe, durch den Reaktor gesaugt werden, vorzugsweise wird jedoch Normaldruck bzw. ein geringer Überdruck angewendet. Die Anwendung höherer Drucke, z.B. von 10 b»w. 20 Atmosphären verbietet sich nicht für die Umsetzung, jedoch ist es unter normalen Verhältnissen nicht wirtschaftlich, unter solchen Drucken zu arbeiten, da hierfür spezielle Werkstoffe für die Reaktion ausgewählt werden müssen. Insbesondere wird ein solcher Druck gewählt, der geeignet ist, um die Strömungswiderstände von Einbauten des Reaktors bzw. durch die Schüttung des umzusetzenden Zeolithen bedingt zu überwinden. Die Behandlungszeit kann z.B. 1 bis 10 Stunden, in besonders gelagerten Fällen bis zu mehreren Tagen dauern. Sie ist abhängig von der Stabilität des Rohstoffes sowie von der Art und der Zusammensetzung des Behandlungsgases. Bei Anwendung von Behandlungsgasen, die sehr stark mit Inerten verdünnt sind, sind längere Behandlungszeiten erforderlich.
Als Behandlungsgase im Sinne der vorliegenden Anmeldung kommen bevorzugt die Reingase Chlor und Chlorwasserstoff, sowie deren Gemische und Gemische aus Kohlenmonoxid und Chlor, vorzugsweise im Molverhältnis 1:1, d.h. Phosgen, in Betracht. Man kann diese Gase zusätzlich mit Luft, Stickstoff, CO2, Argon oder anderen Inerten verdünnt anwenden. Es können Gemische mit bis zu 95 Vol.$ Inerten verwendet werden.
Die Art des Behandlungsgases, der Verdünnungsgrad mit Inerten, die Reaktionstemperatur und die Behandlungsdauer sind von der Stabilität des Ausgangszeolithen abhängig. So kann die Einwirkung eines nicht mit Inerten verdünnten Gasgemisches aus C0/Cl2 (Molverhältnis ungefähr 1:1) bei kieselsäurearmen Zeolithen bei 5000C bereits zu einer teilweisen Zerstörung des Ausgangszeolithen führen. Im Falle kieselsäurearmer Zeo-
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lithe z.B. der A- oder B-Reihe verwendet man daher bevorzugt den weniger aggressiven Chlorwasserstoff, den man gegebenenfalls noch mit Inertgas verdünnt. Man kann jedoch bereits stabilisierte Zeolithe beispielsweise der B-Reihe mit CO/Clp-Gasgemischen nachbehandeln, wenn diese erfindungsgemäß mit dem weniger aggressiven Chlorwasserstoff stabilisiert worden sind.
Die Behandlungsgase sollen praktisch wasserfrei angewendet werden. Besondere Maßnahmen zur Trocknung der technischen Gase wie Chlorwasserstoff, Kohlenmonoxid, Chlor etc. sind für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens nicht erforderlich. Es ist wahrscheinlich, daß bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens mit Chlor sogar geringe Spuren Wasser erforderlich sind, um die Reaktion einzuleiten. Bei der Durchführung der Reaktion mit Chlorwasserstoff, entsteht in der Reaktionszone ohnehin Wasser gemäß der Gleichung:
Al2O3 + 3 HCl ^ AlCl3 + 3 H2O .
Es hat sich gezeigt, daß mit steigendem Wasserdampfgehalt in den Behändlungsgasen die Reaktion ungünstig beeinflußt wird. Unter besonderen Bedingungen können Wasserdampfgehalte in den Behandlungsgasen bis zu 1 Volumenprozent zugelassen werden. Die Grenze läßt sich jedoch nicht generell festlegen, da sie vom Typ des zu behandelnden Zeolithen abhängt.
Durch die erfindungsgemäße Behandlung verringert sich, dies ergibt sich aus dem röntgenographischen Befund, die Gitterkonstante des erhaltenen Produkts gegenüber der des Ausgangsmaterials. Auch eine Erhöhung des Si0p/Al203-Molverhältnisses des Ausgangszeolithen ist festzustellen.Nach einer Behandlung mit wäßrigen Säuren kann nämlich auch analytisch nachgewiesen werden, daß das Molverhältnis SiOg/Al^jO, im Gerüst des Reaktionsproduktes größer ist als dies beim Ausgangsprodukt der Pail war. Das heißt durch die Behandlung mit wäßrigen Säuren wird wahrscheinlich der aus dem tetraedrischen Gitterplatz des Ausgangszeolithen entfernte Anteil an Aluminium aus dem Reaktionsprodukt gelöst und entfernt. Dies wird auch durch folgenden Befund gestützt. Ein nach dem erfindungsge-
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- *r- 0.2.31 213
mäßen Verfahren "behandeltes Produkt wurde mit Wasser gewaschen und anschließend kalziniert. Weben den Beugungslinien des Zeolithen (dieser wies eine kleinere Gitterkonstante als das Ausgangsprodukt auf) wurden linien festgestellt, die einer bestimmten Modifikation des Aluminiumoxids zugeordnet werden konnten.
Es wird daher angenommen, daß durch das erfindungsgemäße Verfahren Aluminiumatome aus dem dreidimensionalen Gitternetz entfernt werden, wobei zunächst Defektstellen entstehen; diese Defektstellen werden wohl unter Reaktionsbedingungen wenigstens teilweise wieder mit Siliziumatomen besetzt. Das entfernte Aluminium bzw. Aluminiumoxid liegt zunächst in amorpher Form außerhalb des Gitternetzes vor und kann gegebenenfalls durch Säurebehandlung (wäßrig) oder aber durch eine Behandlung gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren mit Gemischen von Kohlenmonoxid und Chlor (Phosgen) ganz oder teilweise entfernt werden. Voraussetzung hierfür ist jedoch allerdings, daß durch eine vorhergehende Behandlung mit weniger aggressiven Agentien der Ausgangszeolith soweit stabilisiert wurde, daß er durch die vorstehend beschriebene Nachbehandlung mit wäßrigen Mineralsäuren bzw. mit Phosgen nicht mehr geschädigt werden kann.
In den Fällen, in denen die Behandlung nach dem erfindungsgemäßen Verfahren noch nicht zu völlig säurebeständigen Produkten geführt hat, weil eine weitgehende Erhöhung des SiOp/AlpO^- Mo!Verhältnisses nicht beabsichtigt war, läßt sich das aus dem Netzwerk entfernte Aluminiumoxid durch Behandlung des Reaktionsproduktes mit schwachen wäßrigen Säurelösungen von pH 2 bis 6 entfernen« Besonders bevorzugt werden hierzu Pufferlösungen angewendet, die einen pH-Wert im Bereich von 2,5 bis 4,5 aufweisen und aus den Systemen Formiat/Ameisensäure bzw. Oxalat/ Oxalsäure sowie Essigsäure/Acetat bestehen können« In manchen Fällen, z.B. bei der Herstellung von Katalysatoren für die hydrierende Spaltung ist es jedoch nicht erforderlich, die Abtrennung des aus dem Zeolithgerüst abgebenden Aluminiumoxids vorzunehmen. Es hat sich nämlich gezeigt, daß das amorphe Aluminiumoxid ein vorzügliches Bindemittel für die Erzielung einer ausreichenden Härte von Formkörpern darstellt. Dies ist ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens.
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Es gelingt somit mit dem erfindungsgemäßen Verfahren, aus einem vorgegebenen Rohstoff in nur einer Verfahrensstufe bereits eine geeignete Katalysatormasse herzustellen. Selbst aus dem als außerordentlich weich bekannten Filterkuchen eines Y-Zeoliths, der nicht ohne Zusätze an Bindemitteln und Peptisierungsmitteln verformbar ist, ergibt sich nach der erfindungsgemäßen Behandlung mit Chlorwasserstoffgas ein harter Split, der direkt als Adsorptionsmittel oder als Katalysator eingesetzt werden kann.
Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Zeolithe können als Adsorptionsmittel bzw. als Katalysatoren verwendet werden. Die erfindungsgemäß hergestellten Zeolithe bestimmter Typen sind insbesondere zur Adsorption von sauren Gasen wie Chlorwasserstoff, NOx, SOx, etc. geeignet. Die erfindungsgemäß hergestellten Zeolithe vom Faujasit-Typ eignen sich insbesondere als Ersatz für die bekannten Zeolithkatalysatoren zum Cracken von Kohlenwasserstoffen. Diesen gegenüber weisen sie eine höhere Temperatur- und Säurebeständigkeit auf. Sie werden für diesen Verwendungszweck im Anschluß an die erfindungsgemäße Behandlung gegebenenfalls noch in andere Formen, z.B. die Η-Form oder die SE-Form etc. nach üblichen und bekannten Ionenaustauschverfahren übergeführt. Die erfindungsgemäßen Zeolithe sind aber auch insbesondere als Katalysatoren für die Alkylierung und Isomerisierung von Kohlenwasserstoffen sehr gut geeignet, weil sie Strukturen aufweisen, denen ein starker Lewis-Säure-Charakter zugesprochen werden kann.
Die in der nachfolgenden Tabelle 1 aufgeführten Molekularsiebe wurden mit Ausnahme des X- und B-Typs vor Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens dem Ionenaustausch unterworfen; dabei wurden die Substanzen B1, B2 und E1 erhalten, deren Kennwerte ebenfalls in der Tabelle 1 aufgeführt sind.
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Tabelle
Bereich- Typ hergestellt nach Zusammensetzung im Gitterkon- Erdalkalinung b*w, aus Molverhältnis stante in α bzw. Alkali-
Na20/Alp0, SiOp/AlpO, gehalt in
Gew.fo, ber. als Na2O
A Na-X Beispiel 1, 1,06 2,5 24,93
US-PS 2 882
B Na-Y Beispiel 2,
o> ' C Na-B ο
S ■ E 5 A
US-PS 3 130 007 0,98 Na
(Oa)
4 ,0 27,74 14 ,5
Beispiel 7,
US-PS 3 008 803
0,97 4 ,03 10,053 15
Handelsprodukt der
Fa · Grace
mm.
B - - 24,685 5 ,6
B - - 24,534 2 ,8
E 0,08
0,92
1 ,9 12,245
O.Z. 51
Die in der Tabelle 1 aufgeführten Produkte mit den Bezeichnungen B1 bis E1 wurden wie folgt hergestellt:
B.1 Aus dem in der Tabelle angeführten Natrium-Y-Zeolith wurde ein Natrium-ärmerer Vertreter wie folgt hergestellt: Bei Zimmertemperatur wurden 100 g Zeolith Na-Y mit einer wäßrigen Lösung, die 100 g Ammoncarbonat gelöst enthielt, 1 Stunde lang behandelt. Anschließend wurde der Zeolith abfiltriert und 3 Stunden lang bdi 54O0C kalziniert. Der Natriumgehalt wurde von ursprünglich 14,5 Gewichtsprozent auf 5,6 Gewichtsprozent Na2O erniedrigt; die Gitterkonstante betrug nach der Behandlung 24,685 S (vorher: 24,74).
B2 Zur Herstellung eines Natrium-ärmeren Vertreters eines Y-Zeoliths wurde, wie vorstehend unter B1 beschrieben, so oft (dreimal) mit einer wäßrigen Ammoncarbonatlösung ausgetauscht, bis der Na20-Gehalt auf 2,8 Gewichtsprozent erniedrigt worden war. Die Isolierung und weitere Behandlung erfolgte wie vorstehend unter B1 beschrieben. Es wurde ein Produkt erhalten, das eine Gitterkonstante von 24,534 -S aufwies.
E1 Aus einem im Handel erhältlichen 5 A-Zeolith der Pa. Grace wurde durch Austausch der Natrium-Ionen gegen Ca-Ionen folgendes Produkt gewonnen: Molare Zusammensetzung 0,92 OaO . 0,08 Na2O . Al2O3 . 1,9 SiO2.
Beispiele
Das erfindungsgemäße Verfahren wird anhand der nachstehenden Beispiele näher erläutert.
Beispiele 1 bis 7
In der Tabelle 2 sind die Ergebnisse dargestellt, die mit verschiedenen der in Tabelle 1 aufgeführten Ausgangsstoffen bei der Behandlung mit
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a) Chlorwasserstoff,
b) 15-prozentigem Chlorwasserstoff in Stickstoff als Inertem,
c) Chlor
erhalten worden sind. Dazu wurden jeweils 200 ml des Ausgangsstoffes (feolith) in einen beheizbaren Drehrohrofen aus Quarz von 5 cm Durchmesser eingebracht und zunächst in Gegenwart von •Luft oder Inertgasen auf die Reaktionstemperatur aufgeheizt. Nach Erreichen der Reaktionstemperaturen, die im Bereich von 400 bis 6000C liegen und die in Tabelle 2 für die einzelnen Vertreter angeführt sind, wurde zunächst mehrere Stunden, z.B. 2 bis 12 Stunden, durch Hindurchleiten von Luft der Zeolith weiter entwässert. Die Trocknungszeiten und die Strömungsgeschwindigkeiten der für die Trocknung benutzten Gase, wie Luft, Stickstoff etc., richten sich ebenso wie die Behandlungszeiten für die Dealuminierung nach der Menge des eingesetzten Produktes, nach der zu erzielenden Gasverteilung und dem Füllungsgrad des Reaktors etc. und können nicht allgemein angegeben werden. Nach der Entwässerung der Zeolithe wurde das Trocknungsgas abgestellt und die unter a) bis c) aufgeführten Behandlungsgase bei den in Tabelle 2 angegebenen Reaktionstemperatüren durch den Reaktor geführt. Es wurde z.B. eine Strömungsgeschwindigkeit von jeweils 20 l/Stunde in den Beispielen 1 bis 7 gewählt. Der Druck war so bemessen, daß er gerade für die Überwindung der Strömungswiderstände in der verwendeten Apparatur ausreichte. Die Eigenschaften der Reaktionsprodukte sind ebenfalls in der Tabelle 2 aufgeführt.
In einigen Fällen sind die Reaktionsprodukte noch einer Nachbehandlung unterworfen worden. Für eine Nachbehandlung des Produktes bieten sich wäßrige Lösungen von Ammoniumsalzen bzw. Ammonium-Ionen-spendende Salze an, ferner eine Behandlung mit Natronlauge bzw. Alkalilauge, sowie das Waschen des Reaktionsproduktes mit destilliertem Wasser bis das Reaktionsprodukt chloridfrei ist. Im einzelnen wurden folgende Nachbehandlungen durchgeführt, die indie Tabelle 2 mit aufgenommen worden sind:
1. Die Behandlung mit Natronlauge wurde an einem Reaktionsprodukt aus einem Natrium-Zeolithen (Beispiel 4) durchge-
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führt. Das Reaktionsprodukt wurde bei Zimmertemperatur in 500 ml einer wäßrigen Natriumhydroxidlösung gegeben, die 20 g NaOH pro Liter Wasser enthielt, und 10 bis 16 Stunden lang in dieser Lösung belassen. Anschließend wurde abfiltriert; der Filterkuchen wurde gründlich mit destilliertem Wasser gewaschen und bei 10O0C getrocknet. Der nach der Natriumhydroxidbehandlung analytisch ermittelte NapO-Gehalt in Molprozent ist etwa dem im Zeolithgerüst noch vorhandenen AIgO,-Gehalt in Molprozent äquivalent.
2. Man kann die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren behandelten Produkte, ausgenommen wenn die Zeolithe selbst schon in der Η-Form vorgelegen haben, wiederholt mit einer wäßrigen Ammonium-Ionen abgebenden wäßrigen Saltilösung behandeln (Ionenaustausch) bis der Alkali/Erdalkaligehalt auf Werte von unter 2,5 Gewichtsprozent, bezogen auf Na2O, erniedrigt worden ist. Vergleiche dazu Beispiel 2, in dem beispielhaft an einem Natriumvertreter aus der X-Reihe der Zeolithe diese Behandlung erläutert wird; in diesem Pail wurde ein Restnatriumgehalt von 1,3 Gewichtsprozent nach dem Ionenaustausch erhalten.
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Beispiele
Tabelle 2
4
Rohstoff
Bezeichnung -El Gitterkonstante (Ä) 12,245
Gitterkollaps (0C) +
Reaktionsprodukt
OT Art der Behandlung b)
500
AC B B1
24,93 10,053 24,74 24,685
+ 830 +
B2
24,53
° Temperatur ( C)
cb Zeit (h)
^ Gitterkonstante (&) 12,122 ° Gitterkollaps (0C) + "-*■ NaCl im Produkt +
Nachbehandlung
Gitterkonstante (&).
Gitterkollaps bei (0C)
Al2O5
a) a) a) a) β)
440 500 530 590 570
5 5 5 5 5
24,62 9,68 24,50 24,38 24,2
+ + 940 1030 +
ja ja da +
NEL -Aus t aus ch - NaOH-Iösung -
24,64 24,50
800 940
1,3 6,35
28,5 1.9,7
49,3 53,6
+ nicht gemessen
O* Z. 31
Beispiel 8
Ein nach Beispiel 7 erhaltenes Produkt wurde mit Säure behandelt, um zu zeigen, daß das Produkt säurebeständig ist und um Aluminium (-oxid) aus diesem Produkt herauszulösen« Dazu wurden 30 g des nach Beispiel 7 erhaltenen Produktes in 1000 ml einer 3 η ΜΟ,-iösung eingegeben und darin 3 Stunden lang zwischen 60 und 70 C gerührt. Anschließend wurde der unlösliche Anteil abfiltriert, gewaschen und bei 1000C getrocknet. Nach Ausweis der angefertigten Röntgenaufnahme bestand der Filterkuchen aus kristallinem Y-Zeolith mit einer Gitterkonstante von 24,27 $ und wies einen geringen Anteil ^-Al2O5 auf.
Bei der erfindungsgemäßen Behandlung von reinen, kristallinen Zeolithen ändert sich das SiO2Al2O5-Mo!verhältnis im Zeolithgerüst; ein geringer Anteil AIpO, fällt außerhalb des Zeolithgerüstes amorph an*
Beispiel 9
Ein nach Beispiel 4 behandelter Na-Y-Zeolith wurde anschliessend einer milden Säurebehandlung unterworfen. Dazu wurden je 6 g des Produkts in eine wäßrige Säurelösung folgender Zusammensetzung eingegeben (Behandlungsdauer 12 Stunden)
a) 350 ml HpO, 25 g Natriumformiat, 2,5 ml Ameisensäure, 5 g Oxalsäure, 1,32 g NaOH
b) 250 ml H2O, 15 g Oxalsäure, 7,95 g NaOH
Danach wurde filtriert, der Filterkuchen gewaschen und bei 1000C getrocknet. Die chemische Analyse ergab folgendes:
a) SiO2Al2O3 b) SiO2Al2O3
vor 4,0 4,0
der Säurebehandlung
na ch 5,6 5,3
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- -P5 - . O.Z. 31 213
Die Versuchsergebnisse "belegen, daß durch die Säurebehandlung Aluminium ohne Erniedrigung der Kristallinität des erhaltenen Produkts herausgelöst werden kann.
Beispiel 10
Aus kristallinem Na-Y-Zeolith wurden Pillen mit 5 mm Durchmesser und 5 mm Höhe hergestellt. An diesen Pillen wurden die Stirndruckfestigkeit zu 15 kg/cm bestimmt. Anschließend wurde der Zeolith nach Beispiel 4 des erfindungsgemäßen Verfahrens mit Chlorwasserstoffgas "behandelt. Bei der anschließenden Bestimmung der Stirndruckfestigkeit wurden durchschnittlich Werte von 250 kg/cm gefunden.
Beispiel 11
Dieses Beispiel soll belegen, daß durch die erfindungsgemäße Behandlung von Zeolithen deren Adsorptionskapazität für Wasserdampf praktisch nicht beeinträchtigt wird. Die Versuche wurden am Beispiel eines Vertreters der Faujasit-Reihe wie folgt durchgeführt:
Je eine Probe Na-X bzw. Na-Y-Zeolith wurde erfindungsgemäß behandelt; die erhaltenen Produkte wurden 3 Stunden lang auf 6000C erhitzt und entgast. Zur Bestimmung des Wertes für die Adsorption von Wasser wurde das Produkt anschließend so lange mit Wasserdampf in Berührung gebracht, bis G-ewichtskonstanz eingetreten war. Die Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle 3 zusammengefaßt.
Tabelle 3
Na X Na Y
vor nach vor nach
Adsorptionskapazität
in Gewichtsprozent
für : Wasser 40,4 39,3 35,3 30,8
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Claims (5)

  1. A 25107Α0
    Pa tentansprüche
    im Kristallgerüst von Zeolithen durch Entwässern derselben mit Luft oder Inertgasen und anschließendes Behandeln mit Gasen, die Chlorverbindungen enthalten, bei erhöhter Temperatur, dadurch gekennzeichnet, daß man in einem mit mindestens einer Öffnung versehenen Reaktor Zeolithe mit einem Molverhältnis SiOg/AlgO, von kleiner als 5 in Gegenwart von Luft oder Inertgasen auf mindestens 4000C erhitzt und auf die entwässerten Zeolithe Chlor- und/ oder Chlorwasserstoff enthaltende, strömende Gase bei Temperaturen von 400 bis 70O0C einwirken läßt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Zeolithe mit einem Si02/Alp0,-Molverhältnis von kleiner als 4,75 behandelt werden.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung bei einem Gesamtdruck von größer als 1 Atmosphäre absolut durchgeführt wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zeolithe in der Alkali- und/oder Erdalkali-Porm angewendet werden.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Zeolithe angewendet werden, deren Alkali- und/oder Erdalkali-Ionen teilweise oder ganz durch Η-Ionen ersetzt worden sind.
    BASF Aktiengesellschaft-^
    609840/041 1
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