DE2650045A1 - Verfahren zum ausfuellen bergbaulicher hohlraeume - Google Patents

Verfahren zum ausfuellen bergbaulicher hohlraeume

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DE2650045A1
DE2650045A1 DE19762650045 DE2650045A DE2650045A1 DE 2650045 A1 DE2650045 A1 DE 2650045A1 DE 19762650045 DE19762650045 DE 19762650045 DE 2650045 A DE2650045 A DE 2650045A DE 2650045 A1 DE2650045 A1 DE 2650045A1
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suspension
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thixotropic
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DE19762650045
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Manfred Dr Ing Genthe
Johannes-Franz Mikoteit
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RAG AG
Anneliese Zementwerke AG
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Ruhrkohle AG
Anneliese Zementwerke AG
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    • E21EARTH OR ROCK DRILLING; MINING
    • E21FSAFETY DEVICES, TRANSPORT, FILLING-UP, RESCUE, VENTILATION, OR DRAINING IN OR OF MINES OR TUNNELS
    • E21F15/00Methods or devices for placing filling-up materials in underground workings
    • E21F15/08Filling-up hydraulically or pneumatically

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mining & Mineral Resources (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • General Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Geochemistry & Mineralogy (AREA)
  • Geology (AREA)
  • Lining And Supports For Tunnels (AREA)

Description

  • Verfahren zum Ausfüllen bergbaulicher Hohlräume
  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ausfüllen von bergbaulichen Hohlräumen durch hydraulische Bindemittel oder Feinstmörtel, bei dem das betreffende hydraulisch verfestigende Füllmaterial zunächst in dünnflüssiger wässriger Suspension durch eine Rohr- oder Schlauchleitung bis an den Verwendungsort gefördert und dann durch gleichmäßige Beimischung eines Aktivationsmittels in unmittelbarer Nähe des auszufüllenden Hohlraumes zu einer thixotropen Masse verdichtet wird, bevor es erstarrt.
  • Die thixotrope Masse ist nach dem Austritt aus der Leitung verdickt und nur noch so weit fließfähig, daß sie die Form oder den Raum hinter der Schalung voll ausfüllen kann. Trifft sie bei dieser-verminderten Fließbewegung auf den Widerstand der Schalung, versteift sie augenblicklich vollends und bewegt sich nicht mehr. Man kann sie auch mit steilem Böschungswinkel anböschen und dadurch unter entsprechenden Voraussetzungen einen Teil der Schalung einsparen. Kurze Zeit nach Einsetzen der Thixotropierung beginnt das eingebrachte Material sehr schnell zu erstarren und sich zu einem künstlichen Stein zu verfestigen.
  • Dieser Kunst stein füllt den betreffenden Hohlraum aus und paßt sich dabei dessen Wandungen vollständig an.
  • Als bergbauliche Hohlräume sind alle Hohlräume unter der Erdoberfläche zu verstehen, die durch bergmännische Aktivitäten oder als Folge solcher Aktivitäten entstanden sind. Zu den bergmännischen Aktivitäten zählen vornehmlich das Auffahren von Grubenbauen, Stollen, Tunneln oder Kavernen und das Hereingewinnen von Mineralien. Als Folge solcher Aktivitäten, insbesondere durch das Hereingewinnen von Mineralien, können die Uberlagernden Gebirgsschichten nachbrechen und an anderen Stellen Hohlräume schaffen.
  • In den Begriff der bergbaulichen Hohlräume sind auch solche einzubeziehen, die tektonischen oder hydrologischen Ursprungs sind. Bei diesen handelt es sich meist um großflächige Risse, Klürte, Spalten oder Kavernen in festem Gebirge, die durch endogene geologische Vorgänge in der Erdkruste - insbesondere durch Sohichtzerre ißungen im Gefolge von Dehnungs- und Pressungsvorgängen oder durch HochdrUcken vulkanischer Massen -entstanden sind und fUr unter Tage tätige Personen eine erhebliche Gefahr darstellen können. So ist es nicht selten, daß sie zwischen ihren Trennflächen unter hohem Druck stehende Wasser oder schädliche Gase fUhren, die plötzlich und unerwartet in offene und zugängliche Grubenbaue gelangen können, wenn beispielsweise eine den Hohlraum abgrenzende Gebirgsfeste herein brioht oder unbeabsichtigt; hereingebrochen wird. Beispiele für bergbauliche Hohlräume der zuletzt beschriebenen Art sind aus-'geprägte Störungszonen im geschichteten Gebirge sowie Schlotten, Kavernen und Höhlen im kreidehaltigen Deokgebirge, die durch vorwiegend chemische Auflösung kalkhaltiger Gesteinspartien durch unter Tage zirkulierendes Wasser entstanden sind.
  • Den Gefahren, die von bergbaulichen Hohlräumen ausgehen können, versucht man entsprechend den Jeweiligen Gegebenheiten auf verschiedene Arten zu begegnen: 1. Der Hohlraum wird mit geeigneten Stoffen vollständig verfüllt und das umgebende Gebirge dabei möglichst verfestigt.
  • Es ist dafür Voraussetzung, daß der Hohlraum nicht oder nicht mehr benötigt wird0 So wird beispielsweise nach dem Abbau von Kohle bei Anwendung von Vollversatz der ausgekohlte Raum ständig entsprechend dem Vorrücken der Abbaufront mit Bergen verfüllt und die Bergefüllung anschließend durch die Konvergenz des Hangenden mehr oder weniger verfestigt. In speziellen Fällen hat man der Bergefüllung auch schon hydraulische Bindemittel zugesetzt, um das Füllmaterial besser und bleibend zu verfestigen. Wegen des hohen Kostenaufwands ist diese Methode beim Abbau Jedoch nicht allgemein üblich.
  • Feinstmörtel oder Suspensionen hydraulischer Bindemittel, zumeist gemagert durch billiges Abfallmaterial aus eigenen Produktionsstätten, wie Flugasche, Aschegranulat, o.ä., werden dagegen verwendet, um wichtige Grubenbaue abzuwerfen und zu verfüllen0 So können überflüssige Schächte auf diese Weise mit verfestigenden Füllsäulen versehen werden, um die yagesoberfläche um den Schacht und die benachbarten Grubenbaue dauerhaft zu schützen. Mit Feinstmbrtel oder Bindemittel-Suspensionen verfestigte Füllsäulen können unter dem Einfluß zufließenden oder ansteigenden Gruben--wasserS nicht in andere Grubenbaue auslaufen. Sie geben damit auch nicht den gegen Bruch besonders gefährdeten Tübbingausbau im nicht ßtandfesteh, wasserftihrenden Deckgebirgsabschnitt frei, so daß ein Ausfließen von Schwimm-und Fließsand aus diesem Bereich in den Schacht und damit Senkungen der Tagesoberfläche dauerhart vermieden werden.
  • Im Stollen- und Tunnelbau können sich parallele Strecken mit großem Querschnitt durch Gebirgsdruck so stark gegenseitig beeinflussen, daß ihre Standfestigkeit auB Dauer mit vertretbarem Aufwand nicht zu gewährleisten isto Entschließt man sich in solchem Falle, eine Strecke aufzugeben, muß diese mit verfestigendem Material so verfüllt werden, daß den Kluftkörpern des Gebirges kein Raum mehr verbleibt, um dem Gebirgsdruck folgend in den freien Raum auszuweichen. Da das Einbringen von Beton in solchem Falle meist zu kostenafwendig wäre, kann man gemagerte oder ungemagerte Bindemittel-Suspensionen oder Feinstmörtel in den Freiraum verpumpen. Bisher bestand die Schwierigkeit darin, die Bindemittel-Suspension oder den Feinstmörtel so zu behandeln, daß sie einerseits dünnflüssig genug sind, zum über große Entfernungen gepumpt zu werden, andererseits aber bei Bedarf insbesondere im Bereich von Widerlagern so schnell versteifen, daß weder ein Auslaufen erfolgt noch hydrostatischer Druck auftritt Diese Schwierigkeit wird durch die vorliegende Erfindung behoben, indem das hydraulische Bindemittel oder der Feinstmörtel in dünnflüssiger wässriger Suspension durch Rohr- oder Schlauchleitungen über große Entfernungen bis zum untertägigen Verwendungsort gefördert und der Suspension in der Nähe der auszufüllenden Hohlräume in gleichmäßiger Verteilung ein Aktivationsmittel beigemischt wird, das diese innerhalb weniger Sekunden zu einer thixotropen Masse verdichtet und die Erstarrung des hydraulischen Bindemittels bder des Feinstmörtels beschleunigt.
  • 2. Die zweite grundsätzliche Möglichkeit, der Gefahr durch einen bergbaulichen Hohlraum zu begegnen, besteht darin, ihn kontrolliert und planmäßig zu Bruch gehen zu lassen, während gleichzeitig die begehbaren Grubenbaue in der Nachbarschaft durch entsprechende Maßnahmen vor den Auswirkungen des Bruches geschützt werden. Diese grundsätzliche Methode wendet man beispielsweise im Abbau beim Bruchbau an. Beim Strebbruchbau auf Steinkohle schützt man die die Abbaufront begrenzenden Abbaustrecken durch Begleitdämme oder sog. Saumversatz. Hier hat der starre Saumversatz aus verfestigenden Baustoffen wegen seiner zahlreichen Vorteile die früher vorherrschende Bergerippe oder die Holzkastensicherung sehr stark verdrängt. Der starre Saumversatz oder die Abbaustreckenbegleitdämme aus verfestigenden Stoffen werden vielfach hydromechanisch vom Tage aus eingebracht und bestehen bei der Einbringung im wesentlichen aus Bindemittel-Suspensionen oder aus Feinstmörteln, denen geeignete FUll-und Zusatzstoffe beigegeben sein können. Bisher bestand der wirtschaftliche Nachteil gegenüber pneumatisch eingebrachten starren Abbaustreckenbegleitdämmen darin, daß wegen der Dünnflüssigkeit der Suspension dichte Verschläge zur Aufnahme des Materials erforderlicb waren, während eingeblasenes Material, z.B. fiaturanhydrit, nahezu verschlagfrei mit steilem Böschungswinkel angeböscht werden konnte. Dieser Nachteil wird ebenfalls durch die vorliegende Erfindung beseitigt, da sich die Suspension nach dem Austritt aus der Leitung hinsichtlich der Verarbeitbarkeit ähnlich dem pneumatisch eingebrachten Material verhält, aber dessen Nachteile, nämlich hohe Staubent--wicklung und große Rückprallkräfte an der DUse, vermieden werden.
  • Ein anderes Beispiel für diese Art des Schutzes vor den Gefahren bergbaulicher Hohlräume ist das Aufgeben und Abdämmen von nicht mehr benötigten Grubenbauen im Normalfall. Man raubt den Ausbau - soweit es sich wirtschaftlich lohnt - und schließt den Hohlraum durch einen Streckenabschlußdamm gegen das übrige begehbare Grubengebäude ab.
  • Dabei wird an der Dammstelle der Streckenquerschnitt auf eine bestimmte Länge voll mit verfestigenden Baustoffen verfUllt. Es ist vorteilhaft, als verfestigenden Baustoff eine fernförderbare Bindemittel- oder Feinstmörtel-Suspen-Sion (gemagert oder ungemagert) zu verwenden, da dabei gegenüber konventionellen Verfahren erhebliche Transport-und Baukosten gespart werden können. Die einen Abschlußdamm auf beiden Seiten begrenzenden Verschläge füllen zwar den gesamten Querschnitt aus, werden aber bevorzugt aus leichtem Material, wie beispielsweise Bretterverschläge in Form von Lattenrosten mit Abdichtung durch Wettertuchverkleidung, hergestellt. Leider ließen sich bisher solche leichten Dammverschläge nicht mit einer kostengünstig fernförderbaren Bindemittel- oder Feinstmörtel-Suspension füllen, da sich wegen der Dünnflüssigkeit des gepumpten Materials ein gewisser hydrostatischer Druck im Dammraum aufbauen würde, der die Verschläge mrstörtX Auch hier schafft die Erfindung Abhilre und vermeidet durch eine sofortige Thixotropierung und eine anschließende Schnellverfestigung des gepumpten Materials den Aufbau eines hydrostatischen Drucks.
  • Ein drittes 3eispiel afür, daß man sich vor den Gefahren bergbaulicher Hohlräume durch planmäßiges Zubruchgehenlassen des betreffenden Hohlraumes und Abschluß gegen das begehbare Grubengebäude schützen kann, ist das Abdämmen eines Grubenbrandfeldes. Ist wegen zu hoher Temperaturen in einem Brandfeld oder wegen Unzugänßlicthkeit des Brandherdes eine direkte Bekämpfung eines Grubenbrandes nicht oder nicht mehr möglich, wird in der Regel auf indirekte Brandbekämpfung umgeschaltet und das Brandfeld durch Abdämmen aufgegeben. Man schließt dabei die betroffenen Grubenbaue gasdicht und explosionssicher ab, und zwar in ähnlicher Weise wie die zuvor angeführten normal aufgegebenen Grubenbaue. Große Schwierigkeiten können dabei während des Dammbaus auf der Ausziehseite des Brandfeldes auftreten. Diese Stelle wird von den heißen Brandgasen durchzogen, die am Brandherd eine Temperatur von etwa 1.ooo° C angenommen haben und an der Dammstelle häufig noch 60 bis loo0 C heiß sind. Unter solchen Bedingungen können die Einsatzzeiten der Grubenwehr nur wenige Minuten betragen, so daß der Bau von Verschlägen ausgeschlossen ist. Mit viel Arbeitsaufwand läßt sich nur eine Schlauchleitung bis zur vorgesehenen Dammstelle verlegen. Sind aber zusätzlich Verschläge zu bauen, muß die Dammstelle so weit zurückverlegt werden, bis die Temperatur der umgebenden Wetter ertrEglich ist und bei den eingesetzten Personen keine Wärmestauungsgefahr mehr besteht. Diese Maßnahme kann zur zusätzlichen Aufgabe anderer wichtiger Anschlußgrubenbaue und zu weiterem Substanzverlust führen und wird nach Möglichkeit vermieden.
  • Es besteht daher ein dringendes Bedürfnis, solche BranddSmme bei vollständigem Verzicht auf Verschläge einzubringen. Diesem soll das erfindungsgemä13e Verfahren abhelfen, indem man bei diesem das Material ohne Beisein von Personal aus der AustrittsdU^se an der Dammstelle austretenrund durch den Aktivationsmittelzusatz sofort thixotropieren und anschließend erstarren läßt. Da die Bindemittel- oder Feinstmörtel-Suspension nicht mehr fließt, böscht sie sich an und verschließt sehr schnell den abzudämmerd en Querschnitt ohne Verschläge. Die Früherstarrung und Frühverfestigung der einzubringenden hydraulisch verfestigenden Massen ist wesentlich, da sie eine schnelle Explosionssicherheit solcher Dämme und damit einen frühzeitigen Schutz der AbdEmmungsmannschaften garantieren. Explosionssicherheit der Branddämme ist aber erforderlich, wenn sich im Brandfeld bei gestörter Wetterführung und Vorhandensein einer Zündquelle Methan ansammelt, das aus dem Gebirge als Folgeerscheinung des Abbaus laufend weiter freigesetzt wird.
  • 3. Die dritte Möglichkeit, den Gefahren durch bergbauliche Hohlräume zu begegnen, besteht darin, den Hohlraum so zu stabilisieren und auszukleiden, daß das umgebende Gebirge im Verband bleibt und die auftretenden Spannungen aufnimmt. Von dieser Möglichkeit macht man grundsätzlich beim Auffahren von Grubenbauen Gebrauch. Man baut sie so aus, daß die den Hohlraum umgebenden und sich im Gebirgsverband befindenden Gesteinskörperteilchen aufgrund des Gebirgsdrucks nicht Gebirgsdrucks nicht' in den Hohlraum hineinwandern können, sondern sioh wieder gegeneinander verspannen und an der Druckaufnahme aus dem Gebirge beteillgen. Wesentliche Voraussetzung dafür, daß sich auf diese Weise die Eigen-» tragfähigkeit des Gebirges voll ausnutzen läßt, ist ein kraftschlüssiger Verbund zwischen Gebirge und tragendem Ausbau. Man erreicht ihn heute dadurch, daß man gefährdete Strecken nachträglich mit Spritzbetõn umkleidet, den 8- Mantel mit Mörtel hinterfüllt, dann ihren Umfang radial anbohrt und die Bohrkränze mit Bindemittelleim unter hohem Druck injiziert. Da solche nachträglichen Sicherungsarbeiten immer kostspielig sind, wird gegenwärtig in einigen Versuchsbetrieben versucht, eine aus verfestigenden Baustoffen bestehende Ausbauhinterfüllung anstelle von Handbergeverzug bereits während der Auffahrung einzubringen. Dabei soll gleichzeitig erreicht werden, daß der etwa 40 % des gesamten Arbeitsaufwandes für das Ausbauen ausmachende Anteil der Ausbauhinterfüllung mechanisiert wird. Während Versuche mit Spritzbeton wegen bestimmter Entmis chungsvorgänge fehlgeschlagen sind, hat das pneumatische Einbringen von Naturanhydrit zum Erfolg geführt. Allerdings hat diese Art der Ausbauhinterfüllung wesentliche Nachteile, nämlich die erhöhte Staubentwicklung, die Behinderung im Vortriebsbereich aufgrund der hohen Austrittsgeschwindigkeit und des Rückprall des Grobkorn sowie der hohe Kostenaufwand für die maschinelle Ausstattung. Außerdem besteht dauernd die Gefahr, daß sich ein Teil der maschinellen Einrichtung vorUbergehçnd oder dauernd im Schußbereich des Vortriebes befindet. Diese Nachteile werden durch -das erfindungsgemäße Verfahren behoben. Das Hinterfüllmaterial wird dabei durch eine nach der Verfestigung die gleicheFestigkeit wie Naturanhydrit erreichende Bindemittel- oder Feinstmörtel-Suspension ersetzt. Diese wird durch eine Schlauchleitung von der Pumpstation außerhalb der aufzufahrenden Strecke, die transportmäßig gut zu erreichen sein soll, bis vor Ort gepumpt, .rf Y und zwar hinter den Verzugdraht oder das Verzugblech.
  • Durch Zusatz des chemischen Aktivationsmittels unmittelbar vor dem Austritt aus der Leitung wird die Suspension so schnell zur-Thixotropierung und anschließend zurt -Erstarrung gebracht, daß ein Ausfließen ausgeschlossen wird. Die Schlauchleitung kant innerhalb kürzester Zeit verlängert oder zurückgenommen werden. Der Baustoff und die maschinelle Ausstattung ermöglichen wesentliche Kosteneinsparungen und eine gleiche Anböschung des Materials wie bei pneumatischer Verarbeitung von Naturanhydrit Für die Zwecke der Erfindung sind solche hydraulischen Bindemittel oder Trockenmörtelpulver in erster Linie geeignet, die besonders fein aufgemahlen sind und damit günstige hydromechanische Fördereigenschaften besitzen. Trotz der feinen Aufmahlung dürfen Eie Jedoch bei Druckfestigkeiten von 2 200 bis 250 kp/cm keine wesentlich größeren Hydratationswärmemengen entwickeln, als für Normenzemente mit niedriger Hydratationswärme vorgesehen ist0 Sonst wäre bei größeren Einbringungsmengen mit dem Auftreten gefährlicher Temperaturspannungen und dem schlagartigen Zerbersten des herzustellenden Untertagebauwerkes tu rechnen Ein diesen Anforderungen genügendes Trockenmörtelpulver ist beispielsweise in der DT-PS 1.921o084 beschrieben und besteht vorzugsweise aus 54 Gew.-P Zementklinker, 4o Gewe-% Kalkmergel mit 68 bis 70 ffi CaCO»-Anteil, 5 Gew.- schwachgebranntem Lepolofenklinker und 1 GewO- Calciumchlorid0 Dieses Pulver ist so weit aufgeschlossen, daß etwa 6o bis 65.Gew.- eine Korngröße unter o,o6 mm und etwa 85 bis 95 Gew.-% eine solche unter o,l mm aufweisen.
  • Das zur Anwendung kommende hydraulische Bindemittel oder Trookenmörtelpulver wird mit Wasser zu einer Suspension aufgeschlämmt und auf einen Wasser/Feststoff-Wert eingestellt, der so bemessen ist,. daß einerseits die Entfernung bis zur Verwendungsstelle mit möglichst geringem Druckverlust in der Förderleitung überbrückt wird und andererseits das eingebrachte Material eine ausreichende Endfestigkeit erreicht.
  • Nach heutigem Stand der Erkenntnisse wird für die der Erfindung zugrundeliegenden Anwendungsfälle eine maximale Endfestigkeit von 200 bis 250 kp/cm2 für ausreichend erachtet.
  • Soll diese mit dem oben beschriebenen, vorzugsweise zu verwendenden Trockenmörtelpulver erreicht werden, so ist ein Wasser/ Feststoff-Wert zwischen <o,6 und o,7 einzustellen, Der Druck verlust beträgt dann bei Förderung durch eine innen gummierte Schlauchleitung mit 52 mm Innendurchmesser nur 2 bis 3 kp/cm2 Je loo m söhliger Förderlänge unter der Voraussetzung, daß der Förderstrom in der Leitung 1o bis 20 r?/h nicht Uberschreitext. Andere Suspensionen mit gröber gemahlenen Mörtelpulvern haben bei Versuchen unter gleichen Voraussetzungen Druckverlustziffern bis zu 1o und 15 kp/cm2 Je 1oo m Förderlänge ergeben.
  • Das Aktivationsmittel, das erfindungsgemäß der einzusetzenden Bindemittel- oder Feinstmörtel-Suspension beigemischt wird, um diese innerhalb weniger Sekunden zu einer thixotropen Masse zu verdichten und ihre anschließende Erstarrung zu beschleunigen, besteht aus insgesamt drei Komponenten, nämlich einer thixotropierenden, einer-erstarrungsbeschleunigenden und einer synergetischen Komponente. Von diesen wirkt die thixotropierende Komponente sofort, während die erstarrungsbeschleunigende erst mit zeitlicher Verzögerung nachfolgt und die synergetische überhaupt keine alleinige Wirkung auf Bindemittel- oder Feinstmörtel-Suspensionen ausübt. Die synergetische Komponente ist nur wirksam in Verbindung mit den beiden anderen Komponenten oder zumindest mit einer der beiden.
  • Sie erhöht deren normale Wirkung als Einzelkomponente auf ein Mehrfaches.
  • Als erstarrungsbeschleunigende Komponente kommt eine Reihe von chemischen Substanzen in Betraoht, deren Wirkung als Zusatzmittel auf Betone und Mörtel bereits als erwiesen gilt.
  • So.sind beispielsweise neben einigen organischen Verbindungen insbesondere anorganische alkalische Erstarrungsbeschleuniger, wie Calciumchlorid, Natriumcarbonat (Soda), Kaliumcarbonat (Pottasche), Natriumhydroxid, Natriumsulfat, Kaliumsulfat, Calciumphosphat, Natriumaluminat und Wasserglas (wässrige, kieselsäurehaltige Lösung) bekannt, die meist Elektroloytcharakter haben und über die Änderung des Ionengleichgewichts wirken, das sich im Zementleim nach dem Anmachen mit dem Wasser einstellt. Zu dieser Wirkung addieren sich noch eine Änderung der Löslichkeitsbedingungen und die Formung von Komplexverbindungen mit den verschiedenen Mineralbestandteilen des Zementklinkers.
  • Von den genannten Erstarrungsbeschleunigern hat ein Gemisch aus 8 bis 11 Gewichtsanteilen kalzinierter, wasserfreier Soda, 1 bis 2 Gewichtsteilen Natriumaluminat und 0,05 bis o,2 Gewichtsteilen Kieselsäure bei Versuchen in Verbindung mit der thixotropierenden und der synergetischen Komponente die beste Wirkung gehabt.
  • Die Erstarrung setzt bei dieser Mittelkombination bereits nach einigen Minuten ein. Dabei ist zu berücksichtigen, daß das ausschließlich Transportzwecken dienende Uberschußwasser der Bindemittel- oder Feinstmörtel-Suspension den für übliche Betone und Mörtel normalen Verlag der Hydratations- und Hydrolyseprozesse stört und eine Verspätung des Abbindebeginns bewirkt.
  • Als thixotropierende Komponente des Aktivationsmittels eignen sich besonders bestimmte wasserlösliche Kunstharze und Celluloseäther, die sonst in-der Kunststoff-Industrie Verwendung finden. Es sind dies vor allem das Polyäthylenoxid, versohiedene Polyacrylverblndungen und Carboxymethylcellulose. Bisher sind nur Bentonit, Ton,.
  • Perlit, Traß und Flugasche als thixotropierende Zusatzmittel für hydraulisch verfestigende Suspensionen bei Gebirgs- und BodeninJektionen sowie bei Tiefbohrungen bekanntgeworden. FUr die Zweoke der Erfindung reicht deren Wirkung allein jedoch nicht aus0 Die besten Ergebnisse hat bei Versuchen einsGemisch aus 1 bis 5 Gewichtsteilen linearem, polymerem Polyäthylenoxid mit einem Molekulargewicht zwischen 0,5 und 5 Millionen, 0,5 bis 2,5 Gewichtsteilen Carboxymethylcellulose und lo bis 25 Gewichtsteilen Bentonit ergeben.
  • Die synergetische Komponente des Aktivationsmittels bildet Aluminiumoxid, das für sich allein ohne feststellbaren Einfluß auf das Verhalten von Bindemittel-oder Feinstmörtel-Suspensionen bleibt, aber in Verbindung mit den Gemischen aus Natriumaluminat, Soda und Kieselsäure sowie aus Polyäthylenoxid, Carboxymethylcellulose und Bentonit deren Wirkung erheblich verstärkt.
  • Die Einzelkomponenten des Aktivationsmittels werden in der Regel als Trockensubstanz vor der Verwendung gemischt, und-zwar in einem Verhältnis, das eine optimale Wirkung garantiert. Dieses Verhältnis beträgt bei dem oben genannten, vorzugsweise zu verwendenden Trockenmörtelpulver 55 bis 85 Gew.-% der erstarrungsbeschleunigenden Stoffkomponente aus Soda, Natriumaluminat und Kieselsäure, lo bis 3o Gew.-% der Thixotropierungskomponente aus Polyäthylenoxid, Caboxymethyleellulose und Bentonit und 5 bis 15 Gew.-% der aus Aluminiumox'id bestehenden synergetischen- Komponente. Diese Mischung wird unmittelbar vor der Verwendung in Wasser gelöst und die Lösung anschließend der Bindemittel- oder -Peinstmörtel-Suspension zugegeben.
  • Als gut pumpbar hat sich eine Lösung aus 50 bis 6o Gew,-% trockenem Aktivationsmittel und 40 bis 60 Gew,-% Wasser erwiesen. Als Zusatzmenge an trockenem Aktivationsmittel genügen 2 bis 3 Gew.-% der Bindemittel- bzw. Feinstmörtel-Trookensubstanz.
  • Technisch läßt sich das erfindungsgemäße Verfahren wie folgt durchführen: Aus Silos oder Transportbehältern wird das trockene hydraulische Bindemittel oder das Trockenmörtelpulver über Tage oder an einer transportgünstigen Stelle unter Tage in einen Turbomischer mit senkrechter Welle abgezogen und mit Wasser zu einer Suspension aufgeschlämmt0 Vom Mischer wird die Suspension in eine Pumpe geleitet und durch eine. angeschlossene 52-mm-Schlauchleitung oder eine 5o-mm-Rohrleitung bis zur Verwendungsstelle gepumpt0 Vor der Aufgabe des gepumpten Materials in den Verwendungsraum wird in die Pumpleitung ein statischer Mischer eingeschaltet, der z0B. aus einem im Durchmesser auf die Förderleitung abgestellten Rohrstück besteht, in dem sich mehrere Pakete gewellter Lamellen befinden, die die durchrließende Suspension in verschiedene Teilströme aufteilen und diese dann wieder durchmischen. Dem statischen Mischer in Fließrichtung unmittelbar vorgeschaltet ist eine Aufgabeöffnung, durch die das Aktivationsmittel zugesetzt wird. Dessen Dosierung muß in dem vorgegebenen Verhältnis zum Durchrluß der Bindemittel-Suspension stehen. Man kann dazu beispielsweise den Durchfluß der Bindemittel- oder Feinstmörtel-Sus pension laufend messen und die wässrige Lösung des Aktivationsmittels in Abhängigkeit von der Meßmenge automatisch über ein Regelventil und eine Pumpe zudosieren0 Es ist aber auch möglich, den Druck in der Leitung vor dem statischen Mischer auszunutzen, um ein trockenes Aktivationsmittel, das zuvor zu einem Block bestimmter Abmessungen und bestimmten Inhalts zusammengepreßt worden ist, gegen eine rotierende Bürste vorzudrücken die dann das Material wieder zu Pulver zerreibt, und zwar in der Menge, die durch den Leitungsdruck vorgegeben wird. Die Einspeisung des Pulvers in den Mischer kann pneumatisch oder hydromechanisch mittels Druckwassers erfolgen Wenige Sekunden nach Zusatz des Aktivationsmittels stellen sich die thixotropierenden Eigenschaften der Bindemittel- oder Feinstmörtel-Suspension ein und kurze Zeit später beginnt die nachfolgende Schnellerstarrung.

Claims (15)

  1. Patentansprüche 1. Verfahren zum Ausfüllen von bergbaulichen Hohlräumen mit Hilfe von hydraulischen Bindemitteln oder Feinstmörtel, dadurch gekennzeichnet, daß das hydraulische Bindemittel oder der hydraulisch abbindende Feinstmörtel in dünnflüssiger wässriger Suspension durch Rohr- oder Schlauchleitungen über große Entfernungen von einer wahlweise über oder unter Tage aufgestellten Misch- und Pumpstation aus bis zum untertägigen Verwendungsort gefördert wird und daß der Suspension in der Nähe der auszufüllenden Hohlräume in gleichmäßiger Verteilung ein Aktivationsmittel beigemischt wird, das die Suspension unmittelbar nach dem Austritt aus der Leitung zu einer thixotropen Masse verdichtet und die Erstarrung des hydraulischen Bindemittels oder des hydraulisch verfestigenden Feinstmörtels beschleunigt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als hydraulisch abbindender Feinstmörtel eine Baustoffmischung mit einem Feinkorn von mindestens 70 % unter 0,1 mm verwendet wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der verwendete Feinstmörtel nach dem Einbringen keine größere Hydratationswärmemenge als 65 - 70 cal/g innerhalb der ersten 7 Tage entwickelt.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Aktivationsmittel eine wässrige Lösung aus erstarrungsbeschleunigenden, thixotropierenden und synergetisch wirkenden Stubstanzen zugesetzt wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als erstarrungsbeschleunigende Stoffkomponente des Aktivationsmittels ein Gemisch aus 8 bis 11 Gewichtsteilen kalzinierter Soda, 1 bis 2 Gewichtsteilen Natriumaluminat und o,o5 bis 0,2 Gewichtsteilen Kieselsäure verwendet wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Thixotropierungskomponente des Aktivationsmittels ein Gemisch aus 1 bis 5 Gewichtsteilen lineares polymeres Polyäthylenoxid mit einem Molekulargewicht zwischen o,5 und 5 Millionen, 0,5 bis 2,5 Gewichtsteilen Carboxymethylcellulose und 10 bis 25 Gewichtsteile Bentonit verwendet wird.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als synergetisch wirkende Substanz des Aktivationsmittels Aluminiumoxyd verwendet wird.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Trockensubstanz des Aktivationsmittels vor dem Zusetzen zur Bindemittel- oder Feinstmörtel-Suspension im Verhältnis 55 bis 85 Gew.-% Erstarrungsbeschleuniger, 10 bis 30 % Thixotropiemittel und 5 bis 15 % Aluminiumoxid gemischtwird.
  9. 9. Verfahren nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Aktivierungsmittel vor dem Zusetzen zur Bindemittel- oder Feinstmörtel-Suspension im Gewichtsverhältnis 1 : 1 oder o,8 : 1 in Wasser gelöst wird.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Aktivationsmittel der Bindemittel- oder Feinstmörtel-Suspension in gleichbleibender Konzentration von 2 bis 3 Gew.% der Trockenmasse des Bindemittels oder des Feinstmörtels zugemischt wird.
  11. 11. Verfahren nach Anspruch 1 bis 1o, dadurch gekennzeichnet, daß das Vermischen des Aktivationsmittels mit der Bindemittel-oder Feinstmörtel-Suspension in einem statischen Mischer am Ende der Förderleitung erfolgt.
  12. 12. Verfahren nach Anspruch 1 bis lo, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Erstellung von Schnelldämmen die einzubringende Bindemittel- oder Feinstmörtel-Suspension ohne vorderes oder hinteres begrenzendes Widerlager frei im Streckenquerschnitt aufgeböscht wird.
  13. 13. Verfahren nach Anspruch 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß zur kraftschlüssigen Verbindung zwischen Gebirge und Streckenausbau engmaschige Verzugdrahtmatten über die Streckengestelle gelegt werden und daß der zwischen Verzug und Gebirge verbleibende Zwischenraum mit thixotropierender und anschließend schnellerstarrender Bindemittel- oder Feinstmörtel-Suspension ausgefüllt wird.
  14. 14. Verfahren nach Anspruch 1 bis lo, dadurch gekennzeichnet, daß starre Abbaustreckenbegleitdämme aus hydromechanisch geförderter, nach dem Austritt aus der Förderleitung thixotropierender und anschließend schnellerstarrender Bindemittel- oder Feinstmörtel-Suspension ohne Begrenzungsverschläge gegen das Bruchfeld eingebracht werden.
  15. 15. Verfahren nach Anspruch 1 bis 1o, dadurch gekennzeichnet, daß Ausbrüche in Streb und Strecke mit thixotropierender und anschließend schnellerstarrender Bindemittel- oder Feinstmörtel-Suspension ohne arbeitsaufwendige Schalarbeit kraftschlüssig ausgefüllt werden.
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DE102006062337B3 (de) * 2006-12-22 2008-03-27 Beyert, Joachim, Dr. Verfahren zur Sanierung von Schadstellen in Bauwerken, insbesondere Rohrleitungen oder Kanälen

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WO2008077369A2 (de) 2006-12-22 2008-07-03 Joachim Beyert Verfahren zur sanierung von schadstellen in bauwerken, insbesondere rohrleitungen oder kanälen

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