DE26695C - Transparente Maassstäbe und Rechentafeln, sowie das Verfahren zu ihrer Herstellung - Google Patents

Transparente Maassstäbe und Rechentafeln, sowie das Verfahren zu ihrer Herstellung

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DE26695C
DE26695C DE188326695D DE26695DD DE26695C DE 26695 C DE26695 C DE 26695C DE 188326695 D DE188326695 D DE 188326695D DE 26695D D DE26695D D DE 26695DD DE 26695 C DE26695 C DE 26695C
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M. KLOTH, Kataster-Assistent in Schleswig
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    • GPHYSICS
    • G01MEASURING; TESTING
    • G01BMEASURING LENGTH, THICKNESS OR SIMILAR LINEAR DIMENSIONS; MEASURING ANGLES; MEASURING AREAS; MEASURING IRREGULARITIES OF SURFACES OR CONTOURS
    • G01B3/00Measuring instruments characterised by the use of mechanical techniques
    • G01B3/02Rulers with scales or marks for direct reading

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  • General Physics & Mathematics (AREA)
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 42: Instrumente.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 8. August 1883 ab.
Der Rechenschieber, bestehend aus einer gröfseren und einer kleineren Platte, ist in Fig. 1 und 2 der beiliegenden Zeichnung dargestellt. Schiebt man die kleinere Tafel derart auf die gröfsere, dafs die Striche oben links, welche die Marke 100 tragen, coincidiren, so decken sich auch die übrigen Theilstriche.
Bei Ausführung von Multiplicationen legt man die1 kleinere Tafel derart auf die gröfsere, dafs die Marke für 100 mit einem Theilstrich auf der gröfseren zusammenfällt, welcher dem einen Factor entspricht. Sucht man dann den anderen Factor auf der kleineren Tafel auf, so findet man, dafs der bezügliche Theilstrich mit einem Theilstrieh der untern Tafel coincidirt, welcher dem Product entspricht. Man kann mit Berücksichtigung der Interpolation zwischen je zwei Theilstrichen vierstellige Zahlen einstellen und ablesen. Der Rechenschieber gewährt die Genauigkeit einer vierstelligen Logarithmentafel. Falls die gröfsere Tafel quadratisch mit 40 cm Seitenlänge ausgeführt würde, so liefse sich die Genauigkeit einer fünfstelligen Logarithmentafel erreichen. Bei einiger Uebung dürfte Zeitersparnifs gegenüber dem Gebrauch von Logarithmentafeln resultiren. Auch die trigonometrischen Functionen würden sich mit Leichtigkeit berücksichtigen lassen.
Die Flächenberechnungstafel ist in Fig. 3 abgebildet. Sie besteht aus einer Glastafel und' Papier, welches mit der entsprechenden Zeichnung bedruckt ist.
Der Zeichnung liegt das Gesetz zu Grunde, dafs Dreiecke von gleichen Grundlinien sich wie ihre Höhen verhalten. Bezeichnet man die Flächen aus der Grundlinie α und den Höhen A1 α2 α3 u. s. w. mit F1 bezw. F% bezw. F3 u. s. w., und ermittelt man die Höhen ß, ß2 ß3 11. s. w. zur Grundlinie b, ferner die Höhen yx y2 y3 u. s. w. zur Grundlinie c, welche ebenfalls den Flächen F1 bezw. F2 bezw. F3 u. s. w. entsprechen sollen, so findet man, dafs die Endpunkte der Höhen o-i ßi Yi bezw. Ct2 ßi Yi bezw. a3 ß3 y3 u. s. w. in Curvenlinien liegen. Hieraus ergiebt sich die Construction der Zeichnung.
Durch den Nullpunkt C sind zwei auf einander senkrecht stehende Achsen A B und C D gelegt. Die Curven gruppiren sich innerhalb der solchergestalt gebildeten beiden Quadranten.
Die scharf ausgezogenen Curven geben im Mafsstab 1 : 1000 ganze Are an, während die nach Bedürfnifs zwischen denselben gelegten punktirten Curven Unterabtheilungen von Aren indiciren. Das Papier ist auf der Glasplatte derart orientirt, dafs A B parallel mit einer Längskante der Glasplatte läuft.
Das "Verfahren bei Berechnung eines Dreiecks ist folgendes: Man legt die Glasplatte derart auf die bezügliche Karte, dafs der Nullpunkt. einen Endpunkt λ deckt und einer der beiden anderen Endpunkteß in CD zu liegen kommt. Alsdann legt man ein Lineal an die Längskante, mit welcher A B parallel ist, und schiebt an dem Lineal die Glasplatte derart, dafs der dritte Eckpunkt γ von C D gedeckt wird; alsdann liest man den Flächeninhalt aus der Lage des Eckpunktes β gegen das bezügliche Curvensystem ab, zu welchem Zweck die Curven entsprechend numerirt sind. Die Genauigkeit des Verfahrens ist mindestens so grofs wie die Flächenbestimmung mittelst Zirkels und Mafsstabes, das V'er-
fahren hat dagegen den Vorzug gröfserer Bequemlichkeit und bedeutender Zeitersparnifs.
Die Herstellung dieser neuen transparenten Mafsstäbe und Rechentafeln etc. erfolgt nun in der Weise, dafs auf der einen Seite der betreffenden Glasplatte ein aus Dammarharz bereiteter Terpentinölfirnifs dünn aufgetragen wird. Das vorher mit den betreffenden Zeichen etc. bedruckte Papier, wozu nur wasserklares OeI-(Pflanzen-) papier, auch Seidenpapier von gleichmäfsiger Textur verwendet werden kann, wird nun auf die mit dem Firnifs bestrichene Seite der Glasplatte aufgelegt. Durch sanftes Streichen mit einem glatten Stäbchen werden sodann die Luftblasen und der überflüssige Firnifs nach den Seiten hin ausgedrückt. Während dieser Operation wird das Papier, durch Verschieben auf der Glasfläche auf die eventuell abgeschliffenen Kanten derselben orientirt. Alsdann wird, die ganze Oberfläche des Papiers mit Spirituslack überzogen. Letzterer durchdringt das Papier und verwandelt den Dammarfirnifs in ein festes Bindemittel, so dafs ein Verschieben des Papiers nach der Glasfläche nun nicht mehr angängig ist. Der Dammarfirnifs sowie der Spirituslack verleihen dem Papierstoff bleibende Durchsichtigkeit. Legt man nun die Glasplatte mit der lackirten Fläche auf eine Zeichnung, so scheinen die auf dem Papier" befindlichen Zeichen etc. wie die Conturen der Zeichnung deutlich durch. Während der Behandlung des «Papiers mit Dammarfirnifs tritt ein Verziehen des ersteren nicht ein; es steht also auch eine Verzerrung der auf dem Papier befindlichen Mafse und Zeichnungen nicht zu befürchten; andererseits trocknet der Dammarfirnifs unter der Papiermasse nicht ohne weiteres fest und gestattet also ein Verschieben und Orientiren des Papiers auf der Glasplatte.

Claims (2)

Patent-An Sprüche:
1. Transparente Mafsstäbe und Rechentafeln, hergestellt aus Glastafeln und Papier, welch letzteres durch einen dasselbe transparent machenden Klebstoff auf erstere fixirt wird.
2. Die Herstellung von mit Zeichen etc. versehenen transparenten Glastafeln In der Weise, dafs das hierzu sich eignende, vorher mit den Zeichen etc. bedruckte Papier mittelst Dammarfirnifs und Spirituslack auf Glastafeln fixirt wird.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DE188326695D 1883-08-08 1883-08-08 Transparente Maassstäbe und Rechentafeln, sowie das Verfahren zu ihrer Herstellung Expired DE26695C (de)

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