DE2833251C3 - Anwendung eines Kunstharzfilms als Träger für eine lithographische Druckplatte - Google Patents

Anwendung eines Kunstharzfilms als Träger für eine lithographische Druckplatte

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DE2833251C3 DE19782833251 DE2833251A DE2833251C3 DE 2833251 C3 DE2833251 C3 DE 2833251C3 DE 19782833251 DE19782833251 DE 19782833251 DE 2833251 A DE2833251 A DE 2833251A DE 2833251 C3 DE2833251 C3 DE 2833251C3
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Description

Die Erfindung bezieht sich auf die Anwendung eines auf einer oder beiden Seiten mit einem Polyäthylenharz überzogenen Kunstharzfilms als Träger für eine wenigstens eine eine hochmolekulare kolloidale Substanz enthaltende bilderzeugende Schicht aufweisende lithographische Druckplatte.
Als Träger für lithographische Druckplatten sind bislang Bleche, wie Aluminium und Zink, Kunststoff-Filme oder Papiermaterialien verwendet worden. Unter diesen Materialien wurde ein geeigneter Träger unter Berücksichtigung der Dauerhaftigkeit, anderer Druck-Leistungseigenschaften, wie z. B. Tonen oder lithographisches Sensibilisieren, Haftstärke zwischen der iithogi aphischen Druckschicht und dem Träger sowie in manchen Fällen der Herstellungskosten und der Vl Leichtigkeit der Handhabung, ausgewählt.
In den letzten Jahren ist die Ausbreitung automatischer Verarbeitung und automatischer Drucksysteme auf dem Gebiet innerbetrieblichen Drückens bemerkenswert. Die für diese Systeme erforderlichen lithogra- h0 phischen Dfiickplätteneigenschäften sind beispielsweise geringste Dimensionsveränderungen, wie unerwünschtes Rollen über die Arbeitsstufen hinweg von der Plattenverarbeitung bis zum Druck sowie gute Zuführeigenschaften. Wenn die ursprüngliche Platte in h-; kontinuierlicher Rollenform zugeführt wird, muß sie leicht von einem automatischen Schneidgerät geschnitten werden. Ist die verwendete Dnickerpresse von der Art, die die Druckplatte durch Hochhaken hält, muß die Platte leicht gelocht werden, um Hakenlöcher zu schaffen, und genügend Festigkeit aufweisen, so daß die Platte vor dem Brechen oder erheblicher Verformung während des Druckvorgangs bewahrt werden kann. In einer vollautomatischen Druckerpresse erfolgt das Drucken häufig mit einer Druckplatte, die in dem den Endteil freilassenden Hauptzylinder an der Führungskante erfaßt wird. In einem solchen Fall muß die Druckplatte eine geeignete Einroll- oder Kräuseleigenschaft und Flexibilität besitzen, so daß sie sich der Zylinderoberfläche eng anlegen kann, sonst kann unerwünschter Schmierdruck an der Führungskante oder am Endteil der Druckplatte auftreten. Es ist natürlich wie allgemein im Falle lithographischer Druckplatten von Bedeutung, daß die Druckplatte wenig oder keine Deformation oder Längenänderung unter der Einwirkung von Wasser oder ^yganischen Lösungsmitteln des Alkoholtyps oder Erdöltyps erfährt und daß die lithographische Druckschicht festgehalten wird.
Um die vorstehenden Forderungen zu erfüllen, ist als Substratmaterial Papier, Kunststoff-Film oder sogenanntes harzbeschichtetes Papier mit einer Überzugsschicht aus e:nem hochmolekularen Film des Polyolefintyps verwendet worden. Bekannt ist auch ein zusammengesetztes Papier mit einem Substratblatt aus einem synthetischen faserigen Polymer, überzogen mit einem Polyolefinfilm, wie in der offengelegten japanischen Patentanmeldung 81 521/73 (Kokai) offenbart Von diesen Materialien ist das harzbeschichtete Papier weitgehend als Träger für lithographische Druckplatte aufgrund der ausgezeichneten wasserabstoßenden Eigenschaften und der Leichtigkeit der Handhabung verwendet worden.
Ein Nachteil des harzbeschichteten Papiers ist jedoch, daß es das Hindurchdringen einer Ätzlösung und einer Befeuchtungslösung durch das geschnittene Ende nicht völlig zu verhindern vermag. Insbesondere wenn das harzbeschichtete Papier mit einer stark alkalischen Lösung bei der Verarbeitung oder mit einer Ätzlösung, die ein alkoholisches organisches Lösungsmittel enthält, in der Druckstufe in Berührung kommt, wird die Leimungseigenschaft (d. h. die Eigenschaft zur Verhinderung der Permeation einer Flüssigkeit) des Papiers verschlechtert, was die Lösung durch das geschnittene Ende hindurchdringen läßt, wobei die Permeation aufgrund von Druckschwankungen und wiederholten Scherspannungen, ausgelöst durch die Druckfarbenwaize, die Molton-Walze und das Drucktuch, noch beschleunigt wird. Dadurch tritt leicht ein Bruch der Druckplatte am Hakenloch oder eine Ablösung der Harzschicht vom Substrat von den Schnittkanten her ein, was zu einer Verdrehung des gedruckten Bildes führt. Ein weiterer erster Nachteil ist die Schwierigkeit, eine beständige konvexe Krümmung der Druckplatte mit der lithographischen Druckschicht nach außen zu erhalten. Wird die unverarbeitete Platte beispielsweise in Form einer kontinuierlichen Rolle zugeführt, tritt ein ausgeprägter Unterschied in der Krümmungsneigung zwischen den Teilen im Äußeren der Rolle und den Teilen im Inneren der Rolle aufgrund der Aufwicklung während der Lagerung auf. Ein solcher Unterschied verursacht leicht Störungen bei der automatischen Verarbeitung und dem automatischen Drucken. Das in der offengelegten japanischen Patentanmeldung 81 521/73 offenbarte zusammengesetzte Papier hat Nachteile insofern, als es schwierig ist. die Steifigkeit im
Verlauf des automatischen Transports der Platte und des automatischen Drückens unverändert zu halten, und außerdem ist die Dimensionsstabilität beim Druckvorgang ungenügend
Aus der DE-OS 2511734 sind lithographische -Druckplatten aus einem Kunstharzfilm, der mit einer Polyäthylenschicht überzogen ist, die eine lithographische Druckschicht trägt, bekannt Aufgabe ist hierbei jedoch die einfache Druckformherstellung.
Ziel der Erfindung ist demgegenüber die Schaffung einer lithographischen Druckplatte, die keinen der obigen Nachteile aufweist und sich zur Verwendung bei der automatischen Verarbeitung und beim automatischen Drucken eignet Sie besitzt die erwünschte Beständigkeit gegenüber Wasser und Lösungsmitteln, läßt sich hervorragend transportieren, zeigt stabile Kräuseleigenschaft, erwünschte Flexibilität und Festigkeit Der Träger der erfindungsgemäßen lithographischen Druckplatte ist gegenüber Deformation oder Dimensionsänderung beim Druckvorgang Widerstands- ,0 fähig und besitz! gute Haftung an der lithographischen Druckschicht, mit dem Ergebnis, daß die Permeation von Wasser durch das Schnittende stark herabgesetzt werden kann.
Im Rahmen der Erfindung wurde den Eigenschaften 2-, von Kunstharzfilmen besondere Bedeutung gezollt, wie der Wasserbeständigkeit, Lösungs>nittelbeständigkeit, Dimensionsbeständigkeit mechanischen Festigkeit, Steifigkeit, Stanz- und Schneideigenschaften, und dies führte zu angemessener Flexibilität und Kräuselbarkeit m des Kunstharzfilms, ohne die vorteilhaften Eigenschaften zu beeinträchtigen.
Gelöst wird diese Aufgabe erfin-iungsgemäß durch die Anwendung eines Kunsthvzfilms gemäß Hauptanspruch und durch die bevorzugten A'-sführungsformen der Anwendung gemäß den Unteransprüchen.
Die durch die erfindungsgemäße Anwendung erhaltene lithographische Druckplatte hat also einen Aufbau, bei dem eine lithographische Druckschicht auf einem Träger mit Verbundstruktur vorgesehen ist, die einen auf einer oder beiden Seiten mit einem Polyäthylenharz überzogenen Kunstharzfilm aufweist Polyäthylen ist eines der biegsamen Kunstharze. Der Vorteil der Verwendung von Polyäthylen gemäß der Erfindung rührt von der Geschmeidigkeit oder Biegsamkeit von Polyäthylen her, und man kann gezielt einen Träger mit einer zum Drucken erwünschten Flexibilität erhalten, indem man einen Substratfilm und die Polyäthylenüberzugsschicht darauf kombiniert Der Ausdruck »eine zum Drucken erwünschte Flexibilität«, wie er hier verwendet -)0 wird, bedeutet, daß der Biegefestigkeits- oder Steifigkeitsfaktor im Bereich von 20 bis 200 (in Längsrichtung) liegt, gemessen mit dem Clark Softness Tester (TAPPI Standard T451m-60). Zu weiteren Vorteilen eines Polyäthylenüberzugs gehört die leichte Überführbarkeit der Oberfläche in eine haftaktive Oberfläche, z. B. durch Behandlung mit Koronaentladung, der verhältnismäßig geringe Preis, die guten filmbildenden Eigenschaften, leichte Verarbeitbarkeit und ausgezeichnete chemische Beständigkeit. Weitere Vorteile ergeben sich aus der fe0 folgenden Besehreibung.
Typische Beispiele für die Kunstharzfilme sind z. B. bekannte photographische Träger, wie Filme aus Cellulosetriacetat, Polycarbonat Polystyrol, Polypropylen, Polyvinylchlorid und Polester. Von diesen bevor- h-, zugt werden solche aus Polystyrol, Polypropylen und Polyester. Wenn nötig, kann der Kiinstharzfilm Weichmacher, Stabilisatoren, Pigmente und zusätzlich zahlreiche Füllstoffe, wie Glasfasern, zur Abwandlung der physikalischen Eigenschaften, oder andere Zusätze, wie elektrisch leitende Mittel, zur Verbesserung der elektrischen Eigenschaften des Grundmaterials, enthalten. Ein bevorzugtes Trägersubstrat ist ein Laminat mit mehreren Schichten, da sich ein solcher Film als die gewünschte Stabilität hinsichtlich Festigkeit, Ausdehnung und Kontraktion und Steifigkeit besitzend erwies.
Die durch die erfindungsgemäße Anwendung erhaltene lithographische Druckplatte wird durch Aufbringen einer Polyäthylenharzschicht auf einer oder vorzugsweise beiden Seiten des obigen Kunstharzfilms hergestellt, worauf dann vorzugsweise die Polyäthylenschicht einer Koronaentladungsbehandlung unterworfen und dann eine lithographische Druckschicht aufgebracht wird. Die Gesamtdicke des Trägers einschließlich der Polyäthylenschicht sollte im allgemeinen auf etwa 100 bis etwa 250 μπι eingestellt werden. Um eine wunschgemäße Flexibilität zu erhalten, wird das Dickenverhältnis zwischen dem Kunstharzfilm und dem Polyäthylenüberzug in geeigneter Weise in Abhängigkeit von der Steigkeit des Kunslharzfiims gewählt Wird beispielsweise ein biaxial gestreckter Polyesterfilm als Substrat verwendet, wird ein etwa 30 bis etwa 70 μπι dicker Polyäthylenüberzug auf eine oder beide Seiten des Substrats, etwa 50 bis etwa 100 μπι dick, aufgebracht, um eine Druckplatte von ausgezeichneter Leistungsfähigkeit beim automatischen Drucken zu erhalten, was eines der Ziele der Erfindung darstellt Wird ein Polystyrolfilm als Substrat verwendet, wird ein erwünschter Träger unter fast den gleichen Bedingungen wie oben erhalten. Wird z. B. Polypropylen als Substrat verwendet wird eine zum automatischen Drucken geeignete Flexibilität durch Aufbringen eines Polyäthylenüberzugs von etwa 20 bis etwa 50 μΓΠ Dicke auf beiden Seiten des Substrats von 100 bis 200 μπι Dicke erhalten.
Die geeignete Krümmung kann durch Steuern des Dickeverhältnisses von Polyäthylenüberzugsschichten auf beiden Seiten oder alternativ durch momentanes Erwärmen jeder Seite des Trägers auf eine Temperatur über dem Glasumwandlungspunkt verliehen werden. Die letztere Behandlung kann durch die Erwärmungsbindung von geschmolzenem Polyäthylen durch Strangpreßlamination ersetzt werden, die eine der Methoden beim Laminieren von Polyäthylen ist Glücklicherweise wurde gefunden, daß im Falle eines auf beiden Seiten mit Polyäthylen laminierten Trägers eine stabile Krümmung festgelegt wird, indem zuerst Polyäthylen auf der konkaven Seite des Trägers auflaminiert wird. Die durch die obigen Behandlungen gebildete Krümmung blieb, wie festgestellt wurde, auch bei langer Lagerung stabil.
Das für die erfindungsgemäße Verwendung geeignete Polyäthylenharz ist im allgemeinen von geringer Dichte, das mit einem solchen hoher Dichte gemischt werden kann. Wenn nötig, kann die Polyäthylenüberzugsschicht andere Bestandteile enthalten, wie weiße oder gefärbte Pigmente oder Farbstoffe oder Fluoreszenzstoffe. Die Außenfläche der Polyäthylenschicht kann glatt sein, ist aber vorzugsweise matt, mit einem geeigneten Grad an Unregelmäßigkeiten, hervorgerufen durch Prägen, um den in der Lithographie gut bekannten Korneffekt zu entwickeln. Hierzu ist das Prägeverfahren äußerst geeignet. Auch in diesem Falle liegt die Dicke der Polyäthylenschicht vorzugsweise bei wenigstens etwa 20 μπι, besser bei wenigstens etwa 30 μπι. Diese Dicke der Polyäthylenschicht trägt zum Spannungsausgleich
beim Drucken bei, was zu einer Senkung der Abnutzung der lithographischen Druckschicht und zu Druckplatten von ausgezeichneter Dauerhaftigkeit führt
Das Laminieren von Polyäthylen kann durch Schmelzen von Polyäthylenpellets, Zugabe geeigneter Zusätze, Strangpressen durch eine Strangpreßdüse und Auflage des Extrudats auf ein Kunstharzfilmsubstrat zu einer festen Bindung erfolgen. Die Vorbehandlung des Substrats durch Koronaentladung verbessert die Haftung des Substrats am Polyäthylenüberzug. Eine weitere |0 Verbesserung der Haftung kann durch Kombinieren der Koronaentladungsbehandlung mit einer feinen Mattierung (Bildung von Unregelmäßigkeiten in Tiefen von 0,2 bis 20 μπι) auf der Oberfläche des Kunstharzfilmsubstrats erzielt werden. Das Mattieren der Oberfläche kann nach üblichen Methoden erfolgen, wie durch Prägen und Sandstrahlen. Die Haftung zwischen dem Kunstharzfilmsubstrat und der Polyäthylenüberzugsschichc ist ein äußerst wichtiges Problem bei der praktischen Durchführung der Erfindung und sollte ausreichen, dem Drucken einer großen Anzahl von Kopiin zu widerstehen. Die Erzielung einer so starken Haftung bringt eine Reihe technischer P-obleme mit sich, wie die Bedingungen der Koronaentladung und das Schmelzüberziehen des Polyäthylens. Das feine Mattie- ,5 ren der Substratoberfläche ist jedoch eine der zuverlässigsten und stetigsten Methoden. Eine weitere Methode zum Binden ist beispielsweise das Binden mit einem Kleber. Eine solche Methode kann, wenn nötig, angewandt werden. J0
Ein Träger mit einer hydrophilen Oberfläche kann durch Koronaentladungsbehandlung der polyäthylenüberzogenen Oberfläche erhalten werden. Die durch die Koronaentladungsbehandlung einer Polyäthylenoberfläche hervorgerufene Oberflächenaktivität unterschei- J5 det sich in der Fähigkeit zur Bindung verschiedener hochmolekularer kolloidaler Substanzen und folglich auch zur festen Bindung einer lithographischen Druckschicht, was zu einer Druckplatte führt, die nach langdauernder Druckleistung wenig Verschlechterung 4n zeigt.
Die Koronaentladungsbehandlung kann unmittelbar nach dem Laminieren der Polyäthylenharzschicht vorgenommen werden oder wird vorzugsweise vor dem Aufbringen einer lithographischen Druckschicht 4-, wiederholt. Im Hinblick auf den derzeitigen Stand der Technologie der Verarbeitung von Kunstharz ist es ohne die geringste Schwierigkeit möglich, in der oben geschilderten Weise einen Träger herzustellen der sich zur Herstellung einer Druckplatte eignet, die ausrei- -)f) chend wasser-, lösun^imittelbeständig, dimensionsstabil, mechanisch fest usw. ist, um das erfindungsgemäße Ziel zu erreichen, wobei diese Eigenschaften in enger Abhängigkeit von den dem Träger eigenen Eigenschaften stehen. .-,.-,
Die Merkmale der durch die erfindungsgemäße Anwendung erhaltenen lithographischen Druckplatte mit einem Träger aus einer Verbundstruktur mit einem Kunstharzfilm, der mit einem Polyäthylenharz beschichtet ist, sind durch den Aufbau einer auf einem Träger Μ) vorgesehenen lithographischen Druckschicht nicht speziell begrenzt. Die lithographische Druckschicht kann direkt auf einer durch Koronaentladung oder andere Maßnahmen aktivierten Polyäthylenoberfläche oder auf einer oder mehreren Zwischenschichten, die ,,-, auf der Polyäthylenoberfläche vorgesehen sind, aufgebracht sein. Die Zwischenschicht kann eine Unterschicht sein, um hydrophilen Charakter 711 schaffen, oder eine Schicht, um die lithographische Druckschicht zu halten, oder eine lichtempfindliche oder nicht-lichtempfindliche Schicht für die Bilderzeugung. Es kann eine Bildempfangsschicht für Steindruck sein, z. B. eine Druckfarben auf ölbasis aufnehmende Schicht oder eine Bildempfangsschicht beim Silbersalz-Diffusionsübertragungsverfahren, oder eine Bilderzeugungsschicht für lithographischen Druck, wie z.B. lichtempfindliche Diazoschicht oder eine lichtempfindliche Silberhalogenidemulsionsschicht Im allgemeinen neigt eine durch Koronaentladungsbehandlung alleine gebildete hydrophile Oberfläche recht rasch zum Verlust des hydrophilen Charakters mit dem Zeitablauf oder durch mechanische Reibung. Daher ist eine durch Koronaentladungsbehandlung alleine erhaltene hydrophile Oberfläche als solche jair Verwendung als lithographischen Druckoberfläche nicht geeignet
Die Erfindung wird nachfolgend im einzelnen unter Bezugnahme auf Eleispiele veranschaulicht, wird hierauf aber nicht beschränkt.
Beispiel -.
Während der Anwendung einer Koronaentladung auf der Rückseite eines Polypropylenfilms von 120 μπι Dicke mit beidseitig feinmattierten Oberflächen wurde aus einer Strangpreßdüse bei 3200C stranggepreßtes geschmolzenes Polyäthylen auf die Rückseite des Polypropylenfilms laminiert, wobei die laminierte Polyäthylenschichit 30 pm dick war. Dann wurde die Vorderseite mit einer Polyäthyienschicht von 30 μπι Dicke ebenso wie zuvor laminiert, während sie einer Koronaentladung ausgesetzt war.
Der so erhaltene Träger wurde mit der folgenden Überzugslösung (A) überzogen, dann getrocknet und 7 Tage bei 400C stehengelassen, um die Kolloidschicht zu härten.
Überzugslösung (A):
Gelatine 20 g Siliziumdioxid (mittlerer Teilchendurchmesser 7 μπι) 5 g Formalin (12%ige wäßrige Lösung) 3 cm3 10%ige wäßrige Saponin-Lösung 4 cm3 Wasser zu insgesamt 500 g
Überzogen wurde mit 40 g/m2 na3. Der anfallende Träger wurde mit; einem Hydrosol weiter überzogen, das physikalische Entwicklungskeime enthielt, erhalten durch Mischen der folgenden Lösungen (I) und (II), um die zweite Schicht zu bilden, überzogen mit 15 g/m2 naß.
Lösung (I):
Palladiumchlorid 1 g Salzsäure 20 cm3
Wasser 250 cm3
Lösung (II):
Natriumthiosulfat 4 g
10%ige v/ässerige Saponinlösung 10 cm3
Wasser 1000 cm3
Die erhaltene Offset-Druckplatte wurde mit einem bildweise belichteten Negativ fCr die Silberdiffusionsübertragung in enge Berührung gebracht und der Übertragungsentwicklung zur Bildung eines metallischen Silberbildes auf der Druckplatte unterworfen. Die so behandelte Di jckplaHe wies eine leichte Krümmung mit konvexer Vorderseite auf. Die Platte wurde auf einer Offset-Presse befestigt, gründlich an der Oberflä-
ehe mil einer Ätzlösung abgerieben und die Presse in Betrieb gesetzt. Ob sowohl die Führungskante als auch die Hinterkante der Druckplatte am Hauptzylinder befestigt waren oder nur die Fühningskante, ein enger Kontakt der Platte mit dem Hauptzylinder wurde über den ganzen Druckvorgang hinweg aufrechterhalten. Das gedruckte HiId zeigte keinen Fehler an irgendeiner Stelle nahe der F'ührungskante oder dem hinteren Teil tier Druckplatte. 3000 Kopien wurden ohne Findringen von Wasser in den Träger. Ionen oder lalschaufzeich riiwig erhallen.
Vcrgleichsbeispiel I
Unter Verwendung einer hydrophil unterlegten l'olvesierfilmgruncllage von Ι50μηι Dicke als Träger wurde eine Druckplatte hergestellt und der Drucktest zweimal ähnlich wie in Beispiel I durchgeführt, Frfolgte das Drucken mit der am hinteren F.mle nicht befestigten Druckplatte, war der Kontakt der Platte mit dem Hauptzylinder nicht eng genug, in dem Teil nahe eier lührungskanlc der Platte sowie im hinteren teil wurde Tonen beobachtet, und dem Druckbild fehlte durch I Iberlappung die Klarheil Wurde auch das Hinlereule der Druckplatte festgelegt, wurde kein Ionen im hinteren Teil, aber in dem I eil nahe der I lihrungskante beobachtet Nach 1000 Drucken wurde sowoh! ein Abtragen der Führungskanlc als auch das Ionen deutlich.
Vcrgleichsbeispiel 2
I inier Verwendung eines Blaues Papier .ils I rager von I (5 μπι Dicke, beidseitig mit Polyäthylen ahnlich Beispiel 1 überzogen, wurde eine Druckplatte ebenso wie in Beispiel I hergestellt. Die !-Ergebnisse des Drucktests waren wie nachfolgend wiedergegeben:
Wurde mn am Hinterende nicht festgelegter Druck platte gedruckt, wurde ein Überlappen des Druckbildes und leichtes Tonen im hinleren Teil beobachtet. Wurde mn auch an der Hinterkante festgelegter Druckplatte gedruckt, wurde kein Ionen beobachtet. Nach JOOO Drucken icdoch wurde eine 2.i min ausmachende Verschiebung beim Drucken aufgrund der Deformation der H.ikenlocher in der I uhrungskante der llauptplatle beobachtet. Außerdem wurde ein (Quellen der Platte durch das F.indringen von Wasser über die Flanke des Tragers beobachtet, wobei die Tiefe des gequollenen Teils der Platte 1 cm im Durchschnitt und 2 cm maximal \on der Kante betrug. Durch das Quellen erfolgte eine Ablösung tier Polyathylenschicht um der Papiergrundlage, was /u einer Verdrillung des Bildes im gequollenen Bereich führte.
Beispiel 2
Fine 100 um dicke Polyesterfiimbasis wurde auf der Rückseite nut einer 40 um dicken Polyathyiensehicht urn: dann auf der Vorderteile mi' einer Jo urn dicken Pdlvaihvienschichi überzogen. Die überzogene Polyes.<.rfi!mr>.isis wurde einer Koronaentladungsbehand- ;ΊΓί .iustresetzl. Die PoKathvlenschicht auf der \ orderveite enthielt R=jB Der !epige Träger zeigte eine
fur
e:nen ein
nden Strahl von
Reflexion von 5"
-)() nm.
Der w ic vorstehend erhaltene Trager w urde mn einer u<>i_hempfindlichen Siiberhaio-renidemulsOn folgender Zusammensetzung UbOrZf)CCn. dann getrocknet und i0 \-Λ-iC f"-e: 4r> ( zürn Härten drr ['mnKinnssrhK h; MeWfgci^en. wöbe: ώ-, BcH-hicK'uP;: -"UT:- "aß I Ich !!empfindliche Silberhalogenidemulsion:
( Iilorliromulemiilsion (orthochroniatisch) JOO g
20MoI "m Silber Bronnd: 0.1 Mol-% Silber-
|odul; 0.4 um durchschnittlicher Teilchendurrhmc-sser: 20 g Biiidemittclgchalt;
o.l Mol Silbergehali
Siliziiiiiidioxid ("> iim durclischnitlliche
Teilchengröße) J g
Formalin (I 2">'«ige wässerige Losung) J cm'
Saponin (IO1Siige wässerige Losung) 10 cm '
Wasser zu insgesamt 400 $_·
Die gleiche llvdrosol/usammensetzung mit physikalischen Fniwicklungskeimen. wie in Beispiel I verweil del. wurde gereinigt, indem sie durch eine loncnauslauscherharzsäule geführt wurde. Das gereinigte llydrosol wurde als zweite Schicht auf die Silberhalogenidemul-Monsschicht aufgebracht, um so eine Offsetdruckplatte zu erhallen. Die Platte wurde aiii eine Breite von 2riA cm geschnitten. Der erhaltene Streifen von 70 m Lange wurde um einen Kern von 78 mm Außendurchmesser mit der empfindlichen Oberfläche nach außen gewickelt und i Monate bei Raumtemperatur stehengelassen. Die erhaltene Rolle wurde auf einen vollautomatischen Kameraprozessor montiert, um eine Druckplatte herzustellen, die auf ihre Druckqualitäl gelestet werden sollte. Der erwähnte automatische Kameraprozessor, ausgestattet mit einem reflektierenden Spiegel, kann das Original photographieren und die Ausgangs druckplatte bildweise belichten. Die belichtete Platte wurde automalisch zugeführt, geschnitten, entwickelt und stabilisiert, um eine Druckplatte zu liefern. Der Fnlwickliingsbehäller enthielt eine Silbcrsalzdiffusions übertragungsenlwicklungslösung. Die Frgebnisse des Verarbeitungstestes zeigten die folgenden Fakten:
1. Die Bildaufnahmefläche der Platte war ausreichend eben, so dall weder ein verschwommenes noch ein verdrilltes Bild festgestellt wurde.
2. Zufuhr- und Schneidqualilät waren zufriedenstellend.
i. Trotz langer Lagerung behielt die Platte eine leichte und beständige Krümmung mit der empfindlichen Oberfläche nach außen, und zwar über die ganze Rolle vom äußersten Teil bis zum innersten Teil, und die Stetigkeit beim Transport war übjr das ganze automatische Fntwicklungsver fahren hinweg sehr gut.
4. Obgleich durch ein alkalisches Bad (Fntwickler) und ein saures Bad (Stabilisator) geführt wurde, war absolut kein Findringen der Flüssigkeil durci· die Schnittkanten der Platte zu beobachten.
Die bearbeitete Platte wurde dann dem Drucktest wie in Beispiel I besehneben unterworfen. Ob das hintere Fnde der Platte festgelegt war oder nicht, der enge kontakt der Plane mit der Zvhnderwalze war zufriedenstellend, und eine große .Anzahl klarer Kopien (über 3000 Kopien) wurde ohne einen Fehler oder !.indringen um Wasser über die Flanken erhalten.
Die vorstehenden (Ergebnisse bestätigten die erfindunL'seemäftcn Vorteile.
Beispiel 3
Polyathylenharz-f berzugsschicrncn. 50 und 30 um dick, wurden auf beiden Seilen eines mit PoIvpropvlon
laminierten Iilmsubstrats (dreilagiges l.iiiniiiiit) aufgebracht. Die Oberflächen sow>hl des Substrats als auch der l'olyälhvlenüberzugssehiehten wiesen leine llnregelniiiüigkeilen aiii. Die Oberfläche der l'olyiilliylenschiclit wurde der Koroiiaeiilladungsbehandlimf; iinler-
IO
wiirlen. und eine lithographische Druckschicht wurde auf der ill inn dicken l'oKalhylenschicht vorgesehen, wie in Beispiel I beschrieben, und ahnlich Beispiel I jtH'lestel. Die erhaltenen Irgcbnisse waren sogar noch zufriedenstellender.

Claims (6)

Patentansprüche:
1. Anwendung eines auf einer oder beiden Seiten mit einem Polyäthylenharz überzogenen Kunstharzfilms als Träger für eine wenigstens eine eine hochmolekulare kolloidale Substanz enthaltende bilderzeugende Schicht aufweisende lithographische Druckplatte.
2. Anwendung des Kunstharzfilms nach Anspruch ,0 1, wobei der Kunstharzfilm ein Polypropylen-, Polyester- oder Polystyrolfilm ist
3. Anwendung des Kunstharzfilms nach Anspruch I oder 2, wobei der Kunstharzfilm eine Dicke von 100 bis 250 μίτι und die Polyäthylenüberzugsschicht eine Dicke von 20 bis 70 μπι aufweist
4. Anwendung des Kunstharzfilms nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Kunstharzfilm eine matte Oberfläche aufweist, auf der die Polyäthylenüberzugsschicht aufgebracht ist
5. Anwendung des Kunstharzfilms nach einem der vorhergehenden Ansprüche als Träger für die wenigstens eine eine hochmolekulare kolloidale Substanz enthaltende bilderzeugende Schicht aufweisende lithographische Druckplatte, deren aine ,5 hochmolekulare kolloidale Substanz enthaltende Schicht eine Gelatine/Silberhalogenid-Fotoemulsionsschicht ist und auf der Außenfläche eine Schicht physikalischer Entwicklungskeime zur Verwendung beim Silbersalzdiffusionsübertragungsverfahren trägt
6. Anwendung des Kunstharzfilms nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der einseitig t)der beidseitig mit einer Polyäthylenschicht überzogene Kunstharzfilm einen Steifigkeitsfaktor im J5 Bereich von 20 bis 200 (in Längsrichtung) aufweist
DE19782833251 1977-08-01 1978-07-28 Anwendung eines Kunstharzfilms als Träger für eine lithographische Druckplatte Expired DE2833251C3 (de)

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