DE2901744A1 - Elastikbelag fuer sportstaetten - Google Patents
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Description
29017U
DEUTSCHE SEMPERIT GESELLSCHAFT M.B.H.
Elastikbelag für Sportstätten
Angemeldet am: (A /78) Beginn der Patentdauerj
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Elastikbelag für Sportstätten aus gebundenem Granulat.
An einen Sportboderibelag v/erden in der heutigen Zeit
sehr viele, teils widersprechende Anforderungen gestellt. Der Belag soll einerseits derart beschaffen sein, daß
der Sportler darauf Höchstleistungen erzielen kann und andererseits jedoch eine Verletzungsgefahr minimiert ist.
Die Verletzungsgefahr, an die man hier denkt, ist weniger
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ein akuter Vorgang, wie zum Beispiel ein Sturz oder dergleichen, sondern vieiraehr eine dauernde Überbeanspruchung des Bewegungsund
Stützapparates eines Sportlers, der sich auf einem derartigen Belag bewegt. Diese chronische Verletzungsgefahr ist umso größar,
je weniger der Belag zum Abbau eines auf ihn ausgeübten Kraftimpulses befähigt ist; das trifft insbesondere für bekannte
Elastikbeläge zu, auch wenn ihnen in geringen Gewichtsprozentsätzen Schaumgummi- oder Polyurethanweichschaumflocken zugesetzt
sind.
Tatsächlich haben sich in der Praxis viele Sportler erhebliche Schäden infolge des Einflusses ungünstiger Bodeneigenschaften
zugezogen. Bei der Konstruktion eines neuen Sportstättenbelages muß daher ein Kompromiß gewählt werden
zwischen einer eine kurzzeitige Leistung fördernden und einer möglichst im Training schonenden Konstruktion.
Selbstverständlich muß ein derartiger Sportstättenbelag für verschiedene Sportarten verschieden ausgelegt sein
und es ist daher notwendig, daß die Belagseigenschaften in gewissen Grenzen herstellungsmäßig variierbar sind.
Die vorliegende Erfindung hat sich daher die Schaffung
eines Elastikbelages für Sportstätten zum Ziel gesetzt, der insofern optimale Trainingsbedingungen für Sportler
schafft, als er Eigenschaftswerte aufweist, die sowohl eine Schonung des Bewegungs- und Stützapparates gewährleisten,
als auch dennoch eine gute Leistung erzielen lassen.
Das Wesen des erfindungsgemäßen Elastikbelages besteht
darin, daß er aus durch ein elastisches Bindemittel verbundenem Granulat aus einer Mischung von etwa 50 bis etwa
90 Gew. -% Polyurethan-Weichschaum-Flocken und etwa 10 bis etwa 50 Gew.-^ Gummigranulat besteht.
Polyurethan-Weichschaum ist ein Material, das die Fähigkeit einer besonders guten Dämpfung mechanischer Energie aufweist.
Ein Belag, der nur aus Polyurethan-Weichschaum-Flocken besteht, wäre somit optimal im Bezug auf den Kraft-
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abbau uud die damit verbundene Schonung des Stützapparates.
Die Elastizität eines derartigen nur aus Polyurethan-Weichsehaum-Flocken
bestehenden Belages wäre jedoch zu gering, um seine Verwendung als Elastikbelag für Sportstätten zu gestatten,
wenn nicht besondere Vorkehrungen getroffen v/erden, um hier eine Verbesserung zu schaffen. Die vorliegende Erfindung
sieht daher vor, daß den Polyurethan-Weichschaum-Plocken Gummigranulat beigemengt ist. Dieses in den Weiehschaum-Plocken
gleichmäßig verteilte Gummigranulat führt aufgrund seiner relativ hohen Rückprallelastizität zu einer
Versteifung des Belages und ermöglicht dadurch erst die gute Eignung als Elastikbelag für Sportstätten,
Derartige Elastikbeläge können je nach ihrem Einsatzzweck mit einer geeigneten Nutzschichte überzogen werden, die aus
Polyvinylchlorid oder aus Polyurethan bestehen kann, aber auch aus anderen im Sportstättenbau verwendbaren Nutzschichtmaterialien.
Besonders zweckmäßig ist die Anbringung einer solchen Nutzschicht aus Polyurethan, die gegebenenfalls auch
mehrlagig aufgebaut sein kann, weil die Artgleichheit des Elastikbelages und der Nutzschicht im Bezug auf den Chemismus
günstige Verhältnisse für die Verbindung der Nutzschicht mit dem Elastikbelag schafft.
Beträgt der Gehalt an Polyurethan-Weichschaum-Flocken weniger als 50 Gew.-^, so sind die dämpfenden Eigenschaften eines
derartigen Belages bereits zu gering, um erfindungsgemäß wirksam werden zu können. Beträgt hingegen der Anteil an
Polyurethan-Weichschaum-Flocken über etwa 90 Gew.-^, so
treten die oben für reine Polyurethan-Weichschaum-Flocken-Verbundmaterialien angeführten Nachteile ein. Analoges kann
auch für den Fall gesagt werden, daß der Gummigranulatgehalt unter etwa 10 Gew.-% liegt. Bei einem Gummigranulatanteil
von über etwa 50 Gew.-% hingegen überwiegen bereits
die gummielastischen Eigenschaften, so daß derartige Beläge
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zwar eine hohe Reaktionskraft erzeugen können, jedoch aufgrund
des zu geringen Kraftabbaues zu chronischen Schädigungen des Stützapparates führen können.
Die günstigsten Eigenschaften können dann erreicht werden,
wenn bei einem erfindungsgeraaßen Elastikbelag die durch Sieben erhaltene Teilchengröße der Polyurethan-Weichschaum-Flocken
unter einer Siebmaschenweite von etwa 5 mm, vorzugsweise
unter etwa 3 rom liegt. Ist die Flockengröße über etwa
5 mm, so ist der Eigenschaftsausgleich - dämpfendes Verhalten der Polyurethan-Weichschaum-Flocken/elastisches Verhalten
des Gummigranulats - nicht mehr im erfindungsgemäß gewünschten Maße möglich, da der Belag bereits eine zu inhomogene Verteilung
aufweist.
Zweckmäßig ist es auch, wenn die durch Siebung erhaltene Teilchengröße des Gummigranulates zwischen einer Siebmaschen-
vorzugsweise bis etT'.ra 1 mm
weite von etwa 0,2 bis etwa 0,5 Aufliegt· Innerhalb dieser
Grenzen kann, in Verbindung mit der entsprechenden Flockengröße des Polyurethan-Weichschaumes, die günstigste struktur
erzielt werden.
Von Bedeutung für die Eigenschaften eines erfindungsgemäßen
Elastikbelages ist auch der Bindemittelanteil. Zweckmäßig ist es, wenn dieser zwischen etwa 5 und etwa 20 Gew.-^,
bezogen auf das Gesamtgewicht des Elastikbelages, beträgt. Die Menge des Bindemittelanteiles steht in einem Zusammenhang
zur Teilchengröße des Granulates, da kleinere Teilchen insgesamt eine größere Oberfläche haben und einen Mehrbedarf
an Bindemittel verursachen. Dieser Effekt wird bei Polyurethan-Weichschaum-Flocken noch dadurch verstärkt,
daß das Bindemittel in die Poren eindringen kann. Ist aber der Bindemittelanteil größer als etwa 20 Gew.-^, so sind
die Eigenschaften des gesamten Elastikbelages bereits wesentlich beeinflußt durch die Eigenschaften des Bindemittels.
Zu große Bindemittelanteile können sich auch negativ auf die Alterungsbeständigkeit nach DIN 53.578 auswirken.
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Dieses bildet dann seinerseits ein räumliches Netzwerk mit einem elastischen Eigenverhalten, das die Effekte,
die erfindungsgemäß durch Mischung von Polyurethan-Weichschaum-Flocken
und Gummigranulat bezweckt werden, überdeckt.
Ist hingegen der Anteil an dem elastischen Bindemittel unter etwa 5 Gew.-^, so besteht die Gefahr, daß die mechanische
Festigkeit eines derartigen Elastikbelages nicht mehr ausreichend für einen Sportstättenbelag ist.
Wie bereits oben ausgeführt, ist ein wesentliches Kriterium
für die Anwendbarkeit eines Elastikbelages in dessen herstellungsbedingter Möglichkeit zu sehen, für verschiedene
Einsatzbereiche bei verschiedenen Sportarten sinngemäß anpaßbar zu sein.-Ein wesentlicher Faktor dieser Anpaßbarkeit
besteht in der Einstellung einer verschiedenen Dichte des Elastikbelages, so daß auf diesem Wege eine
kontinuierliche Veränderung des Eigenschaftsbildes erreichbar ist.· Die Herstellung eines erfindungsgemäßen
Elastikbelages erfolgt ja, indem alle Bestandteile gemischt und die Mischung zur Aushärtung in einer Form unter einen
gewissen Druck gesetzt wird. Je nacludem^wie hoch dieser
Druck nun ist, erfolgt eine mehr oder weniger große Verdichtung der Granulatmisehung. Diese Verdichtung ist nach
der Aushärtung des Bindemittels im wesentlichen fixiert,
so daß dadurch unmittelbar die Dichte festgelegt wird. Dies ist ein großer Vorteil im Vergleich zu reinen Gummigranulatverbundbelägen,
deren Dichte nur in relativ engen Grenzen durch Kompression bei der Herstellung einstellbar
ist, da die kompakten Gummiteilchen ja inkompressibel sind
und die Komprimierbarkeit einer Granulatmisehung aus Gummigranulat
nur durch kompaktere Raumverteilung durch Deformation der Teilchen erreichbar ist.
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Vorteilhafterweise liegt das Raumgewicht eines erfindungsgemäßen Elastikbelages zwischen etwa 200 und etwa 4-00 kg/nr.
Die geringeren Raumgewichte bewirken eine größere Weichheit des Belages, während die größeren Raumgewichte ihn härter
machen und somit mehr für solche Sportarten prädestinieren, wo ein hohes Reflexionsvermögen für die einwirkende Kraft
gefordert wird.
Ein weiteres wichtiges Kriterium für einen Elastikbelag für Sportstätten ist der Druckverformungsmodul, der die Kraft
angibt, die notwendig, ist um eine bestimmte Verformung zu erreichen. Erfindungsgemäß ist es vorteilhaft, wenn der
Druckverformungsmodul bei 20 fo Verformung zwischen etwa
0,4 und etwa 0,7 N/mm liegt. Derartige Moduli drücken,
wie das oben angeführten Raumgewicht, eine gewisse Relation zur Weichheit des Elastikbelages aus, wobei die angegebenen
Grenzen wiederum den Bereich überdecken, außerhalb dessen bei zu geringem Modul eine ungewünschte Schwammigkeit des
Belages und andererseits bei zu hohem Modul eine zu unnachgiebige Konstruktion eintritt, bzw. erzielt wird.
Ein weiteres wesentliches Kriterium, das Elastikbeläge für Sportstätten erfüllen müssen, ist die Einstellbarkeit des
Kraftabbaues, wiederum entsprechend dem gewünschten Einsatzzweck. Erfindungsgemäß ist es daher zweckmäßig, wenn der
Kraftabbau gemäß DIN 18OJ52, Teil 1 (Juli 1975) zwischen etwa
40 und etwa 60 % liegt.
Der Kraftabbau wird dabei nach der Formel
ν = M ρ max Sportboden χ lm _,
KA {l~ ρ max Betonboden; lvu *
Die angewandte Meßmethode geht so vor sich, daß ein bestimmtes Gewicht auf den Elastikbelag (Sportboden) und auf
einen Betonboden fallen gelassen wird, wobei unterhalb des
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Belages mittels einer Kraftmei3dose die maximale Kraft gemessen
wird. Diese Meßmethode hat die Bezeichnung "Künstlicher Sportler Berlin" und wird allgemein als wesentliche
Testmethode für derartige Bodenbeläge angewandt. Bei der
Beurteilung des Kraftabbaues muß der Tatsache Rechnung getragen werden, daß es sich bei dem erfindungsgemäßen Elastikbelag
um einen sogenannten punktelastischen Bodenbelag handelt, wo die einwirkende Kraft im wesentlichen nur das beanspruchte
Flächenelement belastet. Demgegenüber gibt es flächenelastische Bb'den, bei denen die Last auf eine größere
Fläche verteilt wird und die daher in der Beurteilung des Kraftabbaues von punktelastischen Belägen differenziert
werden müssen.
Wiederum ist es ein großer Vorteil der vorliegenden Erfindung,
daß durch die entsprechende Variation sowohl der Teilchengröße der verschiedenen Granulate als auch durch die V/ahl
des geeigneten Mischungsverhältnisses und schließlich die entsprechende Kompression bei der Herstellung, der speziell
gewünschte Kraftabbau ohne weiteres eingestellt werden kann.
Im folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnung beispielhaft näher erläutert:
Es zeigt die Figur einen Querschnitt durch einen Sportstättenbelag
mit erfindungsgemäßem Elastikbelag.
Der Sportstättenbelag besteht neben dem erfindungsgemäßen Elastikbelag aus einer darauf angebrachten Nutzschicht 3
aus Polyurethan. Der Elastikbelag selbst besteht aus einem mit einem elastischen Bindemittel verbundenem Granulat aus
Polyurethan-Weichschaura-Flocken 1 und Gumrnxgranulat 2. Der
gesamte Belag befindet sich auf einem Estrich 4.
- Patentansprüche -
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Leerseite
Claims (7)
- Patentansprüche.J Elastikbelag für Sportstätten aus gebundenem Granulat, dadurch gekennzeichnet, daß er aus durch ein elastisches Bindemittel verbundenem Granulat aus einer Mischung von etwa 50 bis etwa 90 Gew.-% Polyurethan-Weichschaum-Floeken (1) und etwa 10 bis etwa 50 Gew.-% Gummigranulat (2) besteht .
- 2. Elastikbelag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die durch Siebung erhaltene Teilchengröße der Polyurethan-Weichschaum-Flocken (1) unter einer Siebmaschenweite von etwa 5 mm, vorzugsweise unter etwa J5 mm liegt.
- 35. Elastikbelag nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die durch Siebung erhaltene Teilchengröße des Gummigranulats (2) zwischen einer Siebmaschenweite von etwa 0,2 bis etwa 0,5 mm, vorzugsweise bis etwa 1 mm liegt.
- K, Elastikbelag nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil an dem elastischen Bindemittel zwischen etwa 5 bis etwa 20 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Elastikbelages beträgt.
- 5· Elastikbelag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sein Raumgewicht zwischen etwa 200 und etwa 400 kg/nr5 liegt.
- 6. Elastikbelag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sein Druckverformungsmodul bei 20 % Verformung gemäß zwischen etwa 0,4 und — ___etwa 0,7 N/mm liegt.909834/0615
- 7. Elastikbelag naeii einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sein Kraftabbau gemäß DIN 18.032, Teil 1 (Juli 1975) zwischen etwa 40 und etwa 60 % liegt.DEUTSCHE SEMPERIT GESELLSCHAFT M.B.H.909334/0615
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Owner name: GREINER KG, KREMSMUENSTER, OBEROESTERREICH, AT |
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