DE2930157C2 - Vorrichtung zum Schutz eines Gebäudes gegen Temperatureinflüsse - Google Patents
Vorrichtung zum Schutz eines Gebäudes gegen TemperatureinflüsseInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
In der DE-OS 26 31 491 ist ein transparentes Wandungselement zum Schutz von Gebäudeinnenräumen
gegen äußere Temperatureinflüsse beschrieben, das als Mehrfachplatte mit mindestens einem luftgefüllten
Hohlraum ausgebildet ist und bei dem die Wärmeeinstrahlung durch strahlungshemmende Ausbildung der
Elementplatten vermindert wird. Mit diesem Wandungselement kann jedoch nur eine relativ geringe
Hemmungswirkung in der Wärmeeinstrahlung erzielt werden; somit ist es nicht möglich, die Hemmungswirkung
so zu steuern, daß das Gebäude keinen großen Schwankungen seines Temperaturhaushaltes unterliegt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Vorrichtung der einleitend angeführten Art so zu verbessern,
daß der Temperaturhaushalt eines mit der Vorrichtung ausgerüsteten Gebäudes gegenüber den Temperaturschwankungen
der Atmosphäre in stark erhöhtem Ausmaß unabhängig ist.
Diese Aufgabe wird bei der angegebenen Vorrichtung durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs
1 angegebenen Merkmale gelöst.
Mit dieser Lösung kann der Temperaturhaushalt eines Gebäudes wesentlich besser gegen die stark
schwankenden Außentemperaturen geschützt werden, so daß einerseits ein gegebenenfalls unerwünschtes
Aufheizen der Gebäudewände vermieden und andererseits die etwa bei Tage in der Gebäudewand gespeicherte
Wärmeenergie bei Nacht oder bei zeitweilig fehlender Sonneneinstrahlung nicht an die Umgebung abgegeben
wird.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche 2 bis 5.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche 2 bis 5.
Um z. B. zu vermeiden, daß von der im Zwischenraum zwischen der Gebäudewand und der Vorrichtung bzw.
dem Vorbau befindlichen Luftschicht ungehindert Wärmeenergie über den transparenten Vorbau nach außen
ίο an die Umgebung abgegeben wird und verlorengeht,
wird der Hohlraum des Vorbaus mit der stark reflektierenden hellen bzw. weißen Flüssigkeit gefüllt Das kann
beispielsweise Wasser mit zugesetztem weißen Farbstoff sein. Falls an sonnigen Tagen mit starker Sonneneinstrahlung
eine Erwärmung des Gebäudes verhindert werden soll, kann der Vorbau ebenfalls mit der weißen
Flüssigkeit aufgefüllt werden, so daß die von außen auf den Vorbau treffende Wärmestrahlung weitestgehend
reflektiert wird und nicht erst auf die Gebäudewand gelangen kann.
Andererseits besteht die Möglichkeit, den Hohlraum des Vorbaus anstelle der weißen Flüssigkeit mit der
stark absorbierenden dunklen Flüssigkeit zu füllen, die beispielsweise eine Mischung aus Wasser mit schwarzem
Farbstoff sein kann. Sie nimmt die von außen auftreffende Wärmestrahlung im wesentlichen vollständig
auf und kann ferner als Wärmespeicher bzw. Wärmeträger dienen. Die durch Strahlung aufgeheizte schwarze
Flüssigkeit kann dann über einen durch den Hohlraum des Vorbaus angeschlossenen Flüssigkeitskreislauf mit
einer Pumpe beispielsweise zu einem Wärmetauscher, der z. B. Brauchwasser erwärmt, oder zu einem Wärmespeicher
transportiert werden, von dem die gespeicherte Wärmeenergie bei Bedarf abgefordert wird.
In der einzigen Figur der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung vereinfacht
und schematisch dargestellt.
Da die verschiedenen möglichen Betriebsarten der Vorrichtung bereits erläutert sind, ist nachfolgend im
wesentlichen nur noch auf den konstruktiven Aufbau im einzelnen eingegangen.
Der Vorbau 1 hat die Form einer doppelwandigen Platte mit durch Stege begrenzten und vertikal verlaufenden
Hohlräumen 2, die oben und unten miteinander in Verbindung stehen und dort in gemeinsamen Anschlüssen
la, \b enden. Es handelt sich hierbei um an sich bekannte Stegdoppelplatten aus Kunststoffmaterial
mit relativ hohem Transmissionsgrad.
Die Platte 1 ist zur Bildung eines Zwischenraumes 3 mit Abstand vor einer Gebäudewand 4 aufgestellt, die
auf ihrer dem Zwischenraum zugewandten Fläche mit einer schwarzen Beschichtung 5 versehen ist, der leicht
durch eine Beschichtung der betreffenden Gebäudefläche mit schwarzer Farbe hergestellt werden kann. Falls
sich Luft im Hohlraum 2 des Vorbaus 1 befindet, wird die einfallende Sonnenstrahlung 6 ohne wesentliche
Verluste auf die schwarze Beschichtung 5 treffen, wobei natürlich klar ist, daß hierbei gewisse Strahlungsanteile
der insgesamt auf die Außenfläche der Platte 1 gelangenden Strahlung durch Reflexion und Absorption verloren
gehen wird. Trotz allem wird der größte Anteil der ankommenden Strahlung von der Beschichtung 5 aufgenommen
und als Wärmeenergie über die Gebäudewand 4 in das Innere 7 des Gebäudes gelangen können.
hr> An den Hohlraum 2 bzw. an die äußeren Anschlüsse
la, lbdes Vorbaus t ist ein Flüssigkeitskreislauf angeschlossen,
in dem eine Pumpe 8 liegt, die über die Leitung a wahlweise und je nach Stellung des Ventils 9 aus
■ftinem schwarze Flüssigkeit aufnehmenden Tank 10
oder einem weiße Flüssigkeit aufnehmenden Tank 11 gespeist werden kann und die mit dem Venül 9 angewählte
Flüssigkeit über die Leitung b und das Ventil 12 von unten in den Anschlußstutzen la der platte 1 pumpt,
so daß die Flüssigkeit in die Hohlräume 2 gelangen wird. An dem oberen Anschluß \b kann die Flüssigkeit wieder
austreten und über die Leitungen cd zu einem Wärmt ·
tauscher 13 gelangen. Von dort wird die jeweilige Flüssigkeit unter Schwerkraftwirkung über die Leitungen e,
fm Abhängigkeit von der entsprechend zu wählenden Stellung des Ventils 14 in den zugehörigen Tank 10 oder
11 zurückgefördert
Ein ständiger Flüssigkeitsumlauf wird vor allem dann in Betracht kommen, wenn schwarze Flüssigkeit im
Vorbau 1 durch Sonneneinstrahlung aufgeheizt und warmes Brauchwasser mit dem Wärmetauscher 13 erzeugt
werden soll, der der Zeichnung entsprechend mit einem Zulauf 13a und einem Ablauf 136 für das Brauchwasser
ausgestattet ist
Wie schon vorher erwähnt wurde, wird man im allgemeinen mit der schwarzen Flüssigkeit arbeiten, wenn
warmes Brauchwasser bereitet werden soll. Wenn jedoch die Sonneneinstrahlung relativ stark ist, könnte
man zu gleichen Zwecken auch mit der weißen Flüssigkeit arbeiten. Allerdings kommt der Anlagenbetrieb mit
dieser weißen Flüssigkeit vor allem dann in Betracht, wenn beispielsweise bei Nacht verhindert werden soll,
daß die bei Tage aufgeheizte Gebäudewand die in ih' gespeicherte Wärmeenergie durch Abstrahlung ungehindert
an die Umgebung abgibt.
Zum Ablassen der jeweiligen Flüssigkeit aus dem Vorbau 1 wird das Ventil 12 entsprechend umgestellt, so
daß die Flüssigkeit über die Leitung ^zum Ventil 14 und
je nach dessen Stellung in den für diese Flüssigkeit bestimmten Tank abfließen wird.
Da es nicht auszuschließen ist, daß sich nach Entleerung des Vorbaus 1 noch Reste der weißen oder schwarzen
Flüssigkeit im Hohlraum 2 befinden und da auch die sonst noch zum Flüssigkeitskreis gehörenden Leitungen
und Bauteile frei von solchen Rückständen sein sollten, bevor später von einer Flüssigkeit auf die andere umgestellt
wird, wird ein gesonderter Spülkreis vorgesehen, in dem bei geschlossenem Ventil 9 eine klares Wasser
führende Spülwasserleitung h über das zu öffnende Ventil 15 auf den Eingang der Pumpe 8 geschaltet wird.
Die Pumpe drückt dann Spülwasser durch die Leitung b in die Hohlräume 2 des Vorbaus 1 und auf vorher beschriebene
Weise weiter durch den Flüssigkeitskreis bis in die Leitung e, aus der das Spülwasser schließlich über
den geöffneten Ablaßhahn 16 abfließen kann. Das Ventil 14 ist so zu stellen, daß kein Spülwasser über die
Leitung /in die Tanks 10,11 gelangen kann.
Der Zwischenraum 3 ist zu Be- und Entlüftungszwekken oben und unten offen bzw. mit Öffnungen versehen,
wobei der Querschnitt der unteren Öffnung, mit einer Klappe 17 bis zum vollständigen Schließen eingeregelt
werden kann. Beispielsweise wird die Klappe 17 vollständig geöffnet, wenn kein Heizeffekt gewünscht wird.
Im übrigen sollten die oberen und unteren Öffnungen des Zwischenraums 3 ständig mit den gestrichelt angedeuteten
Gittern lc, ld abgedeckt sein, um ein Eindringen
von Verschmutzungen und Insekten in den Raum 3 zu verhindern.
An den Zwischenraum 3 kann über den in der Wand 4 b5
befindlichen Kanal 4a ein Ventilator 18 angeschlossen sein, der die im Zwischenraum befindliche Warmluft zu
einem Luft-Wasser-Wärmetauscher 19 fördert, mit dem beispielsweise ebenfalls Brauchwasser er'värmt werden
kann. Dabei strömt das Brauchwasser über den Anschluß 19a ein und über den Anschluß 196 aus.
Wenn beispielsweise im Sommer bei relativ starker Sonneneinstrahlung ein Aufheizen der Gebäudewand 4
nicht erwünscht ist, könnte die Beschichtung 5 von oben über eine Sprüheinrichtung 20 mit Wasser zu Kühlzwecken
beaufschlagt werden. Dieses Wasser wird bei geöffnetem Ventil 21 der Spülwasserleitung h entnommen.
Die Steuerung der gesamten Anlage kann zwar grundsätzlich von Hand erfolgen, obwohl eine automatische
Steuerung einerseits durch ein fest vorgegebenes Programm oder andererseits durch ein variables Programm
vorzuziehen sein wird. Zu diesem Zweck werden die jeweiligen Ventile, Hähne und dergleichen unter
anderem in Abhängigkeit von Temperaturfühlern so geregelt, daß in Abhängigkeit von den Witterungsbedingungen
stets ein optimaler Effekt erzieh wird.
Abschließend sei noch auf folgendes hingewiesen. Der Vorbau 1 besteht der Darstellung entsprechend aus
zwei Außenplatten, die zwischen sich die durch Stege begrenzten Hohlräume 2 einschließen. Es ist verständlich,
daß der Vorbau 1 auch aus mehr als zwei solchen Platten aufgebaut sein kann.
Außerdem besteht die Möglichkeit, der betreffenden Gebäudefläche mehrere Vorbauten 1 zuzuordnen, die
im Hinblick auf ihre Hohlräume parallel oder in Reihe geschaltet werden. Im übrigen müssen solche Vorbauten
nicht notwendigerweise und nur vor senkrechten Gebäudewänden aufgestellt werden, da auch eine Anbringung
auf Dächern ohne weiteres möglich ist.
Wenn es die Witterungsverhältnisse am vorgesehenen Einbauort der Anlage erwarten lassen, daß die weiße
Flüssigkeit ausreichend Wärmeenergie zur Bereitung von Brauchwasser aufnehmen wird, könnte gegebenenfalls
auf die Möglichkeit verzichtet werden, den Vorbau 2 mit der stark wärmeabsorbierenden schwarzen
oder auch grauen Flüssigkeit zu beschicken. Andererseits könnte man auch den Betrieb der Anlage nur
mit schwarzer oder grauer Flüssigkeit durchführen, wenn dies den gegebenen Umständen entsprechend
zweckmäßig erscheint.
Schließlich muß die im Vorbau 1 aufgeheizte Flüssigkeit nicht nur zur Aufbereitung von Brauchwasser ausgewertet
werden, da mit diesem Wasser u. a. auch eine Fußbodenheizung betrieben oder eine "Wärmepumpe
gespeist werden kann.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Vorrichtung zum Schutz eines Gebäudes gegen äußere Temperatureinflüsse unter Verwendung
mindestens eines im wesentlichen plattenförmigen, als Mehrfachplatte mit wenigstens einem Hohlraum
ausgebildeten Vorbaus aus transparentem Material, der mit Abstand vor einer Gebäudefläche angeordnet
ist und diese gegen direkten Angriff von wärmeabführendem Wind schützt, dadurch gekennzeichnet,
daß jeder Hohlraum (2) mit einer die Wärmeeinstrahlung stark absorbierenden oder mit
einer die Wärmeeinstrahlung stark reflektierenden Flüssigkeit füllbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß zur gesonderten Aufnahme der Flüssigkeiten zwei Tanks (10, 11) vorgesehen sind, aus
denen die jeweils gewählte Flüssigkeit durch eine Pumpe (8) im Kreislauf durch den Hohlraum (2) gepumpt
wird.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die reflektierende Flüssigkeit
eine helle bzw. weiße Farbe und die absorbierende Flüssigkeit eine schwarze oder graue Färbe hat.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß an den Hohlraum (2) und den
Flüssigkeitskreis ein Spülkreis anschließbar ist, indem eine Spülwasserleitung (h) auf den Eingang der
Pumpe (8) geschaltet wird.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 mit einer Hohlraumfüllung
aus absorbierender Flüssigkeit, dadurch gekennzeichnet, daß in den Flüssigkeitskreislauf ein
Wärmetauscher (13) zur Kühlung der Flüssigkeit eingeschaltet ist.
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