DE2937227C2 - Verfahren zum Eichen eines elektrometrischen pH-Meßgeräts und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zum Eichen eines elektrometrischen pH-Meßgeräts und eine Vorrichtung zur Durchführung des VerfahrensInfo
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Description
Beschreibung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Eichen eines elektrometrischen pH-Meßgeräts nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 sowie eine Vorrichtung zur '■ Durchführung des Verfahrens nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 5.
Bei einem bekannten Verfahren dieser Art (DE-OS 28 45 805) werden die den jeweils gewählten Eichlösungen
zugehörigen pH-Werte an verschiedenen Zählern l()
eingestellt. Wenn dann die durch Eintauchen der Meßelektroden in die Eichlösungen ermittelten Spannungsmeßwerte
mit Hilfe eines von Hand auszulösenden Schalters eingespeichert worden sind, können die
Kennwerte der Übertragungskennlinie, nämlich der Nullpunkt und die Steilheit, selbsttätig berechnet
werden. Hierbei ist aber darauf zu achten, daß die Eichlösungen bzw. die Zähler bei der Eichung nicht
verwechselt werden. Sodann können auch anstelle der Eichlösungen versehentlich andere Meßlösungen ver-2n
wendet werden. Des weiteren können beim Einstellen der pH-Werte an den Zählern Fehler auftreten.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Verwechslung der Eichlösungen und andere Fehler
seitens der Bedienungsperson auszuschließen und dadurch ein einfacher auszuführendes Verfahren bzw.
eine einfacher zu bedienende Vorrichtung zu schaffen.
Die das Verfahren betreffende Aufgabe wird durch das Kennzeichen des Anspruchs 1 gelöst
Hierbei brauchen zum Eichen lediglich die Meßelek- J0
troden nacheinander in die beiden verschiedenen Eichlösungen ,getaucht ;u wt Jen. Alles weitere
geschieht völlig selbsttätig;. Verwechselungen der Eichlösungen sind ausgeschlossen, c' ■. selbsttätig festgestellt
wird, welcher Spannungsmeßwert zu welcher J5
Eichlösung gehört und welcher bekannte pH-Wert daher in die Rechnung einbezogen werden muß. Die
Eichlösungen können somit auch in beliebiger Reihenfolge verwendet werden.
Die Maßnahmen des Anspruchs 2 erlauben es einerseits, die Wartezeiten, innerhalb der sich der
Spannungsmeßwert auf einen Endwert stabilisiert, kurz zu halten, und andererseits, daß zu diesem Zeitpunkt der
Vergleich zur Identifizierung der verwendeten Eichlösung bereits abgeschlossen ist, insgesamt also eine
rasche Eichung erfolgen kann.
Bei Anwendung des Anspruchs λ entfällt die Einhaltung einer vorbestimmten Eichtemperatur. Ein
besonders einfaches Verfahren zur richtigen Auswahl der temperaturabhängigen bekannten pH-Werte beschreibt
Anspruch 4.
Eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens wird im Anspruch 5 angegeben. Hierbei brauchen zur
Eichung nur einmal die bekannten Werte aller Eichlösungen im Festwertspeicher eingespeichert zu
werden. Sie bleiben im Festwertspeicher auch dann gespeichert, wenn die Betriebsspannung ausfallen sollte
oder ausgschaltet wird. Weitere Einstellungen, sei es bei der erstmaligen Eichung oder einer späteren Nacheichung,
können entfallen. Es entfällt auch die Einhaltung bn
und gegebenenfalls Einstellung der augenblicklichen Temperatur der jeweiligen Eichlösung, wenn die
Eichung entsprechend genau sein soll. Die Langzeitwirkung, z. B durch Batteriebetrieb des Schreib-Lese-Speichers
stellt sicher, daß die in ihm gespeicherten Daten b!>
unabhängig von einem Netzausfall (zumindest während der Lebensdauer der Batterie oder eines Akkumulator)
erhalten bleiben.
Anspruch 6 ermöglicht einen besonders kompakten Aufbau.
Gemäß Anspruch 7 können jederzeit andere Tabellen, Vergleichswerte und gegebenenfalls ein im Festwertspeicher
gespeichertes Programm für die Zentraleinheit den jeweiligen Bedürfnissen entsprechend
geändert werden.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel wird rachstehend
anhand der Zeichnung näher beschrieben. Es zeigt
Fig. 1 ein Blockschaltbild eines elektrometrischen pH-Meßgeräts mit einer Vorrichtung zur Ausführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens,
Fig.2 ein Diagramm von Toleranzbereichen bzw. »Fenstern«, in denen jeweils ein pH-Wert der
verwendeten Eichlösungen liegt,
Fig.3 eine Meßelektrodenkennlinie, die die Abhängigkeit
der Meßelektrodenspannungen vom pH-Wert einer Lösung zeigt und
Fig.4 eine Meßelektroden-Kennlinienschar mit der
Temperatur als Parameter.
Das pH-Meßgerät nach Fi g. I enthält als Meßelektroden eine Glaselektrode 3 und eine Bezugselektrode
4. Ferner enthält es eine Spannungsmeßeinrichtung 5 und einen PTC-Widerstand 6. Die Meßelektroden 3 und
4 und der PTC-Widerstand 6 werden in eine Lösung 7 in
einem Behälter 8 getaucht, deren pH-Wert gemessen werden soll.
Die Spannungsmeßeinrichtung 5 enthält einen als Impedanzwandler wirkenden Verstärker 9, einen
Umschalter 10, ein^ii Analog/Digital-Umsetzer 11, eine
Zentraleinheit 12, eine Stromquelle 13 für den PTC-Widerstand 6, einen auswechselbaren Festwertspeicher
14, einen zur Datensicherung batteriebetriebenen Schreib-Lese-Speicher 15 und eine digitale Anzeigeeinheit
16. Dabei sind die Meßelektroden 3 und 4 mit dem Eingang des Verstärkers 9 verbunden, während der
Eingang des Analog/Digital-Umsetzers 11 über den Umschalter 10 abwechselnd mit dem Ausgang des
Verstärkers 9 und dem PTC-Widerstand 6 verbunden wird. Die Umschaltung erfolgt in Zeitabständen von
etwa einer. halben Sekunde und wird von der Zentraleinheit 12 gesteuert. Die Zentraleinheit 12 ist als
Mikroprozessor (in integrierter Schaltungstechnik) ausgebildet und enthält ein digitales Rechenwerk sowie
ein Leitwerk. Sie erhält aus einer Meßlösung Spannungsmeßwerte Um und Temperaturwerte Tm über den
Analog/Digital-Umsetzer 11 und ermittelt aus diesen und aus im Speicher 55 gespeicherten Kennwerten pHo,
5 und Uis der Meßelektroden-Kennlinie den zugehörigen
Anzeigewert ρΗΜ- Zuvor werden in einem
weitgehend selbsttätigen Eichverfahren, das nachstehend näher erläutert wird, aus zwei von mehreren im
Festwertspeicher 14 in Form von Tabellen, die die Abhängigkeit der pH-Werte der Eichlösungen von der
Temperatur beinhalten, gespeicherten pH-Werten pH\ τ und pHiT und zugehörigen Spannungsmeßwerten U\
und Ui zweier Eichlösungen sowie einem Temperaturkorrekturfaktor
TJT die Kennwerte pHa und S berechnet. Die pH-Werte pHn und pHu werden in
Abhängigkeit von der Eiehtempefatur T und den Spannungsmeßwerten U\ und Ui selbsttätig aus im
Festwertspeicher 14 gespeicherten Tabellen ausgesucht, die die Abhängigkeit der pH-Werte dreier Eichlösungen
1, Il und Hi von der Temperatur Tin Stufen von 5"C und 1O0C enthalten.
Eine Tabelle, die die Abhängigkeit der pH-Werte der Eichlösungen I, Ii und III von der Temperatur zeigt, ist
im folgenden aufgeführt.
Eichl.
pH,
Eichl.
Il
Il
PH\\
Eichl.
11!
11!
nH\\\
| O | 4,01 | 7,12 | 9,52 |
| 5 | 4,01 | 7,09 | 9,45 |
| 10 | 4,00 | 7,06 | 9,38 |
| 15 | 4,00 | 7,04 | 9,32 |
| 20 | 4,00 | 7,02 | 9,26 |
| 25 | 4,01 | 7,00 | 9,21 |
| 30 | 4,01 | 6,99 | 9,16 |
| 35 | 4,02 | 6,98 | 9,11 |
| 40 | 4,03 | 6,97 | 9,06 |
| 45 | 4,04 | 6,97 | 9,03 |
| 50 | 4,06 | 6,97 | 8,99 |
| 55 | 4,08 | 6,98 | 8,96 |
| 60 | 4,10 | 6,98 | 8,93 |
| 70 | 4,16 | 7,00 | 8,88 |
| 80 | 4,22 | 7,04 | 8,83 |
| 90 | 4,30 | 7,09 | 8,79 |
| 95 | 4,35 | 7,12 | 8,77 |
:5
Die Eichung ist notwendig, wenn die Meßelektroden 3 und 4 neu eingesetzt oder erneuert werden. Außerdem ω
ändern sich die Elektrodendaten verhältnismäßig schnell, so daß gegebenenfalls täglich eine erneute
Eichung erfolgen muß.
Die Abhängigkeit der Spannung i/an den Meßelektroden
vom pH-Wert einer Lösung ist bei konstanter J5 Temperatur etwa linear, wie es in F i g. 3 dargestellt ist.
Im Normalfalle sollte die Spannung £/bei pH = 7 genau
Null sein. Desgleichen müßte die Steilheit der Kennlinie einen vorbestimmten Wert aufweisen. Aufgrund von
Herstellungstoleranzen und Alterungserscheinungen 4 η
weichen Nullpunkt und Steilheit jedoch von ihren Nennwerten ab. Wenn die Steilheit 5 und der pH-Wert
pHo, bei dem die Kennlinie die pH-Achse durchläuft, jedoch bekannt sind, läßt sich zu jeder Meßspannung
t/wder zugehörige pH-Wert p//Mterechnen.
Um die Kennwerte pHo und S einer gegebenen
Meßelektrodenanordnung zu bestimmen, wird zunächst beispielsweise die Eichlösung I in den Behälter 8
gegeben und die Spanbungsmeßeinrichtung 5 in Betrieb gesetzt. Über den von der Zentraleinheit 12 gesteuerten
Umschalter 10 wird abwechselnd die Temperatur der Eichlösung über den PTC-Widerstand 6 und die
Spannung an den Elektroden 3 und 4 abgetastet und der entsprechende Digitalwert in den Schreib-Lese-Speicher
15 übertragen. Der bei einer Abtastung gespeicherte SpannungsmeBwert wird mit dem nächsten Abtastwert
verglichen. Liegt die Differenz höher als ein vorbestimmter Mindestwert, erfolgt eine erneute
Abtastung. Die Abtastungen wiederholen sich so lange, bis die Differenz zweier aufeinanderfolgender Span- hn
nungswerte den Mindestwert unterschritten hat. Dieser ist so gewählt, daß davon ausgegangen werden kann,
daß sich die Meßspannung nicht mehr wesentlich ändert und praktisch ihren stationären Endwert erreicht
hat, d. h. der Mindestwert liegt nahe bei null Volt. Der so
ermittelte Spannungsmeßwert U, und die zugehörige Temperatur der Eichlösung I bleiben dann im
Schreib-Lese-Speicher 15 gespeichert.
Anschließend prüft die Zentraleinheit 12 anhand des gespeicherten Spannungsmeßwertes U, zu welcher im
Festwertspeicher 14 enthaltenen pH-Wert-Tabelle pH\, pH» oder pH,,\ dieser Spannungsmeßwert U, gehört
Zu diesem Zweck werden ebenfalls im Festwertspeicher 14 gespeicherte pH-Werte pHg, bis pHg<, die die
Grenzwerte dreier, jeweils einer der Eichlösungen I1 II
und III zugeordneter pH-Wertbereiche darstellen, durch Multiplikation mit einer (angenommenen) theoretischen
Steilheit der Meßelektroden-Kennlinie in Spannungsgrenzwerte Ug, bis Ugi umgerechnet und
nacheinander mit der Spannung U\ verglichen. Zuvor kann die Spannung L/j noch mit einem die Temperaturabhängigkeit
der Meßelektroden berücksichtigenden Faktor TJT, in dem rreine Bezugstemperatur von 293°
Kelvin bzw. 20° C und T die Eichtemperatur ist, multipliziert werden. Der Vergleich ergibt, daß der
Spannungsmeßwert U, kleiner als Ug2. aber größer als
Ug, ist Er liegt mithin in dem in Fig.2 dargestellten
Diagramm im unteren Bereich bz.i. »Fenster«, der der Eichlösung I entspricht
Auf diese Weise ist die Eichlösung I identifiziert, d. h., das Gerät stellt selbsttätig fest, welche dt?r drei
möglichen Eichlösungen benutzt wurde. Jedes »Fenster« ist so groß gewählt, daß seine Grenzwerte
oberhalb bzw. unterhalb des zu erwartenden Toleranz- und Änderungsbereichs des pH-Wertes der zugehörigen
Eichlösung und der Meßelektrodenanordnung liegen. So liegt pHgi niedriger als pHx = 4,01 und pHg2
höher als pH} =4,35. Die »Fenster« können jedoch auch
so gelegt sein, daß sie nicht unmittelbar aneinandergrenzen, sondern einen Abstand aufweisen. Die selbsttätige
Identifizierung der Eichlösung verhindert eine Verwechslung der Eichlösungen seitens der Bedienungsperson.
Sodann kann ein außerhalb irgendeines der Fenster liegender Meßwert als nicht zu einer Eichlösung gehörig
identifiziert werden.
Nachdem die Eichlösung identifiziert ist, wird aus der zugehörigen Tabelle pH, des Festwertspeichers 14 in
Abhängigkeit von der Eichtemperatur der genauere p.i-Wert ρΗ,τ, der Eichlösung I ausgelesen, bei einer
Eichtemperatur T, von 390C also der pH-Wert pA/in=4,03, d.h., der der jeweiligen Eichtemperatur
zunächst liegende pH-Wert, was wiederum durch einen entsprechenden »Fenstervergleich« in der Zentraleinheit
12 erreicht wird. Die Werte U\,pH\T, und Ti werden
dann in den Schreib-Lese-Speicher 15 in zugeordnete Speicherzellen übertragen.
Anschließend wird eine zweite Eichlösung, beispielsweise die Eichlösung II, in den Behälter 8 gegeben.
Danach werden, ebenso wie im Falle der erstsn Eichlösung, entsprechende Werte U1, ρΗΐΤϊ und T2
ernfitolt und in zugeordnete Speicherzellen des
Schreib-Lese-Speichers 15 übertragen.
Aus den Werten U,, U1, ρΗ\τ\, pfan, sowie 71, Ti
kann die Steilheit S der Meßelektrodenkennlinie berechnet werden. Da die gemessenen Spannungen
temperaturabhängig sind, müssen sie zunächst auf gleiche Temperatur umgerechnet werden
Da die Steilheitsangabe stets für eine Bezugstemperatur
von Tr= 293° K ( = 20° C) erfolgt, wird dieser Wert
zur Berechnung verwendet.
.V =
In der Praxis ist normalerweise T, = T, - T tn
sich die Gleichung wie folgt vereinfacht:
und
U1 - U,
pH, ι - pH, j
(2)
Der Wert der Steilheit S wird ebenfalls im Speicher 15 gespeichert. Die Steilheit SM für eine beliebige
andere Mcl.ilcmpcraUir 7"„ ist dann
Ll
Τ/
Τ/
(3)
Der Wert pH0, bei dem die Elektrodenspannung
durch Null geht, läßt sich nun errechnen, indem zunächst der Abstand des Nulldurchgangs auf der pH-Achse vom
pH-Wert einer Eichlösung ermittelt und zu diesem pH-Wert vorzeichenrichtig addiert wird. Dieser Abstand
wird mit der Steilheit Sermittelt.
Nach Fig. 3 gilt dann beispielsweise für die Eichlösung I:
ρ H1, = A pH, + pH, ι .
(4)
(5)
Beim Messen des pll-Wcrlcs einer beliebigen
anderen Meßlösung kann nun aus der Meßspannung Um der Wert ApIU, (vgl. F'ig. 3) nach der Beziehung
T-'irr
(6)
ermittelt werden. Damit erhält man für den von der Anzeigeeinheit 16 anzuzeigenden pH-Meßwert durch
vorzeichenrichtige Addition zu pH0 einen nur geringfügig
vom wahren Wert abweichenden pH-Meßwert:
pHa+
(7)
Da sich die Steilheit der Meßelektrodenkennlinie jedoch proportional mit der Temperatur ändert, wie es
durch die Kennlinienscharen in F i g. 4 angedeutet ist. so daß sich auch für verschiedene Temperaturen verschiedene
Nulldurchgänge, d. h. verschiedene Werte für pHo,
ergeben, wennschon diese nur geringfügig voneinander abweichen, wird eine Steigerung der Meßgenauigkeit
dadurch erzielt, daß auch diese Temperaiurabhängigkeit
noch berücksichtigt wird. Hierbei wird von der Tatsache Gebrauch gemacht, daß sich die Kennlinienscharen
mit der Temperatur als Parameter alle etwa in einem Punkt bei der sogenannten Isothermenspannung
Uis schneiden, wie es durch die durchgehend gezeichneten
Kennlinien in Fig.4 dargestellt ist. Wird daher die
Kennlinienschar um den Betrag von Ua parallel
verschoben, so daß ihr Schnittpunkt mit der pH-Achse zusammenfällt, dann gelten die folgenden genaueren
Beziehungen:
5 τ;
ί/2 - U1, Tr
(8)
(9)
(10)
Die Isothermenspannung U„ wird zu diesem Zweck
zuvor durch Aufnahme mehrerer Kennlinien für verschiedene Temperaturen grafisch ermittelt und
mittels einer Bedienungstastatur in den Speicher eingegeben.
Alle für die Eichung und die Meßwertberechnung erforderlichen Vergleichs- und Rechenoperationen
werden selbsttätig von dem in der Zentraleinheit 12 enthaltenen Rechenwerk durchgeführt, das seinerseits
vom Leitwerk der Zentraleinheit in Abhängigkeit von dem im Festwertspeicher 14 gespeicherten Programm
gesteuert wird. Das Leitwerk steuert gleichzeitig die Übertragung aller Werte zwischen den Bauelementen
10 bis 12 und 14 bis 16.
Da die Meßspannung zwischen den Meßelektroden vom Zeitpunkt des Eintauchens der Meßelektroden in
die Lösung verhältnismäßig langsam bis auf einen Endwert ansteigt, etwa nach einer e-Funktion, tastet die
Zentraleinheit 12, wie bei der Eichung, in regelmäßigen Zeitabständen den Verlauf der Meßspannung über den
Analog/Digital-Umsetzer 11 ab und vergleicht den bei
jeder Abtastung ermittelten Spannungsmeßwert mit dem bei ^er vorhergehenden Abtastung ermittelten und
im Speicher 15 gespeicherten Spanmingsmeßwert. Erst wenn die Differenz zweier aufeinanderfolgender Spannungsmeßwerte
einen vorbestimmten Wert unterschritten hat, der nahe bei null lieg' bzw. nach dessen
Unterschreitung sich die Differenz kaum noch ändert, wird der zuletzt ermittelte Spannungsmeßwert als
Endwert angesehen und abgespeichert Auf diese Weise ist sichergestellt, daß unabhängig von der Änderungsgeschwindigkeit
der Meßelektrodenspannung stets verhältnismäßig genau der wahre Endwert erfaßt wird, so
daß Meßfehler aufgrund unterschiedlicher Meßspannungs-Anstiegsgeschwindigkeiten
oder Meßzeiten weitgehend vermieden werden. Gldchzeitig werden
übermäßige Wartezeiten nach dem Eintauchen der Meßelektroden in die Lösung bis zur Stabilisierung der
Meßspannung vermieden.
Dennoch braucht bei der Eichung für die Ermittlung der Zugehörigkeit eines Spannungsmeßwertes zu der
aus den drei Eichlösungen I, II und HI zufällig ausgewählten Eichlösung bzw. gespeicherten Spannungs-
oder pH-Werten nicht das Erreichen des Endwertes abgewartet zu werden. Vielmehr kann schon
wesentlich früher, bereits nachdem die Differenz der aufeinanderfolgend abgetasteten Spannungsmeßwerte
einen größeren Wert, als es für die Feststellung des
Erreichens des Endwertes erforderlich ist, unterschritten hat, der »Fenster«-Vergleich der Spannungsmeßwerte
mit den gespeicherten Werten ausgeführt werden, beispielsweise gleich nachdem der Verlauf der
Meßspannung etwa die Hälfte seines Endwertes überschritten hat, wenn die Grenzwerte eines »Fensters«
hinreichend weit auseinanderliegen und der Endwert etwa in der Mitte des zugehörigen »Fensters«
liegt.
Es ist auch möglich, die pH-Werte nur zweier Eichlösungen zu speichern. Wenn deren »Fenster«
aneinandergrenzen, kommt man mit nur eine.n Vergleich
rar Identifizierung beider Eichlösungen aus.
Aber auch wenn die pH-Werte (Tabellen) von mehr als zwei Eichlösungen in einem größeren oder einer
entsprechenden Anzahl von Festwertspeichern gespeichert werden, kann der Benutzer zwei beliebige, ihm
gerade zur Verfügung stehende der π Eichlösungen, und
auch diese in beliebiger Reihenfolge, zum Eichen benutzen. Wenn dann die Toleranzbereiche (»Fenster«) ^
in entsprechender Anzahl gewählt und so um die Sollwerte herumgelegt sind, daß sie nicht oder
unmittelbar aneinander anschließen, brauchen bei jeder
benutzen Eichlösung höchstens n-\ Vergleiche mit den Spannungssollwerten von n-\ »gespeicherten« Eichlö- lfl
sungen durchgeführt zu werden, um bei beliebiger Reihenfolge der Messung der zwei benutzten Eichlösungen
selbsttätig die richtige Zuordnung der Spannungsmeßwerte der benutzten Eichlösungen zu den fest
gespeicherten pH-Werten zu ermitteln. Andererseits 1^
können auch bei jeder benutzten Eichlösung η Vergleiche mit den pH-Werten aller »gespeicherten«
Eichlösungen durchgerührt werden, um sicherzugehen, Haß nicht versehentlirh pin? Meßiösung anstelle einer
Eichlösung zum Eichen benutzt wurde. >o
Für den Vergleich beim Eichen können entweder die Spannungsmeßwerte und aus den gespeicherten
pH-Werten errechnete Spannungswerte oder aus den Spannungsmeßwerten errechnete pH-Werte und unmittelbar
die gespeicherten pH-Werte benutzt werden.
Claims (7)
1. Verfahren zum Eichen eines elektrometrischen J0
pH-Meßgerätes, bei dem nacheinander die pH-Werte wenigstens zweier Eichlösungen mit unterschiedlichen
bekannten pH-Werten in Form von Spannungen gemessen und unter Berücksichtigung der Spannungsmeßwerte und der zugehörigen J5
bekannten pH-Werte die Übertragungskennlinie einer mit den Meßelektroden verbundenen Spannungsmeßeinrichtung
nach Lage und Steilheit so eingestellt wird, daß die Ausgangsgröße der Spannungsmeßeinrichtung
den bekannten pH-Werten entspricht, wobei die Spannungsmeßwerte (U1, U2)
der Eichlösungen gespeichert werden und aus den gespeicherten Spannungsmeßwerten und den zugehörigen
bekannten pH-Werten (pHu, pH1T) Kennwerte
(pHa, S) für die Lage und Steilheit der Meßelektroden-Kennlinie
selbsttätig berechnet und gespeichert werden und die Übertragungskennlinie der Spannungsmeßeinrichtung (5) selbsttätig in
Abhängigkeit von den gespeicherten Kennwerten eingestellt wird, dadurch gekennzeichnet,
daß zur selbsttätigen Identifizierung der jeweils verwendeten Eichlösung insgesamt η einander nicht
überlappende Bereiche von Spannungs- oder pH-Sollwerten vorgegeben werden, die je einem
bekannten pH-Wert (pff}T, pH2T) derart zugeordnet
sind, daß die Bereichsgrenzen oberhalb bzw. unterhalb des Toleranz- und Änderungsbereichs des pH-Werts
der zugehörigen Eichlösung und der Meßelektrodenanordnung liegen, wobei η mindestens
gleich 2 ist, daß der zur verwendeten Eichlösung gehörige selbsttätig gespeicherte Spannungsmeßwert
oder ein diesem entsprechender pH-Meßwert mit einem oder mehreren dieser Bereiche selbsttätig
verglichen und festgestellt wird, ob der Meßwert innerhalb oderaußerhalb dieses Bereiches liegt, und
daß unter Berücksichtigung des Vergleichsergebnisses die den jeweils verwendeten Eichlösungen zugehörigen
bekannten pH-Werte (pHlr, pHn) für die
selbsttätige Berechnung der Kennwerte selbsttätig ausgewählt werden.
2. Verfahrer, nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Messung der Spannung jeder Eichlösung in vorbestimmten Zeitabständen selbsttätig
wiederholt und die Abspeicherung eines Spannungsmeßwertes bewirkt wird, nachdem die
Differenz zweier aufeinanderfolgender Spannungsmeßwerte derselben Eichlösung einen vorbestimmten
Minimalwert unterschritten hat, und daß der selbsttätige Vergleich ausgelöst wird, bevor die
Differenz den Minimalwert unterschritten hat.
3. Verfahren nach Anspruch i oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die bekannten pH-Werte der Eichlösung in Abhängigkeit von der Meßtemperatur
abgerufen werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß aus einer für jede Eichlösung in der
Meßeinrichtung (5) digital gespeicherten Tabelle von Temperaturwerten mit zugehörigen pH-Werten
der Eichlösung ein der Eichtemperatur (77zunächstliegender
pH-Wert selbsttätig ausgewählti/ird.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei der die
Spannungsmeßeinrichtung eine digitale Zentraleinheit mit einem Rechenwerk und einem Leitwerk
aufweist, zwischen den Meßelektroden und der Zentraleinheit ein Analog/Digital-Umsetzer angeordnet
ist, die Zentraleinheit mit wenigstens einem Speicher für die bekannten pH-Werte der
Eichlösungen und mit einem Schreib-Lese-Speicher zum Speichern wenigstens der Spannungsmeßwerte
und der Kennwerte verbunden ist und der Ausgang des Schrcib-Lese-Spcichers mit einer digitalen
Anzeigeeinheit verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Speicher (14) für die bekannten
pH-Werte der Eichlösungen ein Festwertspeicher ist und vorbestimmten Temperaturwerten (T) jeder
Eichlösung zugehörige pH-Werte enthält, die in Abhängigkeit von durch einen temperaturabhängigen
Widerstand (6) gemessenen Temperaturwerten der Eichlösungen auslesbar sind, daß der Schreib-Lese-Speicher
(15) ein langzeitig wirksamer Speicher ist und daß das Rechenwerk für den Meßwertvergleich als Fenster-Komparator betreibbar
ist, der das Einspeichern jedes Spannungsmeßwertes (U\\ Lh) in eine zugeordnete Speicherzelle
des Schreib-Lese-Speichers (15) freigibt, wenn der Meßwert innerhalb des zugeordneten Bereiches
liegt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Zentraleinheit einen Mikroprozessor
aufweist
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Festwertspeicher (14)
auswechselbar ist
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19792937227 DE2937227C2 (de) | 1979-09-14 | 1979-09-14 | Verfahren zum Eichen eines elektrometrischen pH-Meßgeräts und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19792937227 DE2937227C2 (de) | 1979-09-14 | 1979-09-14 | Verfahren zum Eichen eines elektrometrischen pH-Meßgeräts und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens |
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