DE2948603A1 - Verfahren zur abfuhr von brennbaren loesungsmitteln aus einer trocknungsanlage - Google Patents
Verfahren zur abfuhr von brennbaren loesungsmitteln aus einer trocknungsanlageInfo
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Description
η DIPL-ING. ALEX STE N G ER
Kaiser-Friedrich-Ring 70 // DIPL.-ING. WOLFRAM WATZKE
D-4000 DÜSSELDORF 11 DIPL-ING. H E I N Z J. RING
Unser Zeichen: 20 025 Datum: 30.November 1979
Diplo-Ing.Rau & Böing GmbH & Co.,Obernahmer Straße 56-64,
5800 Hagen 5
Verfahren zur Abfuhr von brennbaren Lösungsmitteln aus einer Trocknungsanlage
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Abfuhr von brennbaren Lösungsmitteln aus einer Trocknungsanlage,der das mit dem Lösungsmittel
behandelte Gut chargenweise oder kontinuierlich zugeführt wird und die zur Verdampfung des Lösungsmittels mit Trägergas beschickt
wird,welches den Lösungsmitteldampf aufnimmt und einer thermischen Nachverbrennungsanlage mit einem Zusatzbrenner zuführt,
wobei von dem im geschlossenen Kreislauf durch die Trocknungsanlage umgewälzten Trägergas ein Teilstrom abgezweigt wird,der unter
Zufuhr von Verbrennungsluft der thermischen Machverbrennung zugeführt
wird.
Verfahren der voranstehend beschriebenen Art sind bekannt» Sie werden
insbesondere zur Trocknung von Gußkernen eingesetzt,die mit einer Schlichte behandelt werden. Als Lösungsmittel enthält diese Schlichte
im wesentlichen Isopropanol. Als Trägergas wird bei den bekannten Verfahren Luft verwendet,die innerhalb der Trocknungsanlage intensiv
in Kontakt mit dem zu trocknenden Gut gebracht wird,so dass das Lösungsmittel verdampft und der Lösungsmitteldampf von der Luft
aufgenommen wird.
Da es sich in den meisten Fällen um brennbare Lösungsmittel handelt,
gibt es für die Konzentration des Lösungsmittels in der als Trägergas fungierenden Luft eine zulässige Obergrenze.Der Höchstwert für
die zulässige Konzentration liegt im allgemeinen bei höchstens der
13 0 0 2 4/0172
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Hälfte derjenigen Konzentration,die als untere Explosionsgrenze
bekannt ist. Für in Trägerluft aufzunehmendes Isopropanol beträgt
diese untere Explosionsgrenze 2 Volumenprozent bei 20° CelsiuSo Die zulässige Konzentration nimmt darüber hinaus mit höheren Temperaturen
ab ο Hieraus folgt,daß zur Aufnahme einer bestimmten Lösungsmittelmenge
ein vergleichsweise großes Luftvolumen aufgewandt werden muß.
Aus Gründen des Umweltschutzes wird im allgemeinen die Abluft einer
Trocknungsanlage einer thermischen Nachverbrennung zugeführt,und
zwar dadurch,daß von dem im geschlossenen Kreislauf durch die Trocknungsanlage
umgewälzten Trägergas ein Teilstrom abgezweigt und unter Zufuhr von Verbrennungsluft einem Zusatzbrenner zugeführt wird.
Unter Berücksichtigung der zur Vermeidung von Explosionsgefahr sehr geringen Konzentration des brennbaren Lösungsmittels in der Trägerluft
werden sehr große Nachverbrennungsanlagen benötigt,die ihrerseits eine groß ausgelegte Zusatzbrennereinrichtung benötigen,, Die
geringe Konzentration des Lösungsmittels in der Trägerluft ergibt schließlich ganz allgemein ein aufwendiges Verfahren und hohe Investitionen
für eine Rückgewinnung des Lösungsmittels.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde,ein Verfahren zur Abfuhr
von brennbaren Lösungsmitteln aus einer Trocknungsanlage zu schaffen, bei welchem die aus der Trocknungsanlage austretenden Volumenströme
bedeutend kleiner sind,bei dem die Konzentration des Lösungsmittels
im Trägergas so groß ist,daß eine Kondensation des Lösungsmittels mit geringem Aufwand möglich ist und bei dem die nach der Kondensation
im Trägergas verbleibende Lösungsmittelmenge gerade ausreicht, um bei einer Nachverbrennung in einer thermischen Nachverbrennungsanlage
gerade so viel Energie zu erzeugen,wie für den Trocknungsvorgang in der Trocknungsanlage benötigt wird.
Diese Aufgabenstellung wird mit der Erfindung dadurch gelöst,daß das
Rauchgas der thermischen Nachverbrennung mindestens teilweise zur geregelten Verminderung des Sauerstoffgehalts in den umgewälzten
Hauptstrom des Trägergases zurückgeführt wird.
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Durch diese erfindungsgemäße Weiterbildung des bekannten Verfahrens
wird erreicht,daß das das brennbare Lösungsmittel aufnehmende Trägergas
durch das Fauchgas inertisiert und hierdurch eine Explosionsgefahr
beseitigt wird. Da gleichzeitig eine höhere Konzentration des brennbaren Lösungsmittels im inertisierten Trägergas möglich wird,
kann die Trocknungsanlage mit geringeren Trägergassströmen gefahren werden,wodurch sich erheblich niedrigere Anlagen- und Betriebskosten
ergeben»Durch die direkte Beheizung der Trocknungsanlage mit dem Rauchgas der thermischen Nachverbrennung ergibt sich für die Wärmezufuhr
zur Trocknungsanlage ein besserer Wirkungsgrad,der den Energiebedarf
der Trocknungsanlage wesentlich herabsetzt.
Durch die höhere Konzentration des Lösungsmittels im erfindungsgemäß
inertisierten Trägergas besteht die Möglichkeit,gemä3 einem weiteren
Merkmal der Erfindung den abgezweigten Teilstrom des Trägergases üher eine Anlage zur teilweisen Kondensation des Lösungsmittels zu
führen,bevor das Trägergas zur thermischen Nachverbrennung gelangt.
Die Kondensation des Lösungsmittels erfolgt in einem derartigen Umfang,daß der im Trägergas verbleibende nicht kondensierte Rest des
Lösungsmittels zum Betrieb der Nachverbrennung und damit zur Beheizung der Trocknungsanlage ausreicht,und zwar im wesentlichen ohne
Zusatzbrennstoff.Diese erfindungsgemäße Weiterbildung hat den grossen
Vorteil,daß nicht nur Betriebsenergie für die Trocknungsanlage eingespart,sondern auch die Umweltbelastung wenter herabgesetzt wird.
Da infolge der höheren Konzentration des Lösungsmittels im Trägergas, die etwa bei 10 Volumenprozent liegen kann,der Taupunkt des Lösungsmittels
bei etwa 20 Celsius liegt,kann die Kondensationsanlage ohne Kältemaschine und damit mit geringem Aufwand und geringem Energiebedarf
betrieben werden;bei den bekannten Verfahren mit einer maximal zulässigen Konzentration von etwa 2 Volumenprozent lag der Taupunkt
des Lösungsmittels bei minus 15°Celsius,weshalb ein großer Bau- und
Energieaufwand für eine Kältemaschine oder für eine Adsorptionsanlage mit Regeneration betrieben werden mußte,sofern eine Rückgewinnung
des Lösungsmittels überhaupt durchgeführt werden sollte.
So durchgeführt bewirkt das erfindungsgemäße Verfahren eine erheblich
niedrigere Umweltverschmutzung,da die bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
aus der Trocknungsanlage austretenden Rauchgasmengen bei nur
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5 bis 10% der Rauchgasmengen liegen,die bei den bekannten Verfahren
üblich sind.
Um den gesamten Wirkungsgrad des erfindungsgemäßen Verfahrens weiterhin
zu verbessern,wird gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung
der der thermischen Nachverbrennung zugeführte Teilstrom des Trägergases und/oder die Verbrennungsluft durch die Rauchgase der Nachverbrennung
vorgewärmt.
Schließlich wird mit der Erfindung vorgeschlagen,die Menge des abgezwejgfen
Teilstromes des Trägergases und/oder die Menge der Verbrennungsluft in Abhängigkeit vom Sauerstoffgehalt im geschlossenen
Kreislauf bzw. im Rauchgas zu regeln.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel einer Trocknungsanlage
dargestellt,anhand der das erfindungsgemäße Verfahren erläutert
werden soll.
Die Trocknunganlage besitzt einen Trockner l,dem das mit Lösungsmittel
behandelte Gut G entweder kontinuierlich oder chargenweise über Schleusen zugeführt wird. Durch den Trockner 1 wird Trägergas T
im geschlossenen Kreislauf mittels einer Umwälzpumpe 2 umgewälzt. Das in innigen Kontakt mit dem behandelten Gut G gebrachte Trägergas T
nimmt das verdampfende Lösungsmittel auf,so daß das Gut G getrocknet
und zugleich von Lösungsmittel befreit wird.
Aus dem im geschlossenen Kreislauf durch den Trockner 1 umgewälzten
Trägergas T wird ein Teilstrom t abgezweigt,der durch einen Wäscher
geschickt wird.Dieser Wäscher 3 besitzt einen mit Wasser betriebenen
Wärmetauscher 3a und einen mit Sole betriebenen Wärmetauscher 3b,die
die Temperatur des Trägergas-Teilstromes t derart herabsetzen,daß ein
Großteil des im Teilstrom t des Trägergases aathaltenen Lösungsmittels kondensiert wird.Das kondensierte Lösungsmittel wird einem
Lösungsmittel-Sammelbehälter.4 zugeführt.
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Der aus dem Wäscher 3 austretende Trägergas-Teilstrom t wird mittels
einer Pumpe 5 über einen Vorwärmer 6 der Brennkammer 7 einer thermischen Nachverbrennungsanlage zugeführt,die mit einem Zusatzbrenner
8 ausgerüstet ist» Dieser Zusatzbrenner 8 wird bei Bedarf mit Erdgas E betrieben»
Der für die Nachverbrennung benötigte Sauerstoff wird der Brennkammer
7 in Form von Verbrennungsluft V zugeführt. Auch diese mittels eines Gebläses 9 aus der Atmosphäre angesaugte Verbrennungsluft V
wird über einen Luftvorwärmer 10 geführt,bevor sie in die Brennkammer
7 bzw. den Zusatzbrenner 8 gelangt.
Das durch die thermische Nachverbrennung entstehende Rauchgas R wird
mindestens teilweise zur geregelten Verminderung des Sauerstoffgehaltes in den umgewälzten Hauptstrom des Trägergases T zurückgeführt,
so daß es das Trägergas T inertisiert. Der Sauerstoffgehalt im ständig umgewälzten Hauptstrom des Trägergases T und im Trockner 1
wird ständig durch Sauerstoff-Fühler 11 und 12 überwacht,welche zugehörige
Ventile 13 bzw.I1Ia und I1Ib steuern. Durch einen Temperaturfühler
15 wird weiterhin die Temperatur im Trockner 1 ermittelt und ein Ventil 16 gesteuert,welches durch Mengenregelung des dem Trockner
1 zugeführten heißen Rauchgases R die Temperatur im Trockner 1 innerhalb enger Grenzen konstant hälto
Auch in dem aus der Brennkammer 7 austretenden Rauchgas R wird ständig
durch einen Sauerstoff-Fühler 17 der Sauerstoff-gehalt ermittelt.
Dieser Sauerstoff-Fühler 17 steuert ein Ventil l8,das in der die Verbrennungsluft V dem Zusatzbrenner 8 zuführenden Leitung angeordnet
ist. Durch einen Temperaturfühler 19 wird weiterhin die Temperatur im Rauchgas R ermittelt» Dieser Temperaturfühler 19 steuert einerseits
ein Ventil 20,welches die Zufuhr von Erdgas E zwischen Null
und einem Maximalwert regelt und bei Bedarf ein Ventil 21 öffnet,das
im Luftvorwärmer 10 erwärmte Verbrennungsluft V in die Atmosphäre abläßt,wodurch bei Bedarf eine Temperaturverminderung des Rauchgases
R erzielt werden kann ,ebenso wie ein Schutz des Wärmeaustauschers gegen überhitzung.
Außer zwei Ventilen 22a und 22b,welche die Menge des aus dem umge-
Außer zwei Ventilen 22a und 22b,welche die Menge des aus dem umge-
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wälzten Hauptstrom des Trägergases T abgezweigten Teilstromes t bestimmen,besitzt die in der Zeichnung dargestellte Anlage noch
einen Temperaturfühler 23,welcher unter Berücksichtigung der Temperatur
im Trägergas-Teilstrom t nach Verlassen des Wäschers 3 die Kühlmittelmenge und damit die Kühlwirkung des Wärmetauschers 3b
verändert.Selbstverständlich besitzt die Anlage noch eine weitere
Anzahl von Meß-,Regel- und Sicherheitsvorrichtungen,die jedoch der
besseren Übersichtlichkeit wegen auf der Zeichnung nicht dargestellt sind.
Das in der voranstehend beschriebenen Weise aus der Brennkammer 7 in den umgewälzten Hauptstrom des Trägergases T zurückgeführte
Rauchgas R inertisiert das Trägergas T derart,daß nicht nur eine Explosionsgefahr vermieden wird,sondern die Konzentration des Lösungsmittels
im Trägergas T derart angehoben werden kann,daß sich die insgesamt umgewälzten Trägergasmengen erheblich verkleinern«
Durch die Einführung des Rauchgases R in den Trockner 1 wird dieser und mit ihm das behandelte Gut G unmittelbar beheizt,wodurch sich
eine erhebliche Verbesserung des Beheizungswirkungsgrades ergibt. Die durch die Inertisierung des Trägergases T erhöhte Konzentration
des Lösungsmittels im Trägergas-Teilstrom t erlaubt eine Rückgewinnung durch Kondensation des Lösungsmittels mit geringerem Anlagenaufwand
und Energiebedarf. Das in dem den Wäscher 3 verlassenden Teilstrom t enthaltene Lösungsmittel dient schließlich dem Betrieb
der Brennkammer 7,so daß bei normalem Betrieb der Trocknungsanlage
auf Zufuhr von Erdgas E im wesentlichen verzichtet werden kann.
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Claims (4)
- Patentansprüche:(lw Verfahren zur Abfuhr von brennbaren Lösungsmitteln aus einer Trocknungsanlage,der das mit dem Lösungsmittel behandelte Gut chargenweise oder kontinuierlich zugeführt wird und die zur Verdampfung des Lösungsmittels mit Trägergas beschickt wird, welches den Lösungsmitteldampf aufnimmt und einer thermischen Nachverbrennungsanlage mit einem Zusatzbrenner zuführt,wobei von dem im geschlossenen Kreislauf durch die Trocknungsanlage umgewälzten Trägergases ein Teilstrom abgezweigt wird,der unter Zufuhr von Verbrennungsluft der thermischen Nachverbrennung zugeführt wird,dadurch gekennzeichnet, daß das Rauchgas der thermischen Nachverbrennung mindestens teilweise zur geregelten Verminderung des Sauerstoffgehalts in den umgewälzten Hauptstrom des Trägergases zurückgeführt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der abgezweigte Teilstrom des Trägergases über eine Anlage zur teilweisen Kondensation des Lösungsmittels zur thermischen Nachverbrennung geführt wird.
- Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,dadurch gekennzeichnet,daß der der thermischen Nachverbrennung zugeführte Teilstrom des Trägergases und/oder die Verbrennungsluft durch die Rauchgase der Nachverbrennung vorgewärmt werden.
- 4. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3,dadurch gekennzeichnet,daß die Menge des abgezweigten Teilstromes des Trägergases und/oder der Verbrennungsluft in Abhängigkeit vom Sauerstoffgehalt im geschlossenen Kreislauf bzw. im Rauchgas regelbar ist.130024/0172ORIGINAL INSPECTED
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE2948603A DE2948603C2 (de) | 1979-12-03 | 1979-12-03 | Verfahren zur Abfuhr von brennbaren Lösungsmitteln aus einer Trocknungsanlage |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE2948603A DE2948603C2 (de) | 1979-12-03 | 1979-12-03 | Verfahren zur Abfuhr von brennbaren Lösungsmitteln aus einer Trocknungsanlage |
Publications (2)
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| DE2948603A1 true DE2948603A1 (de) | 1981-06-11 |
| DE2948603C2 DE2948603C2 (de) | 1986-05-22 |
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Country Status (1)
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