DE29804575U1 - Mulchgerät - Google Patents
MulchgerätInfo
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Description
Patentanwalts OUbrjcijt *&·
Am Weinberg 15 D-35096 Weimar-Niederweimar Telefon: 06421 78627 Telefax: 06421 7153
G 855 - Bu/bo 16. März 1998
Hans Roll, Rhinaer Str. 14, 36166 Haunetal-Wehrda
Die Erfindung betrifft ein Mulchgerät gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
Für die Bodenpflege im Weinbau, insbesondere zum Kürzen des Bodenwuchses
zwischen den Weinstöcken, verwendet man gewöhnlich Mulchgeräte. Diese besitzen meist ein Gehäuse, das an eine Zugmaschine, z.B. einen
Schlepper oder Traktor, angehängt wird, sowie zwei in dem Gehäuse nebeneinander angeordnete, horizontal rotierende Messerpaare, die über eine Getriebeanordnung
mit der Zapfwelle des Schleppers oder Traktors antriebsverbunden sind. Um die Arbeitsbreite des Mulchgeräts an unterschiedliche
Breiten der zwischen den Weinstöcken gebildeten Gassen anpassen zu können,
ist das Gehäuse mittels einer Einstellvorrichtung quer zur Fahrtrichtung linear breitenverstellbar ausgebildet.
Ein solches Mulchgerät ist beispielsweise aus DE-OS 44 28 288 bekannt. Die
Messer sitzen paarweise in Werkzeugträgern, die beidseitig zu einem Grundrahmen angeordnet sind. Mittels in Führungshülsen gelagerter Führungsstangen
sowie hydraulischer Stellzylinder lassen sich die Werkzeugträger in ihrem Abstand relativ zueinander stufenlos verstellen. Für jedes Messerpaar
sind auf den Werkzeugträgern Winkelgetriebe vorgesehen, die über ein Scherengetriebe
und eine Gelenkwelle mit der Zapfwelle des Schleppers in Verbindung stehen. Die Hydraulikzylinder schließt man zweckmäßig an die Hydraulik
des Schleppers oder Traktors an. Durch geeignete hydraulische Steuerungs-
elemente, die von dem Schlepper bzw. Traktor aus bedienbar sind, lassen sich
die Werkzeugträger mit den Messerpaaren sowohl synchron entgegengesetzt als auch einzeln auf eine gewünschte Arbeitsbreite einstellen.
Eine in DE 295 03 464 offenbarte Mähmaschine hat zwei an einem Rahmen
befestigte, gegenläufig rotierende Schneidwerkzeuge, deren Relativabstand ebenfalls mittels Hydraulikzylindern quer zur Fahrtrichtung einstellbar ist. Der
Rahmen besteht aus einem ersten feststehenden Teil, der an die Zugmaschine angehängt wird, sowie zwei beweglichen Teilen, die teleskopartig von dem
ersten Teil aufgenommen werden. Für jedes Schneidwerkzeug ist ein separates Getriebe vorgesehen, das über eine Teleskopwelle und ein Universalgelenk mit
einem zentralen Kettenantriebskasten verbunden ist, der die Ausgangswelle der Zugmaschine anzapft.
Die Arbeitsbreite der Mulchgeräte wird nach Möglichkeit so gewählt, daß die
Messer den Boden bis dicht an die Weinstöcke heran bearbeiten können. Da letztere jedoch nicht immer exakt fluchtend in einer Reihe stehen, besteht die
Gefahr, daß das seitlich von dem Schlepper bzw. Traktor ausladende Mulchgerät
beim Entlangfahren in den zwischen den Weinstöcken gebildeten Gassen mit den Weinstöcken oder sonstigen Hindernissen kollidiert. Daher muß man
entweder die Arbeitsbreite entsprechend der engsten Stelle zwischen den Weinstöcken wählen, was oft zu schlechten Arbeitsergebnissen im Randbereich
führt, oder man muß den Arbeitsverlauf ständig kontrollieren und die Arbeitsbreite des Mulchgeräts entsprechend von Hand nachstellen. Dadurch
wird jedoch die Arbeitsgeschwindigkeit drastisch verringert.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diesen und weiteren Mangeln des
Standes der Technik mit einfachen Mitteln abzuhelfen. Angestrebt wird ein Mulchgerät, das ebenso einfach wie robust aufgebaut ist und bei hoher
Arbeitsgeschwindigkeit selbst in den Randbereichen optimale Arbeitsergebnisse ermöglicht. Das Mulchgerät soll die Weinstöcke möglichst dicht anfahren,
ohne diese jedoch zu berühren bzw. zu verletzen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß bei einem Mulchgerät
für den Betrieb an einer landwirtschaftlichen Zugmaschine, beispielsweise einem Traktor oder Schlepper, mit einem an die Zugmaschine anhängbaren,
breitenverstellbaren Gehäuse, wenigstens zwei in dem Gehäuse nebeneinander angeordneten, in einer bodenparallelen Ebene gegenläufig angetriebenen
Arbeitswerkzeugen sowie einer Getriebeanordnung zur Übertragung einer
Antriebskraft von der Zugmaschine auf die Arbeitswerkzeuge, der Relativabstand zwischen den Arbeitswerkzeugen mittels an dem Gehäuse angreifender
Stellmittel quer zur Fahrtrichtung der Zugmaschine linear einstellbar ist, wobei jedem Arbeitswerkzeug ein Stellmittel und jedem Stellmittel eine
Stockabtastung zugeordnet ist, und wobei die Stockabtastungen in Verstellrichtung
der Arbeitswerkzeuge seitlich an dem Gehäuse angeordnet sind und wobei jedes Stellmittel über die zugeordnete Stockabtastung betätigbar ist.
Weitere bevorzugte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Wesentliche Vorteile ergeben sich aus der erheblich vereinfachten Handhabung
des Mulchgeräts. Das Mulchgerat kann seitliche Hindernisse erkennen und
seine Arbeitsbreite entsprechend korrigieren. Die Arbeitsbreite ist stufenlos einstellbar und wird durch die Stockabtastung während des Betriebes automatisch
korrigiert.
Es sind bereits Mulchgeräte bekannt, die eine automatische Stockabtastung
mittels Tastern besitzen. Diese sind jedoch speziell für die Beseitigung des Bodenwuchses zwischen den Längsabständen der Weinstöcke konzipiert. Sie
haben meist zwei in einem fest vorgegebenen Abstand zueinander angeordnete, gegenläufig rotierende Messer, sowie zwei weitere Messerwerkzeuge, die
in seitlich um die feststehenden Messerachsen schwenkbaren Auslegerarmen gelagert sind. Ein außen an dem Ausleger angebrachter Taster steuert im
Zusammenwirken mit einem hydraulischen Schalter die Schwenkbewegungen der Werkzeugarme. Problematisch hierbei ist, daß der Taster in Fahrtrichtung
vor dem Schwenkarm angeordnet ist. Das Mulchgerat fährt somit zunächst
frontal das Hindernis an und schwenkt erst dann seine Arme nach hinten ein.
Dadurch wird jedoch unmittelbar eine Längenänderung des gesamten Mulchgeräts bewirkt, so daß erhebliche Lastwechsel an der Zugmaschine auftreten
können. Die Handhabung der Zugmaschine und damit des Mulchgeräts werden erheblich beeinträchtigt.
Demgegenüber beschreitet die Erfindung einen neuen Weg. Jedem Arbeitswerkzeug
ist ein Stellmittel und jedem Stellmittel eine Stockabtastung zugeordnet, wobei die Stockabtastung seitlich neben dem Gehäuse angebracht ist.
Dadurch ergeben sich insbesondere Vorteile im Weinbau. Zu eng stehende Weinstöcke oder seitlich auftretende Hindernisse werden von dem Mulchgerat
nicht mehr frontal angefahren, sondern lediglich von der Stockabtastung seitlich
gestreift. Das Gehäuse des Mulchgeräts kann die Weinstöcke nicht mehr berühren und damit auch nicht mehr beschädigen. Ein weiterer Vorteil besteht
darin, daß durch die lineare Breitenverstellung das Gehäuse in seinen Längenabmessungen
nicht verändert wird. Der Schwerpunkt des Mulchgeräts wird nicht verändert. Es treten folglich keine Lastwechselreaktionen an der Zugmaschine
mehr auf. Diese läßt sich in allen Bereichen leicht handhaben bzw. steuern.
Jede Stockabtastung weist Tast- oder Sensormittel auf, die Hindernisse, Engstellen
u.dgl. innerhalb der Gassen zwischen den Weinstöcken sicher erfassen und über ein Steuergerät die Stellmittel entsprechend betätigen. Letztere sind
bevorzugt hydraulische Doppelzylinder mit jeweils einem Hauptzylinder und einem zweiten Zylinder, beispielsweise einem weiteren Stellzylinder. Dadurch
läßt sich die Breitenverstellung des Mulchgeräts und die Breitenkorrektur aufgrund
eines auftretenden Hindernisses unabhängig voneinander einstellen bzw. steuern. Während beispielsweise die Breitengrundeinstellung über die Hauptzylinder
vorgenommen wird, die zu diesem Zweck an die Hydraulik der Zugmaschine angeschlossen sein können, erfolgt die Breitenkorrektur der Arbeitswerkzeuge
über die zusätzlichen Stellzylinder. Diese lassen sich unabhängig von den Hauptzylindern ansteueren, was den Steuerungsaufwand deutlich
reduziert. Die zwischen den Tastmitteln der Stockabtastung und den Stellzylindern
vorgesehenen Steuergeräte können als einfache hydraulische, elektrische, elektro-magnetische oder mechanische Schalter ausgebildet sein.
Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß die
Tastmittel der Stockabtastung als Tastbügel ausgebildet sind, die seitlich an dem Gehäuse angelenkt sind und sich als einarmige Hebel über die gesamte
seitliche Länge des Gehäuses erstrecken. Stellt man diese nach außen leicht an, werden die Weinstöcke besonders schonend erfaßt. Aufgrund des Länge
der Tastbügel wird die Breitenkorrektur erst dann wieder aufgehoben, wenn das Mulchgerät das Hindernis bzw. den Weinstock vollständig passiert hat.
Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus
dem Wortlaut der Ansprüche sowie aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen
anhand der Zeichnung. Diese zeigt eine schematische Draufsicht eines Mulchgeräts.
Das allgemein mit 10 bezeichnete Mulchgerät hat ein linear breitenverstellbares
Gehäuse 12 mit einer Grundplatte 14, die mit einem (nicht sichtbaren) Haltebügel
an einer (ebenfalls nicht dargestellten) Zugmaschine festlegbar ist, und mit zwei rechts und links von der Grundplatte 14 angeordneten Seitenteilen 16,
die mittels einer (nicht gezeichneten) Linearführung bzw. -halterung und einer Hydraulikzylinderanordnung 40 relativ zur Grundplatte 14 und quer zur
Fahrtrichtung F der Zugmaschine verstellbar gelagert sind. Die Seitenteile 16 werden in jeder Breiteneinstellung von der Grundplatte 14 ein Stück weit überlappt,
so daß das Gehäuse 12 stets eine geschlossene Geräteoberfläche aufweist.
Wie man in der Zeichnung erkennt, sind die Gehäuse-Seitenteile 16 als
Werkzeugträger ausgebildet. Sie tragen an ihrer Unterseite jeweils einen axialfest
auf einer Abtriebswelle 32 gelagerten zweiflügeligen Messerhalter 20, an dessen nach unten abgekröpften Enden Mulchmesser 22 angelenkt sind. Jede
Abtriebswelle 32 steht senkrecht zur Gehäuseoberfläche und ist Bestandteil eines Winkelgetriebes 30, das auf der Oberseite des jeweiligen Werkzeugträgers
16 montiert ist. Mittig zwischen den beiden Winkelgetrieben 30 befindet
sich ein Umsetzungsgetriebe 34, das mit der Gehäuse-Grundplatte 14 verschraubt
ist und über eine (nicht dargestellte) Gelenkwelle, die an einem frontseitigen
Wellenzapfen 36 des Umsetzungsgetriebes 34 angreift, mit der (nicht sichtbaren) Antriebseinrichtung der Zugmaschine in Verbindung steht.
Alle drei Getriebe 30, 34, 30 liegen in einer Linie quer zur Fahrtrichtung und
werden von einer gemeinsamen, horizontal gelagerten Sechskantwelle 38 durchsetzt, wobei das Umsetzungsgetriebe 34 axialfest auf der Welle 38 sitzt,
während die beiden Winkelgetriebe 30 axialverschieblich zu der Welle 38 ausgebildet sind. Verstellt man über die Hydraulikanordnung 40 die Gehäusebreite
des Mulchgeräts 10, so gleiten die Winkelgetriebe 30 parallel zur Gehäuse-Linearführung auf der Sechskantwelle 38 entlang. Dadurch wird in
jeder Breiteneinstellung des Mulchgeräts 10 eine optimale Kraftübertragung von
der Antriebseinrichtung der Zugmaschine auf die Mulchwerkzeuge 20, 22 erzielt. Diese werden in jeder Hanglage und selbst in kritischen Situationen
stets zuverlässig angetrieben. Die Betriebssicherheit ist außerordentlich hoch.
Die gesamte Getriebeanordnung 30, 34 ist derart ausgebildet, daß die in horizontaler
Ebene nebeneinander rotierenden Mulchmesser 22 mit einem Winkelversatz von 90° gegenläufig angetrieben werden. Gleichzeitig ist sicher-
gestellt, daß sich die Schnittkreise der Mulchmesser 22 in sämtlichen einstellbaren
Arbeitsbreiten überlappen, so daß stets ein sauberes Schnittergebnis erzielt wird. Um die Schnitthöhe des Mulchgeräts 10 einstellen zu können, sind
an der Geräte-Vorderseite zwei (nicht dargestellte) höhenverstellbare Stützrollen
angebracht, während das Gehäuse 12 an seiner Rückseite eine höhenverstellbare Stützwalze 18 aufweist. Bei Bedarf kann die Höheneinstellung mittels
elektrischer oder hydraulischer Stellglieder erfolgen, die gegebenenfalls von der Zugmaschine aus steuerbar sind.
Wie in den Zeichnungen angedeutet, sitzt die Hydraulikzylinderanordnung 40
bevorzugt im vorderen Bereich des Gehäuses 12. Sie dient der Breitenverstellung des Mulchgeräts 10 und besteht im wesentlichen aus zwei Doppelzylindern
41 mit jeweils einem Hauptzylinder 42 und einem daran anschließenden Stellzylinder 46. Die Hauptzylinder 42 sind in der Mitte des Gehäuses 12 fest
auf der Grundplatte 14 montiert und mittels (nicht gezeigter) Anschlußleitungen an die Hydraulikanlage der Zugmaschine angeschlossen. Die beiden Stellzylinder
46 stehen über Hauptarbeitskolben 44 mit den Hauptzylindern 42 in Verbindung und greifen mit ihren außen liegenden Arbeitskolben 48 jeweils an
der Oberseite eines Werkzeugträgers 16 an. Sie sind über Verbindungsleitungen 49 jeweils an ein zugeordnetes Steuergerät 50, z.B. einen hydraulischen
Schalter, angeschlossen, die auf den Gehäuse-Seitenteilen 16 befestigt sind und mit seitlich dazu angeordneten Tastbügeln 61 zusammenwirken. Um
den erforderlichen Druck in den Stellzylindern 46 zu erzeugen, werden diese ebenfalls von der Hydraulikanlage der Zugmaschine versorgt, beispielsweise
über die Hauptzylinder. Bei Bedarf kann man auch separate Anschlüsse vorsehen, die z.B. direkt über die Steuergeräte 50 geführt sind.
Die Tastbügel 61 sind als einarmige Hebel ausgebildet und im vorderen Bereich
der Gehäuse-Seitenteile 16 an Drehgelenken 62 schwenkbar gelagert. Sie erstrecken sich über die gesamte Länge des Mulchgeräts 10, wobei ihre Form
den Konturen des Gerätegehäuses 12 angepaßt ist. Beide Steuergeräte 50 setzten etwa in der Mitte des jeweils zugeordneten Tastbügels 61 an. Sie halten
die Bügel 61 in einer leicht nach außen geschwenkten Stellung. Klappt man die Bügel ein, liegen sie nahezu flach an den Seitenflanken der Gehäuse-Seitenteile
16 an. Sie lösen dabei innerhalb der Steuergeräte 50 einen Schalt- und/oder Steuervorgang aus, der über die Verbindungsleitungen 49 an den
jeweils zugeordneten Stellzylinder 46 weitergegeben wird.
Über die Hauptzylinder 42 stellt man zunächst entsprechend der Breite der
zwischen den Weinstöcken W gebildeten Gassen die gewünschte Grundarbeitsbreite des Mulchgerats 10 ein. Dabei werden die Hauptzylinder 42, die
über ihre Hauptarbeitskolben 44, die Stellzylinder 46 und deren Arbeitskolben 48 an den Werkzeugträgern 16 angreifen, mittels der an der Zugmaschine
vorgesehenen (nicht dargestellten) hydraulischen Schaltelemente synchron gesteuert. Die rechts und links von der Grundplatte 14 gelagerten Werkzeugträger
16 werden stets symmetrisch zur Mittelachse des Mulchgerats 10 um die
gleiche Strecke verstellt.
Berührt ein Hindernis, z.B ein Stein oder ein Weinstock W, einen der seitlichen
Tastbügel 61, weicht dieser nach innen aus und aktiviert den zugeordneten
hydraulischen Schalter 50. Der diesem zugeordnete Stellzylinder 46 erhält einen entsprechenden Impuls und fährt das entsprechende Seitenteil 16 mit
dem Mulchwerkzeug 20, 22 sofort ein Stück weit ein, so daß der Weinstock W nicht verletzt wird. Sobald der Taster 50 mit dem Hindernis W keine Berührung
mehr hat, gelangt er in seine Ausgangsstellung zurück. Der Stellzylinder 46 fährt das Gehäuse 12 wieder auf die ursprünglich eingestellte Grundarbeitsbreite
auseinander. Die Zeichnung zeigt das Mulchgerät 10 in einer relativ schmalen Breiteneinstellung. In der rechten Bildhälfte ist jedoch mit gestrichelten
Linien eine breitere Einstellung des rechten Seitenteils 16 angedeutet.
Um die Empfindlichkeit der Tastbügel 61 zu erhöhen, ist zwischen diesem und
dem Schaltelement 51 des Steuergeräts 50 eine zweiarmige Hebelanordnung 64 vorgesehen. Ein erster Hebelarm 65 ist unmittelbar neben dem Steuergerät
50 an dem Gehäuse-Seitenteil 16 angelenkt. Ein zweiter, etwas kürzerer Hebel 66 ist mit einem Ende gelenkig mit dem ersten verbunden und mit seinem
anderen Ende etwa mittig an dem Tasthebel 61 angelenkt. Dieser Gelenkpunkt liegt lotrecht über dem Schaltelement 51 des Steuergeräts 50, das dicht an dem
Drehpunkt des ersten Hebelarms 65 ansetzt. Auf diese Weise reicht bereits eine leichte Berührung des Tasthebels 61 aus, um das Steuergerät 50 und
damit die Breitenkorrektur zu aktivieren.
Im Gegensatz zum Stand der Technik kann man das Mulchgerät 10 von Beginn
an problemlos auf die breiteste Stelle zwischen den Weinstöcken W einstellen, denn sobald das Gehäuse 12 mit seinen Tastern 61 rechts und/oder links ein
Hindernis berührt, weicht es mit Hilfe der Stellzylinder 46 reaktionsschnell einseitig
oder beidseitig aus. Durch die seitliche Anordnung der Tastbügel 61
werden Beschädigungen an den Weinstöcken W wirksam vermieden. Diese
werden nicht frontal angefahren, sondern lediglich seitlich von den Tastbügeln 61 touchiert. Letztere liegen aufgrund ihrer speziellen Ausgestaltung und
Anordnung extrem dicht an dem Gehäuse 12 an, das die Weinstöcke W mit seinen Messern 22 dementsprechend dicht anfahren kann. Sobald ein Hindernis
den Tastbügel 61 berührt, werden die Stellzylinder 46 aktiviert. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß der Fahrer der Zugmaschine nicht mehr auf das
Mulchgerät 10 und gegebenenfalls störende Hindernisse achten muß. Er kann vielmehr die Arbeitsgeschwindigkeit drastisch erhöht werden, da das Mulchgerät
10 selbständig seinen Hindernissen ausweicht. Die Weinstöcke W werden stets optimal angefahren. Man erzielt außerordentlich gute Schnittergebnisse.
Nachbearbeitungen z.B. durch Spritzen sind auf ein Minimum reduziert.
Die Tastbügel 61 sind bevorzugt als dünne Metallbügel ausgebildet. Sie können
aber auch aus flachem Bandmaterial gefertigt sein.
Die Erfindung ist nicht auf eine der vorbeschriebenen Ausführungsformen
beschränkt, sondern in vielfältiger Weise abwandelbar. So können anstelle hydraulischer Stellzylinder 41, 42, 46 elektrische Stellglieder, beispielsweise
Stellmotoren mit entsprechenden Übertragungselementen verwendet werden.
Die Tastbügel 61 können bei Bedarf durch geeignete Sensoren oder Sensorfelder ersetzt werden, die bei Berührung oder Auslösung ein zugeordnetes
Schaltelement betätigen. Ferner ist das erfindungsgemäße Mulchgerät nicht auf die Verwendung von Mulchmessern 22 beschränkt. Man kann diese je nach
Anwendungsbedarf auch durch andere Werkzeuge wie z.B. Kreiselkrümler oder
Schneidmesser ersetzen. Aufgrund seiner flachen Bauweise kann man das erfindungsgemäße Mulchgerät 10 problemlos im Obstbau oder anderen Bereichen
einsetzen.
Man erkennt, daß bei einem Mulchgerät 10 für den Betrieb an einer landwirtschaftlichen
Zugmaschine der Relativabstand zwischen zwei in einem Gehäuse 12 nebeneinander angeordneten, in einer bodenparallelen Ebene gegenläufig
angetriebenen Arbeitswerkzeugen 20, 22 mittels an dem Gehäuse 12 angreifender Stellmittel 40 quer zur Fahrtrichtung F der Zugmaschine linear einstellbar
ist. Die Stellmittel 40 sind bevorzugt hydraulische Doppelzylinder 41 mit jeweils einem Hauptzylinder 42 und einem Stellzylinder 46, wobei jedem
Arbeitswerkzeug 20, 22 ein Hauptzylinder 42 und ein Stellzylinder 46 zugeordnet ist. Letztere sind an zugeordnete Steuergeräte 50 angeschlossen, die
über seitlich an dem Gehäuse 12 angeordnete Stockabtastungen 60 steuerbar
sind. Auf beiden Seiten des Gehäuses 12 ist wenigstens eine Stockabtastung 60 vorgesehen, die bevorzugt Tastmittel oder Sensormittel aufweist, um Hindernisse,
Engstellen u.dgl. erfassen zu können.
Sämtliche aus den Ansprüchen, der Beschreibung und der Zeichnung hervorgehenden
Merkmale und Vorteile, einschließlich konstruktiver Einzelheiten, räumlicher Anordnungen und Verfahrensschritten, können sowohl für sich als
auch in den verschiedensten Kombinationen erfindungswesentlich sein.
■L£i
F Fahrtrichtung
W Weinstock
10 Mulchgerät
12 Gehäuse
14 Grundplatte
16 Seitenteil/Werkzeugträger
18 Stützwalze
| 20 | Messerhalter |
| 22 | Mulchmesser |
| 30 | Winkelgetriebe |
| 32 | Abtriebswelle |
| 34 | Umsetzungsgetriebe |
| 36 | Wellenzapfen |
| 38 | Sechskantwelle |
| 40 | Hydraulikanordnung |
| 41 | Doppelzylinder |
| 42 | Hauptzylinder |
| 44 | Hauptarbeitskolben |
| 46 | Stellzylinder |
| 48 | Arbeitskolben |
| 49 | Verbindungsleitung |
| 50 | Steuergerät |
| 51 | Schaltelement |
60 Tastbügel
62 Drehgelenk
64 Hebelanordnung
65 erster Hebelarm
66 zweiter Hebelarm
Claims (13)
1. Mulchgerät (10) für den Betrieb an einer landwirtschaftlichen Zugmaschine,
beispielsweise einem Traktor oder Schlepper, mit einem an die Zugmaschine anhängbaren, breitenverstellbaren Gehäuse (12), wenigstens
zwei in dem Gehäuse (12) nebeneinander angeordneten, in einer bodenparallelen Ebene gegenläufig angetriebenen Arbeitswerkzeugen
(20, 22) sowie einer Getriebeanordnung (30, 34) zur Übertragung einer Antriebskraft von der Zugmaschine auf die Arbeitswerkzeuge (20, 22),
dadurch gekennzeichnet,
a) daß der Relativabstand zwischen den Arbeitswerkzeugen (20, 22) mittels
an dem Gehäuse (12) angreifender Stellmittel (40) quer zur Fahrtrichtung (F) der Zugmaschine linear einstellbar ist,
b) daß jedem Arbeitswerkzeug (20, 22) ein Stellmittel (40) und jedem Stellmittel
(40) eine Stockabtastung (60) zugeordnet ist,
c) daß die Stockabtastungen (60) in Verstellrichtung der Arbeitswerkzeuge
(20, 22) seitlich an dem Gehäuse (12) angeordnet sind und
d) daß jedes Stellmittel (40) über die zugeordnete Stockabtastung (60) betätigbar
ist.
2. Mulchgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf
beiden Seiten des Gehäuses (12) wenigstens eine Stockabtastung (60) vorgesehen ist.
3. Mulchgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß jede Stockabtastung (60) Tastmittel oder Sensormittel (61) aufweist, die Hindernisse, Engstellen u.dgl. erfassen können.
4. Mulchgerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
jedes Tast- oder Sensormittel (61) ein Steuergerät (50) aufweist, durch
welches ein zugeordnetes Stellmittel (40) betätigbar ist.
5. Mulchgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Stellmittel (40) hydraulische, mechanische,
elektrische und/oder elektro-magnetische Stellglieder sind.
6. Mulchgerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Stellmittel (40) hydraulische Doppelzylinder (41) sind mit jeweils einem Hauptzylinder (42) und einem Stellzylinder (46).
7. Mulchgerät nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Hauptzylinder (42) an eine Hydraulikanlage der Zugmaschine und die Stellzylinder (46) an ein jeweils zugeordnetes Steuergerät (50) angeschlossen
sind.
8. Mulchgerät nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß das Steuergerät (50) ein hydraulischer, elektrischer, elektro-magnetischer oder mechanischer Schalter ist
und/oder daß das Steuergerät (50) ein hydraulisches oder elektro-magnetisches
Ventil aufweist.
9. Mulchgerät nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das
Steuergerät (50) wenigstens ein Schaltelement (51) hat, das mit dem zugeordneten Tastmittel oder Sensormittel (61) verbunden ist.
9. Mulchgerät nach einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß die Tastmittel (61) Taster, Tastbügel, Sensoren o.dgl. sind, die seitlich an dem Gehäuse (12) angebracht sind.
10. Mulchgerät nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die
Tastmittel (61) Tastbügel sind, die seitlich an dem Gehäuse (12) angelenkt
sind.
11. Mulchgerät nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die
Tastbügel (61) als einarmige Hebel ausgebildet sind.
12. Mulchgerät nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet,
daß die sich Tastbügel (61) über die gesamte Länge des Gehäuses (12) erstrecken und dabei dessen Kontur folgen.
13. Mulchgerät nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Tastbügel (61) und dem
Steuergerät (50) eine Hebelanordnung vorgesehen ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE29804575U DE29804575U1 (de) | 1998-03-16 | 1998-03-16 | Mulchgerät |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE29804575U DE29804575U1 (de) | 1998-03-16 | 1998-03-16 | Mulchgerät |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE29804575U1 true DE29804575U1 (de) | 1998-05-20 |
Family
ID=8054147
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE29804575U Expired - Lifetime DE29804575U1 (de) | 1998-03-16 | 1998-03-16 | Mulchgerät |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE29804575U1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP3025569A1 (de) * | 2014-11-26 | 2016-06-01 | Braun Maschinenbau GmbH | Mulcher |
| US10506760B2 (en) | 2017-03-16 | 2019-12-17 | Braun Maschinenbau Gmbh | Mulcher with shiftable chopping blade rotors |
-
1998
- 1998-03-16 DE DE29804575U patent/DE29804575U1/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP3025569A1 (de) * | 2014-11-26 | 2016-06-01 | Braun Maschinenbau GmbH | Mulcher |
| US10506760B2 (en) | 2017-03-16 | 2019-12-17 | Braun Maschinenbau Gmbh | Mulcher with shiftable chopping blade rotors |
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|---|---|---|---|
| R207 | Utility model specification |
Effective date: 19980702 |
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| R156 | Lapse of ip right after 3 years |
Effective date: 20020101 |