DE3044440C2 - - Google Patents
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- G01H1/00—Measuring characteristics of vibrations in solids by using direct conduction to the detector
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren nach dem Oberbegriff
des Patentanspruches 1 und eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 3.
Aus der DE-OS 24 07 705 ist es bekannt, bei der Unwuchtmessung
eines aus einer Welle und mehreren Scheiben gebildeten
Rotors in mehreren Meßebenen jeweils zwei Schwingungsdetektoren
mit im wesentlichen senkrecht zueinander verlaufenden
Meßrichtungen vorzusehen. Die in den jeweiligen beiden
Meßrichtungen ermittelten Meßgrößenkomponenten werden
zur Ermittlung von Unwuchtvektoren ausgewertet. Hierbei können
bei zwei unterschiedlichen Drehzahlen Meßläufe durchgeführt
werden. Mit dem bekannten Verfahren und der bekannten
Vorrichtung lassen sich die Auswuchtebenen ermitteln,
in welchen bei normaler Betriebsgeschwindigkeit die Ausgleichsmassen
die größte Ausgleichswirkung haben. Aus der
DE 28 47 643 A1 ist es bei der Ermittlung der Verlagerung
der Hauptträgheitsachse eines Rotors, insbesondere einer
Kurbelwelle zur Rotationsachse, bekannt, den Rotor in zwei
Ebenen schwingfähig zu lagern und in jeder Meßebene jeweils
einen Meßwertaufnehmer, der in einer Richtung Messungen ausführt,
vorzusehen. Hierbei werden die zur Ermittlung der
tatsächlichen Verlagerungswerte vektoriell ermittelten
Meßwerte aufgeteilt in einen statischen Unwuchtanteil und
einen Kräftepaarunwuchtanteil. Nach Verstärkung mit unterschiedlichen
einstellbaren Empfindlichkeiten werden diese
Anteile wieder vektoriell zusammengeführt und angezeigt.
Aus der DE-OS 14 23 333 sind bei der Unwuchtbestimmung
eines Rotors in zwei Meßebenen jeweils ein Meßwertaufnehmer
vorgesehen. Die von den Meßwertaufnehmern gemessenen Unwuchtvektoren
werden in jeweils zwei zueinander senkrechte Komponenten
für den Unwuchtausgleich in zwei Ausgleichsebenen
zerlegt.
Zur Überwachung von Maschinen und zur Beurteilung und Verbesserung
des Laufverhaltens von Rotationskörpern ist häufig
eine Wellenschwingungsmessung am Rotor erforderlich.
Infolge der Biegeeigenfrequenz der Rotationskörper ergeben
sich drehzahlabhängige, kinetische Ausbiegungen, die von der
Betriebsdrehzahl, der Unwucht, der Biegesteifigkeit der Rotationskörper
und von dem Eigenspannungszustand abhängen.
Zur Verbesserung der unwuchterzwungenen Ausbiegungen durch
Ausgleichsunwuchten müssen zunächst die unwuchtproportionalen
Ausbiegungen eindeutig ermittelt werden.
Dies erfolgt insbesondere durch die Ermittlung der Ausbiegungen
des Rotationskörpers mittels zwei in verschiedenen
Meßebenen angeordneten Meßwertaufnehmern. Die Anwendung von
mehr als einem Meßwertaufnehmer ist in der Regel aufgrund
der anisotropen Lager und den unterschiedlichen Rotorsteifigkeiten
notwendig.
Aus den VDI-Richtlinien VDI 2059, April 1977 ist es bekannt,
daß das Rotationskörpergewicht einen entscheidenden Einfluß
auf die Ausbiegungen eines rotierenden Körpers ausübt, und
daß bei langsamer Wellendrehung die statischen Ausbiegungen
und bei schnellen Rotordrehungen die kinetischen Ausbiegungen
ermittelt werden können, wobei mindestens zwei Meßwertaufnehmer
in verschiedenen Meßrichtungen in den jeweiligen
Meßebenen zur Anwendung kommen.
Wie die Ermittlung nur der unwuchterzwungenen Wellenschwingungen
durchgeführt werden soll, ist diesen Veröffentlichungen
jedoch nicht zu entnehmen, zumal in der Veröffentlichung
weiter ausgeführt ist, daß das Meßergebnis durch
Schlag und Formfehler in unzulässiger Weise beeinträchtigt
werden kann.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren und eine
Vorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, mit
denen für die Ermittlung unwuchterzwungener Wellenschwingungen
Meßergebnisse erzielt werden, die frei von meßwertverfälschenden
Einflüssen sind und nachfolgend einen gezielten
Ausgleich durch Zusatzmassen ermöglichen.
Diese Aufgabe wird bei dem eingangs genannten Verfahren durch
die Merkmale des kennzeichnenden Teiles des Patentanspruchs
1 und bei der eingangs genannten Vorrichtung durch die Merkmale
des kennzeichnenden Teiles des Patentanspruches 3 gelöst.
In den Unteransprüchen sind vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung angegeben.
Durch die Erfindung ist es möglich, daß zunächst die statischen
Ausbiegungsanteile, die z. B. durch den Radialschlag
des Rotationskörpers r in den Komponenten X und Y und durch
den Eigenspannungszustand hervorgerufen werden, und dann
die kinetischen Ausbiegungsanteile, die z. B. durch die
Unwucht u in den Komponenten X und Y infolge der unterschiedlichen
Trägheitsmomente Ix und Iy hervorgerufen werden,
ermittelt werden.
Durch nachfolgende Differenzbildung der beiden Meßwerte in
den entsprechenden Komponenten und anschließender vektorieller
Addition kann die Ausbiegung des Rotationskörpers nach
Größe und Phasenlage ermittelt werden, die ausschließlich
aufgrund der vorhandenen Unwucht erfolgt.
In bevorzugter Weise werden die Ausbiegungen der ersten
harmonischen Wellenschwingung ermittelt. Es können aber auch
die Ausbiegungen höherer harmonischer Wellenschwingungen
ermittelt werden, wenn die Filtereinrichtungen der Meßanordnung
entsprechend abgestimmt werden.
Ein ersten Meßwertaufnehmer, der insbesondere in der horizontalen
Richtung, der X-Komponente, angeordnet ist, mißt im
ersten bzw. zweiten Meßlauf, dessen Drehzahl insbesondere
nahe der Betriebsdrehzahl liegen sollte, eine Ausbiegung
Sx ges. Die Formel hierfür lautet:
Sx ges = Sxu + rx + Ss
Ein zweiter Meßwertaufnehmer, der insbesondere in der
vertikalen Richtung, der Y-Komponente, angeordnet ist,
mißt die Ausbiegung Sy ges. Die Formel hierfür lautet:
Sy ges = Syu + Syg + ry + Sσ
Hierbei ist
Sxu=Ausbiegung infolge der Unwucht u,
rx=Radialschlag des Rotationskörpers in der X-Komponente,
ry=Radialschlag des Rotationskörpers in der Y-Komponente,
Syu=Ausbiegung infolge der Unwucht u,
Syg=Ausbiegung infolge des Gewichtes des Rotationskörpers,
Sσ=Ausbiegung infolge des Eigenspannungszustandes des Rotationskörpers.
Sxu=Ausbiegung infolge der Unwucht u,
rx=Radialschlag des Rotationskörpers in der X-Komponente,
ry=Radialschlag des Rotationskörpers in der Y-Komponente,
Syu=Ausbiegung infolge der Unwucht u,
Syg=Ausbiegung infolge des Gewichtes des Rotationskörpers,
Sσ=Ausbiegung infolge des Eigenspannungszustandes des Rotationskörpers.
Die Erfindung wird anhand der Figuren, die ein Ausführungsbeispiel
zeigen, näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 schematisch den Aufbau einer Meßeinrichtung und
Fig. 2 die Meßwertauswerteschaltung als Blockschaltbild.
Ein Rotationskörper 1 ist in eigenen Lagern 3
und 4 oder in entsprechenden Fremdlagern gelagert.
Da eine isotrope Lagerung in der Regel nicht zu realisieren
ist, ist die Anisotropie der Lager 3 und 4 in den X- und
Y-Komponenten durch unterschiedlich elastische Federn 5 und
6 symbolisiert. Meßwertaufnehmer 7 und 8, die berührend
oder berührungslos arbeiten können, sind in zwei unterschiedliche
Meßrichtungen, insbesondere unter 90°, in den
X- und Y-Komponenten angeordnet. Es kann aber auch jede
andere Meßrichtung gewählt werden, wenn die Meßwerte nachfolgend
entsprechend umgerechnet werden.
Ein Phasenbezugssignal kann durch einen z. B. als Photozellenabtasteinrichtung
ausgebildeten Phasenbezugsgeber 9,
der eine entsprechende Markierung 10 am Rotationskörper 1
abtastet, gewonnen werden. Es kann aber auch jede andere
bekannte Einrichtung zur Phasenbezugsgewinnung eingesetzt
werden.
Die Meßwerte der Meßwertaufnehmer 7 und 8 und des Phasenbezugsgebers
9 werden selektiven Filtereinrichtungen 11 und 12
weitergeleitet. Den Filtereinrichtungen 11 und 12 ist eine
Signalverarbeitungseinrichtung 13 nachgeschaltet, die die
Ermittlung der Ausbiegung des Rotationskörpers 1 aufgrund
der ermittelten Unwucht durchführt.
Die Signalverarbeitungseinrichtung 13 weist im einzelnen je
eine Speichereinrichtung 14 und 15 für jede Meßrichtung auf,
in der die Meßwerte bei den unterschiedlichen Drehzahlen,
wobei die eine Drehzahl nahe Null und die zweite Drehzahl
nahe der Betriebsdrehzahl liegen sollte, entsprechend gespeichert
werden. Die Speichereinrichtungen 14 und 15 können
durch eine nicht näher dargestellte Programmeinheit angesteuert
werden, wobei die Programmeinheit die Speicherimpulse
bei Erreichen der erforderlichen Meßdrehzahlen erzeugt
und die Weitergabe der gespeicherten Meßwerte steuert.
Die gemessenen Ausbiegungen des Rotationskörpers 1 bei den
unterschiedlichen Drehzahlen werden nachfolgend je einem
Differenzbildner 16 und 17 weitergeleitet, die die Ausbiegungen
infolge der vorhandenen Unwucht, getrennt nach Meßrichtungen,
errechnen. In einem nachgeschalteten Vektoraddierer
18 können die so ermittelten Meßwerte vektoriell
addiert werden und nachgeschalteten Anzeigegeräten 19 und
20 zur Darstellung der Ausbiegung nach Größe und Winkellage,
z. B. bezüglich der Markierung 10 des Rotationskörpers 1,
weitergeleitet werden. Es kann aber auch ein Drucker oder
ein anderes Anzeigeinstrument angeschlossen sein.
Weiterhin besteht die Möglichkeit, durch entsprechende
Testgewichte das Anzeigegerät 19, welches die Unwuchtgröße
anzeigt, zu eichen, um sofort von der vorhandenen
Ausbiegung auf die erforderlichen Ausgleichsmassen zu
schließen.
Claims (4)
1. Verfahren zur Ermittlung von unwuchterzeugenden Wellenschwingungen
eines horizontal gelagerten Rotationskörpers,
bei dem in einer oder mehreren Meßebenen in je mindestens
zwei Meßrichtungen jeweilige Meßgrößenkomponenten bei zwei
Meßläufen mit Drehzahlen nahe dem Stillstand und nahe der
Betriebsdrehzahl des Rotationskörpers gewonnen und daraus
Ausbiegungen des Rotors nach Größe und Richtung ermittelt
werden, dadurch gekennzeichnet, daß die beim einen Meßlauf
gewonnenen Meßgrößenkomponenten von den jeweils in den
gleichen Meßrichtungen gewonnenen Meßgrößenkomponenten beim
anderen Meßlauf für eine Trennung der statischen und kinetischen
Ausbiegungsanteile subtrahiert werden und anschließend
die beiden so gewonnenen Komponentendifferenzwerte
vektoriell addiert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Ausbiegung der ersten harmonischen Wellenschwingung
ermittelt wird.
3. Vorrichtung zur Ermittlung von unwuchterzwungenen Wellenschwingungen
eines horizontal gelagerten Rotationskörpers
mit in einer oder mehreren Meßebenen je mindestens zwei
in verschiedenen Meßrichtungen angeordneten Meßwertaufnehmern,
einem Phasenbezugsgeber, einer an die Meßwertaufnehmer
und den Phasenbezugsgeber angeschlossenen Meßwertauswerteschaltung
und einer Antriebseinrichtung für den Antrieb des
Rotors in zwei Meßläufen bei den unterschiedlichen Drehzahlen
zur Durchführung eines Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Meßwerteauswerteschaltung
aufweist
- - jeweils eine den Meßwertaufnehmern (7, 8) nachgeschaltete, mit dem Phasenbezugsgeber (9) verbundene selektive Filtereinrichtung (11, 12),
- - eine jeder Filtereinrichtung (11, 12) nachgeschaltete Speichereinrichtung (14, 15), welche für eine jeweilige Meßrichtung die aus den beiden Meßläufen gewonnenen Werte der Meßgrößenkomponenten speichert,
- - einen jeder Speichereinrichtung (14, 15) nachgeschalteten Differenzbildner (16, 17), der aus den jeweils beiden gespeicherten Werten der Meßgrößenkomponenten einer jeweiligen Meßrichtung einen Komponentendifferenzwert bildet, und
- - einen den beiden Differenzbildnern (16, 17) nachgeschalteten Vektoraddierer (18), welcher die beiden Komponentendifferenzwerte vektoriell addiert.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
der eine Meßwertaufnehmer (8) in horizontaler und der andere
Meßwertaufnehmer (7) in vertikaler Richtung angeordnet ist.
Priority Applications (1)
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| DE19803044440 DE3044440A1 (de) | 1980-11-26 | 1980-11-26 | Verfahren und vorrichtung zur ermittlung der unwuchterzwungenden wellenschwingungen von horizontal gelagerten rotationskoerpern |
Publications (2)
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-
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