DE304877C - - Google Patents
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-
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Erfindung bezieht sich auf einen Röst-. ofen, welcher in bekannter Weise mit primären
und sekundären Kammern ausgerüstet ist, die ihrerseits mit Fördervorrichtungen
zur Überführung des Gutes in die jeweils darunterliegenden' Kammern unter gleichzeitiger
Verhinderung des Gasaustrittes versehen sind. .Die Vorwärmung der Röstluft
an sich ist zwar bekannt, j edoch wird bei den
ίο bisher zur Verwendung kommenden Röstofen
das Heizmittel. aus einer Heizkammer nicht in die Arbeitskammern oberhalb der Herde
eingeleitet, sondern in Kammern geführt, die j e zwischen einem Herd der einen Arbeitskammer
und dem Dach der nächst unteren Arbeitskammer angeordnet sind.. Das Heizmittel wird dann aus diesen Heizkammern
durch Kanäle fortgeleitet, ohne in die Arbeitskammern eintreten zu>
können.
Das Wesen vorliegender Erfindung liegt demgegenüber darin, daß den primären Kammern
frische Luft zugeführt w,ird, die von dem Heizmittel der sekundären Kammern zur
Erzielung der von dem Röstprozeß erforderliehen Temperatur zweckmäßig in ah sich bekannter
Weise nach dem Gegenstromprinzip vorgewärmt werden, und daß ein zweiter kalter Frischluftstrom in die erste der sekundären
Kammern nach Anwärmung unter Durchfließen von Kanälen in den primären Kammern des Ofens zur Unterhaltung der
Verbrennung zugeleitet wird unter gleichzeitiger Mischung mit den erforderlichen
Verbrennungsprodukten, und zwar zweckmäßig ebenfalls nach dem Gegenstromprinzip.
Durch die bisher bekannten Röstofen wird zwar erreicht, daß der im Gut verbleibende
Schwefelgehalt bereits durch Anwendung, einer Temperatur von etwa nur 6500 C ausgetrieben
werden kann. Diese verhältnismäßig niedrige Temperatur wird aber bei den
bekannten öfen nur in dem unteren Ofenteil erzielt. Demgegenüber wird durch die Einrichtung
der vorliegenden Erfindung, wonach ; eine übermäßige Steigerung der Temperatur
in den oberen primären Kammern des Ofens verhindert wird, in Verbindung mit den in
dem oberen Ofenteil angeordneten Abzugskanälen für die schwefelhaltigen Gase erreicht,
daß in dem oberen Ofenteil die geringe
Temperatur von nur etwa 6500 C vorhanden ist. Hieraus folgt nun der Vorteil, daß bei
Verarbeitung von Erzen, die Blei und andere Unreinigkeiten enthalten, ein Schmelzen und
Sintern der Erze infolge zu hoher Temperatür vermieden wird. _ ··
Die Vorwärmung der für die Kammern bestimmten Luft erfolgt in einer Wärmevorrichtung,
durch welche die Luft in spiralför- ' migen Kanälen im Gegenstromprinzip zu den
in ähnlichen^ Kanälen aufsteigenden Verbrennungsprodukten der sekundären Kammern
fließt. Die primären'Kammern sind sämtlich oder teilweise mit unabhängigen
Auslaßöffnungen mit Einstellgliedern ausgerüstet, durch welche sich die aus den Kam-.
mern entweichende Gasmenge regeln läßt. Außerdem ist die Außenwand des Ofens mit
leicht auswechselbaren Einsetzkästen ausgerüstet, welche zur unabhängigen Überleitung
des Gases dienen, und auf ihrer Innenseite schräg anliegende Wandungen aufweisen, um
ein Ansammeln und Mitführen des Staubes zu verhüten.
Eine Ausführungsform eines Röstofens gemäß der Erfindung ist beispielsweise in der
Zeichnung veranschaulicht, und zwar ist
Fig..ι ein vertikaler Schnitt durch den Ofen, während
ίο Fig. 2 ein Schnitt nach der Linie a-a der
Fig. ι ist.
Der mit einer äußeren Wand ι versehene Ofen weist bei der Darstellung dreizehn
Herde 2 bis 14 auf, durch welche die Röstkammern 2α bis 14* gebildet werden. . Die
den oberen Teil des Ofens bildenden Kammern 2* bis ioa werden von den unteren i\a
bis 140 durch den Herd 10 voneinander getrennt. Durch die einzelnen Herde \geht eine
hohle drehbare Welle 17 hindurch.
Jede Kammer des Ofens enthält einen oder mehrere. Rührarme 18, die an der Welle 17
sitzen und sich mit ihr drehen. ' Das von dem Herd herabfallende Material gelangt
durch geeignete Kanäle 19 mit Schiebern 20 in die nächste Kammer.
Das Heizmittel wird durch ein Rohr 30 in die obere Kammer iia des unteren Ofenteils
eingeführt, strömt durch die Kammern Ha, I2a, I3a und 14^ abwärts und entweicht
aus letzterer in, einen den unteren Ofenteil umschließenden ringförmigen Kanal 21. Der
untersten Kammer ioe des oberen Ofenteils
wird erwärmte Luft durch einen ringförmig'en Kanal 22 zugeführt, welcher den Teil des
Ofens umgibt, in welchem die Kammer io° angebracht ist. Die Gase werden von einer
oder mehreren Kammern des oberen Ofenteils durch unabhängig-e Kanäle 2δ, 3δ, 4δ, 5δ
4ο und όδ mit Schiebern 23 ο. dgl. abgezogen.
Der Zug durch den oberen Teil des Ofens ist nach aufwärts, und der durch den unteren
Teil nach abwärts gerichtet. Die Kammern des unteren Teiles werden mit einem kohlenstoffhaltigen
Heizmittel und die des oberen Ofenteils mit erwärmter Luft gespeist. Die
Gase können von einer Kammer zur anderen durch die gleichen Öffnungen 19 gelangen,
■ welche zur Überführung der Erze dienen.
Zweckmäßig sind jedoch besondere Kanäle 26 in den Wänden des Ofens angeordnet, so
daß der Gasstrom nicht durch die pulverisierten Erze gehemmt wird, und das Mitführen
von feinen Erzteilchen durch die Gase in Form von Staub vermieden wird.
Die Kanäle 26-werden durch Einsetzkästen
26a gebildet, welche in öffnungen der äußeren
Ofenwand angebracht sind und sich durch die Wand erstrecken, so daß diese Einsetzkästen
26" von der Außenseite zugängig sind., Bisher wurden die von der einen Kammer zu
der benachbarten Kammer führenden Gaskanäle in der Wand des Ofens während seiner
Herstellung selbst gebildet. Diese Herstellung war schwierig und kostspielig'.
Die Kästen 26" können während der Herstellung
der Außenwand des Ofens in' sie ebenso rasch eingebaut werden, wie die Bausteine,
aus denen die Wand besteht. Gegebenenfalls können auch in' der Außenwand des Ofens Öffnungen frei gelassen werden,
in welche die Kästen 26"·, die von den Kanälen zur Überführung der Erze so weit als
.möglich entfernt sind, eingesetzt werden.
Jeder Rührarm der Kammern des oberen Ofenteils besitzt in seinem Innern, wie bekannt, Kanäle zur Zirkulation eines Luftstromes.
Diese Arme stehen mit im Innern der Welle 17 angebrachten Köpfen 27 in Verbindung,
welche mit Scheidewänden versehen 8b sind. Von dem unteren Teil des Kopfes 27 gelangt die Luft durch ein Verbindungsrohr
28 zu dem Kopf 27 des Rührarmes der nächsten Kammer des Ofens. Die Luft strömt durch alle Rührarme der Kammern
des oberen Ofenteils und entweicht nach ihrer Erwärmung von den untersten Köpfen 27
durch ein Rohr 29 in die oberste Kammer
na des unteren Öfenteils. In dieser Kammer
na vereinigt sich die erwärmte Luft mit
dem Heizmittel, das durch das Rohr 30 zugeführt wird, um in den Kammern des unteren Ofenteils eine reine oxydierende
Flamme zu erhalten.
Die Verbrennung des Schwefels in den Erzen ist durch die Berührung mit der
erwärmten Luft in den Kammern des oberen'Ofenteils sehr lebhaft. Die erzeugten
schwefelhaltigen Gase werden von einer oder mehreren Kammern, des oberen Teiles des
Ofens in den Kanal 24 geführt. Wepn die Wärme in den oberen Kammern des Ofens wegen der Verbrennung des Schwefels zu
hoch wird; kann das Abziehen der schwefelhaltigen Gase in einer tieferen Kammer, beispielsweise
in der Kammer 6a beginnen, so daß die Wärme in den oberen Kammern des
Ofens ,erniedrigt wird. Hierdurch wird das Schmelzen und Sintern der Erze durch
eine sehr hohe Temperatur in den oberen Kammern verhindert.. Dies ist besonders
wichtig für Erze,. welche Blei und andere Verunreinigungen enthalten.
In der Zeichnung ist mit der Rührvorrichtung der untersten Kammer des unteren Tei- "115
les des Ofens eine Rohrleitung verbunden, durch welche in an sich bekannter Weise'
Wasser * zu der Rührvorrichtung geführt wird, um dieselbe zu kühlen. Eine derartige
Kühlvorrichtung kann auch mit allen übrigen .120 Rührarmen der Kammern des unteren Teiles
des Ofens verbunden sein.
In Verbindung mit dem Ofen wird gemäß der Erfindung eine Vorrichtung zum Erwärmen
der Luft verwendet. Die Luft wird durch das aus den Kammern des unteren 5 Ofenteils entweichende Heizmittel erwärmt
und in die Kammern des oberen Ofenteils geführt. Diese LuftheizvQrrichtung besteht
zweckmäßig aus einer Reihe von schraubenförmig angeordneten Wänden, welche schraubenförmige
Kammern bilden. Dem einen Teil dieser Kammern wird Luft zugeführt, während den dazwischenliegenden Kammern
das Heizmittel zugeleitet wird. Die Strömungsrichtung der Luft ist entgegengesetzt
zu der des Heizmittels, welches am Boden in . die Heizvorrichtung eintritt, während die
vorzuwärmende Luft am oberen Teil der Heizvorrichtung zugeführt wird. Infolgedessen
steigt das Heizmittel in den schraubenförmigen Kammern aufwärts, während
die Luft durch die dazwischenliegenden Kammern abwärts strömt.
Die Heizvorrichtung ist in der Fig. 1 dargestellt. Innerhalb der äußeren Wand 31 befinden
sich schraubenförmige Scheidewände 32, zwischen denen die schraubenförmigen
Kammern 33 und 34 gebildet werden. Die . Kammern 33 dienen zur Aufwärtsleitung des
Heizmittels, während durch die Kammern 34 die zu wärmende Luft nach abwärts geführt
wird. Am unteren Teil der Heizvorrichtung befindet sich ein ringförmiger Kanal 35
und ein ähnlicher ringförmiger Kanal 36 ist am oberen Teil der Heizvorrichtung angeordnet.
Unterhalb der eigentlichen Heizvorrichtung befindet ,sich eine Kammer 37,
welche zur Aufnahme des. aus dem Ofen,- entweichenden
Heizmittels dient. Die Heizvorrichtung ist ferner mit einem oberen kegelförmigen
Teil 38 versehen, der zur Aufnahme , des verbrauchten Heizmittels dient.
Die Kammern 33 sind an ihrem Umfang und am unteren Teil der Heizvorrichtung bei
39 abgesperrt, so daß diese Kammern nicht in.
einer Verbindung mit dem ringförmigen Kanal .35 stehen. Ferner sind die unteren
Enden 40 der Kammern 34 verschlossen, um ihre Verbindung mit der Kammer 37 zu verhindern.
In ähnlicher Weise ist der obere Teil 39 einer jeden Kammer 33 am Umfang
. abgeschlossen, so daß keine Verbindung dieser Kammern 33 mit dem ringförmigen
Kanal 36 besteht. Das obere Ende 40 einer jeden Kammer 34 ist ebenfalls abgeschlossen.
Das aus dem unteren Ofenteil entweichende Heizmittel gelangt zunächst in die untere
Kammer 37 der Heizvorrichtung und wird durch diese Kammer 37 auf die unteren Enden der schraubenförmigen Kammern 33
verteilt. Durch diese Kammern 33 steigt das Heizmittel aufwärts, um schließlich in
den kegelförmigen Teil 38 der Heizvorrichtung zu gelangen.' Durch die Verschlußteile
39 wird verhindert, daß das Heizmittel in die ringförmigen Kanäle 36 und 35 eintritt.
Dem oberen ringförmigen Kanal 36 der Heizvorrichtung wird Luft zugeführt, die
seitlich in die oberen Enden der Kammern 34 eintritt. Die zugeführte Luft strömt alsdann
abwärts, wobei sie gleichzeitig durch ihre Berührung mit den heißen Wänden 32 der Heizvorrichtung
erwärmt wird. Am unteren ' Ende der Heizvorrichtung strömt die erwärmte Luft aus den Kammern 34 in . den
ringförmigen Kanal 35 und gelangt durch den Verbindung'skanal 41 in den ringförmigen
Kanal 22 des Ofens. Von hier aus gelangt die erwärmte Luft in die Kammer ioa. Die
durch die Heizvorrichtung strömende Luft kann infolge der Abschlußteile 40 an den
oberen und unteren Enden der Kammern 34 nicht in die Kammer 37 und in den oberen
kegelförmigen Teil 38 der Heizvorrichtung eintreten. . ■
Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel des Ofens strömt die erwärmte Luft und die
entwickelten Gase durch den oberen Teil des Ofens nach aufwärts, während im unteren
Teil' des Ofens die. Verbrennungsprodukte .
und die entwickelten Gase nach abwärts g0
strömen. Diese Strömungsrichtungen sind in der Praxis zwar zweckmäßig, es ist jedoch
nicht erforderlich, diese Strömungsrichtungen' so zu wählen. Beispielsweise kann sowohl
in dem oberen als auch im unteren Teil des Ofens die Strömung nach abwärts gerichtet
sein. Ferner könnte auch die Strömung im oberen Ofenteil abwärts und die im unteren, Ofenteil aufwärts gerichtet sein.
Der ringförmige Kanal 22 dient dazu, die erwärmte Luft an verschiedenen Stellen der
Kammer ioa zuzuführen. Der ringförmige
Kanal 21 hat hingegen den Zweck, das Entweichen .des Heizmittels an ' verschiedenen
Stellen der Kammer 14* zu ermöglichen. Gegebenenfalls
können diese ringförmigen Kanäle 21 und 22 in Wegfall kommen. Es kann
z. B. die Zuführung der Luft in die Kammer ι oa und die Abführung des Heizmittels aus
der Kammer iAa nur an einer einzigen Stelle
erfolgen. Diese Zuführung und Wegführung der Luft und des Heizmittels kann- gegebenenfalls
auch an verschiedenen, in kleinen Abständen voneinander angeordneten
Stellen des Ofens erfolgen, wenn an seinem Umfang mehrere in gleichen Abständen voneinander
angeordnete Luftheizvorrichtungen angebracht sind. ' Λ .
Claims (4)
- Patent-Ansprüche: ' ·i. Mechanischer Röstofen mit übereinander angeordneten primären und sekun-dären Kammern, die mit Fördervorrichtungen zur Überführung des Gutes in die jeweils, darunterliegenden Kammern unter gleichzeitiger Verhinderung des Gasaustrittes versehen sind, gekennzeichnet durch eine Einrichtung, mittels welcher die den primären Kammern zugeführte Luft im Gegenstrom vorgewärmt wird, während die oberste der sekundären ■Kammern eine Zuleitung für ein gasförmiges Heizmittel und eine Zuleitung für Luft aufweist, welche letztere in an sich bekannter Weise durch Kühlen der Rührarme in den primären Kammern vorgewärmt ist.
- 2. Röstofen nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorwärmung der für die Kammern bestimmten Luft in einer Wärmevorrichtung (31, 32) erfolgt, durch welche die Luft in spiralförmige . Kanäle im Gegenstromprinzip mit dem in ähnlichen Kanälen aufsteigenden Heizmittel der sekundären Kammern fließt.
- 3. Röstofen nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die primären Kammern' sämtlich oder teilweise mit unabhängigen Auslaßöffnungen (2Ö bis 6s) mit Stellgliedern (23) ausgerüstet sind, durch welche sich die aus den Kammern entweichende Gasmenge regeln läßt. ·
- 4. Röstofen nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenwand des Ofens mit leicht auswechselbaren Einsatzkästen (26*) ausgerüstet ist, welche zur unabhängigen Überleitung des Gases dienen und auf ihren Innenseiten schräg ansteigende Wandungen aufweisen, um ein Ansammeln des Staubes zu verhüten. "Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
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